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Restauranttipp: MIZU Sushi-Bar im Hotel Bachmair Weissach

18. Januar 2016
Der Eingang zur MIZU Sushi-Bar.

Der Eingang zur MIZU Sushi-Bar.

Gutes Sushi am Tegernsee? Geht das überhaupt? Wer durchgehend anspruchsvolles Suhsi rund um den Tegernsee sucht, tut sich schwer. Die Egener Höfe in Rottach machen regelmäßig Suhsi-Tage, aber durchegend Suhsi am See zu finden, ist schwer. Und ich meine jetzt nicht die Suhsi-Plastikboxen, die in den Supermärkten oder sogar an Tankstellen zu finden sind.
Aber die Zeit des Darbens ist vorbei. Beim Hotel Bachmair Weissach hatte im Juli 2015 die MIZU Sushi-Bar eröffnet und die Küche musste ich nun mal ausprobieren (Dienstag Ruhetag). Zusammen mit dem Kollegen Thomas Gerlach, einem ausgewiesenen Food-Blogger, probierte ich mich durch die Speisekarte. Lecker, ausgesprochen lecker und auch der Service ist sehr zuvorkommend und freundlich.


Es war zunächst etwas seltsam im oberbayerischen Ambiente des Hotels Bachmair Weissach die MIZU Sushi-Bar zu betreten. In den hellen Räumen grüßen die asiatischen Sushi-Meister hinter der Theke. Der Oberkellner (wie heißt der eigentlich in einer Shusi-Bar, wenn eigentlich dort der Sushimeister die Begrüßung vornimmt?) begrüßt den Gast und geleitet ihn zum Tisch. Die Karte ist abwechslungsreich und der Oberkellner steht auch für Erläuterungen zur Verfügung. Die unterschiedlichen Bezeichnungen der japanische Küche haben sich noch nicht im allgemeinen Sprachgebrauch festgesetzt, also keine Scheu und einfach fragen.

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Es ist natürlich keine original Sushi-Bar-Atmo. Das Essen ist hervorragend. Als kalte Vorspeise hat Gyuniku no Tarutaru (Beef Tatar mit Wasabi und Sesam) sowie die warme Vorspeise Edamame (gekochte Sojabohnen mit Meersalz) geschmeck. Als Hauptgang kann ich empfehlen: Gindara no Saikyo Yaki (Black Cod mit Saikyo Miso) und natürlich Sushi, deswegen war ich ja in der Sushi-Bar. Ich nahm den MIZU Mix mit 4 Stück Nigiri, 6 Scheiben Sashimi, 8 Stück inside out roll und 6 Stück Hosomaki. Lecker.

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Wer also am Tegernsee weilt, der sollte vorbeischauen, samt Übernachtung im Hotel Bachmair Weissach natürlich. Der Kollege Thomas Gerlach und ich haben zudem noch zwei Videos mit unterschiedlicher Perspektive gedreht. Viel Spaß.

Hier meine Sicht

und hier die Sicht vom Kollegen Thomas Gerlach

So schmeckt Heimat – Tourismuskonzept der Egerner Höfe

15. April 2015

Auch ein Top-Hotel muss sich immer wieder verbessern. Stillstand ist in der schnelllebigen Tourismus-Branche gleichbedeutend mit Rückschritt. Nur wer weiter optimiert, neue Idee umsetzt, der hat auch künftig eine Chance ein Publikumsmagnet zu sein. Dies bestätigte Klaus-Dieter Graf von Molke, unter anderem Eigentümer des Nobelhotels Egerner Höfe in Rottach-Egern am Tegernsee.

Klaus-Dieter Graf von Molke (Mitte) im Interview mit Thomas Gerlach und mir.

Klaus-Dieter Graf von Molke (Mitte) im Interview mit Thomas Gerlach und mir.

Zusammen mit meinem Kollegen Thomas Gerlach traf ich den charismatischen Grafen zum Interview. Ein Anziehungspunkt des Hauses ist natürlich die Sterneküche von Michael Fell. Hier kommen Veränderungen auf uns zu. Einige Male konnte ich in diesem Gourment-Tempel bereits speisen und wurde bisher noch nie enttäuscht. Die Dichterstub’n ist ein Hort der Gastlichkeit und der Haute Cuisine. Aber nun zieht die Dichterstub’n um. „Wir werden die Dichterstub’n in einem neuen Kleid präsentieren“, verrät Klaus-Dieter Graf von Molke. Die Dichterstub’n bleibt natürlich auf dem Gelände der Egerner Höfe, zieht nur in einen anderem Raum. Mit einem Kamin in der Mitte und fünf, sechs Tischen wird Sternekoch Michael Fell seine Küche in einer neuen Qualität zelebrieren. Der eingeführte Markenname Dichterstub’n bleibt auch künftig erhalten. Das bedeutet, die Bilder der Heimatdichter von der späten Münchner Schule aus der Sammlung von Professor Jost werden auch wieder aufgehängt, aber nicht alle. Es werden vier Bilder in dem neuen Ambiente des Gourmet-Restaurants zu sehen sein. Ich werde mir das neue Ambiente sicherlich in Kürze ansehen und darüber bloggen. Das neue Gourmet-Restaurant ist am 1. Mai 2015 geöffnet.


Über seinen langjährigen Freund und Sternekoch Michael Fell weiß der Graf nur Gutes zu berichten, was natürlich kein Wunder ist. „Michael Fell ist genau so ein Typ, wie ich ihn mag“, so Graf von Molke. „Er ist eckig, stur wie ein Panzer – ein richtiger Typ eben“, sagt er „und er spinnt – postiv“, schiebt er hinterher. „Das verbindet uns. Wir spinnen auf ganz hohem Niveau.“ Fell entwickle mit seiner Genialität immer wieder Kreationen, die zu einem kulinarischen Hochgenuss führen.
Graf Molke und Michael Fell verbindet der Begriff der Nachhaltigkeit. „Ich habe Michael Fell immer davor gewarnt vor Tester zu kochen. Für uns ist entscheidend, dass wir Menschen auf höchstem Niveau ein Geschmackserlebnis vermitteln.“ Die Gäste müssen sagen, es war ein großartiger Abend. „Und ich möchte, dass die Leute sich nicht nur an den schönen Bildern in der Dichterstub’n, an dem großartigen Service, sondern dass sie sich an den Geschmack erinnern.“ Dieser Erinnerung an den Geschmack der Speisen soll nicht nur eine neue Erfahrung sein, sondern vor allem auch vertraut. „Küche ist Heimat“, so Graf von Molke. Daher haben die Egerner Höfe auch ein wunderbares kleines Kochbuch mit dem Titel „So schmeck Heimat“ herausgebracht. „Wenn wir es schaffen, mit Geschmäckern, mit Ingredienzien, mit Materialien, die wir kennen, die heimisch sind, die uns vertraut sind, dieses alles in einer handwerklichen Maximalform zu gestalten – das ist für mich das Maximum des Handwerks und das ist für mich Haute Cuisine.“

"Die Kunst zu Leben ist die Kunst zu Genießen", so die Widmung von Sternekoch Michael Fell.

„Die Kunst zu Leben ist die Kunst zu Genießen“, so die Widmung von Sternekoch Michael Fell.

Aber der Graf hat auch klare Vorstellungen über den Tourismus im Tegernseer Tal. „Wir müssen den Tourismus entwickeln.“ Dies sei schon ein großes Stück weit passiert. Das Durchschnittsalter der Gäste der Egerner Höfe habe sich gesenkt. „Wir haben uns einige Jahre verjüngt“. Das Tegernseer Tal habe durchaus das Potential für junge Familien. „Und wir haben eines der besten Preis-Leistungsverhältnisse, die man sich überhaupt vorstellen kann.“
Deutliche Worte hat Klaus-Dieter Graf von Molke auch zum Thema Web 2.0 und Kommunikation. „Es ist nicht nur für mich eine neue Art der Kommunikation, es ist schlicht und einfach ein Zeichen der Evolution der Kommunikation. Wir haben einen Mitarbeiter, der sich ausschließlich um Online-Medien kümmert. Es war eine ganz konkrete Entscheidung, so jemanden einzustellen.“ Klar ist für den Grafen: „Die Zukunft gehört den schnellen Medien.“ Da nütze es nichts herumzujammern. „Das ist die Zukunft.“

Das Kochbuch "So schmeckt Heimat" ist bei den Egerner Höfen direkt zu beziehen.

