Archive for the ‘Musik’ Category

Heute ist RECORD STORE DAY

18. April 2015

Heute ist der RECORD STORE DAY. Jede Branche hat ihre Feier- und Gedenktage und heute am 18. April 2015 ist eben der RECORD STORE DAY. Ich komme noch aus einer Ära, in der wir Schallplatten gehört haben. Kassetten waren nicht so mein Ding, ich mochte die Langspielplatte und die Covers.

Plakat zum RECORD STORE DAY in Coburg.

Plakat zum RECORD STORE DAY in Coburg.

Meine Bezugsquelle für Schallplatten war der Sound in Fürstenfeldbruck, der aber trotz RECORD STORE DAY vor Jahren schließen musste. Ich habe darüber gebloggt. Eine andere Quelle war der damalige Saturn Hansa (so hieß der Laden damals noch). Er befand sich auf der Theresienhöhe in München und das Schallplattenangebot war enorm. Und es gab in München noch zweimal den WOM – World of Music. Der Laden in der Münchner Sonnenstraße hatte die Billigplatten à la Nice Price für 10 Mark und in der Fußgängerzone war im Keller der hochpreisige Dealer. Ein guter Freund arbeitete dort und versorgte mich immer mit Infos über Neuerscheinungen – so lief Kommunikation damals. Später kam für mich dann der Drogeriemarkt Müller als Quelle für LPs hinzu. Im Bereich des Sendlinger Tors und in Schwabing waren die Second Hand-Händler, bei denen ich so manche D-Mark für Schallplatten ließ. Berüchtigt waren auch die Fahrten als Schüler nach London, um eine Woche die Second Hand-Läden unsicher zu machen, um vor allem britische Singles zu kaufen.

Nein, Vinyl ist kein Massenmarkt.

Nein, Vinyl ist kein Massenmarkt.

All das ist vorbei. Der Schallplattenmarkt ist zusammengebrochen. Musik ist digital. Es gibt ein gewisses Revival des Vinyls, aber wir sprechen hier nicht von einem Massenmarkt. Wenn jemand meint, seine Karriere als Plattenhändler steht aufgrund des RECORD STORE DAY bevor, kann man ihn nur warnen. Das Zeitalter der Schallplatte als Massenmarkt ist vorbei und kommt auch nicht wieder. Geblieben ist der Liebhabermarkt und ein paar Audiophile, die über richtig Geld verfügen. Der Spiegel spricht sogar von einem „Vinyl-Boom“ und das zeigt die journalistische Qualität des Magazins. Es gibt wieder Vinyl-Charts und der Spiegel veröffentlicht sie auch – für mich ein Sturm im Wasserglas.
In Zahlen heißt es: Der Bundesverband Musikindustrie meldet für 2014 insgesamt 1,8 Millionen verkaufte Schallplatten. Das sind die Zahlen von 1992. Aber um realistisch zu bleiben: Der Marktanteil des Vinyls an allen Musikverkäufen beträgt nur schlappe 2,6 Prozent.


Ab und zu gehe ich noch auf Börsen, kaufe die eine oder andere CD oder sogar noch seltene Schallplatten. Erst neulich habe ich für einen Soundtrack in Vinyl viel Geld hingelegt. Es handelte sich um den Soundtrack zum Kubrick-Film The Shining von 1980. Der wunderbare Score von Wendy Carlos mit der Musik von György Ligeti, Béla Bartok und Krzysztof Penderecki ist meines Wissens nie auf CD erschienen. Also musste die analoge Scheibe für viel Geld her und sie wurde dann gleich digitalisiert. Die letzte Schallplatte, die ich mir gekauft habe, war eine Single von den Kinks für meine Rock-o-la.
Am heutigen RECORD STORE DAY werde ich mich auf meine schwarzen Scheiben besinnen. Ich werde dieser Tage in mein Archiv hinabsteigen und meine Schallplatten durchschauen. Vielleicht finde ich den ein oder anderen Schatz zum Digitalisieren. Gerade Bootlegs von Bob Dylan hatte ich einige auf Vinyl, die ich ins digitale Zeitalter retten möchte.
Und endlich konnte ich Gladsax nutzen. Gladsax ist kein spezielles Saxophon, sondern ein Bilderrahmen für Schallplatten von IKEA. Bei meinem jüngsten IKEA-Besuch habe ich drei Gladsax-Rahmen mitgenommen. Ich rahmte drei Picture Disc, über die schon einmal gebloggt habe. Gladsax hat die Größe von 32×32 Zentimeter und ist ideal für Schallplatten. Also kamen unlängt Bob Dylan, Elvis Presley und Jimi Hendrix hinter Glas. Die Herrschaften hängen jetzt zum RECORD STORE DAY  an den Wändern zum Archiv.

