Wochentags nehme ich die S-Bahn von meinem Wohnort zur Arbeitsstelle in München. Das hat verschiedene Gründe: Zum einen habe ich den Bahnhof sowohl zu Hause als auch in München in Laufweite, zum anderen ist das Autofahren mir zu teuer. Andere Argumente sind Umweltbelastung, Bequemlichkeit und Anstrengung. Im Großen und Ganzen fahre ich ganz gerne Zug. Allerdings stört mich, dass die Züge morgens ziemlich voll sind. Klar, alle wollen früh in die Arbeit, Schule oder Studium. Was mir aber wirklich stinkt, sind die Raucher. Und ich meine die Herrschaften, deren Klamotten morgens stark nach Rauch stinken. Hier sitzt in den Mäntel, Jacken oder Anoraks der Gestand tief. Wahrscheinlich lüften diese Stinker ihre Kleidung nie aus und sie hängen in vollgequalmten Wohnungen aus. Eklig. Und weil die Züge morgens zu voll sind, kann man vor den Stinker in der S-Bahn nicht ausweichen. Die beste Kombination ist noch, Rauch und Alkohol. Wenn man sich gegen 8 Uhr den ersten Underberg oder das Bier reinzieht. Ich habe gesehen, dass es in Japan Zugreisende gibt, die eine Maske tragen. Diese soll Mitreisende vor Bakterien schützen. Vielleicht gibt es auch Masken, die vor Gestank schützen? Hm, ich verbuche es mal als Geschäftsidee.
Eklige Stinker in der S-Bahn
7. November 2008animago AWARD 2008: Maßstäbe setzen
6. November 2008Am 12. November hat das Warten ein Ende. In einer großen Zeremonie werden die begehrten Trophäen des animago AWARD 2008 vergeben. Insgesamt werden zwölf Preise vergeben. Veranstaltungsort ist wiederum das Konzerthaus in Karlsruhe. Ich muss/darf die Verleihung moderieren und hab schon ganz großen Bammel davor.
Im Rahmen der digital creation days werden feierlich die animago AWARDs 2008 in Karlsruhe verliehen. Dieses Jahr konnten wir als Sponsoren Autodesk und MACKEVISION gewinnen. Die Preisverleihung wird dieses Jahr ein riesiger Event. Es gingen genau 1026 Beiträge bei der Jury ein. Die Masse war, wie jedes Jahr, natürlich Stills. Insgesamt 532 zum Teil großartige Stills wurden eingereicht. Der animago AWARD 2008 wird dabei mehr und mehr international: Artists aus 42 Länder bewarben sich um Preise der zwölf Kategorien. Schwerpunkt der Einsender liegt aber weiterhin auf Deutschland, Österreich und der Schweiz. Dennoch waren einige exotische Beiträge wieder mit von der Partie. So kamen Einsendungen aus dem fernen Pakistan, den Vereinigten Arabische Emirate und dem Iran.
Der animago AWARD 2008 teilt sich auf in die drei Wertungsbereiche Film, Interactive und Still. Gewählt von einer fachkundigen Jury, werden insgesamt elf Arbeiten mit der begehrten Trophäe ausgezeichnet. Nur drei Preise sind dabei an den jeweiligen Bereich gebunden. Sieben vergibt die Jury übergreifend. Der Preis für die beste Internationale Kinoproduktion wird vom Publikum im Rahmen des animago Audience AWARD vergeben. Außerdem verleiht die Jury einen Sonderpreis unabhängig von den Einsendungen.
Dieses Jahr beginnt der Networking-Event der Branche zum animago AWARD 2008 am 12. November ab 19 Uhr im Konzerthaus Karlsruhe. Der klassizistische Bau liegt direkt am Kongresszentrum Karlsruhe. Hier findet am 12. Und 13. November die digital creation days statt. Der Beginn der feierlichen Veranstaltung zum animago AWARD 2008 ist für 20 Uhr festgesetzt. Gegen 22 Uhr gleich im Anschluss an die Preisverleihung findet die große animago AWARD-Party statt. Für reichtlich Essen und Getränke ist gesorgt. Karten gibt es an der Abendkasse oder auf der animago-Website.
Avid wieder auf Kurs bringen
4. November 2008Langsam mache ich mir echte Sorgen um Avid. Avid war für mich ein faszinierendes Medienunternehmen mit vielen, wohl zu vielen Standbeinen. Doch wenn man die jüngsten Entwicklungen ansieht, stellt man fest: Avid hat handfeste Probleme. Jetzt besinnt man sich wieder auf die Kernkompetenz. Die Krise begann sicherlich mit der Übernahme von Pinnacle. Im März 2005 zahlte man 462 Mio. US-Dollar in Bargeld und Aktien für Pinnacle. Das war wohl ein Knapppunkt in der Erfolgsgeschichte. David Krall, der große, feinsinnige CEO von Avid legte im Juli 2007 sein Amt nieder. Ich hatte einmal die Chance, diesen Visionär auf der IBC zum Interview zu treffen. Großartiger Visionär, ein ganz feiner, leiser Mann. Der neue CEO ist Gary Greenfield, ein ganz anderer Typ. Bullig, ein Mann der Zahlen. Wahrscheinlich braucht es so einen handfesten Typen, um die Krise zu meistern. Auf der diesjährigen IBC konnte ich ein Interview mit Greenfield führen: Seine Vision ist klar: Avid wieder auf Kurs zu bringen. Und jetzt geht es Schlag auf Schlag: Mitten in der Weltwirtschaftskrise verkauft Avid einige Unternehmensteile. Es begann vergangene Woche mit dem Verkauf von Softimage mit seiner Software XSI an den Erzrivalen Autodesk. Am Rande der fmx in Stuttgart gab es im Frühjahr ein XSI-Usertreffen. Dort unterhielt ich mich mit Marc Stevens, dem Chef von XSI. Auf die Frage, ob er sich in der Avid-Familie wohl fühle, meinte er: In jeder Familie gäbe es mal Krach. Wahrscheinlich hing damals der Haussegen schon schief. Softimage wurde vergangene Woche an Autodesk verscheuert, für nur 35 Mio. US-Dollar. Jetzt wieder ein Knaller. Am 28. Oktober wurde auch Pinnacle verkauft. Käufer ist Hauppauge Digital. Über den Kaufpreis wurde nichts veröffentlicht. Wie gesagt, im März 2005 zahlte man 462 Mio. US-Dollar. Diesen Preis wird Avid nicht erzielt haben. Ist Avid damit wieder auf Kurs? Im Portfolio gibt es noch die Audiotöchter wie M-Audio und Digidesin. Warten wir mal ab.
Kleiner Marketingtrick
3. November 2008Auf den Medientagen München konnte man zahlreiche Diskussionsrunde um Werbung und Marketing verfolgen. In der Pause zwischen den einzelnen Panels wurde uns ein ganz kleiner Marketingtrick in Erinnerung gerufen. Auf den Bistrotischen wurden in den Pausen farbige Visitenkarten ausgelegt. Ganz simpel. Was ist dann passiert? Die Teilnehmer der Medientage kamen aus den Diskussionsräumen und holten sich einen Kaffee. Man stellte sich an den Tischen zusammen und diskutierte über das eben Gehörte. Und: So mancher Teilnehmer nahm die ausgelegten Visitenkarten in die Hand, spielte damit herum und er las freiwillig den Text. Wenn jetzt die Botschaft der Karte gut war, dann hatte man die Chance, die Message an den Mann zu bringen. Macht man das gleiche Marketingexperiment mit größeren Flyern, dann gelingt es nicht so einfach. Schon ein Flyer in C4-Format wirkt scheinbar auf die Kaffeetrinker zu bedrohlich, zu werbisch, wird weggeschoben und bleibt liegen. Vielleicht ab und zu mal wieder an die kleinen Marketingtricks denken, die auch zum Erfolg führen.
Ja, is denn schon Weihnachten?
31. Oktober 2008In der Nacht zum 31. Oktober kehre ich von einer Veranstaltung der Münchner Medientage zurück und laufe durch die Innenstadt der Landeshauptstadt Richtung S-Bahn. Vor dem Traditionskaufhaus mit Stil, dem Ludwig Beck (am Rathauseck) traue ich meinen Augen nicht mehr. Ich habe mich an Nikoläusen und Weihnachtsmänner, Domino-Steinen und Glühwein im Oktober seit Jahren gewöhnt, aber ein Schaufenster mit Weihnachtsschmuck im Oktober? Freunde, das geht zu weit. Geschmackvoll hat der Beck ein Fenster dekoriert mit weißen Kugeln und Schnee. Geht´s noch? An den Eingängen ein Schild: „Besuchen Sie unseren Weihnachtsmarkt in der vierten Etage?“ Konsum ist eine feine Sache und Konsumanreize sind ebenso fein, aber dies ist einfach daneben. Es war 23 Uhr als ich beim Beck vorbeikam. Nicht auszudenken, es wäre die normale Geschäftszeit. Wahrscheinlich werde ich im Oktober mit feierlicher Weihnachtsmusik beschallt. Mein Klassiker: Rudolf das Rentier mit der roten Nase.
