Archive for the ‘Film’ Category

Buchtipp: The Art of Inside Out

1. Januar 2016

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Als ich den Trailer zum Pixar-Film Alles steht Kopf zum ersten Mal sah, dachte ich mir enttäuscht: eine belanglose Komödie über das Erwachsenwerden aus der Animationsschmiede. Ich kam mir vor als ob ich einen Otto Sketch meiner Jugend sah: Hirn an Faust … Richtig begeistert war ich aufgrund des deutschen Trailers vom Film nicht, schaute mir aber pflichtbewusst den Film Alles steht Kopf im örtlichen Kino an. Schließlich hatte mich Pixar in der Vergangenheit noch nie enttäuscht.
Und was soll ich sagen? Der Film war ganz, ganz anders als der Trailer es versprochen hatte. Der 15. Pixar Film war wahnsinnig unterhaltsam und hatte eine große Tiefe, genau wie ich es von einem Pixar-Film erwarte.


Im Februar 2016 wird der Film als DVD, Blu ray und Download erscheinen. Zudem gibt es eine limitierte 3-Disc Special Edition. Als Bonus gibt es ein Wiedersehen mit Riley und ihren Emotionen in der exklusiven Premiere des Kurzfilms „Rileys erstes Date?“ sowie der paradiesisch-schöne Kurzfilm „Lava“.
Im Grunde geht es bei Alles steht Kopf um Emotionen. Es geht um die Kombination von Freude, Zorn, Ekel, Kummer und Angst. Der alte Freud hätte seine Freude an diesem Film gehabt. Regisseur Peter Docter, der uns schon Monster AG und Oben brachte, hat ganze Arbeit geleistet und wurde von den beiden Hirnforschern Paul Ekman und Dacher Keltner fachlich unterstützt.


Meine Neugierde über die Entstehungsgeschichte des Films war geweckt. Nachdem Alles steht Kopf technisch keine Neuerungen aufwies, musste die Innovationen auf anderen Gebieten liegen. Technisch war Pixar immer vorne mit dabei. Als Chefredakteur der wichtigsten deutschsprachigen 3D-Zeitschriften erlebte ich die Wasserspiegelungen in Findet Nemo, die Haare in die Unglaublichen und das Fell in Monster AG. Alles steht Kopf brachte in dieser Hinsicht keine Erneuerung durch die Software Renderman und Marionette. Pete Docter setzte auf erzählerische Tiefe und Kreativität.
Diese Kreativität kommt bei dem Buch The Art of Inside Out voll zum Tragen. Anders als die frühen Pixar-Filme wurde hier gleich zu Beginn mit digitalen Werkzeugen gearbeitet. Kreide, Marker, Pinsel kommen aber ebenso weiterhin zum Einsatz. Diese Abwechslung bringt unterschiedliche Sichtweisen auf das Thema Emotionen. Die Frage ist doch: Wie stellt ein Künstler Emotionen bildlich dar? Nicht, wie erzeugt ein Künstler Emotionen? Da wäre der Film beim Walt Disney-Konzern an der richtigen Adresse. Disney ist Spezialist, wenn es um das Erzeugen von Emotionen geht. Da braucht es dann schon Pixar, um die Emotionen selbst darzustellen. Und das gelingt in diesem Buch fabelhaft.
Deutlich bemerkt der Leser den Einsatz von Farben, die in unserem Kulturkreis mit Emotionen besetzt sind, wie Rot für Zorn. Ich würde gerne den Film mit Leuten aus anderen Kulturkreisen ansehen und mit ihnen über die Farben und Emotionen diskutieren. Für mich ist die Darstellungsweise meine gewohnte westliche Sichtweise.


Beim Lesen des Buches bzw. Betrachten der Bilder habe ich mir Gedanken über Emotionen gemacht. Es hat mich entsetzt, dass ich Helden meiner Jugend ebenso vergessen habe, wie die Helden in dem Film. Was ist das Gehirn doch für ein seltsamer Ort?
Ich empfehle jedem den Film Alles steht Kopf und das Buch The Art of Inside Out, wenn er sich über Gefühle Gedanken machen will, wenn er etwas über Kunstgeschichte lernen will, wenn er sich selbst kennenlernen will. Und Gott sei Dank ist kein Film/Buch auf Otto Niveau herausgekommen.

