Archive for the ‘Medien’ Category

Unnötig und trotzdem wichtig: Nintendo NES mini

13. Dezember 2016
Brauch ich, brauch ich: Nintendo NES mini

Brauch ich, brauch ich: Nintendo NES mini

Es gibt Sachen, die sind einfach Quatsch und trotzdem braucht man sie. So ergeht es mir mit dem Nintendo NES mini, das vor kurzem auf den Markt kam. Es ist eine alte Konsole, neu aufgelegt, verkleinert und mit 30 Spielen ausgestattet. Als Retro-Gamer urteilte ich: Brauch ich unbedingt.
Jetzt das Problem. Nintendo hat von der Konsole eine – sagen wir einmal – übersichtliche Anzahl von Exemplaren auf den deutschen Markt gebracht. Und es war ja klar: Ich habe keine abbekommen. Grrrr. Hoffentlich bin ich bei der nächsten Runde dabei.

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Jetzt hatte ich die Gelegenheit die Konsole ein wenig zu testen. Während der Games Lounge im Werk1 in München, die vom Verein VideoSpielKultur regelmäßig veranstaltet wird, hatte ein Teilnehmer die Nintendo NES mini dabei gehabt. Ein wenig Zeit hatte ich, das kleine Wunderkästchen zu bespielen und mein erstes Fazit: Wunderbares Gamesplay und tolle Erinnerung an die Zeit als die NES auf den Markt kam. Ich bekam damals von meinen Eltern kein NES. Ich hatte den Atari 2600 bekommen – Jahre zuvor. Das war meinen Eltern genug Gezocke am heimischen Fernseher. Also musste ich zu Kumpels ausweichen und meine Erfahrungen mit Zelda, Mario, Donkey Kong und anderen Klassikern sammeln.
Jetzt kann ich durch die Nintendo NES mini diese Erlebnisse nachholen. Per HDMI wird das Nintendo NES mini an die Glotze angeschlossen. Ein USB-Stecker als Energielieferant wird nicht mitgeliefert, aber das war kein Problem.
Da ich ein wenig kurzsichtig bin, machten mir die kurzen Kabel von der Konsole zu den Controllern weniger etwas aus. Wenn das Ding irgendwann einmal bei mir zu Hause steht, brauche ich aber ein längeres HDMI-Kabel, denn hier hat Nintendo eindeutig gespart.

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30 Spiele sind auf der Konsole installiert, mehr sind nicht. Und das Ganze zum offiziellen Verkaufspreis von 70 Euro – irgendwelche Abzocker bieten die Konsole für rund 200 Euro auf entsprechenden Börsen an. Das werde ich garantiert nicht zahlen, sondern ein wenig warten, bis Nintendo die nächste Lieferung auf den Markt bringt. Noch vor Jahreswechsel sollte es soweit sein. Die Spiele sind: Balloon Fight, BUBBLE BOBBLE, Castlevania, Castlevania II: Simon’s Quest, Donkey Kong, Donkey Kong Jr., DOUBLE DRAGON II: THE REVENGE, Dr. Mario, Excitebike, FINAL FANTASY, Galaga, GHOSTS‘N GOBLINS, GRADIUS, Ice Climber, Kid Icarus, Kirby’s Adventure, Mario Bros., MEGA MAN 2, Metroid, NINJA GAIDEN, PAC-MAN, Punch-Out!! Featuring Mr. Dream, StarTropics, SUPER C, Super Mario Bros., Super Mario Bros. 2, Super Mario Bros. 3, Tecmo Bowl, The Legend of Zelda, Zelda II: The Adventure of Link
Andere Gamer im Werk1 erklärten mir beim Spielen, dass man die Spiele umsonst per Emulation bekommt. Na und, sage ich. „Du kannst die Sachen ja laden, Ich will das kleine schnucklige Ding in meinem Wohnzimmer.“

Buchtipp: Star Wars: Die Kostüme der klassischen Trilogie

12. Dezember 2016

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Der neue Star Wars steht vor der Tür und Rogue One behandelt ja die Vorgeschichte von Krieg der Sterne. Keine Frage, ich freue mich sehr auf diesen Film, der zwischen Episode III und IV spielt. Das Warten hat mir wieder Lust auf die Original-Trilogie gemacht. Also nochmal ein Marathon-Screening angesetzt und alle Filme auf Blu ray reingezogen. Hier die Star Wars: The Complete Saga . Eine Wohltat kann ich nur sagen.
Als Erinnerung an die alten, guten Filme schenkte mir meine Frau ein schönes Buch über die Kostüme der Originaltriologie. Die deutsche Ausgabe lautet: Star Wars: Die Kostüme der klassischen Trilogie, ich bekam die US-Originalausgabe Star Wars Costumes: The Original Trilogy.
Nachem ich ja bereits ein absoluter Fan der Kostüme von Teil I-III und die entsprechende Umsetzung als Buchform war, freute ich mich doch sehr als Fan auf die neue Lektüre. Hier eine Buchvorstellung des Kostümbuches der Episoden I-III.

Nachdem die Kostüme (nicht die Filme) 1-3 absolut genial waren, enttäuschte mich dann das Buch über die Kostüme der Original-Trilogie. Es liegt einfach daran, dass wohl nicht genügend gutes Material aufzutreiben war. Krieg der Sterne, wie Teil IV ja bei uns hieß, war kostümmäßig eher schwache Kost. Es war ein bisschen Muppet-Show und Wüstenlook à la Mad Max. Hier mein Video über das Buch:

Natürlich war nicht alles schlecht. Es gibt ein paar Highlights. Für die Kostüme des Imperiums nahmen die Designer ihre Anleihen beim Dritten Reich und bauten sie auf die Zukunft um. Einzig Chewbacca, Darth Vader und die Sturmtruppen hatten es mir angetan. R2D2 und C3PO spielen freilich in einer anderen Kostümliga. Genauer konnte ich mir die Kostüme bei der Star Wars Ausstellungen Identities ansehen, die eine Zeitlang in München lief. Hier das Kostüm von Vader.

Wie drchschnittlich die Kostüme im Teil IV waren, merkt man im Film weniger, allerdings im Buch gewaltig. Die Kostüme wirkten zusammengeschustert, was sich am Budget des damaligen Films ablesen ließ. Bei Imperium schlägt zurück und Rückkehr der Jedi-Ritter war mehr Geld vorhanden, was sich auch auf die Kostüme auswirkte. Hier macht das Buch auch deutlich mehr Spaß.
Viele der Kostüme haben sich ins kollektive Gedächtnis unserer Gesellschaft eingebrannt. Kaum ein Fasching, Karneval oder sonstiger Verkleidungsaktion vergeht ohne Star Wars-Kostüme. Sehr nett sind auf den Conventions die absoluten Fans im Cosplay-Look. Ich bewundere solche Menschen und hab solche Hardcore-Fands im vergangenen Jahr in Nürnberg kennengelernt. Vielleicht nehme ich auch mal Kontakt zur deutschen Garison der 501st Legion auf. Ich habe die Herrschaften öfters mal im Legoland Günzburg getroffen. Die 501st Legion ist ein weltweiter Star Wars Kostümclub, der ausschließlich aus Fans zusammengesetzt ist und von diesen eigenverantwortlich betrieben wird. Sicherlich gehören die Kostümbücher zur Standardlektüre der Mitglieder.

Aber natürlich gibt es auch in diesem Buch ein Highlight. Ein Highlight, das mich als Jugendlicher begeistert hat: er goldene Bikini von Prinzessin Leia. Er wird in dem Buch vorgestellt und war auch einer der Höhepunkte der Star Wars-Ausstellung. Hier ein Video von der Ausstellung:

Medienkompetenz: Verkauf von Bewegungsdaten durch Telefónica widersprechen

8. Dezember 2016

Die Big Data-Welle rollt langsam auf uns zu. In diesem Umfeld macht es mich nervös, dass Telefónica das Geschäft mit den Nutzerdaten in Angriff genommen hat und die anonymisierten an Interessierte verkaufen will. Der Verkauf wird von der Firma Telefónica Germany NEXT GmbH durchgeführt. Zu Telefónica gehören O2 und E-Plus. 2012 ist Telefónica mit dem Verkauf erstmals gescheitert und unternimmt jetzt einen neuen Anlauf. Thorsten Dirks, noch bis Ende März als Vorstandschef von Telefónica Deutschland die Aktion zu verantworten hat, wechselt dann als Chef dann zu Eurowings.

Widerspruch einlegen
Wer nicht will, dass seine Daten, ob anonymisiert oder personalisiert, verkauft werden, der sollte umgehend handeln und dem Vorhaben des Telefonanbieters widersprechen. Im Rahmen meiner Vorträge über Medienkompetenz weise ich darauf immer wieder hin. Ich persönlich empfehle jedem das Verkaufen der anonymisierten Standort- und Nutzungsdaten zu untersagen. Aus den Nutzungsdaten von Mobilfunkkunden lassen sich Bewegungsprofile erstellen. Verbraucherschützer warnen:
Bewegungsprofile können beispielsweise Aufschluss darüber liefern, wie Kundenströme durch ein Einkaufszentrum verlaufen. Sie können allerdings auch viel über Lebensgewohnheiten, Eigenarten, Kontakte und politische Einstellungen aussagen. Also meine Empfehlung ist, der Datensammlung zu widersprechen.

Wie geht der Widerspruch?
Telefónica hat eine Widerspruchsseite im Netz eingerichtet. Unter Selbst entscheiden kann der Kunde dem Vorhaben widersprechen. Dieser Service steht für Kunden aller Marken in den Netzen von O2 und E-Plus bereit. Also jetzt handeln.

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Und ewig lockt das Geld. Der Telefonanbieter versucht über den kostenlosen Dienst o2 More Local die Daten zu vermarkten. Der Telefinkunde bekommt dafür Vorteilsangebote von Partnermarken in der Nähe per SMS aufs Handy. O2 sagt zudem: „Datenschutz hat höchste Priorität – kein Transfer der Kundendaten an Partner.“ Allerdings: Infos über Geschlecht und Standort müssen übermittelt werden. Mein Tipp: Ich würde vorsichtig sein, trotz aller Bekenntnisse. Aber der Gier auf Schnäppchen ist wohl bei einigen stärker, oder?

Vier Tagen SmartHome bei der ComputerBild

6. Dezember 2016
Vier Tage leben im SmartHome - auf Einladung der Computerbild

Vier Tage leben im SmartHome – auf Einladung der Computerbild

Vier Tage konnte ich das SmartHome der Computerbild und Partner wie Telekom, Miele, Hue oder Sonos und Dänischem Bettenlager testen. Mein Fazit: Ich hatte mit dem Smartphone das Internet in der Hosentasche, dann hatte ich meine Freunde in der Hosentasche und nun habe ich meine Wohnung in der Hosentasche. Genial!
Zusammen mit K2 reiste ich auf Einladung der Computerbild nach Hamburg zu einem Nobelappartement in einem Neubau an der Elbchausee. Geschmackvoll war die Wohnung vom Team der Computerbild eingerichtet worden – das Wichtigste aber: In der Wohnung waren einige SmartHome-Elemente integriert. Für einige Besucher war dies eine Wohnung der Zukunft – für mich eine Wohnung der Gegenwart.


Es machte Spaß, die einzelnen Elemente auszuprobieren. Gesteuert wurde alles über das Smartphone und Tablet. Es standen Android- und iOS-Geräte zur Verfügung und als Mac-User wusste ich gleich, was ich anfassen durfte und was nicht. Das WLAN kam von der Deutschen Telekom.

Philips Hue und Sonos
Zunächst waren wir mit Licht und Ton konfrontiert – in unserem Fall Philips Hue und Sonos. Via App konnten wir die Beleuchtung der Wohnung regeln, Stimmungen erzeugen, in dem wir das Licht veränderten oder auf vorhandene Presets ausweichten. Das System kannten wir bereits von zu Hause und fühlten uns gleich wohl. Zug um Zug stelle ich die Beleuchtung zu Hause auf das Philips Hue-System um. Lichtstimmungen wirken sich bei mir sofort auf das Gemüt aus. K1/2 bekommen ein konzentriertes Licht bei Hausaufgaben und ein anderes Licht beim Zocken mit der Playstation. Dazu kamen in Hamburg die Sonos Lautsprecher, die in der ganzen Wohnung verteilt waren. Auch das hat prima geklappt – allerdings hatten K2 und ich unterschiedliche Musikgeschmäcker, wenn wir zusammen in einen Raum waren. Aber dafür kann das SmartHome nichts.

Samsung VR Gear
Eine Ausnahme machte ich allerdings bei meiner Android-Phobie. Ich wollte die Samsung VR Gear ausprobieren, die in der Wohnung herumlag.

Das hat zwar nichts mit SmartHome zu tun, machte aber dennoch Spaß. Ich bin mit der VR-Brille eine Art Achterbahn durch eine Goldmine herumgefahren. Nachdem ich Achterbahnen im RL großräumig meide, habe ich mich zumindest in der VR-Welt auf so eine Achterbahn getraut. Fazit: Netter Spaß für Zwischendurch.

Waschen per App
SmartHome pur stand im Mittelpunkt als es an den Test der Miele-Geräte ging. Obwohl ich es nicht ausprobierte, hatten mir es die Waschmaschinen angetan. Hier hat Miele einen deutlichen Schritt nach vorne gemacht. Den Markt an Waschmaschinen hatte ich persönlich nie im Fokus. Wir haben eine Miele im Keller und die tut zuverlässig ihren Dienst. Falls die Waschmaschine über die Wupper geht, wird die nächste auf jeden Fall eine smarte Maschine von Miele. Für mich interessant ist die WMV 963 WPS. Via Software lässt sich die Miele Waschmaschine bequem über den WLAN-Router mit dem Internet verbinden. Der Gerätestatus kann von zu Hause oder unterwegs aus abgerufen werden. Als User erhalte ich Nachrichten, wenn das Waschmittel zur Neige geht oder wann die Wäsche fertig ist. Ich muss nicht immer in den Keller schauen, ob das Ding noch wäscht oder nicht.

Alles im Blick durch Netzwerkkameras
Nicht rund lief die Kamera-Überwachung der Wohnung. Es waren drei Netzwerkkameras in der Wohnung installiert, die via Smartphone angesteuert werden können. Sie zeigten Küche, Wohnzimmer und Lagerraum. So konnte ich von unterwegs nachsehen, ob zu Hause alles in Ordnung ist. Je nach Hersteller werde ich per Mail oder SMS benachrichtigt, wenn sich in der Wohnung etwas bewegt. Diese Kameras und Sicherheitssysteme wurden nach der Funkausstellung optimiert und reagieren nicht nur auf Bewegung, sondern auch auf Wärme. In Hamburg funktionierten die Kameras leider nur teilweise. Es lag vielleicht an dem WLAN-System im Haus, was ab und zu zusammengebrochen ist. Peinlich für die Deutsche Telekom in so einem Vorzeigeobjekt. Damit war auch das Streaming über den Samsung-Fernseher kein Genuss. Die Schwankungen der Internetgeschwindigkeit waren enorm und so bliebt die TV-Glotze samt Telekom-Streaminginhalte aus.

Backofen und Geschirrspüler
Ich wurde in Hamburg zum Miele-Fan. Nachdem die Computerbild via Rewe-App Lebensmittel für uns eingekauft hatte, wollten wir die Lebensmittel verbrauchen. Also ging es ans Kochen und Backen. Die Geräte lassen sich via App vom Smartphone steuern.

Allerdings: Aus rechtlichen Gründen ging das Kochen am Herd via Smartphone nicht. Die entsprechende Elektronik wird in Deutschland/Europa nicht ausgeliefert – in Asien ist mit den gleichen Mielegräten ein Ansteuern des Herds möglich. Also konnten wir das Kochfeld nur beobachten – richtig testen ging nicht.


Dagegen ist die Spülmaschine von Miele eine Wucht. Alle relevanten Daten werden via App angezeigt und endlich ist das Nachsehen, ob die Maschine fertig ist, vorbei. Das ist wirklich eine sinnvolle Erleicherung im Alltag.
Den Backofen von Miele testeten wir durch das Backen einer Pizza. Die Zutaten stammten – wie geschrieben – aus dem Rewe Onlinestore. Ich geb es zu, ich musste mich daran gewöhnen und die erste Pizza aus dem smarten Backofen ist mir nicht so ideal gelungen. Das Ding wäre mir fast verbrannt, aber ich bin mir sicher, dass beim zweiten oder dritten Mal alles perfekt ist. Via App lässt sich der Backvorgang vorbereiten und durchführen. Am Ende ärgere ich mich, dass ich zwar einen Miele Backofen zu Hause habe, aber nicht die smarte Version genommen habe. Hier hätte ich die Mehrkosten investieren sollen.

SmartHome kommt
Für mich gehört dem SmartHome die Zukunft. Ich bin bereit, in diese Zukunft investieren. Gerade bei einer älterwerdenden Gesellschaft kann SmartHome dazu dienen, unabhängiger zu bleiben. SmartHome bedient die Sicherheitsbedürfnisse und wirkt sich positiv aufs Leben aus. Die Steuerung der Heizung, Steuerung der Pfanzenbewässerung und vieles mehr sind nur ein Anfang. Natürlich muss das System sicher und von außen nicht angreifbar sein. Hier sehe ich ganz große Chancen für neue Arbeitsplätze in der SmartHome-Vernetzung. Allerdings muss ich auch schimpfen: Die Industrie steht bereit mit Produkten, der Konsument (also ich) will es haben, wo ist denn nun das deutsche Handwerk, das sich auskennt und mir die Sachen installiert? Bei meinem Hausumbau schaute ich in viele ratlose Gesichter als ich mit meinen Handwerkern über das Thema SmartHome sprach. Liebes Handwerk, verpasst bitte die Digitalisierung nicht und Aussagen wie „das haben wir immer schon so gemacht“, reichen künftig nicht aus. SmartHome ist eine wahnsinnige Chance für die Handwerksbetriebe.

Scannertest: ScanSnap SV600 von Fujitsu

5. Dezember 2016

Gleich vorweg: Ich bin von dem Dokumentenscanner ScanSnap SV600 sehr angetan. Wer damals in der Schule einen Tageslichtprojektor bedienen konnte, für den geht die Bedienung dieses Scanners leicht von der Hand. Die Pressestelle von Fujitsu stellte mir den ScanSnap SV600 für diesen Test zur Verfügung – vielen Dank dafür.

Scanner gesucht
Die Ausgangssituation war wie folgt. Ein Kunde von mir, der Landesinnungsverband des bayerischen Friseurhandwerks, hat ein umfangreiches Zeitschriftenarchiv. Darunter sind auch ganze Jahrgänge der Süddeutschen Friseurpost aus den zwangiger Jahren des vergangenen Jahrhunderts. Das Papier fängt langsam an zu vergilben. Zudem nimmt das Archiv ordentlich Platz weg. Der Auftrag an mich lautet nun: Bitte diese Zeitschriften scannen und für die Nachwelt archivieren. Nun war guter Rat teuer. Ich arbeitete ein wenig mit den Scan-und Druckkombinationen, aber das Handling war mir zu doof. Dann probierte ich Fotos mit dem iPhone, was grundsätzlich geht, aber um gute Ergebnisse zu erhalten, muss eine gleichbleibende Beleuchtung garantiert sein.
Also wählte ich für mich die Firma, die ich mit professionellen Dokumentenscan verbinde: Fujitsu. Ich habe bereits verschiedene Dokumentenscanner der ScanSnap-Serie in meinem Büro und auf Seminaren im Einsatz. Nun kommt der ScanSnap SV600 dazu.

