Mit Geld sofort kam ein bisher nicht bekannter Heinz Erhard Film ins Fernsehen. Foto: NDR
Es ist wirklich schön, wenn man einer Weltpremiere im Fernsehen beiwohnt, die einem etwas bedeutet. So gestern in der Nacht. Gestern Abend sah ich einen Kurzfilm, von dem keiner wusste, dass er je existiert hat. „Geld sofort“ mit dem legendären Heinz Erhardt. Knapp 37 Minuten dauert der in schwarz-weiß gedrehte 16 mm-Fernsehfilm. Er wurde wahrscheinlich Ende der 50er Jahre des vergangenen Jahrhunderts aufgenommen und verschwand dann sofort. Erhadt trug damals noch eine Brille mit runden Gläsern, wie auch diesem Film. Erst später – mit zunehmenden Erfolg in Deutschland – wechselte Erhardt das Brillengestell in ein dunkleres, wuchtigeres Modell.
Runde Gläser trug Erhard Ende der 50er Jahre. Foto: NDR
Runde Gläser trug Erhard Ende der 50er Jahre. Foto: NDR
Runde Gläser trug Erhard Ende der 50er Jahre. Foto: NDR
Genaueres wissen wir aber nicht. Es gibt bisher keine Auszeichnungen über den Film, nicht von Heinz Erhardt-Experten, noch von dessen Familie, noch von Fans des großen Österreiches Oskar Sima, der den Gegenpart von Erhardt spielt. Der Film exisitierte einfach nicht – bis jetzt.
Der österreichische Volksschauspieler Oskar Sima spielte Direktor Ehrlich. Foto: NDR
Zur Handlung: Heinz Erhardt spielt Herrn Zatke, einen Vertreter für Vogelsand, der sich für seine Hochzeit bei den Finanzierungsbüro Ehrlich und Co. 800 und später 3000 Mark leihen möchte. Dabei werden dem etwas naiven Zatke Zug um Zug die 50 DM Scheine nur so aus seiner eigenen Tasche von den windigen Finanzmanagern gezogen. Em Ende siegt aber das Gute und die Übeltäter werden von der Polizei überführt.
Foto: NDR
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Der Kurzfilm ist kein Schenkelklopfer wie spätere Heinz Erhardt-Filme wie Drillinge an Bord oder Immer die Autofahrer oder die Willi Winzig-Reihe. Er ist eher ein beschauliches Kammerspiel mit mahnenden Zeigefinger. Der naive, etwas tollpatschige Zatke wird verführt – das Dritte Reich lag damals noch nicht lange zurück.
Gedreht wurde der Fernsehfilm von Johann Alexander Hübler-Kahla, der in der Münchner Georgenstraße 27 residierte. Das ist nicht der einzige Hinweis auf den möglichen Drehort München. Zudem begann die begabte Nebendarstellerin Christiane Schmidtmer Ende der fünfziger ihre Schauspielausbildung in München, was Hinweise auf München und die mögliche Enstehungszeit des Fernsehfilms liefert. In einem Zwischenschnitt gibt es Aufnahmen von leeren und belebten Stachus. Zudem fährt Heinz Erhardt alias Herr Zatke zu Beginn mit einer Straßenbahn und die Haltestelle „Südtiroler Straße“ wird angesagt. Das ist eine Haltestelle der Münchner Tram Richtung Grünwald, wo die Bavaria Filmstudios liegen. Damit sind die Filmhistoriker und Filmjournalisten aus dem Münchner Raum nun gefragt, mehr über „Geld sofort“ zu recherchieren. Vielleicht erinnert sich ja der ein oder andere Statist oder Beleuchter noch an den Film.
