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Filmkritik: Star Wars Die letzten Jedi

15. Dezember 2017

Gleich vorweg: Der achte Teil der Star Wars-Reihe Die letzten Jedi ist ein Gewinn für die Saga um Luke und Leia. Nach Wiederaufnahme der Serie mit dem Erwachen der Macht läuft seit 14. Dezember der neue Teil „Die letzten Jedi“ in den deutschen Kinos.

Ich war heiß auf den neuen Film, die exklusive Pressevorführung hatte ich aus Witterungsgründen verpasst. Aber ich wollte den Film unbedingt sehen und hatte die Chance auf eine Sneak Preview von „Die letzten Jedi“ in der oberfränkischen Provinz. Spontan kam ich auf die irrwitzige Idee ins Kino zu gehen und fragte nach Karten. Uppsala, 31 Plätze waren noch frei in der neuen Filmbühne in Lichtenfels.

So viel freie Plätze? Also Schweinehund überwunden und um 23:45 Uhr ins Kino gegangen. Ein paar Kinobesucher kamen im Star Wars-Look: Kappen, Hoodie, einer kam sogar mit Umhang. Popcorn-Tüte und Becher waren im Star Wars-Logo (musste ich beide haben) und um 23:59 Uhr erschien das Lucas-Logo auf der Leinwand. Die Musik des göttlichen John Williams erklang und in mir stiegen Emotionen hoch.


Der innere Teil einer Trilogie ist immer schwierig. Beim neuen Star Wars standen die Chancen 50:50. Das Imperium schlägt zurück von 1980 war der Hammer, der Angriff der Klonkrieger von 2002 war Schrott. „Die letzten Jedi“ war wieder topp – Gott sei Dank. Der Film machte mir Spaß, nicht die ganzen 152 Minuten, aber er machte Spaß. Regisseur Rian Johnson versteht seinen Job und lieferte ein gutes Stück Unterhaltung für die Fans ab.

Achtung Spoiler – Achtung Spoiler – Achtung Spoiler
Die Story von Erwachen der Jedi wird in dem neuen Film weitergesponnen. Er knüpft an der Story von Luke und Rey an. Ich war zunächst enttäuscht, dass Rian Johnson die Dramatik der ersten Begegnung zwischen Luke und Rey abgeschwächt hatte. Luke wirft das mitgebrachte Lichtschwert einfach weg. Mit Humor ist es so eine Sache, noch dazu bei so einer ernsthaften Sache wie Star Wars und der Macht. Ich hatte Angst vor dem Film, wenn er so lächerlich beginnt.
Rian Johnson schaffte nicht immer den Humorbogen. Schlechten Slapstick gab leider. Muss es wirklich sein, dass Finn nackt aus dem Bett fällt und durchs Raumschiff irrt und vor sich hin tropft? Was soll das? Die alte Hollywood-Regel, einen Cliffhanger mit Humor aufzulösen, wird angewandt auf lächerlichem Marvel-Humor. Das passt bei IronMan (vielleicht), aber nicht bei Star Wars. Wenn Luke die Augenbraue hochzieht und sich bei C3PO verabschiedet, dann ist das Mist. Und der größte Mist ist ein schwarzes Dampfbügeleisen in Raumschiffform zum Glätten von Uniformen.
Dieser Kindergartenhumor hätte sich in Grenzen halten können. Aber es gab auch intelligenten Witz für die wirklichen Fans. Diese Witze waren meist Anspielungen an die alten Zeiten: Star Wars-Fans freuen sich über Aussagen zur Falken-Schrottmühle oder über das ganz schlechte Gefühl des verstorbenen Han Solos.
Im Vorfeld ärgerte ich mich über die angekündigten Kuscheltiere Porgs. Ich befürchtete Jar-Jar-Binks oder Ewoks. Aber die Porgs sind nett – oder ich werde langsam altersmilde. Die Porgs sind für mich eine Kreuzung zwischen Eule und Angry Birds und wenn Chewie einen Porg verspeisen will, hatte ich ein Lächeln im Gesicht. Überall tauchen die Viecher auf, ganz so wie die Tribbles bei Raumschiff Enterprise von 1967 unter Captain Kirk. Vielleicht kaufe ich einen Porg für K1/2.

Zahlreiche Anspielungen auf Filmvorbilder
Überflüssig sind die Szenen im Spielcasino. Wir sind nicht bei James Bond im Casino Royale. Das Ganze erinnerte mich an Spielbergs Indiana Jones Teil 2, die Schlacht im Casino. Dann kam Spielbergs Jurassic Park wieder zum Vorschein, wenn die komischen Pferde bei ihrer Flucht auf die Autodächer bzw. Raumschiffdächer hüpfen. Ach ja, die Pferdchen sind wohl bei J.K. Rolling entsprungen. Nette Anspielungen an große Vorbilder.
Und dennoch versteht Rian Johnson sein Handwerk. Die Duelle mit dem Laserschwert sind japanisches Kino pur. Eine tiefe Verbeugung vor dem großen Akira Kurosawa. Das ist ganz großes Kino der Emotionen. Auch die Schlacht in der Salzwüste mit weiß und rot sind die Farben von Ran. Das sind gewaltige Bilder, das ist Kino pur. Und ich werde den Verdacht nicht los, dass die Bombardierung zu Beginn des Films eine Anspielung auf Kubricks Dr. Seltsam ist.

