Nahezu alleine saß ich in Essen im Kino und schaute mir den Steve Jobs Film an. Nach 2 Stunden und 2 Minuten war für mich klar: Das ist ein Film für Fans – und zwar nur für Fans.
So leid es mir tut, aber wer nur ein wenig den verstorbenen Apple CEO kennt, der ist mit diesem Film überfordert. Im Grunde erzählt dieser Film das Verhältnis von Steve Jobs zu seiner Tochter Lisa. Aber er erzählt viel viel mehr: Er zeigt dem Zuschauer die Revolution der Technik am Beispiel von vielen kleinen, gut recherchierten Details. Der gemeine Zuschauer ist jedoch mit Angaben von Prozessorenentwicklungen, Grafikkarten und anderem technischem Schnickschnack überfordert, der Geek in mir strahlt dagegen und geht nach Hause zu seiner Lisa, zu seinem Apple II, zu seinem NeXT Cube und freut sich, wie die Technikgeschichte verlaufen ist und ich noch einige Geräte besitze.
Die Darsteller Michael Fassbender als Steve, Seth Rogen als der andere Steve und vor allem sehr gut ein großartiger Jeff Daniels als John Sculley gefallen mir sehr gut. Wunderbar treffend auch Kate Winslet als Marketingchefin Joanna Hoffman, die wohl einzige Person, die Jobs ungestraft ihre Meinung sagen durfte.
Neben Regisseur Danny Boyle und den Darstellern ist vor allem Drehbuchautor Aaron Sorkin mein Held. Er schuf eine super spannende Technikgeschichte, wie bereits zuvor in der Zuckerberg-Verfilmung The Social Network von David Finsher. Aaron Sorkin ist ein absoluter Meister seines Fachs und aufgrund seines Drehbuchs von Steve Jobs verschlinge ich gerade seine Serie The West Wing. Dieser Mann kann Geschichten schreiben, die unterhalten und packen und auf ihre Art anspruchsvoll sind. So auch bei Steve Jobs. Aaron Sorkin schafft die Gratwanderung zwischen Technikgeschichte, Heldenverehrung und Hollywood ohne viel Kitsch. Die Geschichte wurde anspruchsvoll erzählt und das ist wahrscheinlich das Problem dieses Films, denn Anspruch ist nicht unbedingt das, was beim Kinopublikum in der Masse gewürdigt wird.
Archive for the ‘Film’ Category
James Bond 007 – noch immer ein gutes Geschäft – auch bei Sky
20. November 2015Spectre heißt der neue Bond und bis Star Wars in die Kinos kommt, wird James Bond 007 das fette Geschäft sein. Kaum ein Film ist so mit Product Placement vollgestopft wie die 007-Filme, die ich persönlich sehr gerne habe. Und bevor die Fragerei beginnt: Sean Connery war der beste Bond und Daniel Craig ist einfach nur ein Bauer (jetzt ist es raus).
Aber nicht nur Spectre lässt die Fans ins Kino strömen. Auch im Bezahlfernsehen lockt Bond die Zuschauer vor die Bildschirme und dies obwohl die Figur von Ian Fleming schon mehrmals über die Mattscheibe oder TFT flimmerten. Bestes Beispiel ist der Bezahlsender Sky Deutschland. Bereits seit einem Monat schreibt Sky mit dem Pop-up-Channel Sky 007 HD seine eigene Erfolgsgeschichte: Seit dem Start am 5. Oktober erreichte die Sonderprogrammierung eine Kontaktsumme von 11,67 Millionen Kontakten. Pro Sendetag wurde Sky 007 HD von rund 500.000 verschiedenen Zuschauern eingeschaltet. Insgesamt 2,65 Millionen unterschiedliche Zuschauer (Z3+) sahen die Bond-Filme, davon 2,25 Millionen Zuschauer bzw. 85 Prozent in der für die Werbewirtschaft relevanten Zielgruppe der 14-59-jährigen.
In der Zeit vom 5. Oktober bis zum 6. Dezember ist der Sky Sender Sky Hits der Pop-up-Channel Sky 007 HD. Sky präsentiert während dieser Zeit rund um die Uhr nonstop 23 Filme des Kult-Franchise. Gesehen wurden die bisherigen Bond-Filme zu 96 Prozent live linear zu Hause, zu zwei Prozent „Playback“ und weitere zwei Prozent nonlinear via Sky Go.
Liebesgrüße aus Moskau
Der reichweitenstärkste Film bislang war „Liebesgrüße aus Moskau“ mit insgesamt 810.000 Kontakten. Liebesgrüße ist einer meiner Lieblingsbonds, weil er die Atmosphäre des Kalten Krieges wunderbar einfängt. Dann folgt bei Sky „Moonraker – streng geheim“ (740.000 Kontakte) sowie „Der Morgen stirbt nie“ (670.000 Kontakte). Täglich wurde in der Primetime-Ausstrahlung um 20:15 Uhr in chronologischer Reihenfolge einer der 23 Bond-Filme gezeigt.
Marcus Ammon, Senior Vice President Fiction Sky Deutschland AG, zieht nach einem Monat Sendezeit des Pop-up-Channels ein positives Zwischenfazit: „Sky 007 HD ist ein Riesenerfolg und wird sicher die beliebteste Sonderprogrammierung in der Sendergeschichte werden. Beachtlich ist der hohe lineare Anteil mit 96 Prozent, was beweist, dass sich die Bond Fans die Filme bevorzugt daheim in bestmöglicher Qualität auf den großen Bildschirmen ansehen.“
Ein großer Vermarktungserfolg
Die Werbewirtschaft hat das aufmerksamkeitsstarke Umfeld auf Sky stark nachgefragt und die vielfältigen Möglichkeiten der Sonderprogrammierung genutzt, um ihre Marke und Werbebotschaften rund um den Superagenten zu inszenieren. Im November und bis zum Ende der Sonderprogrammierung am 6. Dezember sind die klassischen Werbeumfelder ausgebucht. Land Rover ist Sponsoring-Partner von Sky 007 HD und verlängert seine werbliche Kommunikation zum Kinostart von „Spectre“ auf die Sky Multiscreen-Plattformen. Land Rover nutzt das themenbezogene Werbeumfeld für eine umfangreiche Inszenierung des „Range Rover Sport“.
Martin Michel, Geschäftsführer Sky Media: „James Bond Fans freuen sich auf ‚Spectre‘ und haben sich die Wartezeit mit den Bond-Klassikern verkürzt. Das zeigen die starken Quoten des Pop-up-Channels. Gleichzeitig haben wir für unsere Werbekunden ein einzigartiges Umfeld für eine aufmerksamkeitsstarke Markeninszenierung geschaffen, das es so nur auf Sky gibt.“
Filmtipp: Halloween III zu Halloween
31. Oktober 2015Zu Halloween gehört ein Gruselfilm einfach dazu. Ich hab nicht zu Hause und kann daher auf mein Filmarchiv nur bedingt zugreifen. Zu Halloween habe ich mir einen unterschätzen Film herausgesucht, der komplett gefloppt ist: Halloween 3 – ich hab ihn damals im Kino als Halloween – Die Nacht der Entscheidung gesehen.
Ich war total enttäuscht, weil mir der Film suggeriert hatte, in der Tradition von Michael Michi Myers zu sehen. Nix da. Es ist eine komplett neue Geschichte, die nichts mit den Splitterfilmen von John Carpenter zu tun hat. Michael Meyers starb ja vorerst im Teil II. Jahrelang verdammte ich den Film Halloween III, weil ich damals so getäuscht wurde und sauer war.
Der Film kam 2014 wieder auf den DVD-Markt und ich kaufte mir die Silberscheibe trotz meines Zorns von damals. Vielleicht werde ich altersweise, aber ganz so schlecht, ist Halloween III dann doch nicht. Großes Kino ist der Film allerdings auch nicht. Im Grunde ist es lockeres Popcorn-Kino. Der Inhalt: Die böse Firma „Silver Shamrock“ stellt Halloween-Masken her, die an Halloween den Maskenträger töten. Der Tötungsbefehl wird über einen TV-Werbespot aktiviert – so eine Art Schläfer in Maskenform. Der Held bekämpft „Silver Shamrock“, scheitert aber am Ende und das Massaker nimmt seinen Lauf (was der Zuschauer allerdings nicht mehr sieht).
Beim Wiedersehen ging mir als erstes der schräge Halloween 3 Soundtrack von John Carpenter und Alan Howarth ins Ohr. Der schreckliche Werbesingle bleibt im Gehörgang und nistet sich dort ein. Anders als die stimmungsvollen Vorgängersoundtracks von Carpenter ist Halloween 3 eher eine Experimentaltour von Tönen und Klängen, eben sehr schräg.
Die Filmhandlung war eigentlich eine nette Idee. Jedes Jahr wollte Carpenter einen eigenen, abgeschlossenen Halloween-Film ins Kino bringen. Die Idee scheiterte – und ab Halloween IV gingen die Produzenten zum Slasher-Konzept zurück. Michi kam wieder und die Story ging den Bach runter. Es gab später mal interessante Halloween-Variationen wie Halloween H20 und vor allem die beiden harten Rob Zombie-Filme, die es ungeschnitten wirklich in sich haben.
Regie bei Halloween 3 führte der Carpenter-Kumpel Tommy Lee Wallace, der schon den zweiten Teil ablieferte. Doch keiner wollte damals diese Version von Halloween sehen – ich auch nicht. Aber man sollte den Film eine Chance geben und den Michael Myers endlich aus dem Kopf verbannen. Der Mann mit der weißen Maske kommt in Halloween III nur einmal kurz im Fernsehen vor. Ich habe lange gebraucht, mich mit diesem Film anzufreunden und er wird sicherlich das Horror-Genre nicht verändern. Aber es ist solide Hausmannskost und eine nette Abwechslung am Halloween-Abend. Atmosphäre hat er – wer allerdings auf Blut und Terror steht, der sollte die Halloween-Filme von Rob Zombie wählen, eine blutige Wahl.
Ich habe noch ein paar Eindrücke vom Verkauf von Halloween-Material in München als Stimmung angefügt. Bei uns im Dort veranstaltet der örtliche Künstler eine Halloween-Aufführung und schade, dass ich nicht dabei sein kann. Aber meine Familie geht hin und ich hoffe, sie nutzen ihre Smartphones nicht nur zum Telefonieren.
Zurück in die Zukunft – heute kommt der DeLorean DMC-12 zu uns
21. Oktober 2015Am 26. Oktober 1985 brach Marty McFly samt Jennifer Parker und Emmett Brown ins Heute auf. Am heutigen 21. Oktober 2015 um 19 Uhr kommen sie in der Gegenwart an. Also bitte ich euch, genau um diese Uhrzeit nach einem DeLorean Ausschau zu halten. Und es muss nicht die Straße sein, sondern dieser DeLorean kann auch fliegen. Der Spaß dauert nur ein paar Stunden. Um 19:28 Uhr bricht das Team wieder in die Vergangenheit auf. Um 21 Uhr landen sie am 26. Oktober 1985.
