Archive for the ‘Film’ Category

Schrecklicher Titelsong von Star Trek Enterprise

3. Januar 2010

Ihr wisst es ja, ich bin ein Trekkie. Mein Traum von Entspannung ist es, mir einige Folgen von Star Trek reinzuziehen, abzuschalten und in das Universum einzutauchen. Derzeit arbeite ich mich durch die ungeliebte Serie Star Trek Enterprise durch. Ich muss gestehen, sie gefällt mir gut, nicht so wie die Next Generation oder Voyager, aber deutlich mehr als Deep Space Nine. Jonathan Archer ist schon ok.

Was ich aber nicht mag, ist der Score der Serie. Am Schlimmsten empfinde ich das Titellied. Der Titelsong heißt „Where My Heart Will Take Me“ und wurde als „Faith Of The Heart“ bereits vom Rockbarden Rod Stewart geträllert – da hat es mir auch nicht gefallen. Für die „Enterprise“-Serie wurde das Liedchen vom britischen Opernstar Russel Watson neu interpretiert. Schreckliche US-Mucke ist herausgekommen. Geschrieben hat es Diane Warren.

Ich finde es schrecklich für eine Star Trek-Serie. Was meint ihr? Ich will beim nächsten Mal wieder richtigen Score.


Mein persönlicher Star Trek-Song

27. Dezember 2009

Im Moment bin ich wieder auf meinen persönlichen Star Trek-Trip. Ich mag das Enterprise-Universum, mir gefällt die Moral der Geschichten, neues Leben und Zivilisationen zu entdecken. Irgendwie bin ich ja auch so eine Art Forscher geworden.

Da passt ein Musikstück meiner Jugend gerade richtig. Kennt noch jemand: The Firm – Star Trekkin‘? Ein geiler Song und im Keller hab ich sogar noch die Single. Es muss um 1987 gewesen sein, als mir dieser Ohrwurm nicht mehr aus dem Ohr ging. Und noch heute in unbeobachteten Momenten, wie beim Duschen, summe ich die Zeilen: „Star Trekkin‘ across the universe“. Dazu gibt es die Enterprise-Sprüche wie „It’s life, Jim, but not as we know it“ oder „We come in peace and shot to kill“. Das Kinderliedchen wurde komponiert von John O’Connor, aber nicht der aus Terminator.

Schaut euch das Video an und singt künftig mit: „Star Trekkin‘ across the universe“.

Alles Gute zum Geburtstag: Steven Spielberg wird 63. Jahre

19. Dezember 2009

Es gibt Regiegötter. Hoch im Olymp schwebt für mich Stanley Kubrick, gefolgt von Alfred Hitchcock und Ingmar Bergmann. Dann gibt es noch eine ganze Reihe von Genies. Einer feierte gestern seinen 63. Geburtstag: Steven Spielberg

Spielberg begleitet mich jetzt mein ganzes Leben lang und ich freue mich auf jedes seiner Werke. Und im Grunde hat mich Spielberg nie enttäuscht. Klar, es gibt Filme, die hätte auch ein anderer drehen können, aber es gibt eben auch klassische Steven Spielberg Filme.

Den Beginn machte bei mir die Verfilmung von Duell – der Horrorfilm mit dem Tanklaster. Der Held war ein typischer Alltagsmensch, keine Spur von Glanz. Der Film lief bei uns in der ARD im Abendprogramm und haute mich weg. Ich hatte ihn sogar auf Video 2000 von Max Grundig mitgeschnitten und kaufte mir später die Original Videokassette auch im System Video 2000.

Kommerziell ist Spielberg der erfolgreichste Regisseur, Produzent und Drehbuchautor aller Zeiten. Er galt als junger Wilder in Hollywood und dies ließ ihn das etablierte Studiosystem spüren. Jahrelang musste Spielberg um seinen Oscar kämpfen. Aber selbst Kubrick oder Hitchcock haben nie einen Oscar für die beste Regie bekommen.

