Für mich ist der Maler Edward B. Gordon ein wahrer Künstler des Internets. Wie oft habe ich mit angehenden Künstlern darüber gesprochen, wie sie ihre Kunden, ihre Fans, ihre Anhänger oder einfach nur die kommerzielle Kunstszene erreichen können. Von schicken Galerien war immer die Rede, zu aufwendigen Vernissagen sollte man einladen und so weiter. Alles Rezepte aus dem vergangenem Jahrhundert, die ihre Berechtigung haben. Doch die Welt hat sich weiter gedreht.
Meine beiden Werke von Gordon.
Edward B. Gordon hat die Zeichen der Zeit erkannt und macht es anders. Er nutzt das Internet als Plattform – als Marketing- und als Verkaufsplattform. Täglich malt der Künstler ein Bild und macht es über Facebook, Twitter und seinem Blog der Kunstszene zugänglich. Und: Wir können das Bild ersteigern. Jeden Tag, Woche für Woche, Jahr ein – Jahr aus und das Geschäft mit der Kunst lohnt sich. Der Grundpreis pro Bild ist 150 Euro und per Mail können die Interessierten ihr Gebot abgeben. Das Team hinter Edward B. Gordon managet den Verkauf und den aufwendigen Versand. Auch ich habe bereits mehrmals zugeschlagen, denn die Kunst fasziniert mich.
Für mich ist Gordon ein Vertreter der Lichtmalerei. Er sammelt Eindrücke, zumeist aus seinen Wohnorten Berlin und London. Er skizziert die Straßen- oder Landschaftsszene und malt sie anschließend kleinformatig auf Öl. Die Bilder haben eine Größe von 15 auf 15 Zentimeter. Bei einem Besuch in München schuf Gordon Bilder von der Feldhernnhalle. Aus dieser Serie habe ich zwei ersteigert. Für mich setzt Gordon wunderbar auf Licht und Stimmungen. Am Ende stehen Eindrücke aus dem Alltagsleben, die mit ihrer Lebendigkeit und dichten Atmosphäre faszinieren.
Seit 1992 arbeitetet der Hannoveraner Edward B. Gordon als freischaffender Künstler. 2006 übernahm Gordon die Idee des Daily Paintings vom US-Amerikaner Duane Keiser und etablierte die Technik in Deutschland. Während andere Künstler noch dem Markt hinterherlaufen, holt Edward B. Gordon den Markt zu sich. Die Welt hat sich eben geändert und er hat es erkannt.
In dem sehr empfehlenswerten Buch Bilder einer Stadt schreibt Gordon über seine geänderte Welt: „Weil sich für mich das Leben genauso radikal veränderte, als ich mich mit den Werkzeugen eines Steve Jobs auf den Weg machte, meine Arbeiten täglich weltweit im Internet auszustellen.“ Das Buch habe ich bereits mehrmals an Kunstfreunde verschenkt, die mit der Welt des Internets noch nicht so vertraut sind. Anschaulich zeigt das Buch auf 192 Seiten das Schaffen des Künstlers und sein Vermarktungstalent. Bei meinem nächsten Berlinaufenthalt frage ich mal nach einem Interview-Termin nach. Vielleicht klappt es ja.
Kennen Sie den Bayerischen Landesfrauenrat? Nein? – Ich musste zugeben, dass ich diesen Zusammenschluss auch nicht kannte, bis ich einmal ein Referat vor den Damen halten durfte. Aber seitdem bin ich ein Fan vom Landesfrauenrat. Die machen einen verdammt guten Job.
