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Ein Tag voller Lächeln, Ladestrom und Leidenschaft – zweiter Mircolino Stammtisch Schwaben

20. Juli 2025

Wir sind wieder mit unserer blauen Knutschkugel auf Reisen gegangen. Ziel war Türkheim in Bayern – zum zweiten schwäbischen Microlino-Stammtisch. 65 Kilometer bei bestem Reisewetter nahmen wir mit unserem Elektrogefährt auf uns, um mit gleichgesinnten Microlino-Pilotinnen und -Piloten einen angenehmen Nachmittag in der Schlossgaststätte zu verbringen. Microlino-Fahren heißt nicht: schnell ankommen. Microlino-Fahren heißt: gesehen werden, winken, positive Emotionen empfangen.

Der Microlino weckt eine Vielzahl an Gefühlen, die ihn weit mehr als nur ein Fortbewegungsmittel erscheinen lassen. Sein retro-inspiriertes Design erinnert an die legendäre BMW Isetta und ruft dadurch Sympathie und Nostalgie hervor – viele Menschen empfinden ihn als charmant, beinahe verspielt oder gar „süß“. Hier unser Tag als Film.

Gleichzeitig vermittelt der Microlino ein starkes Gefühl von Freiheit und Unabhängigkeit: In der Stadt lässt sich mit ihm nahezu jeder Parkplatz erobern, er gleitet leise durch den Verkehr und schenkt seinem Fahrer das gute Gefühl, flexibel und souverän unterwegs zu sein. Dabei steht er auch für ein umweltbewusstes Lebensgefühl – als elektrisch betriebenes Leichtfahrzeug verkörpert er moderne Mobilität und Verantwortungsbewusstsein ohne Verzicht. Wer mit dem Microlino unterwegs ist, spürt eine gewisse Leichtigkeit und Lebensfreude. Die Fahrt wirkt oft wie ein kleines Abenteuer, begleitet von neugierigen Blicken und freundlichen Reaktionen anderer Verkehrsteilnehmer. Nicht zuletzt ist der Microlino Ausdruck von Individualität: Er fällt auf, hebt sich vom automobilen Mainstream ab und macht ein klares Statement – nämlich, dass Nachhaltigkeit, Stil und Persönlichkeit auch im Kleinformat Platz finden.

Schon im vergangenen Jahr gab es einen großartigen Stammtisch in Schwabmünchen. Jetzt sollte es tiefer nach Bayerisch-Schwaben gehen. Die Voraussetzungen: Die Batterie ist voll geladen, die Fahrtzeit beträgt etwas über eine Stunde, Autobahnen sind unbedingt zu vermeiden. Als App verwenden wir ABRP in der Free-Version. Fenster und Schiebedach auf, Hut auf – und los geht’s. Und wir haben einen Geschwindigkeitsrekord von 92 km/h aufgestellt.

Auf der Fahrt machten wir einen Zwischenstopp an der Autobahnkirche Windach Maria am Wege. Die Gespräche mit anderen Autofahrern und ihren PS-Boliden waren interessant. Unser Microlino wird von den Verbrennerfahrern nicht als Konkurrenz betrachtet – vielleicht werden wir ein wenig belächelt, aber die Sympathien sind auf unserer Seite.

In Türkheim angekommen, biegen wir durch den Torbogen ein – und da stehen sie schon: die anderen Stammtisch-Brüder und -Schwestern mit ihren Fahrzeugen, schön aufgereiht. Zwei rote, zwei mintfarbene und – mit uns – zwei blaue E-Autos waren erschienen. Eine wahre Augenweide!

Die Microlinos waren Blickfang, Fotomotiv und sofortiger Gesprächsanlass mit Passanten. Eine Dame erzählte uns von ihrem grünen VW-Käfer aus dem Jahr 1977, andere von der Isetta ihrer Jugend. Positive Vibrationen – mit wem wir auch sprachen. Zwei unserer Fahrer hatten zum Spaß einen riesigen Aufziehschlüssel auf das Dach gestellt – natürlich nur zur Show, aber ein großartiger Aufhänger, um das Eis mit Passanten zu brechen.

Nach 65 Kilometern Reiseweg mussten wir erst einmal Strom tanken – sonst wären wir nicht mehr heimgekommen. Kurzerhand schlossen wir uns an eine Ladesäule an, bevor der eigentliche Stammtisch und Meinungsaustausch begann.

Skurriles Gesprächsthema: Wie kann man in einem Microlino übernachten? Ein Paar hatte es ausprobiert und berichtete von unbequemen Erfahrungen auf der Fahrt zum Stammtisch nach Bamberg. Meine Gattin hatte die Idee, eine angepasste Luftmatratze für den Fahrerraum zu entwerfen – vielleicht sorgt sie so künftig für mehr Bequemlichkeit. Microlino-Fahrer sind eben erfinderisch.

Um das Zusammengehörigkeitsgefühl zu stärken, gab es eigens angefertigte Poloshirts mit dem Aufdruck „Microlino Team Schwaben“ – und Kekse in Microlino-Form. Wir sind eben Spinner – im positiven Sinne!

Einhellig war man der Meinung, dass die neue App für das Fahrzeug per Software-Update allen Microlinos zur Verfügung gestellt werden sollte. Natürlich wurde auch über das neue Cabrio-Modell diskutiert, über die Leistung der neuen Batterie und den möglichen Einsatz von CarPlay im Cockpit. Die Idee kam auf, mit den Microlinos an einem Isetta-Treffen teilzunehmen. Das nächste findet im August in Fürstenfeldbruck statt – wir strecken schon mal die Fühler aus.

Meine Frau erklärte, dass sie 2026 gerne einen Stammtisch bei uns im Landkreis veranstalten würde – im Rahmen von „Kunst im Stadl“ in Anzhofen. Dort sind wir seit Jahren mit der Aktion PiT Togohilfe vertreten, und unsere Microlinos würden wunderbar in dieses kreative Umfeld passen. Sie will es für 2026 einmal probieren – dann würde sich der Schwaben-Stammtisch nach Oberbayern ausdehnen. Auch kein Problem.

Nach einer Stärkung und den ersten Diskussionen fuhren wir mit unseren Autos in Kolonne durch Türkheim. Unsere sechs Fahrzeuge machten Eindruck, fielen auf und wurden bestaunt. Bei der örtlichen Eisdiele gab es eine Abkühlung, während unsere Fahrzeuge – in Reih und Glied geparkt – erneut für Aufmerksamkeit und Gespräche sorgten.

Zurück im Schlossgarten wurde nochmals Strom für die Heimreise getankt. Und zur Überraschung präsentierte meine Frau noch einen Microlino-Song, der mit KI generiert wurde. Nur ein Spaß – noch nicht perfekt –, aber ein wunderbarer Abschluss für einen rundum gelungenen Tag. Bis zum nächsten Stammtisch!