Ich erinnere mich noch an die gewaltigen Bilder von „Unheimliche Begegnung der Dritten Art“, an das Spiel der Gefühle bei „E.T. der Außerirdsche“. Und der Zauber wirkt heute noch. Als ich bei einer Wiederaufführung des Films die Reaktionen des Publikums beobachtete, stand fest: Spielberg beherrscht die Klaviatur der Gefühle wie kein Zweiter. Der Film aus der Sicht von Kinder gedreht ist noch immer großes Kino.

Zu Hause auf Video sah ich zum ersten Mal den Weißen Hai. Genial der Score von John Williams. Das Hai-Thema ist genial. Leider blieb es einmal aus, als Roy Scheider Fleisch ins Wasser warf und der Fisch ohne musikalisches Hai-Motiv auftauchte. Ich riss meine Kaffeetasse vom Tisch und noch heute zeugt ein Fleck im Teppich von der Intensität von Steven Spielberg.

Schön war auch die Indiana Jones Trilogie. Vor allem der letzte Kreuzung begeisterte mich, die Suche nach dem Heiligen Gral. Schönes Actionkino, wiederum mit der meisterhaften Musik von John Williams.

Großartig die Beiträge Spielbergs zum modernen SF-Film: „A.I. – Künstliche Intelligenz“ und „Minority Report“ haben mich tief beeindruckt. Der eine ist eine Verbeugung an Kubrick, der andere hat Zukunftstechniken vorweg genommen. Der Film für Saurierfans schlechthin ist einfach „Vergessene Welt: Jurassic Park“ und und und – es gibt so vieles, dass wir Spielberg zu verdanken haben.

Vielleicht noch ein Film, bei dem er nur als Produzent auftrat: „Poltergeist“. Tope Hooper führte Regie, weil Spielberg neben E.T. nicht gleichzeitig nach Hollywood-Gesetzen Regie führen durfte. Doch „Poltergeist“ trägt die Handschrift des Meister und der Schlächter Hooper besaß niemals soviel Feingefühl. Hier wird perfektes Klischee von Familie dargeboten, die typische US-Vorstadtsfamilie mit ihren Problemchen mit den Nachbarn, wie die Szene mit der Fernbedienung beweist. Und „Poltergeist“ gilt heute als eines der großen Schaustücke des Effektkinos der 1980er.

Stevem Spielberg, meinen herzlichen Glückwunsch zum 63. Geburtstag.

„Stanley Kubrick’s Napoleon: The Greatest Movie Never Made“ – muss ich haben

18. Dezember 2009

Es gibt Bücher, die man lesen sollte, wenn man mal Zeit hat. Es gibt Bücher, die man nicht lesen sollte, auch wenn man Zeit hat. Und es gibt Bücher, die man unbedingt lesen muss, egal ob man Zeit hat.

Letzteres ist mir so ergangen, als ich von der Veröffentlichung von „Stanley Kubrick’s Napoleon: The Greatest Movie Never Made“ erfuhr. Das Buch, eigentlich eine Buchsammlung bei Taschen erschienen, musste einfach her. Diese Sammlerausgabe ist auf 1.000 nummerierte Exemplare limitiert und ich hab die Nummer 934, also gerade so Schwein gehabt.

Zehn Bücher in einem fetten kiloschweren Schuber erzählen die kuriose Geschichte von Kubricks unverfilmtem Meisterwerk. Als großer Fan des Regiegenies Stanley Kubrick und Verehrer von „Barry Lyndon“ ist die Buchsammlung eine Offenbarung. Zwischen den Deckeln eines aufwendig gestalteten Buchs finden sich alle Elemente aus Stanley Kubricks Archiv wieder, die der Leser benötigt, um sich vorstellen zu können, wie dieser niemals gedrehte Film über den Kaiser der Franzosen ausgesehen hätte – einschließlich eines Faksimile-Nachdrucks des Drehbuchs.Endlich kann ich nachlesen, wie Kubrick die Geschichte erzählt hätte.

Endlich haben die Spekulationen ein Ende. Endlich muss ich mir keine langweiligen Interpretationen irgendwelcher verschrobener Filmwissenschaftler besorgen. Jetzt ist klar, wie sich das Filmgenie Kubrick das Militärgenie Napoleon vorgestellt hatte. Nachdem die Produktionskosten bei der Detailversessenheit Kubricks ins Unermessliche stiegen, traten die Studios MGM und United Artists auf die Bremse. Produktionsstopp weil unter anderen Rod Steiger in „Waterloo“ mitspielte. „Waterloo“ war ein netter Kostümschinken, doch erreichte er niemals die Tiefe von Kubrick, wollte es aber auch gar nicht.

