Archive for the ‘Aufgelesen’ Category

Gastro-Kritik: Snacks in der Deutschen Bahn

31. Januar 2019
Ich probierte die neuen Snacks der Deutschen Bahn aus.

Ich probierte die neuen Snacks der Deutschen Bahn aus.

Über den Wegfall der Vollkornschnitten in den ICE-Bistros der Deutschen Bahn habe ich mich ja schon ausgelassen und meine Unzufriedenheit formuliert. Als Ersatz hat die Deutsche Bahn unter anderem zwei neue Snacks in ihre Speisekarte aufgenommen: Die Mediterrane Salami Stulle und Sandwich Hähnchen Sweet-Chili – das Motto lautet „Genuss auf ganzer Strecke“.
Ich habe jetzt beide Snacks ausprobiert. Als Bahnfahrer schaffe ich es oft nicht an Bahnhöfen mich mit Essen und Trinken auszustatten und greife daher auf den Service der Deutschen Bahn zurück. So auch dieses Mal. Bei einer Reise von München nach Berlin probierte ich beide Snacks aus: Mein persönliches Fazit: Das Hähnchen ist ganz okay, die Salami-Stulle schmeckt mir nicht.

Mediterrane Salami Stulle
Die Snacks kommen in Plastik verpackt daher. Es sind je vier Scheiben Brot. Zwischen zwei Scheiben ist der Belag.
Beim der Mediterranen Salami Stulle mit dem Gewicht von 200 Gramm ist mir persönlich zu viel Mediterran auf dem Brot. Die Salami ist zwar vorhanden, aber der Geschmack geht komplett unter. Ich schmecke von der Salami kaum etwas, dafür vom restlichen Belag wie Grillgemüse wie Zucchini und Zwiebel, Eigelb, Senfmehl. Das hat mich enttäuscht und es wird für mich der letzte Kauf der Salami-Variante sein.

Sandwich Hähnchen Sweet-Chili
Besser ist da schon das Sandwich Hähnchen Sweet-Chili mit dem Gewicht von 180 Gramm. Das helle Weizenbrot schmeckte mir einfach besser und der Geschmack von gebratenen Hähnchenbruststreifen mit der Würzsoße Chili kam beim Verzehr durch. Es ist alles keine Sterneküche, aber für einen kleinen Hunger im Zug durchaus ok. Eben eine nette Art von Essen auf Rädern.

Probiert mal den Service der Deutschen Bahn aus. Wie gesagt, ich vermisse die Vollkornschnitte, aber mit dem Hähnchen Teil kann ich leben. Zurück bleibt Plastikmüll und Pappe – früher wanderte nur die Plastikverpackung in den Wertstoffkreislauf.

Zurück bleibt Plastik und Pappe.

Zurück bleibt Plastik und Pappe.

 

Godzilla als Spardose – Vorbereitung für Godzilla: King of the Monsters

25. Januar 2019

Einer der wichtigsten Filme für mich ist dieses Jahr neben Star Wars 9 und Battle Angel Alita die Fortsetzung von Godzilla, der Ende Mai in den USA starten wird. Godzilla: King of the Monsters heißt der Streifen und es spielen neben Godzilla auch dessen Erzfeind King Ghidorah sowie Mothra und Rodan mit.

Als Vorbereitung für diese Klopperei auf der großen Kinoleinwand hat mir K2 ein besonderes Geschenk gemacht. Es handelt sich um eine Spardose, Sparbüchse mit Godzilla. Godzilla als Sparschwein? 

Noch ist alles ruhig ...

Noch ist alles ruhig …

Die rechteckige Büchse zeigt eine Wasserszene. Ein aufgewühltes Meer, ein Schiff und eine Art Gebirge oder Insel. Wird nun eine Geldmünze auf das Wasser gelegt und ein wenig angedrückt, kommt Godzilla zum Vorschein. Das Meer teilt sich und der Deckel hebt sich an. Godzilla schaut mit bösen Augen hervor und eine Pranke des Monsters zieht die Münze zu sich in die Tiefe. Dazu gibt es unterschiedliche Sounds, wie das Brüllen von Godzilla oder sogar Auszüge aus dem Score von Akira Ifukube von 1954.

... aber dann schlägt Godzilla zu.

… aber dann schlägt Godzilla zu.

