Trotz meiner Begeisterung für digitale Medien kommt das Thema digitales Buch in Deutschland nicht richtig voran. Getreu dem Motto von Nicholas Negroponte „Don’t move Atoms, move Bytes“ aus seinem Buch Total digital müsste der Markt für digitale Bücher anziehen. Tut er auch, aber nicht bei uns. Jetzt wieder ein Rückschlag: Das Hanseatische Oberlandesgericht verbietet den Weiterverkauf von eBooks (Az.: 10 U 5/11). Mit einer Entscheidung des Hanseatischen Oberlandesgerichts (OLG) vom 24. März 2015 wurde zum dritten Mal eine Klage der Verbraucherzentrale Bundesverband rechtskräftig abgewiesen. Damit ist es jetzt klar: eBooks dürfen in Deutschland nicht weiterverkauft werden.
Die Konsequenz wird sein, dass eBooks sich schwerer verkaufen lassen. Gedruckte Bücher kann ich am Flohmarkt, bei eBay, bei Amazon Marketplace oder sonst wo weiterverkaufen, wenn ich sie gelesen habe, den Platz brauche oder aus welchem Grund auch immer. Dann kann ich aus dem gedruckten Buch noch ein paar Euro machen. Beim eBook geht das nicht. Ich kann das Buch löschen und das war es dann auch. In den AGB der Verlage wird der Weiterverkauf von eBooks ausgeschlossen.
Diese und andere Fragen werde ich auf meinem nächsten Seminar diskutieren. Am nächsten Wochenende habe ich wieder ein Seminar zum Thema digitale Bücher. Wer teilnehmen will, bitte Mail an mich.
Als Fan der Verbraucherzentrale hatte ich gehofft, dass sich die Verbraucherschützer gegen die Buchverlage durchsetzen würden. Dies hat nicht geklappt. Die Verbraucherzentrale Bundesverband sah in dem Ausschluss des Weiterverkaufs eine Einschränkung des Verbrauchers. Zu recht, wie ich der Meinung bin. Die Verbraucherschützer hatten jeweils gegen Online-Buchhändler geklagt, die per AGB den Weiterverkauf von eBook- bzw. Hörbuch-Downloads ausschlossen. In allen drei Fällen schlossen sich die Gerichte der Position der Buchhändler an.
Der Börsenverein des Deutschen Buchhandels dagegen jubelt. Sie werten das Urteil als Bestätigung ihrer Lobbypolitik. „Die Hamburger Entscheidung ist ein Erfolg für die gesamte Buchbranche. Zum wiederholten Mal haben sich die Richter der Position der Rechteinhaber und Anbieter von digitalen Büchern angeschlossen, dieses Mal mit besonderer Deutlichkeit. Das ist ein wichtiges Zeichen. Digitale Bücher können praktisch unendlich vervielfältigt und weitergegeben werden, ohne sich jemals abzunutzen. Der Primärmarkt für eBooks und Hörbücher würde komplett zerstört werden, wenn es einen legalen ‚Gebrauchtmarkt‘ gäbe. Für Verlage und Händler wäre es unmöglich, weiter gemeinsam an nachhaltigen und kundenfreundlichen Download-Modellen für Bücher zu arbeiten Darunter würden letztlich vor allem die Verbraucher leiden“, sagt Prof. Dr. Christian Sprang, Justiziar des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels.
Noch unklar ist die Entwicklung auf europäischer Ebene. Ein niederländisches Gericht hat dem Europäischen Gerichtshof (EuGH) vor wenigen Tagen einen Fall zur Vorabentscheidung vorgelegt, in dem es auch um die Vereinbarkeit von Verkäufen „gebrauchter“ eBooks mit europäischem Urheberrecht geht.
Jetzt mobilieren Verlage und ihr Verband ihre Lobbyisten. Beim Börsenverein heißt es: „Die Entscheidung des EuGH ist von großer Bedeutung, da sie unmittelbar auf die Rechtslage in Deutschland durchschlägt. Wir erwarten von der deutschen Bundesregierung, dass sie sich an dem EuGH-Verfahren beteiligt und klar Stellung zugunsten der Urheber von eBooks bezieht. Es wäre ein Schlag für die gesamte Kultur- und Kreativwirtschaft, wenn es gesetzlich erlaubt würde, digitale Inhalte weiterzuverkaufen.“
Ich bin gespannt, wie die Richter am Europäischen Gerichtshof (EuGH) die Sache sehen.
