Mit großem Tamtam wurde am Samstag der erste deutsche Apple Retail Store eröffnet. Der Flagship Store liegt in der Rosenstraße, gleich beim Marienplatz, also in einer 1a-Lage.
Und Apple inszenierte wieder einen Rummel. Die ersten 2500 Besucher des Stores bekamen ein T-Shirt geschenkt. Ich kam leider erst am Nachmittag zum Store und hatte somit das Nachsehen. Blogger wie Kollege Richard Joerges berichteten, dass rund 4000 Leute auf Einlass warteten. Da auf dem Marienplatz zudem noch Christkindlmarkt ist, war es ein wahrer Menschenauflauf.
Der zweistöckige Store ist nach dem bekannten Apple-Schema aufgebaut. Helle Holztische mit dem Macs, iMacs, iPhones, iPods und Zubehör. Im Parterre die MacBooks, MacBook Pros und Mac Book Air sowie iPod und Co. Im ersten Stock zweimal eine Genius Bar und das Peripherie-Zeugs sowie die Kinderecke, in der sich Sohnemann auch gleich Colin McRae reinzog. Die gläserne Treppe durfte im Apple Store Deutschland nicht fehlen, obwohl die Gewerbeaufsicht ein Stahlgeländer vorschrieb. Ich habe schon einige Apple Stores gesehen, wie London (der erste in Europa), San Fransisco, LA und so war es keine super Überraschung mehr. Doch den Leuten hat es scheinbar gefallen. Ich habe ein Video gedreht und bei YouTube eingestellt, die den Ansturm auf den Store gut zeigt.
Sehr schön auch die Konkurrenz der Elektromärkte in München. In meiner Lokalzeitung, dem Münchner Merkur, inserierte der Media Markt mit den Worten „Wir begrüßen Apple mit den besten Preisen der Stadt“. Solch Marketing und Werbung gefällt mir, das hat Humor. Also, willkommen Apple Retail Store in München und Gravis im Tal macht wohl bald was anderes.
Wenn ich zu meiner örtlichen Sparkasse hintrabe und meine Kröten dort abliefere, da fällt mir immer ein Plakat auf. Da ist der lokale Sparkassenchef abgebildet und darunter steht: „Bei uns ist Ihr Geld sicher: heute und in Zukunft.“ Das will ich mal glauben und ich hoffe, dass wir alle die Finanzkrise in den Griff bekommen.
Im ARD-Morgenmagazin war neulich eine Umfrage zu sehen, dass 8 Prozent der Bundesbürger fordern, die Banken zu verstaatlichen. So weit würde ich nicht gehen, aber es muss sich was ändern: Das Ganze BASEL 1- und BASEL 2-Geschwätz ging mir auf den Geist. Rankingagenturen haben sich doof verdient und Mut zur Selbstständigkeit wird genommen. König Excel regiert.
Klar, Controlling muss sein, Planung muss sein, doch wie hatte es Roman Herzog mal ausgedrückt: „Es muss ein Ruck durchs Land gehen.“ Und es kann nicht sein, dass Banker ungestraft davon kommen, wenn sie Mist bauen. Wenn Leute ihr Geld, ihr gesamtes Hab und Gut verlieren, dann gibt es dafür Schuldige. Das hat nichts mit Verstaatlichung zu tun. Aber etwas mehr mit Ehrlichkeit. Ich hoffe, dass mehr in Nachhaltigkeit (blödes Wort) investiert wird. Banken müssen mehr konkrete Arbeit und konkrete Produkte finanzieren. Das würde uns allen helfen.
Hier muss ein gesellschaftlicher Wandel einsetzen. Zockerei kann es nicht sein. Ich habe zum Beispiel mein Aktienpaket aus meinem iPhone genommen. Ich schau nicht mehr rein, um zu sehen, wie mein Portfolio steht. Der alte Kostolany hatte recht: „Spekuliere nur mit dem Geld, was du nicht brauchst.“
Es weihnachtet und überall werden die Türchen geöffnet. Dieses Jahr habe ich keinen Weihnachtskalender verschenkt, es war mir einfach zu stressig. Die Kinder haben welche von Oma und Opa bekommen. Eine schöne Idee zu Weihnachten ist der Kalender von Mercedes-Benz in München. Das gesamte Gebäude an der Arnulfstraße hat man als Kalender geschmückt. Unter dem Motto „Eine frohe Weihnacht wünscht Mercedes-Benz“ sind große Geschenke mit Zahl ins Fenster gestellt und jeden Tag kommt ein neues Auto hervor. Marketing, das richtig Spaß macht – und vor allem wenn es nachts richtig weihnachtlich beleuchtet ist.