Wir Godzilla-Fans wissen ja: Das charakteristische Brüllen Godzillas entstand nach unbefriedigenden Tonexperimenten mit verschiedenen Tierstimmen. Akira Ifukube schlug schließlich vor, für die Stimme ein Musikinstrument zu verwenden. Das Brüllen wurde mit einem Kontrabass erzeugt, über dessen Saiten ein mit Kiefernharz bestrichener Lederhandschuh der Länge nach gestrichen wurde.

Mir macht die Sache einen riesigen Spaß und ich hab ein Video davon gemacht. Die Spardose verkürzt die Wartezeit auf Godzilla. 

Tag der Handschrift – wie schreibt ihr?

23. Januar 2019

Heute ist der Tag der Handschrift. Zu was es nicht alles einen Gedenktag gibt! Wenn ich ehrlich bin, dann habe ich eine Sauklaue als Handschrift. Ich kann meine Schrift lesen, aber meine Umwelt tun sich schwer. Wenn ich mich wirklich bemühe, dann ist meine Handschrift lesbar, aber nicht zu vergleichen mit der Handschrift von K2. Das Kind übt sich in Kalligrafie und ich bin beeindruckt, wie sich das Kind grafisch ausdrücken kann. Da ist ein Gefühl von Typografie vorhanden. 

Bei einem Seminar habe ich eine Schülerin getroffen, die Bullet-Journale anfertigt. Wunderschöne Handschrift.

Und dennoch: Ich liebe es mit dem Bleistift oder mit dem Füller zu schreiben, auch wenn es kaum einer lesen kann. Vor allem weiche Bleistifte haben es mir angetan. Damit mache ich meine Notizen oder Mindmaps. Zudem habe ich eine Reihe von Füllern in Gebrauch. Je nach Anwendung wähle ich aus einer Füllersammlung aus. Mein Lieblingsfüller ist ein Montblanc aus der Poe-Serie, der nur zum Unterschreiben verwendet wird. Einmal habe ich K2 erwischt als K2 mit dem Montblanc malen wollte. Das Kind hat den Füller vom Schreibtisch stibitz und wollte gerade ansetzen, als ich in den Raum betrat und den Spuk ein Ende setzte. Irgendwann werde ich noch einen Alfred Hitchcock-Füller aus der Montblanc-Reihe kaufen. Der gefällt mir wirklich gut. In London habe ich mir die Beatles-Variante von Montblanc näher angesehen – ein schönes Stück. 

 

Eine Augenweide - der Beatles Füller von Montblanc.

Eine Augenweide – der Beatles Füller von Montblanc.

Immer wieder erwerbe ich neue Füller. Vor kurzem bei uns am Dorf bei der Aktion Weihnachtszauber. Dort erwarb ich einen handgedrechselten Holzfüller bei Alois Steidele. 

Mach mal den John Hancock

Kommen wir zurück zum heutigen Tag der Handschrift. Er geht zurück auf den Geburtstags von John Hancock. Hancock war der dritte US-Präsident und unterzeichnete die Unabhängigkeitsurkunde mit schwungvoller Unterschrift. Sie misst ganze 13 Zentimeter und ist damit in den USA das Synonym für Unterschrift. US-Freunde sagen zu mir, wenn ich unterschreiben soll: „Please, put your John Hancock here!“

Digitalisierte Handschrift

Ich stelle aber auch fest, dass die Digitalisierung bei mir einzieht. Postkarten schreibe ich nicht mehr, Briefe entstehen am Mac und werden nach dem Ausdruck handschriftlich unterschrieben. Der letzte handschriftliche Brief war wohl ein Liebesbrief an meine Frau. 

Heute nutze ich stark den Rechner und mobile Endgeräte wie Tablet und iPhone. Dort diktiere ich viel. Die Spracherkennung wird immer besser. Und ich greife beim iPad Pro immer wieder zum digitalen Stift, Apple Pencil genannt. Im Moment bin ich bei der zweiten Generation des Apple Pencils angelangt. Da ist ein deutlicher Sprung nach vorne festzustellen. Meine wichtigste App ist Notability, die ich für Handschriften empfehlen kann. 

Westminster Abbey: Märtyrer des 20. Jahrhunderts

21. Januar 2019
Die Westminster Abbey in London.

Die Westminster Abbey in London.

