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Warum Pink Floyd wirklich Space Music macht

15. Januar 2019
Dark Side of the Moon ist für mich eines der wichtigsten Alben überhaupt.

Dark Side of the Moon ist für mich eines der wichtigsten Alben überhaupt.

Wenn ich Leute über Pink Floyd reden höre, vernehme ich oft den Ausdruck Space Music? Was soll diese Art von Weltraummusik darstellen? Es liegt wohl den psychedelischen Sound, den Pink Floyd zu Beginn ihrer Karriere gemacht haben. Als Stammband des UFO-Clubs in London war die Band 1967/68 für ihre langen Improvisationen und Soundexperiemente bekannt geworden. Das sollte sich in den späteren Jahren nicht ändern. 

Improvisationen bei Pink Floyd im Londoner UFO-Club.

Improvisationen bei Pink Floyd im Londoner UFO-Club.

Als 1969 Neil Armstrong den Mond betrat, sorgte Pink Floyd im britischen Fernsehen für die Live Musik. Die Musik dazu findet sich übrigens auf der Doppel-CD The Early Years 1967 – 1972 Cre/ation mit anderen Schätzen. Ich kaufte mir bei Erscheinen damals die komplette Box für teuer Geld und hab es nie bereut.

Kommen wir zurück zur Space Music. Im Laufe der Jahre kommen auch andere Musiker zu der Ehre solche Musik zu machen: Jean-Michel Jarre, Tangerine Dream, Klaus Schulze und mehr. Dennoch hat Pink Floyd sicherlich eine außergewöhnliche Stellung. 

In der Pink Floyd-Ausstellung in Dortmund gibt es zwei Hinweise auf diese besondere Stellung. Bis 15. Februar 2019 läuft die multimediale. Erlebnis-Ausstellung: „The Pink Floyd Exhibition: Their Mortal Remains“ noch in Dortmund und ich musste sie mir einfach ansehen. 

Dedicate Sound of Thunder im Weltall

Zum einen war das Live-Album Delicate Sound of Thunder im Jahr 1988 bei einem russischen Kosmonauten auf der Sojus MT-7 mit dabei. Die Band Pink Floyd ohne Roger Waters verfolgte damals den Start der Rakete. Der Kosmonaut hatte die Kassette im Gepäck, die Hülle blieb auf der Erde zurück, um Gewicht zu sparen. Damit war Dedicate Sound of Thunder wohl das erste Rockalbum im Weltall in der Geschichte, also wahre Space Music.

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Dark Side im Space Shuttle

Zum anderen wird in der Pink Floyd-Ausstellung ein Dankesschreiben des britischen Astronauten Piers Sellers (1955-2016) ausgestellt. Er hatte zum 30. Geburtstag von Dark Side Of The Moon die SCAD-Version des Albums im Weltraum mit dabei. Es war der NASA-Shuttle Flug STS-132 im Jahr 2010. Sellers flog dreimal zur ISS und machte sechs Weltraumspaziergänge. Im Weltraum hörte er seine Space Music von Pink Floyd. In der Ausstellung ist das Schreiben und die Original-CD und eine Fotografie von Piers Sellers samt CD im Weltraum zu sehen.

Dankschreiben der NASA für Dark Side of the Moon.

Dankschreiben der NASA für Dark Side of the Moon.

Also jetzt verstehe ich den Begriff Space Music in Zusammenhang mit Pink Floyd. 

 

Am Horizont gesichtet- Pink Floyd: The Early Years 1965 – 1972

1. August 2016
Im November schlagen die Herzen der Pink Floyd-Fans höher.

Im November schlagen die Herzen der Pink Floyd-Fans höher.