Bei meiner Zeitschrift, der DIGITAL PRODUCTION, haben wir uns für unsere Online-Leser auch etwas Nettes ausgedacht. Mein Team der DIGITAL PRODUCTION veranstaltet seit dem 1. Dezember jeden Tag online ein großes Weihnachtsgewinnspiel. Jeden Tag öffnet sich bis zum 24. Dezember ein Kalendertürchen auf der Website. Dahinter verbergen sich wertvolle Preise wie Spiele, Bücher, Gutscheine sowie Hard- und Software. Insgesamt verlosen wir Preise im Wert von über 25.000 Euro. Unter anderem gibt es zu gewinnen: Final Cut Studio 2, Premiere CS 4, Production Premium CS4, Cinema 4D R 11 oder Softimage XSI 7. Als Hauptpreis am 24. Dezember gibt es einen Avid Media Composer im Wert von 9200 Euro. Also hier mitmachen und gewinnen beim DP-Weihnachtsgewinnspiel. Viel Glück!
Endeavour ist wieder gelandet und wie man ließt, ohne größere Probleme. Wegen des schlechten Wetters in Houston drehten die Astronauten noch eine Runde und landeten prima im Kalifornien. Jetzt kommt die Raumfähre huckepack auf einem Jumbo zurück in den Heimathafen. Die Rückreise wird mit 1,8 Millionen US-Dollar etwas teuerer als das klassische First-Class-Ticket.
Doch was hat die Mannschaft eigentlich im All gemacht. Ich hab ja gebloggt, dass eine Astronautin Werkzeug im All verloren hat. Aber wenn man die Mitteilungen der Nasa genau schaut, heißt es: Seit 16. November hat man ein neues Wasseraufbereitungssystem, einen Kühlschrank und neue Schlafplätze auf der ISS installiert. Irgendwie erinnert es mich an den neuen Bausparprospekt meiner örtlichen LBS. Ich kann mir nach Abschluss des Bausparers auch ein neues Schlafzimmer kaufen oder einen neuen Kühlschrank mein eigen nennen. Ob die Nasa auch einen Bausparvertrag abgeschlossen hat?
Außerdem – und das wird immer gerne verschwiegen – wurde ein zweites Klo im All gebaut. Bisher hatten die Besatzungsmitglieder der internationalen Raumstation nur ein stilles Örtchen. Und wir erinnern uns: Dieses Klos war Ende Mai 2008 kaputt und die Raumfahrer mussten sich ihr Geschäft verkneifen. Eine Pumpe, made in Russland, gab nach sieben Jahren den Dienst auf. Sie saugte nicht mehr und die Toilette im All war außer Betrieb. Ob die Astronauten dies auch trainiert haben?
Die Fahrt mit der Bahn macht Spaß und bringt Entspannung. So sieht es die Werbung der Deutschen Bahn AG, doch das hat mit der Realität nichts mehr zu tun. Vor kurzem war ich in Nürnberg und habe am dortigen Bahnhof auf meinen ICE nach München gewartet.
Beim Warten in der Kälte konzentrierte ich mich auf die Lautsprecherdurchsagen mit einer Computerstimme. Der Zug XYZ verzögert sich wegen Triebwagenschaden, beim ICE 123 kommt es zu Verspätungen von 30 Minuten wegen Oberleitungsschaden, die Verbindung nach 0815 fällt aus. ICEs werden übrigens durch ICs ersetzt, weil das Räderproblem nicht behoben ist. Dann fährt doch ein ICE ein.
Bei mir hatte der ICE Verspätung und es galten durch einen Software-Fehler die Platzreservierungen nicht mehr. Wieder 2,50 Euro für die Reservierung in den Schornstein geblasen und eben gestanden. Und dann auf freien Feld wieder Stillstand: Weichenschaden. Sagt mal, bin ich denn in einem Entwicklungsland oder in dem Land, in dem die erste Eisenbahn fuhr? Ich hatte nun 21 Minuten Verspätung, kam mir vor wie in einer Heringsdose. Ich bekomm einen dicken Hals, wenn ich so schlechten Service bekomme. Dabei meine ich ausdrücklich nicht den einfachen Schaffner, der nach Meinung seines Vorstands sowieso zuviel verdient. Eine Ausnahme aber: Wenn man am Ende der Fahrt durch den Zug läuft, um am Endbahnhof München vorne im Kopfbahnhof auszusteigen, wird man vom Zugpersonal aufgefordert, nicht durch die erste Klasse zu gehen. Man würde de Gäste stören, die das teure erste Klasse Ticket bezahlt hätten. Grundsätzlich hab ich dafür Verständnis, doch Leute, sorgt erst einmal dafür, dass ihr eure Dienstleistung erfüllt.
