JFK immer wieder

24. November 2008

Am Samstag jährte sich der Todestag von JFK zum 45. Mal. Nein, ich weiß auch nicht wer der wirkliche Mörder war oder wer dahinter steckte. Lee Harvey Oswald? Wenn es denn so einfach wäre. War es die Mafia, die Kubaner, die Russen, die CIA, die Militärs? Spekulationen gibt es viele und ich hab mir zur Erinnerung die Verfilmung von Oliver Stone angeschaut. Ja, ja, es ist Hollywood, aber könnte nicht da doch ein Funken Wahrheit drinnen stecken. Die Spekulationen um das Attentat hören nie auf und besonders an solchen Jahrestagen kochen sie immer wieder hoch. In Arte und Phoenix liefen einige gute Dokus über JFK.

Immer wieder habe ich mir bei YouTube den Zapruder-Film angeschaut und voller Entsetzen gesehen, wie der Hoffnung Amerikas das Hirn weggeschossen wurde. Es gibt den Spruch meiner Eltern: „Weißt du noch, wo du warst, als du vom Tode Kennedys erfahren hast?“ Das hat sich in diese Generation eingebrannt. Ich bin erst Jahre nach JFKs Tod geboren. Daher war mein Trauma eher der 11. September und die Spekulationen darüber.

Trotzdem hat Kennedy in den drei Jahren seiner Regierung viel bewegt. Eindrucksvoll seine Leistung in der Kuba-Krise, stark seine Reden zum Aufbruch zum Mond oder seine „Ich bin ein Berliner“-Rede. Im Januar kommt in den USA die neue Hoffnung Obama an die Macht. Hoffentlich spinnen die Amis nicht wieder und versuchen diese Hoffnung auch wieder zu killen. 

Neue Filmtour durch München

21. November 2008

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Ich war diese Woche auf einer coolen Bustour mit dabei. Eine völlig neuartige VideoBustour wird ab Dezember berühmte Drehorte in München anfahren – eine cineastische Sightseeingtour für Einheimische und Gäste, aber auch für Kenner des Filmgeschäfts. Ich wollte selbst mal so eine Serie schreiben: Ich an berühmten Drehorten. Nun gibt es als Bustour. Mist, schon wieder eine Geschäftsidee verschlafen.

Von Beginn der Filmgeschichte an gehörte München zu den Schauplätzen bedeutender Kinofilme. Ausschnitte und Kulissen aus Lola Montez, Zur Sache, Schätzchen, Sophie Scholl – Die letzten Tage und Im Winter ein Jahr, um nur einige zu nennen, bieten einen Einblick in die Inszenierung der Stadt auf der Leinwand. Ein für die Tour mit Monitoren und DVD-Technik ausgestatteter Bus wird künftig reale Kulissen der Stadt anfahren. Vor Ort können die Fahrgäste auf den Bildschirmen im Bus diejenigen Spielfilmszenen sehen, die an dem jeweiligen Ort gedreht worden sind. Initiiert wurde die Tour von der FFF Film Commission Bayern und der Berliner Agentur VideoBustour. Unterstützt wird sie vom Kulturreferat der Stadt München und vom FilmFernsehFonds Bayern.

Die VideoBustour „Filmstadt München“ begibt sich auf die Suche nach Orten der bedeutendsten Filme mit München-Bezug. Dazu zählen z. B., „Zur Sache Schätzchen“ (1968, May Spills – Drehorte: Schwabing); „Männer“ (1985, Dorris Dörrie -, Drehorte: Stachusbrunnen, Theresienwiese); „Rossini“ (1996, Helmut Dietl – Drehorte: Ehem. Romagna Antica und Reichsbahnausbesserungswerk); „Sophie Scholl – Die letzten Tage“ (2005, Marc Rothemund – Drehorte: Ludwig-Maximilian-Universität, Jusitzpalast); „Shoppen“ (2007, Ralf Westhoff – Drehort: Nationaltheater) oder der in Kürze startende Film von Oscar Preisträgerin Caroline Link „Im Winter ein Jahr“. Vor allem die Dietl-Filme kommen gut weg. Ich habe ein wenig Argento vermisst, aber die Tour ist ja noch im Aufbau. Gesucht werden vor allem Filme, die am Münchner Hauptbahnhof spielen.

