Archive for the ‘Medien’ Category

Angespielt: Dakar 18 für die PS4

21. Oktober 2018

Eigentlich wollte ich mal ein realistisches Motorradspiel spielen und hatte daher Dakar 18 im Visier. Schließlich ist es das offizielle Spiel zur legendären Rally. Autorennen hab ich für die Playstation 4 genug, jetzt sollte es mal eine Motorradsimulation sein. Und die habe ich wahrlich mit Dakar 18 bekommen. Wenn ich ehrlich bin, so realistisch wollte ich das Spiel eigentlich dann doch nicht.


Aber beginnen wir von vorne. Die zuständige Agentur Marchsreiter stellte mir eine Kopie von Dakar 18 kostenlos zur Verfügung – vielen Dank dafür. Gleich installiert und erst mal gewartet, denn der erste Patch musste geladen werden. Einfach losspielen und losfahren geht bei Dakar 18 nicht. Die Rennsimulation ist kompliziert. Einfach Gas und ab in die Wüste läuft da nicht, sonst steht man in der Wüste (Vorsicht Wortspiel). Also das Tutorial durchspielen und weil die Steuerung und Navigation so schön kompliziert sind, gleich noch ein zweites Mal durch den Testparcur.
Jetzt spiele ich Dakar 18 auf einen 65 Zoll Bildschirm und trotzdem ist das ganze Zeug unübersichtlich. Bin ich schon am Kontrollpunkt gewesen? Wo ist das nächste Ziel? Warum ist der Pfeil so klein? Ist mit meinem Fahrzeug alles in Ordnung? An Fahrzeuge stehen Motorrad, Quad, Pkw und Lkw und UTVs (Side-by-Side-Vehicles) zur Verfügung.

Eindrucksvolle Namen bei Dakar 18
Hier für die mobilen Freaks, die Hersteller, die Lizenzen zum Spiel vergeben haben – samt Fahrer und Beifahrer:
Autos: Peugeot, Mini, Toyota, Renault, Mitsubishi mit Carlos Sainz, Stéphane Peterhansel, Sebastien Loeb, Nasser Al Attiyah, Nani Roma, Orlando Terranova, Mikko Hirvonen, Bryce Menzies, Emiliano Spataro, Carlos Sousa und vielen anderen.
Motorcycles: KTM, Honda, Yamaha, Husqvarna mit Mathias Walkner, Sam Sunderland, Joan Barreda, Adrien Van Beveren, Pablo Quintanilla, Laia Sanz und vielen anderen.
Quads: Yamaha Raptor mit Ignacio Casale, Sergey Karyakin, Alexis Hernandez, Rafal Sonik
Trucks: Kamaz, Maz, Tatra, MAN mit Eduardo Nikolaev, Martin Kolomy, Aleksandr Vasilevski und vielen anderen.
SxS: Polaris mit Patrice Garrouste, Claude Fournier und vielen anderen.

Ich seh den Sternenhimmel
Wenn man sich mal eingefuchst hat, dann läuft sich Sache. Ich vermisse einen klassischen Wettkampfmodus. Die meiste Zeit gurke ich alleine durch die Gegend. Die KI spielt ein paar andere Fahrzeuge ein, die ich im Kindergartenmodus lässig überhole, um mein Selbstbewusstsein aufzubauen. Freilich verfahre ich mich in der Wüstengegend, weil ich ja meine Renngegner im Auge habe und scheitere somit am nächsten Zielpunkt, weil ich die enormen Strafzeiten kassiere.
Ich musste mich daran gewöhnen auf das offizielle Roadbook zurückzugreifen, um die Orientierung auf den 14 Etappen in Peru, Bolivien und Argentinien nicht zu verlieren. Die offene Spielwelt ist grandios, wenn ich mich nicht dauernd verfahren würde. Es ist faszinierend, an was die Entwickler geleistet haben. Die Sonne wird sich entsprechend der Position des Landes (Peru, Bolivien und Argentinien) bewegen. Sogar der Sternenlauf in der Nacht ist simuliert. Das ist fein, aber noch feiner wäre es gewesen, wenn mein Fahrzeug etwas flüssiger fahren würde.
Eigentlich fahre ich auf Sieg. Aber ich kann auch Fair Player sein und anhalten. Als Spieler kann ich entweder gnadenlos für den Sieg kämpfen oder anhalten, um den Konkurrenten zu helfen. Das Helfen anderer Spieler bringt extra „Repair-Points“ ein, die dringend benötigt werden.
Zusätzlich beinhaltet das Spiel einen Singleplayer sowie einen Splitscreen (bei dem ich eigentlich nichts mehr gesehen habe) und Online-Multiplayer-Modus.
Also, ich wollte eine Motorradsimulation und ich habe das gewünschte Produkt bekommen. Der Spaß hielt sich anfangs in Grenzen, weil es mir zu viel Fummelei war bis ich endlich rasen konnte. Wer allerdings ein Frickler und Simulationsfreak ist, der wird mit Dakar 18 absolut glücklich – ich wurde es leider nicht.

Streamingerfahrungen bei Facebook Live und YouTube zur Friseurmesse HAARE 2018

18. Oktober 2018
Landesinnungsmeister Christian Kaiser: Der Friseur ist für den Menschen da.

Landesinnungsmeister Christian Kaiser: Der Friseur ist für den Menschen da.

Am Sonntag und Montag, 21. und 22. Oktober 2018, findet in Nürnberg die wichtigste Friseurmesse Südbayerns statt, die HAARE 2018. Rund 11.000 Friseurinnen und Friseure aus ganz Deutschland, Österreich und Tschechien werden erwartet. Ich mache die PR- und Öffentlichkeitsarbeit für den Landesinnungsverband des Friseurhandwerks und vor ein paar Tagen fand die Pressekonferenz zu dieser Veranstaltung statt.
Damit interessierte Friseurinnen und Friseure den Weg nach Nürnberg zur PK nicht auf sich nehmen müssen, entschloss ich mich kurzerhand, die Veranstaltung via Facebook zu streamen und Videos anschließend in YouTube zu veröffentlichen.
Da ich rechtzeitig vor Ort war, baute ich meine Kameras direkt vor dem Podium auf. Wer als erster kommt, der mahlt zuerst. Die Kollegin vom BR-Abendschau suchte sich einen anderen Kamerastandpunkt und das Instagram-Team vom BR-Studio Franken ebenso. Nach einem kurzem Probelauf passte alles. In dem Raum hatte ich eine ausgezeichnete LTE-Verbindung zum Streamen.

Kameras optimal postiert.

Kameras optimal postiert.

