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Essen in Riga – Restauranttipps

12. Januar 2020

Essen gehen in Riga ist einfach. In der lettischen Hauptstadt gibt es zahlreiche Restaurants und Kneipen, die unterschiedliche Speisen bereit halten. Die lettische Küche wurde geprägt von zahlreichen Einflüssen – angefangen bei den kulinarischen Traditionen der deutschen Kreuzritter bis hin zu kreativen Lösungen aufgrund der Lebensmittelknappheit unter der sowjetischen Herrschaft.
Bei meinem Aufenthalt in Riga war ich oft essen und stelle fest: Brot und Kartoffeln sind absolute Grundnahrungsmittel. Und die Küche ist reich an Kalorien, schließlich bestand das Leben der Letten früher aus schwerer körperlicher Arbeit.

Lettische Frikadellensuppe
Passend dazu kommt das Rezept des Monats von unserem Reiseleiter Maik Habermann aus Lettland: „Die lettische Frikadellensuppe ist eigentlich eine schnelle Suppe. Einfach Kartoffeln und Möhren in kleinen Würfel oder Streifen schneiden und in Wasser oder Fleischbrühe ein paar Minuten kochen. Dann aus der gewürzten Hackfleischmasse (halb Rind, halb Schwein, oder nur Schwein, kleingehackte Zwiebeln, Knoblauch, Ei, eventuell wenig Semmelbrösel), kleine teelöffel-große Bällchen formen und ca. 10-15 min in der Suppe kochen lassen.

Kurz vor dem Servieren noch eine Knoblauchzehe in die Suppe drücken und mit frischen (oder frisch aufgetauten) Gartenkräutern wie Dill oder Petersilie servieren. Der Lette isst jede Suppe mit einem großen Esslöffel saurer Sahne/Schmand im Teller und Brot dazu. Zur Würzung der Hackfleischmasse nehme ich Hackfleischgewürz aus Kräutern mit Salz und Pfeffer (ohne Glutamat oder andere Geschmacksverstärker).

Salve – lettisches Restaurant
Direkt neben demSchwarzhäupter-Haus befindet sich das lettische Restaurant Salve. Es gibt zahlreiche Speisen. Ich wählte bodenständige Kost und der erste Gang war ein baltisches Fisch-Dreierlei wie Lachs, Sprotten und frisch gesalzen Hering.

Weiter ging es mit einer hausgemachten Blutwurst mit gebackenen Apfel und Preiselbeersoße.

Die Nachspeise war eine Creme Brulee mit Rigaer Schwarzem Balsam.

Meine Gattin hatte unter anderem eine Sauerkrautsuppe im Brotmantel. Hier war es wieder das gute lettische Brot.

Ihre Nachspeise war Bubert, ein traditionelles lettisches Dessert mit Vanille-Grieß-Pudding mit Gelee-Beerensauce.

Folk Club Ala – lettische Kneipe
Sehr eindrucksvoll empfand ich den Folk Club Ala in der Altstadt von Riga. Der Club ist im Keller und wer die Tür öffnet, dem schallt hämmernder Hardrock entgegen. Im Keller herrscht zu Mittag eine ruhige Atmosphäre, abends ist der Laden rappelvoll. Hier wird lettische Volksmusik gespielt und es wird getanzt. Das Essen ist reichhaltig und sehr bodenständig.

Und hier ein paar Eindrücke von Essen in Lettland – guten Appetit.

Märklin, mach es gut

6. Februar 2009

Märklin hat Insolvenz angemeldet und das ist schade. Aber wahrscheinlich ist die große Zeit der Modelleisenbahnen einfach vorbei. Mich hat dieser Virus nicht infiziert, obwohl ich eine Märklin als Kind hatte. Ich glaube, es war in Wahrheit mein Vater, der mit diesem Geschenk an mich seinen Kindheitstraum verwirklichen wollte.

Schließlich wollte mein Vater einmal Lokomotivführer werden, wie viele in seiner Generation. Ich wollte übrigens einmal Astronaut werden (zur Info: Hat nicht geklappt). Seinen kleineren Bruder hat mein Vater mit Signalkelle und Trillerpfeife traktiert. Der Bruder musste auf allen vieren im Kreis robben, während mein Vater die Kommandos gab. „Zug stoppen, Zug abfahren“ Um das Kommando zu unterstützen, gab es mit der Kelle noch einen Klaps auf den Po des Bruders. Aus dem Beruf des Lokführers ist bei meinem Vater übrigens nichts geworden, aber ich bekam zu Weihnachten in den späten siebziger Jahren eine Modelleisenbahn der Marke Märklin.

Die zusammengesteckten Schienen waren ein simples Oval. Der Zug war eine Dampflok, dann gab es einen Kipper, einen weißen Kühlwagen und einen flachen Wagon zum Holztransport. Ich spielte natürlich, aber total begeistert war ich nicht. Ich erinnere mich, dass ich Vogelfutter auf den flachen Wagon streute und mein Wellensittich Hansi auf den Wagen sprang und die Vitakraft-Körner pickte. Wenn ich langsam fuhr, drehte der Sittich seine Kreise in meinem Kinderzimmer.

Ein Freund von mir hatte eine Fleischmann-Anlage. So eine richtig große Platte, die hinter seiner Tür im Kinderzimmer hin. Stundenlang baute er Häuser, legte Schienen und ließ die Züge im Kreis fahren. Ich fand das öde, nahm aber den sportlichen Wettkampf auf: Was ist besser? Märklin oder Fleischmann?

Mein Sohn dagegen ist ein Eisenbahnfan. Er kommt eher nach seinem Großvater. Daher hat er von Playmobil die Eisenbahn. Sohnemann kannte als ganz kleiner Bub die Unterschiede zwischen den drei ICE-Generationen. Und auch die Leberwurst heißt seit frühen Tagen ICE-Wurst. Grund: Wir hatten kleine Leberwursttuben, aus denen man die Wurst herausdrücken konnte, so dass sie als eine Art Wurm oder Schlange aufs Brot kam. Für meinen Sohn war das ein ICE, den er sogleich aufaß und damit war der Name der Leberwurst künftig familienintern ICE-Wurst. Kinder eben. Beim Einkaufen muss ich mich immer an den Namen „Leberwurst“ erinnern und darf nicht herausplatzen „Ein Stück ICE-Wurst.“