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Corona-Virus: Tag 2 der Ausgangsbeschränkung – die Versorgungslage im Dorf

23. März 2020

Sonntag morgen in Maisach. Es hat geschneit. Es ist kalt, also einfach nochmal umdrehen und die Bettdecke über den Kopf ziehen. Erst als später die Sonne herauskommt, wacht das Dorf langsam auf.

Der Kirchgang fällt aus. Die katholische Kirche St. Vitus ist um 10 Uhr leer. Es findet kein Gottesdienst statt und die Besucher bleiben aus, die Kirche selbst ist geöffnet. Jeder verarbeitet die Corona-Krise auf seine Art. Pfarrer Terance zelebriert jeden Tag um 19:00 Uhr einen privaten Gottesdienst und schließt die Intentionen und Sorgen der Menschen im Pfarrverband ein. „Verbinden Sie sich jeden Abend mit Pfarrer Terance und vielen von uns durch die gemeinsame Aktion, täglich um 19:00 Uhr eine Kerze ins Fenster zu stellen und ein Vaterunser (oder auch weitere Gebete) zu sprechen.“

Vereinzelt begegnet man Spaziergänger – freilich mit dem notwenigen Abstand. Die Ausgangsbeschränkung funktioniert.

Nachmittags, nach weiteren Netflix-Folgen am Sofa, beobachte ich im Garten die vorbeiziehenden Wolken und hänge meinen Gedanken nach.

 

Am Montag wird unser kleines Dorf wieder mit mehr Leben erfüllt. Der Lebensmitteleinzelhandel hat wieder geöffnet. Daher habe ich einfach mal bei unserem Betreiber des Edeka-Supermarktes im Dorfzentrum angeklopft und ihn um ein Interview gebeten. Toni Leich betreibt den Edeka Leich im Zentrum von Maisach.

Toni Leich führt den Edeka Leich in Maisach. Foto: Leich Toni Leich führt den Edeka Leich in Maisach. Foto: Leich

Wie geht es Ihnen, Ihrer Familie und Ihrem Team?

Toni Leich: Privat geht es uns gut. Allerdings leidet meine Frau mit unserem dreijährigen Sohn etwas darunter, dass ich so oft im Geschäft bin. Ich stehe um 3 Uhr morgens auf und bin um 3:45 Uhr im Geschäft. Bis 19 Uhr bin ich dort anzutreffen. Es gibt auch eine Nachtschicht bis 2:30 Uhr. Mein Team arbeitet sehr konzentriert, sehr intensiv und bleibt ein, zwei Stunden länger. Ich bin sehr dankbar, dass sich mein Team tapfer in dieser Situation hält. Wir haben zusätzliche Aushilfen eingestellt und suchen noch weitere Unterstützung.

 

Ist die Versorgung mit Lebensmitteln in Maisach gewährleistet?

Toni Leich: Es ist absolut kein Problem. Die Versorgung ist gesichert. Natürlich kann es in dieser Phase vorkommen, dass das eine oder andere Lieblingprodukt nicht vorhanden ist, aber es ist immer Ersatz da. Vor allem die gut&günstig-Artikel werden in erhöhtem Maß nachgefragt. Keine Angst, es gibt keinen Engpass an Lebensmitteln. Wir hatten die barilla im Angebot gehabt, der Rewe hatte barilla zuvor aus dem Sortiment genommen, da Rewe und barilla einen internen Streit hatten. Aus diesem Grund war die Nachfrage sehr groß gewesen. Aber es gibt immer Alternativen. Frische Ware wie Obst, Gemüse, Fleisch und Wurst werden jeden Tag geliefert, am Montag sogar zweimal am Tag. Die anderen Waren im Markt kommen Dienstag und Freitag.

 

Gab es bei Ihnen Hamsterkäufe?

Toni Leich: Die Masse unserer Kunden kauft ganz normal ein. Natürlich gibt es Menschen, die jetzt mehr einkaufen müssen, weil die ganze Familie zu Hause ist. Das haben wir eingeplant. Hamsterkäufe gibt es manches Mal, aber wir setzen auf die Vernunft unserer Kundinnen und Kunden. Unser Personal setzt auf Deeskalation und versucht auf aufgebrachte Kunden einzuwirken. Bisher klappt es sehr gut. Die Leute hier sind vernünftig.

Manch anderer Supermarkt musste Security beschäftigen. Gab es bei Ihnen solche Überlegungen?

Toni Leich: Ja, es gibt solche Überlegungen. Vor allem wenn die staatlichen Auflagen verschärft werden. Wir haben eine Security-Mannschaft an der Hand. Wenn es ernster wird und wir nur noch wenige Kunden im Laden haben dürfen, müssen wir zwei der drei Zugänge zu unserem Geschäft schließen und dann werden wir einen Türwächter einsetzen müssen. Allerdings haben wir verstärkt unsere Hausdedektive im Einsatz.

 

Das Toilettenpapier scheint deutschlandweit der Verkaufsschlager schlechthin zu sein. Wie oft bekommt Edeka Leich hier Nachschub?

Toni Leich: Es ist ein Phänomen. Immer wieder wird das Toilettenpapier als erstes gekauft – es ist wohl ein Symbol der Sicherheit. Viele Kunden machen Witze oder posten Bilder von leeren Regalen in Facebook. Wir sorgen für Nachschub. Neulich hatte ich einen Kunden, der für eine Großfamilie einkauft, der hat etwas mehr mitbekommen und da lege ich auch was zurück. Wir sind in einem Dorf und ich kenne meine Kunden – das ist ein großer Vorteil.