Das Streaming führte ich mit dem iPhone Xs max durch. Kamera und Mikrofon des Apple Devices sind leistungsstark und reichten für den Raum aus. Die Lichtstärke ist so gut, dass keine extra Beleuchtung eingesetzt werden musste.
Parallel dazu filmte die Pressekonferenz mit der Bloggerkamera Canon Legria Mini X, mein zuverlässiger Begleiter mit starken Mikrofonen, die ich vor allem für Interviews gerne einsetze. Einzelne Fotos von der Veranstaltung machte ich mit der Fujifilm X100F. Das ganze Material sollte für die Website des Landesinnungsverbandes verwendet werden.


Es begann mit Statements vom zuständigen Messeverantwortlichen Christian Arnold, gefolgt von Landesinnungsmeister Christian Kaiser. Seine Rede hatte die Geschäftsführerin des Verbandes erarbeitet und ich habe ein paar knackige Aussagen hinzugefügt. Unsere Kernbotschaft: Trotz Digitalisierung bleibt das Friseurhandwerk ein attraktives Handwerk. Und: Der Friseur ist für den Menschen da.

Nach den Reden kam die Friseurshow, die von Creativdirektor Dieter Schöllhorn und Sonja Fischer moderiert wurde. Die Modelle zeigten die neuen Schnitte für Herbst und Winter. Schöllhorn und Fischer stylten auf der Bühne die Frisuren von Freizeit auf Business um, sehr eindrucksvoll. Während der Show lief Musik als Untermalung und genau diese Musik machte meiner Facebook-Übertragung einen Strich durch die Rechnung.

Der Urheberrechte-Filter wurde aktiv und blockte die Übertragung. Einige Teile des Videos wurden von Facebook auf blockiert und anschließend auf stumm geschaltet. Eine Frisurenshow ohne Ton ist auch irgendwie blöd.


Bei YouTube war es ähnlich, aber nicht so heftig. Das System informierte mich über den Urheberrechtsverstoss, ließ das Video aber passieren.


Teil drei der Veranstaltung war dann eine Barber-Show von 101Barber. Zwei Bartträger wurden gestylt, leider mit Musik und hier war dann Schluss mit lustig. Sowohl Facebook als auch YouTube machte mir hier einen Strich durch die Rechnung. Also gibt es von der Show mit Fotos, aber kein Bewegtbild im Netz.

 


Was lerne ich daraus: Spontan geht mit Live-Übertragungen in Sachen Bewegtbild gar nichts. Für die nächsten Veranstaltungen muss ich die Beteiligten briefen und rechtefreie Musik besorgen. Es gibt zahlreiche gute Stücke, entweder bei GEMA-freien CDs oder über 150.000 Stücke bei YouTube-Audio in der Wolke.

So sind die Frisurentrends Herbst/Winter
Übrigens, Dieter Schöllhorn verriet mir die Damen-Trends der Saison: Trägerinnen von kurzem Haar setzen Trends, zum Beispiel mit der Neuinterpretation des Pixie Cuts, der, gerne in Kombination mit der entsprechenden Färbetechnik, eine leichte Struktur aufweist – eine Hommage an Mia Farrow! Viele Frauen und Mädchen wünschen sich langes Jahr – und treffen damit in dieser Saison voll ins Schwarze. Egal ob mit oder ohne Pony, eine Länge oder leicht gestuft, straight oder curly: Lange Haare können sowohl elegant und glänzend oder punkig und matt – dabei aber bitte nicht weniger sorgfältig! – gestylt werden. Essentiell ist, dass das Haar gepflegt und gesund aussieht, und flexibel frisiert werden kann. Vielseitig tragbar ist zum Beispiel der Clavi Cut mit einer Haarlänge in etwa bis zum Schlüsselbein – eine prominente Trägerin in der Pony-Variante ist zum Beispiel Sängerin Taylor Swift. Auch der kürzere, klassische Bob ist nach wie vor in, wird aber in der kommenden Saison gerne als strenger Wet Look gestylt, zum Beispiel mit nach außen frisierten Spitzen.


Die Looks des Herbsts/Winters sind zweierlei: glamourös und grungy! Im besten Fall macht jeder Haarschnitt beide Trends mit und bietet der Trägerin Flexibilität beim Styling. Nicht nur bei Kleidung ist Oversize angesagt – auch auf den Köpfen sehen wir aktuell viel Volumen. Locken sind wieder verstärkt im Kommen und werden auf verschiedenste Arten kreiert: vom Friseur im Salon als sogenannte Chemical Waves, mit Wärme, dem Glätteisen oder als geflochtene Zöpfe, die wieder geöffnet werden und einen Crêpe-Look erzeugen. Sie werden entweder im eleganten Big Hair Style, oder aber so natürlich und mühelos wie möglich im messy Style getragen, der an Kalifornien und Beach Waves erinnert.

Neue Kommunikation mit dem Bürger: Rollende Bürgerinformation

15. Oktober 2018
Mit der rollenden Bürgerinformation geht Maisach neue Wege der Öffentlichkeitsarbeit in der Kommune.

Mit der rollenden Bürgerinformation geht Maisach neue Wege der Öffentlichkeitsarbeit in der Kommune.

Neue Wege der Kommunikation mit den Bürgerinnen und Bürgern geht derzeit meine Wohnortgemeinde Maisach, im bayerischen Landkreis Fürstenfeldbruck westlich der Landeshauptstadt München. Es gibt weiterhin das örtliche Mitteilungsblatt in Papier und Online, es gibt weiterhin die klassischen Bürgerversammlungen in den Ortsteilen. Aber es gibt auch die Bürgerinformationstour mit dem Fahrrad im Frühjahr und jetzt im Herbst die rollende Bürgerinformation per Bus. An solch einer Bustouristik nahm ich teil, um die Herausforderungen einer Kommune im Speckgürtel von München besser kennenzulernen.
Zielgruppe waren eigentlich Senioren, die nicht mehr so gut zu Fuß sind, aber da überraschenderweise ein Platz frei wurde, konnte ich die über zweistündige Bustour mitfahren. Start- und Endpunkt war das Rathaus der Gemeinde. Unsere „Reiseleiter“ waren der erste Bürgermeister Hans Seidl und der Kulturreferent Stefan Pfannes, der den geschichtlichen Part mit netten Episoden abdeckte. Die dritte Bürgermeisterin Waltraut Wellenstein war auch an Bord und stand für Fragen zur Verfügung.
Die Gemeinde steht finanziell im Moment sehr gut da. Das ist wichtig, denn die finanziellen Herausforderungen sind enorm. Die Investitionen sind gewaltig: Neue Südumgehung der Gemeinde, Mittagsbetreuung der Grundschüler und zahlreiche Infrastrukturmaßnahmen. Ich habe ein Videointerview mit Bürgermeister Hans Seidl gemacht:

Geschichte von Maisach
Die Tour ging von Maisach in die Gemeindeteile Malching, Ober- und Unterlappach, Germerswang, Rottbach, Gernlinden und Südumgehung. Sie endete wieder am Rathausplatz. Kulturreferent Stefan Pfannes hatte zu Beginn eine launige Geschichte über das Maisacher Rathaus.

