Archive for the ‘Aufgelesen’ Category

Homophobie im Fußball – neue Studie von Motorola

28. Juli 2021

Ich halte es wie Friedrich II: „Jeder soll nach seiner Fasson selig werden“ und auch der alte Kant gibt immer die Richtung vor: „Handle nur nach derjenigen Maxime, durch die du zugleich wollen kannst, dass sie ein allgemeines Gesetz werde.“
Und ich sehe, dass wir eine gesellschaftliche Bewegung gegen Homophobie haben und das begrüße ich. Nun hat das IT-Unternehmen Motorola eine Studie veröffentlicht, die Homophobie in sozialen Medien im Themenbereich Fußballbehandelt. Obwohl mich Fußball absolut null interessiert, Soziale Medien dafür um so mehr, habe ich einen Blick darauf geworfen und finde interessante Ergebnisse.

Motorola will homo- und bisexuelle Spieler sowie Vereine und Verbände gleichermaßen dazu befähigen, ohne Angst vor Konsequenzen eine klare Position zum Thema Homophobie zu beziehen. Gerade Social Media, auf die per Smartphone rund um die Uhr zugegriffen werden kann, sind die richtige Plattform, um der Stigmatisierung entgegenzutreten. Hier geht der Smartphone-Hersteller den richtigen Weg. Ich hatte mal bis zum iPhone ein Timeport P7389, also schon eine zeitlang her.
Die Studie zeigt, dass Deutschland noch nicht tolerant genug ist, um einen geouteten Profifußballer zu akzeptieren. Das ist erschreckend und widerstrebt mir. Beispielsweise gehen 58% der Deutschen davon aus, dass ein Spieler nach seinem Coming-out mit Mobbing in den sozialen Medien rechnen muss. Nur 24% der Deutschen nehmen eine gegenteilige Position ein. 54% der Deutschen geben an, dass Vorurteile gegen Homosexuelle zu homophoben Äußerungen im Fußballkontext führen. Rund ein Drittel der Deutschen sehen außerdem Hassmentalität sowie die Anonymität im Internet als weitere Beweggründe. Mir unverständlich, denn es ist doch egal, wie ein Spieler tickt, wichtig ist doch, dass er ein guter Spieler ist – aber wie geschrieben, ich verstehe nichts von Fußball.

Während fast ein Fünftel der Deutschen zwar denkt, dass das Posten und Teilen von Regenbogenelementen in den sozialen Medien zu mehr Toleranz beiträgt, widersprechen 17% der Deutschen dem, indem sie sagen, dass es zu mehr Homophobie führt. Gravierender fällt ins Gewicht, dass die Hälfte der Deutschen der Meinung ist, dass Regenbogenelemente in Social Media keinen Einfluss auf das Meinungsbild bezüglich Toleranz und Homophobie haben.
Dazu meine Meinung: Soziale Netzwerke sind Verstärker und in den jeweiligen Filterblase schaukelt sich ein Thema hoch.
„Daraus resultiert, dass Symbolik im Kampf gegen Homophobie in den sozialen Medien alleine nicht ausreicht. Wir brauchen eine nachhaltige Kommunikation durch wiederkehrende Events und Bekundungen, die Homophobie als Problem der Fußballgemeinschaft adressieren. Ich denke nicht, dass das Outing eines Spielers alleine die aktuelle Situation verändern kann, sondern dass die Spieler, Verbände und Clubs sich gemeinsam stärker gegen Homophobie positionieren müssen, um mehr Toleranz zu fördern“, sagt Benjamin Näßler, amtierender Mr. Gay Germany und Aktivist gegen Homophobie im Fußball.

Seiner Einschätzung stimmen auch 54% der Deutschen zu. Sie vertreten allerdings die Ansicht, dass soziale Medien bei Themen wie Homophobie auch positive Effekte auf das Meinungsbild haben können, insbesondere bei klarer Positionierung von Vereinen, Verbänden und Spielern. Diese sollen laut 58% der Deutschen eindeutig Stellung zu Homophobie nehmen. Dabei finden nur 6 % der Deutschen, dass sich einzelne Vereine, Fanverbände und der DFB am stärksten in den sozialen Medien gegen Homophobie positionieren.
Ein Beispiel für den Einsatz für mehr Toleranz ist RB Leipzig. 2019 unterschrieb der Fußballclub etwa die Berliner Erklärung zur Selbstverpflichtung zum Engagement gegen Homophobie im Sport oder erklärte ein Jahr zuvor den homosexuellen Fanclub RainbowBULLS zum Official Fan Club der Roten Bullen. Seither tragen die Mitglieder der RainbowBULLS eigene Fan-Kleidung und deren Banner hängt für alle sichtbar im Stadion. Auch in den sozialen Medien ruft der Verein wiederholt mit der Initiative „Unser Ball ist bunt“ zum Abbau von Ressentiments auf. Mich würde dabei die Resonanz auf diese Post interessieren.

Motorola unterstützt diese Maßnahme. In einer Mitteilung heißt es: „Wir sind stolz darauf, mit RB Leipzig einen Partner gefunden zu haben, mit dem wir dieselben Werte teilen: Vielfalt, Offenheit, Menschenwürde und Toleranz. Es wird noch ein langer Weg sein, bis ein homosexueller Profispieler sich mit seinem Partner in der Öffentlichkeit zeigen kann, aber wir wollen jeden Menschen, der in Angst lebt, unterstützen“, sagt Chong-Won Lim, Head of Marketing von Motorola, Deutschland. „Motorola spricht sich deshalb klar gegen die Stigmatisierung von Minderheiten in sozialen Medien aus und will dazu ermutigen, sich selbst und andere zu akzeptieren. Smartphones, die rund um die Uhr den Zugang zu Social Media ermöglichen, sollen Menschen befähigen Geschichten zu erzählen, Grenzen zu überwinden und andere zu inspirieren und keine Phobien fördern. Deshalb setzen wir als Hersteller hier ein Zeichen.“

Virgin Galactic #Unity22 – der Weltraumflug

12. Juli 2021

Gut gemacht Sir Richard. Natürlich war ich als Raumfahrtfan dabei, als am Sonntag ein großer Schritt in Richtung kommerzieller Raumfahrt beschritten wurde. Virgin Galactic eroberte den Weltraum und ich begann zu träumen.

Die drei Milliardäre Sir Richard Branson, Jeff Bezos und Elon Musk schreiten mit ihren jeweiligen Raumfahrtfirmen voran und ich finde es großartig. Ich fühle das Feuer in mir, was ich als Jugendlicher bei den Columbia-Flügen gespürt habe. Ich habe noch Super 8 Filme von der Mondlandung und NASA-Missionen und eine kostbare Laserdisc vom ersten Columbia-Flug. Ein ähnliches Gefühl der Nervosität und Erregung spürte ich am Sonntag als ich mir die Live-Übertragung vom Flug von Virgin Galactic in YouTube ansah. Perfekte emotionale Show (a Letter to my grandchildren) und eine unglaubliche technische Leistung. Sir Richard kannte ich als Jugendlicher in erster Linie von Schallplatten – als Stichwort sei nur Mike Oldfields Tubular Bells genannt, das die Grundlage für Richard Bransons finanziellen Erfolg ausmachte.

Jeder der drei Milliardäre hat einen anderen Ansatz mit ihren Weltraumfirmen für die Raumfahrtabenteuer und mir steht es nicht zu, welcher Ansatz der richtige ist. Sie sind alle faszinierend. Ich weiß nur, dass ich unglaublich begeistert bin, von dem was ich gesehen habe. Virgin Galactic hat seinen ersten Weltraum-Flug Unity 22 mit voller Besatzung absolviert. Firmenmitgründer Sir Richard Branson war mit an Bord. Und wir waren live dabei. Es ist nicht mehr als der Startschuss für den kommerziellen Weltraumtourismus und ich war an iPhone live dabei. In welchen spannenden Zeiten leben wir eigentlich?


