President-elect in New York – Meine Reiseimpressionen Teil 4

Trump macht den Mund ganz weit auf.

Trump macht den Mund ganz weit auf.

Eigentlich muss ich Donald Trump dankbar sein. Ohne ihn wäre die Familie nicht über Silvester nach New York geflogen. Ich hatte K2 versprochen nach New York zu reisen, wenn The Donald die US-Präsidentschaftswahl gewinnen würde. Ich hatte nie daran geglaubt und hatte dann den Salat. Aber versprochen ist versprochen und ab ging es in die USA. Und dann wohl für die nächsten acht Jahre nicht mehr, solange Donald Trump in den Vereinigten Staaten von Amerika regiert.
Dieser Blog ist in der Regel unpolitisch und auch meine Gespräche in den USA waren nicht von politischer Natur. Und dennoch bin ich ein politischer Mensch und versuche viel zu beobachten und meine Schlüsse zu ziehen. Mir ist aufgefallen, dass ich in Manhattan anders als in München kaum verschleierte Frauen sah. Während in München in den teuren Läden viele verschleierte Damen aus Arabien einkaufen, hab ich sie in New York City kaum gesehen. Vielleicht ist das auch schon eine Auswirkung von Donald Trump und seinem Kreuzzug gegen Muslime.

new_york_2028

Make America great again
Die Amerikaner haben einen gewissen Nationalstolz und ab und zu begegnete ich markige Sprüche wie „Make America great again“. Was damit gemeint ist, konnte oder wollte mir keiner erklären. In New York findet sich sicherlich nicht die typische Trump-Wählerschaft. New York ist eher liberal. Die Stadt ist für mich eine wunderbare Mischung der Kulturen. Das Zusammenleben funktioniert auf den ersten Blick ganz gut, schließlich sind die USA ein Einwanderungsland und New York eine Einwanderungsstadt.

Ausverkauf von Hillary Clinton
Und die Amerikaner haben eine nette Art von Humor. Am Flughafen begegnete ich Geschäfte, die Devotionalien von Hillary Clinton um die Hälfte billiger anboten. Aber ich habe keinen Menschen gesehen, der die Clinton T-Shirts oder Aufkleber kaufen wollte. Hillary entwickelte sich bei meinem Besuch zu einem Ladenhüter. In den Staaten zählen wohl eher die Gewinner. Das Land interessierte sich nicht für Verlierer. Die Bevölkerung bereitete sich auf die Amtseinführung seines 45. Präsidenten vor.

Dog Toys: Donald- und Hillary-Puppen
In einer Tierhandlung am Broadway sah ich Hundespielzeuge in Form von Donald- und Hillary-Puppen. Donald in Blau, Hillary in Rot. Am nächsten Tag war die Trump-Puppe verkauft und die Hillary-Puppe blieb allein im Schaufenster zurück. Trump war ausverkauft und wurde nicht mehr aufgefüllt. Symbolischer kann man den Zweikampf der beiden US-Politiker nicht beschreiben, obwohl ich natürlich nicht weiß, ob die Donald-Puppe als Beißspielzeug für Hunde herhalten musste. Hillary saß bis zu meiner Abreise alleine im Schaufenster herum.

Trump und Clinton als Hundespielzeug.

Trump und Clinton als Hundespielzeug.

Absperrungen am Trump Tower
Scheinbar haben sich die Amerikaner abgefunden, dass Donald Trump ihr nächster Chef wird. Vor dem Trump Tower gibt es noch Absperrungen und Polizeiwägen. Auch in den Seitenstraße stehen Fahrzeuge des New Yorker Police Departments. Ob Trump allerdings in seinen Gemächern war, konnte ich nicht sagen. Aber die Sicherheitsstufe war auf jeden Fall hoch.


Es zeigte sich, dass seine Sprüche Wirkung hatten. Der Automobilhersteller Ford gab an, eine geplante Autofabrik nicht in Mexiko sondern in Michigan zu eröffnen. Arbeitsplätze wurden in den USA geschaffen. Ford nannte wirtschaftliche Gründe für die Entscheidung. US-Medien meldeten, dass die in Mexiko gebauten Fahrzeuge sonst mit hohen Zöllen belegt werden würden.

Präsidiale Wackelköpfe
In einem Souvenir-Laden am Time Square gab die präsidiale Wackelköpfe zum Kaufen. Lincoln, Kennedy, Bush, Reagan, Bill Clinton – naja und auch Hillary. Ich wollte einen Kopf von Nixon haben, den es aber nicht gab. Der Verkäufer schüttelte nur den Kopf und fragte sich wohl, warum im liberalen New York nach einem konservativen Richard Nixon gefragt wurde. Also trat kein Wackelkopf in die Reise nach Good Old Germany an, ein Staubfänger weniger.

Präsidenten und Co als Wackelköpfe.

Präsidenten und Co als Wackelköpfe.

Die vielleicht bizarrste Sympathiebezeugung für Donald Trump fand ich in einer Toilette. Hier hatte ein Schmierfink an die metallische Toilettentüre den Spruch „I love Mr Trump“ geschmiert. Ich weiß nicht, ob der President-elect dies so toll findet.

Liebesbeweis auf einer Toilette.

Liebesbeweis auf einer Toilette.

Message for the President-elect
Eine interessante Idee fand ich in der New Yorker Historischen Gesellschaft in der Nähe des Central Parks. Dort gibt es das Projekt „Message for the President-elect“ zu der alle Bürgerinnen und Bürger eingeladen sind zum Mitmachen. Auf farbigen Postits können die New Yorker ihre Gedanken und Wünsche an den neuen US-Präsidenten aufschreiben. Dieses Projekt wurde inspiriert durch die Installation „Subway Therapy“ von Matthew „Level“ Chavez. Er hatte im November 2016 in einem U-Bahn-Tunnel zwischen der 14th Straße und 6th Avenue eine Installation geschaffen, die sich über das ganze Land ausbreitete. Die Historische Gesellschaft hat das Projekt aufgegriffen und führt es als aktive Auseinandersetzung mit der Demokratie fort. Die Zettel schwankten zwischen humorvollen und politisch ernsthaften Aussagen. Natürlich war die Frisur des künftigen Präsidenten auch ein Thema. Wenn man sonst keine Sorgen hat.

Schlagwörter: , , , , , , , , , , , , , , , , , , , ,

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s


%d Bloggern gefällt das: