Archive for the ‘Medien’ Category

Als ich auf der AnimagiC einen Tachikoma fand

9. August 2018

Wenn eine Anime- und Manga-Convention wie die AnimagiC stattfindet, dann sind die Händler ein zentraler Bestandteil so einer Veranstaltung. So auch in Mannheim, als die AnimagiC ihr 20jähriges Bestehen feierte. Mitten in den großen Händlerbereich fand ich einen Verkaufsgegenstand, der mein Interesse weckte: Einen Tachikoma.

Für die Leute, die nicht wissen, was ein Tachikoma ist, denen sei geholfen. Es ist ein Kampfroboter aus dem Manga- und Anime-Universum Ghost in the Shell – the Stand alone Complex, der mit KI und Stimme ausgestattet ist und die Helden der Serie unterstützt. Das Ding sieht ein wenig aus wie eine blaue Spinne, hat eine umfangreiche Bewaffnung, zwei Arme und vier Beine. 

Ich fand den Tachikoma im untersten Regal eines Händlers. Dort stand er einzeln herum, dazu ein paar Flyer des Herstellers Cerevo. Der Roboter hatte das Größenverhältnis 1/8. Die meisten Besucher der AnimagiC interessierten sich nicht stark für das Gerät. In der Vitrine darüber war eine fette Knarre mit Namen Dominator aus Psycho Pass ausgestellt, die eher den Geschmack des jugendlichen Publikums traf. Als älterer Herr erinnere ich mich noch an die Klassiker des Genres und da gehört Ghost in the Shell einfach für mich dazu, sowohl als Manga, als Anime und als Realfilme. 

Dieser Tachikoma war aber nicht ein einfaches Spielzeug, wie es viele gibt, sondern es war ein ausgeklügeltes Stück Robotertechnik. Diese Replica kann sich bewegen und auf die Umwelt reagieren. Es kann via App für iOS und Android gesteuert werden, hat 600 Antworten aus Ghost in the Shell im Speicher. Die Stimme kommt von Sakiko Tamagawa – und ich muss sagen, dass sie mir im Anime und jetzt bei der Replica auf den Geist gehen. Aber so ist es eben. Das Objekt wird von 21 kleinen Elektromotoren angetrieben und ist mit einer Kamera ausgestattet, die Objekte erkennt. Dabei ist der Tachikoma lernfähig, also eine Mini-KI. Tachikoma kann sich aus der Cloud zudem Aktienkurse, die Wettervorhersage und den Kalender holen und aufsagen. 

Alles in allem Sachen, die mich als Roboterfan stark interessierten und die ich unbedingt ausprobieren wollte. Ab und zu halte ich Vorträge zum Thema Roboterspielzeug und zeige auch Teile meiner umfangreichen Sammlung. Dieses Teil wäre eine wunderbare Bereicherung meiner Sammlung und meiner Vorträge geworden. Ich habe mir den Tachikoma auf der AnimagiC dennoch nicht gekauft. Auf der Website des Herstellers wurde der Preis mit rund 2000 US-Dollar angegeben. Den Händler in Mannheim habe ich gar nicht erst nach dem Preis gefragt, denn der Tachikoma ist kein Aibo und mir nicht soviel Geld wert. Daher nur ein paar Fotos und ein Video als schöne Erinnerung. 

Meine zehn unvergesslichen Bücher

4. August 2018

Immer wieder geistern Aktionen durch soziale Netzwerke wie unlängst, bekannte Kunstwerke aus Toast nachzubilden. Fand ich irre witzig, kam aber zu spät mit meinem Frühstückstoast. Aber vor kurzem sprang ich auf einen solchen Zug auf. Es galt Bücher zu nennen, die einen in seinem Leben beeinflusst haben. Als Büchermensch und Leseratte musste ich einfach an dieser Aktion mitmachen und ich nahm das Angebot von meinem Kollegen Harald Baumer an. 

Ich postete zehn Tage lang Bücher, die mir etwas bedeuten und konnte zahlreiche meiner (virtuellen) Freunde ermutigen, es auch zu tun. Dazu postete in Twitter, Instagram und Facebook ich folgenden Text: „10 unvergessliche Bücher in 10 Tagen. Heute x/10. Kein Kommentar, keine Erklärungen, nur der Titel. Wer hat Interesse, mitzumachen? Würde mich bei vielen meiner Freundinnen und Freunde interessieren, welche Lektüre für sie wichtig war.“

Die Auswahl meiner Lieblingsbücher

Dieser Aktion ging eine Auswahl von Büchern voran und ich sage euch, das wahr echt schwer. Zunächst machte ich ein Brainstorming und sammelte Bücher. Es kamen rund 40 Bücher zusammen, also eindeutig zu viel. So ließ ich die Sache ein paar Tage ruhen und dachte dann nochmals nach und kam dann auf nochmals zehn weitere Bücher. Dann kam in einer Gewaltaktion das Ausmisten. Ich zog mich in mein Kellerarchiv zurück und holte die Bücher hervor. Da ich nichts wegwerfen kann, standen die Bücher geordnet in den zahlreichen Regalen. Bücher, die nicht an ihrem Platz waren, wurden gleich von der Liste gestrichen. So kam es, dass Stanisław Lems Klassiker Solaris gekillt wurde, weil das Buch nicht da war. Hatte ich es verliehen? Wo ist dieses Buch? Also, was nicht da ist, fliegt raus. 

Dann strich ich Bücher von Lieblingsautoren, die ich als Autor verehre, aber keine einzelnes Buch hervorheben will. Hier strich ich Edgar Allan Poe, ETA Hoffmann, Heinrich Heine, Philipp K. Dick und Sir Arthur Conan Doyle von der Liste. Dann musste ich mich entscheiden, dass ich von manchen Autor keine zwei Bücher benennen wollte. Hier blieben dann beispielsweise die Robotergeschichten von Asimov auf der Strecke oder Tolkiens Silmarillion. 