Filmtipp: Der Hobbit – die Schlacht der fünf Heere – Extended Version

30. Dezember 2015

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Ich habe Herr der Ringe als Extended Version und nun habe ich auch den Hobbit als Extended Version komplett. Im Herbst 2015 erschien die längere Version von Der Hobbit: Die Schlacht der fünf Heere –  Extended Edition. Obwohl der Film dieses Mal nur 19 Minuten an zusätzlichen Szenen enthält, haben es dieses 19 Minuten in sich. Mir hat der Film als Abschluss der Trilogie im Kino gefallen und mir hat er auch als Blu ray Version gefallen. Hauptsächlich umfasst das Zusatzmaterial unfangreiches Schlachtengemetzel, bietet aber neue Sichtweise und neue Handlungsstränge. Regisseur Peter Jackson hat den dritten Teil nicht nur verlängert, sondern er hat ihn inhaltlich ergänzt. Die zusätzlichen Szenen mit dem Drachen zu Beginn des Films habe ich zunächst nicht bemerkt. Es gibt etwas mehr Feuer und Bums, aber das ist nicht ausschlaggebend.
Ich gebe zu, ich hätte gerne noch etwas mehr Sauron in der Festung Dol Goldur gehabt. Es gibt zwar ein bisschen mehr Geschwätz zwischen Gandalf und Radagast – darauf kommt es auch nicht an.


Die opulente Schlacht am Ende wurde deutlich erweitert und neue Handlungsstränge eingefügt. Dain Eissenfuss kommt nun besser in Szene und auch seine Zwergenarmee darf sich intensiver mit den Orks auseinandersetzen. Am auffälligsten ist allerdings die Szenenabfolge mit den Zwergenstreitwagen. Diese Szene gab es bisher nicht und das CGI-Spektakel ist sicherlich ein Höhepunkt der Schlussschlacht. Das brutale Gemetzel ist rasant un eindringlich geschnitten. Das Abschlagen und Zermanschen der Köpfe und Abtrennen von Gliedmaßen wird zelebriert – wir wissen ja um die Gore-Vergangenheit von Peter Jackson.
Ein bisschen Pathos gibt es dann noch mit mehr Trauer um die toten Helden in der Grabkammer des Berges samt kurzer Krönung von Dain Eisenfuss, da Thorin Eichenschild ja ins Gras gebissen hat.
Obwohl die Trilogien Herr der Ringe und Hobbit beide von Peter Jackson stammen, lassen sich beide Reihen nur bedingt vergleichen. HdR hat mehr Pathos, mehr Tiefe, aber im Vergleich zum Hobbit deutlich schlechtere CGI. Der Hobbit ist schneller, spontaner, nimmt sich weniger ernst. Aus dem Kinderbuch der kleine Hobbit ist zwar kein Kinderfilm geworden, aber die Handlung wurde schon arg gestreckt, um auf drei Teile zu kommen. Und dennoch: Die Filme machen Spaß und auch das Zusatzmaterial auf den beiliegenden Blu rays der Extended Version ist wieder einmal vorbildlich. Gut gemacht Peter Jackson und ich glaube, dass war es dann mit dem Mittelerde-Universum. Die beiden Werke Nachrichten aus Mittelerde und vor allem Das Silmarillion gelten für mich als nicht verfilmbar. Das schafft auch ein Peter Jackson nicht. Vielleicht gelingt es mit Die Kinder Húrins, aber das wird mit Sicherheit kein Kassenknüller.

Musiktipp: Soundtrack zu Star Wars The Force Awakens von Williams

20. Dezember 2015
John Williams hat wieder den Soundtrack zum neuen Star Wars VII komponiert.

John Williams hat wieder den Soundtrack zum neuen Star Wars VII komponiert.

