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Buchkritik: The Art of Last Jedi von Phil Szostak

26. April 2018
Ein schönes Art of Buch, das den Fan etwas versöhnt nach dem schlechten Last Jedi.

Ein schönes Art of Buch, das den Fan etwas versöhnt nach dem schlechten Last Jedi.

Heute ist der Erstverkaufstag von Star Wars: Die letzten Jedi auf DVD und Blu ray und aus Sammlergründen habe ich mir die Silberscheibe bestellt. Den Film selbst fand ich schlecht, es war eine aufgeblasene Marvel-Verfilmung und hat nichts mehr mit der Eleganz der klassischen Trilogie zu tun. Kindergartenhumor passt eben nicht in Star Wars-Universum. Zudem fand ich die Entwicklung der Story mit den Tod so mancher handelnden Personen falsch. Aus Sammlergründen kaufte ich mir die Blu ray, weil ich auch auf das Hintergrundmaterial gespannt bin.
Um meinen Frust als Fan über diesen schlechten Film zu mildern, habe ich als Balsam für meine Seele das Buch The Art of Star Wars: The Last Jedigekauft. Da hier kein Kindergartenhumor enthalten ist, sondern nur Konzeptzeichnungen über eine faszinierende visuelle Welt. Es macht Spaß. Wenn ich die schönen, ideenreichen Bilder ansehe, denke ich mir immer: Was hätte man aus Last Jedi machen können? Autor des Buches ist Phil Szostak, der uns auch The Art of Star Wars: The Force Awakens und ab Mai 2018 Art of Solo bescherte.

Die Bilder geben einen großartigen Eindruck von der Produktion eines Star Wars-Films und wie viele dieser Art von Art of-Büchern laden sie zum Träumen ein und eben gleichzeitig handfeste Designinformationen über die Produktion eines Blockbusters. Zwei Kapitel haben mich besonders interessiert: Das selbstgefällige Exil Ahch-To von Luke Skywalker und die Darstellung der Ersten Ordnung mit ihrem Anführer Snoke. Und klar, Raumschiffe und Waffensysteme sehen in Konzeptzeichnungen immer stark aus und lohnen sich anzuschauen.
Völlig überflüssig für mich war dagegen der Exkurs auf die Wettspielstadt Canto Bight. Die Scribbles sind gut gemacht, haben aber die Atmosphäre eines James Bond-Films und die Tierchen passen in die phantastischen Tierwelten. Dies bestätigt mir meine Ablehnung dieses Handlungsstrangs. Mos Eisley hat da schon ein anderes Kaliber.
Leider hat the Last Jedi nicht mehr die Faszination bei den Kostümen der ersten drei Star War-Filme. Die Kleidung ist handlungsbedingt einfacher geworden und nicht mehr so ausladend schön wie bei Padmé Amidala, der Mutter von Leia und Luke. Für ich der einzige optische Kleidungshöhepunkt ist die rote Rüstung der Prätorianergarde. Die acht persönlichen Wachen des Obersten Anführers Snoke der Ersten Ordnung und bildeten die letzte Verteidigungslinie, die ihn vor sämtlichen Gefahren schützen sollte.
Insgesamt ein schönes Bilderbuch, das mich als Fan etwas versöhnt. Jetzt warten wir also Solo ab und dann den neunten Teil. Disney, ich bin echt nervös.

Filmkritik: Star Wars Die letzten Jedi

15. Dezember 2017

Gleich vorweg: Der achte Teil der Star Wars-Reihe Die letzten Jedi ist ein Gewinn für die Saga um Luke und Leia. Nach Wiederaufnahme der Serie mit dem Erwachen der Macht läuft seit 14. Dezember der neue Teil „Die letzten Jedi“ in den deutschen Kinos.

Ich war heiß auf den neuen Film, die exklusive Pressevorführung hatte ich aus Witterungsgründen verpasst. Aber ich wollte den Film unbedingt sehen und hatte die Chance auf eine Sneak Preview von „Die letzten Jedi“ in der oberfränkischen Provinz. Spontan kam ich auf die irrwitzige Idee ins Kino zu gehen und fragte nach Karten. Uppsala, 31 Plätze waren noch frei in der neuen Filmbühne in Lichtenfels.

