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Corona-Virus: Tag 43 der Ausgangsbeschränkung – Virtuelle Kirchenchorprobe übt via Videokonferenz

3. Mai 2020

„Es tat so gut, die Chormitglieder wieder einmal zu sehen“, gesteht Susanne Grünfelder, die Leiterin des Maisacher Kirchenchors, ein. Durch die Ausgangsbeschränkung in der Corona-Krise konnte sich der Kirchenchor nicht mehr zum gemeinsamen Singen im Pfarrheim treffen. Jetzt geht der Kirchenchor neue Wege im Internet. Via Zoom gab es die erste virtuelle Chorprobe.
„Ich habe mir Online-Seminare des Bayerischen Sängerbundes angeschaut und beschlossen, das ist auch etwas für unseren Kirchenchor“, erzählt Susanne Grünfelder, die seit 2003 den Chor in Maisach leitet. Natürlich unterscheidet sich eine virtuelle Chorprobe von einer Chorprobe im Pfarrheim. Es können nicht alle gleichzeitig singen. „Ich habe alle auf stumm geschaltet und alle hörten meine Stimme und das Klavier. Dann konnte jeder mitmachen und einsteigen“, so Grünfelder über den ersten Chorabend. Gesungen wurde Signum – Singt mit Liebe das Wunder eurer Freude! von Tielman Susato. „Es ist eine andere Art von Chorprobe, aber wichtig war allen die Gemeinschaft. Es hat mich persönlich enorm motiviert“, so Grünfelder.

Der Maisacher Kirchenchor übt via Zoom.

Der Maisacher Kirchenchor übt via Zoom.

Natürlich konnten nicht alle Mitglieder des Kirchenchors daran teilnehmen, weil nicht alle die technische Ausstattung haben oder im Umgang mit der Technik nicht so versiert sind. „Manche ganz alte Mitglieder haben keinen Computer samt Webcam, aber wer will, den binden wir künftig per Telefon zu Zoom künftig ein.“ Das bedeutet, Susanne Grünfelder und der Chor wollen weitermachen. Nächste Probe ist wohl am Mittwoch.

Der Kirchenchor im Dorf geht digitale Wege.

Der Kirchenchor im Dorf geht digitale Wege.

Der Anfang war von technischen Fragen geprägt. Es dauerte eine Zeit bis alle mit der Videokonferenz-Software Zoom klarkamen, aber schließlich klappten alle Kameras und Mikros.“ Es machte den Teilnehmern einen enormen Spaß und dabei kam auch das menschliche nicht zu kurz. Irgendwann kamen die Kinder von Susanne Grünfelder mal ins Bild und wollten „gute Nacht“ sagen – „wahrscheinlich sind sie so neugierig gewesen, was die Mama da macht“, berichtet Susanne Grünfelder. Gestört hat diese Unterbrechung aber keinen der Teilnehmer. Kinder gehören einfach dazu und natürlich habe man geschaut, was im Hintergrund abläuft, wie die anderen Chormitglieder so wohnen.
Unterschätzen darf man diese Chorproben allerdings nicht. Videokonferenzen kosten Kraft und Aufmerksamkeit. Die Abläufe müssen klar sein, alle müssen sich an Regeln halten. „Wenn alle Mikros an sind und alle durcheinander reden, dann ist schnell Chaos da.“
Aber es sei schon interessant, was durch Corona alles möglich ist. Virtuelle Chorproben hätte es früher nicht gegeben, durch die Krise werden alte Ängste über Bord geworfen und neue Wege beschritten. Die Ausgangsbeschränkungen und Kontaktsperre für Gottesdienste sind ja jetzt durch die Staatsregierung gelockert worden. Dennoch ist der Auftritt des Kirchenchors im Gottesdienst noch untersagt.
„Wir freuen uns auf unser nächstes Treffen in Zoom und irgendwann auch wieder mittwochs im Pfarrheim Maisach von 20 bis 21:30 Uhr“, so Susanne Grünfelder.