Nächste Haltestelle Südtiroler Straße – ein Hinweis auf München? Foto: NDR
Der Film stammt aus einem Archiv eines unbekannten Sammlers, der nun in den 90ern ist und sein Archiv auflöst. Er überließ eine 16 mm Kopie von „Geld sofort“ dem Wiener Sammler Helmut Werner, der wohl das größte private Heinz Erhardt-Archiv betreibt. Werner wandte sich an Nicola Tyszkiewicz, eine Enkelin von Heinz Erhardt. Sie verwaltet den Nachlass des berühmten Schauspielers. Diese war restlos begeistert über diesen Film und der NDR strahlte das Werk zu später Stunde nun aus und ließ uns an einem Stück Filmgeschichte teilhaben. Dafür vielen Dank – es war großartig.
Nur eine Kritik sei erlaubt: Warum zeigt der NDR den Film so spät in der Nacht, warum nicht die ARD? Das wäre doch mal eine sinnvolle Verwendung von GEZ-Gebühren gewesen.
Der Wiener Sammler Helmut Werner besitzt das größte Erhardt-Archiv und bekam den Film. Foto: NDR
Warum so spät und nicht in der ARD – frage ich. Heinz Erhardt in Geld sofort. Foto: NDR
Als ich gestern bei Pro 7 in Tron Legacy reinzappte, dachte ich daran, wie enttäuscht ich 2011 war, als ich den Film damals im Kino sah. Mit gewissen zeitlichem Abstand muss ich mein damaliges Urteil korrigieren. So schlecht war Tron Legacy dann doch nicht. Wahrscheinlich hatte Disney das Marketing damals überreizt und meine Erwartungen an den Film waren zu hoch. Heute habe ich mich köstlich amüsiert.
So schlecht, wie ich den Film einst empfand, war er dann doch nicht.
Klar, an die Faszination vom Disney-Original Tron kommt die Fortsetzung nicht heran. Tron damals haute einen vom Hocker, nur allein wegen der Effekte, die ich mit einem C64 vergeblich nachbauen wollte.
Aber die Zutaten zum neuen Tron waren schon prima: der Soundtrack Tron Legacy brachte mir die Franzosen von Dalf Punk näher (ja ich weiß, der Soundtrack Tron von Wendy Carlos hatte ein anderes Niveau und trotzdem machen Dalf Punk Spaß), die Tricks von Digital Domain waren absolut sehenswert. Gerade die Visualisierung hat mich gefesselt – die Arbeiten mit Licht kamen bei mir sehr, sehr gut an. Ich hatte bereits darüber gebloggt. Die Architektur und die Details haben gepasst, ohne Zweifel. Aber leider wirkte Jeff Bridges auf mich müde. Tja und dann war noch das Null an Story – daran konnten auch nicht die schönen Bilder hinwegtäuschen. Das Drehbuch ist enttäuschend.
Auch irgendwie schwach: Comic zum Film
Ich habe mir nochmals aus meinem Archiv das Comic von Tron geholt, das bei Ehapa Comic Collection erschienen ist. Hier wird der Mangel an Story besonders deutlich, wenn die schönen 3D-Visualisierungen wegfallen. Die Dialoge im Film und Comic sind einfach nur schlecht.
Hat dem Sohn und mir nicht gefallen – das Spiel zum Film.
Mein Sohn hat nach dem Film das Spiel TRON: Evolution herausgekramt. Wir beide haben auf der PS3 ein wenig gezockt, doch auch das Spiel war vor allem eines: Langweilig und hatte eine Steuerung, die zum Abgewöhnen ist.
Also was bleibt, ist ein netter Film, ein netter Soundtrack zu Tron Legacy und dann breiten wir den Mantel des Schweigens über Comic und Videogame. Vielleicht muss ich da nochmals ein paar Jahre warten.
Schöner Soundtrack zu Gremlins – aber bitte als Doppel-CD
Als Gremlins 1984 in den Kinos gesehen hatte, war ich von dem Joe Dante-Film begeistert. Als eine gelungene Mischung aus Horror und Unterhaltung empfand ich den Film. Der von Spielberg produzierte Film war ein wunderbarer Weihnachtsfilm zu seiner Zeit. Der Spruch, einen Mogwai nicht nach Mitternacht fressen zu lassen, wurde in meiner Jugend ein gerne gebrauchtes Zitat, wenn man auf jugendlicher Tour nach Mitternacht zu einem Fastfood-Restaurant einkehrte.