Das Trägerflugzeug hob am Startplatz Spaceport America im US-Staat New Mexico ab – spezielle Range Rovers brachten die Mannschaft zum Raumschiff. Das Trägerflugzeug stieg auf etwas mehr als 13 Kilometer Höhe auf. Dort klinkte der Weltraumgleiter aus und zündete sein Raketentriebwerk für 60 Sekunden. Was für ein dramatischer Moment. In dieser Minute steigt er mit mehr als dreifacher Schallgeschwindigkeit auf 90 Kilometer Höhe auf. Nach wenigen Minuten kehrte der Gleiter unbeschadet selbstständig zurück zum Spaceport America. Der Milliardenmarkt des Weltraumtourismus ist greifbarer geworden.

Jetzt folgt am 20. Juli Jeff Bezos, der mit seiner Rakete von Blue Origin ebenfalls in den Weltraum zu fliegen will. Auch ich bin wieder dabei und hoffe auf eine Übertragung.

Ach ja: Ich würde gerne mal bei einem solchen Start und Landung dabei sein – nicht als Astronaut oder Tourist, sondern als Zuschauer und Blogger vor Ort. Also, wenn dies einer der Verantwortlichen ließt: Ich bin bereit für die Zukunft.

Gasthof Heinzinger – Wiedereröffnung nach Lockdown

21. Juni 2021
Zu Gast in Rottbach.

„Das Leben ist zu kurz für schlechtes Essen“, diesen Leitspruch meines Foodblogger-Kollegen Thomas Gerlach habe ich mir zu Herzen genommen. Klar Plan: Ich gehe nach dem Lockdown nur noch in Restaurants zum Essen, bei denen ich hochwertiges, qualitatives Essen genießen kann. Ich will keine 08/15-Küche mit Essen aus der Metro, was mir oftmals in der Vergangenheit vorgesetzt wurde und ich teuer bezahlt habe. Das ist eine Lehre für mich aus Corona.

Und daher führte mich mein erster Weg nach dem Lockdown in den Gasthof Heinzinger nach Rottbach im Landkreis Fürstenfeldbruck zur berühmten Küche von Denis Kleinknecht.

Ich kenne die Lokalität seit langem und war immer wieder dort zu Gast. Und als ersten Besuch einer Gastronomie wollte ich auf Nummer sicher gehen. Denis Kleinknecht und sein Team haben die harte Zeit des Lockdowns sinnvoll genutzt und die Küche und die Gasträume auf Vordermann gebracht. Stein- und Holzböden wurden verlegt.

Aber vor allem hat der seit 1392 bestehende Gasthof eine neue Küche auf Gourmetniveau bekommen. Eine maßgefertigte Küche von Lohberger wurde eingebaut – Branchenkenner wissen, was das heißt. Der Arbeitsplatz der Köche um Denis Kleinknecht ist ein energiesparend, effizient, ergonomisch mit perfekter Abluft – so macht Kochen Spaß. Diese neue Küche ist ein Traum und ich werde Denis Kleinknecht in naher Zukunft bitten, mir die Küche genau zu erklären. In der Wiedereröffnungsphase nach dem Lockdown war dafür im Moment keine Zeit.

Die Gäste drängen hinein und es tut gut zu sehen, dass die Gäste dem Gasthof Heinzinger in Rottbach die Treue gehalten haben. Es war bei meinem Besuch ein Kommen und Gehen. Wer dort speisen will, sollte daher unbedingt online oder telefonisch reservieren – auch im Hinblick auf das ausgeklügelte Hygienekonzept des Hauses.

Für den Gast ist natürlich das Essen das Wichtigste. Global Cuisine heißt das Erfolgsrezept – internationale Klassiker regional hochwertig interpretiert. Meine Frau und ich genossen folgende Speisen:

Der Gruß aus der Küche war ein Sellerieschaum-Süppchen.

Zur Vorspeise gab es ein Kalbskopfcarpaccio mit Wildkräutersalat und steirischem Kürbiskernöl sowie handgeschnittenes Beef Tatar mit kleinem Salat und hausgebackenem Brioche. Die Brioche, im Deutschen gelegentlich als „Apostelkuchen“ bezeichnet, ist ein feines Tafelgebäck aus ei- und fettreichem Hefeteig.