Kinderbetreuung und S-Bahn-Anschluss im südlichen Dorf
In der Frauenstraße wurde über das Ansiedeln eines neuen Kindergartens, -betreuung und -hort auf einem aufgelassenen Gewerbegrundstück spekuliert. Im Moment gibt es im südlichen Dorf keine Betreuung, dafür aber viele Arbeitsplätze. Gleichzeitig gibt es dadurch die Möglichkeit eine Anbindung des Süddorfes an die S-Bahn. Die Verhandlungen mit einem Grundstückseigentümer laufen. Hoffentlich wird dann auch die Frauenstraße als Raserstrecke reduziert.

An dem Grundstück an der Maisacher Frauenstraße kann ein neuer Kindergarten und ein S-Bahn-Zugang entstehen.

An dem Grundstück an der Maisacher Frauenstraße kann ein neuer Kindergarten und ein S-Bahn-Zugang entstehen.

Teure Investitionen in Infrastruktur
Die Fahrt durch Malching, das an der S-Bahn liegt, zeigt, dass der Siedlungsdruck auf diesen dörflichen Ort starkt zunimmt. Landwirte lösen ihre Höfe auf und Bauträger investieren in Wohnbebauung. Die Gemeinde muss dann die notwendige Infrastruktur schaffen und die sei teuer, so Bürgermeister Seidl. Ähnlich seien die Verhältnisse in Oberlappach.

 

Dörfliche Struktur erhalten
In Rottbach mit Kirche und Wirtshaus will die Gemeinde die dörfliche Struktur erhalten. Der Ortsteil dürfe sich nicht zum anonymen Schlafdorf verändern.

Aldi neben Rewe
Beim Großen Wertstoffhof der Gemeinde soll neben dem bestehenden Rewe ein Aldi errichtet werden. Persönlich halte ich diese Entwicklung für falsch, denn als Mittelständler bevorzuge ich inhabergeführte Geschäfte wie den Edeka im Ortsmittelpunkt. Zudem habe ich Probleme mit der Preispolitik des Discounters, der auf Geiz ist geil setzt.

Übrigens, wer nicht weiß, wie es in die Tiefgarage vom Edeka geht, dem sei dieses Video empfohlen. Auch in einer Tiefgarage kann man wunderbar parken:

Brückensanierung über die S-Bahn
In Gernlinden mit seinen höheren Grundstückspreisen im Vergleich zu Maisach aufgrund des höheren Baumbestands in den Grundstücken wird im Bereich des Sportplatzes gebaut. Die finanzielle Herausforderung seien die beiden Brücken über die Eisenbahn. Beide Brücken müssen in den nächsten drei Jahren saniert werden, dafür muss die Bahnstrecke München-Ausgburg für diese Sanierungsarbeiten gesperrt werden.

Die Brücken über die S-Bahn-Gleise in Gernlinden müssen saniert werden.

Die Brücken über die S-Bahn-Gleise in Gernlinden müssen saniert werden.

Verzögerung bei der Südumgehung von Maisach
Die Südumgehung von Maisach ist im Plan und verzögert sich dennoch. Das Bauunternehmen arbeitet mit Hochdruck, doch es fehlen die Arbeitskräfte und es fehlt Teer/Bitumen durch das Raffinerie-Unglück in Vohburg. Der Unterbau der Straße sei fertig. Ab 22. Oktober 2018 werde die Strecke komplett asphaltiert. Dann müsse die Straße nur noch angeschlossen werden. Über den Fertigstellungstermin konnte sich der Bürgermeister nicht äußern, erst müssten die Arbeiten in den kommenden Tagen abgewartet werden.

Die Finanzen von Maisach
„Wir sind im Moment gut aufgestellt“, so Bürgermeister Hans Seidl zu den Finanzen. Die Pro-Kopf-Verschuldung der Gemeinde liege bei 45 Euro pro Bürger, der Landesdurchschnitt liegt bei knapp 1000 Euro. Aber das Geld von 19 Millionen Euro Rücklagen auf der hohen Kante werde für die Investitionen benötigt.

Kein einziger Top-50-Influencer aus Ostdeutschland

11. Oktober 2018

Vor kurzem war der Tag der deutschen Einheit und anlässlich diesen Feiertages hat die Redaktion des Online-Portals Wintotal.de etwas herausgefunden, was mich verwirrt: Unter den wichtigsten deutschen Instagram-Stars sei kein einziger Ostdeutscher. Ich kann es kaum glauben, muss es aber wohl so hinnehmen.
Die Redakteure von wintotal.de wollten wissen: Woher kommen die erfolgreichsten Influencer und wie viele davon aus den alten bzw. neuen Bundesländern? Als Vorsitzender des Bloggerclubs habe ich hohes Interesse an validem Zahlenmaterial.
Zu diesem Zweck hat die Redaktion die Geburtsorte der 50 Instagrammer mit den meisten Followern analysiert. Das Ergebnis: Kein einziger der Top-Influencer kommt aus den neuen Bundesländern!


“Wir hatten durchaus damit gerechnet, dass weniger Top-Instagrammer aus dem Osten kommen, – schließlich hat Ostdeutschland auch deutlich weniger Einwohner als die alten Bundesländer. Dass aber unter den Top 50 der Instagrammer kein einziger Influencer in Ostdeutschland geboren wurde, hat uns dann doch extrem überrascht”, teilt Désirée Rossa, die Leiterin der Studie, mit. Eine Vermutung nach einem Grund nannte die Dame auch: Es könnte zum Beispiel die schlechtere Internetversorgung im Osten sein. Anscheinend sind die Ostdeutschen deutlich benachteiligt, was die Selbstvermarktung im Netz angeht.