Die Präsidentin Hildegund Rüger
Der Bayerische Landesfrauenrat ist ein Zusammenschluss von 48 Frauenverbänden und Frauengruppen gemischter Landesverbände und vertritt mehr als 3 Millionen Frauen in Bayern. Er ist überkonfessionell, überparteilich und unabhängig und: Ich finde, der Rat macht einen wichtigen Job – leider oftmals nur hinter den Kulissen. Jetzt wird es Zeit, dass der Bayerische Landesfrauenrat mehr in die Öffentlichkeit tritt und seine Arbeit nach außen darstellt. Wer drei Millionen Frauen in Bayern vertritt, der hat auch etwas zu sagen. Bald soll eine neue Website kommen und die Präsidentin Hildegund Rüger plant weitere Aktionen. Auf einem Seminar konnte ich am Rande dieses Videointerview mit ihr machen. Im Juni feiert die Organisation ihr 40jähriges Bestehen mit einem Festakt in der Bayerischen Staatskanzlei. Wenn es klappt, schau ich dort einmal vorbei.
Der Einsatz von QR-Codes ist mir in meinem Seminaren ein Anliegen. Immer wieder habe ich auch in diesem Blog und in meinem Buch darüber geschrieben. Die Erfindung von Toyota ist für mich die konsequente Brücke zwischen Print- und Online-Medien. Vor kurzem war ich in meiner Lieblingsmetzgerei in Wiedenzhausen einkaufen. Metzgermeister Werner Braun und sein Team macht einen super Job und seine Waren haben mich total überzeugt: Qualität, Frische und Geschmack.
QR Code auf dem Kassenzettel
Noch überzeugter war ich, als ich beim jüngsten Einkauf den Kassenzettel näher betrachtete. Dort waren nicht nur die üblichen Einkäufe vermerkt, sondern auch ein QR-Code. Dahinter verbirgt sich nicht die Website der Metzgerei – sie ist noch nicht Smartphone optimiert – sondern ich bekomme einen Adresseintrag in mein Smartphone-Adressbuch. So habe ich die Kontaktdaten der Metzgerei immer dabei und kann Grillwürste telefonisch vorbestellen. Ein hervorragender Service, den ich unter der Woche gleich mal ausnutzen werden – wenn das Wetter mitspielt.
Als Kind liebte ich die TV-Serie Kampfstern Galactica. Es war die Zeit als Krieg der Sterne im Kino lief und ich voll auf dem SF-Trip war. Kampfstern Galactica enthielt alles, was ich als junger SF-Fan wollte: Raumschiffe, ein weiser Kapitän, wilde Gefechte, Roboter, gut gegen böse. Die TV-Serie wurde zu (unlogischen) Kinofilmen zusammengeschnitten und immer wieder im deutschen Fernsehen gezeigt.
Schon vor längerer Zeit kam es dann zu einer Neuverfilmung: Battlestar Galactica. Die Produzenten griffen den alten Stoff auf und interpretierten ihn neu. In einem TV-Marathon von drei Tagen schaute ich mir alle vier Staffeln von Battlestar Galactica samt Miniserie auf DVD an und ich muss sagen: Mir blieb die Spucke weg. Das hatte ich nicht erwartet.
Die Neuinterpretation hatte so gar nichts mit dem alten Kampfstern Galactica zu tun. Freilich, es gab noch die Figuren, die Kampfsterne und die Zylonen. Aber die ganze Serie hatte für das Fernsehen eine ungewohnte Tiefe. Es ging um die Suche nach der Wahrheit, um die Suche nach Glauben und Werten, um die Suche nach Gott. Keine leichte Kost, wenn man hirnlose SF-Unterhaltung im Fernsehen gewohnt ist. Aber ich geb es zu: Im Fernsehen hätte ich mir die neue Serie nicht anschauen wollen, denn für eine wöchentliche Ausstrahlung war manche Serienentwicklung von Folge zu Folge zu komplex. Auf DVD oder Blu ray ist es ein wahres Vergnügen sich die Geschichten auf dem alten rostigen Schlachtschiff anzuschauen. Zwar gibt es noch Raumkämpfe – faszinierend spielen sich oftmals lautlos oder mit reduziertem Ton ab, aber was vor allem zählt sind die Charaktere. Die Personen sind hervorragend gearbeitet und ideal besetzt, auch in die Nebenrollen. Der ganze Plot lebt von der komplexen Interaktion. Daher wundert es mich, dass die Serie ein großer Erfolg im Fernsehen geworden ist.