Übrigens, auch das braune Haus (Foto) kommt in der Tour vor. Einst als NSDAP-Parteizentrale, beherbergte das Haus anschließend das Amerikahaus und heute die Hochschule für Musik.

Die Tour findet erstmals morgen, am Samstag, 22. November, sowie am 6. Dezember und am 20. Dezember, jeweils 11.30 Uhr bis ca. 14 Uhr, statt. Treffpunkt ist am Hauptbahnhof (vor dem Kaufhaus Karstadt), das Ticket kostet 25 Euro pro Person. Reservierungen sind über VideoBustour möglich. 

Straßenmarketing, einfach und effektiv

20. November 2008

Wenn ich mit dem Auto nach München fahre, dann muss ich in der Regel an der stark befahrenen Kreuzung bei der Nymphenburgerstraße warten. Hier ist auch ein kleiner Friseursalon an der Ecke. Mit einer klassischen Laufschrift macht er auf seine Dienstleistungen aufmerksam. Einfach und genial!
Machmal braucht es nicht kostspielige Aktionen, sondern es reicht eine Kleinigkeit. So eben hier. Wenn ich mit dem Auto halte, dann schaue ich immer auf die rote Schrift des Laufbandes. Jetzt weiß ich, dass der Friseur Langhaarmodelle sucht oder Wimpernfärben anbietet. Und allzu teuer ist so ein Laufband auch nicht.

Wikipedia.de wieder auf freiem Fuß

19. November 2008

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Es freu mich, das Wikipedia.de wieder auf freiem Fuß ist. Die Aktion von ehemaligen Stasi-Mitarbeiters und jetzigen Linken-Abgeordneten Lutz Heilmann hat Wikipedia enorme Sympathiewerte eingebracht. Mit etwas Abstand betrachtet, stellt man fest: Heilmanns Aktion ging komplett nach hinten los und was besonders interessant ist: Ein ehemaliger Stasi-Mann bedient sich rechtstaatlicher Methode.

Aufgrund einer einstweiligen Verfügung war wikipedia.de drei Tage nicht zu erreichen. Heilmann wollte die seiner Meinung nach undifferenzierte Berichterstattung über seine Stasi-Vergangenheit zurechtrücken. Und da nutzte der ehemalige Stasi-Mann die Mittel des Rechtsstaates. Er erwirkte beim Landgericht Lübeck eine einstweilige Verfügung gegen den Verein Wikimedia e. V. Dies führte zu einer Sperrung des Links Wikipedia.de.

Das war natürlich Blödsinn und zeigt, was Heilmann vom Web keine Ahnung hat. Vielleicht hätte ihn einer sagen sollen, dass die korrekte Adresse http://de.wikipedia.org/ ist und der Verein keine Verantwortung für die Inhalte trägt. Na ja, die Webgemeinde protestierte und die Initiative von Heilmann ging nach hinten los. Die Aktion spülte dem Internet-Lexikon Spenden von rund 15.000 Euro pro Tag in die Kassen, sonst sind es rund 3000 Euro.

Und seine Stasi-Vergangenheit wird nun heftiger denn je diskutiert. Heilmann musste nach Journalistenrecherchen zugeben, dass er beim DDR-Ministeriums für Staatssicherheit in Diensten war. Auf seiner Website klingt die Arbeit für die Überwachungsbehörde recht harmlos: 1985 bis 1990 verlängerter Wehrdienst (Personenschutz MfS). Dafür bekam er in der DDR ein Jahresgehalt von 15.444 Mark. Der normale DDR-Bürger bekam im selbsternannten Arbeiter- und Bauernstaat deutlich weniger. 

Der Autor als Layouter

18. November 2008

Ich bin eigentlich Journalist geworden, weil ich schreiben wollte. Genauso wie ich es ein bisschen in diesem Blog mache. Doch die Realität des Alltags sieht anders aus. Das hat mir eine liebe Kollegin vor kurzem bestätigt. Sie schreibt derzeit mal wieder ein Buch, vielmehr ein Büchlein: Genau 144 Seiten müssen es werden, so schreibt es der Verlag vor, aber ganz genau, inklusive Leerseiten, Index und Inhaltsverzeichnis und – ach ja Content

