Maid Cafe auf der AnimagiC 2018 in Mannheim

7. August 2018

Der Besuch im Maid Cafe auf der Animagic 2018 brachte ein wenig Japan-Feeling nach Mannheim. Und als Japan-Interessierter wollte ich diese besondere Art der Gastlichkeit unbedingt ausprobieren. 

Tolle Idee: Ein Maid Cafe auf der Animagic.

Tolle Idee: Ein Maid Cafe auf der Animagic.

Was unterscheidet ein Maid Cafe von einem klassischen Cafe? Das sind freilich die Maids und die Gentlemen, die sich um ihre Gäste kümmern. Sie nehmen die Bestellungen via Tablet auf, unterhalten sich mit ihren Gästen und spielen sogar Spiele mit ihnen wie einfache Karten- oder Würfelspiele. Von den Spielen habe ich in Mannheim nichts mitbekommen, was aber sicherlich an der Masse der Gäste lag, die in das Maid Cafe drängten. Daher wurde von den Organisatoren die Aufenthaltszeit der Gäste auf eine halbe Stunde begrenzt, damit mehr Besucher in den Genuss des Maid Cafés kommen konnten. Das ist eine sinnvolle Idee, scheiterte aber in der Praxis, denn die Maids nahmen zwar die Bestellungen auf, aber das Thekenpersonal kam nicht mit dem Ausliefern der Speisen und Getränke nach. Nun, so hatte ich eben mehr Zeit, das Team von Maido-no Kisetsu zu beobachten und mit meinen Maids zu sprechen. Ich hatte das Gefühl, dass das Personal unterbesetzt war und die Mannschaft aber das Beste aus dem Personalnotstand machte. Das Maido-no Kisetsu versteht sich nach eigenen Angaben als deutsches Maid Cafe, das sich an den japanischen Vorbildern aus Akihabara orientiert. Mittlerweile besteht das Maido-no Kisetsu zehn Jahre – Gratulation von meiner Seite. Die Deko mit Kirschbäumen, niedrigen Tischen und Bambusmatten, der Stil der Speisekarte sowie die Speisen und Getränke sind der Jahreszeit und Thema der Veranstaltung angepasst. Nun bei der AnimagiC gab es klassische Softgetränke und Tee/Kaffee, abends gab es nichtalkoholische Cocktails.

Maid und ich - ich hab mich prima im Maid Cafe auf der AnimagiC unterhalten.

Maid und ich – ich hab mich prima im Maid Cafe auf der AnimagiC unterhalten.

Ich war bei meinen beiden Besuchen mit meinen Maids sehr zufrieden und wir haben in einem Fall prima gequatscht und gut verstanden. Ich durfte sogar ein Selfie machen. Ich sprach direkt mein Lob aus, aber notierte auch mein Lob auf kleinen Zetteln, die ich in Kästchen auf den Tisch steckte. Nach Ende der Schicht sammeln die Maids ihre Zettel ein und bekommen so auch ein schriftliches Feedback vom Kunden. Und natürlich geben die Maids ihre Handynummer u.a. nicht heraus, wo sind wir denn? Die Restaurantleitung wies darauf hin, dass die Maids mit Respekt zu behandeln seien, was eigentlich eine Selbstverständlichkeit sein sollte. Bei meinen Besuchen habe ich keine Zwischenfälle gesehen. Die Besucherinnen und Besucher der AnimagiC waren aus meiner Sicht höchst diszipliniert und höflich. Das liebe ich an Cosplayer-Veranstaltungen. 

Gemeinsame Zukunftsmusik von Kraftwerk und Alexander Gerst

6. August 2018

Die beste deutsche Band für mich ist Kraftwerk. Das habe ich schon immer gesagt und werde es auch immer wieder sagen. Und die jüngste Aktion der Elektronikband hat mir wieder gezeigt, welchen Stellenwert Kraftwerk in der Musikszene hat. Bei einem Konzert in Stuttgart am 20. Juli 2018 gelang es mit Hilfe der ESA, der europäischen Weltraumorganisation, den deutschen Astronauten der ISS Alexander Gerst ins Konzert dazu zuschalten. Gemeinsam musizierten Kraftwerk und Gerst – für mich eine Sternstunde der Musik. 

Aufgrund von Arbeitsüberlastung habe ich das Video jetzt erst entdeckt und bin komplett begeistert. Ich habe Alexander Gerst vor Jahren auf einem Vortrag auf der re:publica gehört und bin seitdem ein Fan von ihm. Ich folge seinen Twitter-Account und denke, dass er – wie zuvor Chris Hadfield – die Funktionsweise und Wirkung von sozialen Netzwerken versteht. Beim Kraftwerk Konzert in Stuttgart stimmten die Musiker gerade ihr Lied Spacelab an, drehten sich dann um und blickten auf eine Leinwand. „Wir rufen Alexander Gerst auf der internationalen Raumstation ISS!“ Und es erschien Astronaut Gerst in Kolumbus-Labor voller Technik. Er hat ein weißes T-Shirt mit Captain Future an – schon alleine dafür gehört ihm mein Respekt und Verehrung. In den Händen hält er ein Pad mit dem er Musik macht. 