Das Kochbuch „So schmeckt Heimat“ ist bei den Egerner Höfen direkt zu beziehen.

Ristorante Da Mimmo – Italiener am Tegernsee

3. März 2015
Da Mimmo in Bad Wiessee in der Sanktjohanserstraße 82.

Da Mimmo in Bad Wiessee in der Sanktjohanserstraße 82.

Was müssen die achtziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts für coole Zeiten gewesen sein? Ich liebe die Geschichten von Party, Küsschen und der Münchner Bussi-Gesellschaft. Und das Jetset fährt schon mal ins alte Spielcasino an den bayerischen Tegernsee. Mitten drinnen der Baby Schimmerlos, nein natürlich der Klatschreporter Michael Graeter von der Abendzeitung und Leos Magazin berichtet im Fernsehen.
Und am Tegernsee geht man als VIP-Promi noch einen Trinken. Da gab es das Hotel Bachmair am See. Und da gibt es noch das Ristorante Da Mimmo. Nachdem das Bachmair mit seinem Nachtclub heute nicht mehr in Frage kommt, probierte ich Da Mimmo in Bad Wiessee in der Sanktjohanserstraße 82 aus.

Vor der Ahnengalerie.

Vor der Ahnengalerie.

Küchenchef Mimmo Lapenna verwöhnt seine Gäste mit ständig wechselnder Karte. Leider gab es die Karte nicht im Internet, also fuhr ich mit einem Kollegen nach Reservierung auf gut Glück vorbei. Mangelnde Internetpräsens der Speisekarte ist für mich ein klarer Minuspunkt eines modernen Restaurants. Zweiter großer Minuspunkt für mich: Der Gast kann nur mit der EC-Karte oder bar bezahlen. Internationale Gäste werden das Verhalten nicht verstehen – VIP ist das nicht gerade.

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Es schauten einstmals einige Promis herein. Im Foyer des Restaurants hängt die Ahnengalerie. Als erstes fiel mit der Zeichner Oskar auf. Nur die Älteren unter uns kennen Oskar noch, der bei Dalli Dalli zeichnete. Dann lächelt auch noch Helene Fischer von der Wand und Michael Lesch, Michaela May sowie Titelhändler Konsul Weyer samt Gattin Christina Scholtyssek. Übrigens, das Bild von Hans-Hermann Weyer, wie der Konsul eigentlich heißt, ist schon mal runtergefallen und das Glas gesprungen. Ich denke, dies sagt alles über die VIP-Szene der alten Zeit. Ach ja, Farah Fawcett war auch mal da.
Das Essen war okay, aber der Raum Tegernsee hat deutlich bessere Küche zu bieten. Die Weinkarte mit 150 Sorten ist dagegen wirklich in Ordnung. Schwer in Ordnung war die extrem freundliche Bedienung des Restaurants.

Als Amuse Guelle gab es kleine Portion überbackene Rigatoni

Als Amuse Guelle gab es kleine Portion überbackene Rigatoni

Als Amuse Guelle gab es kleine Portion überbackene Rigatoni.

Als Vorspeise wählte ich Capesante Jacobsmuscheln in Butter gebraten mit Salbeiblättern serviert auf Rote Beete Carpaccio mit gegrillten Cherrytomaten.

Als Vorspeise wählte ich Capesante Jacobsmuscheln in Butter gebraten mit Salbeiblättern serviert auf Rote Beete Carpaccio mit gegrillten Cherrytomaten.

 

Als Vorspeise wählte ich Capesante Jacobsmuscheln in Butter gebraten mit Salbeiblättern serviert auf Rote Beete Carpaccio mit gegrillten Cherrytomaten.