Personen kommen und gehen
In „Die letzten Jedi“ wird mit Rose nur eine neue Person eingeführt, die im Teil 9 weiter leben darf. Eingeführte Charaktere aus dem siebten Teil müssen dagegen den Löffel abgeben. Der Tod von Oberster Anführer Snoke war gut gemacht, lässt mich aber ratlos zurück. Wer war eigentlich dieser Snoke? Im Vorfeld hatte ich so schon spekuliert, was das für ein Knabe ist. Nun wird er einfach getötet und ich erfahre überhaupt nichts über diesen bösen Charakter. Dabei sind die Bösen doch bei Star Wars immer faszinierender als die Guten. Ähnlich geht es mit der Frau in Alufolie. Captain Phasma stirbt nach einem Duell mit Finn indem die Frau aus Games of Thron ins Feuer stürzt. Wer war eigentlich diese kämpferische Dame? Egal, jetzt ist sie weg.
Neu im achten Teil eingeführte Personen wie die eindrucksvolle Amilyn Holdo dürfen auch nicht überleben, wären aber eine Bereicherung für die Serie gewesen. Etwas wehmütig war ich beim Anblick von Prinzessin Leia. Carrie Fisher ist ja verstorben und so war dies ihre letzte Rolle. Sie soll wohl nicht digital weiterleben in Teil 9. Liebe Carrie Fisher, ich mochte dich und vermisse dich schon jetzt. Ich bin gespannt, wie man ihren Tod im neunten Teil erklären wird.
Mark Hamill hatte nie großartige Rollen in seinem Leben und sein Schauspiel bei Star Wars war auch überschaubar. Jetzt bei „Last Jedi“ wächst er über sich hinaus und liefert ein eindrucksvolles Schauspiel ab. Es macht Spaß ihn bei seiner Qual zu beobachten. Luke trägt diesen Film und verschwindet dann. Yoda ist auch dabei und hat noch immer nicht gelernt einen klaren Satz zu sprechen.
Alte Freude, die jeden Teil der Saga einen Besuch abstatten, gibt es auch. C3PO hat mehr Raum, der freundliche R2D2 darf nur ein wenig mitspielen und die bekannte Projektion abspielen „Obi Wan, ihr seid meine letzte Hoffnung“. „Ein billiger Trick“, wie es auch Luke bemerkt.
Der orange BB-8 darf wieder durchs Bild rollen und wächst über sich hinaus. Erst steuert die Blechkugel einen X-Wing, dann ein großes Raumschiff und dann auch einen AT-ST Walker. Mir hat BB-8 am besten unter einem Mülleimer gefallen, wenn er im Sternenzerstörer gegen die Wände kracht. Da gehört die Kugel hin, in den Müll. Nun hat er einen eigenen Gegner bei der ersten Ordnung. BB-9E ist der böse Robi, aber er kommt nicht richtig zur Geltung. Vielleicht in Teil 9 im Jahre 2019.

Mein Fazit:
Ich werde mir „die letzten Jedi“ noch ein paar Mal im Kino ansehen. Meine Familie freut sich schon auf den Besuch. Es ist trotz meines Gemaules ein schöner Film geworden, der das Star Wars-Fieber am köcheln lässt. Als Mittelteil einer Trilogie ist er prima, jetzt freue ich mich auf das Ende, obwohl es ein Ende ohne Skywalker, ohne Solo, ohne Vader und ohne Leia sein wird. Meine Jugend wurde mit diesem Teil zu Grabe getragen und etwas neues beginnt. Ein Lob gibt es noch aus meinem Munde. Die Musik von John Williams ist grandios. Ich werde über diesen Score noch in Ruhe bloggen.

 

Lego Marvel’s Avengers im Anflug

9. Dezember 2015
Captain American mit Schild wirbt für das neue Lego-Spiel.

Captain American mit Schild wirbt für das neue Lego-Spiel.

Die Videospiele aus der Lego-Welt gehören in unserer Familie zu den beliebtesten Spielen. Es begann mit Star Wars, dann kamen Indy Jones, Batman, Herr der Ringe, Hobbit, Fluch der Karibik, und zuletzt ein wunderbares Jurassic Park-Spiel. Alle die Spiele bestechen durch nette Details und Spielfreude, gespielt wird bei uns auf der Playstation 3 und 4. Wir warten sehsüchtig auf eine Lego-Versoftung der neuen Star Wars Episode. Nun kündigt sich aber eine weitere Runde im Marvel-Lego-Universum an. Eine weitere Veröffentlichung steht uns am 28. Januar 2016 bevor. Es handelt sich um Lego Marvel’s Avengers.
Mich erreichte von der betreuenden Presseagentur eine Aufmerksamkeit, die ich euch als Lego-Freund nicht vorenthalten will. Es handelte sich um einen verpackten roten Lego-Stein. Im Inneren war eine schöne Figur von Captain American samt Schild. Dazu gab es eine Bauanleitung und einen stylischen USB-Stick auf denen die Presseinfos abgelegt waren.