Als ich den Filme Gremlins 1+2 neulich auf Blu ray kaufte, hatte er viel von seinem Zauber verloren. Für Cineasten gibt es aber immernoch eine Menge Sachen zu entdeckten, die ich als Jugendlicher gar nicht bemerkt hatte. Als Beispiel möchte ich nur die Zeitmaschine nennen, die im Film kurz auftauchte. In Gremlins gibt es auch Gastauftritte des Produzenten Steven Spielberg und des Komponisten Jerry Goldsmith zu entdecken.
Spielberg vorne und Zeitmaschine hinten.
Die Faszination des Films hat heute bei mir etwas gelitten, aber der Soundtrack von Jerry Goldsmith blieb mir lange im Ohr. Jetzt entdeckte ich den Soundtrack als seltene Doppel-CD Gremlins wieder. Erst 2011 kam der komplette Score auf den Markt und es ist genau die richtige Musik für die Winterzeit. Im Booklet zur CD gibt es ausführliche Infos zum Film und zur Musik. Sehr nett empfand ich beispielsweise das erste Stück auf der CD. Es ist Max Steiners Fanfare in C, das als Begleitung zum Warner-Logo immer gespielt wurde. Steiner ist einer der ganz großen Filmkomponisten der Frühphase von Hollywood und lieferte die geniale Musik zum Monsterfilm schlechthin: King Kong.
Der Film gewann 1985 bei den Saturn Awards die Auszeichnung unter anderem in der Kategorie Beste Musik. Goldsmith war 1984 fleißig: Er komponierte neben Gremlins die Soundtracks zu Supergirl, Runaway – Spinnen des Todes (Runaway) und Ein Single kommt selten allein (The Lonely Guy). Aber die meiste Mühe hatte er sich mit Gremlins gegeben, wie ich finde. Hier kommt mehr und mehr Goldsmiths Vorliebe für die Mischung von klassischen und elektronischen Score zum Tragen. Traditionelle Instrumente wie Autohupen und Trillerpfeifen wurden ebenso eingesetzt, um ein Mickey Mousing zu erzeugen. Mir hat das ganze Experimentieren ziemlichen Spaß beim Anhören gemacht und tut es heute immer noch. Hört unbedingt mal in den Gremlins Rag rein, wunderbarer 80er Sound.
Wer sich für den Soundtrack interessiert, sollte unbedingt zur Doppel-CD Gremlins greifen, denn auf CD 1 ist der komplette Score enthalten. Auf der CD 2 gibt es nur ein paar Stücke von Jerry Goldsmith und ein wenig Pop-Musik, darunter Peter Gabriels Ausflug in die Filmmusik Out Out.
Endlich ist er nach drei Monaten eingetroffen: Die Steiff-Edition von Godzilla aus Japan.
Als Godzilla-Fan musste ich ihn einfach haben, den Steiff Godzilla aus Japan. Der schwäbische Kuscheltierhersteller hatte 2014 eine Sonderedition des Filmmonsters auf den Markt gebracht in einer Auflage von 1954 Exemplaren. Warum 1954 Exemplare? Ganz einfach: Der berühmte Monsterfilm startete am 3. November 1954 in den Kinos und zog seinen Siegeszug über die Welt an.
Zum 60. Geburtstag des Monsters legte Steiff seine Godzilla-Edition nur in Japan auf. Und jetzt begann das Problem. Steiff vertreibt das Kuscheltier in einer Größe von 50 Zentimeter für rund 500 US-Dollar nur nach Japan – so zumindest die Google-Übersetzung der japanischen Website. Auch die deutsche PR-Agentur konnte keinen Godzilla besorgen. Ich habe ja darüber gebloggt. Also musste ich japanische Kontakte aktivieren und nach drei Monaten bekam ich nun die Nummer 110 von 1954.