Hurra: Meine Tochter ist für den Deutsche Computerspielpreis nominiert

14. Mai 2025

Als Vater bin ich verständlicherweise stolz auf meine beide Kinder. Sie gehen beide ihren Weg und wir als Eltern unterstützen sie, wann und wie immer es geht.

Meine Tochter Seraphina hat einen interessanten Weg eingeschlagen. Sie studiert Game Design und ist das extrem engagiert und ehrgeizig in diesem Studium an der privaten Hochschuhe mediadesign München. Heute Abend wird der Deutsche Computerspielpreis verliehen und meine Tochter ist nominiert.

Ich bin stolz wie Bolle und freu mich sehr über die Nominierung des wichtigsten deutschen Preises der Branche. Egal, ob die den Preis bekommt oder nicht: Sie ist in jungen Jahren schon sehr weit gekommen und die Nominierung ist eine tolle Auszeichnung.

Das Spiel bei dem sie mitgearbeitet hat, heißt Exhibit A und ist ein Detektiv-Spiel. Das Spiel gibt es hier zum kostenlosen Download.

Tatort Galerie neu gedacht: In Exhibit A wird die Kunst selbst zum Verdächtigen
Und darum geht es: In Exhibit A schlüpft man in die Rolle eines Detektivs und erlebt einen Kriminalfall aus der Egoperspektive: Ein Mord ist geschehen, ein KI-generiertes Bild wurde gestohlen – und die Aufklärung liegt in den Händen der Spielenden. Doch das Besondere an diesem Ermittlungsfall ist nicht nur die fesselnde Atmosphäre, sondern auch die Tatsache, dass die Verdächtigen keine Menschen sind, sondern Kunstwerke: Gemälde und Skulpturen, die sprechen, sich erinnern und Hinweise geben.

Was wäre, wenn man Kunstobjekte befragen könnte? Diese ungewöhnliche Idee bildet den Kern des Spiels und sorgt für ein ebenso originelles wie stimmungsvolles Spielerlebnis. Jedes Kunstwerk ist eine eigenständige Figur mit klar erkennbarer Persönlichkeit, einer durchdachten Hintergrundgeschichte, eigenem visuellen Stil und sogar einem individuellen Soundtrack. Diese kreative Vielfalt macht die Erkundung der Galerie ebenso spannend wie die Spurensuche selbst.

Spielmechanisch überzeugt Exhibit A durch klare, intuitive Bedienung und einen reibungslosen Ablauf. So können sich die Spielenden ganz auf die Ermittlungen konzentrieren, Beweismittel kombinieren, Widersprüche aufdecken und durch die Aussagen der „Kunstzeugen“ Schritt für Schritt den Tathergang rekonstruieren. Die starke Verbindung von Erzählung, Gestaltung und Spielmechanik macht Exhibit A zu einem rundum stimmigen Erlebnis – intelligent, fantasievoll und voller überraschender Wendungen. Hier der Trailer zum Spiel.

Der Deutsche Computerspielpreis ist die wichtigste Auszeichnung für digitale Spiele in Deutschland. Er würdigt herausragende Spieleentwicklungen, fördert kreative Innovationen sowie technische und kulturelle Qualität und trägt maßgeblich zur Sichtbarkeit und Anerkennung der Games-Branche bei. Vergeben wird der Preis jährlich von der Bundesregierung gemeinsam mit dem game – Verband der deutschen Games-Branche. Neben der öffentlichen Wertschätzung erhalten die Gewinnerinnen und Gewinner auch finanzielle Förderung, was insbesondere für Nachwuchsstudios und unabhängige Entwickler von großer Bedeutung ist. Der Preis stärkt die deutsche Games-Industrie und unterstreicht die Relevanz von Computerspielen als Kultur- und Wirtschaftsgut.

Studentenprojekt Fang-tastic Hest
Vor kurzem war ich auf einer Werkschau der Hochschule. Dort präsentierte sie uns das Studentenprojekt Fang-tastic Hest, bei dem sie mitgearbeitet hat. Faszinierend und meine Gattin musste es gleich mal ausprobieren. Hier das Video dazu.

Fang-tastic Hest ist ein 2D Point-and-Click-Adventure-Game in dem ein Kobold und seine Freunde beschlossen haben, sich in ein Vampirschloss einzuschleichen und die Reichtümer zu stehlen. Auch dieses Spiel gibt es zum kostenlosen Download.

Wenn Wein und Küche sich umarmen im Gasthof Heinzinger

14. April 2025

Ein Besuch bei Gastronom Denis Kleinknecht in seinem Gasthof Heinzinger in Rottbach ist immer eine kulinarische Entdeckungsreise. Und wenn sich Denis Kleinknecht noch eine Koryphäe wie den Winzer Simon Graßmück aus der Pfalz an seine Seite holt, dann ist Wine & Dine nahezu perfekt.

Für mich steht fest: Denis Michael Kleinknecht, Küchenchef und Inhaber des Gasthofs Heinzinger in Rottbach, ist bekannt für seine kreative und zugleich bodenständige Küche, die regionale Tradition mit moderner Raffinesse verbindet. Seine Kochkünste wurden mehrfach ausgezeichnet, darunter mit der roten Haube des renommierten Restaurantführers Gault&Millau, die für „sehr empfehlenswerte“ und „herausragende“ Gastronomie steht.

Kleinknecht legt großen Wert auf die Verwendung regionaler und nachhaltiger Zutaten. Rund 80 % der Produkte stammen direkt von lokalen Erzeugern, darunter Demeter-Gemüse und Fleisch aus artgerechter Haltung. Diese Philosophie spiegelt sich in seiner Slow-Food-Küche wider, die Qualität, Regionalität und Saisonalität in den Mittelpunkt stellt. Seine Gerichte verbinden traditionelle bayerische Klassiker mit modernen Interpretationen und innovativen Techniken. Seine Leidenschaft für Kulinarik und sein Streben nach Perfektion machen ihn für mich und viele andere zu einem herausragenden Vertreter der deutschen Gastronomieszene.

Und und hatte er wieder einmal Simon Graßmück, ein Termin, den ich mir nicht entgehen lassen wollte. Das Weingut Graßmück aus Birkweiler in der Pfalz ist ein traditionsreiches Familienunternehmen, das seit über 350 Jahren besteht und aktuell von Simon Graßmück in der zwölften Generation geführt wird. Es liegt an der Südlichen Weinstraße, einer Region mit besonders vielen Sonnenstunden, ideal für den Anbau hochwertiger Weine.

Das Weingut bewirtschaftet renommierte Lagen wie den Kastanienbusch, Mandelberg, Rosenberg und Königsgarten. Diese bringen regelmäßig preisgekrönte Weine hervor, darunter trockener Riesling, fruchtiger Weißherbst, gehaltvoller Dornfelder und ausdrucksstarker Spätburgunder. Auch edelsüße Beerenauslesen und spritzige Sekte gehören zum Sortiment.