Der SV600 aufgebaut.

Der SV600 aufgebaut.

Sinnvoller Workflow mit dem Fujitsu ScanSnap SV600
Der Aufbau des SV600 ist einfach. Eine schwarze Matte ausgerollt und den Scanner aufgebaut. Die ScanSnap-Software installiert auf einem Mac OS 10.10, denn ich war mir nicht sicher, ob Fujitsu die Probleme unter Mac OS Sierra schon im Griff bekommen hat. Also bin ich auf Nummer sicher gegangen. Per USB 2.0 wurde der Scanner angeschlossen. Ein Scan über WLAN war nicht möglich. Schön wäre jetzt ein Nachrüsten auf USB-C, damit ich das Teil an die neuen Macs anschließen kann.

Hier der erste Testscan meiner Friseurzeitung aus dem Jahre 1926.

Hier der erste Testscan meiner Friseurzeitung aus dem Jahre 1926.

Der Overhead-Scanner SV600 kann für alle Arten von Dokumenten bis zu einer Größe von DIN A3 verwendet werden. Für mich war wichtg, dass der Scanner Bücher scannen kann und wenig Platz auf meinem Schreibtisch einnimmt.
Bei meinem alten, empfindlichen Büchermaterial war es zudem wichtig, dass ein berührungsfreies Scannen möglich ist. Per Knopfdruck beginnt der Scanvorgang, der drei Sekunden dauert. Die lineare Sensortechnologie scannt von vorne nach hinten und stellt sicher, dass das gesamte Bild bis zum Rand scharf ist. Das hat bei mir einwandfrei geklappt.

Mit dem so genannten Multi-Cropping lassen sich mehrere Dokumente scannen, freistellen und in der gleichen Datei speichern. Die Scan-Software von ScanSnap habe ich bereits für meine anderen Scanner im Einsatz und kann sie empfehlen. Auch das Ausrichten und Einpassen der Dokument ist ein Kinderspiel.


Die Dokumente werden mit bis zu 600 dpi gescannt. Das reicht für mein Vorhabden. Meine PDF-Dateien werden auf Festplatte an den Kunden geliefert und der entscheidet dann, was mit den Scans passieren soll.
Nachdem der Workflow geklärt ist, geht es jetzt ans Scanner der Bücher. Ich werde mir meinen ScanSnap SV600 kaufen und den Auftrag abarbeiten.

Manga-Zeichnen mit Anime Studio/Moho 12 und Wacom Cintiq 12WX

28. November 2016

Ich bin ein stolzer Papa. Bei uns zu Hause wird gemalt, viel gemalt. Wer Kinder hat, der kennt das und ich freue mich über die Zeichnungen überall im Haus. K2 geht aber einen Schritt weiter als die üblichen Zeichnungen von Kinder. K2 geht die Sache etwas professioneller an. Wie viele Kinder in einem gewissen Alter stehen Mangas auf der Leseliste. Und so werden bei uns Figuren aus den japanischen Comics oder Videospielen gezeichnet. Meine Frau kaufte K2 dafür Holzstifte, freilich von Faber-Castell. Ich steuerte Bleistifte verschiedener Stärke bei.
Seit einiger Zeit hat sich K2 am Stifttablett von Wacom eingearbeitet. Zunächst benutzte K2 ein Intuos, hatte aber Probleme mit der Hand-Auge-Koordination. K2 kehrte zu Papier und Bleistift zurück und griff wenig später zu meinem iPad Pro 12 Zoll samt Apple Pencil. Damit konnte K2 ideal malen und sich mit der digitalen Welt vertraut machen. Das Problem: Es ist mein iPad Pro und ich brauche es zum Arbeiten. Also war die Freude von K2 immer nur von kurzer Dauer, weil ich mein Apple Device zurückforderte.

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Dann ging K2 den großen Schritt. K2 schnappte sich aus meinem Büro ein Wacom Cintiq 12 WX Stifttablett, schloss es an den Mac Mini im Kinderzimmer an und begann zu experimentieren. Ich liebe Wacom und kann die Geräte nur empfehlen. K2 probierte verschiedene Zeichen- und Malprogramme aus. Wir fragten im Netz bei verschiedenen Comiczeichner nach ihren Erfahrungen und am Ende sind wir beim Anime Studio gelandet. K2 ist sehr zufrieden mit der Software, hat sich einige Tutorials bei Youtube angesehen – denn so lernt man heute. Zudem wurden von mir einige Bücher von Hikaru Hayashi angeschafft, die fleißig studiert wurden. Von K2 kommt eine klare Empfehlung für die Bücher: Manga-Figuren entwickeln (How To Draw Manga) und Perfekte Proportionen im Manga (How To Draw Manga).

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Jetzt flatterte mir eine E-Mail von Smith Micro Software in den Postkasten. Smith Micro Software ist der Hersteller von Anime Studio und ich habe das Unternehmen einstmals auf meinen Siggraph-Besuchen kennengelernt. Smith Micro Software hat das Anime Studio upgedatet und aus Anime Studio wurde nun Moho Pro 12 – warum die Namensänderung zum ursprünglichen Namen erfolgte, weiß ich nicht. Moho 12 ist die Weiterentwicklung von Anime Studio mit neuen Features, neuer Nutzeroberfläche und neuem Workflow.

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Professioneller Workflow bei Moho 12
K2 und ich sind im Moment noch skeptisch, ob das Update gebraucht wird.
„Moho 12 ist die umfangreichste Zeichen- und Animationslösung im Markt. Es ist besonders wertvoll für Profis, die eine mächtige, effiziente Alternative zu teuren Tools suchen oder zu mühsamen traditionellen Animationsmethoden”, sagt Fahim Niaz, Director Product Management bei Smith Micro Software in der Pressemitteilung. Moho 12 erweitert das 2D-Rigging-System der Branche um Erweiterungen der Gruppen-Zusammenarbeit. Das macht es für Teams und Arbeitsgruppen schneller und einfacher, Animationen professioneller Qualität zu schaffen. K2 ist Einzelkämpfer und braucht diese Team-Funktionen im Moment nicht. Da nutzen Aussagen wie von Mike Morris, Director Disney Television Animation auch nichts: „Die Veröffentlichung von Moho 12 ist ein Meilenstein für die Branche. Die Leute von Smith Micro haben hier ganze Arbeit geleistet und 2D-Animation auf ein wirklich neues Niveau gehoben!” Mangas sind für K2 Hobby. „Wir sind nicht Disney“, lautet die Antwort von K2. Natürlich ist diese Feature für Profis im Animationsworkflow enorm wichtig, denn die richtige Pipeline muss stimmen. Für K2 sind weniger die Tools zur Zusammenarbeit wichtig, als vielmehr die neuen Möglichkeiten des Zeichnen. Wir schauen uns gemeinsam nun die neuen Features an und entschieden dann, ob ein Update sinnvoll ist. Der nächste Schritt ist wohl ein Kurs bei einem Comichzeichner, um mehr zu lernen. Wer im Münchner Raum einen kennt, bitte Mail an mich.

