Archive for the ‘Aufgelesen’ Category

Beatles in New York – Meine Reiseimpressionen Teil 7

11. Januar 2017

In New York fand ich wieder zu meiner alten Liebe: Ich fand wieder zu den Beatles. Immer wieder begegneten mir im Big Apple die beste Band der Welt und das Feuer für die Fab Four flammte wieder auf. Mein erster Hinweis war ein Plakat in der U-Bahn bei der die Doku Eight Days A Week – The Touring Years bewerben wird. Fand ich sehr schön.

Werbung zur Beatles-Doku in der U-Bahn.

Werbung zur Beatles-Doku in der U-Bahn.

Lego Yellow Submarine
Als ich durch den Lego-Store gegenüber dem Flatiron-Gebäude streifte, entdeckte ich ein paar Restexemplare von Yellow Submarine aus Lego. Ich kannte dieses Lego-Ideas-Produkt aus Deutschland, hatte mich aber damals aus rationalen Gründen gegen des Kauf des gelben U-Boots entschieden. In New York erinnerte ich mich nicht mehr an diese rationalen Gründe und griff zu. Vor allem, nachdem ich gesehen habe, dass das Yellow Submarine in Deutschland bald ausverkauft sein würde. Das U-Boot umfasst 550 Steine und enthält die vier Minifiguren John Lennon, Paul McCartney, George Harrison und Ringo Starr sowie eine Jeremy-Figur. Es war eine schöne Szene, als ich mit dem Gesang von Yellow Submarine zur Kasse ging und der Kassier gleich mit einstieg. Ja, die Beatles verbinden.

Wir leben alle im gelben U-Boot.

Wir leben alle im gelben U-Boot.

Beatles als Kunst
Tags darauf traf ich mich mit meinen US-Kumpel, dem Popart-Künstler Ed Heck. Bei dem Studiobesuch in Brookyln, über den ich noch separat bloggen werde, liefen die Beatles via Apple Music. Anstatt uns über Kunst und die US-Kunstszene zu unterhalten, lauschten Ed Heck und meine Familie verschiedene Beatles Songs von dem Album Love. Einst sah ich das Beatles Musical Love im Cirque du Soleil in Las Vegas, was mir aber nicht gefallen hat. Auf großes Interesse stieß mein Lego-Bausatz und am nächsten Tag kaufte sich Heck sein eignes Yellow Submarine.

new_york_0001

Er hatte früher schon mal die Beatles in seinen Bildern verewigt. Vielleicht plant er bald eine neue Beatles-Serie und mal sehen, wenn meine Finanzen passen, will ich ein Ed Heck Beatles Bild. Nett war auch, dass uns Ed Heck in seinem Studio mit einer Freundin namens Joe empfing. Joe liebte die Beatles ebenso. Ihre Liebe ging sogar soweit, dass die Beatles die Spitze ihrer Hochzeitstorte zierten. Das Brautpaar war ein Stock tiefer auf der Torte. Die Beatles haben überlebt, inzwischen ist Joe geschieden. So kann es gehen.

Auch cool. Der Sohn von Ed Heck spielt Schlagzeug und er ist in einer Masterclass für Schlagzeug. Er durfte vor Weihnachten eine Stunde lang mit Ringo Starr spielen. Mein Neid war ihm sicher.

Beatles-Fans: Ed Heck und Jo

Beatles-Fans: Ed Heck und Jo

Hard Rock Café – der Beatles Himmel auf Erden
Von meinem Bekannten Günther hatte ich die Bitte eine US-Kappe vom Hard Rock Café mitzubringen. Machte ich gerne. Als ich das Hard Rock Café am Times Square betrat, traute ich meinen Augen nicht. Ich traf auf die Anzüge und Ausrüstung der Beatles von der legendären Konzerttournee 1965. Ich hatte noch zu Hause die DVD Eight Days A Week – The Touring Years zum Besprechen und sie mir schon zweimal angesehen. Und jetzt stehe ich vor den Originalkostümen dieser Tour – ich könnte vor Glück heulen. Wie geil ist das denn? Ich drehte mich um und sah das Originalplakat der Beatles Show vom 23. August 1965 im Shea Stadium. Die Show war damals nicht ausverkauft. 11.000 der 55.600 Tickets waren noch zu haben. Die Beatles, allen voran John Lennon und George Harrison, waren von der Tour komplett genervt. Die Fans brüllten so laut, so dass die Musiker ihre eigene Musik nicht hören konnten.

new_york_1233
Eigentlich wollte ich ja nicht die Mütze kaufen, doch es wurde ein längerer Aufenthalt im Hard Rock Café. Es hingen die Plattencovers der Beatles mit den Originalautogrammen der Musiker: Let it Be, Abbey Road, Rubber Soul, Help, das Rock’n Roll-Album von John Lennon und noch vieles mehr. Dann gab es den legendären Bass von Paul zu sehen, die Akustik-Gitarre von George vom concert for bangladesh von 1971. Ein absoluter Hochgenuss waren diese Ausstellungsstücke. Ich kann jedem Musikfreund und natürlich jedem Beatles-Freund den Besuch des Hard Rock Cafés ans Herz legen.

Immer noch ein Traum – das Dakota
Leider haben wir es dieses Mal nicht zu den Strawberry Fields geschafft. Diese Gedenkstätte im New Yorker Central Park wurde von Yoko Ono errichtet als Erinnerung an ihren ermordeten Mann John Lennon. Bisher hatte ich es geschafft, bei jeden meiner New York-Aufenthalte dort vorbeizuschauen und Lennon zu Gedenken. Dieses Mal blieb keine Zeit. Wir sind auch nur kurz beim Dakota vorbeigelaufen. Das ist das Wohnhaus von Lennon in 1 West 72nd Street, vor dem er am 8. Dezember 1980 ermordet wurde. Schade, dass es keine Führungen oder Filmaufnahmen vom Dakota gibt. Auch der Polanski Film Rosemarys Baby wurde hier nur von außen gedreht. Vielleicht lädt mich Sting oder Yoko Ono mal ein 🙂

Silvester in New York – Meine Reiseimpressionen Teil 6

10. Januar 2017
Perfekt ausgestattet für den Silvesterabend in New York.

Perfekt ausgestattet für den Silvesterabend in New York.