Nur ein Takt von ihm und Hans Zimmer und Konsorten können einpacken. Der Meister des Soundtracks hat wieder zugeschlagen und dies mit 83 Jahren. Gemeint ist der legendäre John Williams und sein neuer Wurf ist der Soundtrack zu Star Wars The Force Awakens.
Meine Erwartungshaltung war gigantisch und natürlich muss auch ein John Williams daran scheitern. Der Soundtrack zu Star Wars: The Force Awakens – Das Erwachen der Macht ist hervorragend, reicht aber nicht an frühere Werke heran, die aus der Feder von Williams stammen. Das bedeutet nicht, dass der Score zu Star Wars The Force Awakens irgendwie schlecht ist. Er ist nur nicht so perfekt wie andere Kompositionen von ihm und bei weitem besser als was sonst so auf dem Markt ist.
John Williams ist sich in vielen Sachen treu geblieben. Er setzt wie bisher auf die bekannten Leitmotive, die er sich vom genialen Richard Wagner abgeschaut hat. Studiokopfhörer aufgesetzt, Augen geschlossen und schon erzeugt das orchestrale Werk Bilder in meinem Kopf. Ich erkenne die alten Leitmotive, die Fanfaren, die Klänge, die mich durch die vergangenen Jahre immer begleitet haben. Motive, die zum Kulturgut der Menschheit geworden sind. Sie sind so unheimlich schön.
Und die neuen Motive? Rey’s Theme ist sehr gut geworden, aber es ist kein Imperial March. Es ist leicht, beschwingt und geht schön ins Ohr. Generell habe ich mehr Leitmotive erwartet, die ich den handelnden Personen zuordnen kann. Das war ein absoluter Pluspunkt bei den Star Wars-Soundtracks von John Williams. Hier hat sich der Meister dieses Mal zurückgehalten und einen soliden Soundtrack abgeliefert. Als Pedant stört es mich übrigens, dass John Williams die Musik nicht wie sonst mit dem London Symphony Orchestra eingespielt hat, sondern die Musik wurde in LA von Musikern aus Williams Umfeld aufgenommen. Auf dem Cover der CD wird kein Orchester vermerkt, nur über die Star Wars Website wurde darüber berichtet.
Williams stand beim Komponieren vor einem Dilemma. Im YouTube-Channel von Star Wars sagte er sinngemäß: „Ich kann mir das ohne Bezüge zu den Filmen, die wir schon kennen, gar nicht vorstellen, und da ist es angemessen, ja notwendig, einige der früheren Themen zu verarbeiten. Und das war ja das, was mir immer so Spaß gemacht an der Arbeit, an jedem einzelnen dieser Filme, denn jedes Mal konnte ich auf altes Material zurückgreifen und neues entwickeln, so dass beide Seite an Seite funktionieren und sich dann anfühlen wie ein Teil des ganzen Film-Gefüges.“ Und so erfreue ich mich an verschiedenen Anklängen aus der Vergangenheit. So wie Jeffrey Jacob Abrams mich mit Star Wars VII in meine Jugend zurückversetzt hat, so hat mich auch John Williams an die Hand genommen und mich mit der Zeitmaschine gesetzt. Ich weiß noch, wie ich die Doppel-LP zu Krieg der Sterne in meinem Kinderzimmer wieder und wieder abgespielt habe.
So viel symphonische Soundtracks mit Klasse gibt es nicht mehr. Im Olymp sind Williams, gefolgt von Jerry Goldsmith. Dann gibt es viele gute Leute – die Maschinerie von Hans Zimmer gehört nicht dazu. Leider habe ich es nicht geschafft, John Williams zu treffen, bzw ihn live zu hören. Der Mann ist 83 Jahre, ich muss mich also beeilen.
Es wird wohl der letzte Star Wars Soundtrack von John Williams sein. Den Teil VIII Rogue One komponiert Alexandre Desplat. Ihm traue ich sehr viel zu, spätestens mit Godzilla hat er einen starken Score geliefert.
Zur Veröffentlichung selbst: Ich erwarte übrigens, dass es in den nächsten Monaten noch eine Fassung mit dem kompletten Score gibt. Die Musik aus dem ersten Trailer ist bisher nicht erschienen. Universal hat zum Start des Films zwei Fassungen des Werks herausgebracht – eine Standard-Version und eine Deluxe-Version. Als Sammler habe ich freilich beide gekauft. Der Unterschied liegt ausschließlich in der Verpackung. Bei der Deluxe-Version Star Wars: The Force Awakens – Das Erwachen der Macht gibt es ein Cover aus Pappe mit Bildchen, während die Standard-Version von Star Wars: The Force Awakens – Das Erwachen der Macht in der Plastikhülle daher kommt. Mehr Musik ist auf der Deluxe-Version nicht enthalten. Also klassische Geldmacherei des Disney-Konzerns.

Filmtipp: Steve Jobs

15. Dezember 2015
Toller Film, aber nur für Fans: Steve Jobs von 2015.

Toller Film, aber nur für Fans: Steve Jobs von 2015.