Dann wurde es nochmals hart: Ich musste ja auf zehn Bücher kommen und ich strich weitere Autoren und deren Bücher. Dabei waren beispielsweise Arthur C. Clarke, Stephen King (Dead Zone oder Shining), nochmals Lem mit seinen Sterntagebüchern. Goethe kam ebenso wie Shakespeare nicht auf die finale Liste, auch leider nicht Mary Shelly und ihr Frankenstein, ein Buch, das dieses Jahr 200. Geburtstag feiert und ich in einen eigenen Blogpost würdigen werde. Traurig war ich auch über das Streichen von Truman Capote und vor allem Tom Wolfe mit seinem Fegefeuer der Eitelkeiten. Dann entschied das Los und ich kam endlich auf meine zehn Bücher. Ich stelle fest, dass ich die fantastische Literatur bevorzuge. 

Also das sind meine zehn finalen Bücher: 

1 Douglas Adams: Per Anhalter durch die Galaxis

2 Dante: Göttliche Komödie

3 Bret Easton Ellis: American Psycho

4 J.R.R. Tolkien: Herr der Ringe

5 Isaac Asimov: Foundation-Trilogie 

6 Frank Herbert: Der Wüstenplanet

7 Thomas Mann: Die Buddenbrooks

8 Richard Scarry: Mein allererstes Buchstabenbilderbuch  

9 Bram Stoker: Dracula 

10 Rainer Erler: Das blaue Palais  

Wer mitmachen will, ist gerne aufgerufen. Ich habe gesehen, es gibt so eine ähnliche Reihe mit Schallplatten, die einen am meisten bedeuten. Mal sehen, ob ich diese Challenge annehme. Die Bücher waren ein Anfang und wir wissen ja, im Web lieben wir diese Listicle.

Buchtipp: Wagners Villa Wahnfried

25. Juli 2018

Heute beginnt eine für mich interessante Zeit: Es beginnen die Festspiele am Grünen Hügel in Bayreuth. Lohengrin steht auf dem Programm – ich schau mir die Inszenierung im Kino an. In den nächsten Wochen werde ich daher verstärkt über den großartigen Richard Wagner bloggen. Gleich vorweg zur Klarstellung: Politisch lehne ich Wagner ab, musikalisch verehre ich ihn.
Im Grunde bedeutet Wagner für mich ein Ritual. Bei meinen Besuchen in Bayreuth gehört der Abstecher an das Grab des großen Komponisten einfach dazu. Ein kurzes Gedenken, ein Blick in die Runde, vielleicht nehme ich auf einer Bank im Garten seiner Villa Platz und höre mir die eine oder andere Ouvertüre an.

 

Der Besuch von Wahnfried, dem Wohnhaus von Richard Wagner, ist ab und zu für mich ein Bedürfnis. Ich habe ein paar Videos und VR 360 Videos in den Räumen gedreht und möchte alle Interessierten an Richard Wagner zum Besuch von Wahnfried einladen. Nur wer die Luft von Wahnfried schnuppert, kann Wagner ganz begreifen. Mich fasziniert das Gebäude und die Aura, die es umgibt. Und zum Einstieg daher ein Buchtipp zu Wahnfried – Das Haus von Richard Wagner: The Home of Richard Wagner, der die wechselvolle Geschichte des Hauses darstellt. Das Buch Wahnfried von Markus Kiesel und Joachim Mildner geht historisch an das Gebäude heran.


Mit historischem und aktuellem Bildmaterial reich illustriert, zeichnet das Buch die Geschichte des Hauses bis hin zur 2015 fertiggestellten Grundsanierung und Errichtung von Erweiterungsbauten nach. Wagnerexperten wie Verena Naegele, Nike Wagner Dietmar Schuth und Peter Cachola Schmal kommen zur Wort. Den wichtigsten Teil des Buches nehmen die historischen Ausführungen von Verena Naegele ein von den Anfängen, über den Erfolg, den Missbrauch und die Zerstörung bis zum Wiederaufbau und Eröffnung als Museum. Wahnfried ist mehr als nur ein Wohnort eines berühmten Komponisten. Für mich geht von diesem Ort eine ungeheure Faszination aus, die zum Mythos Richard Wagner ihren Beitrag leistet. Wagner ist ein Gesamtkunstwerk mit den wunderbaren und teuflischen Begegnungen. Als ich das Buch durchblätterte kommen mir meine Gedanken in den Sinn als ich durch Wahnfried und den Garten streifte. Es sind interessante Details und Zitate in dem Buch zusammengeführt, die Wahnfried für mich zu einem Erlebnis machen. Gerne nehme ich das Buch Wahnfried – Das Haus von Richard Wagner: The Home of Richard Wagner zur Hand, lese und erinnere mich – und es ist ein hervorragender Einstieg in die Welt Wagners, daher meine Kaufempfehlung.

Buchtipp A Map of the World als Beitrag zur Blogparade #DHMMeer

24. Juli 2018

In der New York Public Library stieß ich das erste Mal auf alte Seekarten. Dort gibt es einen speziellen Kartenraum mit historischen Karten und irgendwie fand ich mich mit Wissenschaftlern in diesem Raum wieder. Wir sichteten altes Kartenmaterial, vor allem Seefahrerkarten. Damit haben historische Seefahrer navigiert und sich auf den Weltmeeren zurecht gefunden. Als Student der Geografie hatte ich ein wenig mit thematischen Kartografie zu tun und konnte den US-Wissenschaftlern ein Halbwissen vorspielen bevor ich aufflog und des Raumes verwiesen wurde. 

Aber die alten Karten haben es mir angetan und hab ne Zeitlang Drucke von historischen Karten gesammelt. Das Hobby hab ich aufgegeben, doch die Liebe zu alten Karten ist geblieben. Und so stieß ich auf das schöne Buch A Map of the World. Es ist eine Sammlung verspielter wunderbar illustrierter Karten. Ich dachte dabei sofort an meine Bloggerclub-Kollegin Tanja Prakse. Sie betreut die Blogparade „Europa und das Meer – was bedeutet dir das Meer | #DHMMeer“ des Deutschen Historischen Museums Berlin. Und Karten von Europa und dem Meer gehören einfach in eine solche Blogparade dazu.