Es beginnt mit John Williams Motiv des Steven Spielbergs Film Unheimliche Begegnung. Die Klangfolge mit der Außerirdische begrüßt werden. Dann spricht Gerst: „Guten Abend Kraftwerk, guten Abend Stuttgart.“

Mir läuft es in diesem Moment kalt den Rücken herunter. Ton und Bild sind glasklar. Was für eine Leistung! Danke esa, tolle Aktion. Gerst ist von sechs Menschen, die auf dem Außenposten der Menschheit in 400 Kilometer Höhe ihren Dienst tun. Der Nachfolger des Spaclabs ist das Kolumbus-Labor und Gerst nannte es eine Mensch-Maschine. In seinem Grußwort appelliert er an die Gemeinschaft und Menschlichkeit und sagt dann: „Lasst uns zusammen Zukunftsmusik machen!“ Und dann spielen Kraftwerk und Alexander Gerst zusammen – ein intensives Erlebnis.

Ich erinnere mich an ein ähnliches Vorhaben, was dann aber tragischerweise nicht geklappt hat. Der französische Elektronikmusiker Jean-Michel Jarre wollte am 28. Januar 1986 ein ähnliches Experiment starten. An Bord des Space Shuttes Challenger befand sich der Ronald McNair. Der Astronaut spielte Saxophon und er sollte aus dem All bei einem Konzert des französischen Musikers Jean-Michel Jarre musizieren. Die Challenger explodierte beim Start und mit dem Tod von Ronald McNair zerplatze auch die Idee eines Stücks aus dem All. Jarre wollte das geplante Konzert zum 150jährigen Jubiläums der Stadt Houston und des 25jährigen Jubiläums des Lyndon B. Johnson Space Centers der NASA absagen, wurde aber von den Astronauten der NASA überzeugt.

Nach über 30 Jahren ist diese Musik aus dem Weltraum dank esa Wirklichkeit geworden. Ich danke Kraftwerk und ich danke Alexander Gerst sowie der esa für diese Aktion. Ich bin gespannt, was noch kommt. 

Bestellungen im Restaurant Oh Julia in Mannheim per App

5. August 2018

In der Gastronomie fehlen mehr und mehr Fachkräfte und so gehen einige Restaurantbesitzer mit der Zeit oder sie gehen mit der Zeit. So wohl auch das Oh Julia in Mannheim. Dort können Gäste vom Tisch aus via App ordern. Ich habe es ausprobiert. 

Im Restaurant Oh Julia ließen wir uns an einem Freitag gegen 22 Uhr nieder. Wir wählten einen Tisch innerhalb des Restaurants aufgrund der Klimaanlage und trotz der lauten Musik. Es waren kaum Gäste im Laden, der ein modernes Industriedesign aufweist. Wir nahmen als Familie im hinteren Bereich an einem langen Tisch Platz. Die Karte mit italienischen Speisen fanden wir am Tisch vor, ebenso mit die Aufforderung „Please Order at the Bar“ auf einem Bierkrug mit Besteck. Nun, meine Eltern hätten die Aufforderung nicht verstanden, gehen aber im Zweifelsfall nicht zu Oh Julia. Das Kleingedruckte in Deutsch hätten sie überlesen. Gleichzeitig entdeckten wir auf dem Tisch einen QR-Code, der uns zur App Orda führte, die uns auf Englisch versprach: „Or right from your Table with Orda.“ Das galt es auszuprobieren. 

Selbst ist der Kunde - er bestellt selbst und spart Personal.

Selbst ist der Kunde – er bestellt selbst und spart Personal.

Ein QR-Code gibt es auf der Tischplatte. Die App liegt für iOS und Android vor. Schnell geladen und registriert. Sehr gut gestaltet ist die Oberfläche zum Auswählen. Wir wählten Speisen und Getränke und legten sie im Warenkorb ab. Bezahlt wurde per PayPal. Nachteil: Ich kenne den Service des Hauses Oh Julia überhaupt nicht und soll gleich Trinkgeld geben, das ist unlogisch. 

Oder man bestellt gleich per App Orda vom Tisch aus.

Oder man bestellt gleich per App Orda vom Tisch aus.

Es dauerte einige Minuten und der Kellner kam und wollte unsere Bestellung aufnehmen. Und das ist auch ein Nachteil. Das System hätte ihn eigentlich eine Nachricht schicken müssen. Stattdessen mussten wir ihn auf die App-Bestellung hinweisen. Also zurück an die Tresen und die Bestellung checken. Innerhalb ein paar Minuten kamen dann auch die Getränke. 