Mutti, mach die Tür zu
30. Oktober 2008Am Rande der Medientage München wurde Kritik an einem neuen Antidiskrimminierungsvorhaben der EU laut. Künftig soll es verboten sein, Frauen in der Werbung in der Waschküche zu zeigen. Klementine wird damit endgültig zu Grabe getragen. Die EU wendet sich damit gegen Geschlechterklischees und dass sei nun mal eine Frau in der Waschküche. Mein Gott, habt ihr Probleme. Als Werber darf ich den Mann dann beim Waschen zeigen, die Frau aber nicht, denn Frau beim Waschen ist ein Geschlechterklischees. Wie wäre es dann, wenn ich künftig keinen Mann mehr mit IT umgehen sehen will. Es sind doch zumeinst Männer, die sich für technischen Schnickschnack begeistern oder den Heimserver aufsetzen (so ist es zumindest bei uns zu Hause). Das ist auch ein Geschlechterklischee. Das sag ich gleich meiner Frau, die kann dann das Heimnetzwerk zum Laufen bringen oder den Drecksdrucker zum Doktor bringen. In der Fachpresse wird diese EU-Entscheidung heftig diskutiert. Übrigens galt es bisher auch, dass die Diskriminierung von Personen wegen ihres Geschlechts, ihrer Abstammung, ihrer Rasse, ihrer Sprache, ihrer Herkunft, ihres Glaubens, ihrer politischen Anschauung, ihres Alters oder ihres Aussehens verboten ist. Jetzt muss der Zentralverband der deutschen Werbewirtschaft ZAW ran und gegen kochende oder waschende Hausfrauen in Werbungen vorgehen. Gute Nacht Europa oder besser Mutti, mach die Türe zur Waschküche zu.
Lachend losgefahren
29. Oktober 2008Jetzt beginnt die Zeit des Wartens am Bahnsteig. Es wird Herbst und die Blätter fallen. Und das bedeutet, dass die Züge, vor allem die S-Bahn einen längeren Bremsweg haben und sich so verspäten. Das gab es früher nicht. Früher hatte die Bahn noch Mitarbeiter eingesetzt, die sich um fallendes Laub gekümmert haben. Heute sind die Kosten optimiert, die Mitarbeiter damit entlassen und dem Arbeitskreislauf zugeführt. Ausbaden dürfen es wir Kunden, denn die Bahnticketpreise steigen ja sowieso. Ach ja, Bahn: Am Montag morgen um 8:12 Uhr hab ich meinen wöchentlichen Anfall bekommen. Ehefrau und ich sind gemeinsam zum örtlichen Bahnhof geeilt und stürmen die Treppe hoch, um die S-Bahn zu erreichen. Den Blickkontakt zum Fahrer gesucht, der besagt: „Wir wollen noch mit.“ Wir stehen vor der Tür und was macht der Mensch: „Bitte zurückbleiben.“ Die Türen sind gesperrt und der Zug fährt ab. Und das Höchste: Die Type im Zug grinst uns an. Er hat genau gewusst, was da abgeht. Glaub ich´s noch? Dieses ganze System heißt Dienstleistung und hier spielt die Bahn ganz, ganz weit hinten mit.