Immer wieder greife ich zu dem 2013 erschienenen Buch und hole mir Inspirationen. Der Bildband  wurde von 2013 von Gestalten aus Berlin auf Englisch herausgebracht und erhält in besonderer Form Geschichten. Der Untertitel des Buches heißt auch: „The World According to Illustrators and Storytellers“ und das passt ideal. 

Topographische oder physische Karten gibt es kaum, hier steht die thematische Kartografie in verschiedenen Ausprägungen im Vordergrund. Aber nicht als geografisches Studienfach, sondern man näherte sich dem Thema aus der Sichtweise des Designers. Für mich sollte das Buch im Studienfach thematische Kartografie besprochen werden, denn es zeigt, was durch Illustration möglich ist: Die Wandlung von thematischer Kartografie hin zur Infografik und damit zur Gebrauchsgrafik. Gerade Infografiken werden verstärkt in Print und Web eingesetzt und dieser Bildband bringt die richtige Inspiration. Und an diesem Beispiel sieht man den Zweck von Karten als Orientierungshilfe mit illustrierter Zusatzinformation. 

Als K1 das Buch in die Hände bekam, sah K1 sofort darin die Simulations- und Strategiepiele in Videogames. Und ich muss zugeben, so habe ich thematische Kartografie noch nie gesehen. K1 baut Städte, Häfen am Meer und lässt die virtuellen Schiffchen fahren. 

Aber zurück zum großartigen Buch. Das 224seitige Buch bietet unterschiedliche Herangehensweisen ans Thema Karte und zeigt dadurch die Vielfalt des Themas. Städtetipps, Stadtpläne, Seekarten, Scherenschnitte, Datenkumulation, 3D-Effekte und vieles mehr. Die Hintergrundinformationen als englischer Text sind relativ kurz geraten und es gibt eine Linksammlung als weitere Inspiration. Ich habe das Buch in meinen Arbeitszimmer stehen und packe es nicht wie sonst in mein Archiv, sondern greife immer wieder darauf zu und denke an meine alten Seekarten. 

Die Videokamera in der Hosentasche – Gedanken zum Videofilmen mit dem Smartphone

22. Juli 2018

Das Smartphone hat eine Revolution eingeleitet. Es ist nicht nur ein Telefon in der Hosentasche, sondern viel mehr: Fotokamera, Navigation, Einkaufskorb und mehr – wie auch eine Videokamera und ein Schnittstudio in der Hosentasche. Wir haben uns die Sache näher angesehen. Viele meiner Videos drehte ich mit dem iPhone X und habe ein paar Tipps zusammengestellt. 

Das Smartphone als Alternative der herkömmlichen Kameras.

Das Smartphone als Alternative der herkömmlichen Kameras.

Gleich vorweg: Wer Videos mit seinem Smartphone aufnehmen will, sollte sie im Querformat drehen. Die Ausspielmöglichkeiten wie TV-Gerät, die VR-Brille oder Computerbildschirm sind quer. Auch die menschlichen Augen sind nebeneinander und nicht übereinander. Und dann ist die Haltung des Smartphones wichtig: Mit beiden Händen das Smartphone an den Körper ziehen und nicht einhändig bei gestrecktem Arm drehen. Das Video droht sonst zu verwackeln und wird für den Zuseher eine Tortur. 

Der richtige Ausschnitt

Beim Filmen geht es um den richtigen Bildausschnitt. Die Filmer sprechen grundsätzlich von der Totalen, Halbtotalen, Medium Shot, Halbnah, Nah, Großaufnahme und Detail. Jede Einstellung hat ihre Berechtigung und eine eigene Erzählform. Daher sollte sich der Videofilmer vorher Gedanken machen, wie die einzelnen Shots später im Schnittprogramm zusammengefügt werden. Wichtig: Es soll immer eine Geschichte erzählt werden, bei der der Rhythmus stimmt. Sind die Shots zu lang, langweilt sich der Zuseher, sind sie zu kurz, wird das Endprodukt zu hektisch. Beim Aufnehmen immer daran denken, ein, zwei Sekunden vor der eigentlichen Szene den Aufnahmeknopf zu drücken und nach der Szene noch ein, zwei Sekunden hinzuzugeben. Das erleichtert die anschließende Arbeit im Schnitt enorm, denn wegschneiden kann man immer etwas. 

Ähnliches gilt bei der Aufnahmequalität: Die Aufnahmequalität grundsätzlich hoch einstellen. Moderne Smartphones nehmen bis zu 4K auf, das ist die vierfache HD-Auflösung. Natürlich werden dann die einzelnen Takes und der spätere Film recht groß. Und auch hier gilt: Runterrechnen der Qualität geht immer, Hochrechnen nicht. 

Große Filmregisseure lassen die Finger weg vom Zoom. Es gibt die Regel: Ein Hinein- oder Hinauszoomen muss begründet und kein Selbstzweck sein. Weniger ist oftmals mehr im Film. Ein Fehler, der auf den Zuschauer verstörend wirkt, ist der Achsensprung. Ein Achsensprung ist ein Filmschnitt, mit dem die Beziehungsachse der Figuren oder Gruppen übersprungen wird. Die Kamera springt auf die falsche Seite und die Szene wirkt auf den Zuseher verwirrend.  

Ich schneide in der Regel am iPad, weil ich einfach mehr sehe.

Ich schneide in der Regel am iPad, weil ich einfach mehr sehe.

Die richtige Videosoftware

Natürlich lassen sich mit den eingebauten Standard-Apps auf dem Smartphone hervorragende Ergebnisse drehen. Die Video-Apps der Hersteller werden immer leistungsfähiger. Aber es gibt auch Zusatz-Apps, die mehr herausholen. Unschlagbar ist das kostenpflichtige FILMIC Pro, das geniale Einstellungsmöglichkeiten für den Filmer bietet. Auch Zusatzsoftware wie ein Teleprompter ist überlegenswert. Wenn jemand einen längeren Text direkt in die Kamera hineinsprechen soll, gibt es dafür eine Teleprompter-App. Hier läuft der Text ab und der Sprecher kann den Text ablesen, ohne dass es dem Zuseher auffällt. Zudem sollte sich der ambitionierte Filmer Tools wie Hyperlapse oder Zeitraffer-Apps ansehen, die nette Effekte erzeugen. 

