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Comictipp: Der Krieg der Welten von Thilo Krapp

4. März 2017
Feine Lektüre für den Zug.

Feine Lektüre für den Zug.

Als Science Fiction-Fan der alten Garde liebe ich die klassischen Geschichten der alten Zeiten: Isaac Asimov, Robert Silberberg, Philipp K. Dick und natürlich H.G.Wells. Seine Zeitmaschine reizte mich als Kind und natürlich der Krieg der Welten. Ich mochte die Filme, mochte die musikalische Umsetzung, verschlang als Medienmensch das Hörspiel von Orson Wells und bei einem Aufenthalt in Berlin kaufte ich mir die Graphic Novel Der Krieg der Welten von Thilo Krapp.

Die Marsianer greifen an.

Die Marsianer greifen an.

Auf der Zugfahrt noch Berlin nach München vergnügte ich mich mit dem schön gestalteten Buch. Krapp ist Illustrator und Comiczeichner und wagte sich 2013 an die Umsetzung des Stoffs. Schön ist für mich, dass Krapp sich dem Original wieder nähert. Kein Kampf der Welten wie in den Filmen von George Pal oder Krieg der Welten von Steven Spielberg, sondern eine Geschichte, wie es sich H.G. Wells wohl vorgestellt hatte. Die Figuren sind liebevoll gestaltet und hier hat sich die Mode- und Ambiente-Recherche von Thilo Krapp ausgezahlt. Das viktorianische England kommt zur Geltung und wird durch die richtige Wahl des Papiers durch den Egmont-Verlag unterstützt. Dadurch kommen die Zeichnungen voll zur Entfaltung und der Wunsch erwacht in mir, das eine oder andere Bild zu kaufen zu rahmen und aufzuhängen. Es beginnt im Stile von Tolkien mit Kartenmaterial und führt ins direkt zur Geschichte. Das Buch endet mit allerlei Skizzen und erinnert an meine geliebten Art of-Bücher.

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Thilo Krapps Version von Krieg der Welten ist in sich stimmig, wobei mir ein wenig die Action abgeht. Vielleicht liegt es am Comic-Genre, aber ich gerne mehr Auseinandersetzungen mit den Marsianern gesehen. Vor allem das Kriegsschiff Thunderchild hätte nach meinem Geschmack mehr zum Einsatz kommen können. Ich hatte bei der Lektüre von H.G. Wells mehr Action im Kopf. Seinen Schwerpunkt legt Thilo Krapp dagegen mehr auf die inneren Kämpfe der Figuren. Das ist sehr interessant zu sehen und zu lesen. Ach ja, Lesen: Ich hätte von Verlagsseite eine stimmigere Schrift genommen. Der vorhandene Font ist zwar wunderbar lesbar, passt aber für mich nicht in die viktorianische Zeit. Ich bin kein Typograf, aber diese Version einer sehr gut lesbaren Serifenschrift ist für mich ein unnötiger Stilbruch. Hier hätte ich mir mehr Feingefühl seitens des Verlags oder Lektors gewünscht.

Die Serifenschrift ist für mich ein Stilbruch.

Die Serifenschrift ist für mich ein Stilbruch.

Hin und her gerissen war ich über die Interpretation der gnadenlosen Kampfmaschinen. Thilo Krapp hat sie wie im Original als dreibeinige Läufer gezeichnet. Hier musste ich gegen meine eigene Fantasie ankämpfen. Ich hatte zwar Spielbergs Kolosse aus meinen Kopf verbannt, aber die musikalische Umsetzung des Stoffs durch Jeff Wayne ist mir in meine DNA übergangen.

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Seine dreibeinigen Monstermaschinen haben mein Bild von den außerirdischen Kampfmaschinen geprägt, so dass ich mir zunächst sehr schwer tat, die Version von Thilo Krapp anzuerkennen. Im Laufe der Lektüre hatte ich mich aber daran gewöhnt, denn wenigsten das legendäre Ullaulla kam darin vor.
Also vielen Dank an Thilo Krapp für die unterhaltsame Zugfahrt von Berlin nach München und vielleicht gibt es eine Ausstellung der Werke oder noch besser einen Online-Shop mit signierten Prints.

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Musiktipp: Jerry Goldsmith: Gremlins

4. Januar 2015
Schöner Soundtrack zu Gremlins - aber bitte als Doppel-CD

Schöner Soundtrack zu Gremlins – aber bitte als Doppel-CD

Als Gremlins 1984 in den Kinos gesehen hatte, war ich von dem Joe Dante-Film begeistert. Als eine gelungene Mischung aus Horror und Unterhaltung empfand ich den Film. Der von Spielberg produzierte Film war ein wunderbarer Weihnachtsfilm zu seiner Zeit. Der Spruch, einen Mogwai nicht nach Mitternacht fressen zu lassen, wurde in meiner Jugend ein gerne gebrauchtes Zitat, wenn man auf jugendlicher Tour nach Mitternacht zu einem Fastfood-Restaurant einkehrte.
Als ich den Filme Gremlins 1+2  neulich auf Blu ray kaufte, hatte er viel von seinem Zauber verloren. Für Cineasten gibt es aber immernoch eine Menge Sachen zu entdeckten, die ich als Jugendlicher gar nicht bemerkt hatte. Als Beispiel möchte ich nur die Zeitmaschine nennen, die im Film kurz auftauchte. In Gremlins gibt es auch Gastauftritte des Produzenten Steven Spielberg und des Komponisten Jerry Goldsmith zu entdecken.

Spielberg vorne und Zeitmaschine hinten.

Spielberg vorne und Zeitmaschine hinten.

Die Faszination des Films hat heute bei mir etwas gelitten, aber der Soundtrack von Jerry Goldsmith blieb mir lange im Ohr. Jetzt entdeckte ich den Soundtrack als seltene Doppel-CD Gremlins wieder. Erst 2011 kam der komplette Score auf den Markt und es ist genau die richtige Musik für die Winterzeit. Im Booklet zur CD gibt es ausführliche Infos zum Film und zur Musik. Sehr nett empfand ich beispielsweise das erste Stück auf der CD. Es ist Max Steiners Fanfare in C, das als Begleitung zum Warner-Logo immer gespielt wurde. Steiner ist einer der ganz großen Filmkomponisten der Frühphase von Hollywood und lieferte die geniale Musik zum Monsterfilm schlechthin: King Kong.
Der Film gewann 1985 bei den Saturn Awards die Auszeichnung unter anderem in der Kategorie Beste Musik. Goldsmith war 1984 fleißig: Er komponierte neben Gremlins die Soundtracks zu Supergirl, Runaway – Spinnen des Todes (Runaway) und Ein Single kommt selten allein (The Lonely Guy). Aber die meiste Mühe hatte er sich mit Gremlins gegeben, wie ich finde. Hier kommt mehr und mehr Goldsmiths Vorliebe für die Mischung von klassischen und elektronischen Score zum Tragen. Traditionelle Instrumente wie Autohupen und Trillerpfeifen wurden ebenso eingesetzt, um ein Mickey Mousing zu erzeugen. Mir hat das ganze Experimentieren ziemlichen Spaß beim Anhören gemacht und tut es heute immer noch. Hört unbedingt mal in den Gremlins Rag rein, wunderbarer 80er Sound.
Wer sich für den Soundtrack interessiert, sollte unbedingt zur Doppel-CD Gremlins greifen, denn auf CD 1 ist der komplette Score enthalten. Auf der CD 2 gibt es nur ein paar Stücke von Jerry Goldsmith und ein wenig Pop-Musik, darunter Peter Gabriels Ausflug in die Filmmusik Out Out.