Ich bin sehr neugierig auf Lego Marvel’s Avengers. Als klassischer Marvel-Fan finde ich allerdings, dass es mit den Verfilmungen übertrieben wurde. So manche Comic-Figur war es nicht wert, dass Hollywood einen Kinofilm daraus schustert. Außer großem Action-Kino mit viel Bums und Krach war nichts geboten. Auf die Zeichnung der Charaktere wurde oft verzichtet, sie waren einfach comichaft, obwohl sie deutlich mehr zu bieten hätten oder schlicht und einfach unwichtig waren. Bei den Marvel’s Avengers ging es mir manches mal so. Zwar mag ich die einzelnen Figuren in ihrem historischen Zusammenhang, allen voran Captain American. Er wurde einst als Kämpfer gegen die Nationalsozialisten geschaffen. Der Sprung in die Gegenwart hat meines Erachtens der Figur geschadet, passt aber ins patriotische Amerika der Neuzeit. Iron Man dagegen ist ein cooler Typ, während die Masse der Kinozuschauer die nordische Mythologie um Thor wohl nicht gecheckt hat.
Da bin nun auf das Konsolenspiel Lego Marvel’s Avengers gespannt, vor allem, wie die verschiedenen Charaktere aus den verschiedenen Geschichten umsetzt werden. Uns Fans werden Inhalte aus Marvel’s The Avengers, seinem Nachfolger Marvel’s Avengers: Age of Ultron sowie aus den Filmen Marvel’s Captain America: The First Avenger, Iron Man 3, Thor: The Dark Kingdom und The Return of the First Avenger präsentiert. Ist das nicht zuviel des Guten? Bei Star Wars spielten wir einfach uns durch die Story der einzelnen Filme und schön war es. Auch Jurassic Park war als Gameplay interessant gelöst. Mal sehen, wie es bei Lego Marvel’s Avengers gelöst wird – ich bin gespannt. Wir Spieler schlüpfen dabei in die Rollen der Helden und schon beginnt die Klopperei im Marvel-Lego-Universum.
Erscheinen soll Lego Marvel’s Avengers am 28. Januar 2016 für die für beiden Xbox-Konsolen, die PlaySation 3,4 und Vita sowie Nintendo Wii U und 3DS sowie Windows-PC. Ich bin bereit.

Ausflugtipp: Jurassic Park im Altmühltal

13. Juli 2014

Steinbruch5

Als Fan von Jurassic Park musste ich unbedingt mit meiner Familie die Light-Version des bayerischen Jurassic Parks im Altmühltal besuchen. Die Gegend ist dafür bekannt, dass kleine und große Forscher nach Fossilien graben können und garantiert auch fündig werden. Also ein idealer Ausflug für die ganze Familie stand auf dem Programm.

Wer es nicht weiß: Fossilien sind versteinerte Überreste von Tieren und Pflanzen. Aber es gibt auch Fußabtdrücke von Dinos und anderem Getier, das einst die Erde beherrschte. Der Geo-interessierte Bildungsbürger in mir weiß, dass die Gegend um Eichstätt, Solnhofen, Weißenburg und Treuchtlingen am Rand eines tropischen Meeres lag. Bei rund 23 Grad Wassertemperatur des Meeres war im Wasser allerhand los. Nun, dass Wasser ist heute weg und zurückgeblieben sind die Solnhofener Plattenkalken aus dem Oberen Jura, die in den Steinbrüchen der Umgebung abgebaut werden. Und in eben diesen Steinbrüchen gibt es heute zahlreiche Fossilien zu finden.

Steinbruch6

Nachdem es in der Gegend des Altmühltals zahlreiche Steinbrüche gibt, entschieden wir uns per Los für den Fossilien-Besuchersteinbruch Mühlheim. Dieser Fossiliensteinbruch zählt zu den Mörnsheimer Schichten und gilt als sehr fossilienreich – zu finden sind hier unter anderem Ammoniten, Pflanzen und Fische. Auf über 6.000 Quadratmeter gingen wir auf die Suche nach dem verschollenen Saurier. Das notwendige Werkzeug wie Hammer und Meißel gab es zum Ausleihen.

steinbruch1

Insgeheim hofften wir natürlich auf den großen Fund. So ganz unmöglich ist es nicht. 2011 wurde von einem Greenhorn ein bedeutender Fund gemacht. Es handelte sich um einen bis dahin unbekannten Flugsaurier. Das Vieh heißt wissenschaftlich Archaeoperyx. Im Oktober 2011 fand ein Familienvater das Skelett eines 144 Millionen Jahre alten Vogels.

Nun so ganz erfolgreich war unsere Suche nicht. Wir fanden Versteinerungen von Flora und Fauna, ein paar Gräser hier, ein Ei dort oder ein paar Schneckenhäuser. Den Kindern war nach zwei Stunden Steineklopfen langweilig, aber ich war fasziniert, was der Steinbruch so alles frei gibt. Wenn die Kinder im Urlaub sind, dann werde ich ein, zwei Tage in den Steinbruch verbringen und mich professioneller auf die Suche begeben. Wozu habe ich den Geologie an der Uni belegt?

 

Rettet Softimage – oder lasst es sein!

7. März 2014

Softimage

Es war absehbar, doch nun steht es offiziell fest: Die Software Softimage hat keine Zukunft mehr. Besitzer Autodesk hat eindeutig erklärt, dass die Version Softimage 2015 die finale Version sein wird. Sie erscheint am 14. April 2014. Dann ist Schluss mit der 3D-Software. Bis April 2016 wird man den Support aufrecht erhalten. Für die Kreativen bedeutet es, jetzt endlich wechseln zu müssen. Viel bleibt nicht mehr übrig: von Autodesk gibt es Max und Maya, von Maxon noch Cinema 4D, von NewTek noch LightWave und von SideFX noch Houdini und ein paar mehr.

Ich habe noch erlebt, als Softimage noch Hoffnung und frisches Geld von Avid hatte. Es gab einen coolen Stand auf der Siggraph. Die Artists waren voller Hoffnung. Es gab noch eine fette Party und ein T-Shirt. Party und T-Shirt sind Geschichte. Neueigentümer Avid hatte später seine Probleme und wollte Softimage loswerden.