Eine Sammlung von Videokameras, äh Smartphones.

Eine Sammlung von Videokameras, äh Smartphones.

Sicherer Stand 

Der Reiz von Videos mit dem Smartphone ist natürlich, dass der Filmer komplett mobil ist. Er dreht seine Einstellungen aus der Hand. Allerdings bietet sich je nach Situation der Einsatz eines Stativs an. Achten Sie darauf, dass Sie sich im Vorfeld einen Adapter besorgen, mit dem Sie das Smartphone auf das Stativgewinde schrauben können. Hier kann der Filmer auch einen Selfiestick verwenden, bei dem das Smartphone eingeklemmt wird. Ausgelöst werden die Aufnahmen dann per Bluetooth. Ein kleines Tischstativ sollte der Smartphonefilmer  immer in der Tasche haben. Das klassische Dreibein steht stabil, das biegsame Mini-Stativ mit flexiblen Beinen kann dagegen Unebenheiten ausgleichen. 

Wenn der Filmer eine Kamerafahrt drehen will, bietet sich der Einsatz eines Gimbals an. Damit lassen sich Shots aus der Hüfte mit butterweichen Schwenks und ohne Verwacklungen drehen. Die Ergebnisse dieser Bildstabilisierung sind eindrucksvoll. Die Anordnung und ein ausgewogener Schwerpunkt ermöglichen dem Objekt in der Mitte eine dreidimensionale Bewegung. 

Wer richtig Action haben will, dem sei eine Kopfhalterung oder Headset empfohlen. Hier schnallt der Filmer sich seine Kamera auf den Kopf und hat die Hände frei. Die Perspektive des Films ist interessant. Achten Sie darauf, dass Ihre Haare nicht im Bild sind. 

An die tote Katze denken

Ein Schwachpunkt beim Filmen mit dem Smartphone ist immer der Ton. Daher sollte der Kauf eines externen Mikrofons überlegt werden, das direkt an das Smartphone angeschlossen wird. Achten Sie auf Ihre Anschlussmöglichkeiten am Smartphone, ob Lightning, Kopfhörerbuchse oder Mini-USB. Sehr bewährt haben sich neben Aufsteckmikrofonen auch die Ansteckmikrofone, die an der Kleidung nahe am Mund befestigt werden. Wer draußen bei Wind dreht, der braucht unbedingt eine tote Katze. Darunter versteht der Filmer einen Windschutz. Hierbei handelt es sich um einen Aufsatz aus künstlichem Fell.

Licht aus – Spot an

Obwohl Smartphones lichtempfindlich sind, ist der Kauf einer Videoleuchte überlegenswert. Heute haben sich LED-Leuchten durchgesetzt. Sie werden nicht heiß und ihre Intensität lässt sich regulieren. Die kleinen Scheinwerfer laufen mit Akku und sorgen für das notwendige Licht beim Dreh, wenn es dunkel wird. Achten Sie darauf, dass die LED-Scheinwerfer ein Stativgewinde haben, um sie bei Bedarf auf ein Stativ schrauben zu können. 

Let‘s fix it in the post 

Der meist gehörte Satz beim Filmen lautet „Let‘s fix it in the post“ – etwa: „Die Fehler bügle ich in der Postproduktion, beim Schnitt aus.“ Der Einsatz des richtigen Schnittprogramms erleichtert wesentlich die Arbeit. Für Android gibt es  kostenlos das bewährte FilmoraGo für Android mit großem Funktionsumfang. Filme mit dem iPhone greifen auf das integrierte iMovie zurück.

Wer es mächtiger will, kann sich den AndroVid – Video Editor ansehen. Beim iPhone haben sich die beiden kostenpflichtigen Programme Videoleap und vor allem LumaFusion einen hervorragenden Namen gemacht. Zudem ist es empfehlenswert sich kleine Tools wie Horizont anzuschaffen, die die Filme ausgleichen. 

Wohin damit?

Ein Film auf dem Smartphone ist fein, doch noch feiner ist es, wenn er sein Publikum findet. Die beiden größten Plattformen für Videos sind YouTube und Vimeo, aber natürlich erzielt man bei Facebook auch enorme Reichweiten. All diese Plattformen sind kostenlos. Unbedingt aufpassen: Keinen Spaß versteht die GEMA, die die Rechte der Musiker wahrt. Verstöße hier können richtig teuer werden, auch für Privatanwender. Übrigens: Hier geht es zu meinem YouTube-Kanal von redaktion42.

10 Jahre Blogger als redaktion42.com – Geburtstagsfeier mit Gedanken

20. Juli 2018

Auf den Tag genau zehn Jahre ist es her, dass ich mit dem Bloggen angefangen habe – heute hat mein Blog redaktion42.com den 10. Geburtstag. Also mal ein bisschen Zeit zum Reflektieren ist angesagt – woher komme ich und wo stehe ich.

So kam ich zum Bloggen

Ich begann mit dem Bloggen, weil ich es kann. Das klingt jetzt blöd, aber ist genau so. Als Mensch der klassischen Massenmedien, als gelernter Tageszeitungsjournalist und späterer Chefredakteur von IT-Medien stand ich aufwendigen Print-Produkten vor. Die Inhalte unters Volk zu bringen war eine teure Angelegenheit. Redaktion, Anzeigen, Druckvorstufe, Druckerei, Vertrieb und vieles mehr. Das kostete Unmengen von Geld. Massenmedien meiner Zeit waren eine Einbahnstrecke, ein Sender-Empfänger-Modell. Ich als Journalist sendete, meine Leserinnen und Leser empfingen. Der Rückkanal der Leser zu uns als Redaktion war begrenzt. 

Auf dem Weg zum Bloggen.

Auf dem Weg zum Bloggen.

Das hat sich heute geändert. Das Mitmachweb 2.0 hat alles auf den Kopf gestellt. Jeder kann senden und jeder kann empfangen. Das sind wunderbare Möglichkeiten, aber auch gefährliche Möglichkeiten, wenn jeder im Großen und Ganzen veröffentlichen kann, was er will. Die Krise in den klassischen Massenmedien ist da. Mit meinem Blog redaktion42.com bin ich Teil der Blogosphäre, also Teil des Bloguniversums und es macht verdammt viel Spaß. Ich brauche den großen Apparat von Verlagen oder Sendeanstalten nicht mehr, sondern der Blog, SEO und Vernetzung können klassische Massenmedien ergänzen. 