Die meisten Top-Influencer kommen aus Nordrhein-Westfalen
Absoluter Vorreiter als Wiege der Influencer ist Nordrhein-Westfalen! 15 der Top 50 kommen von hier. Interessant: Nur sechs davon stammen aus den Metropolen Köln (4, u.A. Bibi Heinicke von bibisbeautypalace, 6,1 Mio. Instagram-Follower) und Düsseldorf (2, darunter Dagmar Kazakov alias Dagi Bee, 5,5 Mio. Follower).
Auch kleinere westfälische Städte wie Bielefeld (nein, den Witz mache ich jetzt nicht), Aachen, Minden oder Weilerswist haben erfolgreiche Instagrammer hervorgebracht.

Top-Geburtsstadt für Influencer: Hamburg!

Die Top-Geburtsstadt für Influencer ist aber Hamburg: 10 der Top 50 sind von hier, darunter auch Größen wie Shirin David (deutschlandweit Platz 5 bei der Followerzahl, 4,2 Mio. Follower) oder Toni Mahfud (Platz 9, 3,5 Mio Follower).
Die erfolgreichsten Influencer überhaupt kommen aber von anderswo: Die singenden Zwillinge Lisa und Lena mit 13,8 Millionen Instagram-Followern sind in der Nähe von Stuttgart geboren.


Aus den beiden anderen Stadtstaaten kommt hingegen kein Influencer in der Top-50-Liste. “Dass kein einziger der Influencer aus der Hauptstadt Berlin kommt, hat uns erstaunt, zumal die Stadt für ihre kreative Atmosphäre bekannt ist und sogar eine eigene Influencer-Akademie bietet”, so Redakteurin Rossa.
“Insgesamt fällt bei der Untersuchung eine starke Polarisierung auf: Nach dem All-or-Nothing-Prinzip sind einige Orte massiv vertreten, während viele andere gar keine Influencer hervorgebracht haben”, erläutert Rossa die Ergebnisse.
Wie gesagt, ich habe die Zahlen der Studie nicht überprüft. Ich bin erstaunt über die Ergebnisse und bin an eurer Meinung interessiert. Ich selbst schneide im Vergleich zu den vorgestellten Kolleginnen und Kollegen eher schlechter ab, freue mich aber dennoch über Klicks.

7. Todestag von Steve Jobs – eine Comic-Biografie

5. Oktober 2018

Am 5. Oktober 2011 verstarb der visionäre Geist Steve Jobs von Apple. Jedes Jahr erinnere ich an den Todestag dieses US-Unternehmers, der meine Welt veränderte. Jedes Jahr suche ich Geschichten um Steve Jobs. Zunächst dachte ich, ich schreibe über das Steve Jobs Theater im neuen Campus von Apple, aber leider war es mir bisher nicht vergönnt, die neue Präsentationsbühne von Apple zu besichtigen.

Zur September Keynote 2018 gab es einen humorvollen Trailer, der das Steve Jobs Theater zeigt, in dem die Veranstaltung stattfand.

Bei all der Trauer um den Verlust von Steve Jobs will ich an seinem Todestag an eine besondere Biografie über ihn erinnern. Ich habe aus den ganzen Haufen der Biografien die Comic-Biografie Steve Jobs – Das wahnsinnig geniale Leben des iPhone-Erfinders von Jessie Hartland herausgezogen. In humorvollen Schwarzweiß-Zeichnungen wird fast fehlerfrei über das Leben und Werk von Steve Jobs berichtet. Als humorvolle Beschreibung vom Fischer-Verlag, bei dem das Buch erschienen ist, steht zu lesen: „Diese Graphic Novel ist das iPhone unter den Comic-Biografien. Alles andere sind bloß Telefone.“

Eine wunderbare Steve Jobs Bio als Comic.

Eine wunderbare Steve Jobs Bio als Comic.

Natürlich sind die 234 Seiten des Buches an einem Nachmittag schnell gelesen. Ich finde es in diesem Fall toll, wenn Information mit Unterhaltung einherkommen. Die Zeichnungen sind reduziert, keine aufwendige Graphic Novel wird uns angeboten, sondern Schwarzweiß ohne Schattierungen. Die Texte und Bilder treffen sehr schön die Person Steve Jobs und sein oftmals eigensinniges Auftreten. Die anderen Personen von Apple wie der andere Steve, Jobs Freundin mit der Lisa zeugte, die Eherau Laurene samt Kinder, Jony Ive und das Apple Management werden nur schemenhaft darstellt – hier sehe ich keine Wiedererkennung. Das Buch dreht sich um Steve Jobs und nur um Steve Jobs und es hätte Steve Jobs auch gut gefallen. Ich gedenke heute seiner Taten mit diesem Comic Steve Jobs – Das wahnsinnig geniale Leben des iPhone-Erfinders .

Raphael Müller – erfolgreicher Buchautor mit Epilepsie und Autismus

2. Oktober 2018
Raphael Müller mit seinem Betreuer Wolfgang Fässler. Raphael Müller mit seinem Betreuer Wolfgang Fässler.

Raphael Müller liest, schreibt und dichtet gerne – und Raphael Müller ist ein erfolgreicher Buchautor. Er ist ein besonderer Junge mit seinen 19 Jahren. Raphael Müller sitzt im Rollstuhl und hat Epilepsie und Autismus und er nimmt an einem Schülerzeitungsseminar von mir teil. Das finde ich großartig und es hat mich tief beeindruckt. Schon vor seiner Geburt erlitt Raphael einen Schlaganfall. Sich und seine Umwelt nimmt er oft nur verschwommen wahr.
Raphael Müller besucht mit seinem Begleiter Wolfgang Fässler die Uni Augsburg und ist am Deutschherren-Gymnasium in Aichach Mitglied der Schülerzeitung Ventil, die vergangenes Jahr den Schülerzeitungspreis „die Raute“ der Hanns Seidel Stiftung gewonnen hat. Fässler ist gelernter Erzieher und Altenpfleger, der vom Bezirk Schwaben bezahlt wird.
In meinem Schülerzeitungsseminar arbeitet Raphael Müller als vollwertiges Mitglied und steuert ein Gedicht zur achtseitigen Seminarzeitung bei. Das Thema ist Stress. Mittels gestützter Kommunikation (FC) kann er sich schriftlich verständigen.

Stress – ein Modewort unserer Zeit
Landauf – landab hetzen die Menschen durch die Zeit.
Entspannung ist ein Fremdwort für viele Leut.
Heutzutage finden wenige den Ort der Ruhe und Geborgenheit.
Dabei ist das Glück so nahe, kaum einen Steinwurf weit.
Wo die Reise hinget, findet in unserem Denken statt.
Ob wir stehen oder fallen, entscheiden wir.
Auch unsere Worte fallen ins Visier.
Das was wir sagen ist jeden Tag unser Bier.
Lasst uns Stress positiv angehen,
Hinter den Bergen Lösungen sehen.
Dann kann das Leben wieder Freude bringen,
Und wir können mit den Vögeln Freudenlieder singen.