Nachdem meiner Meinung nach, das deutsche öffentlich-rechtliche Fernsehen vergangene Woche die Terroranschläge in Indien komplett verschlafen und öde TV-Serien abgenudelt hat, , bin ich mal ins Internet gegangen, um mich zu informieren. Neben den bekannten Nachrichtensites stieß ich auf eine Sammlung von Infos durch Amy Gahran aus Colorado. Sie sammelte auf ihrer Website verschiedene Blogs, Feeds und Multimediaeelemente, die einen ganz guten Eindruck von der Lage in Indien geben. Vor allem sind die Eindrücke authentisch. Zahlreiche Inder stellten aktuelle Bilder bei Flickr ein, Amy ergänzte Maps und Twitter-Feeds, kombinierte sie mit offiziellen Stellungnahmen und heraus kam eine neue Art von Bürgerjournalismus. Freilich über die Sprache und so manche Nachrichtenauswahl kann man geteilter Meinung sein, doch wenn dieses System Schule macht, dann haben die traditionellen Medien noch öfters das Nachsehen.
Ich sitze gerade vor dem Rechner, um etwas zu arbeiten, da läuft auf SuperRTL die alte Show „Hilfe, Otto kommt“. Es ist eine Aufzeichnung von 1983. Ich habe auf eine Aufzeichnung bei YouTube gefunden. Warum habe ich damals in den achtziger Jahren eigentlich so über Otto Waalkes gelacht? Wahrscheinlich haben es mir als Teenager die Sparwitze wirklich etwas gegeben. Ich erinnere mich, dass ich mir die Schallplatten von Otto total gerne reingezogen habe und auch bei „Hilfe, Otto kommt“ konnte ich so gut wie jeden Witz mitsprechen. Ich hatte damals wirklich über Hänsel-und-Gretel-Interpretation im Gewand der Musik der Neuen Deutschen Welle gelacht. Heute verziehe ich keine Miene, muss aber das exzellente Gitarrenspiel des Komikers loben. Komisch, was das Gehirn so alles speichert. Von Chemie, Mathe und Physik aus dieser Zeit weiß ich nix mehr, aber üble Otto-Herrenwitze und Ottifanten sind mir präsent.
Ich habe die Schallplatten und Bücher verschlungen und auch der erste Kino-Film war okay. Dann wurde Otto mir zu simpel. Richtig bergab ging es mit dem Film „Otto, der Außerfriesische“ von 1989 und eine Zumutung war für mich der Schinken aus dem Jahr 2004 „7 Zwerge – Männer allein im Wald“ . Aber sieben Millionen Zuschauer können wohl nicht irren und gingen in den deutschen Kinos. Mir war es zu blöd. Mit 60 ging Otto nochmals auf Tour „Otto – das Original“. Lieber Otto, nimm es mir nicht übel: Ich bleib lieber zu Hause und höre meine alten Otto-Platten an, versprochen.
Im Keller unseres Hauses finden sich immer wieder interessante Sachen ein. So zum Beispiel eine Kiste mit Wackel-Elvis. Sie stammen aus der Konkursmasse eines Verlages und waren da Werbegeschenke für Neuabonnenten. Ich bekam damals die Kiste mit dem zuckenden Elvis, bekannt aus der Audi-Werbung, geschenkt und die Kiste verschwand im Keller.
Als ich sie nun wiederfand, kam mir die Idee einer Kollegin im Büro gerade recht. Sie hat gesehen, dass Mitarbeiter von Messen immer wieder kleine Werbegeschenke mitbringen, aber dann nicht wissen, wohin mit den kleinen Aufmerksamkeiten. Da kam ihr die Idee in der Betriebsküche ein Regal aufzustellen. Ich finde die Idee super, denn sie stärkt den Zusammenhalt in einem Unternehmen, die Leute sprechen miteinander und vor allem wird man sein Zeug los. Hier kann jeder Mitarbeiter Sachen hineinlegen und andere nehmen sich diese Sachen mit. Und man glaubt gar nicht, was da alles geht. Ich habe beispielsweise Soundtrack-CDs abgestaubt, wie keiner haben wollte (außer ich). Gleichzeitig habe ich viele Gläschen und Behälter, Bücher und Software in den Schrank gestellt. Am nächsten Tag waren sie weg. Ein Mitarbeiter hat sie mitgenommen und erfreut sich nun an Bücher zu Excel 2007 oder Access 2007.
Unverständlich für mich, warum zum Beispiel jemand Kristalle mitnimmt, aber als eine Kollegin die Heilsteine hinlegte, fanden sie null komma nix im Besitz einer anderen Mitarbeiterin. Egal. Aber der Renner wird mein Wackel-Elvis werden. Wohldosiert werde ich die Kiste auf den Markt bringen, bis jeder Mitarbeiter in dem Unternehmen einen zuckenden Elvis hat.