Ich bin der Inhalt 

Ich startete meinen Blog in der Tradition der Graswurzelbewegung, ohne politisch zu sein. Mein Blog kam im Form eines Tagebuchs daher, eben der Blog des digitalen Nomaden Matthias J. Lange. Während ich in meinem Seminaren predige, sucht euch ein schönes Nischenthema und bloggt darüber, habe ich es bei meinem persönlichen Blog anders gemacht. Ich habe mir ein wunderbares Thema gesucht, bei dem ich mich hervorragend auskenne. Das Thema bin ich – der Blog ist meine Sicht auf die Welt. Damit ist aber auch klar, dass der Blog von seinen Zugriffszahlen nicht durch die Decke schießen kann, denn eine so faszinierende Person, eine Art VIP oder Prominenz bin ich auf gar keinen Fall. Ich bin ein einfacher Geschichtenerzähler, der auf virtuelle Freunde zählen kann. Dieses Netzwerk wächst und je nach gebloggten Thema steigen die Klickzahlen – oder auch nicht. Ich setze dabei nicht unbedingt auf Google Keywordsuche, sondern vertrauen meinem Gefühl als gelernter Journalist. Ich weiß, welche Themen ankommen und welche eben nicht. Und dennoch schreibe ich auch über Themen, die keine großen Klicks versprechen – ganz einfach weil ich es kann und weil ich es für richtig finde. In der Regel lasse ich zwei große Themenbereiche aus: Das sind Religion und Politik. Obwohl im Zeitalter von Hatespeech und Fakenews habe ich immer wieder meine politische Meinung veröffentlicht, weil ich es für richtig halte. Ich stehe zur Demokratie, ich stehe zu Europa und ich stehe zur Aufklärung. 

Heute wird ein großes Aufhebens gemacht über Formen des Storytellings als Erzählform. Dabei ist Storytelling nichts neues. Als Journalist kenne ich die Möglichkeiten des Geschichtenerzählens, ich kenne die Darstellungsformen und Erzählweisen und ich bin um meine Lehrmeister durch all die Jahre dankbar, die mich in meiner Ausbildungszeit nicht immer mit Samthandschuhen angefasst haben. Ich habe gelernt, zugeschaut, nachgemacht, mich vernetzt, ausprobiert und ich habe keine Angst vor einem leeren Blatt oder heute Bildschirm. Wenn ich Bloggerkolleginnen und Bloggerkollegen sehe, wie sehr sie sich mit einem Textchen abmühen, dann setze ich mich eben einfach hin und schreibe. Da kommen keine Pulitzerpreistexte heraus, sondern Gebrauchstexte. Das Thema lebenslanges Lernen kann ich dabei nur unterstreichen. 

Regelmäßigkeit der Blogposts

Ich begann zunächst zweimal die Woche zu posten und im Laufe der Zeit wurde es fünf Tage die Woche, es steigerte sich auf sieben Tage die Woche. In der Regel ist es ein Post pro Tag, an bestimmten Tagen kommt es zu zwei oder mehr Posts, wenn sich die Ereignisse überschlagen. Da kann ich aus meiner Haut des Tageszeitungsjournalisten nicht heraus. Das ist oft bei Nachrufen der Fall. Ich versuche dann eine persönliche Sichtweise auf den oder die Toten einzunehmen. Im Falle von Steve Jobs beispielsweise war dies der Fall. 

Luther nutzte die modernsten Massenmedien seiner Zeit. Ich schieße mich an.

Luther nutzte die modernsten Massenmedien seiner Zeit. Ich schließe mich an.

Multimediale Form

Zunächst waren es Texte in meinem Blog, dann kamen Fotos hinzu und schließlich auch Videos, die ich bei YouTube hoste und in meinen Blog einbinde. Film ist für mich ein starkes Medium und ich experimentiere gerne mit YouTube herum. Ich taste mich Zug um Zug voran. Mit rund 1200 Abonnenten bin ich eine Art Nachwuchs-Youtuber. Da wird es noch klarer: Wenn ich früher eine Sendeanstalt brauchte, bin ich heute ein eigener Sender, mein eigener Kanal. 

Beim Sammeln von Videomaterial Fürmeinen YouTube-Kanal redaktion42

Beim Sammeln von Videomaterial für meinen YouTube-Kanal redaktion42

Interessant sind auch die Reaktionen innerhalb YouTube. Dort gibt es zahlreiche Trolle, denn in der computervermittelten Kommunikation sinkt die Hemmschwelle für Beschimpfungen und Beleidigungen. Und als YouTuber darf man sich einiges anhören. Viele Beleidigungen habe ich nach Hinweis gelöscht, andere zur Anzeige gebracht. Aber: Ich habe auch wunderbare Unterhaltungen und mein berufliches und privates Netzwerk erweitert. Danke für diese Erfahrungen.  

Verbreitung meiner Botschaften

Nun, ich wende natürlich einfache SEO-Maßnahmen an, damit Google meinen Blog mag. Da ist noch viel mehr drin und täglich muss ich mich entscheiden: Schreibe ich für Google oder schreibe ich für den Menschen? Je nach Laune und Tagesform entscheide ich mich für die eine oder andere Seite. Zusätzliche Plugins nutze ich nicht, meine Schreibe in meinem Blog ist Erfahrungssache.

Und natürlich ist mein Blog mit virtuellen Netzwerken verbunden. Viele Leute haben meinen Blog abonniert und bekommen eine automatisierte E-Mail von mir am Morgen. Da wären zum einen die Geschäftsnetzwerke Xing und LinkedIn, zum anderen die klassischen Netzwerke wie Facebook, YouTube und Twitter – ich liebe übrigens Twitter und bin dort eine vernetzte Plaudertasche. Zudem nutze ich ein wenig Instagram und Pinterest. Gerade Pinterest will ich deutlich ausbauen. Mit Snapchat spiele ich herum, aber es ist nicht mehr als ein Herumspielen. Bei dem Spaß mit sozialen Netzwerken kommt das Thema Datenschutzgrundverordnung immer wieder auf. Wenn ich Zeit habe, widme ich mich dem Thema Newsletter. Und nein: Ich bin nicht bei WhatsApp! Die Seuche halte ich datenschutzrechtlich für enorm bedenklich – ihr findet mich bei Threema.