Früher, so erzählte sie, wurde sie wegen ihres Know-Hows beauftragt und gab eine Word-Datei mit ihren Gedanken ab. Heute sei es anders. Wie ich selbst von meinen eigenen Erfahrungen bestätigen kann, lagern Bucheverlage die Layouttätigkeit auf die Autoren aus. Wir Autoren müssen jetzt eine komplette druckfertige Datei abliefern, bei der alle Formatierungen stimmen müssen. Wenn ein Tipp im Layout vorgesehen ist, muss der eben blau formatiert sein mit der Schrift X und Formatvorlage A und wenn es ein Praxisbeispiel sein soll, dann muss er gelb formatiert sein mit der Formatvorlage B und Schrift Y. Der Autor als Layouter. Mehr Geld gibt es übrigens auch nicht für den Mehraufwand.

Mein letztes Buch wurde genauso produziert. Jetzt fällt es mir als IT-affinen Menschen nicht so schwer (vor allem weil ich Hilfe durch meinen Co-Autoren hatte), Formatierungen einzuhalten, doch für die Kollegin ist ein Grauen. Am schwersten plagt sie sich mit dem Index am Ende des Buches und der Zuweisung der Themen. Schreibt man jetzt Online-Journalismus oder Onlinejournalismus? Hier übernimmt sie auch die Aufgaben der Schlussredaktion. Und eigentlich wollte sie nur ein neues Buch schreiben. 

Apples Regenbogenlogo wieder aufgetaucht

17. November 2008

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Über die Entstehung des Apple-Logos ist viel geschrieben worden und ich will hier keinen weiteren Beitrag leisten, was es zu bedeuten hat und wie wichtig diese Marke ist. Hier geht es einzig um das Regenbogen-Logo. Mit der Einführung des Apple II und dessen Fähigkeit, Farben darzustellen, wurde das vorher schwarze Logo bunt in Querstreifen eingefärbt. Als Steve Jobs wieder zurückkam zu Apple wurde der Regenbogen von einem einfarbigen Apfel abgelöst. Das müsste so 1998 mit dem ersten iMac in bondi-blue gewesen sein. Doch was ist mit den Logos passiert?

In Deutschland hatte Apple seine Zentrale damals in Ismaning bei München. Wenn man mit der S-Bahn vorbeifuhr, sah man den Regenbogenapfel auf dem Gebäude. Irgendwann war es weg. Nach dem Logowechsel wurde der Apfel abmontiert und kam auf den Müll. Jetzt ist das übergroße Logo wieder aufgetaucht. Es begegnete mir zufällig auf einer Besichtigungstour durch ein IT-Unternehmen. Es steht in einem Büro in der Nähe von München. Damals wurde es von einem Apple-Fan aus dem Metallschrottcontainer gefischt, gesäubert und im Büro aufgestellt. Es handelt sich mit absoluter Sicherheit um das Original-Logo. Die Quelle und den heutigen Standort möchte ich hier nicht verraten, weil sonst wieder verrückte Apple-Fans auf Tour gehen. Ich kann versichern, es ist das Original und ich freue mich, dass es so gut erhalten ist. Ganz ehrlich: ich bin total neidisch. Ich habe auch einige Apple-Devotionalien, wie eine Lisa, Unmengen von Macs und Newtons, zahlreiche Plakate, Fahnen, Flyer, Aufkleber, aber kein Originallogo aus Metall in dieser Größe. 

ZDF-Vorspann „Der phantastische Film“

14. November 2008

Als Jugendlicher entwickelte sich meine Liebe zu klassischen Science-Fiction- und Horror-Filmen. Es bedurfte langen Diskussionen mit meinen Eltern, dass ich mir entsprechende Filme im familieneigenen Grundig-Fernseher ansehen durfte. Mein Vater nannte diese Art von Filmen immer „Spökel-Filme“ und lehnte sie grundsätzlich ab. Na ja, aber ich setzte mich durch und durfte mir am Freitag Abend im ZDF die Reihe „Der phantastische Film“ ansehen. Meine Eltern gingen nach dem Aktuellen Sportstudio ins Bett und ich hatte zu vorgerückter Stunde den Fernseher für mich. Mit Chips und Mineralwasser bewaffnet machte ich es mir in den Wohnzimmersesseln bequem. Eine Decke hatte ich immer am Mann. Zum einen wegen der nächtlichen Kälte, zum anderen als Notbehelf für den Kopf, wenn der Film doch grusliger war als gedacht. Im nachhinein waren die Filme doch recht harmlos, aber allesamt große Klassiker: „King Kong“, die Dracula-Reihe mit Christopher Lee (letzter Teil war der unsägliche „die Herren Dracula“). Eindruck machte auf mich „Ich folgte einem Zombie“, „Fluch der Mumie“ oder „Rosemaries Baby“. Richtig Angst hatte ich aber vor allem bei dem ZDF-Teaser „Der phantastische Film“. Wenn ich diesen Vorspann überstanden hatte, dann war der anschließende Film gar nicht mehr so schlimm. Das war wirklicher Horror: Da verwandelte sich ein Mann in einen Werwolf, ein Kopf brannte, Hörner wuchsen, Fledermäuse flogen und ein Kopf explodierte – alles in Zeichentrickmanier. Dazu eine moderne Schauermusik von Heinz Edelmann, wirklich zum Gruseln. Bevor der Film losging, hatten noch die adretten ZDF-Ansagerinnen ihren Auftritt. Damals gab es noch Ansagerinnen. Sie hatten Vampirzähne im Mund oder waren maskiert. Was waren das für Zeiten?

digital creation days: Branchen-Networking per excellence

12. November 2008

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Als Projektleiter der diesjährigen digital creation days und Chefredakteur der DIGITAL PRODUCTION fiebere ich unserer zweitätigen Community-Veranstaltung in Karlsruhe entgegen, die heute am Mittwoch beginnt. Das ganze Team ist angereist und hat die Stände aufgebaut, wie das Bild oben zeigt. Ich freue mich aus verschiedenen Gründen: Zunächst kommt unsere Branche mal wieder zusammen, um zu diskutieren und zu fachsimpeln. Das Team der digital creation days hat dazu ein fabelhaftes Programm auf die Beine gestellt. An zwei Tagen kommen hochkarätige Fachleute aufs Podium, ich darf/muss auch einen Vortrag halten zum Thema „Wenn Spiele zu Filmen werden“.

Der erste Tag steht unter dem Motto „Come and enjoy 3D“. Dieser Messe- und Seminar-Tag widmet sich ausführlich dem Thema 3D. Behandelt werden allgemeine Fragestellungen sowie speziell ausgerichtete Einsteiger- und Profi-Vorträge bzw. -Seminare. Am zweiten Tag steht unter dem Motto „Everything is visual“ und dreht sich um das Thema Visualisierung. Das Workshop- und Vortragsprogramm behandelt an diesem Tag verstärkt Produkt-, Architektur- und Industrievisualisierung.

Besonderes freue ich mich natürlich auf den diesjährigen animago AWARD 2008. Der wichtigste Preis für Computergrafik und Animation, der animago AWARD, wird anlässlich dieser digital creation days im Rahmen einer feierlichen Abendveranstaltung am 12. November verliehen. Über 1000 Beiträge wurden eingereicht. Auch in diesem Jahr gibt es nach der animago-Preisverleihung wieder die legendäre animago-Party, wobei das Branchen-Networking im Vordergrund steht. Ich habe dazu ja schon geblockt. Mein Dank gilt allen Ausstellern, Sponsoren, der Messe Karlsruhe und natürlich auch meinem Team für die hervorragende Leistung. Und am Mittwoch morgen um 10 Uhr gehts los: Ich freu mich. 