Ich probierte das Agnello - Lammkarree mit Thymiankruse auf grünen Bohnen auf Kartoffel-Kräuterpüree.

Ich probierte das Agnello – Lammkarree mit Thymiankruse auf grünen Bohnen auf Kartoffel-Kräuterpüree.

Ich probierte das Agnello – Lammkarree mit Thymiankruse auf grünen Bohnen auf Kartoffel-Kräuterpüree.

Spinat-Ravioli mit Walnüssen und Radicchio.

Spinat-Ravioli mit Walnüssen und Radicchio.

Dann gab es noch Spinat-Ravioli mit Walnüssen und Radicchio.

Veganes Menü – Respekt Michael Fell von den Egerner Höfen

6. Februar 2015

Der Februar hat gerade erst begonnen und schon jetzt steht mein Restauranttipp für den Monat Februar fest. Es sind die Egerner Höfe in Rottach-Egern am Tegernsee.
Leider hatte die Sterneküche in der Dichterstub’n geschlossen. So konnte ich die Speise des Michelin-Stern ausgezeichneten Gourmet-Restaurants in diesem Jahr noch nicht kosten. Ein Platz im Hubertusstüberl war allerdings noch zu haben. Das Hubertusstüberl ist ganz in der Tradition feiner alter, bayerischer Wirtshäuser. Meine Buchung erfolgte über den Twitter-Account der Egerner Höfe – so stelle ich mir übrigens Kommunikation in der Gastronomie 2.0 vor. Für meinen Kollegen Foodblogger Thomas Gerlach, meine Frau und mich reservierte ich einen Tisch.

Michael Fell zauberte ein veganes Gericht - köstlich.

Michael Fell zauberte ein veganes Gericht – köstlich.

Ganz so einfach wollten wir es aber Star-Koch Michael Fell nicht machen. Wir hatten Michael Fell schon einmal im Interview und sind begeistert von seinem Können. Da meine Gattin derzeit vegane Küche bevorzugt, meldete ich ein veganes Gericht an. Was wir bekamen, hatten wir in dieser Form nicht erwartet.


Meiner Frau wurde ein komplettes Menü angeboten – wunderbar handschriftlich geschrieben mit goldener Tinte. Für meinen Kollegen Thomas Gerlach und mich stand klar fest: Wir legen die Standard-Karte des Hubertusstüberls zur Seite und wählten auch das vegane Menü.

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Da wir uns ja in einem bayerischen Wirtshaus befinden, gab es eine kleine Aufmerksamkeit aus der Küche. Radischen, verschiedene Brote und Brotaufstriche wie Obatzda wurden zur Begrüßung serviert.

Rindertatar mit Schwarzbrot

Rindertatar mit Schwarzbrot

Vorweg – vielleicht als Ausgleich zum veganen Essen – bestellte ich mir schmackhaftes Rindertatar mit Schwarzbrot.

Weißer Tomatenschaum mit Ochsenherztomate

Weißer Tomatenschaum mit Ochsenherztomate

Das vegane Menü begann mit weißem Tomatenschaum mit Ochsenherztomate.

Gefüllte Spaghettini mit Fenchel in mediterranem Gemüsefond

Gefüllte Spaghettini mit Fenchel in mediterranem Gemüsefond

Weiter ging es mit gefüllten Spaghettini mit Fenchel in mediterranem Gemüsefond.

Gegrillter Senfkohl mit Couscous, Rosinen und Curry

Gegrillter Senfkohl mit Couscous, Rosinen und Curry

Gegrillter Senfkohl mit Couscous, Rosinen und Curry kam dann auf den Tisch.

Geschmorte Erdartischocken (Topinambur) mit Gnocchi und Perigord-Trüffel

Geschmorte Erdartischocken (Topinambur) mit Gnocchi und Perigord-Trüffel

Geschmorte Erdartischocken (Topinambur) mit Gnocchi und Perigord-Trüffel bildete den Abschluss des veganen Menüs. Der Preis des vorzüglichen Menüs für vier Gänge betrug 54 Euro.