Wenn ich Ideen habe, nehme ich gerne an Blogparaden teil, um meine Inhalte zu verbreiten. Immer wieder kommen Aufrufe und ich schau mir die Themen gut an und versuche einen ungewöhnlichen Beitrag zur angebotenen Blogparade zu schreiben. Je nach Thema bringt mir die Sache neuen Content und natürlich neue Klicks und neue virtuelle Freunde. 

Und wie ist das mit dem Geld?

Der Blog ist für mich nur indirekt eine Verdienstmöglichkeit, ich verdiene mein täglich Brot mit Vorträgen und Beratung. Ich habe zwar Amazon Affiliation-Links im Blog, aber reich werde ich dadurch nicht. Es sind ein paar Euro, die ich dadurch einnehme, die zudem noch versteuert werden. YouTube-Einnahmen liegen erst einmal auf Eis, sind aber auch nicht die großen Reichtümer. Google-Werbung habe ich erst gar nicht eingebaut. 

Ich bin viel an Schulen unterwegs - dem Blog sei Dank.

Ich bin viel an Schulen unterwegs – dem Blog sei Dank.

Und dennoch verdiene ich mit meinem Blog Geld. Mögliche Vortrags- und Beratungskunden stoßen auf meinen Blog, auf meine Themen und verstehen: Der Betreiber spricht nicht nur schlau über Blogs und Social Media, sondern praktiziert es selbst. Der Blog ist also ein Marketinginstrument für mein Unternehmen redaktion42. Dort bin ich Dienstleister für Content, Beratung und Schulungen. Mehr und mehr kommt auch das Thema Blogschulungen und Storytelling hinzu – dem Blog sei Dank. Dies steht alles unter dem großen Thema Medienkompetenz, dem ich mich verschrieben habe. Ich bin in allen Schularten unterwegs, schule Vereine und Organisationen und mahne wieder und wieder das Thema Medienkompetenz an. 

Ich bin viel in Sachen Medienkompetenz unterwegs.

Ich bin viel in Sachen Medienkompetenz unterwegs.

Ehrenamt Bloggerclub

Und durch meinen Blog kam ich zu einem Ehrenamt, das ich gerne ausübe, weil es wichtig ist. Ich wurde Vorsitzender des ersten deutschen Bloggerclubs. Der Verein wächst und wächst und vor kurzem wurde ich zusammen mit meinen Stellvertreter Franz Neumeier wiedergewählt. Er hat den extrem erfolgreichen Kreuzfahrtblog. Seit kurzem werden wir im engeren Vorstand von Dr. Tanja Praske unterstützt, die sich in Deutschland einen Namen im Bereich Blogparaden gemacht hat. Wir haben das Kind Bloggerclub auf den Weg gebracht und sobald alles in trockenen Tüchern ist und das Kind alleine laufen kann, werden wir es an eine neue Generation übergeben. Im Mittelpunkt des Bloggerclubs steht der Bloggerkodex, den ich für sehr wichtig in der Blogosphäre halte. Er fordert Transparenz in Blogs ein und stellt sich den schwarzen Schafen der Branche als Qualitätsmerkmal entgegen.

Der Kodex dient einer transparenten Kommunikation gegenüber den Besuchern eines Blogs. Auch definiert der Bloggerkodex die notwendigen Regelungen für Kooperationen mit Unternehmen. Nutzer wünschen sich vertrauenswürdige und glaubhafte Informationen und Unterhaltung. Unternehmen und Organisationen haben wachsendes Interesse an authentischen Meinungen.

Der Bloggerclub ist die Vertretung der Blogger.

Der Bloggerclub ist die Vertretung der Blogger.

Selbstständige Blogger benötigen ein wirtschaftliches Fundament, um langfristig unabhängig existieren zu können. Dieser Kodex beschreibt unser Selbstverständnis als Blogger in diesem Spannungsfeld und hat ebenso das Nutzerinteresse im Blick wie eine professionelle und transparente Zusammenarbeit zwischen Bloggern, Unternehmen und Organisationen. Diese Regeln gelten äquivalent auch für Social-Media-Kanäle. Das halte ich für enorm wichtig und bin daher beim Bloggerclub aktiv dabei. 

Danke

Dass mein Blog redaktion42.com jetzt zehn Jahre existiert, hat viele Gründe und es ist Zeit einmal Danke zu sagen. Danke für Support, Unterstützung und Motivation. Ich will meiner Familie Danke sagen, die mich zu allen möglichen Uhrzeiten bloggen sieht. Meiner Frau danke ich besonders, denn sie nimmt Rücksicht auf meine Eigenheiten und versteht, dass es Phasen gibt, da muss ich einfach schreiben, sonst platze ich. Ich weiß, das ist schwer für ein Familienleben und dafür ein Dankeschön. 

Danke an meine Familie für die Unterstützung.

Danke an meine Familie für die Unterstützung.

Danke will ich auch meinem Kollegen Thomas Gerlach sagen, mit dem ich zusammen angefangen habe zu bloggen. Kollege Gerlach startete mit einem spitzen Medienblog und hat heute einen sehr erfolgreichen Kochblog. Ich blieb bei meinen seichten Themen nach der Devise von Helmut Thoma: Im Seichten kannst du nicht ertrinken. 

Danke natürlich auch an alle meine Kunden, die mich mit Aufträgen versorgen. Ohne euch könnte ich nicht das Leben führen, das ich führe. 

Und natürlich ein großes Dankeschön an alle meine Leserinnen und Leser. Danke für das Feedback, die Likes, die Klicks, die Kommentare und vor allem die Inspiration und Neugierde.