Als Hauptgerichte wählten wir Kalbstomahawk, dry aged, ca. 750g mit Grillgemüse. Das Kalbstomahawk habe ich mir zuvor im Reifeschrank genau angesehen und mich dafür begeistert. Es wurde auf urigem Holzbrett serviert. Meine Frau wählte ein Filet Birnbaum-Saibling mit karamellisiertem Blumenkohl, Blumenkohl-Kokospüree und Blaumohn-Kartoffel-Gnocchi. Die Präsentation auf grünem Teller überzeugte uns.

Die Nachspeisen waren hausgemachtes Eis und Nougatknödel in Vanillesoße.

Raumschiff Enterprise von Playmobil Set 70548

20. Juni 2021

Schade, schade, dass ich kein Kind mehr bin. Ich wäre durchgedreht, wenn ich gehört hätte, dass es ein neues Spielzeug von Playmobil geben wird: Die USS NCC-1701 Enterprise.

Wohl ab September wird das Raumschiff von Playmobil zu kaufen sein. Ein deutscher Preis steht noch nicht fest, in den USA gibt es Preisvorstellungen von 500 US-Dollar. Damit scheiden wohl Kinder als Käufer aus und Playmobil hat wohl alte Trekkies wie mich im Visier. Das Set trägt die Nummer 70548. Auf den Playmobil-Seiten konnte ich noch keine Infos finden, aber in Instagram wird man fündig. Die Enterprise misst als Spielzeug wohl einen Meter und kann bespielt werden. Auf den ersten Abbildungen ist die Brücke samt Mannschaft unter der Führung von Captain James Tiberus Kirk zu sehen – alles im Design von 1966. Im Maschinenraum führt Scotty das Kommando und auch ein Warp-Kern ist vorhanden. Das Dach der Untertassenbrücke sowie das Seitenteil des Maschinenraums scheint abnehmbar und bespielbar zu sein – ein Traum für mich als Kind (und Sammler).
Die siebenköpfige Mannschaft der Original Serie bei Playmobil besteht aus Kirk, Spock, Dr. McCoy (Pille), Scotty, Uhura, Sulu und Chekov sowie Bewaffnung und Tricorder.

Die Lichter und die entsprechenden Schiffsgeräusche kommen via Bluetooth aufs Handy. Die Enterprise verfügt über einen USB-Stromanschluss. Insgesamt 136 Teile hat das Set – und was mich besonders freut: Es sind auch die Tribbles mit dabei.

Wann war euer erstes Sushi?

19. Juni 2021

Vor kurzem war Internationaler Sushi-Tag, was es nicht so alles gibt. Da musste ich nachdenken, wann ich intensiver mit Sushi in Berührung kam. Es muss wohl um die Jahrtausendwende gewesen sein, da lud ich meine Freundin, die später meine Frau wurde, in eine Sushi-Bar in München ein. Damals entdeckte ich die Liebe zu meiner Freundin und zu Sushi – Liebe geht durch den Magen.

Sushi Platte mit vier Sushi und Misosuppe.
Sushi Platte mit vier Sushi und Misosuppe.

In meiner Jugend gab es keine Sushi-Restaurants in meinem Wohnort im Speckgürtel von München. In den siebziger Jahren gab es bei uns bayerische, griechische, jugoslawische und italienisches Gaststätten. Exotisch wurde es in der kulinarischen Provinz als der erste Chinese und vor allem der erste Inder ausgemacht haben, aber von Sushi waren wir damals ganz weit weg. Lieferdienste gab es noch nicht und die Sushi-Boxen aus dem Kühlregal im Supermarkt waren auch noch nicht erfunden. Ich glaube, mein erstes Mal Sushi habe ich in den neunziger Jahren in München gegessen.

