Die HAARE 2009 steht vor der Tür und es sicherlich die wichtigste Friseurmesse Deutschlands. Am 18. und 19. Oktober ist Nürnberg damit wieder das Mekka der haarigen Branche. Ich bin dabei und schau, dass die Presse wieder richtig über die bayerische Meisterschaft der Friseure informiert wird.
So beginnt die HAARE 2009 bereits am Vorabend, Samstag 17. Oktober, mit einer Pre-Opening-Party in der Nürnberger Diskothek Planet. Bis 24 Uhr haben Frauen hier freien Eintritt und es wird eine ganz heiße Party.
Tags darauf beginnt am Sonntag, 18. Oktober die HAARE 2009. Neben der bayerischen Meisterschaft für Friseure gibt es wieder die große Fachausstellung in den Messehallen. Hier wird alles für den modernen Betrieb angeboten. Auf zwei Bühnen läuft parallel ein starkes Programm, dass die Kreativität und Qualität des Friseurhandwerks unter Beweis stellt. Verschiedene Gruppen zeigen aktuelle Schnitte und Farben und demonstrieren Neuerungen der Branche. Unter dem Motto „It’s showtime“ präsentieren international bekannte Akteure ihr exklusives Programm.
Absolute Neuerung ist die Live Styling Lounge. Sie ist das ehrgeizige Projekt einer Gruppe von Ausstellern der HAARE 2009. Erstmals präsentiert sich mit der Live Styling Lounge auf einer Friseurmesse in Deutschland ein Friseursalon von A bis Z. Hier wird zwei Tage lang von morgens bis abends beraten, geschnitten, gefärbt, gestylt und Salonalltag gezeigt. Branchenstars wie Marco Giammarino oder Mike Hofmann lassen die Besucher an ihrem Können teilhaben und zeigen Friseurpraxis pur.
Das 47. Album des Meisters ist da und es ist bizarr. Bob Dylan hat die CD „Christmas in the heart“ veröffentlicht. Sie enthält 15 amerikanische Weihnachtsschnulzen im Country-Stil. Die Klassiker, wie „Stille Nacht“ oder „Jingle Bells“ blieben uns aber erspart. Wir brauchen keine Angst zu haben, eine Schmalzplatte im Stile eines Elvis Presley, Bing Crosby, Johnny Cash oder Frank Sinatra vorgesetzt zu bekommen, schließlich reden wir von Dylan. Aber die Scheibe geht nach dem mehrmaligen Anhören immer noch nicht ins Ohr. Sie regt auf, wenngleich aus anderen Gründen wie frühere Dylan-Platten.
Der Hintergrund zur „Christmas in the heart“: Die Erlöse aus dem Verkauf der CD spendet er dem Welternährungsprogramm und der Organisation Crisis UK. Diese verteilt in der Weihnachtswoche rund 15000 Mahlzeiten an Obdachlose. Chapeau Bob, das ist eine Idee. Kritiker werden mal wieder maulen, dass es eine geniale Marketingidee ist – was sie ohne Zweifel ist. Aber es ist eine gute Sache und nährt den Ruf, dass Dylan die Welt doch nicht egal ist.
Wer die perfekt eingespielten Songs anhört, bekommt immer wieder das Bild eines Hobos vor Augen, der bei der Speisung der Heilsarmee mitsingt. Es ist noch Suppe am Weihnachtsabend da. Irgendwie höre ich die Stimme eines Mannes, der die Nacht auf den Parkbänken verbringt und sich an die Weihnachtslieder seiner behüteten Jugend erinnert. Das Chamäleon Dylan hat wieder eine seiner Masken aufgesetzt, dieses Mal ist es die Wohltätigkeitsverkleidung. Aber es ist gut, wenn sich Millionär Dylan den Armen zuwendet als wenn er nichts tun. Die Einspielung ist makelos. Seine Begleitband umfasst die aktuelle Tourmannschaft Tony Garnier, George Receli, Donnie Herron, David Hidalgo, Phil Upchurch und Patrick Warren und dazu gibt es einen Bubu-Chor – genial und die Spielfreude der Herrschaften überträgt sich sofort.
