Posts Tagged ‘Thomas Schmelzer’

Was Super 8 mit YouTube zu tun hat

25. Oktober 2018

Was wurde ich seltsam angesehen, als ich einstmals sagte, ich sei ein Amateurfilmer. Es war irgendwie, als wenn ich gesagt hätte: Ich drehe Pornofilme. Aber es war mir egal, ich mochte diese Art von Film.
Ich begann mit Super 8-Filmen, lange vor Video. 8 mm-Filme waren meine Welt als ich zum ersten Mal bei einem Schulkameraden die Welt des Schmalfilms entdeckt hatte: Knatternder Projektor, Filmspulen, Filmeinfädeln, Schnitttisch, drei Minuten Super 8-Film kosteten 30 Mark – viel Geld für mich als Schüler.
Diese Welt kam vor meinen geistigen Auge wieder hoch als ich das Filmmuseum Potsdam betrat. Eigentlich wollte ich ja nur ein paar Aushangbilder des Nibelungen-Films von Fritz Lang betrachten, die es ins Filmmuseum Potsdam geschafft haben. Aber dann entdeckte ich im Foyer die Ausstellung Amateurfilm gestern und heute – Home Movie Come Back, die noch bis 4. November 2018 läuft.


Super 8-Film bedeutete großes Kino für zu Hause. Ich musste nicht ins Kino gehen, sondern konnte zu Hause Filme schauen und war nicht vom Programm des Öffentlich-rechtlichen Fernsehen abhängig. Und ich konnte selbst Filme drehen, mein eigenes Programm machen. Ich war Sender. Ich war quasi ein YouTuber der Analogzeit.
Meine erste Kamera war eine Braun Nizo und ich war irre stolz. Meine Eltern hatte sie mir zum Geburtstag geschenkt. Das Schnittpult und der Filmbetrachter kamen zum Weihnachten. Der Projektor stammte aus Familienbesitz von einem Onkel. Später, viel später nannte ich eine Beaulieu mein eigen.

Zusammen mit meinen Kumpel Thomas Schmelzer, heute ein erfolgreicher Moderator und IPTV-Macher, traten wir in den Münchner Film- und Videoclub ein. Dort hatten wir in Eberhard Fiedeler einen Mentor gefunden, der uns Schülern die Welt von S8, 16 mm und später Video erklärte. Urlaubs- oder Familienfilme waren uns ein Graus, auch Dokumentationen von Ausflügen war nicht unser Ding. Wir wollten große Kunst machen, scheiterten freilich aber an unseren eigenen Ansprüchen. Aber die Beschäftigung mit Super 8 und Film sorgte dafür, dass ich meinen ersten bezahlten Artikel in einer professionellen Zeitschrift veröffentlichen konnte – in dem Magazin Schmalfilm. Ich blieb ein Amateurfilmer, aber wurde dadurch zum professionellen Schreiberling. Ich interessierte mich für Montagetechniken, liebte Hitchcock, Spielberg, Tarkowski und vor allem entdeckte ich Stanley Kubrick.

Als ich in Potsdam durch die Amateurfilm-Ausstellung schlenderte und mir die großen und kleinen Ausstellungsstücke ansah, dachte ich mir, dass ich eigentlich ein Amateurfilmer geblieben bin. Auf Film drehe ich schon lange nicht mehr – 16 mm hat mich damals als Schüler fast ruiniert. Einen Projektor habe ich noch im Keller, ein paar Filmspulen auch. Die Kameras sind längst bei eBay vertickert. VHS-Video ist auch passe – es gibt einen erhaltenen Film „One Way – kein Weg zurück“ auf VHS-Videocassette, den wir als Schüler über ein halbes Jahr gedreht haben. Ich muss das Ding endlich digitalisieren und meinen Filmkollegen Thomas Schmelzer und Alecsander Faroga (heute ein erfolgreicher Herstellungsleiter) zur Verfügung stellen.
Heute habe ich meine Videokamera immer dabei: Das Smartphone – im Moment das iPhone Xs Max. Ich mache viele, viele Videos damit. Ich habe einen YouTube-Kanal und veröffentliche hier meine Videos. Hier geht es zu meinem YouTube-Kanal von redaktion42.