Und seitdem hat sich viel getan in Sachen Sushi. Leider war ich noch nie in Japan, aber irgendwann werde ich das Reisgericht dort essen. Entsprechende Dokus hab ich geschaut. Heute ist Sushi mein Alltag – ich kann mich noch immer für Running Sushi begeistern, aber ich nehme auch gerne hochwertiges Sushi zu mir.
Die neuesten Statistiken vom Datenspezialisten BoldData zeigen, dass sich die Zahl der Sushi-Restaurants in Amerika in den vergangenen 10 Jahren fast verdoppelt hat. Allerdings scheint das Wachstum ins Stocken geraten zu sein.

Derzeit gibt es laut BoldData genau 18.944 Sushi-Restaurants in den USA (fragt mich nicht, wie die Zahl ermittelt wurde). Ein Anstieg von 57% im Vergleich zu 2011. In diesem Jahr gab es 11.939 Sushi-Läden. Besonders 2017 war ein gutes Jahr für den japanischen Snack: mit einem Anstieg von 1.868 Sushi-Läden (12%). 2018 scheint ein Kipppunkt für die Beliebtheit von Sushi zu sein, ab diesem Moment verlangsamt sich das Wachstum. Im Jahr 2021 gibt es sogar erstmals einen Rückgang von 311 Restaurants – ich sehe dies als Folge von Covid-19.

Im Jahr 1966 war das Kawafuku Restaurant in Little Tokyo in Los Angeles das erste echte Sushi-Restaurant in den Vereinigten Staaten. Ende der 1960er Jahre war Sushi in Mode gekommen und überall in der Stadt eröffneten neue Sushi-Restaurants. Im Jahr 1970 wurde die Zahl von 50 Sushi-Läden erreicht. Heutzutage ist L.A. mit 833 Sushi-Läden immer noch der Sushi-Ort schlechthin. New York ist mit 467 Restaurants ebenfalls ein guter Ort, um Ihren Sushi-Hunger zu stillen, ein Wachstum von 72 % im Vergleich zu 2011.
Es ist keine Überraschung, dass Japan die höchste Anzahl an Sushi-Restaurants beherbergt: 42,897. An zweiter Stelle stehen die USA mit 18.944 Sushi-Läden. Kanada komplettiert die Top 3 mit 2.529 Sushi-Restaurants. Kanada, Großbritannien und Deutschland sind die einzigen Länder, in denen die Zahl der Sushi-Restaurants noch wächst.

Immer wieder probiere ich feine Sushi-Läden aus und blogge darüber. 2016 mochte ich die Susi-Bar Mizu am Tegernsee, 2019 speiste ich in London im Kurobuta und ich mag das Benkay in Düsseldorf. Mal sehen, wann ich nach der Pandemie wieder hochwertig Sushi-Essen gehe.

Erholung am Tag des Gartens

13. Juni 2021
Processed with Focos

Heute ist der Tag des Gartens. Der Tag des Gartens wird seit 1984 am zweiten Sonntag im Juni in Deutschland gefeiert und soll die Bedeutung des Gartens – und vor allem des Kleingartens – in das öffentliche Bewusstsein rücken. Ins Leben gerufen wurde er 1984 vom damaligen Präsident des Bundesverbandes Deutscher Gartenfreunde e. V. (BDG), Hans Stephan, „um einer breiten Öffentlichkeit die Freude an einem Garten und an der Natur nahe zu bringen. Daher ein Blick in unseren Garten bei Regen.

Meine Frau hat bei uns den grünen Daumen und für sie ist die Gartenarbeit auf der einen Seite eine Last, auf der anderen Seite eine Art von Meditation. Ich helfe ein wenig mit, bin aber eher für die zahlreichen Vögel des Gartens zuständig. Und ich genieße den Garten, arbeite ab und zu im Garten in der Sitzecke Provence. Neulich haben wir die Bierbank aufgestellt und K2 hat Freundinnen eingeladen, gegrillt und gechillt. Der Garten als Erholungsoase. Ich freue mich über unseren Garten.

Was macht der Ottifant bei den Fugger in Augsburg?