Rund zehn Minuten später kamen auch die ersten beiden Speisen: Calamari vom Grill und ein Römer-Salat. Meine Calamari waren ausgezeichnet, der Salat hatte ein wenig zu viel Käse. Und dann begann das Warten auf zwei Margarita-Pizzen. Als meine Frau und ich mit unserem Essen fertig waren, kamen dann endlich die Pizzen. Es gab ein Problem in der Küche, hieß es als Entschuldigung. Aber keine Idee einen Grappa oder einen Espresso auf Kosten des Hauses auszugeben, kein guter Service. Die halbe Familie war mit dem Essen fertig, während die andere Hälfte erst begann. Derweil bestellte die Ehefrau über Orda nochmal Getränke nach. Als die Kinder mit ihren Pizzen fertig waren, erlaubte sich die Gattin dann doch mal nachzufragen, wo denn die Getränke blieben. Man habe nicht ins System geschaut und das bei einem fast leeren Lokal. 

Nachgeordnet per App, aber nicht ins System geschaut.

Nachgeordnet per App, aber nicht ins System geschaut.

Nach der Erinnerung kamen die Getränke auch schnell. Wir tranken aus und gingen. Orda ist ein grundsätzlich gutes System, das Personal einspart. Doch leider liegt der Fehler im System Mensch, der einfach nicht ins Bestellsystem schaut. 

Fazit für mich: Oh Julia sieht mich nicht wieder, die App Orda bleibt auf dem Smartphone und kann in einigen Restaurant in München eingesetzt werden. Vielleicht klappt da es mit dem Service besser. 

Meine zehn unvergesslichen Bücher

4. August 2018

Immer wieder geistern Aktionen durch soziale Netzwerke wie unlängst, bekannte Kunstwerke aus Toast nachzubilden. Fand ich irre witzig, kam aber zu spät mit meinem Frühstückstoast. Aber vor kurzem sprang ich auf einen solchen Zug auf. Es galt Bücher zu nennen, die einen in seinem Leben beeinflusst haben. Als Büchermensch und Leseratte musste ich einfach an dieser Aktion mitmachen und ich nahm das Angebot von meinem Kollegen Harald Baumer an. 

Ich postete zehn Tage lang Bücher, die mir etwas bedeuten und konnte zahlreiche meiner (virtuellen) Freunde ermutigen, es auch zu tun. Dazu postete in Twitter, Instagram und Facebook ich folgenden Text: „10 unvergessliche Bücher in 10 Tagen. Heute x/10. Kein Kommentar, keine Erklärungen, nur der Titel. Wer hat Interesse, mitzumachen? Würde mich bei vielen meiner Freundinnen und Freunde interessieren, welche Lektüre für sie wichtig war.“

Die Auswahl meiner Lieblingsbücher

Dieser Aktion ging eine Auswahl von Büchern voran und ich sage euch, das wahr echt schwer. Zunächst machte ich ein Brainstorming und sammelte Bücher. Es kamen rund 40 Bücher zusammen, also eindeutig zu viel. So ließ ich die Sache ein paar Tage ruhen und dachte dann nochmals nach und kam dann auf nochmals zehn weitere Bücher. Dann kam in einer Gewaltaktion das Ausmisten. Ich zog mich in mein Kellerarchiv zurück und holte die Bücher hervor. Da ich nichts wegwerfen kann, standen die Bücher geordnet in den zahlreichen Regalen. Bücher, die nicht an ihrem Platz waren, wurden gleich von der Liste gestrichen. So kam es, dass Stanisław Lems Klassiker Solaris gekillt wurde, weil das Buch nicht da war. Hatte ich es verliehen? Wo ist dieses Buch? Also, was nicht da ist, fliegt raus. 

Dann strich ich Bücher von Lieblingsautoren, die ich als Autor verehre, aber keine einzelnes Buch hervorheben will. Hier strich ich Edgar Allan Poe, ETA Hoffmann, Heinrich Heine, Philipp K. Dick und Sir Arthur Conan Doyle von der Liste. Dann musste ich mich entscheiden, dass ich von manchen Autor keine zwei Bücher benennen wollte. Hier blieben dann beispielsweise die Robotergeschichten von Asimov auf der Strecke oder Tolkiens Silmarillion. 

Dann wurde es nochmals hart: Ich musste ja auf zehn Bücher kommen und ich strich weitere Autoren und deren Bücher. Dabei waren beispielsweise Arthur C. Clarke, Stephen King (Dead Zone oder Shining), nochmals Lem mit seinen Sterntagebüchern. Goethe kam ebenso wie Shakespeare nicht auf die finale Liste, auch leider nicht Mary Shelly und ihr Frankenstein, ein Buch, das dieses Jahr 200. Geburtstag feiert und ich in einen eigenen Blogpost würdigen werde. Traurig war ich auch über das Streichen von Truman Capote und vor allem Tom Wolfe mit seinem Fegefeuer der Eitelkeiten. Dann entschied das Los und ich kam endlich auf meine zehn Bücher. Ich stelle fest, dass ich die fantastische Literatur bevorzuge. 

Also das sind meine zehn finalen Bücher: 

1 Douglas Adams: Per Anhalter durch die Galaxis

2 Dante: Göttliche Komödie

3 Bret Easton Ellis: American Psycho

4 J.R.R. Tolkien: Herr der Ringe

5 Isaac Asimov: Foundation-Trilogie 

6 Frank Herbert: Der Wüstenplanet

7 Thomas Mann: Die Buddenbrooks

8 Richard Scarry: Mein allererstes Buchstabenbilderbuch  

9 Bram Stoker: Dracula 

10 Rainer Erler: Das blaue Palais  

Wer mitmachen will, ist gerne aufgerufen. Ich habe gesehen, es gibt so eine ähnliche Reihe mit Schallplatten, die einen am meisten bedeuten. Mal sehen, ob ich diese Challenge annehme. Die Bücher waren ein Anfang und wir wissen ja, im Web lieben wir diese Listicle.

Alte Schule als Lost Place

3. August 2018
Eine alte Schule als Lost Place

Eine alte Schule als Lost Place

Lost Places sind Plätze, die verlassen sind, aufgegeben wurden und ihre eigene Geschichte erzählen. Es gibt viele dieser Lost Places, die oft vergessen sind und dennoch weiter existieren. Ich selbst habe einige wunderbare Bücher zu dem Thema, es gibt starke Websites und ich bin Mitglied in ein paar Facebook-Gruppen, die sich dem Thema widmen.
Selbst bin ich fasziniert von diesen zum Teil märchenhaften, zum Teil erschreckenden Orten, die dem Verfall preisgegeben sind. Viele Kolleginnen und Kollegen machen sich auf die Jagd nach solchen Orten. Ich bin nicht so jemand, sondern treffe ab und zu auf einen solchen geheimnisvollen Ort und mache ein paar Fotos. Noch treibt es mich nicht über Zäune oder Mauern, um diese Plätze zu erkunden – noch. Eine Regel besagt, dass Lost Places nicht mit einem genauen Ort verraten werden dürfen.

Ich will diese Regel in diesem Fall durchbrechen, denn dem aufmerksamen Besucher ist klar, wo dieser Lost Place ist. Es handelt sich um eine Mittelschule in Bayerisch-Schwaben, die aufgelassen wurde und abgerissen werden soll. Gleich daneben wurde der Neubau errichtet und so schauen die Schüler während der Schulzeit auf ihre alte Schule als Ruine.

Als ich die neue Schule aufgrund eines Vortrags besuchte, betrachtete ich das alte Schulhaus. Es sah ein wenig aus, wie im Krieg, obwohl ich einen Krieg Gott sei Dank noch nie erlebt habe. Schüler und ehemalige Schüler erzählten mir ihre Geschichten aus dem alten Schulhaus. In Kürze werden die Bagger anrücken und Platz für eine Schulhauserweiterung machen. So gilt es für mich diesen Lost Place nochmals zu dokumentieren.

Tour zu den Zipfelbachfälle

1. August 2018

Ich musste für zwei Tage raus, es war in den vergangenen Wochen viel zu tun und daher musste ich den Kopf frei bekommen und fuhr mit der Gattin ins Allgäu. 

Unsere Homebase war wie immer das Hotel Prinz Luitpold Bad in Bad Hindelang. Von dort aus ging es zu kleinen und großen Wanderungen. Die Gegend hat ja allerhand zu bieten und ist für mich ein klarer Ausflugstipp. Wer ein paar Anregungen für Touren braucht, dem empfehle ich die Hotellobby des Hotels. Dort präsentiert das Hotelehepaar Sabine und Armin Groß eine stattliche Anzahl von Touren anhand von professionellen Karten. Das Besondere: Jede dieser Touren ist das Ehepaar selbst gelaufen und hat persönliche Tipps in die Tourenbeschreibung einfließen lassen.

Also keine x-beliebigen Touri-Touren in der Standardversion vom Touristikamt, sondern individuelle Tipps. Ich finde diese Idee als Kundenbindungsprogramm für ein Hotel im Allgäu für die Hotelgäste als sehr vorbildlich. 

Meine Gattin wählte das Ziel aus: Die Zipfelbachfälle – vielleicht lag es am Namen, ich weiß nicht, warum sie dieses Ziel gewählt hat. Also Startpunkt war nach einem Frühstück im Prinz Luitpold Bad  auf dem Liebespfad in Richtung Schleierfall hinter dem Hotel. An der Umkehrstation des Lifts geht es links zum Schleierfall, der sehenswert ist. 

Wir wählen den Bärenweg, denn die Zipfelbachfälle sind noch eindrucksvoller. Bei der Wanderung haben wir einen tollen Blick ins Ostrachtals und dann geht es höher über einige Serpentinen.

Und dann hört man den Wasserfall schon. Die Zipfelbachfälle befinden sich in Bad Hindelang im Ortsteil Hinterstein. Die Tour dauert einfach rund 1,5 bis 2 Stunden. Dann hat man die eindrucksvollen Wasserfälle erreicht. 

Werkschau Stanley Kubrick startet heute

31. Juli 2018

Leider wohne ich nicht in Frankfurt am Main, aber die Filmfans aus Hessen möchte ich auf eine besondere Werkschau hinweisen, die heute beginnt. Das Filmmuseum zeigt eine Werkschau des US-amerikanischen Regisseurs Stanley Kubrick. Einige der Filme sind rar, sehr rar. Der große Mann wäre vor ein paar Tagen90 Jahre alt geworden und ich habe über ihn gebloggt. 