Vieles von dem recherchierten Material ging später in die Produktion von „Barry Lyndon“ ein. Der Film packt mich heute noch immer, unter anderem wegen der phänomenalen Aufnahmen bei Kerzenlicht mit Nasa-Objektiven.

Kubricks „Napoleon“, dessen Produktion unmittelbar nach dem Kinostart von „2001: Odyssee im Weltraum“ beginnen sollte, war zugleich als Charakterstudie und als bildgewaltiges Epos angelegt, prall gefüllt mit großartigen Schlachtszenen, in denen Tausende von Komparsen mitwirken würden. So wurde beispielsweise die rumänische Armee mobilisiert und sollte antreten. Gedreht werden sollte an Originalschauplätzen, keine Trickaufnahmen mehr wie bei 2001. Für sein ursprüngliches Drehbuch stellte Kubrick zwei Jahre lang intensive Recherchen an, ein Verrückter eben – bei allem Respekt. Mit Unterstützung Dutzender Mitarbeiter und eines Spezialisten von der Universität Oxford trug er eine beispiellose Sammlung an Recherche- und Vorproduktionsmaterial zusammen, darunter etwa 15.000 Fotos von möglichen Drehorten und 17.000 Dias zu Napoleon selbst. Auf seiner besessenen Suche nach jedem Häppchen an Information zu Napoleon, das die Geschichtsforschung zu bieten hatte, ließ Kubrick nichts unversucht. Doch sein Film sollte nicht sein: Die Filmstudios hielten ein solches Vorhaben für zu riskant in einer Zeit, in der historische Filmepen aus der Mode gekommen schienen.

Doch zurück zu den Büchern: Es sind 2874 Seiten voller Träume. Dieses Buch enthält das vollständige Original-Treatment, Essays, die das Drehbuch unter historischen und dramatischen Gesichtspunkten beleuchten, einen Aufsatz von Jean Tulard zu Napoleon im Film sowie eine Abschrift von Gesprächen, die Kubrick mit Professor Felix Markham von der Universität Oxford führte. Dieses einzigartige Werk ist die Krönung jahrelanger Recherchen und Vorbereitungen. Es gibt Lesern die Möglichkeit, den schöpferischen Akt eines der größten Talente des Kinos kennenzulernen, aber es gewährt auch faszinierende Einblicke in die schillernde Persönlichkeit des Napoleon Bonaparte.

Update (21-1-2010): Hier ein großartiger Videovortrag vom Britischen Film Institut von Jan Harlan über den nie gedrehten Film.

„Kampf der Titanen“ kommt wieder

19. November 2009

Einer der ganz Großen in der VFX-Szene ist Ray Harryhausen. Er gilt als Großmeister der StopMotion-Technik. Hier werden Motive animiert, indem sie für jedes einzelne Bild des Filmes immer nur geringfügig verändert werden. So entsteht beim Abspielen der Eindruck von mehr oder weniger flüssigen Bewegungen. Harryhausen erhob diese Technik zur Perfektion. Größen wie Pixar verneigen sich noch heute vor Harryhausens Schaffen, wie wenn in beispielsweise in „Monster AG“ ins Cafe Harryhausen geladen wird.

Der letzte Film des Meisters war 1981 „Kampf der Titanen“. Er erzählt die Geschichte der griechischen Mythologie. Bei Kosten von 15 Mio. US-Dollar spielte der Film allein in den USA 41.092.328 US-Dollar wieder ein und belegte Platz 13 der US-Kinocharts 1981.

Derzeit wird „Kampf der Titanen“ neu verfilmt. Bei YouTube fand ich den neuen Trailer. Der Film soll 2010 in die Kinos kommen und kostet rund 70 Millionen US-Dollar. Die Bilder zeigen: StopMotion ist vobei, der Film ist CGI pur.