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Zum Abschluss wählte die Gattin eine vegane Früchteplatte, während ich die Käseauswahl genoss.

Am Ende gab es noch einen Espresso

Am Ende gab es noch einen Espresso

Am Ende gab es noch einen Espresso.

Als Überraschung kam Michael Fell zu uns auf ein kleines Schwätzchen an den Tisch. Seit Juni 2011 ist der Sterne-Koch Michael Fell wieder am Park-Hotel Egerner Höfe und für mich ein Grund, immer wieder gerne dort zu essen.

Foodblogger Thomas Gerlach, Sternekoch Michael Fell und Matthias J. Lange.

Foodblogger Thomas Gerlach, Sternekoch Michael Fell und Matthias J. Lange.

Der nächste Termin bei den Egerner Höfen wird der Sylter Abend am 28. Februar sein. Unter dem Motto „Cusine, Champagne and Music“ werden die Gäste von den beiden Sterneköchen Holger Bodendorf (Landhaus Stricker, Sylt) und Michael Fell mit einem 6-Gang-Menü samt korrespondierendem Champagner von Laurent Perrier und Musik verwöhnt. Ich freu mich schon.

Kalender zeigt Bayerns Schönheit – Jahreskalender 1

26. Dezember 2014

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Bayern ist ein schönes Land – das ist keine Neuigkeit. Touristisch ist der Freistaat Bayern eindrucksvoll mit seinen verschiedenen Kulturen. Bei einem Seminar für die bayerische Staatskanzlei bekam ich ein besonderes Geschenk. Es erinnerte mich wieder einmal daran, wie schön meine Heimat ist.
Das Besondere dieses Kalenders ist: Die Mitarbeiter der Staatskanzlei haben an einem internen Wettbewerb teilgenommen und konnten Bilder aus den verschiedenen Bezirken einreichen. Und die Aufnahmen sind schön geworden, sehr schön. Zudem hat Ministerpräsident Horst Seehofer ein kleines Vorwort geschrieben, bzw. schreiben lassen. Mir gefällt der Kalender, der etwas besonderes ist – er ist auch besonders verpackt. In einem Video lasse ich euch an diesem Kalender teilhaben.


Produziert und gedruckt wurde der Kalender von der JVA Landsberg am Lech, eine weitere Konkurrenz zu den klassischen Druckereien, die derzeit den Bach heruntergehen.
Als Motive sind zu sehen: Zugspitze, Iffeldorf, Gabriele Münter-Haus (Murnau), Parktheater Göppingen, Waldsassen, Herzog Albrecht Brunnen aus Coburg, Zell am Main, Narrentreppe der Burg Trausnitz Landshut, Nürnberg, Tegernsee, Berchtesgaden (Watzmann), Kloster Andechs.

Genussreise pur ins Restaurant Seehotel Überfahrt

9. Januar 2012

Wer sich einmal auf eine intensive kulinarische Reise begeben möchte, dem empfehle ich einen Besuch im Restaurant Seehotel Überfahrt am Tegernsee. Küchenchef Christian Jürgens und sein 18-köpfiges Team sind wahre Magier des guten Geschmacks und verstehen ihr Handwerk. Nicht umsonst hat Jürgens zwei Sterne. Nach seiner Karriere als Spitzenkoch in den Gourmettempeln Tantris, Aubergine und Kastell ist Christian Jürgens als einer der 10 besten Köche Deutschlands nun seit Juli 2008 in der Überfahrt am Tegernsee angekommen. Das Team um Christian Jürgens sammelt Auszeichnungen wie andere Leute Briefmarken. Im Oktober 2011 wurde beispielsweise Nicole Riechert von der Redaktion des Schlemmer Atlas zur „Pâtissière des Jahres 2012“ ernannt. Besonders möchte ich den Sommelier Frank Glüer herausstellen, der mit viel Witz und Gespür die Weine auswählte.

Zusammen mit einem Kollegen besuchte ich das Gourmetrestaurant und wählte damals das Menü 1. Heute gibt es freilich andere Kreationen. Rundum gesagt: Es schmeckte wunderbar, der Service war vorzüglich, die Atmosphäre war erstklassig. Wir kommen gerne wieder und ich kann das Restaurant absolut empfehlen.