Kennt ihr die Märtyrer des 20. Jahrhunderts? Bei meinem jüngsten Besuch in London bin ich auf sie gestoßen. Eigentlich wollte ich das Grab von Stephen Hawking in der Westminster Abbey in London besuchen, wo die Urne des großen Physikers im Juni 2018 neben Isaac Newton und Charles Darwin zur letzten Ruhe gebettet wurde. Der Andrang war mir aber zu groß und der Eintrittspreis zu hoch. So schaute ich mir das imposante Gotteshaus von außen in Ruhe an. 

An einem Ausgang entdeckte ich dabei die Märtyrer des 20. Jahrhunderts und versuchte sie zu erkennen. Ein paar kannte ich, viele sind mir unbekannt. Über dem Ausgangsportal stehen zehn Figuren in Stein gehauen. Links und rechts neben der gotischen Tür stehen symbolisch Wahrheit (truth), Gerechtigkeit (Justice) sowie Gnade (Mercy) und Frieden (Peace).

Hier die Märtyrer des 20. Jahrhunderts, - aus Bild klicken, damit es größer wird.

Hier die Märtyrer des 20. Jahrhunderts, – aus Bild klicken, damit es größer wird.

Die Figuren von links nach rechts sind: Maximilian Kolbe, Manche Masemola, Janani Luwum, Elisabeth von Russland, Martin Luther King, Oscar Romero, Dietrich Boenhoeffer, Ester John, Lucian Tapiedi und Wang Zhiming. Ich gestehe, ich musste bei einigen in Wikipedia nachsehen. Kanntet ihr alle? 

Hier das Portal als 360 Grad Video.

 

Heute ist Popcorn Tag

19. Januar 2019
Popcorn und Kino gehören für mich zusammen.

Popcorn und Kino gehören für mich zusammen.

Süß oder salzig? Das ist hier die Frage. Obs edler im Gemüt, die Pfeil und Schleudern des wütenden Geschicks erdulden oder, sich waffnend gegen eine See von Plagen, durch Widerstand sie enden? 

Ok, es war ein doofer Einstieg. Den großen Willi Shakespeare mit banalen Popcorn zu vermischen. Aber sei es drum. Heute am 19. Januar ist Popcorn Tag in den Vereinigten Staaten. Zeit, ein wenig inne zu halten und dem Popcorn zu gedenken.

Popcorn assoziiere ich eindeutig mit Kino. Und ich mag die süße Variante des Puff- oder Knallmaises, wie Popcorn früher mal in unserer Familie hieß. Als Kind war ich fasziniert, als meine Mutter Mais in einen Topf mit Öl gab und das Ganze erhitze. Erst passiert nichts, dann ploppte es hier und da – und dann ging das ganze Geballere los, wenn der Mais sich in Popcorn verwandelte. Als ich den Topfdeckel abnahm, um neugierig zu schauen, wie der Transformationsprozess vor sich ging, sprang das Popcorn durch die ganze Küche. Damit war es erst einmal vorbei mit dem Knallmais.

Meine nächste Erinnerung an Popcorn stammte aus den 90er Jahren des vergangenen Jahrhunderts. Ich besuchte ein Journalismusseminar und in einem Zimmer unserer Bildungseinrichtung hatte ein lieber Kollege eine Popcornmaschine dabei. Er stellte sie auf eine Kommode und ließ das Popcorn in eine geöffnete Schublade ploppen. Plop, plop, plop. Wir quatschen, ratschten und irgendeiner fütterte die Popcornmaschine weiter und weiter. Das Resultat: Die Schublade war irgendwann voll, das Popcorn verteilte sich im ganzen Raum und es gab eine riesige Sauerei. Der Kollege musste es am nächsten Tag bei der Bildungseinrichtung ausbaden.

Jahre später als Chefredakteur eines 3D-Magazins mit Namen Creative Live mussten wir uns gegen einen starken Mitbewerber behaupten. Und wir machten dies mit Popcorn. Wenn wir auf Messen, Roadshows und Veranstaltungen der Community gingen, hatte ich immer eine eigene Popcornmaschine dabei. Bei uns gab es Popcorn mit Salz, Zucker, Zimt oder Pfeffer und siehe da: Die potentiellen Leser kamen zu uns an den Stand und wir schrieben das eine oder ander Abo. Ich hatte Input für Artikel und schön war die Welt. 

Popcorn Tüte zu Star Wars - der letze Jedi. Das Popcorn war das Beste an dem Film.