Silvester war der eigentliche Grund, weshalb ich mit meiner Familie nach New York reiste. Wir wollten das neue Jahr an einem anderen Ort begrüßen und da kam uns der Big Apple gerade recht. Ich hatte K2 diese Reise versprochen, für den Fall, dass Donald Trump das US-Präsidentschaftsamt gewinnt.
Silvester in New York heißt in der Regel Silvester am Times Square. Dort findet der so genannte Ball Drop statt: Der Times Square Ball ist ein Kristallball, der seit 1907 an Silvester auf dem Dach des Wolkenkratzers One Times Square 23 Meter an einer Stange herabgelassen wird. Diese Ball Drop genannte Show beginnt 60 Sekunden vor dem Jahreswechsel. Um ehrlich zu sein: Diesen Zirkus am Times Square wollten wir uns nicht antun. Wir wollten nicht mittags auf den Platz sein und bis 0 Uhr in der Kälte warten. Der Platz ist einfach voll, richtig voll. Und außerdem ertrage ich Mariah Carey nicht, die an diesem Abend zu Silvester singen sollte. Ja sollte, aber sie tat es nicht. Mariah Careys Playback versagte und auch ihre Tänzer waren nicht so, wie es die zickige Sängerin haben wollte. Im Internet sah ich mir später die chaotische Show an und war glücklich, dass uns diese Peinlichkeit erspart bliebt. Mariah Carey brach nach sechs Minuten ab.
Also am Times Square waren uns zu viele Leute. Daher entschlossen wir uns, Silvester im Central Park zu feiern. Die grüne Lunge New Yorks bietet genug Platz zum Feiern und genug Platz für viele Leute.

Läufer aus Sindelfingen in der U-Bahn fahren zum Silvesterlauf.

Läufer aus Sindelfingen in der U-Bahn fahren zum Silvesterlauf.

Die U-Bahn brachte uns zum Central Park. In der U-Bahn begegneten uns Läufer aus aller Herren Länder. Für viele Sportler in New York ist der Silvesterlauf im Central Park die wahre Party am New Years Eve. Im Central Park startet genau um Mitternacht der Emerald Nuts Midnight Run des Läuferclubs New York Road Runners. Etwas mehr als sechs Kilometer läuft man um Mitternacht ins neue Jahr. Dabei ist viel Show wichtig. Neben mir saßen seltsame Läufer als Kakerlaken verkleidet und auch eine Seniorenläufergruppe „Midnight Madness 2017“ aus Sindelfingen fieberte dem sonderbaren Laufereignis entgegen. In der U-Bahn feuerte sich die Gruppe auf schwäbisch gegenseitig an. Ausstiegsplatz für die Gruppe war die 72. Straße beim Dakota, dem einstigen Wohnort von John Lennon, vor dem der ehemalige Beatles erschossen wurde.


Wer nicht laufen, sondern nur feiern wollte, der fand sich bei der Tavern on the Green weiter südlich ein. Die Polizei hatte Absperrungen errichtet. Am Eingang zum Central Park wurde ein großer Scheinwerfer aufgebaut und die Polizisten führten stichprobenartig Kontrollen durch. Es war auffällig, wie wenig Gedränge es trotz der großen Menschenmassen gab. Vor dem Ausflugslokal Tavern on the Green teilte sich die Menge auf und verstreute sich. Als Neuling wussten wir zunächst nicht, wo wir hinblicken sollten. Wo findet jetzt das Feuerwerk statt? Ich ging zunächst davon aus, dass die südliche Skyline von Manhattan erleuchtet wird. Leider falsch. Also mussten wir uns umdrehen. Die Besucher des Parks waren ausgelassen, aber nicht betrunken. Ich habe keine grölenden Betrunkenen gesehen. Die New Yorker-Polizei tolerierte keinen Alkohol in der Öffentlichkeit. Ein paar Besucher hatten Klappstühle dabei, einige ließen sich auf den Bänken im Park nieder. Und wir als Familie standen eben herum.


Zehn Sekunden vor Jahreswechsel ging der Countdown los: 10, 9, 8, 7, 6, 5, 4, 3, 2, 1, happy new year. Die Null ging im Jubel der Masse unter. Gleichzeitig startetet das zentrale Feuerwehr im Central Park. Rund 15 Minuten brannte ein großes Brillantfeuerwerk mit lautem Krachen und Zischen ab. Rakete um Rakete stiegen in den Himmel und explodierten mit einem Donnern. Dann war alles vorbei. Kein Geballere mehr. Die Leute lagen sich in den Armen. Unsere Familie wünschte sich ein gutes neues Jahr. Wir küssten uns, nahmen uns in die Arme und freuten uns auf ein gesundes, erfolgreiches Jahr 2017.
Nach rund 30 Minuten war alles vorbei. Die Menge löste sich auf. Auch wir gingen Richtung U-Bahn und dann zurück zum Hotel.

Kommentar: Ich will bei uns ein anderes Silvester

Nicht alles in den USA ist gut, aber im Vergleich zu unserem Silvesterfest in Deutschland hat mir Silvester im Central Park außergewöhnlich gut gefallen. Ich plädiere künftig für ein zentrales Feuerwerk in deutschen Städten. Private Feuerwerke braucht kein Mensch.
Durch das zentrale Feuerwerk gab es keinen öffentlichen Verkauf von Feuerwerkskörpern. Der Einzelhandel bei uns würde zwar kotzen, aber die Vorteile überwiegen meiner Meinung nach. Durch ein zentrales Feuerwerk gibt es keine Böllerei vor und nach dem Jahreswechsel. Es gibt keine Verletzten durch irgendwelche Deppen, der an ihren Feuerwerkskörpern herumdoktern und ihnen das Zeug um die Ohren fliegt.
Überlasst das Abbrennen doch einfach den Profis. Die Feuerwehr steht bei einem zentralen Fest bereit und kann im Ernstfall eingreifen. Bei uns passieren Brände durch Raketen, enorme Kosten durch das Ausrücken der Floriansjünger.

Frohes neues Jahr - ich plädiere für ein zentrales Feuerwehr zu Silvester.

Frohes neues Jahr – ich plädiere für ein zentrales Feuerwehr zu Silvester.