Musiktipp: In the Court of the Crimson King von King Crimson

16. April 2015
Für mich eines der besten Alben der Prog Rock-Ära

Für mich eines der besten Alben der Prog Rock-Ära

Es gibt Alben, über die ist eigentlich alles geschrieben worden – aber eben nur noch nicht von mir. Eines der wichtigen Alben der Prog Rock-Ära ist ohne Zweifel das Album In The Court of The Crimson King von King Crimson.
Ich kam zu dem Album durch meine Vorliebe für Emerson, Lake & Palmer. Die Band, bei der Greg Lake zuvor den Bass zupfte und trällerte, war eben diese Band King Crimson, gegründet von Mastermind Robert Fripp. Ich kaufte mir damals die Langspielplatte. Das Album war ganz nach meinem Geschmack, anspruchsvoll, auf hohem Niveau und voller Musikalität. Eine Mischung aus Rock und Jazz, Texte von Pete Sinfield – also alles, was mir gefällt.

Die Box zum 40. Geburtstag.

Die Box zum 40. Geburtstag.

Über die Jahre hinweg habe ich mich nie an In the Court of the Crimson King satthören können. Es gab immer wieder etwas neues zu entdecken und so freute ich mich auf die Jubiläumsbox In The Court of The Crimson Kingzum 40. Geburtstag. Sie enthält fünf CDs und eine DVD und sie ist jeden Cent wert.


Robert Fripp betreibt für Fans eine hervorragende Veröffentlichungspolitik und immer wieder kommen Sammlerboxen von wichtigen Alben heraus. Ich habe immer wieder dazu gebloggt, wie beispielsweise zur Veröffentlichung von Red. Dabei legt Fripp großen Wert auf die Soundqualität. So auch bei der Jubiläumsbox zum 40. Geburtstag, die bereits 2010 erschienen ist.
Fans wissen die Geschichte des Albums schon lange: In zehn Tagen aufgenommen, veränderte In the Court of the Crimson King die Rockgeschichte. Ursprünglich wollte es der Produzent in Richtung Moody Blues aufnehmen – und Gott sei Dank setzte sich Robert Fripp durch und schuf etwas komplett neues.

FullSizeRender
Die Box im LP-Format enthält ein dickes Booklet mit zahlreichen Bildern und noch wichtiger zahlreichen Geschichten um die Aufnahmen. Sehr schön ist auch der Nachdruck des Originalcovers von Barry Godber. Für mich ist das Bild des schreienden Gesichts eines der eindringlichsten Plattencover aller Zeiten. Hier hätte ich gerne eine Lithographie. Zudem liegen zwei Promo-Fotos der damaligen Zeit bei, die für mich eher nebensächlich sind. Als Beigabe gibt es das Cover noch in Form von zwei Buttons, für die Jeansjacke – naja, wer es braucht.
Das Wichtigste ist aber die Musik und die CDs und die DVD von In The Court of The Crimson King haben es wirklich in sich. Die Aufnahmen wurden nochmals überarbeitet und sollten unbedingt mit dem Kopfhörer laut genossen werden. Die Unterschiede zur 2004-Version, die bereits schon mal überarbeitet wurde, sind hörbar. Das Ganze hört sich noch eindringlicher, noch emotionaler an – hervorragende Arbeit der Toningenieure. Prog Rock-Ikone Steve Wilson hat hier ganze Arbeit geleistet und dafür gehört ihm unser Respekt.

Ein schönes Booklet gibt es auch.

Ein schönes Booklet gibt es auch.

Was genau ist zu hören?
CD 1: Das Album im 2009er Mix, zusätzliche Bonustracks wie die Full Version von Moonchild, I Talk To The Wind als Duo gespielt und als Alternate Mix, Epitah als Backingtrack
CD 2: Das Album im 2004er Mix, zusätzliche Bonustracks der BBC und der Vinylsingle des Titeltracks.
CD 3: Das Album in einer Alternative Version des Albums, zusätzlich die Kopie der originalen UK-LP aus dem Archiv von Fripp.
CD 4: Liveaufnahmen aus der Zeit der Originalbesetzung, u.a. das Hydepark Konzert im Vorprogramm der Rolling Stones
CD 5: Das Album in der Original US-LP Version und den edited MonoMix des Titelstückes.
DVD: Sie enthält neben den 2009er Mix in 5.1 Digitalsound den 2009, die 2004er und das Alternate-Album in PCM Stereo 2.0 sowie eine gekürztes Video des 21 St Century Schizoid Man

Elisabeth – die wahre Geschichte der Sissi im Deutschen Theater München

3. April 2015
Elisabeth im Deutschen Theater München.

Elisabeth im Deutschen Theater München.