Was bietet nun Moho 12? Hier einige Feature-Highlights in Moho 12 im Überblick:
Bezierkurven: Nutzer erhalten mehr Kontrolle über das Design mit für Animationen optimierten Vector Bezier-Tools. Die ermöglichen die Kreation einzigartiger Bögen (line bends) mit wenigen Punkten.
Smart Warp: Sowohl in Bildern als auch in Vektorgrafiken schaffen Nutzer damit angepasste Netze. So lassen sich Assets biegen, formen, drehen und animieren.
Gleichzeitige mehrere Ebenen animieren: Produktivitäts-Boost durch das Bearbeiten vieler Ebenen auf der gleichen Timeline, ohne die Notwendigkeit zwischen Ebenen vor und zurück zu springen.
Verbesserte Vector-Import/Export Möglichkeiten: Der „True SVG Support“ ermöglicht es, externe Vector-Kunst ohne Kompromisse zu importieren. Vector-Kunst lässt sich aus Moho in einen anderen Vector-Editor exportieren. Dabei bleiben alle Punkte und Animationen erhalten.
Auswahl eines Wechselfensters: Es ist nicht mehr notwendig, sich an die Namen von Wechselebenen zu erinnern. Das beschleunigt die Workflows für Lippensynchronisation, Augenbewegung, Handgesten und andere Frame-by-Frame Aufgaben.
Neue Bibliothek: Von Grund auf neu gestaltet: Die Bibliothek in Moho 12 enthält sicher gespeichert wichtige Assets und bietet eine responsive, glatte Oberfläche.
Schaffung von Arbeitsbereichen: Arrangiert Ordner und Objekte und erleichtert so tägliche Arbeitsroutinen. So lässt sich der Arbeitsplatz mit anderen Teammitgliedern teilen, um eine konsistente Arbeitsumgebung zu schaffen.
Moho Exporter: Die verbesserte Oberfläche macht es einfach, Videodateien per Drag-and-Drop zu konvertieren. Zugleich vereinfachen Kompressionen und Möglichkeiten der Speicherung die Navigation.

Konzertkritik und mehr: Video Games Live in Nürnberg 2016

24. November 2016
Video Games Live gastierte dieses Mal in Nürnberg

Video Games Live gastierte dieses Mal in Nürnberg

Zum zweiten Jahr in diesem Jahr war ich bei Video Games Live. Nach dem Konzert in München besuchte ich nun den Auftritt in Nürnberg. Ich mag das amerikanische Show-Gehabe von Tommy Tallarico, aber vor allem mag ich Soundtracks von Videospielen.
Eine ausführliche Kritik über das Münchner Konzert habe ich in meinem Blog geschrieben. Es waren in Nürnberg ähnliche Songs am Start und es hat mir auch gefallen.


Dieses Mal möchte ich mir an dieser Stelle mehr Gedanken um Videospielsoundtracks als Kulturgut machen. Bei aller Diskussion in der Vergangenheit steht heute eindeutig fest: Videospiele sind ein Kulturgut. Games sind zu einer Leitkultur geworden. Videospiele sind aber auch ein erheblicher Wirtschaftsfaktor. Es werden mehr Videospiele umgesetzt als Karten an der Kinokasse verkauft. Und dennoch werden Gamesentwickler immernoch stiefmütterlich behandelt. Die Vergabepolitik der deutschen Förderer kümmert sich meines Erachten lieber um die Filmer als um die Gamer. Das ist ein Gefühl, handfeste Zahlen liegen mir nicht vor. Aber natürlich hat sich viel getan, die Situation rund ums Spiel ist besser geworden.


Als ich im Konzert in der Nürnberger Meistersingerhalle saß, trugen mich meine Gedanken fort, als ich die Soundtracks der Klassiker hörte. Mit Videospielen identifiziere ich mich heute mehr als mit Filmen. In Filmen muss ich passiv der Handlung folgen, die mir ein Regisseur vorgibt. Keine Frage, es gibt geniale Filme. Aber in einem Spiel kann ich in eine handelnde Person schlüpfen und mich in das Spiel einbringen. Das macht für mich den Reiz aus. Ich muss Verantwortung für meine Handlung und Entscheidungen übernehmen. Jeder Ruck am Joystick oder Gamepad hat Folgen für meine Spielfigur. Im Film kann ich nur der Figur folgen und natürlich auch mitfiebern. Beim Videospiel ist dieses Gefühl intensiver.


Sowohl Film als auch Spiel wären ärmer, wenn es den Soundtrack nicht geben würde. Ich sammle seit Jahren Filmsoundtracks. Meine Götter heißen hier John Williams und Jerry Goldsmith. Es gibt zahlreiche Lieblinge, aber sicherlich gehört Hans Zimmer nicht dazu. Immer mehr freunde ich mich mit Gamessoundtracks an. Ich kam über die Filmkomponisten zu den Gameskomponisten. Leute wie Michael Giacchino brachten Film und Spiel zusammen. Leider stelle ich fest, dass Komponisten für Soundtracks in Deutschland nicht so behandelt werden. Dabei ist für mich doch eine Selbstverständlichkeit, Leute wie Chris Huelsbeck mit seinen Kickerstarter-Aktionen zu unterstützen.


Das ist leider bei den Preisen und Auszeichnungen wenig Begeisterung für Videospielkomponisten zu spüren. Beim animago AWARD, ein Preis den ich jahrelang selbst vergeben durfte, spielt der Soundtrack keine Rolle. Aber der Score sorgt für das Gefühl in der Animation. Noch sträflicher finde ich es, dass es beim Deutschen Computerspielpreis keine Auszeichnungen für Videogameskomponisten gibt. Ich werde den Gedanken nochmals an die zuständige Staatsministerin Dorothee Bär einbringen, die sich hervorragend um Games in Deutschland kümmert. Meine Kritik habe ich bereits bei der jüngsten Verleihung in meinem Blog verfasst.