Nahezu alleine saß ich in Essen im Kino und schaute mir den Steve Jobs Film an. Nach 2 Stunden und 2 Minuten war für mich klar: Das ist ein Film für Fans – und zwar nur für Fans.
So leid es mir tut, aber wer nur ein wenig den verstorbenen Apple CEO kennt, der ist mit diesem Film überfordert. Im Grunde erzählt dieser Film das Verhältnis von Steve Jobs zu seiner Tochter Lisa. Aber er erzählt viel viel mehr: Er zeigt dem Zuschauer die Revolution der Technik am Beispiel von vielen kleinen, gut recherchierten Details. Der gemeine Zuschauer ist jedoch mit Angaben von Prozessorenentwicklungen, Grafikkarten und anderem technischem Schnickschnack überfordert, der Geek in mir strahlt dagegen und geht nach Hause zu seiner Lisa, zu seinem Apple II, zu seinem NeXT Cube und freut sich, wie die Technikgeschichte verlaufen ist und ich noch einige Geräte besitze.
Die Darsteller Michael Fassbender als Steve, Seth Rogen als der andere Steve und vor allem sehr gut ein großartiger Jeff Daniels als John Sculley gefallen mir sehr gut. Wunderbar treffend auch Kate Winslet als Marketingchefin Joanna Hoffman, die wohl einzige Person, die Jobs ungestraft ihre Meinung sagen durfte.
Neben Regisseur Danny Boyle und den Darstellern ist vor allem Drehbuchautor Aaron Sorkin mein Held. Er schuf eine super spannende Technikgeschichte, wie bereits zuvor in der Zuckerberg-Verfilmung The Social Network von David Finsher. Aaron Sorkin ist ein absoluter Meister seines Fachs und aufgrund seines Drehbuchs von Steve Jobs verschlinge ich gerade seine Serie The West Wing. Dieser Mann kann Geschichten schreiben, die unterhalten und packen und auf ihre Art anspruchsvoll sind. So auch bei Steve Jobs. Aaron Sorkin schafft die Gratwanderung zwischen Technikgeschichte, Heldenverehrung und Hollywood ohne viel Kitsch. Die Geschichte wurde anspruchsvoll erzählt und das ist wahrscheinlich das Problem dieses Films, denn Anspruch ist nicht unbedingt das, was beim Kinopublikum in der Masse gewürdigt wird.

Filmtipp: James Bond SPECTRE

13. Dezember 2015

Einer meiner Lieblingsbonds ist Liebesgrüße aus Moskau und aus diesem Grunde finde ich SPECTRE einen gelungenen James Bond. Ich habe ihn mir jetzt erst anschauen können, weil ich vor lauter Arbeit nicht ins Kino komme. Jetzt schaute ich in Fürstenfeldbruck im Scala-Kino den Film mit meiner Familie an. Dieses Mal hat mich Daniel Craig mit seiner Bond-Interpretation nicht gestört und es wird wohl auch der letzte James Bond mit ihm sein. Ich bleibe dabei: Daniel Craig ist ein Bauer und er verkörpert für mich nicht den Gentleman-Agenten im Sinne von Ian Fleming. Aber in SPECTRE war seine Leistung passend.

Endlich habe ich den neuen Bond SPECTRE gesehen.

Endlich habe ich den neuen Bond SPECTRE gesehen.

Der Film ist eher düster gehalten und schließt sich damit inhaltlich und optisch an den hervorragenden Skyfall an. Selbst die hellen Orte Mexiko und Rom sind von Regisseur Sam Mendes eher dunkel aufgenommen worden. Das schafft Atmosphäre und trägt sehr viel zu Stimmung von SPECTRE bei. Schön, dass wir nochmals das Geheimdienstgebäude im Londoner Stadtteil Vauxhall sehen dürfen, das mich irgendwie an meine Lego-Bauwerke erinnert. Die Ausstattung des Films macht Spaß: Exotische Drehorte, schnelle Autos (vor allem Aston Martins DB 10 und der neue Jaguar in Rom) und großartige Stunts zeigen, weshalb der 24. offizielle James Bond-Film gelungen ist. Und auch das Thema ist hoch aktuell: Überwachung durch Daten. Mit diesem Film wendet sich Bond gegen den Zeitgeist der totalen Überwachung. Die Drehbuchautoren greifen indirekt die NSA-Affäre auf und auch der Quartiermeister Q sieht in so mancher Einstellung aus wie eine Nerd-Version von Edward Snowden.
Die Fahrt mit dem Zug durch Nordafrika erinnert mich so sehr an Liebesgrüße aus Moskau. In SPECTRE fährt Bond und Bondgirl mit dem Oriental-Desert-Express, in Liebesgrüße aus Moskau ist des der Simplon-Orient-Express. Und in beiden Filmen gibt es einen harten Kampf im Zug, der übrigens auch bei Spion der mich liebte kurz aufgegriffen wurde. In SPECTRE wird Bond aber nur durch das Eingreifen des Bondgirls, eine etwas blasse Léa Seydoux als Madeleine Swann, gerettet.