Limitiert auf 1954 Exemplare – ich habe die Nummer 110.
Das Tier wird natürlich nicht bespielt, sondern kommt in eine Vitrine zu anderen Steiff-Sondereditionen wie den Lagerfeld-Teddy. Mal sehen, welche Überraschungen Steiff in diesem Jahr für mich vorbereitet hat.
Endlich kam ich dazu, den dritten Teil vom Hobbit anzusehen.
Mit einiger Zeit Verspätung aufgrund von Krankheit kam ich jetzt erst in den Genuss des dritten Hobbits – die Schlacht der fünf Heere. Das Warten hat sich gelohnt – das große Finale war die erwartete Klopperei mit Pathos und Landschaft. Im Grunde geht es nur darum: Klopperei, Pathos und Landschaft.
Aber mir hat der Abschluss der Trilogie gehörig Spaß gemacht, auch wenn wieder Tolkien-Fans aufschreiben, was Peter Jackson aus dem freundlichen Kinderbuch Der kleine Hobbit gemacht hat. Ja, ja, die Argumente kennen wir schon: Das wunderbare Buch wurde zu einem Blockbuster aufgeblasen, Figuren eingefügt, Figuren erfunden – na und? Wenn ich eine Literaturverfilmung sehen will, muss ich mir etwas anderes ansehen als den Hobbit. Wobei ich natürlich als Tolkien-Fan der siebziger Jahre schon das eine oder andere Mal schlucken musste, was Jackson aus der Vorlage gemacht hat, aber egal.
Für mich war es ein großartiges Kinoereignis. Und auch schauspielerisch hat dieser Film eine neue Wendung erreicht. Mir hat das Ringen der Figuren Bilbo und Thorin miteinander sehr gut gefallen. Es war glaubhaft, den aufsteigenden Wahnsinn bei Thorin zu beobachten und die Zerrissenheit von Bilbo zu sehen, ob er un den Arkenstein herausrücken soll oder nicht. Das hat fast das Niveau zwischen Gollum und Bilbo.
Benedict Cumberbatch kann alles spielen – sogar nen Drachen.
Da ich die deutsche Fassung in 2D angesehen hatte, musste ich mir die Interpretation von Benedict Cumberbatch als Drache aus dem Netz besorgen. Es gibt wohl nichts, was Benedict Cumberbatch im Moment nicht spielen kann: Sherlock, Star Trek-Bösewicht Khan und einen fiesen Drache. Als Star Wars-Bösewicht wird er entgegen allen Gerüchten nicht beteiligt sein, sagt er.
Dabei sind die Hobbit-Filme über die Jahre gereift, der Humor ist über die Teile fast verschwunden und das hat der Serie gut getan. Natürlich warten wir jetzt auf den Extended Cut durch Peter Jackson mit noch mehr Klopperei und noch mehr Pathos und noch mehr Landschaft.
Von Peter Jackson hört man, dass er nach dem Extended Cut mal wieder einen normalen Film drehen will. Schade, kann ihm bitte jemand das Silmarillion schicken, da wären ein paar Anregungen für weitere Filme aus dem HdR-Universum enthalten.
Wunderbarer Soundtrack zum Film von Howard Shore.
Sehr schön fand ich übrigens das Ende vom Hobbit und das Anknüpfen an Herr der Ringe. Bilbo hat den Ring, feiert seinen 111. Geburtstag und Herr der Ringe nimmt Fahrt auf. Das wird auch musikalisch vorbereitet. Der Soundtrack von Howard Shore für den dritten Hobbit ist wieder absolut großartig. Dieses Mal nicht so dunkel wie in Teil 2. Der Score The Hobbit : The Battle Of The Five Armies als Extended Version gefällt mir bis auf die Verpackung hervorragend. Der Pappschuber ist eine Zumutung. Die Musik ist wieder eine Wohltat, die Themen aus dem zweiten Teil werden aufgegriffen und weitergeführt. Moderne Programmmusik im 21. Jahrhundert mit allerei Leitmotiven, die uns Wagner in die Musik gebracht hat. Der letzte Song The Last Goodbye wurde von Billy Boyd gesungenen und ist nicht mein Fall. Vielleicht kommt irgendwann eine komplette Version von Hobbit 1-3 heraus, wie es beim Herr der Ringe der Fall war. Dann heißt es wieder zugreifen – bis es soweit ist, muss ich muss mit der Extended Version begnügen.
