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50. Todestag von JFK – Blick ins Archiv

22. November 2013

Ich kann meine Eltern fragen und sie wissen es noch: Wo warst du, als Kennedy erschossen wurde? Dieser Augenblick hat sich in das Gedächtnis einer Generation eingebrannt. Ich war damals noch nicht geboren, bin aber natürlich am Mythos Kennedy interessiert. Heute um 13 Uhr jährt sich der Todestag von John F. Kennedy zum 50. Mal und ich bin ins Archiv gegangen und habe ein wenig gekramt.

Noch heute schaue ich mir die Todesmeldung von Walter Cronkite an, der wichtigste Nachrichtenmann seiner Zeit, der über CBS den Tod von JFK verkündete. So wurde Live-Fernsehen damals gemacht. Der Zuschauer spürt regelrecht die Erschütterung von Walter Cronkite.

Die beiden Kino-Filme JFK Tatort Dallas von Oliver Stone und der Film über die Kuba-Krise Thirteen Days sind der jüngeren Generation bekannt. Aber ich habe auch noch Sonderbände von Burda und AP aus dem Archiv gezogen, die zum Tode von JFK und später zum Tode von Robert Kennedy erschienen sind. Im Rückblick sind beide Bücher eine Verklärung und eher eine Beweihräucherung. Den Mythos Kennedy wollte man sich nicht durch Frauen- und Drogengeschichten kaputtmachen lassen. Kennedy stand für den Aufbruch und dieses Bild hat die Skandale überdauert. Die Kritik der Reporter setze erst später bei Nixon, Carter und Co ein.

Eines der Bücher aus meinen Archiv über JFK.

Eines der Bücher aus meinen Archiv über JFK.

Hier die Vorstellung der Bücher und der Filme als kleines Video von mir:

Was hast du gemacht, als die Mauer fiel?

9. November 2009

Die Generation meiner Eltern wusste auf die Frage: „Was hat du gemacht, als Kennedy erschossen wurde?“ immer eine Antwort. Meine Generation kann auf zwei Fragen antworten: „Was hast du am 11. September gemacht?“ und „Wie hast du vom Fall der Mauer erfahren?“

Nun, es ist am 9. November 20 Jahre her. Meine Familie hat seit den siebziger Jahren immer die Familie im Osten, in der Ostzone oder „DDR“ (in Anführungszeichen) besucht. Das Lied „Einigkeit in Recht und Freiheit“ hatte für uns eine Bedeutung, natürlich mehr für die Generation meiner Eltern als für mich. Dennoch war die Zweiteilung Deutschlands immer Gesprächsthema am Abendessenstisch. Nach meinen Abi war ich mit meinen Kumpels in Ungarn und erlebte die Flucht der Deutschen über Ungarn mit. Am Nebenhaus am Plattensee longierte ein DDR-Funktionär, der sich aufregte, dass wir junge Menschen uns solche Autos und Bikes leisten konnten. Später verfolgten wir die Ereignisse in der Prager Botschaft. Bei dem entscheidenden Satz von Genscher läuft es mir heute noch kalt über den Rücken. Da bin ich nicht allein. Einer Kollegin aus Leipzig, die heute in Nürnberg bei einer Zeitung arbeit, ging es nach eigenen Aussagen ebenso.

Am 9. November 1989 hatte ich keine Politik im Kopf. Ich hatte Karten für ein Konzert von Albie Donnelly‘s „Supercharge“. Die Bläserband gastierte in der TU Mensa München. Soulpower und Rhythm & Blues waren an diesem Abend aber nicht mein Ding und ich verließ das Konzert noch bei den Zugaben. Zu Hause schaltete ich zum Runterkommen die Glotze an und fiel fast vom Stuhl. Die Mauer ist offen. Ostberliner strömten nach Westen. Live wurde im Fernsehen von der Maueröffnung berichtet. Plastikbomber, wie die Trabbis bei uns in der Familie hießen, knatterten durch Westberlin. WOW. Ich war sprachlos. Sofort weckte ich meine Eltern und die Familie versammelte sich vor dem Fernseher. Außerdem versuchte mein Vater bei den Verwandten in der DDR (ohne Anführungszeichen) telefonisch durchzukommen.