Noch ein toller Stand auf der Siggraph.

Noch ein toller Stand auf der Siggraph.

Autodesk hat sich vom zerfallendenen Avid-Konzern im Oktober 2008 das 3D-Tool geschnappt. Das Teil hat 35 Millionen US-Dollar gekostet. Zum Vergleich: Für Maya zahlte Autodesk an Alias noch 182 Millionen US-Dollar im Jahre 2005. Damals sagte mir der Autodesk-Chef der 3D-Sparte Marc Petit: „Wir beabsichtigen, die Softimage-Produktlinie beizubehalten und auszuweiten und über Autodesk FBX eine bessere Interoperabilität zwischen Softimage-Produkten, 3ds Max und Autodesk Maya zu bieten.“  Nun Marc Petit ist Geschichte bei Autodesk und Softimage wird es auch sein. Im Jahre 1987 ging Softimage an den Start und wurde unter anderem in zahlreichen Blockbustern verwendet wie Jurassic Park, Titanic, Happy Feet, 300, Elysium und The Lego Movie.

Auf der FMX damals noch.

Auf der FMX damals noch.

Im Netz regt sich Widerstand gegen die Entscheidung von Autodesk. Es gibt eine Online-Petition an Autodesk, die Software weiterzuführen. Es ist fraglich, ob die engagierte Aktion von Erfolg gekrönt sein wird. Excel-Fans wie Autodesk lassen sich von Emotionen nicht so leicht überzeugen und 3D-Software nimmt in dem großen Autodesk-Konzern nur einen Randbereich ein – zwar schillernd und Hollywoodlike, aber eben doch nur einen Randbereich.

Ich erinnere mich an ein Gespräch mit einem Autodesk-Manager, als damals Maya von Alias übernommen wurde. Er checkte bei der wichtigsten 3D-Messe Siggraph in sein Hotel ein. Der junge Typ hinter der Hotelrezeption, der ihm den Zimmerschlüssel überreichte, entpuppte sich als überzeugter Maya-Anwender. Und er war sichtlich sauer über den Kauf. Er warf dem Autodesk-Manager etwa folgenden Wortlaut an den Kopf: “Wenn ihr jetzt Maya einstellt, dann setzt es von mir Prügel. Darauf kannst du dich verlassen.” Nun, Maya gibt es noch immer im Autodesk-Konzern. Vielleicht sollten die Softimage-Fans deutlichere Worte finden als eine Online-Petition.

Musiktipp: Lincoln von John Williams

21. Februar 2013

Immer wenn Steven Spielberg einen neuen Film ins Kino bringt, dann ist John Williams nicht weit. So auch bei dem neuen Spielberg-Streifen Lincoln. Der Haus- und Hofkomponist Williams legt seinen Soundtrack vor und er ist für Fans eine Offenbarung. Eingespielt von Chicago Symphony Orchestra ist dieser Score mit 17 Stücken ein Sinnbild für symphonische Filmmusik.

Lincoln

Allerdings wird Williams auch nicht jünger. Vorbei sind die Zeiten der großen Paukenschläge, wie Star Wars, Superman, weißer Hai, Jurassic Park oder Indiana Jones. Ein Soundtrack dieser Lautstärke ist Lincoln nicht. Aber das muss nicht schlecht sein, auf keinen Fall. Williams ist ruhiger geworden, aber keinesfalls schlechter. Was sich beim vorangegangenen Soundtrack von War Horse angekündigt hat, wurde von Williams bei Lincoln optimiert. Es ist ein wunderbarer Score.

Williams ist mit seinen 81 Jahren reifer geworden (er hatte am 8. Februar Geburtstag), so wie Spielberg mit dem er seit rund 40 Jahren seit 1974 Sugerland Express zusammenarbeitet. Interessant ist, dass Williams in den vergangenen Jahren nur noch Soundtracks für Spielberg geschrieben hat und auch der nächste Soundtrack wird wieder für Spielberg sein. Als ich das erste Mal Lincoln anhörte, erkannte ich Klänge von Duell am Missouri von 1976 wieder. Mein Gott, wie habe ich die Musik zu diesem Spätwestern von Arthur Penn damals geliebt, obwohl er im Kino gefloppt ist. Brando und Nicholson spielten zur Musik von Williams. Und bei Lincoln hatte ich dieses ähnliche Gefühl. Das soll aber nicht heißen, dass sich der Meister selbst kopiert. Williams spielt mit den Themen des Westens, setzt auf traditionelle Formen wie Südstaatenbluegrass. Auch ein zünftiger Marsch ist darunter. Klarinetten und Holzbläser geben dem Soundtrack eine wunderbare Wärme. Aber vor allem das Piano-Finale With Malice toward none hat es in sich. Obwohl Lincoln ein patriotischer Film ist, hat der Soundtrack keinen Pathos. Freunde von John Williams werden sich dieses Spätwerk sowieso kaufen, was spätestens seit der Oscar- Nominierung von Lincoln klar sein sollte.

Buchtipp: Industrial Light & Magic: Into the Digital Realm

31. Oktober 2012

Das Angebot an Bücher über ILM ist unüberschaubar. Viele Fans fühlen sich berufen, ein Buch auf den Markt zu bringen. Nachdem ich schon begeistert war über Industrial Light & Magic: The Art of Innovation von Pamela Glintenka griff ich nun zu Industrial Light & Magic: Into the Digital Realm von Mark Cotta Vaz und Patricia Rose Duignan. Filmbuchautor Mark Cotta Vaz hat uns ja bereits mit einigen Filmbüchern beglückt, darunter das hervorragende The Art of The Incredibles.