Einen großen Einfluss auf die Stimmung in der Serie hat die Musik. Der Soundtrack wurde zunächst im Piloten Battlestar Galactica von Richard Gibbs und in der Serie von Bear McCreary Battlestar Galactica – Season 1 geschrieben. Im Moment sorgt McCreary für die musikalische Stimmung der Erfolgsserie Walking Dead. Bei Galactica überwiegen die düsteren Töne, oftmals unterbrochen von Schlagwerk. Ganz im Gegensatz zum berühmten Score von Stu Phillips vom alten Kampfstern Galactica. Phillips setzte auf Orchester und es gelang ihn ein pompöser Soundtrack, den ich heute immernoch gerne höre. Zum 25. Geburtstag des Films gab es übrigens eine aufpolierte Version des Soundtracks, der um einen unnötigen Discotitel ergänzt wurde. Aber Bear McCreary lehnt sich in seinen Soundtracks erst gar nicht an das Original an. Während die Serie eine Neuinterpretation des alten Stoffs sind, ist der Soundtrack etwas komplett neues. Sehr stimmungsvoll, aber sicherlich nicht zum Nebenbeihören. So wie die ganze Serie nichts für Nebenbei ist. Schon im Vorspann passiert ungewöhnliches, wird doch der ganze Plot der Folge verraten. Clliffhanger-Fans haben hier kaum eine Chance, denn der Inhalt steht für den Zuseher schon zu Folgenbeginn fest.
Automaten für Kaugummi oder Zigaretten gibt es seit langem. Natürlich auch Automatenrestaurants, über die ich bereits gebloggt habe. Das ist alles nichts besonderes. Das erste Mal sah ich die großen Technik-Automaten vor Jahren auf der Mac World Expo in San Francisco, als in einem Store iPods und Elektronikzubehör angeboten wurden. Seitdem sehe ich immer mehr von den Dingern und bin begeistert. Ich möchte heute mal von drei auffälligen Automaten erzählen.
Der Lego-Automat im Untergeschoss des Münchner Hauptbahnhofes.
Die Nummer eins ist natürlich ein Lego-Automat. Er findet sich im Untergeschoss vom Münchner Hauptbahnhof. Wenn ich von Reisen zurückkomme, ist es oftmals spät. Den ganzen Tag habe ich im Zug gesessen und kam nicht zum Einkaufen. Die Kinder K1 und K2 freuen sich aber über eine Kleinigkeit und als Teil einer Lego-Familie ist der Automat oft ein Anlaufpunkt. Hier werden Lego-Bausätze verschiedener Größe und unterschiedlicher Preise angeboten.
Der Automat beim Hauptbahnhof hat für mich zwei entscheidende Nachteile. Es gibt wohl mehr Spinner wie mich und der Automat ist sehr oft leergekauft. Der Einzelhändler kommt wohl mit dem Bestücken nicht nach, so schnell leert sich die Kiste Und der zweite Nachteil: Es ist viel zu wenig Lego Star Wars enthalten. K1/2 und ich stehen auf Star Wars, das Friends-Zeug kann uns gestohlen bleiben, Lego-Technik ebenso (außer es hat mit Star Wars zu tun) und Lego City geht gerade noch. Herr der Ringe wäre ok, habe ich aber nicht im Automaten entdeckt.
Der Unikat-Automat in der Haupthalle des Hauptbahnhofes München.
Dann gibt es den Unikat Automat in der Haupthalle des Hauptbahnhofes. Hier gibt es Geschenkebänder, Armbänder, Armreife, Ohrringe, Schalen, Taschen, Ketten, Etuis – die Ideen sind vielfältig und werden scheinbar groß nachgegfragt. Der Automat ist oftmals leergekauft. In 15 Fächern präsentieren 15 Designer ihre Werke. Ich finde die Idee wirklich großartig. So kommt Design zu den Leuten und wird zur Volkskunst. Die Preise liegen zwischen 10 und 100 Euro, je nach Geschmack und Geldbeutel. Die Designer präsentieren sich mit kleinen Kärtchen. Tolle Idee.