15. Mai 2021

Jakob Fugger könnte man als den Bill Gates des Mittelalters bezeichnen, zumindest was sein Vermögen betraf. In Augsburg lassen sich die Fuggergebäude noch immer bestaunen. In der Maximilianstraße, der kunsthistorischen Prachtstraße der Stadt Augsburg, gibt es an der Fugggerbank einen Ottifanten zu sehen. Diese Comicfigur von Otto Waalkes ist im ersten Stock an der Fassade zu finden.

Was macht der Ottifant an der Augsburger Fuggerbank?

Es war aber nicht der ostfriesische Komiker meiner Jugend, der sein Wahrzeichen dort an die Bank gepinselt hat. Vielmehr war es Anastasia Fugger von Babenhausen, eine Nachfahrin des Jakob Fugger (1459-1525). Wann genau der Ottifant an die Fassade kam, das konnte ich nicht ermitteln – vielleicht sollte ich bei Anastasia Jasmin Katharina Maria Gräfin Fugger von Babenhausen mal um ein Interview nachfragen.

Ich habe nur die Achtziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts als Entstehungszeit gefunden, wobei die Gräfin erst am 2. Juli 1986 in Palm Beach geboren wurde. Der Original-Ottifant ist ein paar Jahre älter. Bereits 1972 zierte das Rüsseltier das Cover von Ottos erster Schallplatte seines eigenen Labels „Rüssl Räckords“

Fest steht aber, dass bei den Renovierungs- und Fassadenarbeiten im Jahre 1993 der Ottifant nicht übermalt, sondern vielmehr erhalten blieb. Er wurde zudem um den Schriftzug „renoviert 1993“ ergänzt.
So viel Humor hätte ich den Nachfahren der Fugger nicht zugetraut. Mir gefällt es und zaubert auch den Augsburger Touristen ein Lächeln ins Gesicht.

Digitalisierung: Amazon betreibt Friseursalon mit Folgen

27. April 2021

Amazon treibt die Digitalisierung voran und experimentiert auch in klassischen Marktsegmenten. Wie bekannt wurde, eröffnete Amazon in London einen 140 Quadratmeter großen Friseursalon – zunächst für eigene Mitarbeiter. Der Laden heißt Amazon Salon und befindet sich im Londoner Stadtteil Spitalfields. Er hat sieben Tage die Woche geöffnet und liegt neben der Hauptverwaltung von Amazon in Großbritannien. Dort sind 5000 Mitarbeiter beschäftigt, die nun zum hauseigenen Friseur gehen können. Promi-Friseurin Elena Lavagni arbeitet im Salon. Der Schnitt kostet hier zwischen 50 und 300 Euro.

Klingt witzig, dass der haarlose Jeff Bezos in Friseursalons investiert. Aber er hat nicht nur den modischen Haarschnitt seiner Mitarbeiter im Blick, es geht im ums Geld. Der Friseurmarkt bei uns ist in der Regel mittelständisch geprägt und neben schneiden, waschen, legen ist ein weiteres Geschäftsmodell des mittelständischen Friseurs der Verkauf friseurexklusiver Produkte. Diese sind in der Regel hochwertiger und teuerer als die Produkte in der Drogerie und der Verkauf ist über spezielle Einkaufsformen nur dem Friseur vorbehalten.

Dieses Geschäftsmodell kann Bezos jetzt aufbrechen in dem er als Amazon einen Friseursalon betreibt und als Friseur damit Zugriff auf friseurexklusive Produkte hat. Und über sein geniales Shopsystem kann er es an den Endkonsumenten weiterverkaufen – und wie man Amazon kennt in der Regel zu einem niedrigeren Preis. Marktverdrängung ist das Zauberwort.

Zudem will Amazon in dem Friseursalon neue Technologien ausprobieren. Welche dies in aller Konsequenz sind, darüber schweigt sich das Unternehmen freilich aus. Experimente mit Augmented-Reality-Bildschirme laufen bereits. So lässt sich via AR problemlos die Haarfarbe wechseln. Mal sehen, ob eine eigene AR-Brille hier eingesetzt wird.