Durch das zentrale Abbrennen der Feuerwerkskörper leiden keine Haustiere in dem Maße wie bei uns in Deutschland. Meine Wellensittiche scheinen durch das Feuerwerk nicht groß gestört zu sein, die Hunde und Katzen der Nachbarn leiden durch die Böllerei.
Auch eine Konsequenz: Es gab keinen großen Raketenmüll am nächsten Tag. Die Putztruppe in New York trat gleich nach dem Abbrennen des Feuerwerks in Aktion und räumte auf. Wenn ich bei uns dagegen nach Silvester durch die Straßen gehe, treffe ich auf Müll im öffentlichen Raum. Zum Teil gibt es noch Blindgänger, zerschlagene Flaschen, ausgebrannte Feuerwerkskörper, China-Böller, Raketen.
Die Massen in New York sind groß, sehr groß sogar und dennoch ging es friedlich zu. Es gab keine besoffenen Deppen, die herumpöbeln, provozieren oder randalierten. Das sehe ich bei uns im Dorf immer wieder, dass Menschen mit Alkohol nicht umgehen können. Zwar wurde im Central Park auch mit einem Sekt angestoßen, aber öffentliche Alkoholleichen mit entsprechender Kotzerei hab ich nicht gesehen. Das fand ich sehr gut. Und bei einem zentralen Fest kommen die Leute aus der Gemeinde oder des Stadtteils zusammen und unterhalten sich, feiern zusammen und begrüßen zusammen das neue Jahr. Silvester kann auch eine gesellschaftliche Angelegenheit sein.
Gerade in Deutschland wird viel über Feinstaub diskutiert und polemisiert. Nach Abbrennen des Feuerwerks legte sich auf deutsche Straßen und Plätze eine Feinstaubglocke. Dieses Mal war bei uns im Dorf sogar Nebel mit dabei, dass einem das Atmen schwer fiel, da an jeder Ecke ein Feuerwerk abgebrannt wurde. Ich hab im Netz einen Film gesehen, bei dem München unter einer Nebelglocke lag und das Feuerwerk im Nebel explodierte. Sah interessant aus, aber der Feinstaub war enorm. Also hört endlich auf mit dieser Umweltschweinerei. Einfach mal über den Tellerrand schauen und Betrachen, wie es andere machen.

Sicherheit in New York zum Jahreswechsel – Meine Reiseimpressionen Teil 5

9. Januar 2017
Sicherheit wird in New York großgeschrieben - besonders an Silvester.

Sicherheit wird in New York großgeschrieben – besonders an Silvester.

Demonstrativ wird in den USA auf Sicherheit gesetzt. Seit dem 11. September wurden die Sicherheitsmaßnahmen drastisch erhöht. Ich kannte New York noch aus der Zeit von Bürgermeister Rudolph Giuliani, der damals eine Nulltoleranz-Strategie durchsetzte und eine strikte Law-and-Order-Politik betrieb. Das zahlte sich aus. New York wurde sicherer, allerdings fiel in seine Amtszeit auch das Attentat vom 11. September.

Hohe Polizeipräsens in den Straßen.

Hohe Polizeipräsens in den Straßen.

Zu den Feierlichkeiten zum Jahreswechsel 2016/17 rüstete New York drastisch auf. Überall in der Stadt waren Trenngitter und Absperrungen zu sehen. Polizei war aktiv auf den Straßen zu bemerken. Fahrzeugen patrouillierten durch die Stadt und standen in Seitenstraßen. Die Überwachung mit Videokameras an belebten Straßen und Plätzen ist mittlerweile selbstverständlich. Ob diese Überwachung wirklich etwas bringt, kann ich freilich nicht sagen.


Zudem regelten Polizisten den Verkehr um das Rockefeller Center. Dort steht der große, geschmückte Weihnachtsbaum. Ich mag ihn gerne – genauso wie Tausende anderer. Und so gab es vor dem Baum ein großes Gedränge. Gut, dass die Polizei dort massiv Flagge zeigte, den Verkehr regelte und den Besucherströme leitete. Mein Eindruck war, dass die New Yorker Polizei mit solchen Aktionen nicht überfordert und gut ausgerüstet war. Allerdings traten die Cops auch etwas anders auf, als unsere Polizisten in Deutschland. Widerspruch wurde nicht gerne gesehen. Wer eine Uniform anhatte, der hatte das Sagen – so mein Eindruck.

Beton gegen Terror.

Beton gegen Terror.

An zahlreichen gefährdeten Punkten wie dem Times Square wurden schwere Betonblöcke mit der Aufschrift New York Police Department NYPD abgelegt, um Autoattentate wie in Berlin und Nizza zu verhindern. Zu den Feierlichkeiten an Silvester wurden zudem 65 Lastwägen mit Sand an bestimmten Straßen postiert, wie New Yorker TV-Sender berichteten. Zudem fuhren schwere Müllfahrzeuge auf, um den Platz sicherer zu machen. Attentate mit einem Lastwagen sollte es in New York nicht geben.


Am Time Square selbst war die Polizei massiv präsent. Der U-Bahnhof 42nd Street wurde einen Tag zuvor gesperrt. Wer Silvester am Times Square feiern wollte, der musste zu Fuß hingehen. Am Times Square sind standardmäßig starke Polizeikräfte in großen Containern untergebracht. Diese Polizei wurde nochmals verstärkt und trat demonstrativ nach außen auf. Die Polizisten waren gepanzert, hatten schusssichere Westen an und waren mit Schnellfeuergewehren ausgestattet. Wenn man brav nachfragte, durfte man mit den Polizisten sogar ein Foto machen, was viele Amerikaner und auch ich machen. Demonstration von Macht und Sicherheit war angesagt.

Bitte recht freundlich.

Bitte recht freundlich.

Diese Fotos von schwerbewaffneten Einheiten wurden via Facebook und Co in die Welt geblasen – sicherlich auch ein Teil der Sicherheitsstrategie. Laut US-TV waren 7000 Polizisten und Sicherheitskräfte zur Terrorabwehr im Einsatz. Der Polizeichef Carlos Gomez sagte im Fernsehen, dass man sich beim Ausarbeiten des Sicherheitsplans für das diesjährige Silvester die Terrorangriffe in Deutschland und Frankreich sehr genau angesehen habe. Sehr viele Sprengstoffhunde habe ich bemerkt unter anderem beim Zugang zu den Fähren im Süden Manhattans. Ich denke, dass Sicherheitskonzept gegen den Terror ist aufgegangen. Und dennoch: Trotz massiver Polizei kam es zu einem Einbruch in die Geschäftsräume des indischen Großhändlers KGK Holdings ein paar Straßen vom Times Square entfernt. In der 37. Straße, also 5 Blocks von der 42nd Street entfernt erbeuteten Einbrecher Schmuck im Wert von sechs Millionen US-Dollar.


Meine Familie und ich feierten den Jahreswechsel im Central Park. Die Show mit The Ball schauten wir uns am Tag darauf im Fernsehen und Internet an. Beim Balldrop schwebt ein fünf Tonnen schwerer Kristallball mit dreieinhalb Metern Durchmesser an einer Stange über dem Broadway. Das sieht am Monitor fein aus. Der Ortswechsel in den Central Park hatte bei uns allerdings nichts mit der aktuellen Sicherheitslage zu tun. Wir hatten schlichtweg keine Lust, den ganzen Tag mit Millionen anderer Leute am Times Square auszuharren, damit wir ein wenig Show und am Ende The Ball sehen konnten. So viel Trubel wollten wir nicht haben und den Tag zu etwas anderem nutzen, als zu warten. Der Jahreswechsel im Central Park war äußerst angenehm.