007 James Bond ist noch imer eine starke Marke.

007 James Bond ist noch imer eine starke Marke.

Aber wir werden alle älter. Madeleine Swann finde ich langweilig, da ist Monica Bellucci als Lucia Sciarra mit ihren 50 Jahren reizvoller. Vielleicht ist Bond dann schon etwas für die ältere Generation. Immer wieder spielt der Film darauf an. Andrew Scott als Max Denbigh „C“ reitet immer wieder darauf herum und gibt den arroganten Schnösel bis er zu Tode stürzt. Und endlich schließt sich der Kreis. Was für Sherlock Holmes der bitterböse Prof. James Moriarty ist, das ist für James Bond der Schurke Ernst Stavro Blofeld samt weißer Katze. Zunächst tritt Blofeld als Franz Oberhauser auf, lässt aber dann seine Maske als Blofeld und Bonds Halbbruder fallen. Diese Info war durch den Hackerangriff auf Sony schon lange den Fans bekannt und damit keine große Überraschung mehr. Bond jagt Blofeld und fügt ihn Entstellungen im Gesicht zu. Die Narbe auf der rechten Seite erinnert so schön an die Narbe von Blofeld in dem wunderbaren James Bond-Film Man lebt nur zweimal Von 1967. Hier spielte Donald Pleasence den bösen Mann. Sehr nett ist übrigens, dass Blofeld in Man lebt nur zweimal vom Österreicher Helmut Qualtinger dargestellt werden sollte. In SPECTRE war es dann der Österreicher Christoph Walz. Am Ende von SPECTRE fährt Bond mit seinem Aston Martin DB 5 aus London heraus und eigentlich direkt in den alten Bond-Film Feuerball hinein. Kevin McClory hatte ja die Namensrechte von Fleming und endlich scheint der Rechtestreit um Feuerball und SPECTRE ausgestanden.

Vielleicht eine Omega Uhr wie James Bond zu Weihnachten?

Vielleicht eine Omega Uhr wie James Bond zu Weihnachten?

Ach ja Christoph Walz. Er steht in der Tradition der bösen deutschsprachigen Darsteller: Gerd Fröbe, Curd Jürgens (der heute 100 Jahre alt geworden wäre), Klaus Maria Brandauer oder die großartige Lotte Lenya. Und der Walz schlägt sich gut. Es macht Spaß sich seine Darstellungskünste anzuschauen. Ich nehme ihn den Schurken Blofeld ab.
Ich erinnere mich gerne, sehr gerne an die alten Bond-Filme. Das lag vor allem an dem Setdesign von Ken Adam. Ich durfte diesen Meister die Hand schütteln und er ist für mich DER Filmarchitekt schlechthin. Er schuf die Schurkenbauten in den alten Bond, den War Room bei Kubrick und vieles mehr. Seine Setdesigns hatten Seele und überzeichneten. Und das vermisse ich leider bei SPECTRE. Das Zusammentreffen der SPECTRE-Mitglieder ist nicht geheimnisvoll genug. Die Basis von Blofeld in Afrika ein einfach nur langweilig. Die aufgereihten Computerterminal erinnern an Disneys schwarzem Loch, es kommt keine Faszination des Bösen auf. Der Meteorraum wirkt öde, die Folterkammer ist klinisch rein (der Laser bei Goldfinger folterte für Männer eindrucksvoller) und am Ende explodiert alles nur nach ein paar Salven aus einer Maschinenpistole. Das hat früher alles besser gewirkt und gekracht.
Bei all der Begeisterung für den neuen Bond, ist eines nur peinlich: Die Musik von Thomas Newman. Seine Soundtracks zu den James Bond-Filmen waren unnötig, dieses Mal ist er komplett überflüssig. Ich will bei einem James Bond Film einen orchestralen Score wie von John Barry hören. Und was muss ich mir anhören? Elektronisches Geklimmpere. Das Liedchen Writing’s On The Wall von Sam Smith geht gerade noch, aber der Score ist gräßlich platt. Thriller-Musik ohne Bond-Qualitäten. John Barry ist ja leider verstorben und auch David Arnold hatte noch große Klasse, aber bitte nicht Thomas Newman. Aber nachdem Sam Mendes wieder Regie führte (sehr gut, wie ich finde), bleibt uns Thomas Newman nicht erspart (leider).

James Bond 007 – noch immer ein gutes Geschäft – auch bei Sky

20. November 2015

Spectre heißt der neue Bond und bis Star Wars in die Kinos kommt, wird James Bond 007 das fette Geschäft sein. Kaum ein Film ist so mit Product Placement vollgestopft wie die 007-Filme, die ich persönlich sehr gerne habe. Und bevor die Fragerei beginnt: Sean Connery war der beste Bond und Daniel Craig ist einfach nur ein Bauer (jetzt ist es raus).
Aber nicht nur Spectre lässt die Fans ins Kino strömen. Auch im Bezahlfernsehen lockt Bond die Zuschauer vor die Bildschirme und dies obwohl die Figur von Ian Fleming schon mehrmals über die Mattscheibe oder TFT flimmerten. Bestes Beispiel ist der Bezahlsender Sky Deutschland. Bereits seit einem Monat schreibt Sky mit dem Pop-up-Channel Sky 007 HD seine eigene Erfolgsgeschichte: Seit dem Start am 5. Oktober erreichte die Sonderprogrammierung eine Kontaktsumme von 11,67 Millionen Kontakten. Pro Sendetag wurde Sky 007 HD von rund 500.000 verschiedenen Zuschauern eingeschaltet. Insgesamt 2,65 Millionen unterschiedliche Zuschauer (Z3+) sahen die Bond-Filme, davon 2,25 Millionen Zuschauer bzw. 85 Prozent in der für die Werbewirtschaft relevanten Zielgruppe der 14-59-jährigen.
In der Zeit vom 5. Oktober bis zum 6. Dezember ist der Sky Sender Sky Hits der Pop-up-Channel Sky 007 HD. Sky präsentiert während dieser Zeit rund um die Uhr nonstop 23 Filme des Kult-Franchise. Gesehen wurden die bisherigen Bond-Filme zu 96 Prozent live linear zu Hause, zu zwei Prozent „Playback“ und weitere zwei Prozent nonlinear via Sky Go.