Für mich war es nach Jahren ein Wiedersehen als ich nun das Deutsche Theater in München wieder besuchte. In den neunziger Jahren war ich regelmäßig in diesem Musical-Theater zu Gast und dann wurde es lange Zeit umgebaut. Jetzt ergab sich mal wieder die Gelegenheit und ich schaute mir das Musical Elisabeth – die wahre Geschichte der Sissi an.
Ich hatte über Elisabeth schon viel gelesen und hatte meiner Mutter als Sissi-Fan auch eine Wiener Aufnahme auf CD Elisabeth – Das Musical gekauft. Jetzt konnte ich mir von dem Gesamtwerk einen Eindruck in dem neu renovierten städtischen Deutschen Theater machen. Und ich muss sagen: Gewaltige Show und wer Musicals mag, der kann sich hier optisch und akkustiv ergötzen (in dieser Reihenfolge). Die Interpreten sind prima, das Bühnenbild ist besser – einfach überwältigend.

Aufwendig war die Show allemal.

Aufwendig war die Show allemal.

Während die Show lief, da wunderte ich mich allerdings. Die Musik und Texte von Sylvester Levay und Michael Kuntze sind nicht gerade typische Musical-Kost. Die Melodien sind schwer eingängig und nicht die leichte Kost, die ich von US- oder britischen Produktionen kenne. So richtige Gassenhauer gibt es kaum und überhaupt dreht sich viel um die Faszination Tod. Todessehnsucht ist jetzt nicht gerade ein leichtes Thema und nur bedingt für ein Unterhaltungsmusical geeignet. Und dennoch: Das Münchner Publikum und ich waren begeistert.

Presseschau zu Elisabeth - leider nur Holzmedien.

Presseschau zu Elisabeth – leider nur Holzmedien.

Unter der musikalischen Leitung von Paul Christ sangen an meinem Abend ein ausgezeichneter Mark Seibert als Tod (vor allem weiblicher Applaus), eine wirklich tolle Roberta Valentini als Elisabeth (vor allem männlicher Applaus), Angelika Wedekind als Erzherzogin Sophie, Maximilian Mann als Kaiser Franz Joseph und Thomas Hohler als Erzherzog Rudolf, Caroline Sommer als Herzogin Ludovika und Dennis Kozeluh als hervorragender Herzog Max von Bayern. Rudolf als Kind wurde von dem vielbeklaschten Lucas gesungen. Besonders hat mir der Erzähler und Sissi-Mörder Luigi Lucheni gefallen, der von Michael Souschek gespielt wurde – sein Bühnenjacket muss ich haben.

Die musikalischen Leitung hatte Paul Christ inne.

Die musikalischen Leitung hatte Paul Christ inne.

Vielen Zuschauern war die Geschichte von Elisabeth aus den Sissi-Filmen bekannt. Ein paar wenige kannten wohl noch die Interpretationen von Visconti aus seinem Ludwig II, wenn ich mir die Pausengespräche angehört habe. Aber wie es mit Elisabeth und dem ganzen K & K-Zirkus zu Ende ging war wohl für manche neu. Also Musical als Geschichtsstunden-Ersatz, auch eine schöne Variante.
Das Stück gastierte schon einmal in München als das Deutsche Theater in einem Zelt untergebracht war, während das Gebäude an der Schwanthaler Straße aufwendig renoviert wurde. Das Zelt im Stadtteil Fröttmaning auf das Areal der Allianz Arena in ein mobiles Theaterzelt mit 1.700 Plätzen habe ich mir damals gespart. Ich wollte die Inszenierung mit fetter Bühnentechnik und Projektion sehen. Und das Ganze hat sich auch für das Auge gelohnt. Optisch kommt Elisabeth sehr gewaltig daher. Der Zuschauer kann sich kaum sattsehen. Und dennoch war ich bei all dem optischen und musikalischen Genuss etwas angefressen. Die Klimaanlage und das Gebläse waren extrem laut. Ich verstehe nicht, wie man ein Theater renovieren kann und dann so eine Scheppertechnik an Klimaanlage einbauen kann. An den leisen Stellen des Stückes war das Gebläse einfach zu laut und störte einfach. Die Sanierung kostete 96 Millionen Euro, da wäre eine leise Klimaanlage wohl möglich gewesen.

Bis auf die scheppernde Klima-Anlage ist das Deutsche Theater ein Genuss.

Bis auf die scheppernde Klima-Anlage ist das Deutsche Theater ein Genuss.

Musiktipp: Younee – Jugendstil

23. März 2015
Auf der IHM 2015 traf ich die Künstlerin Younee.

Auf der IHM 2015 traf ich die Künstlerin Younee.