Weiterverkauf von eBooks verboten
21. April 2015Lust auf ein Treffen mit dem „Yoda Guy“ Special Make-up-Designer Nick Maley?
20. April 2015Durch die Vermittlung von Heike Stiegler, einer hervorragende Bloggerin aus Nürnberg, treffe ich am Mittwoch. 22. April Mr. Yoda in Erlangen. Zu einem exklusiven Treffen mit Nick Maley lädt das ACM Siggraph Chapter Munich seine Mitglieder und Interessierte ein. Wer hat Lust mitzukommen? Von 10 bis 11:30 Uhr diskutieren wir in Erlangen mit dem Hollywood-Star. Als Mitglied des Münchner Verbandes der ehrwürdigen ACM Siggraph-Organisation darf ich die Veranstaltung organisieren und leiten. Ich hoffe nur, dass die GDL die Bahn nicht bestreikt und ich nach Erlangen komme.
Special Make-up- und Creature Effects-Designer Nick Maley wirkte in 53 Filmen mit. Allgemein ist er bekannt als “der Yoda Guy” für seinen Beitrag zur Kreation von Yoda und andern Kreaturen von Star Wars. Zudem hat er auch bei Filmen wie Superman, der Highlander-Saga, the Shining, Krull und Lifeforce mitgewirkt.
Im allgemeinen Star Wars-Fieber weiß ich schon, in welche Richtung die Fragen gehen werden. Mich persönlich interessiert als fanatischer Stanley Kubrick-Fan seine Zusammenarbeit in Shining (1980) mit diesem Meisterregisseur.
In den vergangenen acht Jahren führte Nick Maley ein Non-Profit Filmmuseum in der Karibik. Jetzt will er dieses Filmmuseum FXpo als geplanten Holografie-Exibition nach Nürnberg holen und seine Film- und Museumserfahrungen mit modernster technischer Expertise verbinden.
Die Teilnehmerzahl ist auf zehn beschränkt. Eine verbindliche Anmeldung ist über diesen Link Voraussetzung. Der Veranstaltungsort wird in der Teilnahmebestätigung bekannt gegeben. Gäste sind gerne willkommen. Das Gespräch wird in Englisch stattfinden. Es wird kein Teilnehmerbeitrag erhoben.

Das ACM Siggraph Chapter Munich hat sich zum Ziel gesetzt Wissenschaft, Forschung, Kunst, Kultur und Bildung zu fördern. Insbesondere durch die Durchführung von wissenschaftlichen Veranstaltungen im Bereich Computergrafik, interaktiver Technologien und deren Anwendungsgebieten bieten wir einen breiten Zugang zu neuen Erkenntnissen auf diesen Gebieten und Ermöglichen deren Verbreitung.
Alle Fotos Heike Stiegler und Nick Maly.
Amazon Fire TV Stick – perfekt für unterwegs
19. April 2015In den USA war er ja schon länger erhältlich, jetzt kommt er auch nach Deutschland: Der Amazon Fire TV Stick. Und Amazon stieg auch gleich voll in den Preiskampf ein. Das Internet-Kaufhaus wirft den Stick zum Kampfpreis von 39 Euro auf den Markt. Mit einer Sonderaktion waren es für Prime Mitglieder sogar nur 19 Euro und für neue Prime Mitglieder sogar nur 7 Euro. Da ließ ich mich nicht lumpen und hab bestellt, nachdem ich von Amazon Fire TV bereits sehr angetan bin. Die erste Lieferung des Amazon Fire TV Stick scheint schon ausverkauft zu sein. Ab 1. Mai sind wohl neue Geräte lieferbar.
Warum eigentlich den Amazon Fire TV Stick, wenn ich schon das Amazon Fire TV zu Hause im Wohnzimmer habe? Ganz einfach. Ich bin aufgrund meiner Vortragstätigkeit sehr oft unterwegs und übernachte in dem einen oder anderen Hotel. Dort gibt es in der Regel einen HD-Flachbildschirm und wenn ich im Land von Laptop und Lederhose unterwegs bin, gibt es auch ein kostenloses Hotel-WLAN (haha).
So stecke ich einfach den Amazon Fire TV Stick in den HDMI-Port der Glotze und verbinde den Stick mit der Steckdose. Die Konfiguration des WLANs ist einfach. Achtung: Das System funktioniert nur in Deutschland und Österreich. Wer beispielsweise in Frankreich den Stick nutzen will, der schaut buchstäblich in die Röhre.