Das besondere Schmankerl ist die Langversion von The Shining von 1980 in der Fassung von 146 Minuten. Kubrick hatte nach einem schleppenden Start des Films den Horrorstreifen um rund 40 Minuten für den europäischen Markt gekürzt. Die US-Version wird nur selten in Europa aufgeführt, in Frankfurt ist dies der Fall. Und diese Chance sollte man nutzen. Ich habe die US-Version von Shining noch nie im Kino gesehen, ich besitze eine Blu ray mit der ungeschnittenen Version und kann sagen: Es lohnt sich. Und ich werde ihn wieder im Kino versäumen, weil ich in Bayreuth bei der Wallküre bin. 

Here is Johnny - einer der besten Horrorfilme überhaupt - in der ungeschnittenen US-Fassung. Foto: Warner

Here is Johnny – einer der besten Horrorfilme überhaupt – in der ungeschnittenen US-Fassung. Foto: Warner

Es sind nicht alle Filme des Meisterregisseurs in Frankfurt zu sehen. Das Erstling Fear and Desire von 1953 fehlt – ein Film, auf den Kubrick nicht besonders stolz war, dennoch zeigt der Film, welches Auge der Mann für das Kino hatte. Der Tiger von New York ist ebenso nicht im Programm wie die Kurzdokus, die Kubrick gedreht hat. Und leider, leider gibt es Dr. Seltsam nicht zu sehen. Für den Film gibt es derzeit eine Kinosperre, warum weiß ich nicht. 

Also  

Hier sind die Filme der Werkschau:

Mittwoch, 1. August, 20:30 Uhr und Freitag, 3.August, 18 Uhr

THE KILLING Die Rechnung ging nicht auf (US 1956. R: Stanley Kubrick)

 

Samstag, 4. August, 20:30 Uhr

PATHS OF GLORY Wege zum Ruhm (US 1957. R: Stanley Kubrick)

 

Sonntag, 5. August, 19:30 Uhr und Sonntag, 12. August, 17 Uhr

SPARTACUS (US 1960. R: Stanley Kubrick)

 

Mittwoch, 8. August, 20:30 Uhr und Freitag, 10. August, 17:30 Uhr

LOLITA (GB/US 1962. R: Stanley Kubrick)

 

Donnerstag, 9.August, 20:15 Uhr mit Vortrag (Filmbeginn: ca. 21:15 Uhr) und Samstag, 11.August, 20:15 Uhr

FULL METAL JACKET (GB/US 1987. R: Stanley Kubrick)

 

Mittwoch, 15. August, 20 Uhr und Sonntag, 19. August, 17 Uhr

BARRY LYNDON (GB 1975. R: Stanley Kubrick)

 

Donnerstag, 16. August, 20:30 Uhr, Freitag, 17. August, 20:30 Uhr, und Samstag, 18. August, 17:30 Uhr

2001: A SPACE ODYSSEY 2001: Odyssee im Weltraum (GB/US 1968. R: Stanley Kubrick)

 

Freitag, 24.August, 18 Uhr und Samstag, 25. August (Museumsuferfest), 20 Uhr

A CLOCKWORK ORANGE Uhrwerk Orange (GB 1971. R: Stanley Kubrick)

 

Sonntag, 26.August (Museumsuferfest), 17:30 Uhr und Freitag, 31. August, 17:30 Uhr

EYES WIDE SHUT (GB 1999. R: Stanley Kubrick)

 

Mittwoch, 29. August, 20:30 Uhr

THE SHINING Shining (GB/US 1980. R: Stanley Kubrick)

Wagner im Kino: Lohengrin

27. Juli 2018

Blau, das war die Farbe des Abends: Blau in verschiedenen Schattierungen. Als ich aus dem Kino ging, in dem Lohengrin aus Bayreuth übertragen wurde, war ich fast betrunken. Nicht wegen des Blaus der Inszenierung, sondern trunken von der Musik Richard Wagners. Wobei ich auch zugeben muss, Lohengrin gehört textlich und musikalisch eher zu den schwächeren Opern des Meisters. 

Meine Gattin und ich im Scala in Fürstenfeldbruck und lauschen Wagner.

Meine Gattin und ich im Scala in Fürstenfeldbruck und lauschen Wagner.

Bei meiner Gattin und mir ist es ein Ritual in Sachen Wagner. In Ermangelung von Premierekarten schauen wir uns die Neuinszenierung von Wagners Oper via Live-Übertragung bei uns im örtlichen Kino Scala Fürstenfeldbruck an und im August besuchen wir die Festspiele am Grünen Hügel dann live. Dieses Jahr wird es die gewöhnungsbedürftige Frank Castorfs Ring-Interpretation die Wallküre sein. Beim Bühnenbild mach ich einfach die Augen zu, darf aber Plácido Domingo als Dirigent hören.

Tinker Bell, Biene Maja oder dire drei von der Tankstelle - Dieser Lohengrin war so etwas eigen.

Tinker Bell, Biene Maja oder dire drei von der Tankstelle – Dieser Lohengrin war so etwas eigen.