Kennen Sie Younee? Nein – ich bisher auch nicht. Aber ich lernte diese Ausnahmekünstlerin bei der Eröffnung der Internationalen Handwerksmesse IHM 2015 kennen. Younee ist Pianistin und Sängerin aus Südkorea und sorgte für die musikalische Umrahmung der Veranstaltung.
In ihrer Heimat ist Younee ein Star, so heißt es zumindest. In Deutschland hat die junge Asiatin gute Chancen einer zu werden. Auf der Bühne präsentierte Younee zwei Stücke, darunter auch die Weltpremiere ihrer Eigenkomposition Papa, where are you?


Younee ist eine ausgezeichnete Pianistin und sie überarbeitet Klassiker und interpretiert sie in einem eigenen eleganten Stil.
Im August 2014 veröffentlichte sie ihr Album Jugendstil. Nach den Eindrücken von der IHM-Eröffnung habe ich mir das Album gekauft. Hier sind interessante Interpretationen von u.a. Beethoven, Mozart, Bach, Rachmaninoff, Händel und Mussorgsky zu hören. Ihre Plattefirma schreibt über das Album: „Inspiriert von der Philosophie des Jugendstils, des Art Nouveau in Architektur, Kunst, Musik und der künstlerischen Lebenshaltung der 1890er, hat Younee den Wunsch, die essentielle Schönheit der verschiedenen Musikstile miteinander zu verbinden und daraus ihren eigenen Stil zu kreieren, um dem modernen Lebensgefühl der Menschen von heute näher zu kommen.“

Das Cover zu Jugendstil.

Das Cover zu Jugendstil.

Klingt ein wenig schwülstig. Ich finde die Musik einfach schön und kann sie allen empfehlen, die auf der Suche nach einer neuen Interpretation von Klassik sind und die Ohren vor neuen Experimenten nicht verschließen. Die Puristen unter den Klassik-Fans werden sicherlich bei der Musik den Kopf schütteln, aber ich bin da sehr offen und es freut mich, dass ich Younee kennenlernen durfte. Auf einem Empfang konnte ich mit der Musikerin ein paar Worte wechseln und gratulierte ihr zu dem Erfolg. Einfach mal reinhören und neues kennenlernen.

Leichte Bluetooth-Lautsprecher für unterwegs

20. März 2015
Meine beiden AmazonBasics Micro Ultra-Portable Bluetooth-Lautsprecher

Meine beiden AmazonBasics Micro Ultra-Portable Bluetooth-Lautsprecher

Wenn ich auf Reisen bin, dann möchte ich meine Musik immer dabei haben. Wenn ich abends in meinem Hotelzimmer sitze, würde ich gerne meine mitgebrachte Musik hören und mich nicht vom Fernseher berieseln lassen. Dafür habe ich Bluetooth-Lautsprecher gesucht, die vor allem leicht sind. Gefunden hab ich sie in den AmazonBasics Micro Ultra-Portable Bluetooth-Lautsprechern.
Die AmazonBasics-Reihe ist für mich sehr interessant, weil Amazon hier eine sehr preiswerte Produktlinie auf den Markt gebracht hat und auf einmal als Hardware-Peripherie-Hersteller am Markt auftritt und über die eigene Plattform verkauft. Ich habe einige Kabel, Taschen und einen Tablet-Ständer von AmazonBasics im Einsatz und bin sehr zufrieden. Nun kamen die AmazonBasics Micro Ultra-Portable Bluetooth-Lautsprecher hinzu.


Der akustische Hockey-Puck, denn fast diese Größe hat der Lautsprecher mit einem Durchmesse von 85 mm und einer Höhe von 31 mm, passt wunderbar in mein Seminargepäck. Natürlich gibt es Lautsprecher, die mehr Leistung haben, aber für ein Hotelzimmer reichen mir die 3 Watt. Der verbaute Akku reicht bis zu vier Stunden. Die Verbindung zum iPhone kommt über Aux-Kabel (nicht mitgeliefert) und vor allem über Bluetooth 4.0. Das Koppeln ist einfach: Blauzahn im iPhone aktivieren, den AmazonBasics Micro Ultra-Portable Bluetooth-Lautsprecher auswählen, koppeln und fertig. Die Entfernung zwischen iPhone und Lautsprecher darf maximal neun Meter betragen, reicht also für die meisten Hotelzimmer aus, in denen ich absteige. Mit 113 Gramm ist der Lautsprecher ein Leichtgewicht und stört nicht im Gepäck. Mitgeliefert wird ein Stoffsäckchen zum Verstauen und ein USB-Kabel zum Aufladen. Den AmazonBasics Micro Ultra-Portable Bluetooth-Lautsprecher gibt es in Rot, Weiß, Schwarz, Grau und Blau.

Aux und USB-Anschlüsse

Aux und USB-Anschlüsse

Aber ich nutze das Teil nicht nur unterwegs, sondern auch zu Hause. Ich habe mir eine zweite Box für die Sauna gekauft und kann nun beim Saunieren meine Entspannungsmusik hören, die mir gefällt.