Das Weingut Graßmück in Birkweiler bietet eine breite Palette an besonderen Weinen, die durch ihre hohe Qualität und den regionalen Charakter überzeugen. Hier sind einige der herausragenden Weine aus dem Sortiment:

Weißweine
Riesling (trocken): Ein Klassiker der Pfalz, bekannt für seine Frische und Mineralität, ideal für Liebhaber trockener Weißweine.
Chardonnay Spätlese (trocken): Mit exotischen Aromen von grünem Apfel und Litschi sowie einem frischen Duft, ein rassiger Wein mit feiner Frucht.
Auxerrois (2023): Ein seltener Weißwein mit mildem Charakter und eleganter Struktur.
Rotweine
Spätburgunder (trocken): Ausdrucksstarker Rotwein mit feinen Holznoten, perfekt für gehobene Ansprüche.
Dornfelder (halbtrocken): Ein gehaltvoller Rotwein, der durch seine Fruchtigkeit und weiche Tannine besticht.
Cabernet Dorsa (trocken): Im Eichenholzfass gereift, bietet dieser Wein eine komplexe Struktur und kräftige Aromen.
Roséweine
Weißherbst: Ein fruchtiger Roséwein, der sich durch seine Leichtigkeit und Aromatik auszeichnet – ideal für Sommerabende.

Während des Abends erzählte Simon Graßmück Wissenswertes über seine Weine und seine Philosphie. Dabei schlug er aber auch ernste Töne an. Die Wasserknappheit stellt im Jahr 2025 eine ernsthafte Herausforderung für die Winzer in der Pfalz dar. Der Klimawandel führt zu häufigeren Dürreperioden und verändertem Niederschlagsverhalten, was die Wasserversorgung für die Landwirtschaft beeinträchtigt.

Die zunehmenden Temperaturen und veränderten Niederschlagsmuster führen zu einer geringeren Neubildung von Grundwasser. In Rheinland-Pfalz ist die jährliche Grundwasserneubildung bereits um rund 25 % gegenüber dem langjährigen Mittel zurückgegangen. Dies hat direkte Auswirkungen auf die Verfügbarkeit von Wasser für die landwirtschaftliche Nutzung.

Die Winzer in der Pfalz sehen sich mit mehreren Herausforderungen konfrontiert:
Zum einen sind es die erhöhte Kosten: Ab 2024 müssen land- und forstwirtschaftliche Betriebe in Rheinland-Pfalz ein Wasserentnahmeentgelt (Wassercent) zahlen. Für Grundwasser beträgt dieser 6 Cent pro Kubikmeter, für Oberflächenwasser 2,4 Cent pro Kubikmeter. Betriebe, die einem Wasser- und Bodenverband angehören, zahlen die Hälfte.  

Zum anderen ist es die Anpassung der Bewirtschaftungsmethoden: Um den Wasserverbrauch zu reduzieren und die Bodenqualität zu erhalten, setzen einige Winzer auf innovative Anbaumethoden wie die Querterrassierung. Diese Methode ermöglicht es, Regenwasser besser zu speichern und Erosion zu verhindern. Ich sprach mit Simon Graßmück zu dem Thema:

Aber nun zum Anlass des Abends: Wine & Dine. Es begann mit dem Gruß aus der Küche – Amuse Bouche dazu 2022 Pinot Blanc de Noir Sekt trocken

Kalbskopfcarpaccio, Vinaigrette gepickelte Radieschen, Wildkräuter dazu 2023 Birkenweiler Rosenberg Weißburgunder, trocken

Bärlauchschaum Kartoffel dazu 2023 Auxerrois, trocken

Fagottini, Short-Rib, Hanfasche, Honig dazu 2022 Sauvignon Blanc, Reserve „S“ trocken

Lachsforelle, Spargeldazu 2022 Birkenweiler Rosenberg, Chardonnay Kabinett, trocken

Stubenküken,Topfen, Schnittlauch, schwarze Limette dazu 2023 Birkenweiler Mandelberg, Pinot Noir Rosé, trocken

weiße Schokolade, Pistazie, Rose dazu 2023 Birkenweiler Kastanienbusch Riesling Spätlese, halbtrocken

Handwerk erleben – Chance auf eine Zukunft mit Herz, Hand und Verstand!

24. März 2025

Die „Woche der Ausbildung“ im Handwerk, die vom 24. bis 28. März 2025 stattfindet, ist eine bundesweite Initiative, um Jugendliche für eine duale Ausbildung im Handwerk zu begeistern und Betriebe bei der Nachwuchsgewinnung zu unterstützen. Sie wird von Organisationen wie dem Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH), den Innungen und auch den Handwerkskammern getragen.

Ich engagiere mich hier und habe für diese Woche zwei Podcasts für Kunden produziert, die sich dem Thema Ausbildung im Handwerk widmen. Zum einen mit dem Berufsbildungsexperten des Friseurhandwerks Christian Hertlein, zum anderen mit Bäckermeister Martin Reicherzer.
Eine duale Ausbildung im Handwerk ist Startpunkt für eine Bildungskarriere mit Sinn, Sicherheit und Zukunft.

Fokus auf das Friseurhandwerk
Das Friseurhandwerk verbindet Kreativität, handwerkliches Geschick und Kundenorientierung. Die dreijährige Ausbildung umfasst sowohl praktische Tätigkeiten im Betrieb als auch theoretische Inhalte in der Berufsschule. Lernfelder reichen von der Pflege von Haaren und Kopfhaut über das Schneiden und Stylen.

Mein Gesprächspartner Christian Hertlein ist selbst Friseurmeister in Franken und gilt in Deutschland als der Experte für Berufsbildung im Friseurhandwerk, sowohl auf bayerischer als auch auf deutscher Ebene. Ich traf ihn in Fürth zu einem sachlichen, aber unterhaltsamen Gespräch ohne Geschwätz.
Ein typischer Arbeitstag eines Friseurs beginnt mit der Vorbereitung des Salons, gefolgt von Kundengesprächen, Haarpflege, Schneidetechniken und Beratung zu Frisuren. Der Beruf erfordert ein hohes Maß an Präzision und die Fähigkeit, auf individuelle Kundenwünsche einzugehen.

Fokus auf das Bäckerhandwerk
Das Bäckerhandwerk bietet eine ebenso vielfältige Ausbildung. Diese umfasst die Herstellung von Teigen, Kenntnisse über Backverfahren sowie Hygiene- und betriebswirtschaftliche Aspekte. Die Ausbildung erfolgt dual in Betrieb und Berufsschule und legt großen Wert auf die Vermittlung praktischer Fertigkeiten.

Das Bäckerhandwerk ist geprägt von Tradition und Innovation: Neben klassischen Rezepturen wird zunehmend auf Nachhaltigkeit und hochwertige Rohstoffe geachtet. Initiativen wie „Back dir deine Zukunft“ fördern den Nachwuchs durch moderne Lernangebote wie Videos und Tutorials, die theoretische Grundlagen und praktische Techniken vermitteln.
Ich sprach mit Bäckermeister Martin Reicherzer, der Bäckereien in Fürstenfeldbruck und Aubing betreibt. Sein Unternehmen bildet erfolgreich Lehrlinge in den Berufen Bäcker, Konditor und Bäckereifachverkäufer aus.

Woche der Ausbildung
Die „Woche der Ausbildung“ bietet Jugendlichen die Möglichkeit, Einblicke in Berufe wie Friseur oder Bäcker zu gewinnen. Praktika oder Schnuppertage helfen dabei, erste Erfahrungen zu sammeln und eine fundierte Berufswahl zu treffen. Gleichzeitig können Betriebe potenzielle Auszubildende kennenlernen und für sich gewinnen.

Beide Berufe zeigen für mich exemplarisch, dass das Handwerk nicht nur Tradition bewahrt, sondern auch zukunftsorientiert agiert – sei es durch innovative Ausbildungsansätze oder den Einsatz moderner Technologien.

Corgi CC04514: Barbara Bach oder doch lieber der Lotus S1

23. September 2024

Als ich 1977 im Kino den Bond-Film der Spion, der mich liebte sah, habe ich mich in Barbara Bach und den Lotus verliebt. Frau Bach war unerreichbar, aber den Lotus bekam ich von meinen Eltern als Spielzeug von Corgi geschenkt. Leider ist er im Laufe der Jahre verloren gegangen. Er wurde exzessiv von mir bespielt und die Raketen flogen im ganzen Kinderzimmer herum, bis sie schließlich ganz verschwunden waren.

Der Lotus von Corti in der Ausgabe von 1977 in Originalverpackung erzielt bei eBay Höchstpreise, aber ich habe mir mit der Wiederauflage des Fahrzeugs als Corgi CC04514 ein kleines, preiswerteres Geschenk gemacht. Den Lotus Esprit S1.

Es ist im Grunde der genaue Nachbau meines Spielzeugs von 1977, außer das er heute in einer etwas höhenwertigen Verpackung als Sammlerschachtel angeboten wird. An den Gimmicks hat sich nichts geändert: Der Lotus verschießt orange Plastikraketen (gegen die Hubschrauber von Bösewicht Stromberg) und er verwandelt sich per Knopfdruck zu einem Unterwasserfahrzeug. Was haben wir damals im Kino über diese Verwandlung gelacht und auch heute wirkt die Szene von 1977 mit Roger Moore und Barbara Bach noch immer.

Wirkung bis heute
Der Lotus Esprit S1 aus dem Film Der Spion, der mich liebte von 1977 ist mehr als nur ein Auto; er ist eine Ikone, ein Symbol für Eleganz, Innovation und die grenzenlose Vorstellungskraft, die das James-Bond-Franchise so unvergesslich macht. Als dieser weiße Keil über die Leinwand glitt, begleitet von der charakteristischen Spannung der Filmmusik, hielt die Filmwelt den Atem an. Es war nicht nur James Bond, der in diesem Moment etwas Magisches erlebte – es waren wir alle. Diese Zeit war eine unbeschwerte Zeit.

Stellen Sie sich vor, wie der Esprit mit seiner scharfen, futuristischen Linienführung durch die malerischen Küstenstraßen Sardiniens fährt. Die Sonne reflektiert auf seiner makellosen Lackierung, während das Meer in der Ferne glitzert. Dieses Fahrzeug verkörperte die Essenz der 70er Jahre: den Drang nach Fortschritt, die Sehnsucht nach dem Außergewöhnlichen und die Lust am Abenteuer. Oh, ich gerate ins Schwärmen.

Doch was den Lotus Esprit S1 wirklich unsterblich machte, war der Moment, als er sich von einem eleganten Sportwagen in ein amphibisches Wunder verwandelte. Verfolgt von Feinden in schwarzen Hubschraubern steuerte James Bond direkt ins Meer – und anstatt unterzugehen, verwandelte sich der Esprit in ein U-Boot. Dieses unglaubliche Szenario sprengte die Grenzen meiner kindlichen Vorstellungskraft. Es war ein Augenblick des Staunens, der die Magie des Kinos in ihrer reinsten Form einfing.

Meisterwerk des Designs
Technisch gesehen war der Esprit S1 bereits ein Meisterwerk des Designs. Entworfen von Giorgetto Giugiaro, strahlte er mit seinen scharfen Kanten und dem keilförmigen Profil eine futuristische Ästhetik aus, die ihrer Zeit voraus war. Unter der Haube verbarg sich ein leistungsstarker Motor, der nicht nur Geschwindigkeit, sondern auch Agilität versprach. Doch es war die Verbindung von Realität und Fiktion, die dieses Auto zu einer Legende machte.

In Der Spion, der mich liebte wurde der Esprit zu mehr als nur einem Fortbewegungsmittel. Er wurde zu einem Charakter, einem Verbündeten, der Bond half, den Gefahren zu entkommen und die Welt zu retten. Die Emotionen, die dieser Wagen hervorruft, sind bei mir tief verwurzelt in Nostalgie und Bewunderung. Für viele von uns war es der Moment, in dem wir uns in Autos verliebten, in das Versprechen von Freiheit und Abenteuer, das sie symbolisieren. Der Esprit S1 steht für eine Ära des Optimismus, in der Technologie und Stil Hand in Hand gingen, um etwas wirklich Einzigartiges zu schaffen. Und jetzt steht der Lotus bei mir zu Hause.

Revolution statt Evolution: Apple kommt mit Vision Pro

6. Juni 2023

Jetzt ist die Katze aus dem Sack: Vision Pro lautet die Weiterentwicklung des Computers. Vorgestellt durch Apple auf der Entwicklerkonferenz WWDC. Es ist nicht nur eine AR/VR-Brille, sondern es ist die konsequente Weiterentwicklung eines neuen, eigenen Ökosystems mit Rechner inside.

Die technischen Daten von Prozessor, Linsen, Kameras lassen sich von der Apple-Website abrufen. Mir geht es hier mehr um die Vision hinter der Vision Pro. Ich kenne nur die Präsentation von der WWDC und ein paar Stimmen von Kollegen, die vor Ort in Cupertino waren. Ich habe das Headset noch nicht live gesehen, es soll ja 2024 in den US-Verkauf gehen. Preis 3500 US-Dollar – das ist ne Stange Geld, aber kein Vergleich was mich Macs in früherer Zeit gekostet haben.