Ich habe mir heute schon mein Geburtstagsgeschenk gemacht. Es ist bis November noch einige Zeit hin, aber es ist klar, was ich mir selbst schenken werde: Das fette Pink Floyd-Set: The Early Years 1965 – 1972
Das Set wird am 11. November erscheinen und scheint vieles zu bieten, was den Pink Floyd-Fan der frühen Jahre erfreut. Es sind 27 Datenträger in der Box enthalten, darunter unveröffentlichte Demos, TV-Auftritte und Live-Footage bis zu Dark Side. Das wiederum deutet darauf hin, dass es eine zweite Box mit den späteren Jahren auch irgendwann geben wird – cool.
Natürlich hat der Fan die ersten sechs regulären Alben, so ist natürlich das Bonus-Material interessant. Insgesamt sind es über 12 Stunden Musik. Es heißt, dass 20 unveröffentlichte Songs darunter sind, darunter Vegetable Man von 1967 und In The Beechwoods – also die Zeit von Syd Barrett. Letzterer soll neu abgemischt sein. Ich hatte mal eine Rauschversion in YouTube gehört, bevor sie vom Netz genommen wurde. Auch dabei: 7 Stunden mit bisher unveröffentlichten Live-Aufnahmen – ich hoffe hier sehr auf ganz frühe Londoner Aufnahmen.
An Bewegbild gibt es 15,5 Stunden Video, darunter rare Konzertmitschnitte, Interviews und drei Feature-Filme. Rare Konzertmitschnitte interpretiere ich so, dass es kein unveröffentlichtes Material ist, sondern irgendein verwackeltes Zeug, dass schon auf obskuren Quellen den Weg ans Tageslicht gefunden hat – hier erwarte ich mir nichts neues.
Das ganze Zeug wird in einer Art Buchmagazin-Form veröffentlicht, bei dem es die einzelnen Teile im kommenden Jahr auch separat erhältlich sind – freilich bis auf die Bonustracks, denn irgendein Sinn muss die fette Box ja haben und die verbliebenen Floyd-Mitglieder Geld verdienen.
Hier die einzelnen Phasen, soweit sie von der Plattenfirma angekündigt wurden:

1965-1967 CAMBRIDGE ST/ATION
Das erste Segment befasst sich mit der Syd Barrett-Phase der Band, von den Demos vor der Verbindung mit EMI über die Non-Album-Hitsingles und die dazugehörigen Tracks bis hin zu bisher unveröffentlichten Songs, wie die neu gemixten Vegetable Man und In The Beechwoods, und den BBC-Session-Aufnahmen. Pink Floyd haben für die Box zusätzlich die Tapes von einem unveröffentlichten Konzertmitschnitt in Stockholm aus dem Jahr 1967 besorgt. Die DVD/Blu-ray zeigt unter anderem historische TV-Auftritte sowie eigenes Filmmaterial von Pink Floyd. Leider war bisher nicht zu erfahren, in welcher Version Piper at the Gate vorliegt. Es wurde ja eine Stereo- und eine Mono-Fassung in einer eigenen Edition veröffentlicht.

1968 GERMIN/ATION
Dieser Teil spürt der Zeit unmittelbar nach dem Ausstieg von Syd Barrett nach, als Pink Floyd noch immer Singles komponierten und gleichzeitig ihren ureigenen, einzigartigen, eher instrumental ausgerichteten Stil entwickelten. Es gibt einige Non-Album-Singleveröffentlichungen zu hören, außerdem eine jüngst aufgespürte Session aus den Capitol Records Studios in Los Angeles, weitere BBC-Sessions und andere Tracks.
Die DVD/Blu-ray enthält den kürzlich restaurierten Promo-Clip zu Point Me At The Sky, einige internationale TV-Auftritte und eine Auswahl von Songmaterial aus weiteren TV-Shows.

1969 DRAMATIS/ATION
Im Jahre 1969 enthüllten Pink Floyd ihre zweiteilig konzipierte Live-Produktion von „The Man“ und „The Journey“, die eine 24-stündige Zeitspanne von Träumen, Aufwachen und anderen Aktivitäten umfasst. Das Werk wurde nie in dieser Form veröffentlicht, wenn auch einige der Songs auf dem Soundtrack „More“ und dem Album „Ummagumma“ benutzt wurden. Dieser Teil der Box blickt zurück auf die Tour zu „The Man“ und „The Journey“ und präsentiert Live-Performances aus Amsterdam und Performances für die BBC London, enthält aber auch die Bonustracks aus dem „More“-Soundtrack, die im Film, aber nicht auf dem Album zu hören waren. Außerdem gibt es Non-Album-Tracks wie eine frühe Version von Embryo aus dem Harvest-Sampler „Picnic“. Das Videomaterial zeigt 20 Minuten aus den Proben zu „The Man“/“The Journey“ in der Royal Festival Hall unter der Regie von Anthony Stern. Unter den Aufnahmen finden sich Afternoon (Biding My Time), The Beginning (Green Is The Colour), Cymbaline, Beset By Creatures Of The Deep und The End Of The Beginning (der letzte Teil von „A Saucerful Of Secrets“) sowie weiteres Performance-Footage aus jenem Jahr.