Eine Trauerbewältigung ganz besonderer Art ist derzeit auf einer israelischen Website zu finden. Ein Vater trauert um seinen ermordeten Sohn. Der Vater bittet die User, ein Foto seines Sohns herunterzuladen und an Urlaubsziele mitzunehmen. Anschließend sollte man ein Foto von Sohn und Urlaubsland machen und der Familie wieder zusenden. So reist der junge Mann um die Welt. Der Name des Toten ist Asaf, genannt Blondi. Mit 16 Jahren wurde er im März 2003 Opfer eines feigen Terrorattentats als ein Irrer den Bus mit insgesamt 16 Passagieren in die Luft sprengte.
Ich finde die Idee ergreifend: So entstanden Fotos aus Hawaii, vom Kilimandscharo und vielen anderen Orten mehr. Auf der Website steht, dass nun der Sohn trotz seines Todes doch durch die Welt reisen kann. Und: Das Attentat und die Situation im Nahen Osten blieben immer in Erinnerung. Durch diese Aktion wurde einem Opfer ein Gesicht gegeben. Wie oft hören wir von Attentaten oder Unglücken in der Welt? Und mehr als ein paar Bruchstücke an Informationen bekommen wir durch die Medien nicht. Dieses Mal ist es anders. Auf der Website sind Jugendbilder von Asaf zu sehen, wie er als kleiner Junge spielte. Asaf bekommt Persönlichkeit. Und es ist der Ort des Attentats zu senden, der zerfetzte Bus. Die Explosion des 17 Kilogramm schwere Sprengstoffgürtels beendete das junge Leben von Asaf, der noch so viel unternehmen wollte.
Mich erinnert diese Aktion im Web entfernt an einen Postkartenaufruf meiner analogen Jugend. Im Radio warb man damals für die Bitte eines Krebskranken Kindes. Die Hörer sollten dem Kind eine Postkarte senden und ihm so zeigen: „Wir denken an dich“. Die Aktion lief gut an, doch leider war das Kind schon lange tot. In dem Fall von Asaf ist die Aktion real und ich finde sie bemerkenswert.
Kennen Sie Heidemarie Stefanyshyn-Piper? Sie ist ein Astronaut und Pechvogel und muss sich jetzt Macho-Sprüche gefallen lassen. Beim Großputz auf der Raumstation ISS hat die Astronautin Stefanyshyn-Piper eine Tasche mit Werkzeug verloren. Klar, es musste eine Frau sein, die mit Werkzeug nicht umgehen kann. Die Werkzeugtasche entglitt ihr, als sie Fett entfernte, das aus einer Werkzeugpistole ausgetreten war. Flutsch und weg war die Tasche. Und das Gelächter ging los.
Aber allen Stammtischbrüdern sei gesagt, es war keine Frau, die zuerst Gegenstände im all verlor: Eben Lost in Space. Wer auf der Nasa-Website recherchiert, stellt fest: Die Herren der Schöpfung haben schon öfters was im All verloren. Zuletzt im September 2006 verlor der Astronaut Joe Tanner bei Arbeiten an der ISS einen Bolzen, eine Feder und eine Dichtung. Während eines Einsatz im Juli 2006 verloren Piers Sellers und Michael Fossum einen 35 Zentimeter langen Spachtel, als sie eine Reparaturmethode für die Raumfähre testeten. Im März 2001 löste sich beim Astronauten Jim Voss bei Arbeiten an der ISS eine Halterund für die Sicherung der Raumfahrer vom Roboterarm des Space Shuttles und trieb ins All. Etwas später mussten bei dieser Mission die Triebwerke der Discovery gezündet werden, um sie in eine andere Umlaufbahn zu bringen, um einem Stück Weltraumschrott auszuweichen. Während eines Außenbordeinsatzes im Dezember 1998 an der ISS verlor der Astronaut Jerry Ross ein Stück einer Isolierung und zwei Werkzeuge.
Aber dennoch: Es passt so schön ins Bild unserer Machos, das eine Frau Werkzeug verliert. Die Blogosphäre war voll von Häme und Spott über das Missgeschick. Irgendwann finden Außerirdische dann die Werkzeugtasche von Stefanyshyn-Piper. Was war denn wohl darin? Hammer, Schraubenzieher, Zange? Was braucht denn so ein Astronaut im Weltall? Scheinbar lässt sich bei ISS noch etwas reparieren. Bei meinem Audi ist es vorbei. Unter der Motorhaube ist eine schwarze Box und wenn die Karre nicht geht, dann muss ich mit dem Auto in die Werkstatt. Gut, dass es bei der ISS anders ist und die Schrauber noch etwas machen können.
Update (25.11.08 14:11 Uhr): Die Werkzeugtasche ist im All aufgetaucht. Diese Website bietet die Überflugzeiten der Tasche über die Erde. Also Fernglas raus.