Wenn ich in die Rolle einer Spielfigur schlüpfe und dies kann auch nur ein Pixelklötzchen in einem 8-Bit Game als Retrogamer sein, dann steigert sich meine Spielerfahrung wenn sie mit Musik angereichert ist. Und wenn der Soundtrack ordentlich komponiert und arrangiert ist, dann geht der Score ins Ohr, ins Bewusstein und verbindet sich mit dem Spiel. Alles zusammen gehört zu einer Marke.

Hochzeitsantrag auf einer Konzertbühne.

Hochzeitsantrag auf einer Konzertbühne.

Wie emotional Videospiele sind, habe ich in Nürnberg auf dem Konzert von Video Games Live gesehen. Nach der Pause kam auf einmal ein junger Mann namens Markus auf die Bühne. Er hatte eine junge Frau mit Namen Anna dabei, die etwas verdutzt schaute. Markus machte ihr auf der Bühne vor versammelten Publikum einen Heiratsantrag, den Anna annahm. Das Ja-Wort wurde von den Besuchern der Meistersingerhalle mit donnernden Applaus belohnt. Tommy Tallarico, Organisator der Video Games Live, hat die Anfrage kurz vor seinem Nürnberger Gastspiel bekommen und zugestimmt. Vielen Dank Tommy Tallarico. Das Paar wird den Abend nicht vergessen und ich habe das Schauspiel aus einiger Entfernung mitgedreht.


Auch Hans Ippisch, heute Geschäftsführer von Computec und vor langer Zeit Videospieljournalist, hielt eine launige Ansprache und erinnerte an vergangene Zeiten.


Bei all der Musik, die an dem Abend gespielt wurde, mochte ich die Tetris Suite am liebsten. Tetris machte das Videospiel erwachsen und ist der Klassiker es Casual Games. Mein GameBoy von früher ist heute noch immer im Einsatz und Tetris liegt griffbereit.


Fast Lagerfeuerromantik brach aus, als Akteure und Publikum gemeinsam den Mario Song und I’m alive sangen. Schön war es.

 

 

Was sagt Edward Snowden zum US-Wahl?

10. November 2016
Edward Snowden wird heute um 22.30 Uhr über StartPage die US-Wahl kommentieren.

Edward Snowden wird heute um 22.30 Uhr über StartPage die US-Wahl kommentieren.

Ja, ich war auch überrascht über den Wahlausgang in den USA. Ich hatte mit einem knappen Vorsprung von Hillary Clinton gerechnet und schaute am Morgen des 9. November 2016 ab 4 Uhr durchgehend C-Span im Internet an. Mir blieb die Spucke weg.
K2 hatte im September gemeint, ob wir als Familie gemeinsam in die USA reisen würden und ich sagte damals etwas leichtsinnig: „Wenn Donald Trump gewinnt, dann fliegen wir bis 20. Januar 2017 gemeinsam nach New York und dann acht Jahre nicht mehr.“ Ich lachte damals über den Wunsch von K2 und nun halte ich Tickets für einen New York-Aufenthalt in der Hand. So kann es gehen.
Jetzt heißt es abwarten, wie sich der Neue im Weißen Haus macht. Ich verfolgte am 9. November die Massenmedien und kann es noch immer nicht fassen. Ich bin glücklich und dankbar in einem Land wie der Bundesrepublik zu leben und werde mich für Demokratie in Deutschland einsetzen. Versprochen.

Edward Snowden nimmt live Stellung
Nun kommt die Zeit für Brennpunkte und Expertengespräche und viel Blabla. Mich interessiert eine Meinung besonders. Mich interessiert die Meinung von Edward Snowden.
Wie gestaltet sich die Zukunft der Privatsphäre unter dem neu gewählten US-Präsidenten Donald Trump? Und wir haben die Chance es zu erfahren. Edward Snowden wird am heutigen Donnerstag 10. November Fragen wie dieser in einem StartPage.com-Livestream zum Ergebnis der US-Wahl beantworten. Der kostenlose Livestream finden wir auf https://www.startpage.com/snowden ab ca. 22:30 MEZ. Der Feed wird vom Pathé Tuschinski in Amsterdam ausgestrahlt, wo Snowden per Satellitenübertragung aus Moskau zugeschaltet wird.
“Niemand könnte die um die jüngsten weltweiten Entwicklungen wie die US-Wahl besser kommentieren als Edward Snowden, wenn es um deren Einfluss auf die Privatsphäre der Verbraucher geht”, so StartPage-CEO Robert Beens. Snowden musste 2013 aus den USA fliehen, um einer Verhaftung zu entgehen und lebt derzeit in Russland im Asyl. Snowdens Enthüllungen der verdeckten staatlichen Überwachung brachte die Bedeutung der Privatsphäre in den Vordergrund, ihn selbst jedoch in große Gefahr.

Aussagen zum Verbraucherschutz 
Ob Snowden ein Held oder ein Verbrecher ist, muss jeder für sich selbst entscheiden. Ich halte seine Meinung für wichtig, schließlich halte ich sehr viele Seminare zum Thema Verbraucherschutz.
Die Freedom of the Press Foundation und Edward Snowdens Anwalt Ben Wizner vom ALCU Speech, Privacy and Technology Project haben maßgeblich dazu beigetragen, dass dieses heutige Ereignis möglich wird, so Beens. Er dankte auch Amnesty International und pardonsnowden.org für die Petition, die US-Präsident Barack Obama um darum bittet, Snowden vor seinem Ausscheiden aus dem Amt im Jänner 2017 zu begnadigen. Ich bin sehr gespannt, ob Obama der Bitte nachkommt.

Aufkleber für Snowden gab es haufenweise.

Aufkleber für Snowden gab es haufenweise.

In meinem Seminaren weise ich immer wieder auf die Bedeutung von alternativen Suchmaschinen hin. In erster Linie sind dies DuckDuckGo.com, Ixquick.eu und StartPage.com. Die niederländische Suchmaschine StartPage.com bietet ihren Usern Datenschutz und Privatsphäre. Es werden keine IP-Adressen gespeichert, keine personenbezogenen Daten erhoben oder an Dritte weitergegeben und keine Tracking-Cookies gesetzt. Edward Snowdens Enthüllungen im Jahr 2013 schufen große Aufmerksamkeit in Bezug auf Privatsphäre, sodass die Menschen nach Alternativen zu Google, Yahoo und Bing suchten. Dies führte auch zu einem exponentiellen Wachstum bei der Suchmaschine StartPage.com, die jetzt rund zwei Milliarden Suchanfragen pro Jahr verzeichnet.
StartPage.com gab kürzlich bekannt, dass seit November keine Yahoo-Suchergebnisse über die Metasuchmaschine Ixquick.eu ausgegeben werden. CEO Robert Beens, dessen Unternehmen sich als erstes von Yahoo distanziert, geht davon aus, dass noch andere folgen werden.
„Wir sind nicht die einzigen, die Yahoos mangelnde Offenheit über grobe Privatsphäre-Verletzungen stört“, so Beens in Bezug auf die aktuellen Ereignisse. „Auch, wenn Ixquick.eu aufgrund unseres strengen Datenschutzes und unseres Sitzes außerhalb der US-Gerichtsbarkeit von den Yahoo-Verwicklungen mit der US-Regierung nicht direkt betroffen ist, fühlt sich das Unternehmen mit dieser Partnerschaft nicht mehr wohl.“
Gegen Ende August, hat Yahoo zum ersten Mal eine Privatsphäre-Verletzung zugegeben, bei der E-Mail-Adressen, Passwörter und Geburtsdaten von mehr als 50 Mio. Usern gestohlen wurden. Anfang Oktober wurde Yahoo mit dem Vorwurf konfrontiert, der US-Regierung beim Ausspionieren von E-Mails der User geholfen zu haben – unabhängig davon, ob sie eines Vergehens verdächtig waren oder nicht.