Das vorliegende Werk mit seinen 328 Seiten ist ein wahres Schwergewicht: Vom Gewicht her und von der Information her. Deshalb schrieb wohl auch Altmeister Steven Spielberg das Vorwort. Natürlich ist das Buch 1996 erschienen und hat damit schon einige Jährchen auf dem Buckel. Wer allerdings viel über die Frühphase von ILM erfahren will und vor allem ein Fan der ersten drei Star Wars- und Indiana Jones-Filme ist, sollte den Kauf erwägen. Patricia Rose Duignan arbeitete 20 Jahre für ILM und blickte hinter die Kulissen- während Mark Cotta Vaz seine Erfahrung als Buchautor und Autor von Cinefix beisteuerte. Heraus kamen schöne (technische) Geschichten rund um Spezial Effekte. Hier erfahren wir, welcher Durchbruch CGI bei Terminator 2 war und warum Jurassic Park einschlug wie eine Bombe. Es waren die VFX von den Magiern von ILM, die den Filmen den notwendigen Zauber gaben. Zunächst mit Matte, Make-up und Maske, später mit generierten Bildern aus den Computern entstanden neue Welten. Der Werdegang von ILM wird anhand zahlreicher technischer Innovationen in Industrial Light & Magic: Into the Digital Realm dargestellt und eindrucksvoll mit seltenen Farbbildern unterstreicht. Nicht die klassischen Setbildern, sondern eindrucksvoller Hinter-den-Kulissen-Bilder und manches Mal Schnappschüsse. Sie zeigen die kreativen Techniker bei der Arbeit.

Das Buch ist um so wertvoller, da sich die Zeiten geändert haben. Das gesamte Lucas-Imperium wurde Ende Oktober 2012 an Disney verkauft. Kaufpreis 4 Milliarden US-Dollar. Mit eingekauft nehmen den Rechten an Star Wars und Indiana Jones wurde auch unter anderem ILM. Selbst meine Bekannten von ILM wussten nichts von dem Deal und waren über die Pressemeldung von Disney höchst erstaunt. Nach dem Kauf von Pixar (7,6 Milliarden US-Dollar) und von Marvel ist das der dritte große Kauf von Disney. Und der Konzern kündigte auch gleich an, Star Wars 7 im Jahr 2015 fortzusetzen und weitere Filme folgen zu lassen.

Das bedeutet also viel Arbeit für ILM, die sicherlich auch unter einem neuen Arbeitgeber wunderbar bewältigt wird. Ob mir Darth Vader mit Wall•E und Maus-Ohren gefällt, sei mal dahingestellt. Ich werde auf jeden Fall mit dem Buch Industrial Light & Magic: Into the Digital Realm in alten Zeiten schwelgen und mich an die Magie von ILM als innovatives Unternehmen gerne erinnern. Mal sehen, was die neuen Herren von Disney mit ihrer Marketingmaschinerie daraus machen.

Buchkritik: Industrial Light & Magic von Pamela Glintenkamp

2. August 2012

Über Jahre hinweg stand und steht die Effekteschmiede von George Lucas Industrial Light & Magic  oder kurz ILM für Innovation in der Filmwelt. Aufgrund eines kostspieligen Scheidungsverfahren musste Lucas eine Entscheidung treffen: Verkauft er Pixar oder ILM? Er entschied sich für den Verkauf von Pixar und Steve Jobs griff zu. Der Rest ist Filmgeschichte. Bei ILM setzte Lucas auf Nummer sicher. Die VFX-Bude gehört zu den Perlen des Lucas Imperium, die Millionen einbringt. Die Dienstleistungen, die das Unternehmen anbietet, haben immer wieder die Filmgeschichte verändert.

Das vorliegende Buch von Pamela Glintenkamp Industrial Light & Magic: The Art of Innovation beweist diese Innovationskraft und den enormen Einfluss der Fabrik eindrucksvoll. Auf 358 Seiten durchstreift der Leser die Filmgeschichte und erinnert sich gerne das ein oder andere Effekteabendteuer, auch wenn so mancher Film dahinter einfach nur grausam war. IFM wurde geschaffen, um das Unmögliche zu schaffen, so beschrieb es George Lucas einstmals.

Und er sollte recht behalten: Die Tricks von Jurassic Park hauten uns vom Hocker, Star Wars sorgte dafür, dass uns die Spucke wegblieb, Indy Jones nahm uns auf eine Reise durch das moderne Actionkino mit. Mir persönlich gefielen auch die atmosphärische Dichte von Poltergeist, die erste CGI-Figur in Young Sherlock Holmes, der Spaß von Roger Rabbit, der Wind in Twister oder die Wasserszenen von Abyss. Als ich als Jugendlicher die Morphing-Effekte von Terminator 2 im Kino sah, wusste ich, wie die VFX-Zukunft des Kinos aussah: Weg mit Modelle, her mit dem Rechner.

Bei meinen Gesprächen auf der Siggraph wurde mir bestätigt, dass ILM genau hinschaut, was die Mitbewerber so machen. Vor allem WETA und das deutsche Unternehmen Pixomondo stehen ganz oben auf der Beobachtungsliste, schließlich waren die Tricks von Thilo Kutter in Emmerichs 2012 Weltklasse und die Deutschen bekamen für Hugo sogar einen Oscar.