In der Branche wird auch über „Point-and-learn“ (Zeige und lerne)-Technologie gesprochen. Kunden zeigen mit dem Finger auf Ware im Regal und lösen dabei eine Produktpräsentation auf einem Bildschirm in der Nähe aus. Klingt spannend und die Digitalisierung schreitet voran. Bleibt der mittelständische Friseur auf der Strecke? Er hat bisher keinen Zugriff auf solche Technologien, denn die Berater der Branche sind wohl noch nicht soweit, oder?

Bierverkostung von schwäbischen Brauereien in YouTube live zum Tag des Bieres

26. April 2021

Die Digitalisierung treibt interessante Blüten. So nahm ich am Wochenende im Zuge des Tages des deutschen Bieres an einer virtuellen Bierverkostung teil. Fünf schwäbische mittelständische Brauereien haben sich zusammengeschlossen und ihre Biere online via YoTube vorgestellt. Mit dabei waren die Brauerei Schmid Biberach, die Engelbrauerei Waldstetten, die Klosterbrauerei Ursberg, Kreisheimatstube Stoffenried, die Schlossbrauerei Autenried und die Radbrauerei Günzburg.

Bierverkostung digital

In Zeiten des Lockdowns und der Pandemie wurden die Brauer kreativ. Über die Website der Radbrauerei Günzburg konnte man die entsprechenden Biere der teilnehmenden Brauereien im Online-Shop ordern, die per Paket rechtzeitig zu mir nach Hause kamen. 250 Pakete wurden aus Schwaben verschickt, einige wurden direkt in Günzburg abgeholt. Wer angemeldet war, erhielt rechtzeitig einen nicht gelisteten YouTube-Link.

Countdown

Digitale Verkostung
Am Sonntag um 19:30 Uhr war es so weit. Der Countdown zählte in YouTube live herunter. Meine Frau und ich machten es uns vor dem iPad bequem, die Biere warteten im Kühlschrank gekühlt auf ihren Einsatz. Gläser standen bereit, Knabbergebäck gab es auch – es konnte losgehen. Moderiert wurde die Veranstaltung von Georg L. Bucher (Radbrauerei Günzburg) und Martin Wörner (Schlossbrauerei Autenried). Sie machten ihre Sache ausgezeichnet. Die Brauer der anderen Brauereien wurden via Zoom zugeschaltet. Ausführlich, aber immer interessant wurde das Brauverfahren, die Philosophie des Brauens und die Geschichte der Brauereien erklärt. Zudem gab es Informationen zum jeweiligen Bier, das gemeinsam verkostet wurde.

Im Chat wurde Fragen gestellt, Grüße verschickt, kulinarische Tipps gegeben und auch mal herumgeblödelt – so wie online Veranstaltungen halt sind. Da meine Frau aus Bayerisch-Schwaben kommt, übersetzte sie dann und wann schwäbische Volksweisen. So in einem Fall als ein Online-Teilnehmer zugab, im ICE auch mal ein Bitburger zu trinken, und vom Teilnehmer Gandalf die humorvolle Antwort bekam: „Schwätz mer koin Roschd ans Mopped na“ Übersetzt etwa: Erzähl keinen Unsinn.
Trinken für einen guten Zweck lautete auch das Motto. Die Biere wurden von den Brauereien kostenlos zur Verfügung gestellt. Den Reinerlös spendet man an die Kartei der Not! Und so kamen 1500 Euro zusammen. Respekt für dieses Engagement, die Idee einer digitalisierten Verkostung und nach Corona werde ich die schwäbischen Biere einkaufen.

Lebensmittel online – da ist Luft nach oben

15. März 2021

Es tut mir in der Seele weh. Deutschland ist in manchen Bereichen noch digitales Entwicklungsland. Zur digitalen Bildung brauch ich nichts mehr schreiben. Jetzt zeigt sich, dass aber auch das Thema Lebensmitteleinkauf durchaus ausbaubar ist.