Buchtipp: Das Jahrtausendhochwasser Simbach am Inn

11. Juli 2018
Interessante Dokumentation über das Hochwasser in Simbach am Inn.

Interessante Dokumentation über das Hochwasser in Simbach am Inn.

Vor kurzem hatte ich ein Seminar in Niederbayern und eine Teilnehmerin berichtete mir vom Hochwasser in ihrer Heimat Simbach. Am 1. Juni 2016 zerstörte ein Hochwasser Teile der Ortschaft. Der kleine Fluss Simbach verwandelte die gleichnamige Ortschaft zu einem Chaos.
Die Seminarteilnehmerin zeigte mir zusammen mit ihrem Mann einen selbstgefertigten Fotoband, wie die Flut die Heimat zerstörte. Innerhalb von Minuten kam das Wasser und der Schlamm. Keller und Erdgeschoss wurden innerhalb von Minuten überschwemmt. Der Mann, der zufällig zu Hause war, packte seine Kamera und dokumentierte die Katastrophe. Er flüchtete ins Obergeschoss und wurde nach Tagen von Helfern von THW und Feuerwehr gerettet. Alles im Keller und Erdgeschoss wurde vernichtet, darunter ein wertvoller Steinway-Flügel, der gerade erst gekauft wurde. In Simbach kam es zu sieben Todesopfern, die in den Fluten ums Leben kamen, weil sie sich unter anderem nicht mehr aus dem Keller retten konnten. Die Erzählungen des Ehepaars haben mich berührt.
Leider kann ich die persönlichen Bilder von der Flut der Familie nicht zeigen, aber ich habe mir ein Buch gekauft: „Das Jahrtausendhochwasser“. Es wurde von der Stadt Simbach herausgebracht. Das Titelfoto von Walter Gering ist das Bild, das um die Welt ging. Der freie Fotograf drückte ab und die PNP veröffentlichte das Foto. Dann wurde es von den Massenmedien und den sozialen Netzwerken aufgegriffen und weiterverbreitet. Innhalb eines Tages war das sehr gute Reportagefoto in allen Köpfen. Und auch ich verbinde das Hochwasser in Simbach mit diesem Foto.
Das Buch ist eine Dokumentation der Ereignisse. Es zeigt, wie es zur Flut kommen konnte, wie das Wasser sich seinen Weg bahnte und wie die Bevölkerung zusammenhielt, um Folgen der Katastrophe zu bewältigen. Ergänzt werden die umfangreichen Fotos von Statements von Politiker, Helfern und Betroffenen. Die Schicksale haben mich berührt. Von Gesprächen habe ich gehört, dass die Entschädigung der Familien noch lange nicht geklärt ist. Das ist für mich ein Skandal.
Und es wundert mich, dass erst jetzt, zwei Jahre nach Flut der Ausbau des Hochwasserschutzes in Simbach am Inn beginnt. Das hat die Stadtverwaltung mitgeteilt. So rollen im Moment die Bagger an. Damit das Wasser bei Starkregen in Zukunft besser abfließen kann, soll der Bach, der mitten durch die Stadt fließt, ein breiteres Bett bekommen.

 

Filmtipp: Jurassic World: Das gefallene Königreich

10. Juli 2018
Mir hat Jurassic World: Das gefallene Königreich gefallen.

Mir hat Jurassic World: Das gefallene Königreich gefallen.

Doch, ich habe mich auf Jurassic World – das verlorene Königreich gefreut und ich wurde nicht enttäuscht. Er ist zwar nicht so gut wie sein Vorgänger, macht aber Hoffnungen auf einen interessanten nächsten Teil, wann immer er auch kommen mag.
Ich war und bin im Dino-Fieber. Mir gefallen die Kameraden aus der Vorzeit und als ich das erste Mal das Buch DinoPark von Michael Crichton gelesen und den beeindruckenden Film Jurassic Park von Steven Spielberg gesehen habe, entzündete sich das Dino-Fieber meiner Kindheit wieder. Als Kind liebte ich die Monster-Filme um Godzilla und King Kong. Vom technischen Aspekt war Spielbergs Film ein absoluter Klassiker. Neben Terminator 2 ebnete der Film den Weg von CGI. Inhaltlich war Teil 2 noch okay, Teil 3 war einfach schlecht. Dann gab es mit Jurassic World einen Neustart, der mir super gefallen hat. Jetzt war ich neugierig, wie die Geschichte in Jurassic World: Das gefallene Königreich weiter erzählt wird.
Und sie fängt wunderbar an. Es geht wieder auf unsere Dino-Insel, um Saurier vor einem Vulkan-Ausbruch zu retten. Natürlich gibt es wieder reiche, weise Millionäre und böse Buben. Und dann darf in der Geschichte ein kleines Mädchen mit Namen Maisie nicht fehlen, das ich ursprünglich als Kinozielgruppe gesehen hatte, aber es ist weit mehr. Ich sag nur Gen-Technologie, verrate aber nicht mehr. Teil 3 der neuen Reihe soll übrigens im Juni 2021 starten.
Nun zum Film selbst: Während die erste Hälfte des Film im Dschungel und bekannter Umgebung spielt, ist die zweite Filmhälfte bedeutend dunkler und auch blutiger. Optisch ist der erste Teil der Hammer: Die Dinos sind wunderbar anzusehen und CGI hat nochmals einen Sprung nach vorne gemacht. Die Darsteller sind bekannt und auch Jeff Goldblum darf erneut den besorgten Dr. Ian Malcolm spielen. Chris Pratt ist eine Art Indy Jones für eine neue Generation und macht seine Sache prima. Isabella Sermon als Maisie Lockwood macht ihre Sache hervorragend und erinnert an die alten Zeiten als Steven Spielberg sich in die Rolle von Kindern hineinversetzte. James Cromwell als weiser Opa mag ich gerne, denn James Cromwell spielt schön Respektspersonen wie Präsidenten oder Prinz Philipp.
Raum für Spekulationen ist das Ende, wenn sich die Dinos auf den Weg in die Welt machen und wir das Geheimnis von Maisie erfahren. Das gibt Raum für Spekulationen, denn die Dino-Geschichte braucht langsam einen neuen Dreh. Und mit Jurassic World: Das gefallene Königreich sind die Weichen in eine interessante Science Fiction-Richtung gestellt.
Ob sich der Besuch des Films lohnt? Ja, es ist schöne Pop Korn-Unterhaltung und hat auch einige Hommage-Szenen an frühere Filme wie Ziege und die Panik der Dinos. Aber auch Spielberg wird immer wieder zitiert. Logikfehler gibt es zu Hauf, aber sie nerven nicht so sehr wie im jüngsten Star Wars. Für mich war es zwei Stunden schöne Kinounterhaltung. Das Einspielergebnis von bisher 1,004.6 Milliarden US_Dollar kann sich sehen lassen.