Danny Elfman dürfte den wenigsten etwas sagen, obwohl er der Komponist zahlreicher erfolgreicher Spielfilme ist. Am kommerziell erfolgreichsten war seine Musik wohl bei Batman, als er für seinen Haus- und Hofregisseur Tim Burton die Musik schrieb. TV-Zuschauer kennen Elfman von der Titelmusik der Simpsons. Freunde der Yellow-Press kennen Elfman eher als Ehemann der Schauspielerin Bridget Fonda.
Soundtrack-Liebhaber schätzen die Musik von Danny Elfman sicher vor allem für die skurillen Filme von Tim Burton: Großes Orchester und Knabenchor sind das Markenzeichen von Elfman.
Die Disney-Produktion Alice im Wonderland ist nicht unbedingt Mainstream, aber sicherlich nicht einer der durchgeknalltesten Burton-Filme. Und wahrscheinlich war dies der Grund, die Musik von Danny Elfman live im Gasteig/Philharmonie mit dem Film aufzuführen. Leider folgten nicht übermäßig viele Musikbegeisterte der Einladung in den Münchner Kulturtempel, so dass einige Plätze leer blieben. Schade.
Einige Plätze blieben leer – an der Musik und dem Film kann es nicht gelegen haben.
An der Musik von Danny Elfman konnte es aber nicht gelegen haben. Selten hat der Filmfreund die Möglichkeit, diese fabelhafte Musik in einer Live-Aufführung zu erleben. Der Score von Alice In Wonderland, der mit einem Grammy nominiert wurde, ist sehr kraftvoll, fantasievoll und klassisch angehaucht. Er steht in der Tradition von Edward mit den Scherenhänden. Der Alice-Score wurde in München von Dirigent Helmut Imig und dem Sound of Hollywood Symphony Orchestra sehr schön interpretiert.
Helmut Imig hat sich unter Filmfreunden schon lange einen Namen gemacht. Seine Arbeitsschwerpunkte sind neben der Konzerttätigkeit vor allem Experimentelle Musik, Moderationskonzerte, Stummfilmkonzerte mit Originalmusiken und eigenen Kompilationen. Helmut Imig arbeitete viel mit den Rundfunkorchestern von München und Saarbrücken sowie dem Filmorchester Babelsberg. International bekannt wurde er für seine Überarbeitung der Filmmusik von Edmund Meisel für den Filmklassiker Panzerkreuzer Potemkin von Sergej Eisenstein zur 55. Berlinale 2005. Also ein großer der Szene gab den Takt vor und lieferte zusammen mit dem Sound of Hollywood Symphony Orchestra eine starke Show rund um Hutmacher, Kaninchen, Grinsekatze und Jabberwocky ab. Erwähnenswert vor allem der Buben-Chor, der Alice, Alice, Alice intonierte. Danke lieber Helmut Imig, dass Sie sich des Werkes von Danny Elfman angenommen haben und die klassische Filmmusik noch hochhalten.
Filmmusikfreunde beobachten das Werk von Helmut Imig.
Der nächste Auftritt von Helmut Imig und dem Sound of Hollywood Symphony Orchestra wird im Vergleich zu Alice im Wonderland wohl eher ein kommerzieller Erfolg werden. Dann werden Imig und Kollegen die Musik von Hans Zimmer bei Fluch der Karibik auf die Leinwand des Gasteigs bringen. Und damit es auch hier nochmals gesagt wird: Ich mag die Musik von Hans Zimmer absolut nicht (bis auf ein paar Ausnahmen).