Das Gedicht von Raphael Müller. Das Gedicht von Raphael Müller.

Und er ist ein Profi in Sachen Literatur. Mit seiner Behinderung hat er zahlreiche Bücher und Gedichte veröffentlicht. Sein Output ist bemerkenswert.
Bis zum Vorschulalter war der Außenwelt nicht klar, dass Raphael Müller hochbegabt ist. Er konnte bereits zu diesem Zeitpunkt Lesen und Rechnen. Dank dem so genannten gestütztem Schreiben kann er Kontakt aufnehmen und sich mitteilen. Betreuer Wolfgang Fässler hilft ihm, die Tasten auf dem iPad zu bedienen. Ohne Digitalisierung wäre diese Art von Inklusion nicht möglich. Er besucht Autorenzirkel und Veranstaltungen an der Augsburger Uni.
Heute ist Raphael Müller eine Berühmtheit in der Literaturszene.

Arbeiten am iPad - gestützte Kommunikation. Arbeiten am iPad – gestützte Kommunikation.

2008 wurde sein Gedicht „Der Augenblick“ in der Anthologie der Brentano-Gesellschaft Frankfurt/M. veröffentlicht. Ein Jahr später „Das Dichten“ in der Anthologie „Beste Gedichte 09/10“. 2009 wurden im Gedichtband „Waldwege“ 15 seiner Gedichte gedruckt. Mit 14 Jahren verfasste er seine Biografie „Ich fliege mit zerrissenen Flügeln“, die 2017 auch in französischer Sprache erschien. Ab 2015 wurden die Fantasiegeschichten „Asa und Gasa“ mit ihren „Abenteuern im Land der Zwerge“ im Fontis-Verlag veröffentlicht. Der Fontis-Verlag ist ein Ableger des christlich geprägten Gießener Brunnen Verlags. In seinem Buch beschreibt er sein Gefühl, im eigenen Körper gefangen zu sein, ohne die Möglichkeit zu sprechen, zu gestikulieren oder sich frei bewegen zu können. Die Leseprobe, die sein Betreuer Wolfgang Fässler an mich verteilt hat, hat mich beeindruckt, nachdenklich gemacht. Raphael Müller will zum Nachdenken über Inklusion anregen und gibt zu verstehen: „Ich will nicht in einem Ghetto leben“.
Beim Schreiben drückt er sich oft in Gedichtform aus, wie in meinem Schülerzeitungsseminar. „Das ist meine Art der Welterklärung, und Gereimtes kann ich mir zudem besser merken.“

Buchtipp: The Art of Solo – a Star Wars Story

27. September 2018

Ganz so schlecht, wie jetzt getan wird, war Solo dann doch nicht. Meine Kritik über den Film Solo: A Star Wars Story habe ich ja ausführlich gebloggt. Ich weiß jetzt nicht genau, ob die Star Wars Geschichten um Obi Wan und oder Boba Fett weitergesponnen werden. Es heißt, Solo war kein finanzieller Erfolg. Fest steht, dass Disney sich wohl mehr Geld erwartet hatte, aber es dann doch nicht so eintraf.

Tolles Art of Buch zu einem schlechten Star Wars Film: Solo

Tolles Art of Buch zu einem schlechten Star Wars Film: Solo

Aber ich will nicht in das Wehklagen über Solo und Disney einstimmen – heute kommt die Blu ray Solo: A Star Wars Story auf den Markt. Um die Zeit zur Veröffentlichung zu überbrücken, habe ich mir das The Art of Solo: A Star Wars Story Buch gekauft und möchte es euch vorstellen. Beim Durchblättern erinnere ich mich an viele positive Seiten des Films. Er hatte klar seine guten Elemente, aber reicht das aus für einen guten Star Wars? Nun, es ist kein richtiger Star Wars für mich geworden, aber es ist ein guter Film geworden, ein Action-Film, wie er heute üblich ist. Das Star Wars Feeling kommt nur zeitweise auf – um es positiv zu sagen. 

Das Ausgangsmaterial der Zeichnungen, die Sketches und Entwürfe sind auf jeden Fall vielversprechend – da steckte viel Hirnschmalz und Kreativität in der Produktion. Beim Durchblättern habe ich meine eigene Geschichte über Han Solo gefunden und weiter gesponnen. Die gezeigten Bilder gaben mir Inspiration für meinen eigenen Solo Film, der nichts mit Disney zu tun hat. 

Ich erinnere mich gerne an so manch gute Szene im Film: als Beispiel sei nur die Zugszene genannt. Eigentlich ist der beste Darsteller des Films der Wookie geworden und wenn ich richtig nachdenke, ist eigentlich der Falke der wichtigste Darsteller. Er wird im Art of-Buch auch ausführlich gewürdigt. 

Die Verfolgungsjagd zu Beginn des Films erinnert mich ein bisschen an das PlayStation Spiel Wipeout. Die Fahrzeuge sind fantastisch, aber es macht nicht soviel Spaß, wie das Videospiel. Manches Mal hatte ich auch das Gefühl einen James Bond Film sitzen. Es erinnerte mich doch sehr viel an die Autojagd in Diamantenfieber und dann wieder an Bullit mit Steve McQueen. Und das ist das Problem mit dem Film: Er erinnert an zu viele Hollywood-Produktionen. Vieles hat man schon gesehen, das Auge ist verwöhnt und das Hirn auch. Die Anfangssequenz mit den weißen Wurm hatte viele Paten. Zum einen erinnert es mich an die Kreaturen aus dem unsäglichen der Last Jedi, zum anderen hat man sich ganz gut an Alien orientiert.

Noch ein Beispiel? Die Jagd nach Coaxium, dem flüssigen Treibstoffs für Hyperraumantriebe, ist doch sehr stark an das Spice bei Dune angelegt.

Aber: Ich will nicht den Film kritisieren, sondern das Buch The Art of Solo: A Star Wars Story macht Spaß beim Durchblättern und sich erinnern. Es ist ein schönes Buch zu einem schönen Film geworden, der leider kein Star Wars-Film ist, aber so tut als sei er einer. 

Unterstützung des Smart TV: Logitech K600 TV Tastatur

26. September 2018
Die K600 TV Tastatur in der Nähe des Smart TV.

Die K600 TV Tastatur in der Nähe des Smart TV.