1970 DEVI/ATION
Ende 1969 und zu Beginn des Jahres 1970 nahmen Pink Floyd ihren Beitrag zu Michelangelo Antonionis differenzierter Perspektive auf die US-Gesellschaft mit dem Titel ‚Zabriskie Point‘ auf und mixten ihn. Drei Songs wurden auf dem Soundtrack veröffentlicht und vier weitere erschienen auf der erweiterten 4 CD-Edition aus dem Jahr 1997. Vorher nie auf einer Pink Floyd CD veröffentlicht, versammelt dieses Segment remixte und ergänzte Versionen des ‚Zabriskie Point‘-Audiomaterials. Zabriskie Point war als Film für mich faszinierend – vor allem als am Schluss das Haus zur Musik gesprengt wurde und es mit etlichen Kameraeinstellungen gedreht wurde.
Im selben Jahr erreichten Pink Floyd ihre erste Album-Nummer-1 im UK, „Atom Heart Mother“, eine Kooperation mit Ron Geesin. Die Aufnahmen enthalten die erste Performance für die BBC mit Orchester und Chor sowie den Original Quadrophonie-Mix auf einer DVD. Ich habe die LP in meiner Jugend immer wieder gehört und freue mich auf den neuen Mix.
Das Videomaterial präsentiert eine volle Stunde Pink Floyd beim Auftritt im TV-Sender KQED in San Francisco und Auszüge aus historischen Aufführungen von „Atom Heart Mother“ sowie Material des französischen Fernsehens aus einem Bericht zum St. Tropez-Festival in Südfrankreich.

1971 REVERBER/ATION
1971 nahmen Pink Floyd das Album „Meddle“ mit dem eine LP-Seite langen Echoes auf, das von vielen als Grundlagenarbeit für „The Dark Side Of The Moon“ betrachtet wird und daher ein wichtiger Bestandteil des Pink Floyd-Kanons ist.
Dieser Teil der Box bietet Teile der Originaldemos, als sich das Projekt von „Nichts“ bis zur „Rückkehr des Sohnes von Nichts“ entwickelte sowie eine damals entstandene BBC Session-Aufnahme. Schade, dass der Surfer-Film Echoes nicht in der Box enthalten ist. Den hatte ich als 16 mm Film als Jugendlicher in der Schule gesehen.
Das Audio bzw. Videomaterial enthält den originalen, unveröffentlichten Mix von Echoes, aber auch Live-Material aus dem Jahr 1971, darunter Songs, die mit Roland Petit und seiner Marseille Ballet Company aufgeführt wurden.

1972 OBFUSC/ATION
Im Jahre 1972 reisten Pink Floydnach Hérouville, nördlich von Paris, um dort in den Strawberry Studios, die im Chateau des Städtchens ansässig waren, Aufnahmen zu machen. In zwei Wochen komponierten sie eines ihrer geschlossensten Alben und nahmen es dort auch auf: „Obscured By Clouds“, den Soundtrack zu Barbet Schroeders „La Vallée“. 1972 wurde auch „Pink Floyd Live At Pompeii“ veröffentlicht, ein Film unter der Regie Adrian Mabens, der die Band zeigt, wie sie ohne Publikum im historischen Römischen Amphitheater in Pompeji performen. Das Videomaterial enthält Ausschnitte aus dem Film „Live In Pompeji“ in neu editierten 5.1 Audiomixen. Leider nur in Ausschnitten. Der Film ist ja als Director Cut auf DVD erschienen, auf Blu ray hab ich ihn noch nie gesehen. Außerdem gibt es Material aus dem französischen Fernsehen sowie Live-Mitschnitte aus dem Konzert im Brighton Dome im Jahr 1972 und weitere Performances mit der Roland Petit Ballet Company. Ich habe von diesen Auftritten in den Pink Floyd-Biografien gelesen, aber die Auftritte selbst nie gesehen. Ich bin sehr gespannt.