Einschalt-/Ausschaltknopf - Laut/Leise mehr braucht es nicht.

Einschalt-/Ausschaltknopf – Laut/Leise mehr braucht es nicht.

Bedingter Soundtracktipp: Harry Potter Soundtrack

4. März 2015
Völlig unnötig.

Völlig unnötig.

Nachdem meine Kinder derzeit auf dem Harry Potter-Filmtripp sind, schaue ich die Filme wieder mit an. Ich bin kein großer Fan der Filmserie und so döste ich in meinem Sessel vor mich hin. Dabei achtete ich vor allem auf den Soundtrack der Filme und da gibt es gewaltige Unterschiede.


Die ersten drei Teile Harry Potter und der Stein der Weisen, Harry Potter und die Kammer des Schreckens und Harry Potter und der Gefangene von Askaban wurden komponiert von Altmeister John Williams und sind über jeden Zweifel erhaben. Teil 4 Harry Potter und der Feuerkelch wurde von Patrick Doyle beigesteuert und dann folgten zwei Soundtracks von Nicholas Hooper Harry Potter und der Orden des Phönix und Harry Potter And The Half-Blood Prince , die ich allesamt nicht berauschend finde.
Richtig wach wurde ich, als ich den beiden letzten Potter-Filme lauschte und die Musik des Franzosen Alexandre Desplat genoss. Die fand ich prima. Daher erwarb ich ein Exemplar einer auf 10.000 Exemplaren limitierten Sonderausgabe des Soundtracks von Harry Potter And The Deathly Hallows I.

Harry_Potter2Alexandre Despat lernte ich das erste Mal 2006 musikalisch kennen, als er die Musik zum wunderbaren Film The Queen komponierte. Musik und Film hatten mir damals im Kino und bei einem spätere USA-Flug gefallen. Nach einem interessanten Soundtrack (aber schrecklichem Film) Goldenen Kompass folgte der wieder hörenswerte seltsame Fall des Benjamin Button und auch Kings Speech. Mit Harry Potter und die Heiligtümer des Todes I und II gelang Alexandre Desplat der internationale und kommerzielle Durchbruch. Vor kurzem habe ich über seinen Soundtrack zu Godzilla gebloggt.
Jetzt entschied ich mich für die exklusive Potter Box und bin sehr gespalten über das Ergebnis. Die Box enthält vier Datenträger, den Originalsoundtrack, eine zweite CD mit weiteren Stücken. Dann gibt es eine DVD mit einer kleinen (nichtssagenden) Doku über Desplat samt Originalsoundtrack in 5.1 (großartig). Auch die 7 Zoll Picture-Disc-Single ist nett anzusehen. Völlig unnötig ist dagegen ein gefaltetes Mini-Filmplakat und ein 5 mm Dia aus dem Film. Eine Frechheit ist ein billiger Druck einer Partitur von Desplat samt aufgedruckten Autogramm des Komponisten – das ist wirklich lächerlich bei dem Preis der Box. Also die Box ist kein wirkliches Must-have. Die Potter-Fans werden dies natürlich anders sehen. Die Musik ist prima, aber den reinen Soundtrack bekomme ich anders auch billiger. Die Box Harry Potter And The Deathly Hallows I. hat es nicht gebraucht.

25 Jahre im NGL-Musikgeschäft – Robert Haas – Vertreter des Neuen Geistlichen Lieds

24. Februar 2015
Robert Haas (r.) ist seit 25 Jahren im Geschäft.

Robert Haas (r.) ist seit 25 Jahren im Geschäft.

Seit über 25 Jahren ist Robert Haas nun im Musikbusiness tätig und hat sich in seiner Musikrichtung einen gewissen Kultstatus erarbeitet. Die Richtung heißt Neues Geistliches Lied – kurz NGL. Abseits vom Mainstream des Rock’n Roll-Zirkus gibt es hier eine feine Szene von Textern, Liedermachern und Musikern, die in dieser Musikform NGL ihre Berufung und Spaß gefunden haben. Die Musik wird unter anderem in Gottesdiensten eingesetzt.
Bei einem NGL-Seminar für die Arbeitsstelle für Jugendseelsorge der Deutschen Bischofskonferenz referierte ich an zwei Tagen über die Möglichkeiten von Web 2.0 für die NGL-Szene und bekam einen kleinen Einblick in die Arbeits- und Denkweise der Kreativen. Und ich führte mit Robert Haas ein aufschlussreiches Videointerview.