Gerne wäre ich bei einer Premiere in Bayreuth dabei. Ich sehe Prominenz, die in Bayreuth erscheint, angeführt von Urlauberin Bundeskanzlerin Angela Merkel und ihrem Mann Joachim Sauer. Die Kanzlerin mag Wagner, versteht ihn auch. Doch so mancher Hanswurst in Bayreuth ist wohl weniger wegen der Musik als vielmehr wegen des Glamours da. Aber so war es wohl auch zu Richard Wagners Zeiten und so ist es auch zu Katharina Wagners Zeiten. Und dennoch: Ich stehe bereit für Premierenkarten – ich seht: Ich bin neidisch. 

Mit einem Glas Sekt wurden wir im Scala begrüßt. Vielen Dank.

Mit einem Glas Sekt wurden wir im Scala begrüßt. Vielen Dank.

Also nahm ich im klimatisierten Saal 4 im Scala Kino Platz, grinste ein wenig über die Temperaturen im Festspielhaus. Die Übertragung aus Bayreuth beginnt, doch es fehlt der Ton. Entweder gibt es beim Streaming Tonprobleme oder ein Profi im Kino hat den Ton abgedreht. Nach Protest der zumeist älteren Zuschauer war dann der Ton nach ein paar Minuten da – von der Musik haben wir nichts verpasst, allerdings vom Gerede von Katharina Wagner. Macht’s nichts, ich mag die Damen sowieso nicht, aber der Höflichkeit halber hätte ich gerne gehört, was sie sagt. 

Auf dem grünen Hügel gab es vereinzelt Buhs für ihn. Auch das gehört zu Bayreuth.

Auf dem grünen Hügel gab es vereinzelt Buhs für ihn. Auch das gehört zu Bayreuth.

Die Oper beginnt – mein erster Eindruck war Blau. Das Bühnenbild des Künstlerpaars Neo Rauch und Rosa Loy der neuen Leipziger Schule war blau und es zauberte mir ein Lächeln ins Gesicht. Inszeniert wurde das Ganze von Yuval Sharon. Nach der blauen Phase kam ich mir vor, in einem Universal-Horror-Film zu sein. Blitze und Transformatorenstationen als ob man das Labor von Victor Frankenstein betritt und die blaue Frisuren erinnerten an Frankensteins Braut. Die Darsteller haben Flügel umgeschnallt, stehen in ihren Rembrandt-Kostümen in einer Welt von Motten und Fliegen. Muss das Volk von Brabant einen Stromstoß bekommen? Ungewöhnlich, wahrlich ungewöhnlich – gefällt mir diese Biene Maja-Blaumann-Version von Lohengrin? Ich bin mir nicht sicher, ob ich Tinker Bell bei Wagner sehen will. 

Ich mag die Interpretation von Christian Thielemann, der jetzt Die Geschichte um Betrug und Fanatismus, von Hingabe und Idealismus vor dem Hintergrund der Macht des Gral lässt viele Interpretationen auf Wagners Zustand zu. 

Ich hab mich geärgert, dass ich mich nicht richtig auf diesen Abend vorbereitet habe. Dann hätte ich auch mitbekommen, dass Piotr Beczala die Titelpartie kurzfristig von Roberto Alagna übernommen hat, der abgesagt hat. Aber Lohengrin mit seinem Frage-Verbot nach seinem Namen und Herkunft, steht bei der Oper nicht im Vordergrund. Es ist Elsa und sie ist die interessante Person des Stücks mit seinen drei Aufzügen. Elsa von Brabant wird gesungen von Anja Harteros. Und die beste Szene für mich ist die Bindung von Elsa an Lohengrin, der zudem seine Herzensdame mit einem Seil an sich fesselt. Die Frage nach der Herkunft zerstört die Liebe. Beczala und Harteros sind hier einfach wunderbar und wenn Lohengrin dann in Trauer seinen Namen und Gralherkunft verrät ist es zum Dahinschmelzen. 

Ich habe noch Hans Neuenfels Lohengrin in Erinnerung. Damals saß ich bei den Ratten in der zweiten Reihe im Festspielhaus, bei Sharon saß ich im Kinosessel. So sehr ich mich Neuenfels empört habe, so sehr habe ich mich bei Sharon zeitweise gelangweilt. Das kam schon alles glatt daher. 

Sie kam zurück nach Bayreuth: Waltraut Meier.

Sie kam zurück nach Bayreuth: Waltraut Meier.

Ich freute mich auf Waltraud Meier, die nach der Isolde wieder nach 18 Jahren nach Bayreuth kam und für mich eine starke Interpretation der Ortrud ablieferte. Der verdiente Applaus in Bayreuth war sicherlich nicht nur wegen der Leistung in Lohengrin, sondern ein Dank für ihr Gesamtwerk.

Ein Dank zudem den Betreibern des Scala-Kinos in Fürstenfeldbruck. Ich finde es toll, dass ihr Wagner im Kino anbietet und so lange ich keine Premierenkarten bekomme, besuche ich euch bei Richard Wagner, auch wenn das Publikum eher übersichtlich blieb. Vielleicht sollten wir 2019 bei Tannhäuser mal zu einer PR-Aktion ansetzen. 

