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Lou Grant ist tot – Ed Asner starb mit 91 Jahren

30. August 2021

Kann eine Fernsehserie die Berufswahl beeinflussen? Ja, ich glaube sie kann es. Zumindest kann ich es aus meiner Sicht bestätigen. Nein, ich wollte nie Raumschiffkommandant oder Sheriff werden, aber als ich als Kind die Serie Lou Grant gesehen hatte, da wollte ich Journalist werden. Nun ist der Held meiner Serie Ed Asner im Alter von 91 Jahren gestorben. Der Schauspieler verkörperte für mich immer die Rolle von Lou Grant.

Lou Grant war eine Reporterserie, die in Deutschland am 6.Januar 1979 im ZDF ausgestrahlt wurde – mit mir vor dem Grundig-Fernseher meiner Eltern. Grant ist Lokalchef der fiktiven „Los Angeles Tribune“ und sein Team deckt kleine und große Geschichten auf und hebt sie ins Blatt. Die Serie spiegelt wunderbar einen Zeitungskosmos wider, den ich Jahre später in ähnlicher Weise bei meinem Volontariat und Redakteurstätigkeit in Ansätzen erleben durfte. Zeitungsarbeit war Teamarbeit und das Team der Los Angeles Tribune arbeitete in 114 Folgen in 5 Staffeln mal zusammen, mal gegeneinander. In Deutschland gab es nur 52 ausgewählte Folgen zu sehen, die ich Jahre später bei Tele 5 auf VHS mitgeschnitten habe. Leider ist die Serie in Deutschland nie auf DVD erschienen und die US-Fassungen sind preislich deutlich angestiegen. Er wird Zeit für eine Neuauflage.

Ed Asner verkörperte den raubeinigen, aber zu meist fairen Lokalchef Lou Grant, der immer wieder mit der Verlegerin Margaret Pynchon aneinander gerät. Chefredakteur ist Charles Hume, Joe Rossi ist die ehrgeizige journalistische Spürnase, Billy Newman McCovey eine emanzipierte Journalistin, Art Donovan der stellvertretende Chefredakteur und Herb Herbert war der Fotograf die Bestie. Die Serie wurde mit insgesamt dreizehn Emmy-Awards und zwei Golden Globe Awards ausgezeichnet. Insgesamt gab es 26 Auszeichnungen und weitere 61 Nominierungen. Noch immer habe ich die Titelmelodie im Kopf, samt Kanarienvogel am Ende.

Ed Asner war immer als Schauspieler unterwegs. Zuletzt fiel er mir in Pixars Animationsstreifen 2009 Oben/Up auf, als er in der US-Version der Hauptfigur Carl Fredricksen seine Stimme lieh. Aber für mich bleibt er immer Lou Grant mit einem Herz aus Gold.

Heiße Phase zum animago

9. Oktober 2009

Seit Wochen arbeitet mein Team und ich fieberhaft auf ein Event hin: die animago AWARD & CONFERENCE. Am 29. und 30. Oktober wird in der Filmstadt Babelsberg der wichtigste europäische Animationspreis verliehen. Dazu gibt es ein fettes Programm mit allerlei Stars aus der Postproduktions- und Visualisierungsbranche. Sogar Pixar hat sich angesagt. Crowd-Simulation-Spezialist Paul Kanyuk komplettiert die Liste der Top-Referenten bei der animago CONFERENCE in der Filmstadt Potsdam/Babelsberg. In seinem Vortrag wird er sich auf die technologische Weiterentwicklung und die richtige Produktions-Pipieline in Sachen Crowd Simulation beim Animationsfilm konzentrieren. Von „Ratatouille“ über „Wall-E“ bis hin zum neuesten Werk „UP“ – im Anschluss werden die CONFERENCE-Besucher wissen, wie die Horden an Pixars Ratten, Roboter und Rottweiler zum Leben erweckt werden.

Persönlich gespannt bin ich auf einen Vortrag von Philip Weiss von metricminds: Er berichtet über neue Wege der Gesichtsanimation. Die Embody-Technolgie des US-Entwicklers CaptiveMotion beschreitet neue Wege beim motion capture. Was ich bisher gesehen habe, ist echt fett.