23 Bond Filme lassen sich bei Sky Deutschland anschauen.

23 Bond Filme lassen sich bei Sky Deutschland anschauen.

Liebesgrüße aus Moskau
Der reichweitenstärkste Film bislang war „Liebesgrüße aus Moskau“ mit insgesamt 810.000 Kontakten. Liebesgrüße ist einer meiner Lieblingsbonds, weil er die Atmosphäre des Kalten Krieges wunderbar einfängt. Dann folgt bei Sky „Moonraker – streng geheim“ (740.000 Kontakte) sowie „Der Morgen stirbt nie“ (670.000 Kontakte). Täglich wurde in der Primetime-Ausstrahlung um 20:15 Uhr in chronologischer Reihenfolge einer der 23 Bond-Filme gezeigt.
Marcus Ammon, Senior Vice President Fiction Sky Deutschland AG, zieht nach einem Monat Sendezeit des Pop-up-Channels ein positives Zwischenfazit: „Sky 007 HD ist ein Riesenerfolg und wird sicher die beliebteste Sonderprogrammierung in der Sendergeschichte werden. Beachtlich ist der hohe lineare Anteil mit 96 Prozent, was beweist, dass sich die Bond Fans die Filme bevorzugt daheim in bestmöglicher Qualität auf den großen Bildschirmen ansehen.“

007 James Bond ist noch imer eine starke Marke.

007 James Bond ist noch imer eine starke Marke.

Ein großer Vermarktungserfolg
Die Werbewirtschaft hat das aufmerksamkeitsstarke Umfeld auf Sky stark nachgefragt und die vielfältigen Möglichkeiten der Sonderprogrammierung genutzt, um ihre Marke und Werbebotschaften rund um den Superagenten zu inszenieren. Im November und bis zum Ende der Sonderprogrammierung am 6. Dezember sind die klassischen Werbeumfelder ausgebucht. Land Rover ist Sponsoring-Partner von Sky 007 HD und verlängert seine werbliche Kommunikation zum Kinostart von „Spectre“ auf die Sky Multiscreen-Plattformen. Land Rover nutzt das themenbezogene Werbeumfeld für eine umfangreiche Inszenierung des „Range Rover Sport“.
Martin Michel, Geschäftsführer Sky Media: „James Bond Fans freuen sich auf ‚Spectre‘ und haben sich die Wartezeit mit den Bond-Klassikern verkürzt. Das zeigen die starken Quoten des Pop-up-Channels. Gleichzeitig haben wir für unsere Werbekunden ein einzigartiges Umfeld für eine aufmerksamkeitsstarke Markeninszenierung geschaffen, das es so nur auf Sky gibt.“

Filmtipp: Halloween III zu Halloween

31. Oktober 2015
Bei uns im Dorf macht der örtliche Künstler eine Halloween-Aufführung.

Bei uns im Dorf macht der örtliche Künstler eine Halloween-Aufführung.