90. Geburtstag von Stanley Kubrick – ich verbeuge mich

26. Juli 2018
Stanley Kubrick wäre heute 90 Jahre alt geworden. Hier auf einem Bild seiner Frau Christiane Kubrick. Foto: Lange

Stanley Kubrick wäre heute 90 Jahre alt geworden. Hier auf einem Bild seiner Frau Christiane Kubrick. Foto: Lange

Ich liebe Film als Medium und es gibt Regisseure, die ich für großartig und wegweisend halte. Aber es gibt nur einen schlichtweg genialen Regisseur für mich, der zudem heute seinen 90. Geburtstag feiern würde: Stanley Kubrick
Ich verehre den Meister. Seine Filme und sein Universum haben mir gezeigt, was möglich ist: Filmisch, intellektuell, emotional. Kubrick ist einer der wenigen Künstler, die ein Gesamtkunstwerk erstellt haben.

Foto: Lange

Foto: Lange

Sein Repertoire an Filmen ist übersichtlich. Er hat nicht viele Filme gedreht. Aber egal, welches Genre er sich vorgenommen hat, er hat in diesem Genre Meilensteine gesetzt, um die man nicht herumkommt. Alle – und ich betone alle seine offiziell veröffentlichten Filme sind stilprägend und setzten Maßstäbe. Und dann kommt immer die Frage, was ist mein Lieblingsfilm? Und das ist wirklich schwer. Im Jahr von 2001 muss ich 2001: A Space Odyssey sagen, aber auch The Shining und Eyes wide shut bedeuten mir sehr viel. Aber nein: Ich entscheide mich im Moment für den erhabenen Barry Lyndon. Und was ist mir dem Frühwerk? Dr. Seltsam ist ein Hammer, Wege zum Ruhm ist schockierend, Lolita ist provokativ – also ich kann mich nicht entscheiden, ich weiß nur, dass der Mann ein Genie war.
Es heißt, Kubrick war eigen, manches Mal seltsam und er soll besessen von Details gewesen sein. Mag alles stimmen, aber ich glaube, der Mann hat seine Berufung gefunden und ging konsequent seinen Weg. Kompromisse waren wohl nicht so sein Ding. Ich bewundere Kubrick, weil er auch ein besonderer Familienmensch gewesen sein muss. Bei all den Gesprächen, die ich selbst mit seinem Umfeld führen durfte, bei all den Interviews und Geschichten kommt immer wieder heraus, wie sehr er seine Familie liebte. Er hatte das Glück, dass er zu Hause arbeiten konnte, die legendäre Küche mit dem langen Tisch sind bekannt. Seine Schneideräume waren auf dem Familiensitz untergebracht und die Studios waren nicht weit entfernt.
Aber es gibt etwas, was mich wirklich ärgert: Ich habe Stanley Kubrick nie persönlich getroffen. Das ist schade, ich hätte gerne in seine Augen geschaut, ihm die Hand geschüttelt und ihm meinen Respekt gezollt.

Ich war einmal auf seinem Landsitz zu seiner bezaubernden Frau Christiane Kubrick und seinem Schwager Jan Harlan in der Nähe von London eingeladen. Diese Begegnung hat mich mit viel Ehrfurcht und Freude erfüllt. Mit dem Zug fuhr ich nach Harpenden zu St Albans in der Grafschaft Hertfordshire und spazierte ein wenig durch das kleine Städtchen. Dort erfuhr ich, dass Christiane Kubrick eine Art Kunstschule leitet, gerne wäre ich hier Gast gewesen. Sie malt sehr schöne Bilder und ich hatte die Gelegenheit, einige ihrer Bilder zu betrachten. Vielleicht findet sich mal ein Verleger, der ein Kunstbuch daraus macht. Einige ihrer Bilder kamen beispielsweise in Eyes wide shut als Set Design vor. Ihre Bilder gefallen mir und vielleicht kann ich meine Gattin mal überzeugen, eines zu kaufen.

Ich wurde abgeholt und zum Landsitz der Kubricks gefahren. Da bekam ich eine Ahnung, was es heißt, einen englischen Landsitz sein eigen zu nennen. Nicht schlecht das Gelände mit seinen Gärten, Gewässer und zahlreichen Gebäuden. In den früheren Stallungen waren die Schnittplätze untergebracht. Etwas zurückgezogen ist das stattliche Landhaus, davor eine weite grüne Wiese zum Flanieren. Das Anwesen heißt Childwickbury Manor und wurde von Kubrick 1978 gekauft.

Im Gebäude gibt es zahlreiche Repräsentationsräume, geschmackvoll eingerichtet. Die Privaträume durfte ich freilich nicht besichtigen, privat ist schließlich privat.

Ich habe viel gelacht und gelernt, ich habe die Atelier von Christiane Kubrick gesehen, von weitem die legendäre Küche, viele der Empfangssäle und ich saß in der roten Bibliothek von Stanley Kubrick. Dort führte ich ein Videointerview mit Jan Harlan und Christiane Kubrick.