Die ganze Sache kommt aus dem Filmklassiker Zurück in die Zukunft . Geschichte über Zeitreisen gab es schon immer, aber selten waren sie so nett verpackt, wie in Back to the Future. Damals im Kino habe ich mich herzlich amüsiert und mit meinen Kindern schaue ich die drei Teile von Robert Zemeckis gerne an. Der Teil 1 stammt aus dem Jahr 1985 und ich war noch Schüler. Ich genoss die Erfindungen des Fluxkompensator und ich hing meinen Träumen nach. Ausführlicher werde ich mich mit den Filmen am 26. Oktober in diesem Blog beschäftigten. Dann startet Marty McFly zum Datum 5. November 1955. Und wir wissen ja alle, was dann passiert … Inzwischen baue ich an meinem DeLorean aus Lego 21103
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Buchtipp: Dressing a Galaxy von Trisha Biggar
20. Oktober 2015Als passionierter der amerikanischen und deutschen Vogue musste ich bei diesem Buch sofort zugreifen. Dressing a Galaxy: The Costumes of Star Wars zeigt die Kostüme im Star Wars Universum der Teile 1-3. Im Grunde ist das Buch eine Art Mode-Guide durch Star Wars. Und wer jetzt glaubt, dass die Kostüme der Filme oberflächlich gestaltet wurden, der irrt gewaltig.
Viele atemberaubende Details zeigt dieses Buch. Viel Interessantes, das ich in den Filmen gar nicht wahrgenommen habe, wird jetzt offensichtlich. Im Film geht es zu schnell, aber nun wird die Schönheit der Kostüme offenbart. Erst durch die aufmerksame Lektüre dieses wirklich schönen Filmbuch erschloss sich mir die Eleganz innerhalb der ersten drei Star Wars Welten. Lange Zeit war das Buch vergriffen, dann wurde es wieder aufgelegt und wie ist der Zufall wollte, fand ich in einem Antiquariat die amerikanische Originalausgabe. Es gab noch eine Luxus-Ausgabe mit Stoffproben, die ich gerne haben würde, aber verpasst habe. Dressing a Galaxy: The Costumes of Star Wars ist gestaltet wie eine klassische Vogue. Ganzseitige, detailreiche Fotografien und auf der anderen Seite das Modell bzw. Schauspieler.
Die Kostüme von Star Wars 1-3 stammen von Trisha Biggar. Sie steht für mich in der Tradition der Japanerin Eiko Ishioka, die unter anderem die Kostüme für Coppolas Brams Stoiker’s Dracula geschaffen hat. Erste Kontakte zu Lucas hatte die Schottin Trisha Biggar als sie für Die Abenteuer des jungen Indiana Jones gearbeitet hat. Scheinbar war Lucasfilm hier ein Auge auf sie und bot ihr an, die Kostüme zur dunklen Bedrohung zu entwerfen. Insgesamt schuf sie rund 6000 Kleidungsstücke für die drei Star Wars Filme. Und obwohl die Filme nicht in jeder Hinsicht überzeugten, fesselten sie vor allem durch die grandiosen Kostüme, die in aufwendiger Handarbeit gefertigt wurden. Ich habe mir das Buch mit ein paar Maßschneider angeschaut, die von dem Detailreichtum absolut fasziniert waren. Der Einsatz von verschiedenen Materialien mit Accessoires ist absolut gekonnt und macht Lust auf neue Klamotten. Ob die Bilder als Vorlage für eigene Kreationen herangezogen werden können, weiß ich nicht. Ich bin kein Schneider und auch nicht handwerklich begabt, deshalb schaue ich mir lieber das außergewöhnliche Buch an.
Limitierte Vinyl-Ausgabe: Game of Thrones Season 5 Soundtrack ausverkauft
10. Oktober 2015Als Soundtrack-Fan freue ich mich über neue Veröffentlichungen. Jetzt kam die Meldung, dass der Soundtrack von Game of Thrones veröffentlicht wurde – und zwar auf Vinyl.