Ich habe noch große JVC- und Canon-Videokameras, aber die nehme ich in der Regel nur noch für Kundenaufträge. Die Qualität des iPhones ist genial. Das Filmen und Aufbereiten des Materials habe ich in einem extra Blogpost beschrieben, auf den ich gerne verweise. Mir geht es darum, welche Entwicklung des Thema Bewegtbild gemacht hat. Von Super 8 über 16 mm zu Video bis hin zu Smartphone. Das Sendestudio in der Hosentasche – Wahnsinn. Und auch Wahnsinn, welche Verantwortung ich als Filmer habe, wen darf ich filmen, wen nicht.

32 Jahre Challenger-Katastrophe und was Jean-Michel Jarre damit zu tun hatte

28. Januar 2018
Die Explosion der Challenger vor 25 Jahren schockierte mich.

Die Explosion der Challenger vor 25 Jahren schockierte mich.

Als jugendlicher Raumfahrtfan traf es mich damals wie ein Schock. Heute vor 32 Jahren zerbrach das Space Shuttle Challenger beim Start. Alle sieben Astronauten starben. Daher höre ich den ganzen Tag in Gedenken an dieses Unglück die Jean-Michel Jarre Aufnahme Rendez-vous und es hat einen besonderen Grund.
Die Flüge ins Weltall mit dem Space Shuttle waren zur Routine geworden. Wir hatten uns daran gewöhnt. Ich saß am 28. Januar 1986 bei meinem Kumpel Thomas Schmelzer und wir diskutierten wohl über Film, vielleicht sogar über Moonraker. Da kam plötzlich sein Vaters ins Wohnzimmer und berichtete uns, dass die Challenger beim Start explodiert sei. Thomas und ich waren beide Raumfahrt-Enthusiasten und von der Nachricht geschockt. CNN oder Breaking News im Fernsehen gab es für uns damals 1986 noch nicht, geschweige denn das Internet, daher warteten wir auf eine Nachrichtensendung im deutschen Fernsehen. Es zeigte die schrecklichen Bilder. 73 Sekunden nach dem Start explodierte das Shuttle und damit auch unser Traum von Flügen ins All.

Das Medieninteresse galt den Absturzursachen und den Astronauten, besonders der Lehrerin Christa McAuliffe. Sie war an Bord der Raumfähre und sollte zwei Unterrichtsstunden aus dem Weltall für US-Schüler halten. Es hätte eine ungeheure PR-Wirkung gehabt. Daher wurde der Start der Raumfähre in vielen US-Schulen gezeigt und auch der überraschende Tod, der live übertragen wurde.
Mein Kumpel Thomas und ich sprachen dagegen über den Tod des Astronauten Ronald McNair. Der Astronaut spielte Saxophon und er sollte aus dem All bei einem Konzert des französischen Musikers Jean-Michel Jarre musizieren. Jarre ist einer der großen Elektronikpioniere in der Musikszene. Seine Alben faszinierten mich als Jugendlicher und sie tun es noch heute.
Mit dem Tod von Ronald McNair zerplatze auch die Idee eines Stücks aus dem All. Jarre wollte das geplante Konzert zum 150jährigen Jubiläums der Stadt Houston und des 25jährigen Jubiläums des Lyndon B. Johnson Space Centers der NASA absagen, wurde aber von den Astronauten der NASA überzeugt.
Zudem wurde von Jean-Michel Jarre das Album Rendez-Vous veröffentlicht. Die Musik stammt aus unterschiedlichen Phasen von Jarre und zählt eigentlich eher zu seinen schwächeren Alben. Wäre da nicht das letzte Stück Ron‘s Peace. Das ist das Stück, das Ronald McNair aus dem Weltraum spielten sollte. Heute höre ich das über sechsminütige Stück wieder und immer wieder. Ich denke dabei an die Challenger-Katastrophe vor 25 Jahren, die jahrelang die Raumfahrt lähmte.
Erst Chris Hatfield mit Major Tom löste bei mir den Knoten und weckte mein Interesse für Raumfahrt wieder. Und es passiert ja wirklich viel durch SpaceX und Co.

Das Album Rendez-vous von Jean-Michel Jarre hat eine große Bedeutung für mich.

Das Album Rendez-vous von Jean-Michel Jarre hat eine große Bedeutung für mich.