Durch den spektakulären Sony-Hack sind schon einige Infos über den neuen James Bond-Film durchgesickert. Natürlich bestreiten die Produzenten, dass die aktuelle Drehbuchfassung von SPECTRE veröffentlicht wurde. Wir wissen ja, dass als Bond-Girls die 50jährige Monica Bellucci, Léa Seydoux (29 Jahre) und als böser Bube Christoph Waltz auftritt. Der Böse soll Bonds älterer Pflegebruder und der Chef von SPECTRE sein. Naja, finde ich eher doof und vor allem will ich, dass Blofeld samt Katze seinen Auftritt hat. Warten wir es ab – im Oktober 2015 kommt SPECTRE in die Kinos. Fest steht nun aber offiziell, dass James Bond den Luxus-Vodka Belvedere schlürfen wird. Das waren Albert R. Broccolis EON Productions, Metro-Goldwyn-Mayer Studios und Sony Pictures Entertainment eine positive Meldung wert.
James Bond trinkt dieses Mal Belvedere Vodka – hier die Sonderedition von MI6.
Um die neue Ära und Partnerschaft des Bond-Martinis – „geschüttelt, nicht gerührt“ – im 24. Bond-Film SPECTRE gebührend zu feiern, präsentiert Belvedere Vodka zwei limitierte Editionen. Erstmals wird der Belvedere Palast, das Markenzeichen auf jeder Flasche Belvedere, durch die berühmte MI6-Zentrale ersetzt. Als Bond-Fan der siebziger Jahre muss ich mir so eine Flasche besorgen. Statt dem klassischen Blau des Etiketts und des Schriftzuges erstrahlt die auf 100 Flaschen limitierte Sammleredition in einem charakteristischen Grün – eine Hommage an die grüne Tinte offizieller Unterschriften des Geheimdienstes.
Die zweite Edition verleiht der beleuchteten, ikonischen Belvedere Silber Sabre Flasche den offiziellen 007-Look. Die Flaschen werden unter Sammlerkreisen begehrt sein.
Die Belvedere SPECTRE Kampagne startet im Februar 2015 mit einer globalen Werbekampagne und zahlreichen Aktionen und Veranstaltungen rund um den Film.
Dabei muss ich gestehen, dass ich Vodka noch nicht so gut kenne. Aber dass muss sich ändern, schließlich ist der Vodka der Wahl vieler Trendsetter, die den Unterschied kennen.
Charles Gibb, Präsident von Belvedere Vodka, sagt: „James Bond ist bekanntermaßen die beliebteste und wichtigste Stil-Ikone der Welt. Wir sind stolz und glücklich, dass Belvedere Partner von SPECTRE ist, unsere größte globale Partnerschaft bislang.“
Ich freu mich schon auf den neuen 007.
Die Werbemaschinerie läuft aber im Frühjahr schon an. Dwight Caines, Präsident Theatrical Marketing von Sony Pictures, sagt: „James Bonds coole Attitüde und seine Weltgewandtheit gehen Hand in Hand mit seiner Vorliebe für Vodka Martinis. Belvedere Vodka passt perfekt dazu.“
Wobei ich allerdings gestehen muss, dass ich Stil nicht gerade mit der Interpretation von Daniel Craig gleichsetzen will. Leute wie Sean Connery, Roger Moore, David Niven oder Timothy Dalton hatten für mich deutlich mehr Stil als Daniel Wroughton Craig, der eher Bier statt Voka trinkt. Aber das ist vielleicht der Zeitgeist.
Eine mysteriöse Nachricht aus Bonds Vergangenheit setzt ihn auf die Fährte einer zwielichtigen Organisation, die er aufzudecken versucht. Während M damit beschäftigt ist, politische Mächte zu bekämpfen, um den Secret Service am Leben zu erhalten, kann Bond eine Täuschung nach der anderen ans Licht bringen, um die schreckliche Wahrheit zu enthüllen, die sich hinter SPECTRE verbirgt. Regie Sam Mendes, Drehbuch John Logan und Neal Purvis & Robert Wade. Produziert von Michael G. Wilson und Barbara Broccoli.