Qualität sichern in Blogs durch richtigen Umgang mit Quellen

9. November 2016

Jeder Journalist muss die sieben W-Fragen kennen. Ich bin in der Ausbildung von Journalisten tätig und freue mich, mit den jungen Kollegen zu arbeiten und sie zu schulen. Die sieben W-Fragen gehören für mich zur Grundlage eines Qualitätsjournalismus.

Was sind jetzt die sieben W-Fragen?
Die ersten sechs der sieben W-Fragen sind relativ einfach: Wer, was, wann, wo, wie, warum und was ist nun das siebte W? Es ist die Quelle. Von welcher Quelle habe ich die Information? Das ist wichtig, damit der Leser weiß, wie er die Information einzuordnen hat. Ein Beispiel: Berichterstattung von einer Demonstration. Der Veranstalter schätzt die Teilnehmer auf 1000 Leute, die Polizei dagegen auf 500 Leute. Die Quelle ist also wichtig, um die Information einzuordnen.

Informationen bewerten
Oft bin ich an Schulen unterwegs und den Schülern wird immer noch beigebracht, wie sie an Informationen rankommen. Freunde, das ist zu meiner Schulzeit wichtig gewesen, denn Informationen waren damals Mangelware. Ich saugte Infos auf wie ein Schwamm. Die Welt hat sich aber geändert. Heute ist es meiner Meinung nach viel wichtiger geworden, Informationen zu bewerten. Woher und vom wem stammt die Information. Leider wird in Facebook oft nicht nach der Quelle gefragt, sondern wahllos geteilt. Die Folgen sind so Ausprägungen von Lügenpresse und Aluhut tragen. Also die Nennung der Quelle ist heute wichtiger denn je.

Ob in Blogs oder im klassischen Journalismus - der Umgang mit Quellen muss gelernt sein.

Ob in Blogs oder im klassischen Journalismus – der Umgang mit Quellen muss gelernt sein.

Bekenntnis zum Bloggerkodex
Nach dem Medienwandel schreibe ich immer weniger für Print. Es lohnt sich einfach nicht mehr. Heute veröffentliche ich mehr und mehr im Internet. Und ich blogge. Dieser Artikel erscheint in meinem Hauptblog. Die sieben W-Fragen sind auch hier wichtig. Aber wir Blogger sollten uns bekennen. Und als Mitglied des Bloggerclubs bekenne ich mich ausdrücklich zu unserem Bloggerkodex. Der Bloggerkodex ist die gemeinsame Basis aller Mitglieder des Bloggerclub. Mit der Mitgliedschaft verpflichten sich die Mitglieder zur Einhaltung des Kodex.
Der Kodex dient einer transparenten Kommunikation gegenüber den Besuchern eines Blogs. Auch definiert der Bloggerkodex die notwendigen Regelungen für Kooperationen mit Unternehmen. Wörtlich heißt es: „Dieser Kodex beschreibt unser Selbstverständnis als Blogger in diesem Spannungsfeld und hat ebenso das Nutzerinteresse im Blick wie eine professionelle und transparente Zusammenarbeit zwischen Bloggern, Unternehmen und Organisationen. Diese Regeln gelten äquivalent auch für Social-Media-Kanäle.“
Der Kodex regelt Transparenz („Transparenz ist unser oberstes Gebot.“), Werbung („Wir kennzeichnen Werbung transparent und deutlich.“), Unterstützung („Wir informieren unsere Leser, wenn Inhalte mit einer Unterstützung entstanden sind.“), Verlosungen, Datenschutz und Sponsoring („Wir informieren unsere Nutzer transparent über Art und Umfang des Sponsorings, etwa den Namen des Sponsors und der Produkte oder konkrete Leistungen wie beispielsweise Hostingkosten oder Fahrzeugbereitstellung.)
Den genauen Wortlaut des Bloggerkodex gibt es hier.

Hier bei der Arbeit als Blogger mit Foodblogger Thomas Gerlach. Wir sind im Gespräch mit Sushi-Expertin Jasmin Voit in der Goldenen Traube in Coburg.

Hier bei der Arbeit als Blogger mit Foodblogger Thomas Gerlach. Wir sind im Gespräch mit Sushi-Expertin Jasmin Voit in der Goldenen Traube in Coburg.

Unter ein, zwei und drei
Mit Erschrecken stelle ich fest, dass Kollegen die Aussprüche unter eins, unter zwei, unter drei nicht mehr kennen. Dabei ist es ganz wichtig, die Quellen im Journalismus zu kennzeichnen.
Unter eins bedeutet: Die Information darf bei direkter Nennung des Urhebers wörtlich wiedergegeben werden: „Ministerpräsident Horst Seehofer sagte: ‚Im Hinblick auf die Verschuldung des Freistaates …‘“ Ich darf als Journalist oder Blogger den Seehofer als Quelle direkt nennen.
Unter zwei bedeutet: Die Information und das Umfeld der Quelle dürfen zwar wiedergegeben, aber nicht direkt zitiert werden: „Wie aus Kreisen der CSU zu erfahren war, hat der Finanzminister angesichts der aktuellen Entwicklungen …“
Unter drei bedeutet: Die Information darf nicht öffentlich verwertet werden. Der Journalist/Blogger hat sie ausschließlich für seinen eigenen Hintergrund erhalten.
Übrigens: Eine rechtliche Möglichkeit zur Durchsetzung dieser ungeschriebenen Regel gibt es nicht.