President-elect in New York – Meine Reiseimpressionen Teil 4

8. Januar 2017
Trump macht den Mund ganz weit auf.

Trump macht den Mund ganz weit auf.

Eigentlich muss ich Donald Trump dankbar sein. Ohne ihn wäre die Familie nicht über Silvester nach New York geflogen. Ich hatte K2 versprochen nach New York zu reisen, wenn The Donald die US-Präsidentschaftswahl gewinnen würde. Ich hatte nie daran geglaubt und hatte dann den Salat. Aber versprochen ist versprochen und ab ging es in die USA. Und dann wohl für die nächsten acht Jahre nicht mehr, solange Donald Trump in den Vereinigten Staaten von Amerika regiert.
Dieser Blog ist in der Regel unpolitisch und auch meine Gespräche in den USA waren nicht von politischer Natur. Und dennoch bin ich ein politischer Mensch und versuche viel zu beobachten und meine Schlüsse zu ziehen. Mir ist aufgefallen, dass ich in Manhattan anders als in München kaum verschleierte Frauen sah. Während in München in den teuren Läden viele verschleierte Damen aus Arabien einkaufen, hab ich sie in New York City kaum gesehen. Vielleicht ist das auch schon eine Auswirkung von Donald Trump und seinem Kreuzzug gegen Muslime.

new_york_2028

Make America great again
Die Amerikaner haben einen gewissen Nationalstolz und ab und zu begegnete ich markige Sprüche wie „Make America great again“. Was damit gemeint ist, konnte oder wollte mir keiner erklären. In New York findet sich sicherlich nicht die typische Trump-Wählerschaft. New York ist eher liberal. Die Stadt ist für mich eine wunderbare Mischung der Kulturen. Das Zusammenleben funktioniert auf den ersten Blick ganz gut, schließlich sind die USA ein Einwanderungsland und New York eine Einwanderungsstadt.

Ausverkauf von Hillary Clinton
Und die Amerikaner haben eine nette Art von Humor. Am Flughafen begegnete ich Geschäfte, die Devotionalien von Hillary Clinton um die Hälfte billiger anboten. Aber ich habe keinen Menschen gesehen, der die Clinton T-Shirts oder Aufkleber kaufen wollte. Hillary entwickelte sich bei meinem Besuch zu einem Ladenhüter. In den Staaten zählen wohl eher die Gewinner. Das Land interessierte sich nicht für Verlierer. Die Bevölkerung bereitete sich auf die Amtseinführung seines 45. Präsidenten vor.

Dog Toys: Donald- und Hillary-Puppen
In einer Tierhandlung am Broadway sah ich Hundespielzeuge in Form von Donald- und Hillary-Puppen. Donald in Blau, Hillary in Rot. Am nächsten Tag war die Trump-Puppe verkauft und die Hillary-Puppe blieb allein im Schaufenster zurück. Trump war ausverkauft und wurde nicht mehr aufgefüllt. Symbolischer kann man den Zweikampf der beiden US-Politiker nicht beschreiben, obwohl ich natürlich nicht weiß, ob die Donald-Puppe als Beißspielzeug für Hunde herhalten musste. Hillary saß bis zu meiner Abreise alleine im Schaufenster herum.

Trump und Clinton als Hundespielzeug.

Trump und Clinton als Hundespielzeug.

Absperrungen am Trump Tower
Scheinbar haben sich die Amerikaner abgefunden, dass Donald Trump ihr nächster Chef wird. Vor dem Trump Tower gibt es noch Absperrungen und Polizeiwägen. Auch in den Seitenstraße stehen Fahrzeuge des New Yorker Police Departments. Ob Trump allerdings in seinen Gemächern war, konnte ich nicht sagen. Aber die Sicherheitsstufe war auf jeden Fall hoch.


Es zeigte sich, dass seine Sprüche Wirkung hatten. Der Automobilhersteller Ford gab an, eine geplante Autofabrik nicht in Mexiko sondern in Michigan zu eröffnen. Arbeitsplätze wurden in den USA geschaffen. Ford nannte wirtschaftliche Gründe für die Entscheidung. US-Medien meldeten, dass die in Mexiko gebauten Fahrzeuge sonst mit hohen Zöllen belegt werden würden.

Präsidiale Wackelköpfe
In einem Souvenir-Laden am Time Square gab die präsidiale Wackelköpfe zum Kaufen. Lincoln, Kennedy, Bush, Reagan, Bill Clinton – naja und auch Hillary. Ich wollte einen Kopf von Nixon haben, den es aber nicht gab. Der Verkäufer schüttelte nur den Kopf und fragte sich wohl, warum im liberalen New York nach einem konservativen Richard Nixon gefragt wurde. Also trat kein Wackelkopf in die Reise nach Good Old Germany an, ein Staubfänger weniger.

Präsidenten und Co als Wackelköpfe.

Präsidenten und Co als Wackelköpfe.

Die vielleicht bizarrste Sympathiebezeugung für Donald Trump fand ich in einer Toilette. Hier hatte ein Schmierfink an die metallische Toilettentüre den Spruch „I love Mr Trump“ geschmiert. Ich weiß nicht, ob der President-elect dies so toll findet.

Liebesbeweis auf einer Toilette.

Liebesbeweis auf einer Toilette.

Message for the President-elect
Eine interessante Idee fand ich in der New Yorker Historischen Gesellschaft in der Nähe des Central Parks. Dort gibt es das Projekt „Message for the President-elect“ zu der alle Bürgerinnen und Bürger eingeladen sind zum Mitmachen. Auf farbigen Postits können die New Yorker ihre Gedanken und Wünsche an den neuen US-Präsidenten aufschreiben. Dieses Projekt wurde inspiriert durch die Installation „Subway Therapy“ von Matthew „Level“ Chavez. Er hatte im November 2016 in einem U-Bahn-Tunnel zwischen der 14th Straße und 6th Avenue eine Installation geschaffen, die sich über das ganze Land ausbreitete. Die Historische Gesellschaft hat das Projekt aufgegriffen und führt es als aktive Auseinandersetzung mit der Demokratie fort. Die Zettel schwankten zwischen humorvollen und politisch ernsthaften Aussagen. Natürlich war die Frisur des künftigen Präsidenten auch ein Thema. Wenn man sonst keine Sorgen hat.