Hier unsere Gänge im Einzelnen:

Amuse Bouche 

Aufmerksamkeiten aus der Küche, serviert am Ast.

Aufmerksamkeiten aus der Küche, serviert am Ast.

Steine aus dem Tegernsee :-)

Steine aus dem Tegernsee 🙂

„Schäferstündchen“

Entenleber, Ziegenquark, Passionsfrucht

Ein Genuss zu Beginn.

Ein Genuss zu Beginn.

Dies war meine erste Zigarre.

Dies war meine erste Zigarre.

Eine Explosion im Gaumen.

Eine Explosion im Gaumen.

„Des Anglers fette Beute“

Lieu Jaune, Kräuterfond, Schneckenragout

„Postkarte aus Thailand“

Hummer, Aubergine, rotes Curry

„Milchner“

Kalbsbries, Lauch-Créme, Champagnersauce

„BBQ“

Lammrücken & Spare Ribs, 4 Tomaten, Pommes Frites, Aioli

Man beachte die vier unterschiedlichen Tomaten.

Man beachte die vier unterschiedlichen Tomaten.

„Golden Eye“

Fourme d´Ámbert-Schaum, Apfel-Geleé

„Tegernseer braune Butter“

Milchreisschaum, braunes Butter-Eis, Quitten

„Steingarten“

Schokolade, Kaffee, Mascarpone

Der Abschluss und nichts geht mehr.

Der Abschluss und nichts geht mehr.

Spielbank Bad Wiessee: Las Vegas am Tegernsee

28. Januar 2009

spielbank

Gestern habe ich zusammen mit einem Freund die Spielbank in Bad Wiessee am Tegernsee besucht, die vor ein paar Jahren neu gebaut wurde. Schon alleine der Name „Spielbank“ ist ein cooles deutsches Wort: Spielbank, Deutsche Bank, Dresdner Bank. Da geht es nicht, wie im Casino ums Zocken, sondern irgendwie um gepflegte Unterhaltung. Eben spielerisch Geld verlieren. Dafür gibt es das nette, bunte Spielgeld aus Plastik und nicht die richtigen Euro.

Die ausgewählten Besucher waren auch eine Schau für sich. Da gab es den jungen Mann aus Osteuropa, der mit seiner blondgefärbten Begleitung (jung) am Spieltisch steht und die Jetons richtig platziert. Die von den Spielbanken Bayern individuell gestalteten Spielmarken haben nur an den Tischen der neun Bayerischen Spielbanken Gültigkeit. Dann haben wir die alte Dame, die mit knochigen Händen am Tisch sitzt und die Szenerie beobachtet. Am Black Jack sitzt die dicke Frau mit Turnschuhen, die einen Geruch von alten Pommesfett verbreitet. Ein Russe hat ein Jackett an, das drei Nummer zu groß ist. Er will Poker spielen. Gegen 23 Uhr kommt eine Durchsage: „Der Bus nach München fährt in 15 Minuten zurück.“ Ein paar Spieler stehen auf und bewegen sich zum Ausgang, aber zuvor geht noch ein schnelles Spiel. Zeit ist Geld.

Ein Asiate wirft seine Jetons erst im letzten Augenblick auf den Spieltisch. „Nicht geht mehr“ gilt scheinbar für ihn nicht und sofort bekommt er Schwierigkeiten mit den Croupiers. Der Chefcroupier führt die Oberaufsicht am Roulette-Tisch. Sein Wort ist Gesetz. Das muss auch unser Asiate einsehen. Der Kopfcroupier sitzt am Kopfende des Tisches. Die Drehcroupiers bedienen den Kessel und werfen die Kugel. Lässig machen die Croupiers ihren Job, kommentieren manchmal die Einsätze. So mancher flirtet mit den weiblichen, jungen Gästen.

