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Wir gedenken: Vor 55 Jahren wurde JFK in Dallas erschossen

22. November 2018
Zwei von vielen Bücher über Kennedy.

Zwei von vielen Bücher über Kennedy.

Bis heute ist JFK ein Medienstar und auch ich möchte an diesem Tag an John F. Kennedy erinnern. Heute vor 55 Jahren wurde der 35. Präsident der Vereinigten Staaten in Dallas bei einem Attentat erschossen. Als Attentäter wurde Lee Harvey Oswald identifiziert, doch bevor der über seine Tat richtig reden konnte, wurde er vom Nachtclubbesitzer Jack Ruby erschossen. Grund: Er wollte Jacqueline Kennedy, die Witwe von JFK, den demütigen Gerichtsprozesse ersparen. Soweit die Fakten.
Nun, Kennedy war eine Symbolfigur für den Aufbruch und wenn ich die Generation meiner Eltern spreche, dann weiß sie genau, was sie gemacht haben, als sie vom Tod von JFK erfuhren. Für meine Generation ist die gemeinsame Erinnerungsbasis der 11. September 2001. Meine Mutter war gerade beim Wäsche aufhängen als sie im Radio von dem Attentat erfuhr.
Ich war noch nicht geboren, kann aber den Schock nachvollziehen, als Walter Cronkie, der wichtigste Nachrichtenmann der USA, den Tod des Präsidenten verkündigte. Bei YouTube gibt es den Ausschnitt zu sehen.

Und kein Jahr vergeht, mit neuen Verschwörungstheorien. Wer steckte hinter dem Anschlag? War es wirklich nur Oswald, der mit einem veralteten italienischen Gewehr so präzise Schüsse abgeben konnte? Gab es einen zweiten Schützen? Was passierte auf der kleinen Anhöhe in Dallas? War es die Mafia, waren es die Kubaner? Für mich war prägend der großartige Film von Oliver Stone JFK mit all seinen Theorien. An den Spekulationen will ich mich aber nicht beteiligen.
Aber die Person Kennedy ist schon interessant. Nachdem ich mich für die Person Richard M. Nixon interessiere, muss ich zwangsläufig viel über Kennedy lesen. Der Kennedy-Clan ist wichtig für die politische Geschichte der USA und ich kramte aus meinem Archiv ein Burda-Buch heraus, das kurz nach dem Tod von Kennedy erschienen ist. Beweihräucherung wohin man auch schaut. Der Kriegsheld, der Senator, der Ehemann, der Präsident. Ja, John F. und Jacqueline führten ins Weiße Haus einen neuen Stil ein und vermittelten Eleganz und Aufbruch. Gerade die Jugend setzte die Hoffnungen in Kennedy, der aber politisch die Schweinebucht und die Aufstockung der Truppen in Vietnam mitzuverantworten hatte. Hervorragend gelöst hat er zusammen mit seinem Bruder Bobby und Verteidigungsminister Robert McNamara die Kuba-Krise 1962. Die Welt stand vor einem atomaren Abgrund und Diplomatie entschärfte die Krise. Auch hier ein toller Film Thirteen Days. Versagt hat er aus deutscher Sicht beim Bau der Berliner Mauer. Und Kennedy war gewiss kein moralisches Vorbild. Er war ein Frauenheld und Ehebrecher. Wir sollten nicht so tun, als war Kennedy ein Heiliger. Er musste ein Machtpolitiker sein, wie alle Präsidenten vor und nach ihm. Aber moralisch integer im Hinblick auf Ehe und Familie, vermeintlich zutiefst amerikanische Werte, war er sicher nicht.
Kennedy hat gezeigt, wie wichtig Inszenierung ist. Die bekannte TV-Debatte Kennedy vs Nixon gewann Kennedy beim TV-Publikum. Der schwitzende Nixon siegte bei den Radio-Hörern aufgrund seiner besseren Argumente, aber Fernsehen mit einem strahlenden jungen JFK war das neue Leitmedium. Die Macht der Telekratie war aus der Büchse der Pandora und Fernsehinszenierung gehörte ab da zur jeder politischen Auseinandersetzung.

Das wusste auch Jacqueline Kennedy, die auf einen Trauermarsch durch Washington beim Begräbnis ihres Mannes setzte. Der Spielfilm Jackie: Die First Lady zeigt dies sehr gut.
Die Macht der Bilder ist enorm. Erinnern wir uns an den Super 8 Film von Hobby-Filmer Abraham Zapruder. Der Zapruder-Film zeigt das Attentat auf Kennedy. Wir sehen, wie Kennedy getroffen und sein Kopf zerfetzt wird. Wir sehen die Verzweiflung von Jacqueline. Später das Symbol: Jacqueline im blutverschmierten Kostüm bei der Vereidigung von LBJ und beim Verladen des Sarges.

Wir gedenken heute JFK als wichtige Figur der amerikanischen Geschichte. Trotz seiner vergleichsweisen kurzen Regierungszeit hat er viel in unseren Köpfen bewegt.

JFK immer wieder

24. November 2008

Am Samstag jährte sich der Todestag von JFK zum 45. Mal. Nein, ich weiß auch nicht wer der wirkliche Mörder war oder wer dahinter steckte. Lee Harvey Oswald? Wenn es denn so einfach wäre. War es die Mafia, die Kubaner, die Russen, die CIA, die Militärs? Spekulationen gibt es viele und ich hab mir zur Erinnerung die Verfilmung von Oliver Stone angeschaut. Ja, ja, es ist Hollywood, aber könnte nicht da doch ein Funken Wahrheit drinnen stecken. Die Spekulationen um das Attentat hören nie auf und besonders an solchen Jahrestagen kochen sie immer wieder hoch. In Arte und Phoenix liefen einige gute Dokus über JFK.

Immer wieder habe ich mir bei YouTube den Zapruder-Film angeschaut und voller Entsetzen gesehen, wie der Hoffnung Amerikas das Hirn weggeschossen wurde. Es gibt den Spruch meiner Eltern: „Weißt du noch, wo du warst, als du vom Tode Kennedys erfahren hast?“ Das hat sich in diese Generation eingebrannt. Ich bin erst Jahre nach JFKs Tod geboren. Daher war mein Trauma eher der 11. September und die Spekulationen darüber.

Trotzdem hat Kennedy in den drei Jahren seiner Regierung viel bewegt. Eindrucksvoll seine Leistung in der Kuba-Krise, stark seine Reden zum Aufbruch zum Mond oder seine „Ich bin ein Berliner“-Rede. Im Januar kommt in den USA die neue Hoffnung Obama an die Macht. Hoffentlich spinnen die Amis nicht wieder und versuchen diese Hoffnung auch wieder zu killen.