Bücher wie Industrial Light & Magic – The Art of Innovation liebe ich: Die ideale Mischung von Fantasie und Technik. Natürlich verrät Pamela Glintenkamp keine Geheimnisse von ILM, aber der Leser bekommt einen guten Eindruck, mit welchen Problemen die Artists zu kämpfen hatten. Und man bedenke: Sie hatten nicht die Rechenpower von heute zur Verfügung, sondern SGI war damals noch ein großer Name. PowerAnimator war im Grunde nur nach einem Physikstudium zu bedienen. Jeder heutige 3D-Artist wird die Tipps wie einen Schwamm aufsaugen, wie damals Herausforderungen gelöst wurden. Und die Lösung hieß eben nicht, dass man 50 Programmierer an ein Problem setzt und die Peitsche schwingt.

Der Wechsel von analogen zu digitalen Tricks werden in diesem Buch ausführlich beschrieben. Immer wieder wird gezeigt, was der lockere Spruch „Let´s fix it in the Post“ für die Artists bedeutet, nämlich modellieren, rendern auf Teufel komm raus.

VFX können aufdringlich im Vordergrund stehen, wie bei den schrecklichen Transformers oder auch unbemerkt im Hintergrund eine Atmosphäre der Angst erzeugen, wie bei Saving Private Ryan, wo Regieas Spielberg eine fotorealistische Arbeit von seinem Freund Lucas forderte. Meine absolute Lieblingstricks sind aber in AI zu finden. Zu diesem Film habe ich eine eigene Buchbesprechung durchgeführt, auf die an dieser Stelle verwiesen sei.

Egal, um was es geht, ILM hat wohl eine Antwort darauf. Und daher ist allen Zeitgenossen dieses Buch empfohlen, wenn sie sich für Effekte im Kino interessieren. Einstmals begann ich meine Sammlung von Filmbüchern mit einem Sonderband des deutschen Kinomagazins Cinema „Die Tricks“. Die Tricks waren damals aufwendige Bastelarbeiten, Modelle, Matte-Zeichnungen. Wenn ich mir heute die Tricks aus dem Rechner in Welten bei Avatar anschaue, stelle ich fest, wie schnell die Zeit vergangenen ist und was ILM alles geschaffen hat. Respekt für so einen großen Anteil an der Filmgeschichte. Ich bin gespannt, was sich ILM als nächstes einfallen lässt. Pamela Glintenkamp wird es uns sicherlich berichten. In ihrer unaufdringlichen sachlichen Schreibe merkt an, dass die für das Stanley Kubrick Archiv in London gearbeitet hat. Ohne zu übertreiben, lässt sie die Künstler zu Wort kommen und hält sich selbst mit Superlativen zurück. In über 100 Interviews sammelte sie schönes Material von Casper bis Rango, was sie mit uns in Industrial Light & Magic: The Art of Innovation teilt. Unbedingt kaufen. Und wer mehr wissen will, sollte sich auch das Buch: Industrial Light & Magic: Into the Digital Realm antun. Hier meine Kritik:

Buchkritik: A.I. Artificial Intelligence

9. Mai 2011
Geniales Buch - Kaufbefehl!

Geniales Buch - Kaufbefehl!

Irgendwie drängt es mich immer wieder zu diesem Film und Buch hin. Der Film, den Stanley Kubrick nicht gedreht hatte, wurde von Steven Spielberg in Szene gesetzt und schrieb (Roboter-)Geschichte. Nachdem ich gerade ein Seminar über Spielzeugroboter gehalten habe, bei dem die Suche nach Menschlichkeit im Vordergrund stand, ist es nur folgerichtig, dass ich wieder zu A.I. Artificial Intelligence greife. Ich weiß, es gibt viele Sachen, die gegen den Film sprechen – der Schluss ist übertrieben kitschig, die Robos der Zukunft haben zu viel E.T. gesehen. Egal, es ist ein Spielberg, der seinem verstorbenen Freund Kubrick einen Gefallen getan hat und ich glaube, Kubrick kann zufrieden sein.

Ich habe das Buch A.I. Artificial Intelligence from Stanley Kubrick to Steven Spielberg: The Vision Behind the Film bei einem meiner USA-Aufenthalte gekauft und in den Koffer gepresst. Ich musste es einfach haben, obwohl Amazon ja auch nach Deutschland lieferte. Auf dem Rückflug vom Land der unbegrenzten Möglichkeiten in alte Europa hörte ich den genialen Soundtrack von Altmeister John Williams und blätterte in diesem Buch. Da der Flieger nicht so stark besucht war, hatte ich zwei Plätze und die brauchte ich bei den Dimensionen des Buches (29,8 x 41,9 cm) auch.

Das Buch gibt mir einen Blick in die Visionen der Filmemacher und erschien erst acht Jahre nachdem der Film in den Kinos kam. Aber die Bilder haben nichts von ihrer Wirkung und Faszination verloren. Es beginnt mit Ausführungen des Meisters über den Film, Scripts und Notizen und geht dann über in die Vorproduktion. Besonders eindrucksvoll: Die komplette Kurzgeschichte „Super-Toys Last All Summer Long“ von Brian Aldiss wurde gescannt und abgedruckt und zwar in der von Brian Aldiss editierten Fassung. Das bekommen Normalos wie ich nie zu sehen.