Und Dylan? In den vergangenen Jahren habe ich Dylan nie so intensiv und inbrünstig singen hören. Der Mann hat einfach Stil und in mir spricht der Dylan Fan, der das Gesamtwerk des Meisters schätzen und lieben gelernt hat. Ich rege mich nicht mehr auf, wenn Dylan eine seiner berühmten Kehrtwendungen macht, sei es Folk zu Rock zu Country zu Schlager zu Rock zu Pop zu Show zu Gospel zu Rock zu Country zu Weihnachtsmucke. Die Lieder sind allesamt Fremdkompositionen wie zu Zeiten von „World Gone Wrong“ und „Good As I Been To You“. Hier wurden die amerikanischen Wurzeln verarbeitet und auch bei „Christmas in the heart“ ist dies der Fall. Weihnachtslieder gehören zur amerikanischen Kultur. Ein weiterer Beitrag von „His Bobness“ zur Verarbeitung der Musik in seinem Land. Für Fans ist „Christmas in the heart“, für die anderen löst sie Kopfschütteln aus.
Seit Wochen arbeitet mein Team und ich fieberhaft auf ein Event hin: die animago AWARD & CONFERENCE. Am 29. und 30. Oktober wird in der Filmstadt Babelsberg der wichtigste europäische Animationspreis verliehen. Dazu gibt es ein fettes Programm mit allerlei Stars aus der Postproduktions- und Visualisierungsbranche. Sogar Pixar hat sich angesagt. Crowd-Simulation-Spezialist Paul Kanyuk komplettiert die Liste der Top-Referenten bei der animago CONFERENCE in der Filmstadt Potsdam/Babelsberg. In seinem Vortrag wird er sich auf die technologische Weiterentwicklung und die richtige Produktions-Pipieline in Sachen Crowd Simulation beim Animationsfilm konzentrieren. Von „Ratatouille“ über „Wall-E“ bis hin zum neuesten Werk „UP“ – im Anschluss werden die CONFERENCE-Besucher wissen, wie die Horden an Pixars Ratten, Roboter und Rottweiler zum Leben erweckt werden.
Persönlich gespannt bin ich auf einen Vortrag von Philip Weiss von metricminds: Er berichtet über neue Wege der Gesichtsanimation. Die Embody-Technolgie des US-Entwicklers CaptiveMotion beschreitet neue Wege beim motion capture. Was ich bisher gesehen habe, ist echt fett.
Bisher hat motion capture im Gesicht die gleiche Technologie benutzt, wie das optische motion capture für den Körper: Reflektierende Marker werden von mehreren Seiten aufgenommen und danach wird ihre Position errechnet. Hier gelten die gleichen Regeln der Physik wie im „großen“ MoCap-Studio. Die Marker müssen rund sein, damit das Licht sauber nach allen Richtungen zurückreflektiert werden kann. Die Kugelform ist außerdem wichtig, damit ihr Mittelpunkt gut von allen Perspektiven bestimmt werden kann, um die Genauigkeit zu gewährleisten. Der Prozess ist also nicht ganz unkompliziert und erfordert kleine Kügelchen auf dem Gesicht. Diese Kugelmarker haben zudem die Eigenschaft, dass sie sich nicht nur mit dem Gesicht bewegen, sondern aufgrund ihrer Aufhängung auch Eigenbewegungen und Zittern entwickeln. In der späteren Animation bewirken diese Bewegungen einen gummiartigen Effekt, der nicht unbedingt erwünscht ist. Ein weiterer Nachteil ist, dass die Marker leicht abfallen und ihre Reflektionskraft nachlässt, wenn sie schmutzig werden, oder mit Schweiß in Berührung kommen.
Das Embody Verfahren benutzt flache Marker, also Folienkreise, die auf das Gesicht aufgetragen werden. Diese werden strategisch positioniert, um eine gute Animierbarkeit der Daten zu gewährleisten. Momentan benutzt das Standard-Markerset etwa 1400 Marker. Diese werden dann, ähnlich wie beim herkömmlichen Motion Capture, mit mehreren Kameras aufgenommen und getracked. Das Ergebnis ist ein animiertes Mesh, das auch die Ausrichtung der Kreise beinhaltet (Normalen). Dieses Mesh wird dann per Shrink-Wrap Verfahren auf anders proportionierte Gesichter übertragen (Retargeting).
Die Qualität der Animationen ist sehr gut für Close-ups im Kino geeignet. Embody wurde jedoch für Computerspiele entwickelt, daher lässt sich die Animation auf beliebig viele Bones oder Morph Targets skalieren.
Ich werde Zug um Zug noch über die Vorbereitungen zur Veranstaltung berichten. Vielleicht treffen wir uns ja in Babelsberg.