Als Fan des fantastischen Films mag ich vor allem Spuk- und Geisterfilme. Alle paar Jahre kommt ein guter Streifen auf den Markt. Als einen der guten Filme empfand ich The Conjuring, den ich mir jetzt erst auf Blu ray angeschaut habe. Im Kino hatte ich ihn leider verpasst.
Für mich eine schöne Überraschung: The Conjuring
Obwohl natürlich alles schon mal gesehen, hat mir The Conjuring Spaß gemacht und ich hab mich gegruselt. Neues gab es nicht, aber das gezeigte ist bewährte Kost. Gerade Freunde des guten alten Exorzisten kommen auf ihre Kosten. Der Film ist gewürzt mit Blair Witch und eine Prise bis das Blut gefriert und heraus kam ein erfrischender Horrorfilm. Dabei hatte ich zunächst meine Befürchtungen, denn hinter The Conjuring stehen die Macher von Saw. Und Saw steht nicht gerade für eine gepflegte Art von Gruselunterhaltung, sondern für harten Terrorfilm. Saw 1 fand ich dennoch hervorragend, will aber so harte Gewalt bei einem Spukfilm nicht sehen.
Ein Film, den keiner braucht und trotzdem Kasse machte: Annabelle
Was mir auch nicht gefällt, ist die Idee, The Conjuring als Franchise auszubauen. Es soll Spin offs und Fortsetzungen geben. Hollywood kopiert sich einmal wieder selbst und da ist kein Platz für neue Ideen. Den Start machte Annabelle, die unheimliche Puppe zu Beginn von The Conjuring. Ich sag es mal so: Ich brauch diese Art von Filmvermarktung überhaupt nicht.
Geht so, aber nicht der Hammer – der Score zum Film.
Eine Anmerkung zum Score. Der Score von Conjuring sorgt für die richtige Atmosphäre in dem Film. Und wie eine Heimsuchung klingt der Soundtrack von Joseph Bishara auch. Ich muss zugeben, dass ich von Joseph Bishara noch nie etwas gehört habe. Er komponierte zahlreiche Soundtracks zu Horrorfilmen, die ich aber allesamt nicht gesehen habe: Joseph’s Gift (1998), The Convent (2000), Unearthed (2006), The Gravedancers (2006), Autopsy (2008), Night of the Demons (2009), Insidious (2011), 11-11-11 (2012) oder Dark Skies (2013). Auch zu Annabell hat Joseph Bishara die Musik geschrieben und ich werde mir die Sache mal anhören.
Ein großes Meisterwerk habe ich mir beim Soundtrack von The Conjuring nicht erwartetet und ich wurde auch nicht enttäuscht. Der Score ist zwar atmosphärisch dicht, aber nicht ein besonders großer Wurf.
Es hat mich vom Hocker gehauen, mich regelrecht weggebeamt. Auf der SAE Alumni Konferenz probierte ich zum ersten Mal die Oculus Rift aus. In der Berliner Schule der SAE waren zwei Geräte zum Ausprobieren aufgebaut. Ich zockte eigentlich nur ein banales Spiel, aber die Technik schlug mich sofort in ihren Bann.
Ok, es ist alles noch etwas kompliziert, aber für mich eindeutig eine Zukunft von Gaming und – eine Zukunft von Film. Die Brille ist noch etwas unbequem, aber wow, hier passiert etwas. Es dauerte ein, zwei Minuten dann schaltete mein Gehirm um und ich war in der virtuellen Welt angekommen. Ich drehte den Kopf und wanderte durch Welten. Egal, wohin ich blickte, durch die lichtsichte Brille samt Display vor den Augen tauchte ich in eine andere Welt ein. Vor Jahren erlebte ich in Schottland an der Universtät eine frühe Phase dieser Brille, aber was da jetzt vorliegt, ist der Hammer.
Eine Demo bei der SAE schlug mich in seinen Bann.