Im Web lese ich von Taucher- oder Skibrille und was das für ein seltsames Design wäre. Erinnern wir uns an die Häme als die AirPods vorgestellt wurden und die Kritiker lachten, die würden niemals durch Wattestäbchen Musik hören? Und heute?
Vision Pro ist mehr als nur eine Brille. Es ist laut Tim Cook eine „neue Art von Computer, der die Realität erweitert, indem er das Reale und das Digitale naht­los miteinander vermischt.“ Große Worte, aber so muss es wohl sein. Wenn das wirklich klappt, dann ist es eine wirkliche Neuerung: Revolution statt Evolution – und ich bin mir sicher, Apple zeigt als Technologieführer wo der Hammer hängt. Apple erfindet sich wieder neu.

Und diese Aussage von Tim Cook zeigt, wie sehr er mit Steve Jobs verbunden war und ihn verstanden hat. Steve Jobs meinte einst: „Einige Leute wissen nicht, was sie wollen, bis man es ihnen zeigt.“ Dieses Zitat wird oft als Ausdruck von Jobs‘ Ansatz zur Produktentwicklung bei Apple verwendet, bei dem das Unternehmen bestrebt war, revolutionäre Produkte zu schaffen, die die Bedürfnisse der Kunden erfüllen, noch bevor sie sich selbst dieser Bedürfnisse bewusst waren. Jobs glaubte daran, dass es nicht ausreicht, Kunden nur nach ihren Wünschen zu fragen, sondern dass wahre Innovation darin besteht, Produkte zu schaffen, von denen die Menschen nicht einmal wussten, dass sie sie brauchen würden. Und natürlich lese im im Netz, die ewigen Nörgler. Aber genau so ein Produkt wird Vision Pro werden, da bin ich mir sicher. Ein Produkt von dem ich noch gar nicht weiß, wie sehr ich es brauchen werde.

Vision Pro wird Folgen haben. Wenn ich höre, dass Disney einer der ersten Content-Partner ist, wird die Luft für Kinos und Beamerhersteller dünner. Auf Disney werden Netflix und Co folgen. Wenn Vision Pro Medieninhalte in hoher Auflösung und Größe vor meinen Augen abspielt, dass wird sich die Unterhaltungsindustrie verändern. Schon jetzt bin ich begeistert, vom Gaming im 360 Grad Raum durch meine Sony VR2 – wie aufregend kann das erst durch Vision Pro werden? Ach ja, die 3D-Wiedergabe brauche ich als Sehbehinderter persönlich nicht, hoffe aber, dass Brillenträger mit der Vision Pro gut zurecht kommen. Tim Cook und der Leiter der Apple-Design-Abteilung Richard Howarth sind ja auch Brillenträger. In kleinen Räumen oder Bienenwaben-Appartements wird auf einmal alles viel, viel größer. Die Brille öffnet größere Räume, vielleicht auch größere Räume der Fantasie?

Ich bin als digitaler Nomade gewohnt, irgendwo zu arbeiten, wo es einen Netzempfang gibt. Da wird das System auch in meiner mobilen Arbeitsumgebung interessant. Vision Pro ist schließlich ein leistungsfähiger Computer und nicht nur eine VR/AR-Brille. Apple liefert durch einen eigenen App-Store die entsprechenden Apps fürs autonome Arbeiten (an denen Apple freilich gut verdienen wird). Und ich kann, so zumindest in der Präsentation meine bestehende Hardware wie MacBook Pro ins Headsystem einbinden. In der Präsentation wurde Apple eigene Software-Programme wie Keynote oder Mail gezeigt, aber auch Microsoft Word und andere Office-Teile.

Reizvoll finde ich die Konferenzen mit eigenem Avatar, die nicht so Nintendomäßig aussehen wie die Meta-Variante on Horizont World. Netter Sidekick: Das Wort Metaverse fiel bei Apple nicht ein einziges Mal, aber ich bin sicher, Mark Zuckerberg hat die Präsentation genau verfolgt und bohrt die Quest x sicher schon auf. Etwas nervös werde ich allerdings, dass Cook auch das Wort AI/KI nicht einmal gesagt hat. Der Einsatz von Präsentationssoftware wie Webex, Teams oder Zoom wurden angekündigt und das wird Arbeiten in virtuellen Räumen verändern.

Die Keynote der WWDC muss sich erst einmal setzen lassen. Neben neuen Macs, neuen OS für iPhone, iPad, Mac und Watch nun noch Vision Pro. In den nächsten Tagen und Wochen werden wir uns mit der veränderten Welt beschäftigen. Ich fang an zu sparen und freue mich als Fan-Boy auf weitere Innovationen. Alles wird gut.

Mandalas für Erwachsene als verpasste Geschäftschance

18. Juli 2016

Mandala_1642

Vor längerer Zeit durfte ich ein Seminar für Medienkaufleute halten. In geselliger Runde kamen wir abends beim Bier ins Gespräch über das eine oder andere Verlagsprojekt. Die Situation in Verlagen ist angespannt und neue Ideen sind gefragt. Hier wird an die Belegschaft appelliert, neue Geschäftsfelder vorzuschlagen. Und es kann aber folgendes passieren: Werden Ideen vorgeschlagen, dann werden sie oftmals vom Management abgewiesen. Das entmutigt Mitarbeiter. Die Stimmung in manchem Verlagshaus wird noch schlechter. Ein Teufelskreis entsteht.
Ähnliches ist hier passiert. Eine Teilnehmerin berichtete mir von ihren Erlebnissen. Sie arbeitet in einem Buchverlag, der Name tut nichts zur Sache. Sie hatte eine Bekannte mit kleinen Kindern, die stundenlang mit Begeisterung Mandalas ausmalen. Das sind schwarz-weiß-Ausdrucke von Formen und Mustern, die dann in Farbe mit Stiften ausgemalt werden müssen. Kinder lernen sich so zu konzentrieren und exakt zu arbeiten. Als Kind habe ich so etwas mit klassischen Malbüchern gemacht. Ich habe meine Malbücher geliebt und auch ich habe meinen Kindern Malbücher und Mandalas gegeben.
Sie schlug eine Art Mandala für Erwachsene vor. Der Verlag lehnte dies als blödsinnige Idee ab. Warum sollen Erwachsene Bilder ausmalen? Die Mitarbeiterin war frustriert, schade.