Talent setzt sich immer durch. So will es uns die Hitmaschinerie seit Jahrzehnten weiß machen. Aber zum Talent gehört auch Glück. Und es gehört eine gewisse Überzeugungsarbeit dazu. Und warum nicht auch die Kraft von Web 2.0 nutzen und die Überzeugsarbeit intensivieren? Dies denkt sich zurzeit der Schauspieler Michael Jäger, der die Aktion gestartet hat: „ Ich will Tatort-Kommissar werden.“ Die Fernsehspiel-Chefin des Hessischen Rundfunks, Liane Jessen, sucht ein neues Ermittlerteam für die Main-Metropole und Michael Jäger wirbt intensiv für seine Person. Von sich selbst schreibt er auf seiner Website: „ Ich bin überzeugt, ich habe das Zeug, einen überzeugenden Tatort-Kommissar mit Ecken und Kanten und auch einer Portion Charme zu geben.“
Na, wenigstens der Wille und das Selbstbewusstsein stimmen. Über Twitter, Facebook und Blog wirbt der gute Mann lautstark und sammelt Stimmen aus dem WWW für seine Person. Und er macht seinen Bewerbungsjob nicht schlecht. Ob das Guerrilla-Marketing beim HR funktioniert, weiß ich nicht. Der HR sollte die Aktion zumindest mit einem Gastauftritt belohnen.
In meinem Bekanntenkreis gehen wir davon aus, dass die Aktion von Erfolg gekrönt sein wird. Ich kann nix dazu sagen, weil der einzige TV-Kommissar meines Geschmacks der Monaco Franze war und der ist ja in Rente gegangen und der ist ja leider auch nicht mehr. Meine Kollegin im Marketing liebt allerdings die Tatort-Krimis und sie ist von der Aktion überzeugt. Allerdings: Wie sehr kann man jemanden vertrauen, der das antiquierte Wort „Krimi“ noch sagt?
Eine interessante Frage stellte mir neulich ein Bekannter: Warum muss aus Spielen jedes einzelne Hakenkreuz entfernt werden, wenn man es in Deutschland verkaufen will? Aktuelles Beispiel ist der Egoshooter „Wolfenstein“. Activision Blizzard hat die Händler Ende September aufgerufen, ihr Spiel aus den Regalen zu nehmen, weil bei der Überprüfung ein Hakenkreuz durchgerutscht sei.
Nur damit keine Zweifel aufkommen. Ich brauche keine nationalsozialistischen Symbole und hab auch nix mit dem alten oder neuen Nazi-Pack am Hut. Dennoch ist die Frage des Kollegen richtig: Warum muss aus Spielen jedes einzelne Hakenkreuz entfernt werden, wenn man es in Deutschland verkaufen will? Während hingegen ein Spielfilm durchaus Symbole des Nationalsozialismus enthalten kann, ein Beispiel dafür ist der Film „Operation Walküre“.
Ein Blick in die Rechtsliteratur besagt: Erlaubt ist in Deutschland eine Hakenkreuzdarstellung nach § 86 Absatz 3 StGB nur, wenn sie „der staatsbürgerlichen Aufklärung, der Abwehr verfassungswidriger Bestrebungen, der Kunst oder der Wissenschaft, der Forschung oder der Lehre, der Berichterstattung über Vorgänge des Zeitgeschehens oder der Geschichte oder ähnlichen Zwecken dient“.
In einem PC-Spiel wie Wolfenstein werden aber keine geschichtlichen Zusammenhänge dargestellt, sondern es geht um reine Unterhaltung. Insofern kann ein Hakenkreuz hier leicht als den Nationalsozialismus verherrlichendes Symbol gewertet werden. Spielehersteller gehen dieser Diskussion aus dem Weg und entfernen die entsprechenden Symbole, wie unlängst bei Activision Blizzard geschehen. In Deutschland ist das Hakenkreuz aus gutem Grund verboten, im Ausland nicht, deshalb gibt es in den USA das Spiel mit den Nazi-Symbolen.
Im Fernsehen sieht man Hakenkreuze im Zusammenhang mit Dokumentationen oder mit der Darstellung der deutschen Geschichte. Auch Filme werden genau geprüft, wie sie mit dem Hakenkreuz umgehen. Grundsätzlich gilt bei Filmen aber der Kunstbegriff.
Interessant ist aber die Weiterentwicklung des Kulturbegriffs. So sind von einigen Videogames als Kulturgut offiziell anerkannt. Gelten dann für Spiele und Filme die gleichen Maßstäbe? Ich bin gespannt, wie die Debatte weitergeht.