Haas selbst ist gelernter Theologe und ist hauptberuflich als Referent für Familienpastoral der Diözese Augsburg und Referent im Amt für Kirchenmusik tätig. Über die Grenzen Bayerisch Schwabens ist er aber durch seine Musik seit über 25 Jahren bekannt geworden. In schöner Regelmäßigkeit veröffentlichte er früher Schallplatten, heute natürlich CDs und künftig werden seine Werke auch als Download bei Amazon und iTunes erscheinen. Zuletzt komponierte er die Messe „Auf ein Neues …“ anlässlich des 50-jährigen Bestehens der Familienseelsorge im Bistum Augsburg, die am 31. Januar 2015 uraufgeführt wurde. Auch hiervon gibt es eine Aufnahme in seinem Online-Shop.

Auftritt von Robert Haas

Auftritt von Robert Haas

Um seine Rechte als Musiker und Texter zu schützen, ging Robert Haas schon sehr früh dazu über, einen eigenen Musikverlag zu gründen. Hinter dem großspurigen Wort „Musikverlag“ ist aber kein Unternehmen mit Vertrieb, Marketing, Kreation, Produktion und mehr zu finden, sondern Robert Haas und seine Frau bestreiten in den Abendstunden die anfallenden Arbeiten.

Robert Haas entwickelt sich und seine Musik weiter – und das ist gut so. Vor kurzem erschien sein Album Klang Reisen 2. Ich habe diese CD im klassischen CD-Handel unter dem Label New Age gefunden. Dies ist eine Kategorisierung, die sicherlich dem Christen Robert Haas aufstößt. Klang Reisen 2 ist wunderbare Entspannungsmusik.

Klangreisen_2

Robert Haas hat die Instrumentalmusik zusammen mit Markus Kerber (Flöten, Saxophone und Bansuri-Flöten), Evelyn Huber aus dem Ensemble Quadro Nuevo (Harfe) und Andreas Kerber (Gitarre) eingespielt. Mit dieser CD kann Haas sicherlich neue Hörerschichten erschließen und für sich gewinnen. Mir hat die CD sehr gut gefallen und ich kann sie empfehlen. Haas hat die Zeichen der hektischen Zeit erkannt und setzt einen Gegenpol. Beim Anhören kommt der Zuhörer wieder zu sich selbst und kann abschalten. Als Freund von instrumenteller Filmmusik habe ich mir die CD gerippt und auf mein iPhone gespielt und unterwegs angehört. Ähnlich wie programmatische Filmmusik entstehen Bilder vor dem geistigen Auge – also für mich sehr gut und eine klare Kaufempfehlung.

NGL_Podium

Interessant war das Seminar, in dessen Rahmen ich Robert Haas und andere NGL-Musiker wie zum Beispiel die Band Sternallee traf. Die 27. überdiözesane Fachtagung im fränkischen Kloster Vierzehnheiligen widmete sich voll dem Thema Musik und Web 2.0. Das zeigt, Musiker müssen sich heute mehr denn je um die Vermarktung ihrer Werke kümmern und können dies nicht mehr Plattenfirmen überlassen. Hier hat die NGL-Branche die Zeichen der Zeit richtig erkannt und wird sich positonieren. Hier ein kleiner Videostreifzug von der Tagung:

Meine Parts waren ein Impulsreferat und zwei Workshops über die Marketingchancen im Bereich Soziale Netzwerke. Zudem setzten sich die Teilnehmer sehr ernsthaft mit ihrer NGL-Musik auseinander. Musiker, Bands und Interpreten muszierten ihre Lieder live und stellten sich der Kritik der Kollegen. Und hier war die Stimmung nicht immer Friede, Freude, Eierkuchen, sondern es gab deutliche Worte von den Kollegen zu hören. Das ist gut, denn Kritik bringt weiter.

Ich habe zwei Lieder von der Hamburger Künstlerin Miriam Buthmann mal mitgeschnitten, um einen Eindruck zu geben.

Indiana Jones 5 – muss das sein?

13. Februar 2015

Muss das wirklich sein? Ein fünfter Teil von Indiana Jones? Wie man aus dem entsprechenden Gazetten hört, plant Spielberg mit Ford einen fünften Teil der Erfolgsserie. Dabei war Teil vier doch schon ziemlich daneben, was vor allem an dem jugendlichen Hauptdarsteller Shia LaBeouf lag.