Und heute? Heute gehe ich in Buchhandlungen und sehe reihenweise Mandalas für Erwachsene – nur der betroffene Verlag ist nicht dabei. Er hat die Chance verpasst, obwohl es in sein Geschäftsmodell gepasst hätte. Der Verlag hat nicht auf seine Mitarbeiterin gehört, das Management wusste es besser – oder glaubte es zu wissen.
Als ich in meiner Familie und bei meinen Freunden herumgefragt hatte, stellte sich heraus, dass einige Mandalas für Erwachsene ausmalen. Es beruhigt ungemein, war die Antwort. Das Leben ins stressig genug. Mandalas dienen zum Runterkommen, zur Konzentration, zum Zeitvertreib. Ich probierte es aus und es stimmt. Als digitale Nomade habe ich mir freilich Mandala-Apps für das iPad Pro gekauft – so eine Art indische und indianische Muster. Mit dem Pencil vom iPad Pro male ich auf langen Zugfahrten zu meinen Seminaren meine Mandalas aus. Und immer wenn ich die Mandalas sehe, dann denke ich mir wieder, hätte der Verlag nur auf seine Mitarbeiterin gehört.

Gemüse selbst ernten – tolles Angebot der Gärtnerei Gruber aus Nesselwang

20. August 2015

Tolle Idee der Gärtnerei Gruber aus Nesselwang.

Tolle Idee der Gärtnerei Gruber aus Nesselwang.

Es gibt Felder, auf denen wir Blumen pflücken können. Ich gehe auf Plantagen zum Blaubeeren sammeln – und habe sogar darüber geschrieben. Der Trend, etwas selbst zu pflücken oder zu ernten, ist vorhanden. Jetzt traf ich bei der Gärtnerei Gruber in Nesselwang im Allgäu auf einen neuen Trend. Gemüse selbst ernten. Ich hab es gemacht und bin begeistert.


Durch den Tipp von Susanne Wannags bin ich auf die Gärtnerei gestoßen. Sie liegt an der Maria-Rainer-Str. 25 in Nesselwang. Frisch, gesund und regional – unter diesem Motto gibt es dort von Juli bis September Gemüse zum selbst Ernten. Als ich dort Halt machte, gab es gerade verschiedene Tomaten- und Salatsorten, Gurken, Zwiebel, Zucchini, Paprika, Rucola, Auberginen, Sellerie, Kohlrabi, Mangold im Topf. Die Bohnenernte war gerade am Ende. Auf der Website der Gärtnerei werden die aktuellen Ernteprodukte, die reif sind, vorgestellt. Verteilt war das Gemüse um Selbsternten über drei große Gewächshäuser.


Vor allem die Gurken sind der Hammer. Vergessen Sie alles, was Sie jemals gegessen haben. Die Gruber-Gurke hat ein top Aroma. Wer nur die holländische Wassergurke als Stadtmensch gewohnt ist, wird nach dem Genuss der Gruber-Gurke nie wieder zu so einem aufgeblasene Wassermonster greifen.


„Die Idee zum Selbsternten hatten unsere Kinder“, berichtete mir die Chefin des Hauses. Sie selbst ist über den Erfolg der Aktion sehr überrascht und freut sich, dass die Aktion so gut angenommen wird. Neue Website und ein Facebook-Auftritt sorgen auch für digitale Kunden, die ganz analog nach Nesselwang kommen. Ganz wichtig für eine Gärtnerei: Die Kunden gehen sorgsam mit den Pflanzen um und ernten das Gemüse vorsichtig und umsichtig. Am Eingang des erstes Gewächshauses liegen Körbchen und Papiertaschen für die Ernte bereit.

Am Eingang des erstes Gewächshauses liegen Körbchen und Papiertaschen für die Ernte bereit. Gartenscheren gibt es zum Ausleihen.

Am Eingang des erstes Gewächshauses liegen Körbchen und Papiertaschen für die Ernte bereit. Gartenscheren gibt es zum Ausleihen.

Gartenscheren gibt es zum Ausleihen, damit die Pflanzen beim Ernten nicht beschädigt werden. Also nicht wild reißen, sondern vorsichtig abschneiden.


Dieses Jahr hat die Aktion des Selbsterntens Premiere gehabt. Ich muss zugeben, es ist eine absolute Bereicherung und zeigt die Innovationskraft des Mittelstandes. Ich wundere mich, warum ich bisher bei Gärtnereien im Umland von München so einen Service noch nicht bemerkt habe. Gerade die Stadtmenschen würden sich über ein solches Angebot freuen. Aber vielleicht kennt ihr ja Gärtnereien wie die Gärtnerei Gruber, die so einen Service anbieten. Und wenn ich wieder in Nesselwang bin, dann schau ich gerne wieder vorbei.

Und wenn ich wieder in Nesselwang bin, dann schau ich gerne wieder vorbei.

Und wenn ich wieder in Nesselwang bin, dann schau ich gerne wieder vorbei.

Apple kauft (wohl) Metaio – meine Einschätzung

29. Mai 2015

Die Gerüchteküche brodelte in München ganz schön, wenn ich in der Community das Thema Metaio ansprach. Metaio ist einer der wichtigsten Firmen weltweit im Bereich augmented reality zu deutsch etwa erweiterter Realität. Die Software-Schmiede aus München entwickelte für zahlreiche Kunden höchst innovative Projekte, veranstaltete eine Top-Konferenz mit inside AR in München und war leuchtendes Beispiel für den High-Tech-Standort Bayern.

Ich mache mir Gedanken zu Metaio.

Ich mache mir Gedanken zu Metaio.

Jetzt hat wohl Apple zugeschlagen und das Münchner Unternehmen gekauft – so zumindest deuten alle Indikatoren hin. Von den Beteiligten Apple und Metaio gibt es dazu noch keine Aussagen. Aber es sieht ganz so aus.

Die Website von Metaio wurde nahezu stillgelegt.

Die Website von Metaio wurde nahezu stillgelegt.

Kauf oder Crash? fragten sich im Vorfeld einige meiner Bekannten und auch ich machte mir Sorgen um Metaio. Die Vorzeichen könnten beides bedeuten. Die Website des Unternehmens wurde großteils vom Netz genommen, der Support der Produkte mittelfristig eingestellt, die deutschen Twitter-Kanäle von Metaio gelöscht. Auf Anfragen kam keine Antwort. Hatte sich Metaio mit der großartigen inside AR-Konferenz übernommen? Dann wurde auch die inside AR in den USA abgesagt. Das klang alles nicht gut.
Die Gerüchte intensivierten sich dann im Vorfeld zur Google Konferenz iO. Sollte Google vielleicht Metaio gekauft haben? augmented reality gilt als interessante Zukunftstechnologie und hier spielt Google ganz vorne mit. Eine Kombination mit Google Glas oder anderen Google-Diensten schien nahe zu liegen. Nachdem Facebook sich die Oculus Rift einverleibt hatte, Microsoft an VR-Brillen arbeitet, sollte Google in diesem Bereich stärker tätig werden. Aber auf der iO-Konferenz von Google wurde kein Wort zu Metaio verloren. Damit war gestern Abend klar, Google hat nicht gekauft. Also doch Crash?
Später am Abend meldeten dann US-Dienste, dass wohl Apple die Kriegskasse geöffnet habe und sich Metaio einverleibt hatte. Das Vorgehen wäre typisch für Apple. Bei der Übernahme gab es eine strikte Nachrichtensperre und jetzt sickern Zug um Zug Details durch. Apple ist ja nicht für seine lockere Informationspolitik bekannt und so bekommen wohl die Metaio-Mitarbeiter weiterhin Sprechverbot. Wer spricht, der kann gehen und muss auch mit entsprechenden Klagen rechnen. So ist es bei den neuen Herren von Apple. Eine Anfrage von bei Apple wurde wie immer kommentiert. Man gebe keine Kommentar ab.


