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Warum gutes Brot wieder bewusst gekauft wird

16. Juli 2026

Gutes Brot ist mehr als eine Beilage. Es ist Handwerk, Geduld, Erfahrung – und für viele Kundinnen und Kunden längst wieder ein bewusst gewähltes Genussmittel. Darüber sprach Matthias Lange im Podcast der Bäckerei Konditorei Martin Reicherzer mit Bäckermeister Martin Reicherzer in der Backstube in Fürstenfeldbruck.

Für Reicherzer ist klar: Gutes Brot war eigentlich nie wirklich aus der Mode. Verändert habe sich vor allem die Haltung der Verbraucher. „Man merkt ganz einfach, dass Brot bewusster gegessen wird heutzutage“, sagt der Bäckermeister. Viele Menschen kauften heute nicht mehr Brot in Masse, sondern achteten stärker auf Qualität. Brot sei für viele nicht mehr bloß ein Grundnahrungsmittel, „sondern eigentlich ein Genussmittel“. Und wer Genuss wolle, so Reicherzer selbstbewusst, „der kann den kaufen bei uns“. Hier der Podcast.

Der Unterschied zwischen handwerklich gebackenem Brot und industriell hergestellter Ware beginnt für ihn bereits beim Teig. Industriebrot sei natürlich günstiger, räumt Reicherzer ein. Doch der Preis sage nicht alles. In der industriellen Produktion müsse der Teig vor allem „maschinengängig“ sein. Das bedeute: „Da wird der Teig an die Maschine angepasst.“ Im Handwerk sei es genau umgekehrt. Dort gehe es darum, mit dem Teig zu arbeiten, ihn zu verstehen und ihm die Zeit zu geben, die er brauche. Besonders hochwertige, weiche Teige könnten oft nur noch mit der Hand bearbeitet werden. Genau darin liege ein wesentlicher Unterschied.

Stolz ist Martin Reicherzer auf seine gesamte Brotauswahl. „Ich bin eigentlich auf alles Brot, was ich mache, stolz“, sagt er. Besonders hebt er saisonale Brote hervor, etwa leichte Weizenbrote mit langer Teigführung, die im Sommer auch als Grillbrote beliebt seien. Langzeitführung bedeutet, dass der Teig über Nacht im Kühlhaus ruht und reifen kann. „Da arbeiten die Enzyme“, erklärt Reicherzer. Dabei würden unerwünschte Bestandteile abgebaut und der Geschmack intensiviert. „Das Gute wird hervorgehoben“, fasst er zusammen.

Ein besonderer Klassiker der Bäckerei ist das Urkorn-36-Stunden-Brot. Die lange Reifezeit ist dabei nur ein Teil des Prozesses. Reicherzer beschreibt, wie aus Dinkelmehl zunächst ein Kochstück hergestellt wird – „wie ein Pudding machen sozusagen“. Dazu kommen ganze Körner, die mit Honig, Sauerteig, Salz und Wasser quellen dürfen. Über Nacht ruhen sie im ausgeschalteten Ofen. Das erinnere fast an Pumpernickel: Die Stärke werde abgebaut, das Korn entwickle eine leichte Süße, werde dunkel, groß und aromatisch. „Das bringt einfach Geschmack“, sagt Reicherzer. Diese Vorstufen seien zusätzliche Geschmacksgeber für das Brot.

Doch gutes Brot endet für den Bäckermeister nicht beim Backen. Es muss auch erklärt werden. Deshalb spielt die Beratung in den Filialen in Fürstenfeldbruck und Aubing eine wichtige Rolle. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Verkauf müssten wissen, was in den Broten steckt und worin sie sich unterscheiden. „Das macht vielleicht auch noch ein bisschen den Unterschied aus zwischen einem Industriebäcker und einem Fachhandwerker“, sagt Reicherzer. Wer Fragen zu Inhaltsstoffen, Dinkel, Weizen oder Unverträglichkeiten habe, solle eine qualifizierte Antwort bekommen.