Der Regiomat der Dachauer Metzgerei Blank.
Eine absolute Überraschung für mich war der Lebensmittelautomat in Dachau. Die örtliche Metzgerei Blank liefert Wurstwaren für einen Regiomat. Hier gibt es Produkte aus der Region. Derzeit der Renner sind feine Grillwürste. Regiomaten gibt es schon länger, aber bei uns habe ich noch keinen entdeckt. Es werden regionale Produkte vertrieben und so haben Einzelhändler wie Metzger oder Bäcker eine weitere Chance ihre Produkte vermarkten zu können.
Heute jährt sich der 200. Geburtstag von Richard Wagner. Sollen wir diesen Geburtstag feiern? Ich meine ja. Für mich ist Wagner einer der wichtigsten Komponisten. Er hat bedeutende Klangwelten erschaffen, die in ein Gesamtkunstwerk münden. Musikalisch hat Wagner großartiges geleistet. Politisch ist Wagner aber abzulehnen.
Ich kann Leute verstehen, die Richard Wagner auch rundherum ablehnen. Politisch war der Mann ein Wirrkopf, der Feuer gelegt hat. Im Netz lese ich immer wieder: Kann man nach Auschwitz noch Wagner hören? Ich denke ja, werde aber hier die Diskussion nicht führen.
Das Interesse an Wagner wurde bei mir geweckt, als ich dem Begräbnis von Wagner-Biograf Martin Gregor Dellin beiwohnte. Ich habe darüber gebloggt, wie mich der Wagner-Virus gepackt hat. Wagner hat viele Fans, die keinen Spaß verstehen und energisch auf die hohe Kunst des Meisters beharren.
Ich begegnete über die Jahre aber auch unkomplizierten Wagner-Fans. Allen voran mein Ex-Kollege Gerhard, der leider 2012 verstorben ist. Er war in Bayreuth bei der Handwerkskammer beschäftigt und ich durfte als Pressereferent der HWK München und Oberbayern immer wieder zu Sitzungen mit ihm. Als wir eines Tages in Bayreuth tagten, lud er die Runde zu sich nach Hause ein. In seinem Wohnzimmer fanden wir sein Hobby vor: Er baute Wagner-Bühnenbilder mit Zinnfiguren detailgetreu nach. Jedes Jahr besorgte er sich die Bühnenbilder der aktuellen Inszenierungen und baute sie nach, stundenlang in Handarbeit Wie verrückt muss man denn sein? In feuchtfröhlicher Runde lauschten wir den Erklärungen und fanden einen unterhaltsamen und dennoch faszinierenden Zugang zu Richard Wagner. Danke dafür.
Wer heute nach Bayreuth kommt, wird von einer Wagner-Welle regelrecht überrollt. Zu Wagner komme ich wegen der Musik. Leider habe ich für dieses Jahr keine Karten bekommen. Vergangenes Jahr durfte ich Lohengrin auf dem grünen Hügel besuchen. Wie gesagt, dieses Jahr ging ich leer aus – schade. Aber vielleicht bekomme ich noch Fake-Karten geschickt: Tausende Haushalte haben gefälschte Freikarten für die Eröffnungsvorstellung der Bayreuther Festspiele erhalten. In den Umschlägen waren jeweils zwei Karten für den Holländer am 25. Juli. Wer den QR Code auf den Karten scannt, erkennt den Schwindel: Dann wird die Aufdruck „Ätsch, das Ticket ist falsch“ sichtbar.
Aber ich bin auch sauer: Mir nicht verständlich, warum das Festspielhaus im Jubiläumsjahr renoviert werden muss. Da hätte man doch ein Jahr früher beginnen können. Für mich eine komplette Fehlplanung und grausam, wie sich Bayreuth hier der Musikwelt präsentiert. In den Hotels entdecke ich Modelle des Festspielhauses, die mich an den Bühnenbilder meines Freundes Gerhard erinnern. Sehr schön finde ich auch eine Wand mit einem Wagnerkonterfei im Treppenaufgang beim Bayreuther Hugendubel. Aus Buchcovern wird das Gesicht von Richard Wagner gebildet. Also: Alles Gute Richard und danke für deine Musik.