Popcorn Tüte zu Star Wars – der letze Jedi. Das Popcorn war das Beste an dem Film.

Die Popcorn Maschine liegt heute im Keller. Popcorn nehme ich nur noch im Kino zu mir und meistens ist die Tüte im ersten Drittel des Films bereits leer. Beim Popcorn-Kino gehört Popcorn einfach dazu. Ein einziges Mal hab ich mich über mich selbst geärgert. In meinem Kino Scala in Fürstenfeldbruck wird einmal im Jahr die Premiere von Richard Wagner-Opern aus Bayreuth übertragen. Wagner ist für mich heilige Musik. Nur einmal bin ich mit Popcorn und Cola in eine Wagner-Kinovorstellung gegangen und hab mich geschämt. Beim nächsten Mal natürlich Richard Wagner ohne Popcorn – ich gelobe es am Tag des Popcorns.

Popcornmaschine und Popcon-Single.

Popcornmaschine und Popcon-Single.

Zur Feier des Tages habe ich eine alte Single von Anarchic System ‎aus dem Jahre 1972 rausgeholt und spiele es. Der Text ging so:

Like a pop-corn in your hand

is your castle made of sand

life goes up and life goes down

and life goes round and round and round.

Ich geb zu, die Instrumentalversion fand ich aber immer besser:

CES 2019: Wie sehen Amerikaner das Jahr 2030?

12. Januar 2019

„Prognosen sind schwierig, besonders wenn sie die Zukunft betreffen.“ Dieses nette Zitat wird verschiedenen Leuten wie Karl Valentin, Mark Twain, Winston Churchill, Niels Bohr oder Kurt Tucholsky zugeschrieben. Das Zitat ist klasse, aber noch besser finde ich eine Aussage des großen Informatikers Alan Kay, der sagte: „Die beste Art, die Zukunft vorauszusagen, ist, die Zukunft zu erfinden“.

Blick in die Glaskugel - das ist das Problem mit der Zukunft.

Blick in die Glaskugel – das ist das Problem mit der Zukunft.

Blick in die Glaskugel

Im Grunde ist es ein Blick in eine Glaskugel des Jahres 2030. Immer wieder werden Umfragen über die Erwartungen an die Zukunft veröffentlicht. Das Problem ist, es wird vom Status Quo ausgegangen und solche Vorhersagen berücksichtigen naturgemäß keine disruptiven Ereignisse. Gerade kam wieder eine solche Vorhersage zur CES 2019 auf meinen Schreibtisch. Eine Umfrage von Dassault Systèmes unter 1.000 US-Bürgern gibt Aufschluss über die Erwartungen der Verbraucher an zukünftige Erlebnisse in den Bereichen Heim, Transportwesen, Gesundheit und Einzelhandel

Die Ergebnisse in Kurzform:

71 Prozent gehen davon aus, ein Elektrofahrzeug zu benutzen, 51 Prozent nehmen an, per Hyperloop zu reisen, 38 Prozent per Lufttaxi

73 Prozent erwarten, ferngesteuerte Geräte zu Hause zu nutzen, 70 Prozent vollständig vernetzte Smart-Home-Systeme und 40 Prozent virtuelle Heimroboter

So tickt die USA

Schauen wir es genauer an. Verbraucher erwarten etwa, dass Städte im Jahr 2030 mit Technologien ausgestattet seien, die die allgemeine Lebensqualität verbessern, sozialverträglichen Nutzen bringen und Erlebnisse personalisieren. Die Ergebnisse basieren auf einer Umfrage unter US-Bürgern, die in Zusammenarbeit mit dem Marktforschungsunternehmen CITE Research durchgeführt wurde. Für mich interessant: Die Voraussagen zeigen eine positive Zukunft, die von Technologie beeinflusst wird. Ich könnte mir vorstellen, dass in Deutschland eine solche Umfrage eher pessimistischer aussehen würde.

Das Hochgeschwindigkeitsverkehrssystem Hyperloop, voll vernetzte Smart-Home-Systeme, mobile Zahlungslösungen und personalisierte Gesundheitsvorsorgepläne sind nur einige der heute in Entwicklung befindlichen Technologien, die 2030 für die Amerikaner selbstverständlich sein werden. So sehen es zumindest die Personen, die zu ihren Erwartungen an zukünftige Erlebnisse in den Bereichen Heim, Reise, Gesundheit und Einzelhandel befragt wurden. Die US-Verbraucher nannten die Personalisierung als einen der größten Vorzüge der technologischen Innovationen im Jahr 2030 in jeder dieser Kategorien. Darüber hinaus erwarten sie aus diesen neuen Technologien zahlreiche Vorteile in puncto Sicherheit, Energieeffizienz, Komfort, Erreichbarkeit sowie Kosteneffizienz und Prävention.