Frühstück in New York – Meine Reiseimpressionen Teil 3

7. Januar 2017

Immer musste ich an Supertramp und ihr Album Breakfast In America von 1979 denken, wenn die Familie vormittags zum Frühstücken in New York aufbrach. Unser Hotel Marrakech hatte, wie so oft bei den Hotels meiner Klasse, kein Frühstück im Angebot. Also suchten wir uns typische Diner und besuchten abwechselnd zwei dieser Lokalitäten in Hotelnähe. Metro Diner und Broadway Restaurant.

Frühstück im Metro Diner


Der Metro Diner liegt am 2641 Broadway Frnt 1 und beheimatete 1871 einen Salon. Es gibt große Portionen in einem typischen Diner-Umfeld: Burger, Pancakes, Nudeln. Wer genau hinschaut, findet auch Salate und Veggie-Gerichte. Der Service ist eher unpersönlich – und ein KO-Kriterium für K2: Es gibt kein freies WLAN, da kann sich die Einrichtung noch so schön an die 50er und 60er Jahre des vergangenen Jahrhunderts orientieren.

Frühstück im Broadway Restaurant

Lecker und fettig ist das Essen.

Lecker und fettig ist das Essen.

Also besuchten wir mehr den Broadway Restaurant neben unserem Hotel. Es ist eigentlich ein griechischer Diner, was an gemalten Säulen und einige Gyros-Gerichte in der Speisekarte erkennbar ist. Die Bedienung ist nett und das Essen fettig. Es gibt für die Gäste ein kostenloses WLAN.


Obwohl der Metro Diner stylischer rüberkommt, hatte der Broadway Restaurant in der 2664 Broadway and West 101st Street mehr Atmosphäre. Hier kamen die Menschen ins Gespräch. Die Bedienung schenkte mir morgens ohne zu fragen gleich eine Tasse Kaffee ein und schenkte gleich nach – so mag ich das. Natürlich ist es ein schönes Klischee, aber die Bedienung nimmt die Kaffeekanne von der Maschine und schenkt den Gästen Kaffee nach. Und irgendwie sieht die Bedienung aus wie bei Supertramp. Natürlich ohne Flugzeugfenster und Freiheitsstatue, obwohl ich auch jeden Tag meinen Orangensaft bekam.

Gut voll ist die Hütte am Morgen.

Gut voll ist die Hütte am Morgen.

Der ganze Laden ist etwas in die Jahre gekommen und war an manchen Stellen enger. Manches Mal saß ich an der Kasse und belauschte die Gespräche der Gäste, die ein Frühstück to go bestellten. Mal gab es Ärger mit dem Lieferdienst, dann waren die Bestellungen für die nächste Woche nicht mehr auffindbar – irgendwie familiär. Als Gast sollte man unbedingt den Gastwirt ansprechen und ihn etwas von seinem Lokal erzählen lassen. Und das macht er auch dann mit Begeisterung.

Brad Pitt war hier und drehte einen Film.

Brad Pitt war hier und drehte einen Film.

Die Augen beginnen richtig zu leuchten, als ich ihn auf ein Autogramm von Brad Pitt an der Wand anspreche. Es ist schon etwas verblasst, aber der Chef des Hauses ist stolz wie Bolle. Die ersten Szenen des Spielfilms Meet Joe Black von 1998 wurden in seinem Diner gedreht. Susan (Claire Forlani) trifft dort zum ersten Mal Joe Black (Brad Pitt). Also ich hab Frühstück in einer Hollywood-Kulisse gemacht, cool.
Aber nach einer Woche New York hab ich so gefreut auf ein gutes bayerisches Brot und frische Brezn, Diner hin oder her.

new_york_2004

WLAN in New York – Meine Reiseimpressionen Teil 2

6. Januar 2017

Die Digitalisierung im Big Apple, wie New York genannt wird, geht mit großen Schritten voran. Was ich bisher an der Westküste in San Francisco und Silicon Valley feststellen konnte, traf ich nun auch an der Ostküste in New York an. WLAN in der Stadt.


Wir hatten vorgesorgt, schließlich reiste ich mit einer online-affinen Familie. Das Netz gehört einfach heute dazu, auch im Urlaub. Im Vorfeld besorgte ich mir einen Huawai Router HUAWEI E5377s-32 Mobile WiFi Access Point, der mit dem US-Netz umgehen kann und auch eine schöne Benutzerführung via iOS-App hat. Die US-Datenkarte kaufte ich mir bei meinen Augsburger Händler Prepaid-Global, dem ich nochmals ausdrücklich für die schnelle und kompetente Beratung an dieser Stelle danken darf. Den Router hatten wir immer an der Familie und konnten ihn bei Bedarf aus der Tasche ziehen, um unser eigenes WLAN zu erzeugen. Dies war uns besonders bei Kreditkartenzahlungen bei Online-Tickets wichtig. Ich nutzte es auch oft, um 360 Grad Fotos von meiner Reise in Facebook zu laden. So konnte ich interessierte Freunde zu Hause vom Fortschritt unserer New York-Reise unterrichten.

Am Flughafen gibt es Datenkarten, aber ich habe meine in Deutschland gekauft.

Am Flughafen gibt es Datenkarten, aber ich habe meine in Deutschland gekauft.

Unser New Yorker Hotel Marrakech an der 2688 Broadway, 103rd Street verfügte über kostenloses WLAN. Es war nicht sonderlich stark, hat aber für den Hausgebrauch wie E-Mail, Facebook und Twitter ausgereicht. Neben dem Hotel befand sich eine Starbucks-Zweigstelle, die auch über ein kostenloses WLAN verfügte. Interessant fand ich bei Starbucks, die eingelassenen Lademöglichkeiten für Android-Handys über Wireless Charging. Einige Smartphones lassen sich darüber drahtlos laden.

Wireless Charging bei Starbucks.

Wireless Charging bei Starbucks.

Öffentliche Hotspots in New York
Eindrucksvoll fand ich, dass in New York Zug um Zug die klassischen Telefonzellen abgebaut und durch öffentliche WLAN-Hotspots ersetzt werden. Es sind große Monolithen, wie einstmals bei 2001. An zahlreichen Straßenecken befinden sich diese Hotspots LinkNYC. Die Digital Signage prägen das Straßenbild. An beiden Seiten läuft Werbung zur Finanzierung. Der Terminal bietet die Möglichkeit Google Maps und andere Dienste aufzurufen.