In der Corona-Zeit haben viele mit eFood experimentiert, aber doch richtig in Schwung ist es nicht gekommen. 21 Prozent der Deutschen haben im vergangenen Jahr mindestens einmal Lebensmittel bestellt. Wie ein internationaler Vergleich aufzeigt, ist die Quote äußerst gering – in Großbritannien sind es sogar 45 Prozent. Wie aus einer Infografik von Block-Builders.de hervorgeht, ist das Branchenwachstum massiv, allerdings auch hart umkämpft.

Und es zeigt sich, dass auch fragwürdige Methoden eingesetzt werden. Die größte deutsche Plattform für Essensbestellungen Lieferando gerät wegen seiner Methoden zur Umsatzsteigerung in die Kritik. Wie BR-Recherche herausgefunden hat, betrieb der Konzern Just Eat Takeaway, zu dem Lieferando gehört, Zehntausende Webseiten, deren Internetadressen denen von Restaurants ähneln. So werden Bestellungen über sogenannte Schattenwebseiten von Lieferando abgewickelt und nicht – wie Kunden auf den ersten Blick vermuten könnten – direkt über die Restaurants. Auf diese Weise müssen die Restaurants eine Vermittlungsgebühr an den Konzern bezahlen. Lieferando selbst bezeichnet die Webseiten als Service für die Restaurants. Kunden, die eigentlich lokale Gastronomen durch Webbestellungen unterstützen wollten, fühlen sich getäuscht. Das wirft ein schlechtes Licht auf die Branche.

Gefühlt: Müllberge steigen im zweiten Lockdown
Mein Gefühl ist, dass im ersten Lockdown sich die Deutschen mit Lebensmitteln eingedeckt haben. Es kam zu Hamsterkäufen von Reis und Nudeln. Man hat zu Hause gekocht. Im zweiten Lockdown wollten viele von uns die örtliche Gastronomie unterstützen, von denen viele aufgrund falsche Preiskalkulation schwer getroffen waren. Man bestellte unter anderem online und die Konsequenz waren bei uns zu Hause große Müllberge an Verpackungsmaterial. Das ist nur mein Gefühl – feste Zahlen habe ich nicht.

Online-Lebensmittelmarkt wird boomen
Knapp die Hälfte der Bundesbürger hat bereits online Lebensmittel gekauft, oder kann sich dies in Zukunft vorstellen. Wie die Infografik aufzeigt, könnte sich der Anteil von E-Food am Gesamtumsatz mit Lebensmitteln bis 2030 mindestens verfünffachen. Aber wenn nicht in einer Pandemie, wann dann? Und sind die Produzenten in Deutschland auf diesem Trend überhaupt vorbereitet?

Dabei zeigt die Infografik, dass auch der Lebensmittelmarkt als solcher wächst. Wurden in Deutschland im Jahr 2018 etwa 180 Milliarden Euro umgesetzt, waren es im vergangenen Jahr bereits 200 Milliarden Euro. Prognosen zufolge soll der Umsatz in den nächsten 5 Jahren um weitere 20 Milliarden wachsen.
Die Investitionen in Lebensmittellieferdienste sind 2020 gegenüber dem Vorjahr um 32 Prozent angestiegen – doch der Markt ist umkämpft, und Branchenvertreter wie „Gorillas“ und „Flink“ halten sich was die Außendarstellung anbelangt noch bedeckt – aus Furcht, von Mitbewerbern kopiert zu werden.
Neben reinen Lebensmittel-Lieferdiensten befinden sich auch vergleichbare Unternehmen im Aufwind – ein Blick auf das Börsenparkett macht dies deutlich. So stiegen die Hello Fresh Aktien binnen des vergangenen Jahres um 191,3 Prozent. Bei den Delivery Hero Aktien schlägt der Zugewinn hingegen mit 51,9 Prozent zu Buche. Im selben Zeitraum erhöhte sich die Notierung des DAX lediglich um 7 Prozent.Der Lieferdienst Deliveroo nimmt einen der größten Londoner Börsengänge seit drei Jahren in Angriff. Im Raum steht eine Bewertung von bis zu 7 Mrd Dollar. Noch in der ersten Jahreshälfte will Deliveroo seinen Börsengang mit zwei Aktiengattungen starten.