Aber der Reihe nach: Da ich meinen Stick über mein Amazon-Konto als Prime Mitglied gekauft habe, war der Stick bereits auf mich registriert. Das hat beim Fire TV super geklappt und auch beim Fire TV Stick. Ich habe den Stick am heimischen Fernseher installiert und es funktionierte reibungslos. Amazon rät, den Stick an das Stromnetz anzuschließen, um die optimale Leistung des Sticks auszunutzen. Der Stick bezieht seine Stromversorgung nicht über den Fernseher, sondern direkt aus der Steckdose. Kabel und Stecker liegen dem Paket sei. Das ist in manchen Hotels ein Problem, weil alle Steckdosen belegt sind bzw. nicht erreichbar sind.
Sehr gut ist die mitglieferte Fernbedienung, die mit Spracherkennung ausgestattet ist. Es ist das gleiche Modell wie bei Amazon Fire TV. Ich werde diese Fernbedienung allerdings bei meinen Reisen zu Hause lassen, sondern nutze die entsprechende Amazon App auf meinem iPhone – wieder ein Gerät gespart, das ich nicht tragen muss.
Der Stick selbst ist mit einem Dual-Core-Prozessor und 1 GByte Arbeitsspeicher ausgestattet. Das reicht für das Streamen von Medieninhalten. Der Fire TV Stick läuft schnell und flüssig – dank des Dual-Core-Prozessors, einem VideoCore4-Grafikprozessor und 8 GB Datenspeicher – viermal so viel wie Chromecast, schreibt Amazon und schlägt auf Google ein. Apple bekommt sein Fett ab, bei Siri. Amazon schreibt: Man habe eine Sprachsteuerung, die wirklich funktioniert.
Dabei nutze ich im Hotel nicht nur die Filmauswahl, sondern höre Musik aus meiner Amazon Bibliothek. Das konnte ich zwar bisher auch mit dem iPhone machen, aber das kostete Akkustrom. Die weiteren Leistungen wie Fotos, Spiele und X-Ray brauche ich nicht. Als Filmfan habe ich solche Sachen im Kopf. Aber X-Ray funktioniert sehr gut. X-Ray nutzt Informationen von IMDb, um einen Schauspieler und Musik in einer Szene zu identifizieren, etwas über die Biographie des Schauspielers herauszufinden, zu Ihrer Lieblingsszene zu gelangen oder den Vorspann zu überspringen.
Equil Smartpen 2: Auf Papier schreiben und gleich digital weiterverarbeiten
17. April 2015
Positive überrascht hat mich der Equil Smartpen 2 .
Als digitaler Nomade möchte ich mit so wenig Gepäck wie möglich reisen und dennoch verzichte ich nicht auf analoges Papier. Allerdings ist es lästig, meine Notizen und Zeichnungen nachträglich einzuscannen. Da schlampe ich ein wenig. Ich habe daher immer wieder digitale Stifte ausprobiert mit unterschiedlichen Ergebnissen, wie früher einmal den Wacom-Stift Inking.
Jetzt testete ich den Equil Smartpen 2 , der ein analoges Schreibgefühl mit digitalen Vorteilen vereinen soll. Über eine Woche hatte ich das digitale Schreibgerät im Dauereinsatz und bin extrem positiv überrascht, wie gut das System arbeitet. Skizzen auf Papier werden in Echtzeit erfasst und via Bluetooth auf ein Smartphone, Tablet oder PC übertragen. Ich koppelte den Equil Smartpen 2 mit meinem iPad mini, installierte die kostenlose App und konnte meine Skizzen bearbeiten, organisieren und mit meiner Frau teilen. Als Fan von Sketchnote zeichnete ich meine Vortragsnotizen mit und hatte sie sofort im iPad.
Für mich der absolute Vorteil: Anders als andere Systeme benötige ich keine Spezialpapiere oder eine spezielle Mine für den Stift für seine Funktionsfähigkeit. Der Equil Smartpen 2 verwendet eine handelsübliche Kugelschreibermine. Die Schreibbewegungen werden von einem kompakten Empfänger, der mit einem magnetischen Clip oben am Papier befestigt wird, erfasst und auf mein iPad übertragen. Ich habe es unter iOS ausprobiert und es klappt fast immmer reibungslos. Andere Betriebssystem wie Android-, OS X oder Windows stehen zur Verfügung, habe ich aber nicht getestet.