Gestern nacht tauchte dann ein Auszug aus dem Handelsregister auf, den ich nicht überprüfen kann. Am 21./22. Mai habe Apple wohl über einen Frankfurter Notar Dr. Alexander Haines zugeschlagen. Apple wird in diesem Auszug als Gesellschafter von Metaio aufgeführt.

Auszug aus dem Handelsregister, der zeigen soll, dass Apple Metaio gekauft hat.

Auszug aus dem Handelsregister, der zeigen soll, dass Apple Metaio gekauft hat.

Was bedeutet dies nun? Zunächst die positive Seite für mich: Wenn ein Player wie Apple in den augmented reality-Markt einsteigt, dann wird die Technologie vorangetrieben. Apple hat die Marktmacht, das Thema in die Köpfe und auf die Geräte der Kunden zu bringen. augmented reality leidet derzeit daran, dass es zu viele verschiedene Systeme gibt und es für den Normalkunden nicht einheitlich ist. Mal braucht der Kunde diese App, mal braucht er eine andere. Dann gibt es aus meiner Sicht noch kein klares Erkennungszeichen für augmented reality-Dienste. Woher soll der Kunde wissen, dass in einer Zeitung, auf einem Plakat, in einem Buch augmented reality-Technologie integriert ist? Metaio arbeitet mit dem „I love AR“-Logo, die deutschen Zeitschriftenverlage haben jeder ein eigenes Logo für die augmented reality-Anwendungen. Beim Thema QR-Code hat es lange gedauert, bis Kunden verstanden haben, was sich hinter einem QR-Code verbirgt. Und noch heute gibt es viele, viele User da draußen, die noch nicht wissen, das die schwarzweißen Pixel ein QR-Code mit Botschaften sind. Bei augmented reality wird dies noch schwieriger und dieses Problem kann Apple mit seiner Marktmacht lösen. augmented reality wird endlich zu einer Massentechnologie und kommt aus dem digitalen Elfenbeinturm heraus.
Und nun die negative Seite für mich: Apple polarisiert, aber ganz schön heftig. Wenn Apple etwas macht, dann kommen starke positive und negative Reaktionen. Das wird beim Thema augmented reality nicht anders sein. Apple liebt sein eigenes Ecco-System und ist nicht immer ein Freund von Windows- und Linux-Entwicklern. Offene Systeme sind nicht gerade das Ding von Cupertino wie wir gerade am Beispiel der Apple Watch gesehen haben. Die Uhr ist ohne iPhone eigentlich nutzlos.
Und ich mache mir Sorgen um den Standort in München. Derzeit sitzt Metaio Tür an Tür bei meinem alten Arbeitgeber der DIGITAL PRODUCTION. Ich habe einige Freunde bei Metaio gefunden, die sich jetzt um ihren Arbeitsplatz Sorgen machen müssen. Das US-Unternehmen Apple tickt einfach anders als eine mittelständische deutsche GmbH. Zieht Metaio komplett in die USA? Eine Zweigstelle im Valley hat Metaio bereits. Sucht Apple die Nähe zu seinem neuen Besitz? Cupertino liegt nicht weit entfernt und Apple baut ja seinen Campus in UFO-Form neu. Platz für ein paar Metaio-Mitarbeiter gibt es da sicher.
Wenn Metaio in die USA geht und den Standort München an der Hackerbrücke aufgibt, dann verliert der Freistaat Bayern massiv. Eines der wichtigsten Innovationsunternehmen würde Bayern verlassen. Hier sollte die bayerische Wirtschaftsministerin Ilse Aigner sich um Standortpolitik kümmern und bei Apple anklopfen. Stromtrassen sind wichtig, aber für das High-Tech-Land Bayern sollte Metaio auch wichtig sein. Aber wie ich höre, haben es schon ein paar gute Denker im Umfeld des Wirtschaftsministeriums das Thema auf der Agenda.
Und was machen jetzt die Metaio-Kunden und Entwickler? Ich habe selbst an Schulungen für die AR-Software teilgenommen, aus journalistischem Interesse – nicht um meinen Lebensunterhalt damit zu verdienen. Wie sieht die Zusammenarbeit mit diesen Third Party-Entwicklern künftig aus? Und mit welcher Software arbeiten sie? Wenn Apple wirklich Metaio gekauft hat, sollte sich Apple schnell eine Lösung überlegen, sonst wandern diese kreativen Entwickler zu anderen Software-Lösungen ab.
Aber vielleicht interessiert Apple dies nur am Rande. Apple kauft immer wieder kleine Firmen und integriert sie. Irgendwann tauchen dann die Lösungen in den Apple-Produkten auf. Es war bei iTunes und den Karten-Diensten unter anderem der Fall.
Ich bin für meinen Fall beruhigt, dass es für augmented reality weitergehen wird und dass Metaio nicht vom Markt verschwindet, wie es in der Gerüchteküche kolportiert wurde. Wie und in welcher Form Apple sich dem Thema augmented reality und Metaio annimmt, wird sich zeigen. Mal sehen, ob Tim Cook es auf er anstehenden WWDC im Juni erwähnt, aber wahrscheinlich ist es zu früh.

Meine macromedia-Studenten bei Metaio.

Meine macromedia-Studenten bei Metaio.

Ich bin Metaio und seinen Mitarbeitern dankbar für die vergangenen Jahre. Das Unternehmen gab mir den Mut, dass in Deutschland innovative Software entstehen kann. Ich konnte mit meinen Studenten immer bei Metaio vorbeischauen und die Zukunft von augmented reality erleben. Und die inside AR-Konferenz hat mir die Augen für Zukunftstechnologien geöffnet. Ich habe hier über augmented reality bei Lego, bei Ikea, beim Optiker und bei Verlagen geschrieben. Die Welt ändert sich und sie ändert sich schnell.

Gruppenbild mit virtuellem Eisbar bei Metaio.

Gruppenbild mit virtuellem Eisbar bei Metaio.

Wir unterschätzen den Einfluss digitaler Technologien

20. Januar 2015

Skeptisch reagieren wir Deutsche auf Veränderungen, wie hier bei wearable bei der InsiderAR-Ausstellung von metaio.