Zu Halloween gehört ein Gruselfilm einfach dazu. Ich hab nicht zu Hause und kann daher auf mein Filmarchiv nur bedingt zugreifen. Zu Halloween habe ich mir einen unterschätzen Film herausgesucht, der komplett gefloppt ist: Halloween 3 – ich hab ihn damals im Kino als Halloween – Die Nacht der Entscheidung gesehen.
Ich war total enttäuscht, weil mir der Film suggeriert hatte, in der Tradition von Michael Michi Myers zu sehen. Nix da. Es ist eine komplett neue Geschichte, die nichts mit den Splitterfilmen von John Carpenter zu tun hat. Michael Meyers starb ja vorerst im Teil II. Jahrelang verdammte ich den Film Halloween III, weil ich damals so getäuscht wurde und sauer war.
Der Film kam 2014 wieder auf den DVD-Markt und ich kaufte mir die Silberscheibe trotz meines Zorns von damals. Vielleicht werde ich altersweise, aber ganz so schlecht, ist Halloween III dann doch nicht. Großes Kino ist der Film allerdings auch nicht. Im Grunde ist es lockeres Popcorn-Kino. Der Inhalt: Die böse Firma „Silver Shamrock“ stellt Halloween-Masken her, die an Halloween den Maskenträger töten. Der Tötungsbefehl wird über einen TV-Werbespot aktiviert – so eine Art Schläfer in Maskenform. Der Held bekämpft „Silver Shamrock“, scheitert aber am Ende und das Massaker nimmt seinen Lauf (was der Zuschauer allerdings nicht mehr sieht).
Beim Wiedersehen ging mir als erstes der schräge Halloween 3 Soundtrack von John Carpenter und Alan Howarth ins Ohr. Der schreckliche Werbesingle bleibt im Gehörgang und nistet sich dort ein. Anders als die stimmungsvollen Vorgängersoundtracks von Carpenter ist Halloween 3 eher eine Experimentaltour von Tönen und Klängen, eben sehr schräg.
Die Filmhandlung war eigentlich eine nette Idee. Jedes Jahr wollte Carpenter einen eigenen, abgeschlossenen Halloween-Film ins Kino bringen. Die Idee scheiterte – und ab Halloween IV gingen die Produzenten zum Slasher-Konzept zurück. Michi kam wieder und die Story ging den Bach runter. Es gab später mal interessante Halloween-Variationen wie Halloween H20 und vor allem die beiden harten Rob Zombie-Filme, die es ungeschnitten wirklich in sich haben.
Regie bei Halloween 3 führte der Carpenter-Kumpel Tommy Lee Wallace, der schon den zweiten Teil ablieferte. Doch keiner wollte damals diese Version von Halloween sehen – ich auch nicht. Aber man sollte den Film eine Chance geben und den Michael Myers endlich aus dem Kopf verbannen. Der Mann mit der weißen Maske kommt in Halloween III nur einmal kurz im Fernsehen vor. Ich habe lange gebraucht, mich mit diesem Film anzufreunden und er wird sicherlich das Horror-Genre nicht verändern. Aber es ist solide Hausmannskost und eine nette Abwechslung am Halloween-Abend. Atmosphäre hat er – wer allerdings auf Blut und Terror steht, der sollte die Halloween-Filme von Rob Zombie wählen, eine blutige Wahl.
Ich habe noch ein paar Eindrücke vom Verkauf von Halloween-Material in München als Stimmung angefügt. Bei uns im Dort veranstaltet der örtliche Künstler eine Halloween-Aufführung und schade, dass ich nicht dabei sein kann. Aber meine Familie geht hin und ich hoffe, sie nutzen ihre Smartphones nicht nur zum Telefonieren.

Zurück in die Zukunft – heute kommt der DeLorean DMC-12 zu uns

21. Oktober 2015

Bitte haltet heute Ausschau nach einem DeLorean DMC-12.

Bitte haltet heute Ausschau nach einem DeLorean DMC-12.

Schaut heute Abend hinaus in die Nacht. Vielleicht seht ihr den silbernen DeLorean DMC-12. Heute ist es schließlich soweit:
Am 26. Oktober 1985 brach Marty McFly samt Jennifer Parker und Emmett Brown ins Heute auf. Am heutigen 21. Oktober 2015 um 19 Uhr kommen sie in der Gegenwart an. Also bitte ich euch, genau um diese Uhrzeit nach einem DeLorean Ausschau zu halten. Und es muss nicht die Straße sein, sondern dieser DeLorean kann auch fliegen. Der Spaß dauert nur ein paar Stunden. Um 19:28 Uhr bricht das Team wieder in die Vergangenheit auf. Um 21 Uhr landen sie am 26. Oktober 1985.


Die ganze Sache kommt aus dem Filmklassiker Zurück in die Zukunft . Geschichte über Zeitreisen gab es schon immer, aber selten waren sie so nett verpackt, wie in Back to the Future. Damals im Kino habe ich mich herzlich amüsiert und mit meinen Kindern schaue ich die drei Teile von Robert Zemeckis gerne an. Der Teil 1 stammt aus dem Jahr 1985 und ich war noch Schüler. Ich genoss die Erfindungen des Fluxkompensator und ich hing meinen Träumen nach. Ausführlicher werde ich mich mit den Filmen am 26. Oktober in diesem Blog beschäftigten. Dann startet Marty McFly zum Datum 5. November 1955. Und wir wissen ja alle, was dann passiert … Inzwischen baue ich an meinem DeLorean aus Lego 21103 .

Lego21103

Buchtipp: Dressing a Galaxy von Trisha Biggar

20. Oktober 2015

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Als passionierter der amerikanischen und deutschen Vogue musste ich bei diesem Buch sofort zugreifen. Dressing a Galaxy: The Costumes of Star Wars zeigt die Kostüme im Star Wars Universum der Teile 1-3. Im Grunde ist das Buch eine Art Mode-Guide durch Star Wars. Und wer jetzt glaubt, dass die Kostüme der Filme oberflächlich gestaltet wurden, der irrt gewaltig.

