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ZDF-Vorspann „Der phantastische Film“

14. November 2008

Als Jugendlicher entwickelte sich meine Liebe zu klassischen Science-Fiction- und Horror-Filmen. Es bedurfte langen Diskussionen mit meinen Eltern, dass ich mir entsprechende Filme im familieneigenen Grundig-Fernseher ansehen durfte. Mein Vater nannte diese Art von Filmen immer „Spökel-Filme“ und lehnte sie grundsätzlich ab. Na ja, aber ich setzte mich durch und durfte mir am Freitag Abend im ZDF die Reihe „Der phantastische Film“ ansehen. Meine Eltern gingen nach dem Aktuellen Sportstudio ins Bett und ich hatte zu vorgerückter Stunde den Fernseher für mich. Mit Chips und Mineralwasser bewaffnet machte ich es mir in den Wohnzimmersesseln bequem. Eine Decke hatte ich immer am Mann. Zum einen wegen der nächtlichen Kälte, zum anderen als Notbehelf für den Kopf, wenn der Film doch grusliger war als gedacht. Im nachhinein waren die Filme doch recht harmlos, aber allesamt große Klassiker: „King Kong“, die Dracula-Reihe mit Christopher Lee (letzter Teil war der unsägliche „die Herren Dracula“). Eindruck machte auf mich „Ich folgte einem Zombie“, „Fluch der Mumie“ oder „Rosemaries Baby“. Richtig Angst hatte ich aber vor allem bei dem ZDF-Teaser „Der phantastische Film“. Wenn ich diesen Vorspann überstanden hatte, dann war der anschließende Film gar nicht mehr so schlimm. Das war wirklicher Horror: Da verwandelte sich ein Mann in einen Werwolf, ein Kopf brannte, Hörner wuchsen, Fledermäuse flogen und ein Kopf explodierte – alles in Zeichentrickmanier. Dazu eine moderne Schauermusik von Heinz Edelmann, wirklich zum Gruseln. Bevor der Film losging, hatten noch die adretten ZDF-Ansagerinnen ihren Auftritt. Damals gab es noch Ansagerinnen. Sie hatten Vampirzähne im Mund oder waren maskiert. Was waren das für Zeiten?

Wo ist der Vorspann?

9. September 2008

Schlagartig wurde es mir vor kurzem bei meinem Besuch des Batmans bewusst: Es gibt keinen Vorspann mehr bei aktuellen Kinofilmen. Sie wissen schon: Das Teil vor dem Film in dem Titel, Schauspieler, Kamera usw aufgeführt sind. Es fehlte einfach. Und es dämmere mir: Nicht nur bei Batman fehlte diese Art von Hinführung, sondern bei ziemlich vielen Filmen, die ich derzeit im Kino sehe. Der Zuschauer soll sofort unterhalten werden. Nach der Eiswerbung  gehen die Lichter aus und sofort ist der Zuschauer Teil des Films. Die meisten Blockbuster beginnen heute mit einem Action-Effekt zu Beginn und dann wird das Tempo gehalten bzw. gesteigert. Die Charakterisierung der Personen erfolgt dann irgendwann, aber in der Regel nehmen die Personen nur Rollenklischees an. Der eigentliche Vorspann eines Kinofilms kommt dann in seinem Abspann, verkehrte Welt. Das ist der Teil, den die Masse von Zuschauern gar nicht sieht, weil man zum Ausgang drängt und vielleicht noch überlegt, ob man seine Pop Corn-Tüte am Platz liegen lässt oder in den Mülleimer wirft. Als Cineast bleibe ich gerne mit zum Schluss, wenn die Credits abgelaufen sind. Bei James Bond ist das immer wichtig, denn da steht immer, wie der nächste Bond heißt. „This ist the end of XXX. But James Bond will be back in YYYY!“ Auch bei den Pixar-Filmen lohnt es sich, kommt doch noch eine nette Animation zum Schluss. Aber zurück zum Anfang: Die schönsten Vorspänne, an die ich mich erinnere, sind die James Bond Titel. Nackte Frauen räkeln sich an Pistolenläufen in psychedelischen Farben. So wird man auf einem Macho-Film eingestimmt. Stark beeindruckt hat mich auch der Vorspann zum Film „Sieben“. David Finsher hat hier dem Genre neuem Glanz gegeben. Also unbedingt den Vorspann ansehen, den Film natürlich auch. Starker Tobak von der ersten Minute an.