Obwohl eine klassische griechische Tragödie vorliegt, werden es die Drehbuchautoren wieder mal schaffen, eine Geschichte zu verhunzen. Davor hab ich echt Angst, das die Geschichte um Medusa, Perseus, Poseidon, Zeus und Athene den Bach runter geht. Hoffentlich sagt es einer demn Kollegen Lawrence Kasdan in Hollywood: Es geht nicht nur um fliegende Pferde, 2köpfige Hunde, und ein gigantisches Seeungeheuer und die eindrucksvolle Medusa.

Es ist zu hören, dass eine ähnliche Greenscreen-Technik wie bei „300“ verwendet werden soll, aber mehr Fotorealismus beinhaltet, so Regisseur Louis Teterrier. Was das genau bedeutet, werden wir sehen. Ich fand die Stimmung bei „300“ hervorragend, während ich die Bauten von „Troja“ oder „Alexander“ eher als moderne Variante des Sandalenfilms ansehe.

Ärzte-Serien im Fernsehen

11. November 2009

 

ER im TV
Irgendwie stehe ich auf Ärzte-Serien. Ich schaute als Kind gerne die Schwarzwaldklinik und seitdem hat sich wohl bei mir ein Knacks gebildet. Wenn ich meine DVD-Serien so durchschaue, finde ich immer wieder Silberscheiben mit Ärzten als handelnden Personen.
Beginnen wir bei „Raumschiff Enterprise“, bei der Pille mein Held war. Wichtigster Satz von Pille: „Er ist tot Jim!“ Später wurde aus dem Hausarzt Pille die Psychotante Troi aus „Star Trek Next Generation“. Auch da wieder ein Doktor.
Meine Faszination für Serien ging weiter. Ich habe die Akte X Folgen regelrecht verschlungen und wie der Zufall so will, war FBI-Agent Dana Katherine Scully eine Ärztin. Sie führte Mulder wieder auf den wissenschaftlichen Pfad, zumindest manchmal. Nach „Akte X“ kam die erfolgreichste TV-Serie überhaupt: „MASH“. Sie drehte sich um ein Ärzte-Team, das im Korea-Krieg hinter der Front operierte. Mash bedeutet Mobile Army Surgical Hospital und solche Einheiten gibt es wirklich. Die Serie wurde von der CBS in Erstausstrahlung vom 17. September 1972 bis zum 28. Februar 1983 gesendet. Damit dauerte die Serie mit ihren 251 Folgen länger als der Krieg, in dem sie spielte. Und ich hab sie geliebt: Hawkeye, Trapper, sehr gerne Henry Braymore Blake, Frank D. Marion Burns, Walter Eugene Radar O’Reilly oder Father John Francis Patrick Mulcahy. Übrigens: Blake war der erste Hauptdarsteller, der jemals in einer US-Fernsehserie gestorben ist.
Anschließend war irgendwie Pause bei uns, bis ich mich den Autoren Michael Crichton erinnerte, der ein Buch mit Titel „Fünf Patienten“ geschrieben hatte. Das war Grundplot zu „Emergency Room – Die Notaufnahme“, kurz ER. Die Serie ging von 1994 bis 2009 und spielte in Chicago. Eine Bekannte von mir, selbst Ärztin, bescheinigte mir, dass es ähnlich hektisch in einer Notaufnahme zuging. Mir haben die Abendteuer von Peter Benton, John Carter, Weaver, Green geliebt. Mir fehlt noch die Staffel 15 auf Deutsch, also nicht verraten, wie es ausgeht. Neben den kleinen und großen Problemen der Ärzten finde ich es erstaunlich, wie sehr die Realität in dieser Serie Einzug hält: Sterbehilfe, AIDS, Irak-Krieg, Folter, Abtreibung, Sorgerecht und Patientenverfügung.
Jetzt gerade will ich es weniger hektisch: Wir schauen gerade die alte BBC-Serie „Der Doktor und das liebe Vieh“. Ich hab sie schon früher als Kind in den siebziger und achtziger Jahren in der ARD gesehen. Schöne kleine Welt. James Herriot ist cool, aber noch besser sind Siegfried Farnon und sein Bruder Tristan. Die Gegend der nordenglischen Grafschaft North Yorkshire prägten meine Vorstellungen von England.
Wenn alle sieben Staffeln von „All Creatures Great and Small“ angeschaut sind, steh ich ein bisschen auf dem Trockenen. Mir geht der Nachschub aus. Ein Kollege von mir meinte, „Dr. House“ sei okay. Die Serie läuft seit 2004 und hat ein paar Preise bekommen. Ich bitte um Meinung. Ich weiß aber, die CSI-Serien mag ich nicht und langweiligen mich. Das Muster ist öde und Trash.