Buchtipp: Freddie Mercury von Lesley-Ann Jones

7. November 2016

Ich geb es gleich am Anfang zu: Ich bin kein besonderer Queen-Fan. Ich mochte die alten Queen-Scheiben, kann aber mit den neueren Alben nichts anfangen. Die Musik war nett, viele Ohrwürmer, aber so richtig überzeugte mich Queen eigentlich nicht. Und dennoch wollte ich die Biografie über den Queen-Sänger Freddie Mercury lesen, weil mich das Phänomen Queen und damit auch Freddie Mercury reizt.
Die Musik von Queen begleitet mich mein gesamtes musikalisches Leben und wer Queen nicht kennt, der hat noch nie Musik gehört. Keine Party in meiner Jugend ohne „We will rock you“, keine Siegerehrung bei meinen Friseuren im Landesinnungsverband ohne „We are the champions“, keine Fahrradtour, ohne dass einer „Bicycle Race“ (freilich ohne nackte Frauen) anstimmte und ich geb es zu, unter der Dusche stimme ich „Flash“ gerne an. Auch brauchen wir nicht diskutieren, ob Bohemian Rhapsody ein Klassiker ist oder nicht – er ist es ohne Zweifel und ein großartiger noch dazu.
Ich glaube, ich nahm Abstand zu Queen nach den Veröffentlichungen zu Works. Bis dahin war ich kein großer Queen-Fan, aber die Musik störte mich nicht. Mit The Works wurde die Musik zu Pop und Queen öffnete sich dem Kommerz. Radio Ga Ga mochte ich nicht, die Hommage an Metropolit fand ich schauderhaft. Die nachfolgenden Alben A Kind of Magic, The Miracle, Innuendo und Made in Heaven fand ich grausam.

Eine lesenswerte Biografie über Freddie Mercury von Lesley-Ann Jones aus dem Piper Verlag

Eine lesenswerte Biografie über Freddie Mercury von Lesley-Ann Jones aus dem Piper Verlag

Ich erinnere mich gerne zurück, als ich mit meinem Kollegen Thomas Schmelzer, heute erfolgreicher Buchautor und Moderator, im Wohnzimmer seiner Eltern das Live Aid-Konzert ansahen. Es waren tolle Leute auf der Bühne, viele Leute nach meinem Geschmack, aber Queen rockte das Stadion und prägte sich mir ein. Ich hoffe auf geniale Auftritte von The Who und Led Zeppelin, aber Queen rockte die Hütte. Wir waren sprachlos auf dem Fernseher und muss sagen, der Freddie versteht sein Handwerk.


Und genau mit Live Aid setzt das Buch Freddie Mercury: Die Biografie von Lesley-Ann Jones, einer britischen Rockjournalistin, ein. Ihr Buch Freddie Mercury wurde mir vom Piper Verlag kostenlos zu Rezensionszwecken überlassen. Lesley-Ann Jones berichtet von der Faszination von Live Aid und von der Faszination zur Person Freddie Mercury. Das Buch ist gut geschrieben, aber leider fehlt mir die kritische Distanz der Autorin zu Freddie Mercury. Die Biografie liest sich wunderbar schnell, ist aber zum Teil eine reine Heldenverehrung. Wer aber Bestätigung braucht, welch toller Sänger der Herr Mercury war, der bekommt bei der Lektüre des Buches Balsam auf die Seele. Es stimmt schon, Freddie Mercury hatte absolutes Talent, aber eine Biografie muss auch eine Einordnung und Bewertung für mich sein. Das ist das vorliegende Buch eher nicht.
Vielleicht braucht es dies auch nicht. Rechtzeitig zum 25. Todestag am 24. November 2016 ist dieses Buch erschienen und gibt einen Einblick in die gigantige Rock’n Roll-Party des charismatischen Freddie Mercury. Freddie hat in seinem Lebens nichts ausgelassen. In diesem Buch ergänzt Lesley-Ann Jones die Legenden und Mythen um Mercurys Person kenntnisreich und liefert ein sehr persönliches und intimes Portrait des Mannes, der einst erklärte: „I won’t be a rockstar. I will be a legend.“ Zwischen Genie und Wahnsinn liegen nur wenige Momente. Über die Arbeit mit Queen wird eher in Statistiken und Plattenverkäufen berichtet. Über den Prozess der Studioarbeit und des Schreiben von Songs geht die Autorin weniger ein. Es wird der Fokus auf Konzerte und Live-Acts gelegt. Queen waren zwar eine einzigartige Live-Band, aber sie schufen auch im Studio großes. Ich hätte mehr über Bohemian Rhapsody gelesen, die Bedeutung und den Hintergrund, den dieser Song einnimmt.
Einen Teil der Biografie nimmt die sexuelle Orientierung von Mercury ein. Freddie Mercury war schwul, hatte zahlreiche Liebhaber und starb an der HIV-Krankheit AIDS. Die Fans erfuhren erst sehr spät von der Erkrankung. Trotz Showman blieb die Erkrankung Privatsache. Spät informierte Mercury seine Band-Kollegen und sein Umfeld. Und hier muss ich die Autorin Lesley-Ann Jones zum großen Teil loben. Während sie über das Musikgeschäft fasziniert und aus der Sicht eines Fans sehr seicht schreibt, geht sie beim Privatleben von Mercury einen Schritt weiter und hat gut in Großbritannien recherchiert. Freunde und Kollegen, männliche und weibliche Liebhaber kommen zu Wort. Schließlich war Lesley-Ann Jones in den Achtzigerjahren Rock-Korrespondentin bei der britischen Tageszeitung Daily Mail. Das britische Umfeld des Stars kommt zu Wort.
Leider kommen mir dagegen die Münchner Geschichten zu kurz. Über sein Verhältnis mit Barbara Valentin, einstmals Ehefrau von Helmut Dietl, wird zwar berichtet, doch gibt es in München in der Schwulenszene so viele Geschichten von Freddie Mercury, die hätten erzählt werden können. München war damals ein Mekka der europäischen Szene und Freddie Mercuy war mitten im Auge des Hurrikans. Hier hätte die Klatsch-Reporterin zeigen können, was sie kann. Münchner Boulevardzeitungen wie die Abendzeitung haben eine tolles Archiv. Vielleicht lag es am mangelnden Deutsch der Autorin, dass solche Quellen nicht berücksichtigt wurden. Das ist schade und hier wurde eine Chance vertan, entscheidende Jahre von Mercury im Buch Freddie Mercury: Die Biografie aufzuarbeiten.
Nun, 25 Jahren ist es nun her, seitdem Freddy Mercury verstorben ist. Heute wäre Freddie Mercury 70. Jahre alt. Queen ist nicht mehr Queen und gerne höre ich die Aufnahmen vor Works zum Jubiläum an. Und die Show wird weitergehen.