Es ist immer wichtig, aus seinem persönlichen Schneckenhaus herauszutreten und die Dinge von außen zu betrachten. Als Logitech die K600 TV Tastatur vorstellte, war mir klar, ich brauche dieses 80 Euro teure Device eigentlich nicht. Aber ich stellte schnell fest: Auch wenn ich es nicht brauche, wurde so eine Tastatur von meinem Umfeld als Heilsbringer erwartet.
Die Logitech K600 TV Tastatur nutzt das volle Potenzial des Smart TVs dank einer kabellosen Tastatur mit Touchpad und Steuerkreuz. Persönlich brauche ich das nicht, denn ich nutze Smart TV nicht, sondern arbeite mit separaten Anbietern wie Apple TV oder Amazon Fire TV und deren Eingabegeräten sowie der Sprache. Klassisches lineares Fernsehen ist bei uns zu Hause fast komplett tot. Aber auch wenn ich es nicht nutze, dann nutzt es meine Umgebung, denen ich die Logitech K600 TV Tastatur vorgestellt habe. Zur Internationale Funkausstellung, wie die IFA in Berlin früher hieß, hat Logitec das Teil vorgestellt.


Was macht also das Teil? Diese vielseitige All-in-One-Tastatur bringt die volle Leistungsfähigkeit eines Smart TVs zur Geltung. Zudem gibt es präzise Texteingaben (Passwörter bei Internetbestellungen) und eine äußerst präzise Menü- und Cursorsteuerung, wenn man durchs Internet am heimischen TV-Gerät surft. In der Praxis zeigte sich bei meinem Samsung-Gerät, dass sich Inhalte schnell finden und aufrufen lassen. Ich beobachte meine Freunde, wie schnell und präzise sie durch die smarten Menüs scrollten und sie bestätigten mir, dass es eine enorme Erleichterung sei. Die leichte Tastatur liegt im Wohnzimmer griffbereit herum, kann auch mit den Tasten nach unten liegen oder in der Sofaritze stecken. Sie lässt sich mit beiden Händen halten und nutzen. Die Batterien sollen laut Logitec zwölf Monate halten, was ich nicht nach einem Monat nicht überprüfen konnte.


Die Reichweite liegt bei 15 Metern, was grundsätzlich toll ist, aber bei meinen schlechten Augen sehe ich bei 15 Metern kaum noch den Fernseher, geschweige denn einen Web- oder Menüinhalt.
Ich habe es mit meinem Samsung getestet. Logitec erklärt zudem, dass es mit LG, Sony Bravia und Philips auch funktionieren soll – konnte ich aber nicht prüfen. Auf jeden Fall klappt es mit Samsung SUHD / UHD powered by Tizen (2016 models and later), LG OLED / SUHD / UHD powered by Web OS (2016 models and later), Sony BRAVIA UHD powered by Android TV (2016 models and later) und Philips UHD powered by Android TV (2016 models and later). Hier können Sie prüfen, ob das TV-Gerät mit der Logitech K600 zusammenarbeitet.
Zudem spricht die Tastatur mit Windows, MacOS, iOS und Android an – allerdings habe ich es nicht mit den neuen Versionen von iOS 12 und macOS Mojave getestet, sollten aber problemlos funktionieren.
Für die Verbindung mit der Glotze und mehr gibt es ein Kurzwahltasten-Setup: Ansonsten die Tastatur mit dem Smart TV verbinden und auf k600setup.logi.com gehen.
Fn + 4 for Samsung
Fn + 5 for LG
Fn + 6 for Android TVs like Sony and Philips but also for Android Phones and Tablets
Fn + 7 for Windows
Fn + 8 for Mac
Fn + 9 for iOS
Fn + 0 for Chrome OS

Also, wer Smart TV nutzt, für den ist die Logitech K600 eine absolute Arbeitserleichterung und bringt einen klaren Gewinn.

Das Teil liegt gut in der Hand.

Das Teil liegt gut in der Hand.

Meine 5 Minuten Ruhm zur Wiesn dank Ritter Sport

25. September 2018

Es lässt sich nicht gerade behaupten, dass ich ein großer Wiesn-Fan bin. Als Pendler bin ich von den Auswirkungen des Oktoberfestes in München betroffen: Gedränge, Lautstärke, Trunkenheit und Ausscheidungen. Frohsinn sieht für mich anders aus. Ich habe persönlich auch nicht nur gute Erinnerungen an das große Volksfest, die mich betroffen gemacht haben. 

Fehler von Ritter Sport und ich habs mal fotografiert.

Fehler von Ritter Sport und ich habs mal fotografiert.

Und dennoch sorgte die Wiesn für meine 5 Minuten Ruhm in den Medien. Auf einer Reise zu meinen Vorträgen muss ich am Münchner Hauptbahnhof von der S-Bahn in den ICE umsteigen. In der auf Oktoberfest gestalteten Bahnhofshalle platzieren Firmen ihre großflächige Werbung. Die Werbetafel des Schoki-Herstellers Ritter Sport machte mich beim Gang zu meinen ICE stutzig: „Wies‘n Tipp: nach jeder Maß eine Kleinigkeit essen“. Gleich zwei Fehler in einer Werbezeile: Der Deppenapostroph und Maß statt Mass. 

Und gleich mal das Foti getwittert.

Und gleich mal das Foti getwittert.

Ich fotografierte die Werbung und twitterte meinen Post: „Oh  #Rittersport – gerne kann ich als ehemaliger Textchef unterstützen #Schoko“. Ich war einstmals Textchef der PC Professionell und von redtec publishing, ein IT-Verlag der Süddeutschen. Gleichzeitig informierte mich meine Frau, dass der Münchner Merkur via Facebook ein Foto mit er falschen Schreibweise für seine Online-Berichterstattung suchte. Sie hatten in einer Facebook-Gruppe einen Aufruf gestartet. Ich schickte vom ICE aus das Bild an die ehemaligen Kollegen der Tageszeitung, die es den Onlinern weiterreichten. 

Derweil nahm meine Twitter-Meldung Fahrt auf. Sie wurde geteilt, geliked, kommentiert, geklaut. Den Netzwerkeffekt in sozialen Medien lässt sich an diesem Beispiel ideal bemerken. Viral verbreitete sich mein Tweet samt Foto in Twitter weiter und weiter. 

Inzwischen griffen klassische Massenmedien mein Foto auf. Der Münchner Merkur und die tz, zwei Medien des Ippen-Konzerns, brachten mein Foto. Ich wurde auch als Leserreporter bezeichnet. Aus meinem Foto war eine Meldung geworden. Schließlich geht es um die Wiesn und damit um Auflage und Reichweite. Ich machte einen Screenshot und verbreitete diesen Screenshot gleich mal wieder weiter. 