So viel freie Plätze? Also Schweinehund überwunden und um 23:45 Uhr ins Kino gegangen. Ein paar Kinobesucher kamen im Star Wars-Look: Kappen, Hoodie, einer kam sogar mit Umhang. Popcorn-Tüte und Becher waren im Star Wars-Logo (musste ich beide haben) und um 23:59 Uhr erschien das Lucas-Logo auf der Leinwand. Die Musik des göttlichen John Williams erklang und in mir stiegen Emotionen hoch.


Der innere Teil einer Trilogie ist immer schwierig. Beim neuen Star Wars standen die Chancen 50:50. Das Imperium schlägt zurück von 1980 war der Hammer, der Angriff der Klonkrieger von 2002 war Schrott. „Die letzten Jedi“ war wieder topp – Gott sei Dank. Der Film machte mir Spaß, nicht die ganzen 152 Minuten, aber er machte Spaß. Regisseur Rian Johnson versteht seinen Job und lieferte ein gutes Stück Unterhaltung für die Fans ab.

Achtung Spoiler – Achtung Spoiler – Achtung Spoiler
Die Story von Erwachen der Jedi wird in dem neuen Film weitergesponnen. Er knüpft an der Story von Luke und Rey an. Ich war zunächst enttäuscht, dass Rian Johnson die Dramatik der ersten Begegnung zwischen Luke und Rey abgeschwächt hatte. Luke wirft das mitgebrachte Lichtschwert einfach weg. Mit Humor ist es so eine Sache, noch dazu bei so einer ernsthaften Sache wie Star Wars und der Macht. Ich hatte Angst vor dem Film, wenn er so lächerlich beginnt.
Rian Johnson schaffte nicht immer den Humorbogen. Schlechten Slapstick gab leider. Muss es wirklich sein, dass Finn nackt aus dem Bett fällt und durchs Raumschiff irrt und vor sich hin tropft? Was soll das? Die alte Hollywood-Regel, einen Cliffhanger mit Humor aufzulösen, wird angewandt auf lächerlichem Marvel-Humor. Das passt bei IronMan (vielleicht), aber nicht bei Star Wars. Wenn Luke die Augenbraue hochzieht und sich bei C3PO verabschiedet, dann ist das Mist. Und der größte Mist ist ein schwarzes Dampfbügeleisen in Raumschiffform zum Glätten von Uniformen.
Dieser Kindergartenhumor hätte sich in Grenzen halten können. Aber es gab auch intelligenten Witz für die wirklichen Fans. Diese Witze waren meist Anspielungen an die alten Zeiten: Star Wars-Fans freuen sich über Aussagen zur Falken-Schrottmühle oder über das ganz schlechte Gefühl des verstorbenen Han Solos.
Im Vorfeld ärgerte ich mich über die angekündigten Kuscheltiere Porgs. Ich befürchtete Jar-Jar-Binks oder Ewoks. Aber die Porgs sind nett – oder ich werde langsam altersmilde. Die Porgs sind für mich eine Kreuzung zwischen Eule und Angry Birds und wenn Chewie einen Porg verspeisen will, hatte ich ein Lächeln im Gesicht. Überall tauchen die Viecher auf, ganz so wie die Tribbles bei Raumschiff Enterprise von 1967 unter Captain Kirk. Vielleicht kaufe ich einen Porg für K1/2.

Zahlreiche Anspielungen auf Filmvorbilder
Überflüssig sind die Szenen im Spielcasino. Wir sind nicht bei James Bond im Casino Royale. Das Ganze erinnerte mich an Spielbergs Indiana Jones Teil 2, die Schlacht im Casino. Dann kam Spielbergs Jurassic Park wieder zum Vorschein, wenn die komischen Pferde bei ihrer Flucht auf die Autodächer bzw. Raumschiffdächer hüpfen. Ach ja, die Pferdchen sind wohl bei J.K. Rolling entsprungen. Nette Anspielungen an große Vorbilder.
Und dennoch versteht Rian Johnson sein Handwerk. Die Duelle mit dem Laserschwert sind japanisches Kino pur. Eine tiefe Verbeugung vor dem großen Akira Kurosawa. Das ist ganz großes Kino der Emotionen. Auch die Schlacht in der Salzwüste mit weiß und rot sind die Farben von Ran. Das sind gewaltige Bilder, das ist Kino pur. Und ich werde den Verdacht nicht los, dass die Bombardierung zu Beginn des Films eine Anspielung auf Kubricks Dr. Seltsam ist.