Ich habe dort Google Maps einige Male genutzt, um mich in der Umgebung zurecht zu finden. Zudem gibt es eine Notruffunktionalität und das Smartphone lässt sich via USB kostenlos aufladen. Das entsprechende Kabel ist allerdings selbst mitzubringen. Wenn ich den Streit in meiner Heimatstadt München über öffentliches WLAN verfolge und dann in New York stehe, dann kommen mir die Tränen. Das ist der Unterschied, weshalb wir über Digitalisierung reden und andere es machen.

WLAN im Museum und U-Bahn
Dabei will ich gar nicht von öffentlichen Orten sprechen. Das gesamte American Museum of Natural History ist mit einem kostenlosen und leistungsstarken WLAN ausgestattet. Und das Museum ist wirklich groß. So sind interaktive Führungen und neue Konzeptionen möglich.
Und dann wäre dann noch die New Yorker U-Bahn. Auch hier gibt es ein kostenloses WLAN. Zumindest in den Bahnhöfen hat es funktioniert, während der Fahrt allerdings nur bedingt. Hinweisschilder in den Bahnhöfen weisen auf die SSID hin. Während man auf seine U-Bahn wartet, kann man kostenlos im Netz surfen – in New York eine Selbstverständlichkeit, bei uns in München eine Utopie.

Full Power bei Apple
Richtig leistungsfähig war das kostenlose WLAN übrigens bei Apple. Ich besuchte zwei Apple Stores in New York, um vergeblich nach den Apple Air Pods Ausschau zu halten. Sowohl in Stores Grand Central Station als auch im Glaswürfel an der 5th Avenue war das WLAN einfach nur fantastisch. Ich konnte Filme zu YouTube hochladen und das in einer Windeseile. Immer wieder bin ich von dem Phänomen Apple fasziniert. Beide Shops haben rund um die Uhr geöffnet und egal, zu welcher Zeit ich den Stores besuchte, die Läden waren voll oder zumindest gut besucht.

Obwohl ich mit den Apple Devices ausgestattet bin, streifte ich durch die Geschäfte, lauschte den Beratungsgesprächen an der Genius Bar, verunsicherte junge Apple-Mitarbeiter mit Fragen zu Shake und aktualisierte meine Apps über das WLAN. Im Store an der 5th Avenue musste ich die Glastreppe herabsteigen und mit dem Glasaufzug wieder hoch fahren – so etwas macht mir einfach Spaß.

Pokemon Jagd dank mobilen Router.

Pokemon Jagd dank mobilen Router.

New York, wir kommen – Meine Reiseimpressionen Teil 1

5. Januar 2017

Es lag an meiner großen Klappe. Ich hatte sie im September 2016 weit aufgerissen, als ich mit K2 über die US-Präsidentschaftswahl sprach. Großspurig hatte ich K2 versprochen, dass wir Weihnachten oder Silvester nach New York reisen würden, wenn Donald Trump gewinnt. Damals lag Hillary Clinton weit vorne – uneinholbar, wie ich dachte. Aber ich hatte mich verschätzt. Der Donald hatte gewonnen und K2 hatte nichts besseres zu tun, als mir mein Versprechen aufs Brot zu schmieren. „Papa, wir fahren nach New York“, lautete die Botschaft.
Nun ja, um etwas Medienkompetenz einzuüben, suchte K2 Flüge und Hotel aus, wir überzeugten meine Frau und K1, und damit war klar: Wir verbringen Silvester im Big Apple. New York, wir kommen!

Klar zum Abflug am Flughafen München.

Klar zum Abflug am Flughafen München.

Als Fluggesellschaft wählten wir aus Preisgründen United. Als Social Media-Fuzzi natürlich nicht ohne Hintergrund, denn wir wissen ja alle „United breaks guitars“. Bitte entsprechenden Blogpost in meinem Blog verfolgen, um den Hintergrund zu verstehen.


Nun galt es im Groschengrab New York zu dieser Zeit ein bezahlbares Hotel zu finden. K2 wählte das Hotel Marrakesch, 2688 Brodway 103rd Street aus. Also kurz vor Harlem – ich beruhigte mich, dass Harlem nicht mehr das gewalttätige Harlem der Siebziger und Achtziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts sei. Außerdem waren wir in einem harmlosen Teil der Stadt. Harlem beginnt bei der 125 Straße. Bei der Buchung hatte ich allerdings übersehen, dass wir ein Zimmer mit nur einem Doppelbett haben – und das für vier Personen. Mir fiel dieser Fehler bei Booking.com erst ein paar Tage vor Abflug auf. Ein weiteres Zimmer zu Silvester in New York in dem Hotel zu bekommen, war illusorisch und auch zu kostspielig. Also mussten wir wohl improvisieren.
Beim Packen gilt: Wenig Gepäck und drei Koffer. New York hat so viel, die verkaufen uns gerne etwas. Die Damen der Familie suchen Klamotten, ich Schuhe und K1 wollte eigentlich erst gar nicht mit. Nur der Direktflug München – New York überzeugte K1.
8,5 Stunden reine Flugzeit lagen also vor uns. Tags zuvor spielte ich frische Filme auf die iPads, lud Bücher auf die Kindles, frischte die Powerbanks auf. Als musikalische Begleitung auf meinen iPhone wählte ich die großen Songs über New York.
Der Flieger war eine 22 Jahre alte Boing. Wir saßen verstreut in der Maschine, weil die Online-Sitzplatzbuchung über die Website OneTrip nicht geklappt hat. Aber mit ein wenig freundlichen Worten gelang ein Sitzplatztausch, so dass K1/2 und meine Frau und ich zusammensitzen konnten.

Tolles Entertainment-System an Bord, aber nicht, wenn man ein Lightning-Kabel hat.

Tolles Entertainment-System an Bord, aber nicht, wenn man ein Lightning-Kabel hat.

Erste Begeisterung kam auf, als ich das Entertainment-System an Bord betrachtete. Zahlreiche Filme wie Finding Dory, Snowden, Ghostbusters und mehr, die ich noch nicht gesehen hatte. Aber es scheiterte am Kopfhörer. Als iPhone 7plus-Besitzer hatte ich keinen Klinke-Kopfhörer mehr dabei. Das Lightning-Kabel passte nicht und die Bluetooth-Kopfhörer von Bose gingen natürlich auch nicht. K1/2 wollten mir ihre Kopfhörer nicht leihen, weil sie selbst schauen wollten. Zudem hatte K1 sich vorgenommen die beiden Pokémon-Spiele Sonne und Mond während des Flugs durchzuspielen. Das Nintendo 3DS wurde während des Fluges von einer USB-Steckdose am Entertainment-Center geladen. Naja und ich hatte vergessen, die freundlichen Stewardessen von United zu fragen – beim Rückflug habe ich es dann gemacht und einen kostenlosen Kopfhörer bekommen. Hätte ich nur beim Hinflug den Mund aufgemacht, wie sonst auch immer.