Viele atemberaubende Details zeigt dieses Buch. Viel Interessantes, das ich in den Filmen gar nicht wahrgenommen habe, wird jetzt offensichtlich. Im Film geht es zu schnell, aber nun wird die Schönheit der Kostüme offenbart. Erst durch die aufmerksame Lektüre dieses wirklich schönen Filmbuch erschloss sich mir die Eleganz innerhalb der ersten drei Star Wars Welten. Lange Zeit war das Buch vergriffen, dann wurde es wieder aufgelegt und wie ist der Zufall wollte, fand ich in einem Antiquariat die amerikanische Originalausgabe. Es gab noch eine Luxus-Ausgabe mit Stoffproben, die ich gerne haben würde, aber verpasst habe. Dressing a Galaxy: The Costumes of Star Wars ist gestaltet wie eine klassische Vogue. Ganzseitige, detailreiche Fotografien und auf der anderen Seite das Modell bzw. Schauspieler.


Die Kostüme von Star Wars 1-3 stammen von Trisha Biggar. Sie steht für mich in der Tradition der Japanerin Eiko Ishioka, die unter anderem die Kostüme für Coppolas Brams Stoiker’s Dracula geschaffen hat. Erste Kontakte zu Lucas hatte die Schottin Trisha Biggar als sie für Die Abenteuer des jungen Indiana Jones gearbeitet hat. Scheinbar war Lucasfilm hier ein Auge auf sie und bot ihr an, die Kostüme zur dunklen Bedrohung zu entwerfen. Insgesamt schuf sie rund 6000 Kleidungsstücke für die drei Star Wars Filme. Und obwohl die Filme nicht in jeder Hinsicht überzeugten, fesselten sie vor allem durch die grandiosen Kostüme, die in aufwendiger Handarbeit gefertigt wurden. Ich habe mir das Buch mit ein paar Maßschneider angeschaut, die von dem Detailreichtum absolut fasziniert waren. Der Einsatz von verschiedenen Materialien mit Accessoires ist absolut gekonnt und macht Lust auf neue Klamotten. Ob die Bilder als Vorlage für eigene Kreationen herangezogen werden können, weiß ich nicht. Ich bin kein Schneider und auch nicht handwerklich begabt, deshalb schaue ich mir lieber das außergewöhnliche Buch an.

Limitierte Vinyl-Ausgabe: Game of Thrones Season 5 Soundtrack ausverkauft

10. Oktober 2015

Game of Thrones_Vinyl_Schallplatte

Als Soundtrack-Fan freue ich mich über neue Veröffentlichungen. Jetzt kam die Meldung, dass der Soundtrack von Game of Thrones veröffentlicht wurde – und zwar auf Vinyl.
Den Soundtrack als CD oder Download gibt es bereits seit 10. Juli 2015. Nun kam in limitierter Version die Vinyl-Ausgabe. In einer exklusiven Auflage sind die ersten 2500 LPs nummeriert und auf silberfarbenen Vinyl gepresst. Innerhalb eines Tages war der Soundtrack restlos ausverkauft. Der ausschließlich im HBO Shop erhältliche Game of Thrones Season 5 Soundtrack bestand aus zwei Vinyl Schallplatten mit Klappcover. Die 180 Gramm schweren Schallplatten beinhalten die 17 Titeln der mehrfach ausgezeichneten Serie. Das Ganze gab es beim HBO Global Licensing-Shop für Europa für 50 Euro. Jetzt gibt es nur noch die CD und die Download-Datei.
Das klingt alles ganz fein und ich freue mich grundsätzlich über den Erfolg des Soundtracks. Und jetzt kommt das Aber. Die Musik stammt wie bei den anderen Teilen auch von Ramin Djawadi. Und ich mag die Musik nicht. Die Musik hat sich mit dem Teil 5 weiterentwickelt, aber im Grunde ist es das alte Zimmer-Schema. Themen zu Tode reiten. Ich finde sie schrecklich. Es ist die klassische Musik meines Hass-Komponisten Hans Zimmer. Kennste einen Soundtrack aus dem Zimmer-Universum, dann kennste alle. Es gibt ein paar Ausnahmen von Hans Zimmer, aber die meiste Musik aus seiner Industriefirma gefällt mir einfach nicht. Ich habe die Game of Thrones-CDs wegen der allgemeinen Beliebtheit gekauft und in den Schrank gestellt, aber ich höre sie nur ganz selten an. Es gibt soviel besseres. Und so habe ich die Vinyl-Ausgabe trotz aller Sammlerleidenschaft auch nicht bestellt.