Buchtipp: Freddie Mercury von Lesley-Ann Jones

7. November 2016

Ich geb es gleich am Anfang zu: Ich bin kein besonderer Queen-Fan. Ich mochte die alten Queen-Scheiben, kann aber mit den neueren Alben nichts anfangen. Die Musik war nett, viele Ohrwürmer, aber so richtig überzeugte mich Queen eigentlich nicht. Und dennoch wollte ich die Biografie über den Queen-Sänger Freddie Mercury lesen, weil mich das Phänomen Queen und damit auch Freddie Mercury reizt.
Die Musik von Queen begleitet mich mein gesamtes musikalisches Leben und wer Queen nicht kennt, der hat noch nie Musik gehört. Keine Party in meiner Jugend ohne „We will rock you“, keine Siegerehrung bei meinen Friseuren im Landesinnungsverband ohne „We are the champions“, keine Fahrradtour, ohne dass einer „Bicycle Race“ (freilich ohne nackte Frauen) anstimmte und ich geb es zu, unter der Dusche stimme ich „Flash“ gerne an. Auch brauchen wir nicht diskutieren, ob Bohemian Rhapsody ein Klassiker ist oder nicht – er ist es ohne Zweifel und ein großartiger noch dazu.
Ich glaube, ich nahm Abstand zu Queen nach den Veröffentlichungen zu Works. Bis dahin war ich kein großer Queen-Fan, aber die Musik störte mich nicht. Mit The Works wurde die Musik zu Pop und Queen öffnete sich dem Kommerz. Radio Ga Ga mochte ich nicht, die Hommage an Metropolit fand ich schauderhaft. Die nachfolgenden Alben A Kind of Magic, The Miracle, Innuendo und Made in Heaven fand ich grausam.

Eine lesenswerte Biografie über Freddie Mercury von Lesley-Ann Jones aus dem Piper Verlag

Eine lesenswerte Biografie über Freddie Mercury von Lesley-Ann Jones aus dem Piper Verlag

Ich erinnere mich gerne zurück, als ich mit meinem Kollegen Thomas Schmelzer, heute erfolgreicher Buchautor und Moderator, im Wohnzimmer seiner Eltern das Live Aid-Konzert ansahen. Es waren tolle Leute auf der Bühne, viele Leute nach meinem Geschmack, aber Queen rockte das Stadion und prägte sich mir ein. Ich hoffe auf geniale Auftritte von The Who und Led Zeppelin, aber Queen rockte die Hütte. Wir waren sprachlos auf dem Fernseher und muss sagen, der Freddie versteht sein Handwerk.


Und genau mit Live Aid setzt das Buch Freddie Mercury: Die Biografie von Lesley-Ann Jones, einer britischen Rockjournalistin, ein. Ihr Buch Freddie Mercury wurde mir vom Piper Verlag kostenlos zu Rezensionszwecken überlassen. Lesley-Ann Jones berichtet von der Faszination von Live Aid und von der Faszination zur Person Freddie Mercury. Das Buch ist gut geschrieben, aber leider fehlt mir die kritische Distanz der Autorin zu Freddie Mercury. Die Biografie liest sich wunderbar schnell, ist aber zum Teil eine reine Heldenverehrung. Wer aber Bestätigung braucht, welch toller Sänger der Herr Mercury war, der bekommt bei der Lektüre des Buches Balsam auf die Seele. Es stimmt schon, Freddie Mercury hatte absolutes Talent, aber eine Biografie muss auch eine Einordnung und Bewertung für mich sein. Das ist das vorliegende Buch eher nicht.
Vielleicht braucht es dies auch nicht. Rechtzeitig zum 25. Todestag am 24. November 2016 ist dieses Buch erschienen und gibt einen Einblick in die gigantige Rock’n Roll-Party des charismatischen Freddie Mercury. Freddie hat in seinem Lebens nichts ausgelassen. In diesem Buch ergänzt Lesley-Ann Jones die Legenden und Mythen um Mercurys Person kenntnisreich und liefert ein sehr persönliches und intimes Portrait des Mannes, der einst erklärte: „I won’t be a rockstar. I will be a legend.“ Zwischen Genie und Wahnsinn liegen nur wenige Momente. Über die Arbeit mit Queen wird eher in Statistiken und Plattenverkäufen berichtet. Über den Prozess der Studioarbeit und des Schreiben von Songs geht die Autorin weniger ein. Es wird der Fokus auf Konzerte und Live-Acts gelegt. Queen waren zwar eine einzigartige Live-Band, aber sie schufen auch im Studio großes. Ich hätte mehr über Bohemian Rhapsody gelesen, die Bedeutung und den Hintergrund, den dieser Song einnimmt.
Einen Teil der Biografie nimmt die sexuelle Orientierung von Mercury ein. Freddie Mercury war schwul, hatte zahlreiche Liebhaber und starb an der HIV-Krankheit AIDS. Die Fans erfuhren erst sehr spät von der Erkrankung. Trotz Showman blieb die Erkrankung Privatsache. Spät informierte Mercury seine Band-Kollegen und sein Umfeld. Und hier muss ich die Autorin Lesley-Ann Jones zum großen Teil loben. Während sie über das Musikgeschäft fasziniert und aus der Sicht eines Fans sehr seicht schreibt, geht sie beim Privatleben von Mercury einen Schritt weiter und hat gut in Großbritannien recherchiert. Freunde und Kollegen, männliche und weibliche Liebhaber kommen zu Wort. Schließlich war Lesley-Ann Jones in den Achtzigerjahren Rock-Korrespondentin bei der britischen Tageszeitung Daily Mail. Das britische Umfeld des Stars kommt zu Wort.
Leider kommen mir dagegen die Münchner Geschichten zu kurz. Über sein Verhältnis mit Barbara Valentin, einstmals Ehefrau von Helmut Dietl, wird zwar berichtet, doch gibt es in München in der Schwulenszene so viele Geschichten von Freddie Mercury, die hätten erzählt werden können. München war damals ein Mekka der europäischen Szene und Freddie Mercuy war mitten im Auge des Hurrikans. Hier hätte die Klatsch-Reporterin zeigen können, was sie kann. Münchner Boulevardzeitungen wie die Abendzeitung haben eine tolles Archiv. Vielleicht lag es am mangelnden Deutsch der Autorin, dass solche Quellen nicht berücksichtigt wurden. Das ist schade und hier wurde eine Chance vertan, entscheidende Jahre von Mercury im Buch Freddie Mercury: Die Biografie aufzuarbeiten.
Nun, 25 Jahren ist es nun her, seitdem Freddy Mercury verstorben ist. Heute wäre Freddie Mercury 70. Jahre alt. Queen ist nicht mehr Queen und gerne höre ich die Aufnahmen vor Works zum Jubiläum an. Und die Show wird weitergehen.