So werden Todesnachrichten heute überbracht. Todesanzeige via Facebook.
Ray Manzarek ist tot. Der ehemalige Keyboarder der Doors verstarb im Alter von 74. Jahren an Krebs im bayerischen Rosenheim. Technisch und musikalisch gab es bessere Keyboarder als Manzarek wie Jon Lord, Rick Wakeman oder Keith Emerson. Dennoch machte Manzarek den Sound der Doors aus. Das war für mich sein Markenzeichen. Der Sound, eine immer erkennbare Musik.
Das erste Mal kam ich als Kind mit der Musik der Doors in Kontakt. Zusammen mit meinen Eltern besuchte ich Passau. Als einer der touristischen Höhepunkte schauten wir uns auch die größte Orgel der Welt an. Ein Organist war am Üben und spielte Choräle rauf und runter. Und mitten drin rockte er „Light my Fire“. Als Kind wusste ich nicht, welche Musik das war, kannte weder die Doors noch den Titel des Stückes. Ich wusste aber, das Zeug gefällt mir.
Besuch am Grab von Jim Morrison in den achtziger Jahren.
Als Schüler war ich auf dem Doors-Trip. Nicht zuletzt mein längst verstorbener Kumpel Roland brachte mir den Blues näher. Stundenlang saßen wir in seinem Zimmer und hörten uns The End, Riders in the Storm, Strange days und die anderen Stücke an. Zur Klassenfahrt ging es nach Paris und dort besuchten wir Jim Morrisons letzte Ruhestätte. Wir hatten Glück (?), als wir am 3. Juli das Grab auf dem Père Lachaise besuchten. Die Doors-Fans machten eine riesige Party auf dem Friedhof. Die Musik der Doors war mit im Walkman dabei.
Irgendwann bekam ich die Morrison-Biografie „Keiner kommt hier lebend raus“ aus dem Heyne Verlag in die Hand und erfuhr, welch wichtige Rolle Ray Manzarek für die Doors spielte. Unbewusst gewusst hatte ich es schon immer. Als Gründungsmitglied hielt er den Laden zusammen, wenn Oberguru Jim Morrsion mal wieder im Drogenrausch versank. Ich hörte bei den Doors genauer hin und erkannte ein exzellentes Orgelspiel. Aber er hielt nicht nur die Band zusammen, nein, sein exzellentes Orgelspiel hielt die Songs zusammen. Als Erinnerung an Ray Manzarek suche ich mir Doors-Songs zusammen und trinke ein Glas auf ihn. Lieber Ray, schau bitte, dass dein Kumpel Jim da oben keinen Scheiß macht, so wie du es hier auch gemacht hast. Das ist wirklich das Ende.
Für mich die beiden besten Bücher über Harryhausen.
Nach dem Tod von Ray Harryhausen und meinem Nachruf habe ich mir viele seiner Filme wieder angeschaut: Was für ein Genie er doch war und welchen Einfluss auf die Animationsszene er doch hatte. Seine Stop Motion-Effekte waren grandios, leider waren es die Filme nicht immer.
Wer sich mehr mit der Arbeit von Ray Harryhausen befassen will, dem empfehle ich zwei wunderbare Bücher: Ray Harryhausen an animated life und the Art of Ray Harryhausen. Beide Bücher gehören in den Schrank von Filminteressierten, VFX-Machern oder 3D-Artists.
Ray Harryhausen an animated life – zeigt dokumentarisch die Filme des Meisters auf und versorgt uns mit Hintergrundinfos sowie seltenen Fotomaterial. Harryhausen schrieb das Buch selbst und hatte dabei Unterstützung von Filmhistoriker Tony Dalton. Herausgekommen ist eine Art Autobiografie, die sich aber meist auf die Kunst beschränkt und Privates größtenteils außen vor lässt. Freundlich ist auch das Vorwort von Ray Bradbury, in der SF-Szene wahrlich kein Unbekannter.