Heute mal wieder eine Episode aus dem Reich der Telekomiker. Es traf einen Kollegen von mir, der wie ich, ein iPhone-Jünger erster Stunde ist. Es geht sich um das Thema Tethering. Wir beide haben einen Complete-Tarif der ersten Generation. Dieser erlaubt uns die Nutzung des iPhones als Modem. Aber nein, die Magenta-Freunde erlauben uns jetzt kein Tethering, raten uns aber deutlich auf den Complete-Tarif der zweiten Generation upzugraden. Hier darf man dann das iPhone als Modem nutzen, freilich gegen saftige Gebühren. Wunderbar die Antwort der Telekomiker zum Thema Tethering. Man teilte uns Kunden mit, dass es zu aufwändig sei, festzustellen, wer alles Complete-Tarife der ersten Generation habe. Darum könne diesem Kundenkreis leider Tethering nicht kostenfrei zur Verfügung gestellt werden. Mal ehrlich: Aber wenn der Provider das schon nicht kann, wer dann?
Auch super: Gott sei Dank, kann sich T-Mobile aktuell ja auch auf Apple rausreden. Schließlich hat Apple das Update 3.01 das aktuelle iPhone OS veröffentlicht und der Kollege hat es auch noch installiert (ich nicht). Na da kann T-Mobile natürlich nichts dafür.
Aber: Wer war wohl die treibende Kraft hinter dem Detail, dass man Tethering nicht mit der aktuellen Version nutzen kann? Es ist natürlich wirklich sträflich von einem technisch-affinen Kundenkreis, wenn man auf eine aktuelle Software-Version updatet. Bei T-Mobile bleibt man besser immer ein paar Versionen hinten. Der Fortschritt im Allgemeinen ist offensichtlich nicht gut!
Und noch was: Hat es T-Mobile mittlerweile geschafft, eine Version der Web’n’walk-Software bereitzustellen, die unter Mac OS 10.6 Snow Leopard läuft? Hoppla, sorry, mein Fehler. Aktuelle Betriebssysteme sollte man als Kunden bei der T-Mobile ja nicht verwenden. Vermutlich laufen Ihre Rechner noch unter Windows 3.11.
Manche Verfehlungen kann man mit einem Schmunzeln zur Kenntnis nehmen. Was sich T-Mobile liefert, ist auf der einen Seite zum Lachen. Aus Sicht ihrer Kunden aber leider auch zu Heulen.
Eine interessante Diskussion entwickelte sich vor kurzem auf einem Seminar zwischen mir und einer Seminarteilnehmerin. Ich berichtete, dass mein Sohn von seiner Tante eine Tüte mit Hörspielkassetten von Benjamin Blümchen und Sesamstraße geschenkt bekommen hatte. Fragend wandte sich der Nachwuchs an mich: „Papa, was ist denn das?“ Mein Sohn kannte keine Kassetten mehr. Wir haben auch ein Problem, denn wir haben nur noch ein Tape Deck im Haushalt. Die Seminarteilnehmerin fand dies entsetzlich. Ich müsste meine Kinder an das Medium Kassette heranführen. Wie könnten sie denn im Baumhaus ihre Hörspiele hören?
Ich erklärte, dass ich keinen Bedarf mehr an Kassetten habe, genauso wie ich keinen Bedarf mehr an den Tonbändern meines Vaters habe. Ich schloss das Tape Deck aus dem Keller, es war sogar ein teueres Doppel-Tape-Deck von JVC, an den Mac an und digitalisierte die Hörspiele. Zeitraubend und vom Klangergebnis her nicht gerade berauschend. Vielleicht ist es besser, wie ich es mit Hui Buh-Hörspielen gemacht habe. Ich habe es aufgegeben, meine Schallplatten zu digitalisieren und mir stattdessen für ein paar Euro die Hörspiele als MP3 gekauft. Diese liegen auf dem zentralen Hausserver und sind für alle Familienmitglieder zugänglich. Für mich ist es wichtiger, dass mein Sohn einen iPod und Rechner bedienen kann, anstatt eines antiken Kassettenrekorders. Ich habe auch mein analoges Diktiergerät mit den kleinen durchsichtigen Plastikkassetten mit weißen Aufklebern weggeworfen. Das digitale Aufnahmegerät oder sogar der Rekorder im iPhone macht einen besseren Dienst. Das ist für mich der Lauf der Dinge.
Nun, meine Seminarteilnehmerin verstand meine Argumentation nicht. Sie fand meine Einstellung „entsetzlich“. Ok, damit kann ich leben.