Nicht selten wird der Chef selbst gerufen. „Das passiert bei uns häufig“, erzählt Reicherzer. Dann stehen er oder sein Sohn den Kundinnen und Kunden mit Fachwissen zur Seite. Manche Fragen seien so tiefgehend, dass sie nur aus der Backstube heraus beantwortet werden könnten. Den direkten Kontakt zum Kunden sieht Reicherzer nicht als Belastung, sondern als wichtigen Teil seines Berufs. „Mir ist es wichtig, dass ich den direkten Kontakt zum Kunden habe“, sagt er. Das gelte nicht nur für Lob, sondern gerade auch für Kritik: „Wenn es Kritik gibt, ist es für mich das beste Mittel, etwas zu ändern.“ Genau darin liege die Stärke des Handwerks: „Wir können ja was ändern, das kann die Industrie nicht.“

Auch neue Ideen entstehen laufend. Reicherzer experimentiert, beobachtet Entwicklungen und bringt Eindrücke aus Reisen und Urlauben mit in die Backstube. Konkretes verraten möchte er noch nicht, nur so viel: Es gehe derzeit eher in Richtung Dauergebäck. „Lass dich überraschen“, sagt er schmunzelnd. Ideen habe er „noch für 30 Jahre“. Gleichzeitig sei es wichtig, seinem Sohn einen guten Start zu geben und ihm zu zeigen, „wie funktioniert sowas“.

Dass handwerkliches Backen auch bei scheinbar einfachen Produkten einen Unterschied macht, zeigt Reicherzer am Beispiel Toastbrot. Viele Verbraucher hielten Toastbrot für ein austauschbares Industrieprodukt. Der Bäckermeister widerspricht entschieden: „Nein, ist es nicht.“ In der Bäckerei Reicherzer kämen keine Zusatzstoffe, Weichmacher oder Haltbarkeitsstoffe ins Brot. Beim Toastbrot brauche es lediglich eine leichte Anreicherung mit Fett für die feine Porung und etwas Zucker, damit es beim Toasten schön röste. „Das ist der ganze Trick eigentlich bei einem Toastbrot“, erklärt er.

Dass ein handwerkliches Toastbrot nach einigen Tagen schimmeln könne, sei völlig normal. Gerade wenn es in Plastik verpackt werde, dürfe das nach drei bis vier Tagen passieren. Skeptisch blickt Reicherzer dagegen auf Fabriktoast, der nach Wochen noch aussehe wie am ersten Tag. „Dass das nicht normal ist, das ist wohl jedem klar“, sagt er. Ein Brot, das ohne sichtbare Veränderung über lange Zeit haltbar bleibe, werfe Fragen auf.

In der Backstube selbst setzt Reicherzer auf breite Ausbildung und vielseitiges Können. Jeder im Team solle möglichst alles beherrschen – vom Mischen bis zum Ofen. Auch Auszubildende sollen am Ende die Grundlagen aller Stationen können. Das sorge für Abwechslung und helfe zugleich, besondere Talente zu entdecken. Der eine arbeite später vielleicht lieber in der Mischerei, der andere am Ofen. Entscheidend sei, dass alle das Handwerk von Grund auf verstehen.

Am Ende bleibt die Botschaft des Gesprächs einfach und klar: Gutes Brot braucht gute Rohstoffe, Zeit, Wissen, handwerkliche Erfahrung und Menschen, die erklären können, was sie tun. Für Martin Reicherzer ist Brot kein anonymes Massenprodukt, sondern ein Stück gelebtes Bäckerhandwerk – mit Geschmack, Haltung und direktem Kontakt zu den Menschen, die es kaufen.

Matineen im Scala werden fortgesetzt und erweitert

3. Juli 2024

Unsere phantastische Matinee im Scala Kino Fürstenfeldbruck geht weiter und wird um eine Western-Reihe erweitert. Ich habe grünes Licht von Scala Kino in Fürstenfeldbruck bekommen und die Flyer für die beiden Matinee-Reihen liegen aus.