Auch die w&v griff meinen Tweet auf.

Auch die w&v griff meinen Tweet auf.

Als dann die w&v, ein Magazin für Werber und Marketingmenschen, meinen Tweet aufgriff und betonte: „Wenn es um die Wiesn geht, dann wird es ernst“ bekam ich haufenweise neue Follower – ein netter Nebeneffekt. 

Die Berichterstattung hat inzwischen wohl auch die Agentur von Rittersport erreicht Und der zuständige Mitarbeiter der Agentur von Ritter Sport hat wohl von seinem Auftraggeber einen unfreundlichen, aber eindeutigen Hinweis bekommen. Wenn Preußen Werbung in Bayern machen kann das wohl passieren. Ritter Sport ließ verlauten, dass man den Fehler umgehend korrigieren werde. Und sie siehe da: Am nächsten Tag, als ich wieder in den Hauptbahnhof mit dem ICE einfuhr, war das Deppenapostroph überpinselt. Der Rechtschreibfehler Maß statt Mass wurde allerdings belassen – soviel Nähe zur bayerischen Sprache war dann doch nicht möglich. 

Ende gut, alles gut - ein Fehler wurde korrigiert. Die Maß statt Mass bleibt.

Ende gut, alles gut – ein Fehler wurde korrigiert. Die Maß statt Mass bleibt.

Natürlich musste ich neuerlich ein Foto von der korrigierten machen. Auch die Massenmedien stellten die korrigierte Fassung online – Schadenfreude eben, die nicht böse gemeint ist.

Natürlich ist das Ganze ein Sturm im Wasserglas und bringt die Welt nicht weiter. Ich fand die Sache aber dennoch sehr nett und irgendwie was meine persönliche Rache an der Wiesn.  Ach ja, Ritter Sport: Gerne könnt ihr für die kostenlose Werbung ein paar Tafeln Vollmich und Alpenmilch rüberwachsen lassen 🙂

Blogger müssen zur Marke passen – Über das Verhältnis Blogger und Agenturen

24. September 2018
Auch Blogger unterstützten Aktionen zur Pressefreiheit wie hier in Berlin auf einem Straßenschild, denn Blogger sind Teil der Medienlandschaft.

Auch Blogger unterstützten Aktionen zur Pressefreiheit wie hier in Berlin auf einem Straßenschild, denn Blogger sind Teil der Medienlandschaft.

Ein gängiges Vorurteil von Journalisten ist: Blogger wollen doch nur etwas bei Unternehmen abgreifen und haben mit richtigem Journalismus nichts am Hut. Ich wollte der Sache auf den Grund gehen und haben bei verschiedenen Agenturen nachgefragt. Werden Blogger von Agenturen eigentlich ernst genommen? 

Natürlich ist nicht jeder Blogger ein Journalist und manche wollen es auch bewusst nicht sein. Unsere Medienwelt befindet sich in einem Umbruch und klassische Berufsbilder verändern sich durch die zunehmende Digitalisierung. Ein einzelner, gut vernetzter Blogger kann heute viel bewirken und durch geschicktes Nutzen von sozialen Netzwerken kann er seine Botschaft skalieren und sich in der medialen Welt behaupten. Dabei müssen Blogs nicht nur die Kombination von Text/Fotos sein, sondern gerade auf der Bewegtbildplattform YouTube lassen sich enorme Reichweite und Resonanzen generieren. 

Agenturen nutzen die Macht von Bloggern und arbeiten mit ihnen zusammen. Die Kommunikation hat sich von einer Einbahnstraße in einen Dialog durch Social Media verändert. Facebook, Twitter & Co sind nicht nur weitere Kanäle, sondern haben die Art der bisherigen Kommunikation in Massenmedien auf den Kopf gestellt. Empfehlungsmarketing ist heute wichtiger denn je. Wenn meine Freunde oder Bekannten etwas empfehlen, ist es glaubwürdiger für mich als wenn eine klassische Anzeige oder ein klassischer Artikel erscheint. Das gilt auch bei Blogs hinter denen ein Mensch steht. 

Zudem nutzen Blogs die Möglichkeit des langen Schwanzes, des Long Tails. Long Tail ist eine Theorie, die der ehemalige Chefredakteur des Wired Magazine Chris Anderson 2004 vorstellte, nach der ein Anbieter im Internet durch eine große Anzahl an Nischenprodukten Gewinn machen kann. Der Name leitet sich von der Ähnlichkeit der Verkaufsgrafik mit einem langen Schwanz ab. Nischenprodukte wie Blogs sind auf Dauer erfolgreicher als wenige Bestseller.

Auf dem konventionellen Markt sind die Kosten, um Nischen anzubieten, zu hoch, denn in einem geografisch begrenzten Gebiet sind zu wenig Käufer dafür vorhanden. Der Regalmeter im Laden kostet einfach zu viel Miete. Diese geografischen Beschränkungen gibt es im Internet nicht. Angebot und Nachfrage können sich hier auf einer virtuellen Ebene treffen. Indem die Produktionsmittel jedermann zu Verfügung gestellt werden, kann auch jeder etwas herstellen. Die Radio-Theorie von Brecht ist Wirklichkeit geworden. Blogger haben eine Demokratisierung der Produktionsmittel erkannt und nutzen sie. 

Und genau hier werden die Blogger für Agenturen interessant. Aber man muss genau hinsehen, denn Agentur ist nicht Agentur.  

Inklusion braucht Innovation: “Neue Nähe”-Hackathon von Aktion Mensch und Microsoft - eingeladen hatte dazu Faktor3 auch Blogger.

Inklusion braucht Innovation: “Neue Nähe”-Hackathon von Aktion Mensch und Microsoft – eingeladen hatte dazu Faktor3 auch Blogger.