Ich habe im jüngsten Urlaub die Lego Video Games „Star Wars“, „Indiana Jones“ und „Batman“ durchgespielt und es hat einfach Spaß gemacht. Dabei kam die PSP, Nintendo DS und die PS3 zum Einsatz an der Spielefront.
Obwohl das Spielprinzip in allen drei Spielen das Gleiche ist, wurden die Games nie langweilig. Dabei muss ich gestehen, ich bin sowohl ein Fan der bunten Steine aus Dänemark, als auch ein Fan der genannten Filme. Ich bin mit Lego aufgewachsen und hab ganze Welten aus Plastiksteinen gebaut. Ebenso war es mit den Filmen, wobei die natürlich auch die Comics von Batman aus dem Ehapa-Verlag als Kind verschlang. Die Comics von Frank Miller entdeckte ich erst viel, viel später.
Dennoch gibt es Abstufungen bei den Lego-Games: Star Wars“ und „Indiana Jones“ orientieren sich an den Drehbüchern der Filme, wobei der Dreiteiler „Eine neue Hoffnung“, „Das Imperium schlägt zurück“ und die „Rückkehr der Jedi-Ritter“ für mich am besten umgesetzt wurde. Wahrscheinlich liegt es daran, dass die Geschichten um Luke Skywalker, Darth Vader und Han Solo mir in Fleisch und Blut übergangenen sind. Die neuen Verfilmungen, die ja zeitlich und inhaltlich vor diesen drei Teilen liegen, haben mich emotional nicht so berührt. Bei „Indiana Jones“ ist es ebenso, wobei die Lego-Version die ersten drei Teile umfasst.
Etwas enttäuschend ist die Lego-Version von Batman. Dabei liegt es nicht an dem dunklen Rächer über Gotham City, sondern vielmehr an der Geschichte des Spiels. Hier haben sich die Macher nicht an die Originaldrehbücher gehalten, sondern haben eigene Geschichten mit den Schurken wie Joker oder Two Face entwickelt. Hier merkt man dann aber auch die Schwäche von Videogames: Die Story ist zu dünn. Es reicht eben nicht, nur ein paar bekannte Helden zu nehmen und sie in ein Spiel zu packen.
Was gehört alles in ein Aquarium? Fisch, na klar. Nein ich meine an Ausstattung. Also wer Kies, Pumpen, Pflanzen, Wurzeln und Steine hat, der braucht eigentlich nichts mehr. Ich schon – ich brauche noch Kitsch. Ich bin ein Fan vom Kitsch. Das geht schon lange zurück. Ich erinnere mich an das chinesische Restaurant meiner Jugend, Rosengarten oder so. Die hatten in ihrem Aquarium im Restaurant einen kleinen asiatischen Tempel. Hier konnten die Fische durchschwimmen – genial. So eine Art von Kitsch brauche ich auch. Der Fachhändler im Zoofachgeschäft und meine Frau winken ab, so was wäre nichts seriöses. Nix da, ich hab mich durchgesetzt. Ich kauf ein wenig Kitsch für unser 84 Liter Familienbecken.
Zunächst ein Brainstorming angesetzt und Ideen gesammelt: Bohrinsel, Totenkopf, versunkenes Schiff, U-Boot, Tempel, Säulen, Schatzkiste, Pyramide, Yellow Submarine, Burg, Taucherhelm – es gibt unendlich viele Möglichkeiten sein Aquarium zu individualisieren. Beim Kauf sollte man aber aufpassen, dass der Kitsch auch wasserfest ist und keine giftige Chemie abgibt. Also nicht einfach den Revell-Bausatz zusammenkleben und im Aquarium versenken. Da wird der Fisch über kurz oder lang über die Wupper gehen. Bei einem Internet-Anbieter habe ich auch Vulkane, Wikingerschiff und brennende Schlösser entdeckt. Der Berater beim OBI sprach auch von der versunkenen Bismarck, die passt allerdings nicht in unser 84 Liter Becken rein.
Ich hab mich für einen Totenkopf entschieden, dessen Schädel zertrümmert ist – sehr geschmackvoll. Der Kopf ist halb im Kies vergraben und sieht bei richtiger Beleuchtung geheimnisvoll aus. Ich hätte gerne noch einen Sarg mit Skelett, aber ich sehe ein, dass ich noch ein bisschen warten muss. Jetzt kommen erst mal die Fische.