Skeptisch reagieren wir Deutsche auf Veränderungen, wie hier bei wearable bei der InsiderAR-Ausstellung von metaio.

Sind wir Deutsche technikmüde oder gar technikfeindlich? Ich glaube solche pauschalen Aussagen nicht, aber die Skepsis ist in unserem Land weit verbreitet. Technische Neuerungen sind Veränderungen und so mancher mag Veränderungen nicht. Auf der anderen Seite haben wir eine steigende Startup-Szene. Ich habe mich beispielsweise mit einem Gründer von crowd impact getroffen, die eine interessante Vision haben.
Schauen wir mal auf die Zahlen: Weltweit sind 85 Prozent der Menschen davon überzeugt, dass „digitale Technologien die Welt verbessern“. Das ist das zentrale Ergebnis einer umfangreichen Online-Befragung von Microsoft unter 12.000 Menschen in zwölf Ländern zum Einfluss von IT und Internet auf Wirtschaft und Gesellschaft. Die Studie hat Microsoft aus Anlass des Weltwirtschaftsforums veröffentlicht, das am 21. Januar 2015 in Davos startet. Insgesamt erwartet eine deutliche Mehrheit der Befragten positive Effekte für Unternehmen, Bildung, Mobilität, Beschäftigung, Gesundheitswesen sowie für die eigene Lebensqualität. Allerdings zeigen sich die Menschen in den Schwellenländern deutlich optimistischer und setzen größere Hoffnungen in neue Technologien als die Bewohner der Industriestaaten. Und, das finde ich besonders interessant: Besonders wenig Enthusiasmus zeigen die Deutschen.
Gesellschaft in Zukunft 

Für die Studie „Views from Around the Globe“ hat Microsoft im Dezember 2014 je tausend Einwohner in fünf Industriestaaten (Deutschland, Frankreich, Japan, Südkorea und den USA) und sieben Schwellenländern (Brasilien, China, Indien, Indonesien, Russland, Türkei und Südafrika) ausführlich befragt, wie Internet und IT Wirtschaft die Gesellschaft in Zukunft beeinflussen. Hoffnung hegen die Menschen vor allem in Hinblick auf die wirtschaftliche Entwicklung:

• Insgesamt 72 Prozent sind davon überzeugt, dass IT und Internet Innovationen beschleunigen,
• 68 Prozent meinen, dass digitale Technologien die Bedingungen für Unternehmensgründungen verbessern,
• 65 Prozent glauben, dass digitale Technologien die Produktivität erhöhen.
Eine deutliche Mehrheit der Menschen sieht außerdem positive Effekte für Bildung, Lebensqualität, Mobilität, Wettbewerbsfähigkeit, Beschäftigung und Gesundheitswesen.

Deutliche Lücke zwischen Schwellenländern und Industriestaaten
Allerdings klafft zwischen den Erwartungen der Bewohner der Industriestaaten und denen der Schwellenländer eine deutliche Lücke. Die Menschen in den Schwellenländern stehen digitalen Technologien deutlich positiver gegenüber als die der Industriestaaten. Und in der Gruppe der Industriestaaten zeigen sich ausgerechnet die Deutschen besonders wenig optimistisch:
Thema Innovation: Mehr als 80 Prozent der Indonesier, Brasilianer und Inder (und immerhin auch 68 Prozent der Amerikaner) meinen, dass digitale Technologien Innovation beschleunigen. Aber nur 60 Prozent der Deutschen sehen IT und Internet als Triebfeder für Innovation.
Thema Produktivität: Mehr als 70 Prozent der Inder und Chinesen, aber nur 56 Prozent der Deutschen, sind davon überzeugt, dass Internet und IT die Produktivität verbessern. Allerdings liegt Deutschland in dieser Frage mit den USA gleichauf. Und deutlich mehr Deutsche als Japaner, Südkoreaner oder Franzosen glauben an Internet und IT als Treiber für mehr Produktivität.
Thema Startups: Während mehr als 80 Prozent der Indonesier und Brasilianer an bessere Bedingungen für Gründer durch IT glauben, meinen nur 54 Prozent der Deutschen, dass digitale Technologien die Chancen für Unternehmensgründungen erhöhen.
„Die Studie belegt, dass die Deutschen den Einfluss digitaler Technologien unterschätzen“, erklärt Dr. Christian P. Illek, Vorsitzender der Geschäftsführung von Microsoft Deutschland. „Die Tatsache, dass im Umfeld von Cloud Computing und App-Entwicklung täglich neue Geschäftsideen entstehen, ist noch längst nicht in den Köpfen aller Deutschen angekommen.“ Ich kann diese Aussage bestätigen. Auf meinen Seminare stelle ich einen erheblichen Schulungsbedarf fest.
Auch gegenüber neuen, internetbasierten Geschäftsmodellen haben die Menschen je nach Herkunft eine unterschiedliche Erwartungshaltung. Von neuen Services, wie beispielsweise der Online-Vermittlung von Fahrdiensten, Urlaubsquartieren oder Jobs, erwarten die meisten Bewohner der Schwellenländer eine Verbesserung gegenüber traditionellen Anbietern – sowohl für Konsumenten als auch für die Beschäftigten. Dagegen stehen die Menschen in den Industriestaaten Anbietern solcher Dienste mehrheitlich kritisch gegenüber.

Gewaltiger Handlungsbedarf
Diese Kluft schlägt sich auch in den persönlichen Erwartungen der Menschen nieder. Während sich die Menschen noch weitgehend darüber einig sind, dass die besten Berufsaussichten künftig im Hightech-Bereich liegen (Industriestaaten 43 Prozent, Schwellenländer 47 Prozent), so klafft bei der Bewertung der eigenen Jobperspektiven eine deutliche Lücke. Der Aussage „Menschen wie ich interessieren sich für Jobs im Hightech-Bereich“ stimmten 90 Prozent der Männer und 79 Prozent der Frauen in den Schwellenländern zu. In den Industriestaaten fanden nur 68 Prozent der Männer und 51 Prozent der Frauen die Aussage zutreffend. Ein ähnliches Missverhältnis wird bei der Aussage „Menschen wie ich werden ermutigt, im Hightech-Bereich zu arbeiten“ sichtbar. Allerdings fällt an dieser Stelle der große Unterschied bei den weiblichen Befragten ins Auge: 77 Prozent der Frauen in den Schwellenländern, aber nur 46 Prozent der Frauen in den Industriestaaten fühlen sich zu einer Karriere im Hightech-Bereich ermutigt. Illek: „Hier belegt die Studie gewaltigen Handlungsbedarf. Denn angesichts des heute schon dramatischen Fachkräftemangels können es sich gerade die alternden Gesellschaften der Industriestaaten nicht leisten, auf den Beitrag gut ausgebildeter Frauen am Arbeitsmarkt zu verzichten.“