Meine persönliche deutsch-deutsche Begegnung hatte ich ein paar Tage später. Ich fuhr mit dem Auto durch meine Heimatstadt und mir kam ein Trabbi entgegen. Ich blendete auf, der Fahrer betätigte die Lichthupe – wir verstehen uns. Die deutsche Einheit konnte kommen.

JFK immer wieder

24. November 2008

Am Samstag jährte sich der Todestag von JFK zum 45. Mal. Nein, ich weiß auch nicht wer der wirkliche Mörder war oder wer dahinter steckte. Lee Harvey Oswald? Wenn es denn so einfach wäre. War es die Mafia, die Kubaner, die Russen, die CIA, die Militärs? Spekulationen gibt es viele und ich hab mir zur Erinnerung die Verfilmung von Oliver Stone angeschaut. Ja, ja, es ist Hollywood, aber könnte nicht da doch ein Funken Wahrheit drinnen stecken. Die Spekulationen um das Attentat hören nie auf und besonders an solchen Jahrestagen kochen sie immer wieder hoch. In Arte und Phoenix liefen einige gute Dokus über JFK.

Immer wieder habe ich mir bei YouTube den Zapruder-Film angeschaut und voller Entsetzen gesehen, wie der Hoffnung Amerikas das Hirn weggeschossen wurde. Es gibt den Spruch meiner Eltern: „Weißt du noch, wo du warst, als du vom Tode Kennedys erfahren hast?“ Das hat sich in diese Generation eingebrannt. Ich bin erst Jahre nach JFKs Tod geboren. Daher war mein Trauma eher der 11. September und die Spekulationen darüber.

Trotzdem hat Kennedy in den drei Jahren seiner Regierung viel bewegt. Eindrucksvoll seine Leistung in der Kuba-Krise, stark seine Reden zum Aufbruch zum Mond oder seine „Ich bin ein Berliner“-Rede. Im Januar kommt in den USA die neue Hoffnung Obama an die Macht. Hoffentlich spinnen die Amis nicht wieder und versuchen diese Hoffnung auch wieder zu killen. 

Meine Erinnerungen an den 11. September

11. September 2008

Voller Wut und Trauer denke ich an den 11. September 2001 zurück, als damals die USA von feigen Terroristen angegriffen wurden. Ich will jetzt keine Diskussion führen, welche Gründe dieser Irrsinn hatte und was sich seitdem verändert hat. Bei meinen Eltern hieß es immer nur: Sie erinnern sich ihr ganzes Leben an den Moment, was sie getan hatten, als sie erfuhren, dass Kennedy erschossen wurde. Das war ein einschneidendes Ereignis für ihre Generation. Für meine Generation war es sicher der 11. September 2001. Ich saß an diesem Tag in einer Titelkonferenz der Zeitschrift PC Professionell, die inzwischen von den Heuschrecken kaputt gemacht wurde. Wir diskutierten gerade über Brennen und Kopieren von DVDs als die Chefin vom Dienst hereinkam und sagte, ein Flugzeug sei in das World Trade Center geflogen. Wir unterbrachen unsere Sitzung und schauten im Internet nach. Das Netz wurde immer langsamer bis es zusammenbrach. Da wir zu diesem Zeitpunkt TV-Geräte in der Redaktion hatte, brauten unsere Labortechniker eine TV-Wand auf und wir verfolgten den Schrecken live. Den zweiten Einschlag, den Einsturz, die Verzweiflung, die Folgen. An Arbeit war an diesem Tag nicht mehr zu denken. Der Titel wurde schnell fertiggemacht. Der Schock hielt an. Ein Kollege war verzweifelt. Er war über den Tot vieler Menschen besorgt, noch mehr betroffen war er, als er sein Aktiendepot ansah, das er sich zur Alterversorgung zusammengekauft hatte. Die Aktien befanden sich im freien Fall. Seine Altersversorgung brach zusammen, die weltweite Rezession hatte begonnen.