WLAN über den Wolken - eine Welt haben wir.

WLAN über den Wolken – eine Welt haben wir.

So hörte ich Musik: George Gershwin, Lou Reed, Bob Dylan, Velvet Underground, The Ramones, Frank Sinatra und freilich Leonard Cohens Chelsea Hotel – New Yorks Songs halt.


Als Filmunterhaltung wollte ich mir als erstes eine Arte-Dokumentation über den Abschuss des Lockerbie-Fluges ansehen, erntete aber stutzig Blicke meiner Nachbarn. Als setzte ich auf die vierte Staffel von House of Cards. Wir fliegen zwar nicht nach Washington, aber Wallstreet und die Klassiker Nie wieder New York und Frühstück bei Tiffany hatte ich schon im Vorfeld der Reise gesehen.

Über den Wolken glotzen alle Filme.

Über den Wolken glotzen alle Filme.

Ohne Verspätung gelandet und ab zur Homeland Security. Ich hatte schon lange Wartezeiten in der Vergangenheit, aber dieses Mal ging zügig voran. Eine kurze Runde noch beim Landwirtschaftsministerium, weil der Grenzer uns ein F wie Fruits auf das Einreisedokument gemalt hatte und schon waren wir im Land der unbegrenzten Möglichkeiten.

Eigentlich darf man dieses Bild nicht machen. Ich hab es aber trotzdem gemacht.

Eigentlich darf man dieses Bild nicht machen. Ich hab es aber trotzdem gemacht.

Gelandet waren wir in Newark Liberty International Airport im US-Bundesstaat New Jersey. Das war auch für mich Premiere. Um in die Stadt zu unserem Hotel zu gelangen, wählte wir ein gelbes Taxi. Die Reise mit dem Zug nahmen wir dann beim Rückflug auf uns. Jetzt hieß es nur: Ankommen im Hotel und ab nach New York.

Der gelbe Taxi-Berechtigungsschein.

Der gelbe Taxi-Berechtigungsschein.

Am Flughafen wurden Taxibestellungen auf einen gelben EWR-Wisch ausgegeben – ohne diesen Wisch kein Taxi. Ab in die Reihe, denn Amerikaner lieben die Schlange stehen und sind darin noch besser als die Briten. Taxis kamen und fuhren, aber leider kein Minivan, wie uns die beschäftigte Dame mit Trillerpfeife am Taxistand erklärte. Daher wählte sie ein ganz normales Cab aus, sehr zum Missfallen des Taxifahrers. Bei vier Personen sollte ich mich auf den Beifahrersitz setzen, was in New York absolut unüblich ist. Passagiere kommen hinten rein, denn auf dem Beifahrersitz hat der Taxifahrer seine persönlichen Gegenstände samt Pausenbrot. Mit Bleifuß ging es dann ab zum Hotel – inzwischen war es schon dunkel geworden und New York breitete sein Lichtermeer vor uns aus. Beeindruckend dieses Stadt, beeindruckend aber auch der Verkehr. Bisher war ich es gewohnt, dass ist die Mautgebühren an den Tunnels direkt zu bezahlen hatte. Unser Taxi war mit einem E-ZPass ausgestattet, eine Art elektronische Mautkarte. E-ZPass ist ein elektronisches Maut-System auf Basis von RFID-Chips, das in weiten Teilen der nord-östlichen Vereinigten Staaten von Amerika etabliert ist. Es klappte einwandfrei und so hatten wir freie Fahrt für freie Bürger. New York, wir sind da.

Taxifahren mit E-ZPass - eine Form von Mautkarte.

Taxifahren mit E-ZPass – eine Form von Mautkarte.

Kurzbesuch im Wirtshaus im Gut in Wunsiedel

29. Dezember 2016

img_9607

Bei einem kurzen Abstecher in die wunderschöne Oberpfalz kehrte ich im Wirtshaus im Gut in Wunsiedel ein. Ich war begeistert von den Speisen, der Gastwirtschaft und vom ganzen Umfeld. Ich blieb nur eine Stunde, werde aber sicher wiederkommen und den Ort noch einmal genießen.
Im Jahre 1135 noch zu Lebzeiten Kaiser Barbarossas wurde das Gebäude erstmals urkundlich unter dem Namen „Gotefridesreut“ erwähnt. 1899 erwarb die Familie Grießinger aus Landsberg am Lech das Gut. Seit jener Zeit befindet es das Gebäude in deren Familienbesitz. 1999 kam es zur Eröffnung des Wirtshauses im Gut. Die Pächterfamilie Roland und Margit Gläßl beziehen das ehemalige „Austragshäusl“ gleich daneben.


Die Wirtsstube, in der ich Platz nahm, fasst 60 Sitzplätze. das Gewölbezimmer 60 Sitzplätze und die Galerie 20 Sitzplätze. Von der Küche war ich sehr angetan. „Nur Frisches und am Liebsten aus der Region!“ Diese Philosophie des Küchenchefs ist einfach und ehrlich. Die Speisen reichen von der hausgemachten Brotzeit bis hin zu aufwendigen Mehrgänge-Menüs. Grundlage sämtlicher Gerichte sind durchweg frische Produkte aus der Region, wenn möglich von umliegenden Betrieben aus der Nachbarschaft. Fangfrische Forellen vom eigenen (oder Nachbar‘s) Weiher – Wild aus gutseigener Jagd – Rind vom Bauern nebenan, traditionell zubereitet oder raffiniert kombiniert.


Das wird von den Gästen honoriert. Zudem erhielt das Wirtshaus im Gut zahlreiche Auszeichnungen wie Goldmedaille im Wettbewerb „Bayerische Küche“, Auszeichnung „Fränkische Einkehr“, die Auszeichnung „Oberfrankens Fisch – krönt den Tisch“ und für mich am Wichtigsten sind die Empfehlungen vom Guide de Michelin und Gusto.
Ich freue mich auf meinen nächsten Tripp in die Oberpfalz und werde mit Sicherheit ins Wirtshaus im Gut in Wunsiedel hereinschauen und länger die hervorragende Küche genießen.