Buchtipp: Die Stille in mir von Thomas Schmelzer

23. Juni 2016
Die Stille in mir - geschrieben von meinem Kumpel Thomas Schmelzer.

Die Stille in mir – geschrieben von meinem Kumpel Thomas Schmelzer.

Bei dieser Buchkritik bin ich eindeutig befangen. Der Autor des Buches Die Stille in mir heißt Thomas Schmelzer. Und ich kenne Thomas Schmelzer nahezu mein Leben lang. Wir haben im Sandkasten zusammen gespielt, wuchsen als Teenager und Jugendliche zusammen auf und waren eng befreundet. Thomas war, neben ein paar anderen Freunden aus meiner Jugend, eine wirkliche Inspiration für mich. Wir liebten Musik, Fotografie und wir liebten Film und drehten einiges zusammen. Dann, Anfang 20 wurde Thomas krank. Nicht Schnupfen oder Grippe, sondern ernsthaft krank. Bei ihm wurde Krebs entdeckt.
Für ihn, für seine Familie und natürlich für uns seine Freunde ein Schock. Als Jugendliche wussten wir nicht damit umzugehen. Krebs war für uns nicht vorstellbar, nicht greifbar. Als Jugendliche fragten wir immer wieder bei seinen Eltern nach, wie es Thomas geht. Aber die Eltern waren vor Schmerz wie erstarrt. Die Antworten waren ausweichend, was uns noch mehr verstörte.
Dann die Nachricht: Thomas hat den Krebs überwunden. Er hat gekämpft und dieses Arschloch Krebs besiegt. Er hat ihn aber nicht mit der klassischen Schulmedizin wie Chemotherapie besiegt, sondern wandte alternative Heilmethoden an.
Für Thomas war dies ein Schlüsselerlebnis und er änderte mittelfristig sein Leben. Ich riet ihm, seine Erlebnisse im Krankenhaus aufzuschreiben, was er schon vor meinem Rat gemacht hat. Wir tickten eben gleich. Unsere Freundschaft blieb bestehen und wir lebten weiter. Im Laufe der Zeit wurde die Freundschaft schwächer, weil jeder seines Weges ging. Aber der Kontakt blieb über die Jahre erhalten. Ich wurde Journalist, er arbeitete als Schauspieler. Immer wieder kreuzten sich unsere Wege. Er drehte einen sehr interessanten Film in Japan und ich besprach ihn. Er hatte mehrere TV-Rollen und ich schrieb darüber.
Dann ging er neue spirituelle Wege, die ich nicht mitging. Das war nicht meine Welt. Dennoch standen wir uns mit Rat und Tat zur Seite. Viel beschäftigte er sich mit Meditation und spirituellen Dingen, er probierte vieles aus. Das ist mir persönlich zu viel, zu abgedreht und es ist nicht meine Sichtweise, aber Thomas ging es gut dabei. Als er Mystica TV mitgründete und Mitarbeiter einer Esoterik-Zeitschrift wurde, beriet ich ihn mit meinem Verlags- und Medien
-Know-how. Und das Wissen schien nicht schlecht zu sein, denn Thomas machte seinen Weg, vielleicht auch ein bisschen durch meine Unterstützung.