Zum Schießen – äh: MADs kleiner Klokamerad: Fußball

6. Juli 2018
Ideale Klolektüre: MAD zum Thema Fußball.

Ideale Klolektüre: MAD zum Thema Fußball.

Die WM war aus deutscher Sicht einfach zum Lachen. Als bekennender Nichtfußballfan hatte ich den Versuch gemacht, mir die deutschen Spiele reinzuziehen. Wegen Langeweile habe ich nach kurzer Zeit wieder abgebrochen. Um wenigstens etwas Fußball-Feeling zu bekommen, schaute ich mir die spezielle MAD-Ausgabe zum Fußballereignis an: MADs kleiner Klokamerad: Fußball  

Der Panini-Verlag stellte mir ein Rezensionsexemplar für diesen Blog dankenswerterweise kostenlos zur Verfügung. Ich  muss zugeben, dass ich das 148seitige Buch nicht auf seinem Bestimmungsort gelesen habe, sondern ganz banal auf der Terrasse. Und was erwartete mich? Klamauk, Flachwitze, ein paar gute Schenkelklopfer und ab und zu hintergründiger Humor – also typisch MAD. Und ich muss zugeben: Wie es bei MAD üblich ist, auch völlig politisch unkorrekte Äußerungen, bei denen ich ganz schön schlucken musste. Ist das dieser Humor, von dem alle reden? 

Der Verlag wirbt mit der Aussage: „MADs Kleiner Klokamerad ist der ideale Begleiter für Ihr großes Geschäft.“ Und daher sind keine umfangreichen Geschichten über mehrere Seiten zu erwarten, sondern es von der „üblichen Gang der Idioten“ kleine Bröckchen oder geistiger Dünnpfiff. Es ist eine Sammlung von alten und neuen Geschichten rund um Fußball aus dem deutschen und US-amerikanischen MAD-Heften der vergangenen Jahren – einige schlichtweg genial, einige schlichtweg daneben. 

Vieles erinnert mich an den Schülerhumor meiner Jugend als ich die MAD-Hefte begeistert gelesen habe. Meine große Zeit mit Alfred E. Neumann war, als Herbert Feuerstein der Chefredakteur der Jugendpostille war. Es gibt sogar noch in meinem Archiv einen umfangreichen Briefwechsel zwischen mit Feuerstein und mir. Vielleicht veröffentliche ich ihn irgendwann. Ich verrate es gleich: Er wird nicht so berühmt wie der Briefwechsel zwischen Jean-Paul Sartre und Sylvie Le Bon de Beauvoir, aber sicherlich witziger. 

Aber zurück zu MADs kleiner Klokamerad: Fußball. Ich lebe das Büchlein auf die Gästetoilette und warte mal die Reaktion unserer Besucher ab. Und es ist allemal besser als Fußball. 

Seminare rund um Videogames

2. Juli 2018
Videospiele - hier ein VR-Spiel - sind Teil meiner Freizeitbeschäftigung.

Videospiele – hier ein VR-Spiel – sind Teil meiner Freizeitbeschäftigung.

Heute mal etwas in eigener Sache: Ich möchte euch auf zwei interessante Gaming-Veranstaltungen hinweisen, an denen ich beteiligt bin. Die eine ist in München, die andere ist in Köln/Bonn im Rahmen der GamesCom.

Videospiele als kulturelle Errungenschaft
Am Dienstag, 10. Juli, werde ich im Auftrag der Hanns Seidel Stiftung eine Veranstaltung zum Thema „Umgang mit Videospielen“ durchführen. Von 9 bis 16 Uhr spreche ich zusammen mit einem Kollegen über die Versoftung von Filmen. Meine These: Der Film wird als Leitmedium von Gaming abgelöst. Ich zeige einige gute und sehr viele schlechte Beispiele von Film zu Games und dann Games zum Film und wir reden über die neuen Entwicklungen wie VR. Die Veranstaltung findet im Rahmen des Verbraucherschutzes statt. Am Nachmittag haben wir spannende Diskussionen.
Sehr freue ich mich über den Beitrag von Nina van Aken, einer jungen Psychologin und psychologische Psychotherapeutin in Ausbildung und Gamerin. Sie spricht zu: Virtual Reality Exposure Therapy bei Angststörungen und die Ursachen von Videospielabhängigkeit.
Ich bin der Meinung, dass Videogames auch Kulturgüter sind – freilich nicht jedes Spiel ist Kultur, so wie nicht jedes Musikstück oder jeder Film ein Kulturgut sind. Ich diskutierte mit Stefan Fränkl vom Verein VideoSpielKultur VSK aus München. Dieser Verein führt regelmäßig Spieleabende im Werk1 in München durch und zeigt immer wieder Retrogames (hier schlägt mein Herz natürlich höher). Das genaue Programm und die Anmeldung gibt es hier unter HSS_game.

Im August findet die GamesCom in Köln statt. Und ich organisiere im Auftrag vom Johannes-Albers-Bildungsforum gGmbH ein dreitägiges Bloggerseminar zum Thema Games mit Besuch auf der GamesCom. Ich will mit Jugendlichen das Thema Games aus unterschiedlichen Sichtweisen diskutieren und darüber bloggen. Natürlich besuchen wir auch die GamesCom zum Recherchieren. Für Übernachtung, Verpflegung und Eintritt auf die GamesCom ist gesorgt und wer weiß, wie die Hotelpreise zu dieser Zeit aussehen, der sollte diese Chance wahrnehmen. Das genaue Programm gibt es hier unter Gamescom.

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