CONTINU/ATION
Eine Bonus-CD/DVD/Blu-ray-Sammlung mit einer CD mit frühen BBC Radio-Sessions, den Audiotracks aus dem Film ‚,The Committee“, dem Live-Soundtrack von PINK FLOYD zur Mondlandung der NASA im Jahr 1969 und vielem mehr. Das Audio- bzw. Videomaterial besteht aus drei Feature-Filmen: ‚The Committee‘, ‚More‘ und ‚La Vallée‘ (Obscured By Clouds) sowie aus weiterem Live-Footage und Festivalauftritten der Band.

Also, ich denke, das Angebot überzeugt. Zudem gibt es noch Sticker, Plunder, Singles usw. Also klarer Kaufbefehl von The Early Years 1965 – 1972.

Filmtipp: Interstellar

9. April 2015
Interstellar auf Blu ray

Interstellar auf Blu ray

Im Kino hatte ich Interstellar verpasst, weil ich irrtümlicherweise annahm, dass der Film in Stereoskopie gezeigt wird. Aber jetzt ist der Streifen von Christopher Nolan auf Blu ray veröffentlicht worden und ich habe mir angesehen. Ich bin hin und her gerissen: Habe ich jetzt ein Meisterwerk gesehen, einen unterhaltsamen Film, einen Beitrag zur Gesellschaftskritik oder einfach nur 169 Minuten Geschwätzigkeit?
Das Problem mit Interstellar ist, dass sich der Film an Erklärungen versucht und daran scheitern muss. Meine angeregte Fanatsie wird durch wissenschaftliche Erklärungen eingeschränkt und das ärgert mich. Das macht aus dem Film von Christopher Nolan beileibe keinen schlechten Film, nein im Gegenteil: Interstellar hat mir auf Blu ray gut gefallen, sehr gut sogar. Dennoch hat der Film viele Schwächen. Seine größte Schwäche für mich ist seine Geschwätzigkeit. Zugegeben, einige Ideen sind visionär für den zeitgenössischen SF-Film und dafür müssen wir Nolan auf Knien danken. Aber im Vorfeld wurde er mit der Vision von 2001: Odyssee im Weltraum vergleichen und daran muss er scheitern. Interstellar fehlt die visionäre Kraft, den Blick über den Tellerrand und das Spiel der Gedanken in meinem Kopf. Nolan ist kein Kubrick und will es hoffentlich auch nicht sein. Fans und Kritiker haben ihn auf dieses Podest gehoben und Nolan muss daran scheitern. Nolan ist ein extrem begabter Filmemacher, aber ein Kubrick sicher nicht. Aber Nolan ist sicher fasziniert von seinem Vorbild und zitiert ihn überall. Dagegen ist nichts zu sagen.
Der Film ist überfrachtet mit Ideen und das führt damit zur Geschwätzigkeit. Die Thematik ist interessant und nach all den Star Trek-Folgen kennen wir inzwischen das Raum-Zeit-Dilemma und die Theorie der Wurmlöcher, so dass wir bereit sind für die wissenschaftlichen Erklärungsversuche von Nolan, der sich als Berater den Astrophysiker Kip Thone zur Seite und aus Produzenten genommen hat. Aber irgendwie kam das Thema in Contact geschmeidiger herüber, vielleicht lag es hier an der Vorlage des großen Carl Sagan.
Zeitweise kommen wissenschaftliche Erklärungen in Hülle und Fülle daher. Was bei mir aber hängen geblieben ist, sind nur die Zeilen von Dylan Thomas, der immer wieder zitiert wird. Albert Einstein versus mit Dylan Thomas. Relativitätstheorie und Quantenmechanik mit „Geh nicht gelassen durch die gute Nacht“. Und am Ende siegt, wie in Hollywood üblich, das Herz über die Wissenschaft. Und natürlich sind einige Wissenschaftler Teil einer weltweiten Verschwörung, also kann man den Eierköpfen in ihren Elfenbeinturm nicht trauen. Als Bösewicht gibt es einen großartigen Michael Caine zu sehen. Da ist auf der anderen Seite ein ehrlicher Farmer, der zuvor Flieger und Raumfahrer war, eine ehrliche Haut, dem es um seine Familie geht.
Der Film hat einen schönen Humor. Am witzigsten empfand ich die Diskussion mit der Lehrerin zu Beginn des Films. Diese Lehrerin unterrichtet nach einem Lehrbuch, dass die Mondlandung nie stattgefunden habe und nur ein Propaganda-Trick der Amerikaner gewesen sei. Dieser Humor hat für mich zwei Stufen. Stufe 1 ist die allgemeine Diskussion in den USA um die Evolutionstheorie von Charles Darwin. Der Mensch dürfe im Land der Tea Party nicht vom Affen abstammen. Hier hält Nolan den Amerikanern einen Spiegel vor. Stufe 2 ist die Satire um die gefakte Mondlandung, bei der auch Stanley Kubrick seine Hand im Stil gehabt haben soll. Hier zitiert Nolan den filmischen Übervater Kubrick.
Zur Musik – und ich habe es befürchtet: ich sag es offen heraus. Der Soundtrack Interstellar ist schrecklich, kein Wunder, denn er stammt aus der Feder von Hans Zimmer. Wenn ich böse wäre, würde ich sagen: Hans Zimmer ist beim Komponieren auf seiner Orgel eingeschlafen. Ja, ich mag seine Musik nicht und dieses Mal tritt Zimmer gegen György Ligeti oder sogar gegen die Strauß-Brüder an und scheitert fulminant. Nolan hatte mit Zimmer schon bei den Batman-Filmen zusammengearbeitet. Zimmer sagt, er habe die Musik ohne den Film machen dürfen/müssen. Nolan habe ihn nur Manuskriptseiten zur Verfügung gestellt und dann sei die Musik nur so geflossen. Ja, ja, Blabla. Sphärische Klänge haben wir schon anderswo besser gehört, zum Beispiel vor ein paar Jahren bei Gravity von Steven Price. Selbst der Soundtrack von Oblivion von M38 war um Welten besser.
Vorbildlich und ausnahmslos atemberaubend waren für mich aber die Special Effects. Diese sind allererste Sahne und da setzt das Team von Double Negative Maßstäbe. Wer VFX liebt, dem wird Interstellar auf jeden Fall gefallen, da bin ich mir sicher. Der Bilderrausch ist enorm. Hier kann Christopher Nolan zeigen, dass er sein Handwerk als moderner Filmemacher versteht. Für die visuellen Effekte wurde der Film auch mit einem Oscar ausgezeichnet.
Für mich ist Interstellar auf der einen Seite eine Mischung aus 2001, Contact und Gravity, auf der anderen Seite ein aufwendig gemachter Science Fiction-Film, wie es heute nur noch wenige gibt. Nach dem ersten Betrachten des Films war ich aufgewühlt, visuell überwältigt und musste erst einmal eine Nacht schlafen, um meine Gedanken und Emotionen zu ordnen. Nach dem zweiten und dritten Anschauen meine ich: Sehr gut gemacht, aber beileibe kein Meisterwerk.