Den Soundtrack als CD oder Download gibt es bereits seit 10. Juli 2015. Nun kam in limitierter Version die Vinyl-Ausgabe. In einer exklusiven Auflage sind die ersten 2500 LPs nummeriert und auf silberfarbenen Vinyl gepresst. Innerhalb eines Tages war der Soundtrack restlos ausverkauft. Der ausschließlich im HBO Shop erhältliche Game of Thrones Season 5 Soundtrack bestand aus zwei Vinyl Schallplatten mit Klappcover. Die 180 Gramm schweren Schallplatten beinhalten die 17 Titeln der mehrfach ausgezeichneten Serie. Das Ganze gab es beim HBO Global Licensing-Shop für Europa für 50 Euro. Jetzt gibt es nur noch die CD und die Download-Datei.
Das klingt alles ganz fein und ich freue mich grundsätzlich über den Erfolg des Soundtracks. Und jetzt kommt das Aber. Die Musik stammt wie bei den anderen Teilen auch von Ramin Djawadi. Und ich mag die Musik nicht. Die Musik hat sich mit dem Teil 5 weiterentwickelt, aber im Grunde ist es das alte Zimmer-Schema. Themen zu Tode reiten. Ich finde sie schrecklich. Es ist die klassische Musik meines Hass-Komponisten Hans Zimmer. Kennste einen Soundtrack aus dem Zimmer-Universum, dann kennste alle. Es gibt ein paar Ausnahmen von Hans Zimmer, aber die meiste Musik aus seiner Industriefirma gefällt mir einfach nicht. Ich habe die Game of Thrones-CDs wegen der allgemeinen Beliebtheit gekauft und in den Schrank gestellt, aber ich höre sie nur ganz selten an. Es gibt soviel besseres. Und so habe ich die Vinyl-Ausgabe trotz aller Sammlerleidenschaft auch nicht bestellt.
Woody Allen steigt auf Digital um
8. Oktober 2015Ich hab geglaubt, die alten Schlachtrösser im Filmbereich bleiben sich treu. Aber jetzt meldet Sony, dass Woody Allen auch auf Digitalkameras für seine neuen Kinofilm setzt. Wieder einer, der der analogen Welt den Rücken kehrt. Von den alten Recken war George Lucas einer der ersten, die sich digital versuchten. Sein Kumpel Steven Spielberg steht zumindest im Moment noch auf klassischen Film.
Ich selbst bin ein Fan des reiferen Woody Allen. Die frühen Klamauk-Filme mag ich nicht so sehr. Ich stehe mehr auf die New Yorker Zeit mit Stadtneurotiker und Manhattan
. Und ich mag seine Ingmar Bergman-Filme. Innenleben war ein großer Wurf. Woody Ingmar Allen erkundete die Psyche.
Bei den neuen Filmen findet Allen ein größeres Publikum und dieses Mal geht er mit der Digitaltechnik für ihn neue Wege. Gedreht wird mit der Sony CineAlta-Kamera F65 und anschließend in 4K gemastert. Die F65 ist seit langem erste Wahl für Kameramann Vittorio Storano, der gemeinsam mit Allen an dem noch namenlosen Film arbeiten wird. Ich bin sehr gespannt, was das für ein Film wird. Der Kameramann versteht sein Handwerk auf jeden Fall und kann großartige Bilder zaubern. Der dreimalige Oscar-Gewinner Vittorio Storaro wirkte an Filmen wie „Apocalypse Now“, „Reds“ oder „Der letzte Kaiser“ mit und zählt zu den besten Kameramännern in Hollywood. In den vergangenen Jahren ist er auf digitale Technologien umgestiegen.
1983 arbeitete Storaro zum ersten Mal mit Sony und war schon damals von der präzisen Farbkomposition und der HD-Qualität des Herstellers beeindruckt. So setzte er auch beim Dreh von „Apocalypse Now“ auf Sony-Technologie und gewann schließlich den Oscar für den Film. Die Zusammenarbeit zwischen Sony und Storaro ging über die Jahre weiter – immer neue Workflows und Aufnahmetechniken kamen zum Einsatz, um das Publikum wirkungsvoll zu beeindrucken. 4K ist das jüngste Beispiel dafür. Mit der hohen Auflösung kreieren Filmemacher und Kameraleute immersive und atemberaubende Aufnahmen – ein Erlebnis, dass auch Allen und Storaro ihrem Publikum bieten wollen und sich deshalb dafür entschieden haben, ihr neues Projekt in 4K zu mastern. Die Frage ist nur, weshalb muss ich einen Woody Allen in 4K-Auflösung sehen? Bisher reichte mir eigentlich die herkömmliche Auflösung für seine eher harmlosen Filmchen.