Christiane Kubrick, Jan Harlan und ich. Foto: Lange

Christiane Kubrick, Jan Harlan und ich. Foto: Lange

 

Später zeigte sie mir den Garten und dann wurde mir die Ehre zuteil, das Grab von Stanley Kubrick und seiner Tochter Anya zu besuchen. Beide sind im Garten des Anwesens begraben unter beeindruckenden Affenbäumen. Stanley Kubrick verstarb am 7. März 1999. Anya verstarb im Alter von 50 Jahren am 7. Juli 2009 an Krebs. Über die andere leibliche Tochter Vivian habe ich mich nicht getraut nachzufragen. Ihren Soundtrack zu Full Metal Jacket mochte ich, will mich aber in das private Leben nicht einmischen. Auch Kubricks Stieftochter Katharina wollte ich dazu nicht befragen.
Als ich am Grab von Kubrick stand, sprach ich ein kurzes Gebet und setzte mich auf einen weißen Metallstuhl, der vor dem Grab stand.

Wahrscheinlich sitzt hier Christiane Kubrick oft und denkt über ihren Mann nach. Ich ungehobelter Klotz habe mich einfach auf diesen Platz gesetzt und an dieses Genie gedacht. Die Gräber sind Naturgräber mit einem riesigen Stein markiert. Darauf ist die Beschriftung angebracht. Es hat was Schönes, wenn der Liebste nach dem Tod noch immer in der Nähe ist – und dies nicht nur in Gedanken und im Herzen.

Der Mond über Stanley Kubricks Grab. Foto: Lange

Der Mond über Stanley Kubricks Grab. Foto: Lange

Und als ich zum Landsitz zurückging, blickte ich nach oben in den Himmel und sah einen erleuchteten Mond. Es fehlte nur die Musik von Also sprach Zarathustra. Also lieber Stanley Kubrick – ich wünsche Ihnen alles, alles Gute zu Ihrem 90. Geburtstag. Ich danke Ihnen.

Buchtipp: Wagners Villa Wahnfried

25. Juli 2018

Heute beginnt eine für mich interessante Zeit: Es beginnen die Festspiele am Grünen Hügel in Bayreuth. Lohengrin steht auf dem Programm – ich schau mir die Inszenierung im Kino an. In den nächsten Wochen werde ich daher verstärkt über den großartigen Richard Wagner bloggen. Gleich vorweg zur Klarstellung: Politisch lehne ich Wagner ab, musikalisch verehre ich ihn.
Im Grunde bedeutet Wagner für mich ein Ritual. Bei meinen Besuchen in Bayreuth gehört der Abstecher an das Grab des großen Komponisten einfach dazu. Ein kurzes Gedenken, ein Blick in die Runde, vielleicht nehme ich auf einer Bank im Garten seiner Villa Platz und höre mir die eine oder andere Ouvertüre an.

 

Der Besuch von Wahnfried, dem Wohnhaus von Richard Wagner, ist ab und zu für mich ein Bedürfnis. Ich habe ein paar Videos und VR 360 Videos in den Räumen gedreht und möchte alle Interessierten an Richard Wagner zum Besuch von Wahnfried einladen. Nur wer die Luft von Wahnfried schnuppert, kann Wagner ganz begreifen. Mich fasziniert das Gebäude und die Aura, die es umgibt. Und zum Einstieg daher ein Buchtipp zu Wahnfried – Das Haus von Richard Wagner: The Home of Richard Wagner, der die wechselvolle Geschichte des Hauses darstellt. Das Buch Wahnfried von Markus Kiesel und Joachim Mildner geht historisch an das Gebäude heran.


Mit historischem und aktuellem Bildmaterial reich illustriert, zeichnet das Buch die Geschichte des Hauses bis hin zur 2015 fertiggestellten Grundsanierung und Errichtung von Erweiterungsbauten nach. Wagnerexperten wie Verena Naegele, Nike Wagner Dietmar Schuth und Peter Cachola Schmal kommen zur Wort. Den wichtigsten Teil des Buches nehmen die historischen Ausführungen von Verena Naegele ein von den Anfängen, über den Erfolg, den Missbrauch und die Zerstörung bis zum Wiederaufbau und Eröffnung als Museum. Wahnfried ist mehr als nur ein Wohnort eines berühmten Komponisten. Für mich geht von diesem Ort eine ungeheure Faszination aus, die zum Mythos Richard Wagner ihren Beitrag leistet. Wagner ist ein Gesamtkunstwerk mit den wunderbaren und teuflischen Begegnungen. Als ich das Buch durchblätterte kommen mir meine Gedanken in den Sinn als ich durch Wahnfried und den Garten streifte. Es sind interessante Details und Zitate in dem Buch zusammengeführt, die Wahnfried für mich zu einem Erlebnis machen. Gerne nehme ich das Buch Wahnfried – Das Haus von Richard Wagner: The Home of Richard Wagner zur Hand, lese und erinnere mich – und es ist ein hervorragender Einstieg in die Welt Wagners, daher meine Kaufempfehlung.