Ein neues Aquarium in Betrieb zu nehmen nennt sich „Einfahren“. Meine Frau hat mich auf dieses Fachwort hingewiesen, das sie stilsicher benutzte. Ich sprach die ganze Zeit von Inbetriebnahme des Beckens oder platt: Aquarium flott machen – um im maritimen Sprachgebrauch zu bleiben. Aber nein, beim Aquarium heißt die Vorbereitung bis der Fisch ins Wasser kommt eben „einfahren“. Ich geb zu, in meiner Naivität hab ich mir dieses Einfahren leichter und etwas schneller vorgestellt. Aber wer ein wenig nachdenkt, versteht warum so ein Einfahren bis zu zwei Wochen dauert. Und das mir, dessen zweiter Vorname Geduld ist.
Zunächst habe ich das leere 84 Liter Becken auf die Terrasse getragen. Ich prüfte, ob das Teil mit seinem 5 mm dicken Glas überhaupt dicht ist. Nichts wäre blöder, als wenn das Becken im Wohnzimmer leckt und das kostbare Mobiliar versaut. Aber ich kann nicht einfach einen Eimer aus der Garage mit Wasser zum Auffüllen nehmen. Nein, sonst kämen ja böse Bakterien ins Becken. Also eine Metall-Ikea-Schüssel aus der Küche genommen, aufgefüllt und etliche Male zwischen Küche (Wasserhahn) und Terrasse (Aquarium) gependelt. Wir hatten Glück. Das Becken ist dicht und nun folgte der Schritt zwei.
Wir haben uns im Zoofachgeschäft mit Kies, Wurzeln und Pflanzen eingedeckt. Als erstes gilt es den Kies zu waschen. Ein Haushaltsieb hilft dabei. Für unser 84 Liter Becken mit 80x35x30 brauchen wir knapp 20 kg Kies. Bevor es ans Modellieren des Bodens geht, sollte eine Zeichnung gemacht werden, wie man sich das fertige Aquarium vorstellt. Malen ist nicht unsere Stärke, vielleicht schaff ich es mit Vue oder Bryce eine 3D-Animation zu generieren, aber bis ich den Rechner anhatte, war die Ehefrau bereits zur Tat übergegangen. Der Boden des Beckens wurde mit 3 bis 5 Zentimeter Kies bedeckt. Hinten links kommt eine hohe Erhebung, hinten rechts eine leichte – so eine Art Berg und Tal Landschaft stellen wir uns vor. Dann kommt eine Art Nährstoff für die Pflanzenwelt und dann wieder eine Schicht Kies. Anschließend positionieren wir einen schönen Stein mit zwei Löchern und eine Wurzel im Becken. Die Wurzel in einem großem Topf auskochen, damit keine Bakterien ins Becken kommen.
Dann haben wir die Geräte eingebaut, Pumpe und Heizung. Beide kamen in die hinteren Ecken. Weil sie nicht so schön aussehen, werden sie nun von Pflanzen verdeckt. Spezielle Wasserpflanzen gibt es beim OBI oder Zoofachgeschäft für Fische. Hier unterscheidet man zwischen drei verschiedenen Pflanzentypen (nicht biologisch, sondern planerisch). Vorne die kleinen, in der Mitte die Mittleren und oh Wunder hinten die Großen Pflanzen. Auf den Abstand zueinander achten und nicht zu dicht pflanzen. Der Fisch soll sich zwar verstecken können, aber ein Aquarium ist auch kein Dschungel. Anschließend kommen noch Ausstattung ins Becken, wie Schiffe, Tempel oder Burgen – wer es denn mag. Mir gefällt der Kitsch.
Jetzt kommt das Wasser hinzu. Aber nicht einfach mit Schwung Reinkippen. Die Wucht des Wassers würde die feine Kieslandschaft aufwühlen und zerstören. Wir haben eine Untertasse reingelegt und das Wasser darüberlaufen lassen. So bleibt die Szenerie erhalten. Dann Strom an und Pumpen anwerfen und es kann losgehen.
Leider aber noch nicht mit Fischen. Im Aquarium muss sich ein Biotop bilden. Das System muss leben und das braucht seine Zeit. Die Literatur spricht von 10 bis 14 Tagen – so lange. Wir haben noch Mittelchen, so eine Art Dünger, ins Becken gegeben. Darin sind Bakterien, die den Prozess beschleunigen. Jeden Tag einen Spritzer Bakterienkonzentrat aus der Pumpflasche. Dann nach ein paar Tagen einen Teil des Wassers wechseln und warten, warten, warten.