 

Die Bayerische Staatsregierung hat die Möglichkeit für den Einzelhandel geschaffen, die Supermärkte länger zu öffnen – sogar am Sonntag. Sie haben darauf noch nicht zurückgegriffen – warum?

Toni Leich: Meine Team braucht auch seine Ruhephasen und vor allem in dieser sehr stressigen Zeit. Da ist Ausgleich enorm wichtig. Veränderte Öffnungszeiten kann es geben, wenn wir nur noch beschränkt Kunden in unser Geschäft lassen dürfen. Dann müssen wir den Zugang auch zeitlich entzerren. Das ist aber im Moment nicht vorgesehen.

 

Wie motivieren Sie Ihr Team?

Toni Leich: Viele Gespräche sind nötig und meine Teamleiter wissen das. Ich bin sehr stolz auf meine Mannschaft und stehe wenn möglich immer bereit für meine Leute. Natürlich komme ich den Wünschen meiner Mitarbeiter nach und höre zu.

 

Am Eingang zu Ihrem Supermarkt gibt es Desinfektionsmittel für die Hände. Wird es weiteren Schutz für Ihre Mitarbeiter geben?

Toni Leich: Es gibt Handschuhe für die Kassenkräfte. Zudem haben wir Desinfektionsspender am Eingang und an den Kassen. In der kommenden Woche werden Plexiglasscheiben an den Kassen und den Theken für Wurst, Fleisch, Käse und Fisch installiert, um mein Team vor Speichel zu schützen.

 

Letzte Frage: Hat Familie Leich noch ausreichend Toilettenpapier zu Hause?

Toni Leich (lacht): Wir haben eine Packung mit acht Rollen zu Hause. Wenn es eng wird, sitze ich aber an der Quelle.

Frühstück in New York – Meine Reiseimpressionen Teil 3

7. Januar 2017

Immer musste ich an Supertramp und ihr Album Breakfast In America von 1979 denken, wenn die Familie vormittags zum Frühstücken in New York aufbrach. Unser Hotel Marrakech hatte, wie so oft bei den Hotels meiner Klasse, kein Frühstück im Angebot. Also suchten wir uns typische Diner und besuchten abwechselnd zwei dieser Lokalitäten in Hotelnähe. Metro Diner und Broadway Restaurant.

Frühstück im Metro Diner


Der Metro Diner liegt am 2641 Broadway Frnt 1 und beheimatete 1871 einen Salon. Es gibt große Portionen in einem typischen Diner-Umfeld: Burger, Pancakes, Nudeln. Wer genau hinschaut, findet auch Salate und Veggie-Gerichte. Der Service ist eher unpersönlich – und ein KO-Kriterium für K2: Es gibt kein freies WLAN, da kann sich die Einrichtung noch so schön an die 50er und 60er Jahre des vergangenen Jahrhunderts orientieren.

Frühstück im Broadway Restaurant

Lecker und fettig ist das Essen.

Lecker und fettig ist das Essen.

Also besuchten wir mehr den Broadway Restaurant neben unserem Hotel. Es ist eigentlich ein griechischer Diner, was an gemalten Säulen und einige Gyros-Gerichte in der Speisekarte erkennbar ist. Die Bedienung ist nett und das Essen fettig. Es gibt für die Gäste ein kostenloses WLAN.


Obwohl der Metro Diner stylischer rüberkommt, hatte der Broadway Restaurant in der 2664 Broadway and West 101st Street mehr Atmosphäre. Hier kamen die Menschen ins Gespräch. Die Bedienung schenkte mir morgens ohne zu fragen gleich eine Tasse Kaffee ein und schenkte gleich nach – so mag ich das. Natürlich ist es ein schönes Klischee, aber die Bedienung nimmt die Kaffeekanne von der Maschine und schenkt den Gästen Kaffee nach. Und irgendwie sieht die Bedienung aus wie bei Supertramp. Natürlich ohne Flugzeugfenster und Freiheitsstatue, obwohl ich auch jeden Tag meinen Orangensaft bekam.

Gut voll ist die Hütte am Morgen.

Gut voll ist die Hütte am Morgen.

Der ganze Laden ist etwas in die Jahre gekommen und war an manchen Stellen enger. Manches Mal saß ich an der Kasse und belauschte die Gespräche der Gäste, die ein Frühstück to go bestellten. Mal gab es Ärger mit dem Lieferdienst, dann waren die Bestellungen für die nächste Woche nicht mehr auffindbar – irgendwie familiär. Als Gast sollte man unbedingt den Gastwirt ansprechen und ihn etwas von seinem Lokal erzählen lassen. Und das macht er auch dann mit Begeisterung.

Brad Pitt war hier und drehte einen Film.

Brad Pitt war hier und drehte einen Film.

Die Augen beginnen richtig zu leuchten, als ich ihn auf ein Autogramm von Brad Pitt an der Wand anspreche. Es ist schon etwas verblasst, aber der Chef des Hauses ist stolz wie Bolle. Die ersten Szenen des Spielfilms Meet Joe Black von 1998 wurden in seinem Diner gedreht. Susan (Claire Forlani) trifft dort zum ersten Mal Joe Black (Brad Pitt). Also ich hab Frühstück in einer Hollywood-Kulisse gemacht, cool.
Aber nach einer Woche New York hab ich so gefreut auf ein gutes bayerisches Brot und frische Brezn, Diner hin oder her.

new_york_2004