 

Filme aus New Orleans

2. August 2009

Mein letzter Blogeintrag liegt schon etwas länger zurück und ich möchte die Tradition des Bloggens aber nicht sterben lassen. Der letzte Eintrag handelte von Las Vegas. Heute bin ich in New Orleans auf der Siggraph. Es ist die wichtigste Messe für 3D-Animation und CGI. Ich bin zum ersten Mal in der Stadt und am Flughafen begegnete ich gleich einer Serie von Filmplakaten. Diese inspirierten mich zu diesem Blogeintrag. Folgende Filme wurden in New Orleans gedreht, sicher habt ihr Ergänzungen.

Als erstes dachte ich an Easy Rider, als die bekifften Biker Peter Fonda, Dennis Hopper und Jack Nicholson über den Mardi Grass wankten und sich Joints auf einem Friedhof reinzogen. Als nächstes fällt mir Alan Parkers Angel Heart ein, mit einem fertigen Mickey Rourke und einem teuflischen Robert de Niro als Cyphre/Luzifer – genial. Als wir am Flughafen warteten fiel mir natürlich Catch Me If You Can von Steven Spielberg  ein. Es war kein großer Spielberg, aber nette Unterhaltung. Als Bond-Fan der frühen Stunde denke ich gerne an Leben und sterben lassen mit Roger Moore zurück. Es war der erste Bond mit Moore und brachte einen anderen Schwung in die Serie. New Orleans schuf eine geheimnisvolle, magische Atmosphäre. Eine tolle Atmosphäre hatte auch JFK, der zeitweise in der Stadt spielte. Nach diesem Film kauft ich mir eine Ray Ban als Brille. Es gibt noch weitere Filme wie die John Grisham Verfilmungen die Akte (grausam) und das Urteil. Deutlich besser war Schwarzer Engel (Originaltitel: Obsession) von Brian de Palma, als er noch gut war. Wieder mal kopierte er Hitchcock – dieses Mal war es Vertigo. Den spannenden Film sah ich mit meiner Frau im Münchner Filmmuseum.

Also es muss nicht immer New York sein, es gibt auch andere Städte mit netten Locations.

Lemmi und die Schmöker setzte auf die Rohrpost

15. April 2009

Meine Frau und ich unterhielten uns vor kurzem über die Rohrpost. Als sie noch bei Lufthansa gearbeitet hatte, gab es so ein System und auch beim mir in meiner frühen Zeit beim Münchner Merkur hatten wir eine Rohrpost, die sich durchs Haus zog. Ich glaube in Berlin war das größte deutsche Rohrpostsystem gegen 1876.

Berlin war sicherlich wichtig, aber wir beide erinnerten uns ans das einschneidenste Rohrpostsystem unserer Kindheit. Das kam in der WDR-Serie „Lemmi und die Schmöker“ vor die von 1973 bis 1983 über die Bildschirme flimmerte. Wenn ich ehrlich bin, war das mein Zugang zur Kinder- und Jugendliteratur. Lemmi war eine launische Stricksocke, die Bücher kommentierte. Es wurde pro Sendung nur ein Buch mit Filmausschnitten vorgestellt. In einem schrecklichen Bluebox-Verfahren kletterten Schauspieler aus dem Buch und spielten Szenen des Buches nach. So erfuhren wir als junge Zuschauer, um was es in dem Buch ging und bekamen Lust auf mehr. Es war so eine Art literarische Quartett für Kinder und Jugendliche und Marcel Reich-Ranicki war die Socke Lemmi, auch immer gut für einen guten Spruch. Die Figur hatte übrigens ähnlich wie zu Guttenberg einige Vornamen: Balduin Percy Hannibal Lehmann. Lemmi wurde erfunden von Friedrich Arndt und gestrickt von seiner Ehefrau. Das sparte dem WDR-Produktionskosten. Später war Lemmi dann aus Schaumstoff und hatte eine Glatze.