Die Amerikaner sehen die Zukunft eher sonnig.

Die Amerikaner sehen die Zukunft eher sonnig.

Personalisierte Erlebnisse

Personalisierte Erlebnisse werden als Hauptnutzen von fortschrittlichen Technologien angesehen, insbesondere unter Millennials. Das sollten sich Unternehmer genauer ansehen und darüber nachdenken und ihre Schlüsse ziehen. Die Generation der 18- bis 34-Jährigen erwartet Erlebnisse, die auf ihre persönlichen Bedürfnisse und Vorlieben zugeschnitten sind. Die Befragten über 35 Jahre versprechen sich von technologischen Fortschritten vor allem eine bessere Lebensqualität.

Das Zuhause wird im Jahr 2030 sicher und energieeffizient sein. Mehr als 70 Prozent der Befragten wollen ferngesteuerte Geräte, sprachgesteuerte Assistenten und vollständig vernetzte Smart-Home-Systeme verwenden. 49 Prozent gehen davon aus, einen virtuellen personalisierten Hausangestellten oder Roboter zu nutzen.

Von der zunehmenden Vernetzung des Verkehrs und der Umstellung auf E-Technologien versprechen sich die Befragten Einsparungen bei den Kosten und Reisezeiten sowie eine höhere Verkehrssicherheit und Lebensqualität. Mehr als 70 Prozent der Befragten gehen davon aus, dass sie Hybrid- oder vollelektrische Fahrzeuge nutzen werden, mehr als die Hälfte rechnet damit, per Hyperloop zu reisen. 38 Prozent rechnen mit dem Einsatz von Lufttaxis. Mehr als 75 Prozent erwarten personalisierte Fahrgasterlebnisse, wie die Optimierung der Fahrwege und eine Verkehrsregelung seitens der Städte. Die Mehrheit geht allerdings auch davon aus, dass sie Unternehmen keinen Zugang zu personenbezogenen Daten zur Verbesserung dieser Dienste ermöglichen werden.

Personalisierte Gesundheitsvorsorge und Behandlungen im eigenen Zuhause werden zur Norm. Mehr als 80 Prozent der Befragten erwarten eine bessere Krankheitsvorsorge und eine längere Lebenserwartung, weil neue Technologien es ihnen ermöglichen werden, einfacher und effektiver für ihre eigene Gesundheit zu sorgen; 83 Prozent erwarten vor allem wirksame Vorsorgepläne, die persönliches Verhalten oder Ernährung berücksichtigen. 81 Prozent rechnen mit Geräten, die eine Behandlung im eigenen Zuhause ermöglichen. Zudem erhoffen sich 80 Prozent vollelektronische Aufzeichnungssysteme. Drei Viertel der Befragten sind der Meinung, dass Diagnoseanwendungen zu Hause, tragbare Geräte und maßgeschneiderte Prothesenorthopädie sowie andere Technologien ebenfalls von Bedeutung sein werden.

Ladengeschäfte bleiben bestehen, aber das In-Store-Erlebnis wird durch neuartige Bezahlverfahren und den Einsatz moderner Technologien erweitert. Im Einzelhandel erwarten 84 Prozent der Befragten, dass mobile Zahlungen sowie schnelle und ortsunabhängige Lieferungen genutzt werden, um komfortabler einkaufen zu können. 55 Prozent halten es jedoch für unwahrscheinlich, dass 2030 nur noch virtuell eingekauft wird.  

Was denkt ihr? Wie leben wir im Jahre 2030? 

Vogelinventur im Garten – ich habe bei der Stunde der Wintervögel mitgemacht

6. Januar 2019
Die Stunde der Wintervögel - große Vogelinventur im Garten.

Die Stunde der Wintervögel – große Vogelinventur im Garten.

Durch Vogelgezwitscher wurde ich heute morgen geweckt. Nicht durch das Gepiepse von unseren beiden Wellensittichen Sinatra und Dr. Watson, sondern von den Vögeln aus dem Garten. Und damit erinnerten sie mich, dass ich mich an der großen Vogelzählung des Landesbundes für Vogelschutz beteiligten wollte.