Bisher hat motion capture im Gesicht die gleiche Technologie benutzt, wie das optische motion capture für den Körper: Reflektierende Marker werden von mehreren Seiten aufgenommen und danach wird ihre Position errechnet. Hier gelten die gleichen Regeln der Physik wie im „großen“ MoCap-Studio. Die Marker müssen rund sein, damit das Licht sauber nach allen Richtungen zurückreflektiert werden kann. Die Kugelform ist außerdem wichtig, damit ihr Mittelpunkt gut von allen Perspektiven bestimmt werden kann, um die Genauigkeit zu gewährleisten. Der Prozess ist also nicht ganz unkompliziert und erfordert kleine Kügelchen auf dem Gesicht. Diese Kugelmarker haben zudem die Eigenschaft, dass sie sich nicht nur mit dem Gesicht bewegen, sondern aufgrund ihrer Aufhängung auch Eigenbewegungen und Zittern entwickeln. In der späteren Animation bewirken diese Bewegungen einen gummiartigen Effekt, der nicht unbedingt erwünscht ist. Ein weiterer Nachteil ist, dass die Marker leicht abfallen und ihre Reflektionskraft nachlässt, wenn sie schmutzig werden, oder mit Schweiß in Berührung kommen.

Das Embody Verfahren benutzt flache Marker, also Folienkreise, die auf das Gesicht aufgetragen werden. Diese werden strategisch positioniert, um eine gute Animierbarkeit der Daten zu gewährleisten. Momentan benutzt das Standard-Markerset etwa 1400 Marker. Diese werden dann, ähnlich wie beim herkömmlichen Motion Capture, mit mehreren Kameras aufgenommen und getracked. Das Ergebnis ist ein animiertes Mesh, das auch die Ausrichtung der Kreise beinhaltet (Normalen). Dieses Mesh wird dann per Shrink-Wrap Verfahren auf anders proportionierte Gesichter übertragen (Retargeting).

Die Qualität der Animationen ist sehr gut für Close-ups im Kino geeignet. Embody wurde jedoch für Computerspiele entwickelt, daher lässt sich die Animation auf beliebig viele Bones oder Morph Targets skalieren.

Ich werde Zug um Zug noch über die Vorbereitungen zur Veranstaltung berichten. Vielleicht treffen wir uns ja in Babelsberg.

Die nächsten Pixar-Filme stehen fest

24. Oktober 2008

Nachdem Wall•E derzeit für lange Schlangen an den Kinokassen sorgt, hat Pixar seine nächsten Filme angekündigt. Der nächste Film heißt „Up“ und dann folgt der zweite Teil von „Cars“. Letzteres wird bei uns zu Hause für Begeisterungsstürme sorgen, denn Sohnemann ist ein riesiger Cars-Fan. Gestern ist in YouTube bereits der erste Trailer von „Up“ aufgetaucht. Wenn alles glatt läuft, soll der Film am 29. Mai 2009 in den Vereinigten Staaten anlaufen – außer Steve Jobs greift mal wieder ein. Von Disney habe ich folgenden Inhalt bekommen: Carl Fredricksen hat sein Leben mit Träumen verbracht, wie er die Welt entdeckt. Als er 78 Jahre alt ist, scheint sein Leben vorbei. Dann tritt der achtjährige Russel in sein Leben, der es gehörig durcheinander bringt. Pixar, die seit längerem zum Disney-Konzern gehören, hat zudem seine nächsten Filme angekündigt. Regier führt Pete Docter, der schon „Monsters, Inc.““ gedreht hat sowie Co-Regisseur Bob Peterson. Ich habe mal eine Liste mit den geplanten Pixar/Disney-Filmen zusammengetragen. Sie sind sortiert nach geplanten US-Kinostarts.

May 29, 2009 – Up

October 2, 2009 – Toy Story in 3-D

February 12, 2010 – Toy Story 2 in 3-D

June 18, 2010 – Toy Story 3 in 3-D

Summer 2011 – Newt

Christmas 2011, The Bear and the Bow

Summer 2012 – Cars 2

Fest steht bei Disney, dass es einen klaren Trend zu Stereo 3D gibt. Bereits im kommenden Jahr soll es gleich fünf Filme in Stereo 3D geben.