Ich erinnere mich noch an Episoden über „Momo“ von Michael Ende und „Das Gespenst von Canterville“. Die „Momo“-Folgen entdeckte ich vor kurzem bei YouTube und habe sie genossen. Es stellte sich da übrigens heraus, dass die Rohrpost in Wahrheit gar keine Rohrpost war, sondern ein Telelift-System mit dem Bücher transportiert werden konnten. Ist aber egal, für mich bleibt es eine Rohrpost. 

Meine Blu ray-Wunschliste

24. Februar 2009

barry

Immer wieder fachsimple ich mit einem Kollegen, welche Blu rays denn als nächstes veröffentlicht werden sollten. Die Anzahl der Filme ist gewaltig, doch kristallisieren sich bei uns ein paar Übereinstimmungen heraus. Da wäre als absolute Nummer ein: die komplette Langfassung von „Herr der Ringe“. Das Werk von Peter Jackson hat mich im Kino gebannt und als Tolkien-Fan absolut aus den Socken gebeamt. Ich denke, in HD-Auflösung und fetten Sound kommen die Kämpfe um Mittelerde nochmals grandios daher. Doch leider hat New Line Cinema noch keinen Veröffentlichungstermin angegeben. Ich stehe zwar auf der Amazon-Merkliste, doch das war es auch schon. Ich kann mir vorstellen, dass „Herr der Ringe“ auf Blu Ray veröffentlicht wird, sobald „Der kleine Hobbit“ in die Kino kommt. Die Dreharbeiten laufen ja bereits.

Nummer zwei der Wunschliste ist natürlich die Star Wars Trilogie und zwar die ursprünglichen Filme: „Krieg der Sterne“, „Das Imperium schlägt zurück“ und „Die Rückkehr der Jedi-Ritter“. Von mir aus, kann es die neuen Sachen dazu geben, aber die sind nicht wichtig. George Lucas hat sich nicht geäußert, wann die Filme herauskommen und so heißt es warten. Aber die Kämpfe von Luke Skywalker und Darth Vader („Luke, ich bin dein Vater“) gehören einfach dazu. Die Sachen muss man haben auf Blu Ray, also George leg einen Zahn zu und veröffentliche eine geile Box.

Auf dem dritten Platz der Wunschliste steht „King Kong“ in der Verfilmung von Peter Jackson. Zwar hat der Film natürlich seine Schwächen, wie der Affentanz auf dem Eis im Central Park, doch die Fights auf der Totenschädelinsel sind sicherlich eindrucksvoll. Das Warten auf den Affenfilm hat ein Ende. Am 26. März 2009 kommt der Film auf Blu Ray. Ich hab ihn schon bei Amazon vorbestellt. Die Briten sind bereits am 9. März an der Reihe, aber ich weiß nicht, ob die Scheibe eine deutsche Tonspur hat.

Dann kommen auf den nächsten Plätzen meine persönlichen Favoriten. Da wäre der erste Teil von „Jurassic Park“. Die Dinos fand ich im Kino geil, Michael Critchon hat mir immer schon gefallen und ich denke, dass die Viecher in meinem Wohnzimmer richtig reinpassen. Und dann warte ich noch auf die Veröffentlichung zweier Kubrick-Filme. Zum einen „Dr. Seltsam“ und zum anderen auf „Barry Lyndon“. Bei „Dr. Seltsam“ habe ich gelesen, dass Sony den Film im Juni im Format 1:66:1 Widscreen veröffentlichen will. Den Film habe ich als Kind gesehen und richtig Angst bekommen. Parallel sah ich ein Double Feature mit „Angriffsziel Moskau“, der ein ähnliches Thema hatte, aber längst nicht so elegant daher kam. Jahre später habe ich auf einem Filmsammlermarkt mir einen Satz Produktionsfotos von „Dr. Seltsam“ gekauft. Nicht Aushangbilder, sondern wirkliche Produktionsfotos vom Set. Sie hingen eine zeitlang in meinem Jugendzimmer bis sie in einem Ordner verschwunden sind (Archiv). Vor allem natürlich Peter Sellers hat einen vom Hocker. Das ist Schauspielerei.