Der LBV zählt in der Aktion „Stunde der Wintervögel“ wieviele gefiederte Freunde in der Natur zu Hause sind. Jetzt der Witz: „Ich bin gut zu Vögeln.“ Also mache ich mit, denn heute ist es noch möglich. 

Was ist der Hintergrund?

Die „Stunde der Wintervögel“ gilt als die größte Vogelzählung in Deutschland. Im Grunde ist es eine Art Vogelinventur, die bereits zum neunten Mal stattfindet. Also werden die Vögel gezählt, um wissenschaftlich herauszubekommen, wie sich die Piepser an die kalte, futterarme Zeit anpassen und mehr.

Ausgangssituation

Nun, ich wohne auf einem Dorf und habe einen Garten. Und in diesem Garten füttere ich ganzjährig. Dazu haben wir vier Futterstationen, die wir als Familie auch benannt haben. Das klassische Vogelhaus aus Holz heißt Fresshalle, das stylischere Vogelhaus aus Metall ist der Freisitz und die beiden hängenden Futtersilos heißen Restaurants. Die Restaurants werden im Winter nicht angenommen. Am besten läuft die Fresshalle. Gefüttert wird mit eine Mischung aus Sonnenblumenkernen (immer große Sauerei), Nüssen, Haferflocken – dazu haben wir ein eigenes Amazon-Sparabo abgeschlossen. 

Und dann schaut mindestens einmal am Tag eine Katze aus der Nachbarschaft vorbei. Paule dreht seine Runde und ich bin dankbar, dass die Katze uns in ihrem Revier duldet. Sie schleicht sich immer an die Vögel an und hat bisher nur einmal einen Spatz erwischt und stolz nach Hause gebracht. 

Die Stunde der Vogelbeobachtung

Ich habe also meinen Sessel an die Terrassentür geschoben. Neben mir liegen Smartphone, Fernglas, Block und Stift sowie eine große Tasse bereit. Startzeit ist 10:21 Uhr. Die Familie schläft noch oder ist in der Kirche. Der Garten ist schneebedeckt. Es schneit, dann taut es wieder etwas. Kein Vogel. Das Windspiel dreht sich im Kreise und ich hänge meinen Gedanken nach. Immer noch kein Vogel. Wo sind die Typen hin?

Die Wellensittiche Sinatra und Dr. Watson quietschen fleißig, aber im Garten ist kein Verwandter zu sehen. Ich beginne einen Podcast zu hören und zeichne Strichmännchen auf meinen Block. Da, um 10:40 Uhr kommen Herr und Frau Amsel vorbei. Sie hüpfen durch die Sträucher, picken herunterfallende Körner auf. Ich kenne Herr und Frau Amsel schon länger. Sie sind eigentlich die ganze Zeit bei uns im Garten, quasi alte Vogelbekannte. Also Amsel 2x in meinem Zählbogen notiert. 

Um 10:56 Uhr kommen zwei Kohlmeisen vorbei. Sie sitzen in einem der beiden Apfelbäume. Gleich auf die Liste und ein Foto. Ich ärgere mich, dass ich nur das Smartphone genommen habe. Die Nikon mit der fetten Tüte hätte bessere Bilder geschossen. Aber ich will ja in erster Linie nur zählen und nicht ablichten, ich bin ja kein Vogelkundler oder Ornithologe, also eine Art Vogelspanner. 

Um 11:08 Uhr kommen meine beiden Amsel wieder vorbei und haben noch einen Kollegen mitgebracht, also Anzahl der Amseln wird auf 3 erhöht. Kurz vor Ende meiner Zählung kommen die beiden Elstern vorbei, die auch seit Jahren in der Gegend wohnen und täglich vorbeischauen. Ihre Flügel haben eine ganz schön große Spannweite und mit ihrer Erscheinung vertreiben sie die kleineren Vögel. Im Sommer habe ich mal erlebt, wie die Katze Paule von den Elstern vertrieben wurde. Die Vögel flößen einem ganz schön Respekt ein. 

Die Anzahl der Amseln erhöht sich auf 3.

Die Anzahl der Amseln erhöht sich auf 3.