Ich meldete mich für seinen Newsletter an, folgte ihn aus alter Freundschaft bei Facebook und dann und wann schaute ich mir seine Sendungen bei Mystica TV an. Er hat interessante Gesprächspartner, die alle nicht aus meiner Welt stammen. Aber Thomas hat sein Publikum, seine Fans und ich finde, es macht seine Sache hervorragend. Als Interviewpartner ist er mehr als nur Stichwortgeber, sondern er kann über die Themen diskutieren, weil er sich damit auskennt. Der macht guten Journalismus, denn er hat vorher recherchiert. Die Themen sind nicht meine Themen, aber das Handwerk ist klassischer Journalismus. Er ist gut gebuchter Sprecher, spricht auf Kongresse und Festivals und hat seinen Weg gemacht. Und so kam jetzt auch sein erstes Buch samt Hörbuch auf den Markt.
Thomas fragte ich, ob ich das Buch in meinem Blog besprechen wollte. Er weiß, dass ich mit der Thematik nicht vertraut bin und eher skeptisch reagiere. Ich sagte zu, habe das Buch gelesen und muss dankbar zugeben, dass sich Thomas nicht auf einer Mission befindet. Er dokumentiert, interpretiert und diskutiert verschiedene Thesen. Er berichtet viel aus seinem Leben und bei so manchen (auch ernsten) Kapitel musste ich grinsen, denn ich habe die eine und andere Sache auch erlebt und wir hatten damals darüber gesprochen. Vielleicht habe ich heute eine verklärte Sichtweise auf das eine oder andere Thema.
Das Buch Die Stille in mir ist im Grunde einfach aufgebaut. Thomas erzählt aus seinem Leben, reflektiert die Erlebnisse und stellt dann dem Leser Aufgaben. Er nahm mich als Leser mit zu unbekannten Welten und konfrontierte mich mit Ideen. Auch wenn ich aus meiner Sicht so dann und wann den Kopf schüttele, gestehe ich zu: Dieses Buch ist professionell geschrieben, zeitweise mit viel Herzblut. Ich bin dankbar, dass ich auf so manche intellektuelle und spirituelle Reise mitgenommen wurde, aber ich bin auch dankbar, dass ich wieder zu Hause bin. Seine Welt ist nicht die meinige, aber ich habe großen Respekt vor seiner Leistung und seinem Engagement.
Mir gehen die ganzen Esoteriker, Wendezeitjünger, Engelssuchenden, Ganzheitgewandelten, Druiden, Schamanen, Kräuterhexen, Erleuchtete und Seelenwandler gehörig auf den Geist. Immer wieder versuchen mich solch Beseelte im RL und via sozialen Netzwerke zu bekehren. Lasst das bitte – ich mag es nicht. Ich halte es wie der Alte Fritz: „Jeder soll nach seiner Façon selig werden“ – aber mir nicht auf den Geist gehen.
Thomas Schmelzer macht diesen Fehler nicht. Er beschreibt sich und seinen Lebensweg, seine Erfahrungen und seine Ideen und er bittet uns nachzudenken. Als Leser habe ich die Wahl ihm zu folgen und mich darauf einzulassen. Thomas ist kein Mensch von starren Dogmen und das ist gut so. Jeder Mensch ist anders und Thomas ist in dieser Hinsicht komplett anders als ich. Und dennoch ist Thomas Schmelzer mein Freund und darauf bin ich stolz.
Also klare Leseempfehlung, wenn ihr euch für die Thematik interessiert.