Aber nun steht es fest, so Sony: Digital und 4K. Wenn jetzt noch 3D kommt, dann verliere ich den Glauben.
Die Entscheidung für die Sony CineAlta-Kamera F65 kommentiert Storaro: „Die Sony F65 macht wunderschöne 4K-Aufnahmen mit 16-Bit-Farbtiefe in 1:2 – meine Lieblingskomposition! Als Woody mich vergangenes Jahr anrief und fragte, ob ich Kameramann seines neuen Films mit dem Arbeitstitel ‚WASP 2015‘ werden möchte, hatte ich meine Entscheidung bereits getroffen. Ich überzeugte ihn davon, den Film digital zu drehen, sodass wir gemeinsam unsere Reise in die digitale Welt antreten können. Die Zeit für die Sony F65 ist gekommen!“
„Für Sony ist es eine große Ehre, dass sich Woody Allen bei seinen ersten digitalen Dreh für Sony CineAlta entschieden hat“, sagt Ainara Porron, European Marketing Manager, Cinematography, Sony Europe. „Das ist eine schöne Anerkennung für unseren kontinuierlichen Einsatz für die Filmindustrie und macht deutlich, dass Sony CineAlta die erste Wahl für Regisseure und Kameraleute ist“.
Buchtipp: Star Wars Storyboards von J. W. Rinzler
7. Oktober 2015Langsam kommt das Star Wars-Fieber und ich habe mir in den Schulferien mit meinen Kindern die Original Trilogie Krieg der Sterne, Das Imperium schlägt zurück und die Rückkehr der Jedi-Ritter wieder angesehen. Weil meine Kinder vieles visuell verarbeiten, zeichneten sie nach den Filmen ihre Eindrücke auf. Sie malten Bilder von Luke, Vader, R2D2 und dem Todesstern. Gut kam auch die ATAT und die Tie-Fighter an.
Ich ergriff die Chance und zeigte meinen Kindern, wie so ein Film überhaupt gemacht wurde. Da kam mir das Buch die Star Wars Storyboard von J. W. Rinzler gerade recht. Noch mit frischer Erinnerung an die Filme schauten wir die Storyboards der klassischen Trilogie durch. Es war schön zu sehen, was sich die Artists ausgedacht hatten und wie es die Regisseure George Lucas, Irvin Kershner und Richard Marquand dann in Szene gesetzt hatten. Für uns war das Durchblättern des Bilderbuches eine visuelle Auseinandersetzung mit dem Thema Star Wars, eine Art Comicbook ohne Sprechblasen.
Storyboards sind Teil der Preproduction, also der Vorproduktion eines Films. Die Zeichnungen sollen auf Basis des Drehbuchs die Szenen erklären, den Bildaufbau festlegen und anhand der Zeichnungen stellt sich heraus, ob ein Film funktionieren wird. Ich habe mal gehört, die ersten Storyboards wurden bei Walt Disney eingeführt.

Das Besondere an dem Buch waren die nicht erzählten Geschichten. In den Storyboards gibt es Handlungsstränge, die in den späteren Filmen nicht mehr vorkommen. So hätte die Star Wars Trilogie auch aussehen können. Diese möglichen Wendungen in der Geschichte zu entdecken und darüber fachsimpeln, das macht doch den Fanboy aus. Also ist dieses Buch nicht nur Literatur für Filminteressierte, sondern es ist eine visuelle Bibel für Star Wars Fanboys.