Gegen 1 Uhr nachts kommen italienische Gäste. Einige Paare stürmen die Tische und wollen noch bis 3 Uhr morgens spielen. Die Gier steht so manchen Besucher in die Gesichter geschrieben. Da heften auch die Flyer „Vorsicht – die Risiken des Spiels“ nicht. In diesen gut gemachten Flyern der Spielbanken sollen die Spieler ihre eigenen Grenzen erkennen. Für die Gäste der staatliche Lotterieverwaltung in Bayern soll das Glückspiel eine angenehme Abendunterhaltung sein, die keinesfalls zur Sucht wird.

Finanziell gelohnt hat es sich auf jeden Fall. Der Montagabend läuft gut. Die Spieltische im ersten Stock sind gut besetzt. Spieler wuseln umher, um ja kein Spiel zu verpassen. Essen und Trinken haben zivile Preise, schließlich soll der Gast sein Geld ja verspielen und nicht versaufen. Im Parterre sind die Automatenspiele. Hier sitzen die Spieler stumm vor ihren blinkenden Slot-Machines und einarmigen Banditen. Es wird kaum ein Wort gesprochen. Ab und zu klingelt ein Automat und spuckt Münzen aus. Hat ein Spieler gewonnen, beginnt bei anderen um so hektischer das Spiel. Schließlich will man Gewinner sein und nicht auf der Verliererseite stehen. Dostojewski hatte so recht in seinem Roman „der Spieler“.

Am französischen Roulette sehe ich einen älteren Herrn. Während mein Freund in zehn Minuten 30 Euro verspielt, haut er in der gleichen Zeit 10.000 Euro raus. Woher nehmen die Leute das Geld? In seiner linken Jacketttasche sind die eckigen 1000-Euro-Jetons, in der rechten die runden violetten 100-Euro-Plastikplätzchen. Er greift in die Tasche und gibt der blonden weiblichen Croupier die Anweisungen, wie die Chips auf dem Tableau zu platzieren sind. Tableau ist der mit Filz bespannte Spieltisch, auf dem die Setzfelder für die Platzierung der Jetons abgebildet sind.

Aber es gibt natürlich aus genügend Leute, die nicht einer Halbwelt angehören. Ganz normale Ehepaare spielen an den Tischen und machen sich einen schönen Abend in einer noblen Atmosphäre. Viel braucht es nicht. Der Eintritt in Bad Wiessee ist lächerlich. Allerdings muss man seinen Personalausweis dabei haben. Dafür gibt es eine Tageskarte und man kann an einem Losgewinnspiel mitmachen. Es gab an dem Montagabend 1000, 750 und 500 Euro zu gewinnen. Verdammt, ich war nicht dabei.

Die Croupiers in Bad Wiessee sind hervorragend. Sie stellen mit ihrer Aura die Autorität des Spielanbieters dar, ohne dass sie dabei den notwendigen Status als Sympathieträger der Gäste verlieren dürfen, wofür ein entsprechendes Feingefühl im Umgang mit Menschen unerlässlich ist. Grundsätzliche Voraussetzung für einen Croupier ist ein tadelloses äußeres Erscheinungsbild in seiner Gesamtheit, das die Seriosität des Betreibers in der gesellschaftlich jeweils erwünschten Etikette des Umfelds widerspiegelt. Bei den bayerischen Spielbanken sind derzeit 553 Croupiers tätig

Hat ein Spieler Glück, bekommen die Croupiers Jetons als Dank. Sie wandern in den Tronc. Das sind an  den Spieltischen befestigte Behälter, in denen die freiwilligen Zuwendungen der Gewinner an die Mitarbeiter gesammelt werden. In einer guten Phase kommen einige hundert Euro in der Stunde zusammen. Das Trinkgeld kann sich sehen lassen.

Im April fahre ich beruflich nach Las Vegas und schaue mir die amerikanischen Vorbilder an. Ich hoffe, dass ich ein wenig die Atmosphäre von „Frankie und seinen Spießgesellen“ mit Frank Sinatra, Sammy Davis jr. und Dean Martin schnuppern kann. Schließlich ist Las Vegas das Mekka der Spieler und des Glückspiels.