Natürlich beginnt es mit dem Klassiker schlechthin: Als der junge Harryhausen zum ersten Mal King Kong im Kino sah, war klar, was künftig sein Leben ausmachen würde. Für King Kong schuf Willis O’Brien die Effekte und Harryhausen ging beim Meister in die Lehre. Harryhausen war auf ein aufmerksamer Schüler und entwickelte die Technik von Willis O’Brien weiter. Vom finanziellen Deaster von Mighty Joe Young (Panik um King Kong) erholte sich Willis O’Brien nicht mehr, aber es kam die große Stunde von Ray Harryhausen. Er arbeitete wie ein Besessener und perfektionierte die Stop Motion-Technik bis zu seinen letzten Film Kampf der Titanen im Jahre 1981. Neue Techniken kamen auf, die später in CGI endeten. Gegen computergenerierte Bilder konnten die ruckelnden Monster, Drachen, Skelette von Harryhausen nicht viel ausrichten. Was bleibt, ist ein großartiges Gesamtkunstwerk, das beim Durchblättern von Ray Harryhausen an animated life auf jeder Seite deutlich wird.
Im Buch the Art of Ray Harryhausen geht es dann mehr um die Zeichnungen. Auch hier wurde Harryhausen beim Schreiben von Tony Dalton unterstützt. Das Vorwort steuerte Peter Jackson bei. Und das zeigt auch, welchen Status Harryhausen in der Filmwelt einnimmt. Ohne die Arbeit von Harryhausen hätte es Herr der Ringe oder die Arbeiten von George Lucas oder Steven Spielberg nie gegeben. Schön dass Zitat auf der Rückseite des Buches von Kermit dem Frosch: „One of the world´s great manipulators …“ Das Buch ist ein Blick auf die PreProduction der Filme. Zeichnungen und Ideen zu den Filmen sind hier zu finden aus einer Zeit, als Film und Animation noch ein klassisches Handwerk waren.
Beide Bücher sind die ideale Kombination, um sich dem Werk von Ray Harryhausen zu näheren. Ich kann beide Bücher empfehlen.
Leider fotografiere ich nicht mehr so viel, wie ich eigentlich gerne möchte. Aber meine Liebe zu Fotos ist weiterhin voll entbrannt. Nicht zuletzt als ich das Prospekt für das wunderbare Buch Genesis von Sebastião Salgado geschickt bekam. Der Taschen-Verlag, zugegeben einer meiner Lieblingsverlage, bringt das opulente Werk in den nächsten Tagen auf den Markt. Allen Fotofreunden, die über das entsprechende Kleingeld verfügen, rate ich: Greift zu – es lohnt sich.
In meinen Fotoseminaren zeige ich immer wieder Ausschnitte aus der Fotogeschichte. Bei Anselm Adams flippen die Seminarteilnehmer aus. Künftig werden sie es auch bei Sebastião Salgado tun, das verspreche ich. Für mich ist Salgado der Anselm Adams des 21. Jahrhunderts, nicht mehr, nicht weniger.
Acht Jahre hat der brasilianische Fotograf gebraucht, um sein Projekt Genesis fertig zu stellen. Herausgekommen ist eine Liebeserklärung an unseren Planeten, an das Ursprüngliche. Salgado hat mehr als 30 Reisen unternommen, in kleinen Propellermaschinen, zu Fuß, mit dem Schiff, im Kanu und sogar im Fesselballon, und dabei klimatischen Extremen und lebensbedrohlichen Situationen getrotzt, um Bilder zu sammeln, die uns Natur, Tierwelt und eingeborene Völker in atemberaubender Pracht vor Augen führen. „In Genesis sprach die Natur durch meine Kamera zu mir. Und ich durfte zuhören“, sagt Sebastião Salgado. Als ich die Bilder betrachtete, kam Bewunderung, Hochachtung und Wut auf. Bewunderung für dieses Mammutprojekt, Hochachtung für die Leistungen der Natur und Wut, weil wir Menschen Gefahr laufen, alles zu verlieren. Das Projekt Genesis ist für mich ein Appell an die Mitmenschen, die Schöpfung zu bewahren. Sebastião Salgado führt uns mit atemberaubenden Bildern seine Sicht auf die Schöpfung vor. Im Moment läuft bis September die Genesis-Ausstellung im Londoner Natural History Museum. Dort kann man die Bilder live betrachten.