Ich sag dir Mr. Spielberg: Mach mir bloß nicht meinen Indiana Jones kaputt! Ich bin mit ihn aufgewachsen und habe seine Abenteuer genossen. Es waren dort Cliffhanger, wie sie eben nur Spielberg machen konnte. Und dabei war es doch egal, ob die Filme unlogisch waren: Sie haben einfach Spaß gemacht. Mein liebster Film der Reihe war Teil drei Indiana Jones und der letzte Kreuzzug. Ich mag so mystische Geschichten um Kreuzzüge und den Heiligen Gral.
Mit den vierten Teil hatte ich aber meine Probleme. Harrison Ford ist einfach ein alter Mann und das wird beim fünften Teil von Indy Jones nicht besser werden. Warten wir erst einmal ab, wie er sich in Star Wars schlägt. So selbstverständlich ist es gar nicht, dass Spielberg wieder Regie führen wird. Die Rechte für das ganze Indiana Jones-Zeug liegen bei Disney. George Lucas hat es bei dem Verkauf von Star Wars gleich mit zu Geld gemacht. Disney könnte die Serie komplett neu starten für ein neues jugendliches Publikum. Aber Spielbergs Kameramann Janusz Kaminski ließ die Katze aus dem Sack und so dürfen Spielberg und Jones noch einmal ran.
Wahrscheinlich erleben wir wieder Vater und Sohn, wie einstmals Vater und Sohn turbulenter Abenteuer im Teil fünf. Aber will ich Sie wirklich sehen? Sean Connery hat mir als Vater von Indiana Jones gut gefallen, ihn nehme ich die Rolle ab. Shia LaBeouf fand ich schrecklich.

IMG_7788

Zum Trost und als Erinnerung an alte Zeiten blättere ich das Buch The Complete Making of Indiana Jones durch. Es heißt zwar großspruig, dass es die The Definitive Story Behind All Four Films sei, aber wenn man ehrlich ist, werden nur Teil 1-3 ausführlich behandelt. Teil 4 kommt nicht so intensiv vor, schließlich ist das Buch 2008 erschienen. Wer sich aber für Teil 1-3 interessiert, für den ist dieses Buch eine Fundgrube an seltenen Hinter den Kulissen-Bildern, Artworks, Sketchnotes und schönen Gescichten. Geschrieben wurde die ganze Sache von J.W.Rinzler, der viele Bücher über Lucas und Spielberg verfasst hat. J.W.Rinzler gehört zu Lucasfilm und hat damit genehmigten Zugriff auf die Archive. Und er zeigt uns, welche Schätze in diesen Archiven ist. Tolle Bilder, tolle Geschichten, tolle Zeichnungen – der Leser kann in die Produktionswelt von Indiana Jones voll eintauchen und macht damit The Complete Making of Indiana Jones zu einem der besten Bücher über den Abenteuerer.

Und weil ich beim Loben will, empfehle ich auch die The Soundtrack Collection zu den ersten vier Filmen. Der Score stammt aus der Feder von John Williams und ist wie vieles von dem Meister allererste Sahne. Ich hatte zwar die einzelnen Alben bei Erscheinen gekauft, empfehle aber hier ausdrücklich die The Soundtrack Collection. Grund: Es liegt eine Zusatz-CD dabei mit noch nicht veröffentlichtem Material und das ist der Hammer. Mit dabei ist auch ein Interview zwischen Spielberg, Lucas und Williams. Auch das Booklet kann sich sehen lassen und bietet gute Infos über die vier Soundtracks.

AlbumIm Moment weiß ich also noch nicht, ob ich mich über einen fünften Teil von Indiana Jones freuen soll oder nicht. Daher habe ich mir das Vorbild von Indiana Jones angesehen und genossen: Gunga Din. Der schwarzweiß-Film von George Stevens enthält alle Elemente der Jones-Reihe – vor allem des zweiten Teils Indiana Jones und der Tempel des Todes. Spielberg hat genau hingesehen und seine Version von Gunga Din gedreht. Damals traten Cary Grant, Victor McLaglen und ein etwas blasser Douglas Fairbanks jr. gegen Horden von bösen Indern an. Schaut euch diesen Film an und ihr werdet sehr viel von Indiana Jones erkennen und euren Spaß haben. Der Film Gunga Din lohnt sich.