Thomas Hahnel ist Geschäftsführer der Münchner B2B-Agentur Lucy Turpin-Hedinger Communications GmbH. „Im B2B-Umfeld spielen klassische Blogger eher eine untergeordnete Rolle, das war schon vor ein paar Jahren so und hat sich nicht geändert, eher sogar abgenommen. Ausnahmen bestätigen die Regel, natürlich gibt es gute Blogs, die fast schon Themenportale sind und auch manche Redakteure von Fachmagazinen bloggen. Die Bedeutung für die Branche sehe ich aber nicht als derart meinungsbildend an, wie bei den Endconsumern. Der Vollständigkeit halber sollte man noch erwähnen, dass so manches Unternehmen selbst gute Blogs zu bieten hat, die wiederum durchaus Gewicht haben können. Für die Kommunikation in der Branche sind es Influencer, die eine große Rolle spielen. Die haben manchmal gar keinen klassischen Blog. Sie sind evtl. nur auf Twitter, Facebook oder mit Videos unterwegs.“

In Hamburg bei der Agentur Faktor 3 beobachten Theresa von Hurter und Sven Labenz den Medienwandel ganz genau. Faktor 3 ist eine inhabergeführte Kommunikationsagentur mit mehr als 200 Mitarbeitern und rund 80 Kunden wie Microsoft, Samsung, Haribo, REWE, Beiersdorf, Logitech oder Porsche. Labenz fragt: „Gibt es in der Kommunikation etwas Beständigeres als den stetigen Wandel? Das gilt für die Zielgruppe, den Content und die richtigen Kanäle. Selbstverständlich zählen Blogger und Influencer, genau wie klassische Journalisten und andere Content-Createure, zu den relevanten Stakeholdern der Kommunikation – aber auch das greift beinahe schon zu kurz. Bei der Vielzahl der kommunikativen Netzwerke und Möglichkeiten fällt es zudem schwer, eine dieser Zielgruppen isoliert zu betrachten. Gibt es den klassischen Blogger, der nur auf einem Kanal aktiv ist, überhaupt noch? Und wenn ja, an welchem Content ist er interessiert?“

Auf jährlichen Community-Veranstaltungen wie die re:publica in Berlin kommen Agenturen und Blogger zusammen.

Auf jährlichen Community-Veranstaltungen wie die re:publica in Berlin kommen Agenturen und Blogger zusammen.

Andrea Weinholz von Profil Marketing aus München und Braunschweig bringt es kurz und knapp auf den Punkt: „Blogger haben eine große Bedeutung für uns. Mit einigen Bloggern arbeite ich schon seit vielen Jahren – sehr gern – zusammen und generell werden sie immer wichtiger für unsere Arbeit.“

 Blogger erzählen anders Geschichten als klassische Massenmedien  und sind daher für die Kunden der Agenturen interessant. Storytelling ist das neue Zauberwort. Andreas Weinholz dazu: „Da fallen mir speziell die Blogger ein, die ähnlich arbeiten wie etablierte Medien, d.h . die seriöse Tests machen und Kooperationen auch deutlich kennzeichnen. Da ich für sehr unterschiedliche Bereiche arbeite, sind sowohl IT-Blogs als auch Lifestyle-Blogs interessant für meine Kunden.“ Aber Andrea Weinholz spricht ein Problem der Branche an: die schwarzen Schafe. Was ist Werbung? Was ist gekaufte Information und wird diese gekennzeichnet? Aus diesem Grunde organisieren sich Blogger und achten in einer Selbstverpflichtungserklärung auf Transparenz. Der Bloggerclub e.V. arbeitet beispielsweise mit dem PresseClub München zusammen. Die Mitglieder des Bloggerclubs verpflichten sich zum Bloggerkodex. Der Kodex dient einer transparenten Kommunikation gegenüber den Besuchern eines Blogs. Auch definiert der Bloggerkodex die notwendigen Regelungen für Kooperationen mit Unternehmen. Dieser Kodex beschreibt das Selbstverständnis als Blogger in diesem Spannungsfeld und hat ebenso das Nutzerinteresse im Blick wie eine professionelle und transparente Zusammenarbeit zwischen Bloggern, Unternehmen und Organisationen. Diese Regeln gelten äquivalent auch für Social-Media-Kanäle.

Andrea Weinholz dazu: „Generell freue ich mich über Anfragen. Natürlich bekomme ich auch mal welche, die nicht passen, und es gibt auch schwarze Schafe, die gezielt und penetrant nach Testmustern fragen, ohne dann jemals einen Test zu veröffentlichen. Aber das sind Ausnahmen. Die meisten Blogger, mit denen ich zu tun habe, arbeiten sehr professionell und haben auch Verständnis dafür, dass Kunden nicht immer bereitwillig Produkte verschenken können. Natürlich überprüfen wir die Blogs mit entsprechenden Tools, aber es geht hier nicht nur um Zahlen. Wichtiger ist mir persönlich, dass ein Blog gut gemacht ist, authentisch ist und Potential hat.“

Sascha Pallenberg war einstmals erfolgreicher Blogger und arbeitet heute für die Unternehmenskommunikation der Daimler AG, in die er im Dezember 2016 wechselte.

Sascha Pallenberg war einstmals erfolgreicher Blogger und arbeitet heute für die Unternehmenskommunikation der Daimler AG, in die er im Dezember 2016 wechselte.

Blogger als Partner von Agenturen

Sven Labenz aus Hamburg sieht Blogger als Partner: „Auch wenn unsere Kunden von Technologie, über Food, Automotive bis Beauty extrem divers sind, eint sie der Gedanke gemeinsam mit uns, die Unternehmens-PR stetig zu hinterfragen und voran zu treiben. Und dazu zählt eben auch, die richtige Zielgruppe zu kennen, aber auch den Schulterschluss mit dem Marketing zu suchen. Dabei beobachten wir immer wieder sich verändernde Stakeholder-Mappings – denn natürlich sind auch innerhalb eines Kunden die kommunikativen Ziele, Möglichkeiten und relevanten News vielfältig. 

Auch Theresa von Hurter und Sven Labenz sehen Blogger als Partner: „Wir nehmen jede Anfrage ernst und versuchen gemeinsam mit dem Blogger und unseren Kunden den richtigen Content für den richtigen Kanal zu finden. Das muss zur Marke passen – und damit ist sowohl der Blog, als auch das Unternehmen gemeint.“

Kurz und knapp erklärt Thomas Hahnel von der B2B-Agentur, welche Blogger für seine Arbeit interessant sind: „Die Guten! Die Ernsthaften! Die Kritischen! Die Branchenkenner! Die, die eine Meinung haben.“ Hahnel sieht das geänderte Medienverhalten. „Selbstverständlich gehen wir mit Bloggeranfragen um, wie mit jeder anderen Anfrage auch. Für Ansprechpartner, die die Beziehung zur Öffentlichkeit eines Unternehmens oder Organisation pflegen, sollte es keine Vorbehalte gegen oder Sonderbehandlung für irgendjemand geben. Wie wichtig der einzelne Blogger/in als Multiplikator im Sinne der strategischen Unternehmenskommunikation ist, ist dann noch einmal ein andere Frage – das gilt aber auch für jeden Journalisten, YouTuber oder für jede andere Anfrage.“

Dieser Artikel erschien ursprünglich im PresseClub Magazin des Internationalen PresseClubs München.