Zu Beginn meines Tests hatte ich die Angst, dass der 170 Euro teuere Stift bei der Arbeit immer mit dem Tablet gekoppelt sein muss. Bluetooth saugt bei einer langen Konferenz schnell den Akku des iPads leer. Aber hier hat Luidia, der Hersteller des Equil Smartpen 2, mitgedacht. Das System arbeitet auch ohne Bluetooth-Verbindung. Ohne eine Blauzahn-Kopplung sichert der Receiver die verfassten Notizen im integrierten Speicher, die sich zu einem späteren Zeitpunkt in die App importieren lassen. Per Knopfdruck können so bis zu 1000 Seiten erstellt werden, so der Hersteller. Soviele Seiten habe ich nicht getestet. Bei mir waren es 28 Seiten und das hat prima geklappt.
Der Hersteller stellt zwei unterschiedliche Apps zur Verfügung, um das System mit dem mobilen Endgerät einzusetzen. Die Apps erfüllen verschiedene Funktionen: In Equil Note lassen sich Textnotizen und einfache Skizzen bearbeiten, mittels Handschriftenerkennung in leserliche Druckbuchstaben umwandeln, in Kollektionen organisieren und über Dropbox, iCloud oder Social Media-Kanäle mit Freunden und Kollegen teilen. Eine Anbindung an Evernote ist ebenso vorhanden und durch die Funktion Note Stream ist ein interaktiver Austausch von Ideen während einer Livesitzung mit bis zu 20 Personen möglich. Die zweite App Equil Sketch richtet sich hingegen an Nutzer, die ihre Skizzen mit mehr kreativen Möglichkeiten und Gestaltungswerkzeugen zu Kunstwerken verwandeln möchten.
Transportiert wird das ganze System in einem speziellen Aufbewahrungsetui. Das Etui ist funktional und durchdacht, entspricht aber nicht gerade meinem ästhetischen Geschmack. Sowohl der Empfänger, als auch der Smartpen 2 besitzen wiederaufladbare Akkus, die bei kontinuierlicher Benutzung bis zu 8 Stunden halten, so der Herstller. Meine Konferenz dauerte nur 4,5 Stunden und so konnte ich die Langzeitnutzung nicht testen. Zum Aufladen werden beide Komponenten einfach in das graue Aufbewahrungsetui gesteckt und über ein Micro-USB-Kabel mit einer Stromquelle verbunden. Im Etui verstecken sich außerdem eine Ersatzmine und eine Verschlusskappe für den Digitalstift. Für den nötigen Schutz beim Transport in der Tasche sorgt ein flexibles Abdeckcover mit magnetischem Verschluss. Wie gesagt, sehr durchdacht, aber das Design gefällt mir persönlich nicht so.
So schmeckt Heimat – Tourismuskonzept der Egerner Höfe
15. April 2015Auch ein Top-Hotel muss sich immer wieder verbessern. Stillstand ist in der schnelllebigen Tourismus-Branche gleichbedeutend mit Rückschritt. Nur wer weiter optimiert, neue Idee umsetzt, der hat auch künftig eine Chance ein Publikumsmagnet zu sein. Dies bestätigte Klaus-Dieter Graf von Molke, unter anderem Eigentümer des Nobelhotels Egerner Höfe in Rottach-Egern am Tegernsee.
Zusammen mit meinem Kollegen Thomas Gerlach traf ich den charismatischen Grafen zum Interview. Ein Anziehungspunkt des Hauses ist natürlich die Sterneküche von Michael Fell. Hier kommen Veränderungen auf uns zu. Einige Male konnte ich in diesem Gourment-Tempel bereits speisen und wurde bisher noch nie enttäuscht. Die Dichterstub’n ist ein Hort der Gastlichkeit und der Haute Cuisine. Aber nun zieht die Dichterstub’n um. „Wir werden die Dichterstub’n in einem neuen Kleid präsentieren“, verrät Klaus-Dieter Graf von Molke. Die Dichterstub’n bleibt natürlich auf dem Gelände der Egerner Höfe, zieht nur in einen anderem Raum. Mit einem Kamin in der Mitte und fünf, sechs Tischen wird Sternekoch Michael Fell seine Küche in einer neuen Qualität zelebrieren. Der eingeführte Markenname Dichterstub’n bleibt auch künftig erhalten. Das bedeutet, die Bilder der Heimatdichter von der späten Münchner Schule aus der Sammlung von Professor Jost werden auch wieder aufgehängt, aber nicht alle. Es werden vier Bilder in dem neuen Ambiente des Gourmet-Restaurants zu sehen sein. Ich werde mir das neue Ambiente sicherlich in Kürze ansehen und darüber bloggen. Das neue Gourmet-Restaurant ist am 1. Mai 2015 geöffnet.