Gunga_Din

Musiktipp: „Shadows In The Night“ von Bob Dylan

8. Februar 2015

Dylan

Ich verstehe den ganzen Wirbel nicht. Das neue Album von Bob Dylan ist erschienen und his Bobness hat wieder eine der seiner vielen Dylan-Masken aufgesetzt. Shadows in the Night enthält Songs, die einstmals von Frank Sinatra auch interpretiert wurden. Und schon setzt die große Diskussion ein.
Fest steht, das Album ist eine wunderbare Verneigung an Ol’ Blue Eyes und Dylan singt so schön, wie schon lange nicht mehr. Diese Art von Musik muss auch gesungen werden und nicht gekrächtzt von einer geschundenen Altmännerstimme.
Aber tun wir doch nicht so, als ob Dylan hier zum ersten Mal seine Vorbilder ehrt, in dem er ein Album mit ihren Liedern aufnimmt. Wir kennen doch das zehnte Dylan-Album Self Portrait und dessen verspäteter Nachfolger Another Self Portrait mit so manch ähnlichen Song. Aber noch viel, viel wichtiger war doch Dylans Verneigung vor den Größen des Folks: Good as I Been to You (1992) und World Gone Wrong (1993). Diese beiden Alben waren zwar grausam produziert – Dylan hat hier alles selbst gemacht und Recording ist sicherlich nicht sein Ding. Aber das grandiose Shadows in the Night steht in der Tradition dieser beiden Scheiben, eben eine weitere Dylan-Maske.
Beim ersten Anhören von Shadows in the Night erstarrte ich. Der Meister singt, der Meister singt wirklich. Er legt ein Feeling in seine Stimme und seine Begleitband zeigt ihre absolute Klasse. Seit Jahren sind die Herrschaften mit Dylan auf Tour, kennen die Launen des Meisters und sind zu einer Top-Band gereift. Hut ab vor der musikalischen Leistung von Donny Herron (Pedal Steel), Tony Garnier (Bass), Charlie Sexton und Stu Kimball (Gitarre) sowie George G. Receli (Schlagzeug).
Dylan führt im Studio seine Experimente mit dem großen amerikanischen Liedgut fort, die er seit Jahren auf seiner Never Ending Tour zelebriert. Nun interpretiert The Voice Dylan den legendären The Voice Sinatra. Und es ist nicht ein gute Laune-Album wie Swing When You’re Winning von Robbie Williams. Dass wir uns richtig verstehen: Robbie Williams Album ist nett, aber er ist nun mal nicht The Voice. Williams Verdienst ist es, Sinatra-Songs einer neuen Generation zugänglich gemacht zu haben.
Dylan hat diesen Zugang zu einer neuen Generation nicht, er interpretiert die Songs für seine Generation. Leute, die wie er in Würde gealtet sind. Leute, die heute ohne Probleme sagen können, dass sie Songs von Sinatra, Elvis oder gar Doris Day schön finden, ohne sich rechtfertigen zu müssen. Und verdammt nochmal, Bob Dylan kann wirklich schön singen, nahezu herzzerreißend. Als ich das Album mehrere Male durchgehört hatte, dachte ich an das Spätwerk von Johnny Cash. Auch er ist mit seinen letzten American Recordings-Alben aus seiner eigen Tradition ausgebrochen.
Dylan stößt wieder mal so manchen vor dem Kopf. Das hat Dylan schon immer gerne getan und tut es dieses Mal auch wieder. Die zehn Songs geben eine wunderbare Stimmung wieder. Für mich ist der Klassiker „That Lucky Old Sun“ der wichtigste Song auf dem Album – übrigens auch Johnny Cash hat ihn gesungen.

Erinnerungen zum Tode von Demis Roussos

27. Januar 2015

Bei meinen Eltern hörte ich einst die Schlagersongs von Demis Roussos und ich mochte die Musik überhaupt nicht. Demis Roussos trällerte unter anderem mit Drafi Deutscher das Lied Young Love und es war absolut nicht mein Fall. Um ehrlich zu sein, ich finde auch seinen Song Goodbye, My Love, Goodbye immer noch schrecklich. Nun ist Demis Roussos im Alter von 68. Jahren gestorben und ich möchte an ihn erinnern.
Als mir als Jugendlicher eine rote Schallplatte in die Hände fiel, interessierte mich Demis Roussos nicht die Bohne. Ich hatte ihn als griechischen Schlageronkel abgetan – ich war so unwissend. Diese rote Schallplatte faszinierte mich. Als Progrock-Fan bekam ich die Scheibe 666 von Aphrodite’s Child in die Finger und war elektrisiert. Ein Synthi-Held mit Namen Vangelis spielte dort die Keyboards und nachdem mich die Musik von Vangelis in den Bann geschlagen hat und immernoch begeistert, schaute ich mir die Band genauer an. Das Cover von 666 war in Rot gehalten und die satanischen Zahlen 666 standen darauf. Das weckte mein Interesse und mit der Musik identifizierte ich mich. Ich erinnere mich: Bei einer Party hörte ich als Jugendlicher zum ersten Mal den Song „The Four Horsemen“. Und wie vom Blitz getroffen las ich den Namen des Sängers: Demis Roussos

666
Der gleiche Typ, der die Schlager in der Hitparade wie Schönes Mädchen aus Arcadia trällerte, brachte so eine Musik zustande? Ich konnte es nicht fassen. Es war wahnsinn. Ich kaufte drei Platten von Aphrodite’s Child, wobei ich heute immernoch 666 als die beste Aufnahme empfinde.
Wiederum Jahre später war ich noch immer Vangelis-Fan und der griechische Tastenkünstler komponierte den Soundtrack zum wichtigsten SF-Film der 80er Jahre des vergangenen Jahrhunderts: Blade Runner. Und auch hier war Demis Roussos mit von der Partie und sang. Nun, die Schlagersachen von Roussos mag ich noch immer nicht, aber dennoch ist ein großer Künstler von uns gegangen.