Game of Thrones: Im Gedenken – ein Buch für die gefallenen Helden
30. August 2015Was lässt sich nicht alles vermarkten? Ich dachte eigentlich, dass Lucasfilm und Disney Spitzenreiter der Vermarktung von Star Wars sind, aber die Rechteinhaber von Game of Thrones sind auch geschäftstüchtig. Neuester Geniestreich ist das Buch Game of Thrones: Im Gedenken– ein Buch für die gefallenen Helden.
In der Serie sterben die Guten wie die Fliegen. Das macht den Reiz dieser erfolgreichen Serie aus. Und es sterben Darsteller, deren Tod der Zuschauer nicht erwartet hat. Das ist der Schock.
Die Idee dahinter kommt von Alfred Hitchcock, der die Sache in Psycho ausprobiert hat. Er hatte als Star in Psycho die großartige Janet Leigh als Star. Als sich der berühmte Duschmord im ersten Drittel des Films ankündigte, dachte das damalige Publikum: Da wird nichts passieren, schließlich ist Janet Leigh der Star des Films. Und siehe da: Norman Bates schlug zu und killte den Star. Das Publikum war verunsichert und schockiert. Die gleiche Methode wendet Game of Thrones extrem erfolgreich und noch blutiger an.
Die Serie Game of Thrones ist ein Gassenhauer und zeigt für mich die neue Qualität von TV-Serien im Vergleich von lahmen Kinofortsetzungen. Serien ist das neue Kino. Game of Thrones basiert auf den Fantasy-Romanen Das Lied von Eis und Feuer von George R.R. Martin. Es ist leichte Kost. Während die deutsche Ausgabe relativ teuer ist, kommt die englische Buchausgabe als Schnäppchen daher. Hier kann man über die Personen nochmals nachlesen, wenn sie einem in der Serie zu schnell wegsterben. Das Ableben eines Charakters geschieht oftmals so schnell, dass man als Fan kaum Zeit hat, um seine Lieblinge zu trauern. Um die vielen Toten nicht in Vergessenheit geraten zu lassen, hat sich nun das Buch Im Gedenken ihrer angenommen.
Auf mehr als 50 Totentafeln gedenken die Autoren in dem aufwendig gestalteten Buch den Toten der Königslande von Westeros, wobei sie auf einer Doppelseite je ein Foto-Porträt der Figur mit einem ihr Dasein charakterisierenden Gedenksatz und einem Zitat aus ihrem Mund zusammenstellen. Die wichtigsten Dahingeschiedenen (ohne Anspruch auf Vollständigkeit) bis zum Ende der vierten Game of Thrones-Staffel finden sich in diesem Buch, auf dass sie den Fans auf ewig in Erinnerung bleiben mögen. Eröffnet wird der Todesreigen von Eddard „Ned“ Stark, der den gerne zitierten Satz „Der Winter naht“ prägte und das Opfer höfischer Intrigen wurde. Die letzte Totentafel des Buchs gilt Tywin Lennister, der durch die Hand seines Sohnes Tyrion gemeuchelt wurde. Ebenso wie die Prostituierte Shae (im Buch eine Seite vorher aufgeführt), die von der deutschen Schauspielerin Sibel Kekilli dargestellt wurde. Aber nicht nur den Menschen wird gedacht, sondern auch anderen Kreaturen und Tieren, wie den Schattenwölfen. Lady aus dem Hause Stark, zum Beispiel, die auf Befehl von Cersei Lennister getötet wurde, oder der Riese Mag.
Der Wiedergänger Beric Dondarrion findet sich gar fünf Mal in dem Buch wieder. Und gerade das geht mir auf den Geist. Fünfmal das gleiche Bild Band Game of Thrones: Im Gedenken ist ein Kleinod für eingefleischte Fans der Serie und liebevoll gestaltet.