Sonderangebot: Mein Nike + iPod-Buch
28. Oktober 2008Für mich eine der besten Synthesen aus Sport und Musik ist das Nike – iPod Sport Kit. Hier arbeiten iPod nano und das Nike-System zusammen. Im Grunde ist es ein Personal Trainer in Verbindung mit einem iPod nano. Und es funktioniert super: Ich kann meine Jogging-Konditionen ohne lästige Kabel analysieren. Per Internet und Mac/PC kann ich meine Trainingsdaten an iTunes und nikeplus.com übertragen und stehe im Wettbewerb mit anderen Usern. Weil mir das System so gut gefallen hat, habe ich zusammen mit meinen Kollegen Michael Krimmer ein Buch geschrieben: Nike + iPod. Es ist erschienen bei Markt und Technik (ISBN: 978-3827242365). Ich habe noch einen Restbestand der Bücher bei mir zu Hause, die ich gerne über diesen Blog für 10 Euro pro Stück anbieten (solange der Vorrat reicht). Guter Preis für ein gutes Buch: Die Pressestimmen waren gut: MACup, das älteste Mac-Magazins Europa war begeistert und auch Running schrieb: „Wenn sich nun zwei Apple-Anhänger, von denen einer auch noch Marathoni ist, zusammentun, ist ein Buch zu dem neuen Sport-System unausweichlich. […] So wie dieses Buch aufgebaut ist, wünschen wir uns alle eine Bedienungsanleitung.“ Und iPod & more schrieb: „Michael Krimmer, seines Zeichens selber Marathon-Läufer, und Matthias J. Lange beschreiben in ihrem bei Markt+Technik erschienenen Buch zum Thema Nike + iPod alles, was man zum Thema wissen muss. Behandelt werden iTunes 7, der iTunes Store und die Nutzung des iPod nano sowohl für den Mac als auch den PC. Viel Detailwissen erhält man vor allem durch die Laufpraxis von Autor Krimmer. Daher bietet das Buch eine gute Hilfestellung für Einsteiger wie auch fortgeschrittene Läufer; ist also ein Buch über das richtige Laufen mit dem Nike+ Sport Kit und damit eine gute Ergänzung zu anderen iPod-Büchern. Derzeit ist kein anderes Buch auf dem Markt erhältlich, welches sich so detailliert und praxisnah mit dem Nike+ Sport Kit befasst.“
Also auf geht’s und bestellen über meine private Website hier.
Autodesk übernimmt Softimage
27. Oktober 2008Die Übernahme von Softimage durch Autodesk schlug in der Branche ein wie eine Bombe. Der angeschlagene Avid-Konzern verkloppt seine 3D-Software Softimage an den Erzrivalen Autodesk. Kostenpunkt nur 35 Millionen US-Dollar.
Dass es Avid schlecht geht, war bekannt, doch dass es so schlimm um den Konzern steht, ist bedenklich, 35 Millionen US-Dollar sind ein wahres Schnäppchen: Noch im Jahr 2005 musste Autodesk für den Mitbewerber Alias noch 182 Millionen US-Dollar hinblättern. Jetzt steht Autodesk fast schon als Monopolist in der 3D-Welt da. Softimage wurde 1986 von Daniel Langlois gegründet und hat seinen Firmensitz in Montreal, Kanada. Softimage entwickelt 3D-Technologie für die Film-, Fernseh- und Spielemärkte. Sein Flaggschiffprodukt ist SOFTIMAGE|XSI, eine erweiterbare 3D-Animationssoftwarelösung, die von führenden Medien- und Unterhaltungsunternehmen wie Digital Domain, Ubisoft, SEGA Corporation, CAPCOM, Animal Logic und The Mill eingesetzt wird. Autodesk Media & Entertainment liefert Animations-, Spezialeffekt-, Editing-/Finishing- und Farbgradierungslösungen für den 3D-Markt, unter anderem auch für die Unterhaltungs- und Designbranche.
Wichtigste Nachricht für alle Softimage-User: Die Software wird nicht platt gemacht, sondern soll weitergeführt werden. Für Autodesk-Media-Chef Marc Petit steht fest: „Wir beabsichtigen, die Softimage-Produktlinie beizubehalten und auszuweiten und über Autodesk FBX eine bessere Interoperabilität zwischen Softimage-Produkten, 3ds Max und Autodesk Maya zu bieten.“
Mit der Übernahme von Softimage ist wieder ein Mitbewerber vom Markt verschwunden. Nachdem LightWave von Newtek auch angeschlagen ist und Produkte wie Amapi Pro, Houdini oder Blender kaum eine Marktreichweite haben, ist nur noch das deutsche Cinema 4D von Maxon übrig geblieben. Das zum Nemetschek gehörende Produkt ist wie das gallische Dorf. Komplett von großen Autodesk umzingelt, schlägt sich Maxon mit Cinema 4D wacker. In Europa spielt C4D eine große Rolle, international sieht es düster aus.