Interstellar_blu

Social Media im Weltraum: Mein Held Chris Hadfield

15. Mai 2013
Foto: Hadfield

Foto: Hadfield

Unsere Familie erlag schon immer den Raumfahrtvirus. Die Reise ins All faszinierte mich mein Leben lang. Meine Eltern erzählten mir immer, wie ich als Baby die Mondlandung verfolgte. Ich weiß nichts mehr davon, aber es gibt ein Foto, auf dem ich als kleiner Stöpsel vor dem Grundig-Fernseher saß. Ich hatte Modellbausätze von Mondfähren und Neil Armstrong hing als Bild bei mir im Kinderzimmer. Später war ich Fan des Space Shuttle-Programms, war erschüttert über die Abstürze und verfolgte im Netz den Start des letzten Shuttles. Als Sonden auf dem Mars landeten, war ich auch im Internet dabei. Und so natürlich auch jetzt beim Flug des Astronauten Chris Hadfield.

Via Twitter verfolgte ich seine Erlebnisse out of Space und seine Arbeiten auf der ISS. Ich bin mir sicher, so manchen alten Nasa-Recken ist so viel Kommunikation des Kanadiers ein Grauen, aber Chris Hadfield macht es richtig. Er hat die neue Welt verstanden und wirbt für sich, seinen Beruf und seine Mission. Er nutzt soziale Netzwerke, allen voran Twitter, Facebook und YouTube. Ich bekam Tränen in den Augen als er David Bowie Space Oddity bei seiner Rückkehr von der ISS interpretierte. Major Tom kommt heim. Besser kann Werbung für Raumflüge nicht sein. Das erste Musikvideo der Raumfahrtgeschichte ist ein Hammer.