Meine kleine Kaffee-Weihnachtsgeschichte

28. Dezember 2016

Kurz vor Weihnachten war Krisenstimmung in unserem Hause. Die neue Siebträgermaschine gab keinen Kaffee mehr aus. Das Ding ist noch relativ neu und nun das. Ihr könnt euch vorstellen, wie sehr es mich als Twitterer trifft, ohne Kaffee durch die Feiertag zu kommen. Ich holte als Ersatz meinen Jura-Vollautomaten aus dem Dachbüro, aber ihr Kaffee im Vergleich zum Kaffee der Siebträgermaschine Rocket ist wie Tag und Nacht.
Das Wasser meiner Rocket wurde nicht heiß und auch der Druck ließ zu Wünschen übrig. Ich mailte meinen Händler an, beschrieb ihm das Problem anhand von gedrehten YouTube-Videos, aber die Hilfestellung blieb aus. Ich bekam den Garantieschein für eine Reparatur, hatte aber keine Lust, das schwere Ding zu verpacken und zur Post zu bringen. Schließlich stand Weihnachten und die Feiertage vor der Tür. Das Video zeigt mein Problem.


Ich erinnerte mich an einen alten Kollegen aus Zeiten der PC Professionell. Der Kollege René arbeitet einst als Servicemitarbeiter für Profi-Kaffeemaschinen. Er kam zu meiner großen Freude vorbei, schraubte das Teil auf und tippte auf Verkalkung. Das Wasser hier im Dorf ist sehr kalkhaltig. Er grenzte Zug um Zug den Fehler ein und gab mir den Rat, mich an einen professionellen Dienstleister zu wenden.

Bei den Profi-Maschinen bei Karl Schapperer von Münchner Kaffeemensch kam ich mir gut aufgehoben vor.

Bei den Profi-Maschinen bei Karl Schapperer von Münchner Kaffeemensch kam ich mir gut aufgehoben vor.

Über zwei Ecken kam ich zu Karl Schapperer und seiner Firma Münchner Kaffeemensch. Obwohl der Profi vor Weihnachten gut ausgebucht war, nahm er sich die Zeit und schaute sich meine Rocket in Ruhe an. Wir wurden gebeten, einen Spaziergang oder Einkaufsbummel von einer Stunde zu machen und dann wieder bei ihm vorbeizuschauen. Entweder funktionierte die Maschine dann wieder oder wir haben ein fettes Problem.
Nach einer Stunde dann aufatmen. Die Maschine lief wieder. Karl Schapperer brachte unsere Maschine wieder zum Laufen. Er mahnte uns, besser auf die Verkalkung zu achten und ich kaufte sofort ein Brita-Filtersystem. Sicherlich für Profis die zweitbeste Lösung, aber die Brita mit ihren Aktivkohleset tut ihren Dienst. Vielen Dank an Karl Schapperer und klare Empfehlung für so eine hervorragende Dienstleistung.

Karl Schapperer von Münchner Kaffeemensch hat es geschafft. Meine Rocket läuft wieder.

Karl Schapperer von Münchner Kaffeemensch hat es geschafft. Meine Rocket läuft wieder.

Weihnachten konnte kommen. Die Jura wanderte wieder ins Dachgeschoss ins hauseigene Büro und die Siebträgermaschine machte feinen Kaffee mit Crema – ganz wie es sein soll. Auch das ist eben eine Weihnachtsgeschichte.

Festmahl beim Sternekoch Steffen Szabo

26. Dezember 2016
Zusammen mit Thomas Gerlach (r.) gratulierte ich Steffen Szabo zu seinem Stern.

Zusammen mit Thomas Gerlach (r.) gratulierte ich Steffen Szabo zu seinem Stern.

Anfang Dezember hatte ich es bereits geschrieben. Die Goldene Traube in Coburg hat den Michelin Stern verteidigt. Darüber hab ich mich gefreut und gebloggt. Besonders hat es mich gefreut, dass Küchenchef Steffen Szabo nun in den Kreis der erlauchten Sterneköche aufgerückt ist. Ich hatte zwar via Blog und Facebook gratuliert, wollte es aber auch persönlich tun und machte mich auf nach Coburg, um den frischgebackenen Sternekoch die Hand zu drücken und das Essen im Esszimmer der Goldenen Traube zu genießen.
Der 26-Jährige hat vor seiner Zeit in Coburg schon an einigen Herden der Republik gekocht. Steffen Szabo sammelte seine Erfahrungen in verschiedenen Spitzenrestaurants, so zum Beispiel in Schloss Elmau (1 Stern) und in der Küche von Hubert Obendorfer im Landhotel Birkenhof und dem Sternerestaurant Eisvogel (1 Stern). Im Juni 2016 wurde er vom Schlemmer Atlas zum Top50 Koch 2016 ausgezeichnet und war im Jahr 2016 unter den Nominierten zum Aufsteiger des Jahres im Magazin FEINSCHMECKER. Im Dezember 2016 wurde er erstmalig und als jüngster Sternekoch Bayerns mit einem Michelin Stern ausgezeichnet.

img_0391
Ich wählte das komplette Menü samt Weinbegleitung und bin restlos, wirklich restlos begeistert. Zur Begrüßung traf ich den Herrn des Hauses Bernd Glauben. Er hat zusammen mit seiner Frau die Goldene Traube zu einem Vorzeigehotel und -restaurant gemacht. Meine Mutter wuchs in Coburg auf und kannte noch eine andere Goldene Traube. Familie Glauben und das Team haben das Haus herausgeputzt und eine vorzügliche Küche etabliert. Es zählt zu den besten Restaurants in Deutschland. Hinzu kommt eine erlesene Auswahl an Weinen. Bernd Glauben ist Präsident Sommelier-Union Deutschland und versteht seine Berufung. Zusammen mit der Restaurantleiterin und Sommelière Sandra Tober.

Nach einem wunderbaren Gruss aus der Küche gab es folgende Speisefolge:

img_0387

Fjordforelle I Spinat I Speck
Riesling, May

 

img_0390

Taschenkrebs I Ingwer I Zwetschge
Scheurebe, Arnold

img_0395

Kalbsbries I Sellerie I Lauch
Weißburgunder, Horst Sauer

img_0404

“ Allergene”
Blanco Barriqua, Muga

img_0408

Wachtel I Vogelbeere I Essig
Soave, Inama

img_0413

Kabeljau I Apfel I Süßkartoffel
Weißburgunder, Weegmüller

img_0418

 

Brust vom Wagyu Rind I Kürbis I Yakiniku
Riesling Alte Reben, Vollrads

img_0422

Heimischer Hirsch I Mais I Aubergine
Wildwux, Braunstein

img_0425

Ziegenkäse I Quitte I Birne
Blanc de blancs, Arunda

Stilton I Fenchel I Haselnuss
Rieslaner Spätlese, Weegmüller

img_0446

Waldspaziergang 2.0
Merlino, Pojer e Sandri

img_0439

“Bärendreck”
Lillet blanc

img_0450