Kluge Ausführungen gibt es von klugen Leuten, wie zum Beispiel dem Robo-Chef des MIT. Hier schaut der Robo-Fan in mir genau hin. Neben zahlreichen Filmszenen und seltenen Produktionsbildern macht der Reiz des Buches natürlich die Konzeptzeichnungen von Chris Baker aus. Sie zeigen, welch kreative Köpfe hinter diesem Film und Buch standen. Als Leser erlebe ich durch die 250 Illustrationen, davon 103 in Farbe die Welt der Filmemacher, die ein modernes Robotermärchen zum Leben erweckten. Leben, Gefühlen, Menschlichkeit – darum geht es in dem Film der Maschinen. Ein maschinelles, liebendes Kind auf der Suche nach Menschlichkeit. Am Ende steht die Maschine zum Menschen und findet seine Erlösung. „I love you Mommy“ ist der wichtigste Ausruf, der sich durch den gesamten Film hindurchzieht. Und wenn sich die menschlichen Eltern abwenden, stockt einem der Atem und ein verängstigtes Kind bleibt allein zurück. Das kann nur ein Steven Spielberg in Szene setzen. Diese Szenen berühren den Zuschauer und machen den Film zum Meisterwerk. Um Menschen zu erwecken genügt übrigens der Zauberspruch „Cirrus, Socrates, Particle, Decibel, Hurricane, Dolphin, Tulip“, der noch von Kubrick übernommen wurde.

Mir hat der Film A.I. Künstliche Intelligenz [Blu-ray] rundum gefallen. Nicht zuletzt durch die wahnsinnig eindrucksvollen VFX-Szenen. Die ersten Szenen mit Robotern im Labor gehören zu den besten Sachen, die ILM je gemacht hat. Und natürlich darf wieder Altmeister Stan Wilson mitmischen. Der kreative Mr. Monster von Jurassic Park gestaltete die Figuren und besonders eindrucksvoll den Teddy. Der Kampf der irrsinnige Kampf Gladiatoren offenbart die menschlichen Abgründe und der Zuschauer schämt sich für seine Rasse. In dem vorliegenden Buch werden die Effekte erläutert. Gerade diese VFX-Effekte waren es, die Kubrick abhielt, die Kurzgeschichte zu verfilmen. Er bat Spielberg um die Verfilmung, da dieser deutlich mehr Erfahrungen mit VFX hatte als der Regiealtmeister, der Computertechnik wenig einsetzte und bei 2001 lieber Modelle baute – es war auch eine andere Zeit.

Alles Gute zum Geburtstag: Steven Spielberg wird 63. Jahre

19. Dezember 2009

Es gibt Regiegötter. Hoch im Olymp schwebt für mich Stanley Kubrick, gefolgt von Alfred Hitchcock und Ingmar Bergmann. Dann gibt es noch eine ganze Reihe von Genies. Einer feierte gestern seinen 63. Geburtstag: Steven Spielberg

Spielberg begleitet mich jetzt mein ganzes Leben lang und ich freue mich auf jedes seiner Werke. Und im Grunde hat mich Spielberg nie enttäuscht. Klar, es gibt Filme, die hätte auch ein anderer drehen können, aber es gibt eben auch klassische Steven Spielberg Filme.

Den Beginn machte bei mir die Verfilmung von Duell – der Horrorfilm mit dem Tanklaster. Der Held war ein typischer Alltagsmensch, keine Spur von Glanz. Der Film lief bei uns in der ARD im Abendprogramm und haute mich weg. Ich hatte ihn sogar auf Video 2000 von Max Grundig mitgeschnitten und kaufte mir später die Original Videokassette auch im System Video 2000.

Kommerziell ist Spielberg der erfolgreichste Regisseur, Produzent und Drehbuchautor aller Zeiten. Er galt als junger Wilder in Hollywood und dies ließ ihn das etablierte Studiosystem spüren. Jahrelang musste Spielberg um seinen Oscar kämpfen. Aber selbst Kubrick oder Hitchcock haben nie einen Oscar für die beste Regie bekommen.

Ich erinnere mich noch an die gewaltigen Bilder von „Unheimliche Begegnung der Dritten Art“, an das Spiel der Gefühle bei „E.T. der Außerirdsche“. Und der Zauber wirkt heute noch. Als ich bei einer Wiederaufführung des Films die Reaktionen des Publikums beobachtete, stand fest: Spielberg beherrscht die Klaviatur der Gefühle wie kein Zweiter. Der Film aus der Sicht von Kinder gedreht ist noch immer großes Kino.

Zu Hause auf Video sah ich zum ersten Mal den Weißen Hai. Genial der Score von John Williams. Das Hai-Thema ist genial. Leider blieb es einmal aus, als Roy Scheider Fleisch ins Wasser warf und der Fisch ohne musikalisches Hai-Motiv auftauchte. Ich riss meine Kaffeetasse vom Tisch und noch heute zeugt ein Fleck im Teppich von der Intensität von Steven Spielberg.

Schön war auch die Indiana Jones Trilogie. Vor allem der letzte Kreuzung begeisterte mich, die Suche nach dem Heiligen Gral. Schönes Actionkino, wiederum mit der meisterhaften Musik von John Williams.

Großartig die Beiträge Spielbergs zum modernen SF-Film: „A.I. – Künstliche Intelligenz“ und „Minority Report“ haben mich tief beeindruckt. Der eine ist eine Verbeugung an Kubrick, der andere hat Zukunftstechniken vorweg genommen. Der Film für Saurierfans schlechthin ist einfach „Vergessene Welt: Jurassic Park“ und und und – es gibt so vieles, dass wir Spielberg zu verdanken haben.