Die phantastische Matinee ist mittlerweile ein fester Bestandteil der Fürstenfeldbrucker Kulturszene und Teil einer besonderen Community geworden. Einmal im Monat an einem Sonntagmorgen bespreche ich einen wegweisenden phantastischen Film und zeige ihn. Die Filme für das zweite Halbjahr 2024 stehen jetzt fest. Beginn der Veranstaltung ist jeweils um 10:45 Uhr.

The Wicker Man
Wir starten am 15. Juli mit The Wicker Man (1973), einem britischen Klassiker mit Christopher Lee und Britt Ekland. Wem Midsommar gefallen hat, der wird The Wicker Man lieben. The Wicker Man kombiniert sehr ungewöhnlich Elemente des Kriminalfilms, des Folk-Horrorfilms und des Musicals. Karten gibt es hier.

Der weiße Hai
Es folgt zur Sommerzeit ein Sommerklassiker mit dem weißen Hai von Steven Spielberg von 1975. Der Film ist eine der wichtigsten Tierhorror-Filme und sollte vor oder nach dem Meerurlaub auf der großen Leinwand am 25. August genossen werden. Karten gibt es hier.

Frankensteins Braut
Einen wahren wegweisenden Klassiker gibt es am 15. September mit Frankensteins Braut von 1935. Frankenstein ist das berühmteste Monster der Filmgeschichte und wenn es klappt, wollen wir auch eine kleine Überraschung präsentieren. Karten gibt es hier.

Die Nacht der reitenden Leichen
Trash pur gibt es am 13. Oktober mit einer umgeschnittenen Perle: Die Nacht der reitenden Leichen. Es war der Versuch des spanischen Kinos mit den blutrüstigen Templern neue Figuren im phantastischen Film zu etablieren. Karten gibt es hier.

Frankensteins Junior
Es darf am 10. November gelacht werden bei Mel Brooks Version des künstlichen Menschen: Frankensteins Junior von 1974. Frankenstein Junior“ ist weniger eine Parodie auf die 1930er Frankenstein-Filme mit Boris Karloff, als eine Hommage in Form einer Komödie. Karten gibt es hier.

Gremlins – kleine Monster
Wir schließen die phantastische Matinee am 15. Dezember mit einem Weihnachtsfilm ab und zeigen Gremlins – kleine Monster von 1984. Die Regeln sind bekannt: den Mogwai nie dem Sonnenlicht aussetzen, den Mogwai nicht nass werden lassen und den Mogwai nicht nach Mitternacht fressen lassen. Kenner wissen, was passiert. Karten gibt es hier.

Start einer Western-Matinee
Immer wieder wurden wir aufgefordert, ein stiefmütterlich behandeltes Genre in einer Matinee wiederzugeben. Und das machen wir jetzt. Pro Quartal führen wir im zweiten Halbjahr eine Western-Matinee durch. Mal sehen, wie es ankommt.

Der schwarze Falke
Der Start ist am 22. September mit einem der besten Western überhaupt: John Fords epochaler Film Der schwarze Falke mit John Wayne in einer außergewöhnlichen Rolle. Der Film gilt als einer der wichtigsten Werke John Fords. Karten gibt es hier.

Leichen pflastern seinen Weg
Und weil es am 17. November langsam auf Winter zugeht, zeigen wir den ersten Schneewestern Leichen pflastern seinen Weg, ein harter Italo-Western mit Klaus Kinski. Der Film ist eine Provokation und sprengt das Klischee des Western. Karten gibt es hier.

Unsere Bewerbung der Reihen läuft an. Website und Social Media sind selbstverständlich, aber auch in der realen Welt gibt es die Informationen: Flyer liegen natürlich im Scala Fürstenfeldbruck aus sowie in der Bäckerei Reicherzer in FFB, in der Eisdiele Alberto in Maisach und in meiner Stammkneipe SixtyFour in Maisach.

Wer auch Flyer haben möchte, möge sich gerne bei mir melden. Helft bitte alle mit, dass die beiden Matinee-Reihen ein Erfolg werden und Kino auch mehr und mehr Community wird. Ich möchte meinen Beitrag dazu leisten.