Personen kommen und gehen
In „Die letzten Jedi“ wird mit Rose nur eine neue Person eingeführt, die im Teil 9 weiter leben darf. Eingeführte Charaktere aus dem siebten Teil müssen dagegen den Löffel abgeben. Der Tod von Oberster Anführer Snoke war gut gemacht, lässt mich aber ratlos zurück. Wer war eigentlich dieser Snoke? Im Vorfeld hatte ich so schon spekuliert, was das für ein Knabe ist. Nun wird er einfach getötet und ich erfahre überhaupt nichts über diesen bösen Charakter. Dabei sind die Bösen doch bei Star Wars immer faszinierender als die Guten. Ähnlich geht es mit der Frau in Alufolie. Captain Phasma stirbt nach einem Duell mit Finn indem die Frau aus Games of Thron ins Feuer stürzt. Wer war eigentlich diese kämpferische Dame? Egal, jetzt ist sie weg.
Neu im achten Teil eingeführte Personen wie die eindrucksvolle Amilyn Holdo dürfen auch nicht überleben, wären aber eine Bereicherung für die Serie gewesen. Etwas wehmütig war ich beim Anblick von Prinzessin Leia. Carrie Fisher ist ja verstorben und so war dies ihre letzte Rolle. Sie soll wohl nicht digital weiterleben in Teil 9. Liebe Carrie Fisher, ich mochte dich und vermisse dich schon jetzt. Ich bin gespannt, wie man ihren Tod im neunten Teil erklären wird.
Mark Hamill hatte nie großartige Rollen in seinem Leben und sein Schauspiel bei Star Wars war auch überschaubar. Jetzt bei „Last Jedi“ wächst er über sich hinaus und liefert ein eindrucksvolles Schauspiel ab. Es macht Spaß ihn bei seiner Qual zu beobachten. Luke trägt diesen Film und verschwindet dann. Yoda ist auch dabei und hat noch immer nicht gelernt einen klaren Satz zu sprechen.
Alte Freude, die jeden Teil der Saga einen Besuch abstatten, gibt es auch. C3PO hat mehr Raum, der freundliche R2D2 darf nur ein wenig mitspielen und die bekannte Projektion abspielen „Obi Wan, ihr seid meine letzte Hoffnung“. „Ein billiger Trick“, wie es auch Luke bemerkt.
Der orange BB-8 darf wieder durchs Bild rollen und wächst über sich hinaus. Erst steuert die Blechkugel einen X-Wing, dann ein großes Raumschiff und dann auch einen AT-ST Walker. Mir hat BB-8 am besten unter einem Mülleimer gefallen, wenn er im Sternenzerstörer gegen die Wände kracht. Da gehört die Kugel hin, in den Müll. Nun hat er einen eigenen Gegner bei der ersten Ordnung. BB-9E ist der böse Robi, aber er kommt nicht richtig zur Geltung. Vielleicht in Teil 9 im Jahre 2019.

Mein Fazit:
Ich werde mir „die letzten Jedi“ noch ein paar Mal im Kino ansehen. Meine Familie freut sich schon auf den Besuch. Es ist trotz meines Gemaules ein schöner Film geworden, der das Star Wars-Fieber am köcheln lässt. Als Mittelteil einer Trilogie ist er prima, jetzt freue ich mich auf das Ende, obwohl es ein Ende ohne Skywalker, ohne Solo, ohne Vader und ohne Leia sein wird. Meine Jugend wurde mit diesem Teil zu Grabe getragen und etwas neues beginnt. Ein Lob gibt es noch aus meinem Munde. Die Musik von John Williams ist grandios. Ich werde über diesen Score noch in Ruhe bloggen.