Genial – das dachte sich Mark Zuckerberg auch und kaufte gleich mal den Hersteller der Oculus Rift. Wer nicht das Geld für eine Original-Rift aufbringen will, der sollte sich die Zeiss VR One für 99 Euro ansehen. Zeiss hat ja mit dem Cinemizer bereits gute Produkte vorgelegt. Bei der VR One wird einfach ein Smartphone von 4,7 bis 5,2 eingeschoben und der Content wird über das Smartphone eingepielt. VR for the rest of us.
VR for the rest of us: Zeiss VR One
Zu Hause überlegte ich mir Anwendungsmöglichkeiten. Naheliegend ist die Gaming-Branche. Aber noch faszinierender ist für mich auch die Filmbranche. Nachdem ich mir gerade auf Blu Ray Black Hawk Down angesehen habe, überlegte ich mir, wie so ein Film mit einer VR-Brille wirken würde. Dabei dürfte ich den Film natürlich nicht nur als klassischer Betrachter im Kinosessel ansehen, sondern ich müsste in die Story integriert werden. Hier in dem Fall von Black Hawk Down natürlich in das beklemmende Szenario von Somalia.
Ein Horrorfilm in der Brille – Wahnsinn.
Auf die gleiche Idee kamen ein paar Holländer, die den ersten Horror-Film für die Oculus Rift gedreht haben. Der Zuschauer ist dabei selbst das Opfer. Der Film heißt 11:57 und das Besondere: Bei dem Film kannst du als Zuschauer nicht wegschauen. Den Film gibt es als kostenlosen Download für Mac, iOS und Android. Ein sehr interessantes Experiment und ich werde diese Sache mal in meinen Seminaren vorstellen.
Ikea hat viel Kapital bei uns Bloggern verspielt durch den Abmahnzirkus in der Vergangenheit. Langsam gewinne ich wieder etwas Sympathie für das schwedische Möbelhaus, wenn ich mir den aktuellen Halloween-Spot von Ikea Singapore anschaue.
Danny bei Ikea.
Danny bei Kubrick
Der neue Spot kopiert Szenen aus den Horror-Filmklassiker The Shining von meinem Lieblingsregisseur Stanley Kubrick. Junge Menschen kennen diesen Shocker wohl nicht mehr und Ikea Singapore hat wohl eher mit dem Spot die ältere Zielgruppe wie mich im Auge. Viral verbreitet sich die Kampagne sehr gut im Netz.
Wir Filmfreunde erinnern uns: In Shining fährt der hellseherische Junge Danny mit dem Dreirad durch die Gänge des Overlook-Hotels. Die Kameraarbeit von John Alcott war damals 1980 wirklich fantastisch und wegweisend – Steadycam wurde zum ersten Mal auf der großen Kinoleinwand zelebriert. Danny stößt bei seiner hypnotischen Fahrt durch die Hotelgänge tief in die Seele des Spukhauses vor. Dabei begegnet er den ermordeten Zwillingen, die von ihrem wahnsinnigen Vater mit einer Axt erschlagen wurden. Alles basierte auf dem hervorragenden Buch von Stephen King, der den Film von Kubrick nicht gemocht hatte. Zwei Egos an einem Set funktionieren nie.
Und jetzt kommt eben Storytelling in der Werbung. Im Ikea Spot fährt Danny freilich durch ein Möbelhaus, die Lampen flackern, die Farben wechseln, Jazz-Musik ertönt, Skelette sitzen am Tisch. Aus dem amerikaischen Danny wird ein asiatischer Jungd und aus dem ermordete Zwillingspaar wird – ach sehen Sie selbst.
Ich bin mal gespannt, wie die Erben von Stanley Kubrick reagieren, die eigentlich keinen Spaß verstehen, wenn es um das Filmkunstwerk geht. Vielleicht lernt Ikea den Abmahnzirkus mal von einer anderen Seite kennen.
Hier das Abschlachten bei Kubrick – wie sieht es bei Ikea aus?