„Barry Lyndon“ ist mein absoluter Lieblingsfilm. Wieder und immer wieder haben ich mir den Film angeschaut, das Licht und die Atmosphäre genossen. Ein Film der aus Gemälden besteht, packende Handlung und packende Regie. Ich habe von Kubrick so gut wie alles und warte sehnsüchtig auf die Blu ray dieses Meisterwerkes. Ich gelobe, ich bestelle den Film und werde mich zurückziehen und diesen Film ganz in Ruhe genießen, die ganzen drei Stunden und vier Minuten. Also Christine Kubrick, geben Sie das Erbe Ihres Mannes bitte frei. Und wenn möglich, geben Sie im Extra-Bereich die entfallenen Szenen dazu nach denen die Kinowelt dürstet. Ich habe ein Bild dieser Cut-Sequenzen hier angefügt. Und ich will jetzt nicht hören „Ich bin Spartacus“ – den Witz kenne ich schon. 

 

Horst Tappert ist tot

16. Dezember 2008

Stefan Derrick ist tot. Gestern wurde die Nachricht bekannt, dass der Schauspieler Horst Tappert im Alter von 85 Jahren in Gräfelfing bei München verstarb. Damit ist wieder ein Held meiner Jugend gestorben.

Es war ein Familienereignis, wenn der Mann im coolen Trenchcoat und Glubschaugen in den besseren Kreisen von München ermittelte. Immer mit dabei: Der Assi Fritz Wepper, der seinen Auftritt mit „Harry, fahr den Wagen vor“ hatte. Zurückblickend waren die Krimis total öde. Da musste Konkurrenz aus dem Ausland kommen, um mich vor dem Fernseher zu ziehen. Derrick hatte nicht die Härte wie „die Profis“, den Klamauk von „die Zwei“, den Humor von „Columbo“ und dennoch hatte der korrekte Beamte sein Publikum. Die 281 Derrick-Folgen waren typisch deutsch: Korrekt, solide TV-Unterhaltung für die Familie. Überraschungen gab es von 1974 bis 1998 in den 24 Jahren Derrick nicht, obwohl ich natürlich nicht alle Folgen gesehen habe.

Es war ein besonderer Turnus in der Familieunterhaltung. Am Freitag und Samstag abend kam die ganze Familie vor dem Hausaltar Grundig-Fernseher zusammen. Ich hatte meist mein Malzeug dabei und kritzelte als Kind Bilder mit meinen Buntstiften. Über die Mattscheibe flimmerten „Der Alte“ (auch ein Held Siegfried Lowitz), „Derrick“, „ein Fall für zwei“, „Aktenzeichen XY“. Das prägt und sozialisiert.

Stefan Derrick war ein unauffälliger Held. Elegant und gewissenhaft überführte er die Täter nach den Büchern von Herbert Reinecker. Aber er war natürlich nicht immer der Gute. In der Glotze habe ich einen frühen Film von Tappert gesehen „Die Gentlemen bitten zur Kasse“, ein SW-Heuler, in dem er einen bösen Buben spielte. Im Ausland habe ich Jahre später Derrick-Folgen gesehen: Ich glaube, es war in Italien. Und im Satelliten-Fernsehen in den USA kam mal eine asiatische Synchronisation von Derrick. Ungewohnt, wenn die tiefe Stimme von Horst Tappert durch eine aufgeregte asiatische Stimme abgelöst wurde. Unzuverlässigkeit und Schludrigkeit waren Tappert ein Gräuel. Das prägte das Bild des Deutschen im Ausland. Derrick haben wir es auch zu verdanken, dass uns das Ausland in der Vergangenheit so sieht: Beamtenmäßig, pünktlich, ein wenig langweilig, korrekt, aber unbedingt zuverlässig. Auch eine Möglichkeit der Auslands-PR.