Die Welt in 3D: Die neue DIGITAL PRODUCTION ist da

11. November 2008

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Die ganze Welt ist 3D, weshalb nicht auch den Schwerpunkt der neuen DIGITAL PRODUCTION zum Thema Stereoskopie machen? Dies dachte sich meine Redaktion und soeben kann man das Ergebnis am Kiosk kaufen, Rund um den neuen 3D-Trend dreht sich alles in der neu erschienenen DIGITAL PRODUCTION, Ausgabe 06/08. Im Zuge des digitalen Kinos zieht die 3D-Brille wieder in die Filmtheater ein. Im Schwerpunkt des Magazin beleuchtet meine Redaktion die Grundlagen und Hintergründe von Stereoskopie, stellt Monitore und Brillen für Konstruktion und Gaming vor, zeigt wie die Hochschule Darmstadt einen Cave für wissenschaftliche Zwecke plant, erklärt die Funktionsweisen von 3D-Kameras und Rigs und bespricht aktuelle 3D-Filme im Kino. Ungewöhnliche Projekte aus der stereoskopischen Welt sind nachzulesen: Das deutsche Unternehmen VR Space Theatres geht sogar einen Schritt weiter, es verknüpft digital und Stereo 3D mit dem interaktiven Erlebnis des klassischen Spiels und zwar mit 200 – 500 Menschen in einem Spiel. Natürlich erklären die praxisnahen Workshops innerhalb der DIGITAL PRODUCTION wie Artists Stereoskopie in ihren Projekten einsetzen können. Ich sehe in dem Thema 3D Stereoskopie einen neuen Trend. Unsere Recherchen auf der Siggraph in Los Angeles und der IBC in Amsterdam haben gezeigt, dass sich unsere Artists einer neuen Herausforderung an Technik stellen müssen. Mit der neuen DP wollen ihnen helfen, diesen Trend in bare Münze umzuwandeln.

Wer ein kostenloses Probeheft möchte, kann dies hier bestellen. 

Zum Tode von Mr. Dino: Michael Crichton

10. November 2008

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Mit Trauer habe ich vergangene Woche den Tod von Autor Michael Crichton vernommen. Der Bestseller-Autor und promovierte Mediziner verstarb im Alter von 66 Jahren in LA an Krebs. Was bedeutete Michael Crichton für mich? Klar, ich habe viele seiner 26 Romane gelesen, die zum großen Teil verfilmt wurden. Zum ersten Mal war ich mit Crichton in meiner Jugend konfrontiert. Als glühender Science-Fiction-Fan las ich sein Buch „Andromeda, “. Das Buch haute mich vom Hocker und der Film ließ mich schaudern. Ich hatte richtig Angst. Dabei kam die Angst nicht vor irgendwelchen Monstern aus dem fernen Transsilvanien, sondern sie kam von den fiesen Viren um uns und in uns. Ich hatte nie die Absicht, Wissenschaftler zu werden, doch Buch/Film sollte sich jeder angehende Naturwissenschaftler reinziehen. Im Keller suchte ich nach dem Tode des Autoren das Taschenbuch von damals hervor und musste lachen. Ich habe eine Ausgabe von 1981 und zwar eine Sonderausgabe von Knaur, die für den Pharmakonzern Pfizer („Mehr Wissen über Antibiotika“ herausgegeben wurde. Der Untertitel der Reihe lautete „Vibravenös-Bibliothek für den Nachtdienst“. Cool, welchen Humor die Pharmaindustrie damals hatte.

Crichtons technikskeptischen Wissenschaftsthriller waren populär und folgenreich. Wenn Crichton 1990 über Dinos schrieb, dann begann die Hollywood-Maschinerie mit der Dino-Produktion. Spielberg erkannte sofort den Marktwert von Crichton Dinos. Diese wirken bei uns bis heute nach. Das Kinderzimmer meines Sohnes ist vollgestopft mit Dinos aller Art. Und ich als Papa wartet bis heute auf die Blu ray-Veröffentlichung von „Jurassic Park“. Crichton sei Dank.

Gerne habe ich seine Bücher gelesen. „Beute“ brachte mir die Ideen der Nano-Technologie näher, „Der große Eisenbahnraub“ war ein Abendteuerroman im besten viktorianischen Stil, „Schwarze Nebel“ war ein feines Wikingergemetzel, „Westworld“ war ein starker SF-Western bei dem der Autor selbst Regie führte. „Coma“ prangert den Raub von Organen an. Und es gab so viele Bücher und Filme. Seit Wochen beschäftigt Crichton unsere Familie: Wir haben uns die komplette  Serie von „ER – Emergency Room“ gekauft. Zug um Zug ziehen meine Frau und ich uns abends die elf DVDs rein. Crichton hatte die Grundlage zur Serie („Fünf Patienten“ geschrieben und war ausführender Produzent der TV-Serie. Hier wird eine Vielzahl von Handlungssträngen mit großer Virtuosität verschlungen. „ER“ war Auslöser für die gesamten Ärzte-Serien im Fernsehen. Vielen Dank Mr. Crichton für angenehmen Stunden, die ich mit Ihren Werken verbracht habe. Und meine ausgesprochene Hochachtung vor Ihren Gedanken, die mich zum Nachdenken angeregt haben.