11:21 Uhr – meine Stunde der Vogelzählung ist zu Ende, mein Kaffee ist leer und ich mache meine Meldung an den LBV online. Der Server der Vogelfreunde ist ziemlich überlastet. Mit dem guten Gefühl etwas für die Wissenschaft und die Vogelwelt getan zu haben, beginne ich nun mein Tagwerk. 

Nun Freundinnen und Freunde ist es an euch, bei der Vogelzählung mitzumachen. Wer hat schon mal, wer will nochmal? 

Vor 20 Jahren wurde der Euro eingeführt

1. Januar 2019

Heute vor 20 Jahren wurde der Euro eingeführt. Erinnert ihr euch noch? Der Euro wurde am 1. Januar 1999 als Buchgeld, drei Jahre später, am 1. Januar 2002, als Bargeld eingeführt. Damit löste er die nationalen Währungen als Zahlungsmittel ab.

Der Euro hat seinen Teil zur Einheit Europa geleistet und natürlich ist die europäische Währung nicht unumstritten. Ich sehe die gemeinsame Währung als positiv an. Was war es für ein Graus in jedem Land die gültiges Landeswährung einzutauschen. In Österreich war der Kurs 1:7 – für eine DM bekam man sieben Schilling. Es gab einen doofen Spruch über den damaligen deutschen Postminister Christian Schwarz-Schilling (so ein Ministerium gab es wirklich). Der Spruch lautete: Der Postminister tauscht in Österreich schwarz Schilling. 

In Italien war von Mal zu Mal der Kurs anders. Als Kind reiste ich zum Gardasee und konnte mir für 1000 Lire ein YPS-Heft für 2,50 DM kaufen, später waren 1000 Lire nur noch eine DM wert. Und dann gab es in Italien noch diese Telefonmünzen. In Italien hießen sie gettone telefonico, die als Kleingeldersatz beim Trinkgeld benutzt wurden.

2002 gab es den Euro dann als Bargeld. Für den Kaufladen meiner Kinder wurde der Spielgeld-Euro als offizielles Zahlungsmittel eingeführt. Es gab die Scheine und Münzen zum Ausschneiden und so lernten meine Kinder den Euro kennen. Wir Erwachsenen bekamen das Euro-Starterpack. Der Abgabepreis war 20 DM und entsprach 10,23 Euro. Meine Frau und ich haben ihre Starterpacks noch heute, die verschweißt heute bei Sammlern rund 13 Euro bringen. Höher gehandelt werden die Starterkits aus dem Vatikan, San Marino oder Monaco. Die liegen bei rund 600 Euro.

Das Euro-Starterset kam 2002.

Das Euro-Starterset kam 2002.

Und die DM? Ab und zu ertappe ich mich, dass ich noch umrechne. Ich habe das Gefühl, dass sich Preise massiv angestiegen sind. Aus DM wurde Euro bei Waren und Dienstleistungen, dennoch hat sich mein Einkommen nicht so entwickelt. Aber das ist nur bei meiner Generation so. Meine Kinder sind mit dem Euro aufgewachsen und rechnen nicht um – und meinen Kindern gehört die Zukunft. Die DM spielt bei uns nur noch eine Rolle. Ich bin stolzer Besitzer einer Rock ola 403 aus dem Jahre 1963. Sie hat Platz für 100 Songs auf 50 Singles (A und B Seiten). Die Seriennummer der Wallmount lautet 257182. Und diese Jux Box muss mit DM-Münzen gefüttert werden. 

Schule: Schafkopfen als Herausforderung zur Digitalisierung

27. Dezember 2018
Weg mit dem Computer, raus mit den Karten.

Weg mit dem Computer, raus mit den Karten.

Ja gehts noch blöder? Jetzt überlegen die Großkopferten in Bayern sogar noch das Kartenspiel Schafkopf als Schulfach einzuführen. Man wünsche sich, dass das Kartenspiel gerade in digitalen Zeiten wieder an Bedeutung gewinnt, heißt es in einer Mitteilung des bayerischen Philologenverbandes. Schön, wenn der Lehrerverband seine veraltete Klientel mit Ideen aus der Zeit des Prinzregenten ködert, dann muss man sich über die Digitalisierung keine Gedanken machen. Ach ja und die Stundenzahl kann man sowieso gerne für Schüler erhöhen.
Und der neue Kultusminister Piazolo steigt gleich mit ein: Er würde sich freuen, wenn bayerische Kartenspiele einen Platz im Schulleben bekommen würden, beispielsweise in Arbeitsgemeinschaften oder bei schulischen Veranstaltungen. Gleich mal wieder der konservativen Klientel nach dem Mund reden.
So ist richtig: Mit analogen Kartenspiel der digitale Herausforderung entgegentreten. Wir sind sowieso im hinteren Mittelfeld der digitalen Entwicklung, da bringt uns das Kartenspiel einen gewaltigen Schritt voran. Wir karteln einfach unsere Mitbewerber unter den Tisch. China, USA, Indien und andere passt jetzt auf und seid bereit, wenn bayerische Schüler euch nicht in MINT-Fächern oder schnöden Programmieren und Hacken schlagen, sondern wenn wir beim Kartenspielen die Hosen ausziehen. Super Idee – Ironie aus.