Über seinen langjährigen Freund und Sternekoch Michael Fell weiß der Graf nur Gutes zu berichten, was natürlich kein Wunder ist. „Michael Fell ist genau so ein Typ, wie ich ihn mag“, so Graf von Molke. „Er ist eckig, stur wie ein Panzer – ein richtiger Typ eben“, sagt er „und er spinnt – postiv“, schiebt er hinterher. „Das verbindet uns. Wir spinnen auf ganz hohem Niveau.“ Fell entwickle mit seiner Genialität immer wieder Kreationen, die zu einem kulinarischen Hochgenuss führen.
Graf Molke und Michael Fell verbindet der Begriff der Nachhaltigkeit. „Ich habe Michael Fell immer davor gewarnt vor Tester zu kochen. Für uns ist entscheidend, dass wir Menschen auf höchstem Niveau ein Geschmackserlebnis vermitteln.“ Die Gäste müssen sagen, es war ein großartiger Abend. „Und ich möchte, dass die Leute sich nicht nur an den schönen Bildern in der Dichterstub’n, an dem großartigen Service, sondern dass sie sich an den Geschmack erinnern.“ Dieser Erinnerung an den Geschmack der Speisen soll nicht nur eine neue Erfahrung sein, sondern vor allem auch vertraut. „Küche ist Heimat“, so Graf von Molke. Daher haben die Egerner Höfe auch ein wunderbares kleines Kochbuch mit dem Titel „So schmeck Heimat“ herausgebracht. „Wenn wir es schaffen, mit Geschmäckern, mit Ingredienzien, mit Materialien, die wir kennen, die heimisch sind, die uns vertraut sind, dieses alles in einer handwerklichen Maximalform zu gestalten – das ist für mich das Maximum des Handwerks und das ist für mich Haute Cuisine.“
Aber der Graf hat auch klare Vorstellungen über den Tourismus im Tegernseer Tal. „Wir müssen den Tourismus entwickeln.“ Dies sei schon ein großes Stück weit passiert. Das Durchschnittsalter der Gäste der Egerner Höfe habe sich gesenkt. „Wir haben uns einige Jahre verjüngt“. Das Tegernseer Tal habe durchaus das Potential für junge Familien. „Und wir haben eines der besten Preis-Leistungsverhältnisse, die man sich überhaupt vorstellen kann.“
Deutliche Worte hat Klaus-Dieter Graf von Molke auch zum Thema Web 2.0 und Kommunikation. „Es ist nicht nur für mich eine neue Art der Kommunikation, es ist schlicht und einfach ein Zeichen der Evolution der Kommunikation. Wir haben einen Mitarbeiter, der sich ausschließlich um Online-Medien kümmert. Es war eine ganz konkrete Entscheidung, so jemanden einzustellen.“ Klar ist für den Grafen: „Die Zukunft gehört den schnellen Medien.“ Da nütze es nichts herumzujammern. „Das ist die Zukunft.“
Mein Todesstern in der Küche
14. April 2015
„Das ist kein Mond… Das ist eine Raumstation.“ So beschreibt Obi-Wan Kenobi den Todesstern und als Star Wars-Fan der ersten Stunde musste ich diese Version des Todesstern haben. Und dieser Todesstern ist furchtbar nützlich für mich als Hobbykoch, denn er ist ein originelles Schneidebrett.
Nun, der Original-Todesstern hat etwas andere Ausmaße als mein Schneidebrett für die Küche. Der Todesstern im Film hatte einen Durchmesser von 160 Kilometern. Mein Schneidebrett hat dagegen einen Durchmesser von 30 Zentimeter und passt besser in meine Küche. Das Material ist Glas und das Brett verträgt laut Hersteller eine Hitze von 180 Grad Celsius, ist aber nicht spühlmaschinenfest.
Für mich als Fan auf jeden Fall eine tolle Idee. Auch schön ist die feste Verpackung. Es handelt sich beim verwendeten Bild um das legendäre Star Wars-Motiv des Original Krieg der Sterne-Films. Wir wissen ja, in der Rückkehr der Jedi-Ritter gab es nochmal einen Death Star, der sich allerdings noch im Bau befand.
Ach ja, falls es noch jemand nicht mitbekommen hat. Seit vergangener Woche gibt es die gesamten Star Wars-Filme bei iTunes und Amazon zum kostenpflichten Download.
Metzgerei gibt mir als Kunde Kompetenz
13. April 2015In sozialen Netzwerken wird im Moment auf die Leistung des Metzger-/Fleischerhandwerks im Vergleich zu Supermärkten hingewiesen. Gerade das mittelständische Handwerk muss sich meiner Meinung nach endlich besser positionieren. Hier ein paar Gedanken von meiner Seite, die das Real Life betreffen.
Auf einen kleinen, aber feinen Service wurde ich bei der Metzgerei Boneberger in der Kreisstadt Fürstenfeldbruck aufmerksam. Darüber habe ich mich sehr gefreut. Beim angebotenen Fleisch gab es beim Boneberger vor den Waren kleine Schilder, die erklärten, um welches Fleisch es sich handelt und welchen Preis es hat.
Bei anderen Metzgereien/Fleischereien, bei denen ich einkaufe, gab es diese Info-Schildchen nur gesammelt an der Theke. Die Zuordnung, welches Fleisch die angebotene Ware ist, fiel mir schwer. Das ist ein feiner, aber entscheidener Unterschied.
Ich kenne mich als Kunde im Wurst-Bereich ganz gut aus, aber im Fleisch-Sortiment habe ich mit dem Erkennen meine Probleme. Ich bin halt kein gelernter Metzger/Fleischer und kann so manche Fleischsorte nicht auseinander halten.
Durch diese Schildchen vor der Ware bei der Metzgerei Boneberger erhalte ich als Kunde Kompetenz. Ich muss nicht immer doof bei der Metzgereifachverkäuferin nachfragen, um welches Fleisch es sich hier und dort handelt. Ich kann in Ruhe als Kunde auswählen und sogar etwas neues entdecken. Das hat mir gefallen und so einen Service wünsche ich mir bei anderen Metzgereien/Fleischereien auch.
Ein weiterer Pluspunkt der Metzgerei Boneberger im Vergleich zu meiner Dorfmetzgerei: Ich kann mit Karte zahlen. Eigentlich sollte man meinen, dass sich E-Cash überall durchgesetzt hat, aber leider bei uns im Dorf nicht. Ich meine jetzt nicht, dass ich bei 100 Gramm Salami oder der Leberkässemmel mit der Maestro-Karte zahlen muss. Aber bei hochwertigem Grillfleisch kommen schnell dreistellige Summen zusammen und hier will ich mit Karte zahlen. Auch das konnte ich anstandslos beim Boneberger.
Chance vertan – Buchwerbung von Stephen King ohne QR-Code
12. April 2015Stephen King ist sicherlich einer der Autoren, die man nicht vorstellen braucht. Ich habe ihn früher gerne gelesen und bin jetzt wieder eingestiegen. Vor kurzem hat der Altmeister des Horrors sein neues Buch Revival herausgebracht. Und wenn man den Kritiken glauben darf, ist Revival gar nicht so schlecht. Es geht um Wanderprediger und Fanatismus, gute Themen für den Meister King.
Im Moment wird das Buch beworben, damit sich diese Literatur verkauft. Dabei verstehe ich den Heyse-Verlag nicht, warum er mit seiner Werbung nicht konsequenter ist. Wo lese ich denn beispielsweise ein Buch? Klar auf Reisen – im Flugzeug oder im Zug. Das ist es nur richtig, dass Heyse seine Werbung an Bahnhöfen schaltet, wie beispielsweise vor kurzem in München am Hauptbahnhof.
Auf dem Weg zum Zug laufe ich über die Werbung von Revival. Auf einem großen Bodenplakaten ist das Buchcover mit großen Lettern abgebildet: Packend, mysteriös, elektrisierend und dann das fette Buchcover. Und es gibt einen kleinen Hinweis, dass es das Buch als eBook gibt.
Aber was soll das lieber Heyne-Verlag? Wo ist der QR-Code zum Bestellen? Wo ist der QR-Code für die Leseprobe? Am Bahnhof haben die meisten – die allermeisten – ein Smartphone dabei und ganz sicher auch in der Hand. im Hauptbahnhof München gibt es sogar einen offenen Telekom-Hotspot. Hier vergibt der Verlag viel Werbepotential. Die komplette digitale Gesellschaft wird über die Anzeige buchstäblich hinweggehen und nur wer richtig Interesse hat, wird das Buch dann im Buchhandel oder in den elektronischen Shops suchen. Ihr macht es den Smartphone-Besitzer nicht leicht. Wisst ihr es nicht besser oder noch schlimmer: Wollt ihr nicht verkaufen?

