Vielleicht noch ein Film, bei dem er nur als Produzent auftrat: „Poltergeist“. Tope Hooper führte Regie, weil Spielberg neben E.T. nicht gleichzeitig nach Hollywood-Gesetzen Regie führen durfte. Doch „Poltergeist“ trägt die Handschrift des Meister und der Schlächter Hooper besaß niemals soviel Feingefühl. Hier wird perfektes Klischee von Familie dargeboten, die typische US-Vorstadtsfamilie mit ihren Problemchen mit den Nachbarn, wie die Szene mit der Fernbedienung beweist. Und „Poltergeist“ gilt heute als eines der großen Schaustücke des Effektkinos der 1980er.

Stevem Spielberg, meinen herzlichen Glückwunsch zum 63. Geburtstag.

Meine Blu ray-Wunschliste

24. Februar 2009

barry

Immer wieder fachsimple ich mit einem Kollegen, welche Blu rays denn als nächstes veröffentlicht werden sollten. Die Anzahl der Filme ist gewaltig, doch kristallisieren sich bei uns ein paar Übereinstimmungen heraus. Da wäre als absolute Nummer ein: die komplette Langfassung von „Herr der Ringe“. Das Werk von Peter Jackson hat mich im Kino gebannt und als Tolkien-Fan absolut aus den Socken gebeamt. Ich denke, in HD-Auflösung und fetten Sound kommen die Kämpfe um Mittelerde nochmals grandios daher. Doch leider hat New Line Cinema noch keinen Veröffentlichungstermin angegeben. Ich stehe zwar auf der Amazon-Merkliste, doch das war es auch schon. Ich kann mir vorstellen, dass „Herr der Ringe“ auf Blu Ray veröffentlicht wird, sobald „Der kleine Hobbit“ in die Kino kommt. Die Dreharbeiten laufen ja bereits.

Nummer zwei der Wunschliste ist natürlich die Star Wars Trilogie und zwar die ursprünglichen Filme: „Krieg der Sterne“, „Das Imperium schlägt zurück“ und „Die Rückkehr der Jedi-Ritter“. Von mir aus, kann es die neuen Sachen dazu geben, aber die sind nicht wichtig. George Lucas hat sich nicht geäußert, wann die Filme herauskommen und so heißt es warten. Aber die Kämpfe von Luke Skywalker und Darth Vader („Luke, ich bin dein Vater“) gehören einfach dazu. Die Sachen muss man haben auf Blu Ray, also George leg einen Zahn zu und veröffentliche eine geile Box.

Auf dem dritten Platz der Wunschliste steht „King Kong“ in der Verfilmung von Peter Jackson. Zwar hat der Film natürlich seine Schwächen, wie der Affentanz auf dem Eis im Central Park, doch die Fights auf der Totenschädelinsel sind sicherlich eindrucksvoll. Das Warten auf den Affenfilm hat ein Ende. Am 26. März 2009 kommt der Film auf Blu Ray. Ich hab ihn schon bei Amazon vorbestellt. Die Briten sind bereits am 9. März an der Reihe, aber ich weiß nicht, ob die Scheibe eine deutsche Tonspur hat.

Dann kommen auf den nächsten Plätzen meine persönlichen Favoriten. Da wäre der erste Teil von „Jurassic Park“. Die Dinos fand ich im Kino geil, Michael Critchon hat mir immer schon gefallen und ich denke, dass die Viecher in meinem Wohnzimmer richtig reinpassen. Und dann warte ich noch auf die Veröffentlichung zweier Kubrick-Filme. Zum einen „Dr. Seltsam“ und zum anderen auf „Barry Lyndon“. Bei „Dr. Seltsam“ habe ich gelesen, dass Sony den Film im Juni im Format 1:66:1 Widscreen veröffentlichen will. Den Film habe ich als Kind gesehen und richtig Angst bekommen. Parallel sah ich ein Double Feature mit „Angriffsziel Moskau“, der ein ähnliches Thema hatte, aber längst nicht so elegant daher kam. Jahre später habe ich auf einem Filmsammlermarkt mir einen Satz Produktionsfotos von „Dr. Seltsam“ gekauft. Nicht Aushangbilder, sondern wirkliche Produktionsfotos vom Set. Sie hingen eine zeitlang in meinem Jugendzimmer bis sie in einem Ordner verschwunden sind (Archiv). Vor allem natürlich Peter Sellers hat einen vom Hocker. Das ist Schauspielerei.

„Barry Lyndon“ ist mein absoluter Lieblingsfilm. Wieder und immer wieder haben ich mir den Film angeschaut, das Licht und die Atmosphäre genossen. Ein Film der aus Gemälden besteht, packende Handlung und packende Regie. Ich habe von Kubrick so gut wie alles und warte sehnsüchtig auf die Blu ray dieses Meisterwerkes. Ich gelobe, ich bestelle den Film und werde mich zurückziehen und diesen Film ganz in Ruhe genießen, die ganzen drei Stunden und vier Minuten. Also Christine Kubrick, geben Sie das Erbe Ihres Mannes bitte frei. Und wenn möglich, geben Sie im Extra-Bereich die entfallenen Szenen dazu nach denen die Kinowelt dürstet. Ich habe ein Bild dieser Cut-Sequenzen hier angefügt. Und ich will jetzt nicht hören „Ich bin Spartacus“ – den Witz kenne ich schon.