In dem YouTube-Video schaue ich mir den Werbeprospekt für die Luxusausgabe des Buches genauer an:
In Sachen Pressefotografie ist der Fotograf eine Berühmtheit. Er ist Mitglied der legendären Agentur Magnum, die vom Urvater der Pressefotografie Robert Capa gegründet wurde. 1981 fotografierte Sebastião Salgado das Attentat auf US-Präsident Ronald Reagan und wurde schlagartig in der aktuellen Pressefotografie bekannt. Zuvor widmete sich er sich der sozialkritischen Fotografie.
Ich lese gerade, dass sich heute morgen rund 4000 Pilger auf den Weg von Regensburg nach Altötting machen. Der Pilgerzug soll auf bis zu 10.000 Pilger anwachsen. Die Wallfahrt beginnt mit einem Gottesdienst in der Albertus-Magnus-Kirche in Regensburg. Sie fand erstmals im Jahr 1830 statt. Ziel ist die Schwarze Madonna in Altötting.
Im Winter war ich bei starkem Schneefall in Altötting und umrundete die Kapelle. Ich habe einen YouTube-Film mit dem iPhone gedreht, am Telefon geschnitten und hochgeladen. Die Devotionalien waren überall anzutreffen. Bilder von Marienverehrung sind in Altötting allgegenwärtig. Meist handelt es sich um Dankbotschaften an die Mutter Gottes, mal als naive Malerei, mal als Spruch, mal als Kunstwerk. Aber die Botschaft ist überall die gleiche: Der Gläubige dankt Maria für ihre Hilfe. Das hat mich als Mensch berührt. Ich halte es wie Friedrich I. und erlaube mir kein Urteil: „Jeder soll nach seiner Façon selig werden.“
Der Pilgerzug nach Altötting wird von Sanitäts- und Rettungs-Fahrzeugen des Roten Kreuzes begleitet. Vier Ärzte und 40 Rot-Kreuz-Helfer stehen für die Pilger bereit, 100 Polizeibeamte sichern die Strecke. Auch ein Hubschrauber schwebt über den Pilgerzug. Der Pilgerzug geht von Regensburg über Sünching, Geiselhöring und Dingolfing nach Altötting.
Friseurwallfahrt nach Andechs
Es ist für mich bewundernswert so eine Wallfahrt durchzuführen, daher Chapeau für die Regensburger Pilger. Ich hätte nicht die Power dazu. Für einen Kunden habe ich verschiedene kleinere Wallfahrten dokumentiert, die deutlich weniger strapaziös waren. Es handelte sich um die Wallfahrt der bayerischen Friseure auf den heiligen Berg nach Andechs. In diesem Jahr wird die 11. Friseurwallfahrt durchgeführt. „Diese Wallfahrt ist ein klares Zeichen des Zusammenhalts und des Austausches“, so Landesinnungsmeister Andreas Popp. „Ein Zusammenschluss zu einer Friseurinnung bedeutet nicht nur fachlichen Austausch und wirtschaftliche Vorteile, sondern auch Geselligkeit und Kommunikation.“ Die vier Kilometer lange Wanderung von Herrsching nach Andechs durch das Kiental dauerte eine Stunde. Bei dem Weg durch das Kiental handelt es sich um einen der bekanntesten und auch schönsten Wanderwege der Gegend. Feierlicher Höhepunkt war ein Gottesdienst in der vollbesetzten Klosterkirche. Auch dieses Jahr wird zum 125jährigen Bestehens des Landesinnungsverbandes des bayerischen Friseurhandwerks ein Festgottesdienst stattfinden. Termin ist der 24. Juni.