Aber: Was wirklich an den Schulen fehlt ist Teamwork. Nach meiner Erfahrung heißt Teamarbeit in der Schule übersetzt Toll, ein anderer machts. Wirkliches Teamwork wäre enorm wichtig für die Entwicklung der Schülerin und Schülers in einer veränderten Gesellschaft. Da kann gerne Kartenspiel dabei sein, wenn es dem Zweck dient. Aber das hat nichts mit einer bayerischen Wirtshaustradition zu tun, sondern mit Lebenswirklichkeit.

Weihnachtszauber Maisach – ein bisschen Tollwood auf dem Dorf

23. Dezember 2018

Meine kleine Wohnortgemeinde Maisach im Landkreis Fürstenfeldbruck ist um eine Attraktion reicher. Auf dem Festplatz, auf dem sonst das letzte Volksfest im Landkreis stattfindet, wagte Helga Backus das erste Mal den Weihnachtszauber Maisach. 

Ich habe die Eisprinzession gesehen. Ich habe die Eisprinzession gesehen.

Helga Backus ist in unserer Gegend keine Unbekannte. Seit Jahren führt sie extrem erfolgreich in Anzhofen die Veranstaltung Kunst im Stadl durch. Mehrmals war ich dort, mehrmals habe ich von dort gebloggt. Kunst im Stadl ist im Sommer genial – und warum nicht auch ein ähnliches Publikum im Winter ansprechen? Das waren wohl die Hintergedanken für den Weihnachtszauber Maisach. Obwohl das Wetter kein Freund der Veranstaltung zu sein scheint, kamen die Besucher scharenweise, so dass es von 19. bis 22. Dezember 2019 den nächsten Weihnachtszauber geben wird. Dieses Jahr konnte an einem Tag wegen Sturm aus Sicherheitsgründen die Veranstaltung mit dem großen Zirkuszelt nicht stattfinden. Und dann war noch der ekelhafte Regen.

Aber den Naturgewalten zum Trotz: Der Weihnachtszauber fand sein Publikum. Auch meine Familie war dabei. Während die Gattin Mandeln und Maroni zu sich nahm, kaufte ich den hervorragenden Kaffee aus Togo bei Koppwork und einen handgedrechselten Holzfüller bei Alois Steidele.

Kaffee aus Togo bei Koppwork. Kaffee aus Togo bei Koppwork.

Das Kamelreiten habe ich aufgrund des Andrangs ausfallen lassen, wäre aber sicher eine riesige Gaudi geworden. Bei Schnee ist Weihnachtszauber sicherlich eine geniale Veranstaltung, ein bisschen Tollwood auf dem Dorf. Bei Regen hilft nur Glühwein und Tee, der an den verschiedenen Ständen ausgeschenkt wurde. Ich begegnete einer Eisprinzessin mit Regenschirm und schaute einem Künstler bei der Arbeit zu, als er aus Eisblöcken Figuren schnitt. Der Aufenthalt im großen Zirkuszelt versprach Trockenheit und Kunsthandwerk, wie ich es vom Kunst im Stadl kenne. 

Ich freue mich, dass die Facebook-Fotogruppe im Landkreis am Samstag den Weihnachtszauber ablichtete. Da waren sehr schöne Bilder dabei. Eigentlich wollte ich dabei sein, aber aufgrund des Wintersturms wurde der Event verschoben. 

Und als es dunkel wurde, der Regen ein wenig nachließ, kam auch eine weihnachtliche Stimmung auf. Danke für den Weihnachtszauber 2018. Ich komme 2019 gerne wieder und hätte auch schon ein paar Ideen für Helga Backus