Filmkritik: Blade Runner 2049

17. Oktober 2017

Blade Runner zählt für mich zu den wichtigsten Filmen der achtziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts. Und ich hatte Angst, nach 35 Jahren mir jetzt die Fortsetzung Blade Runner 2049 anzusehen. Freunde, ich kann euch sagen: Meine Angst war vollkommen unbegründet.

Blade Runner 2049 im Berliner Zoo Palast.

Blade Runner 2049 im Berliner Zoo Palast.

Blade Runner 2049 ist ein hervorragender Film geworden. Und es ist mehr als nur ein Unterhaltungsfilm, denn die religiösen und philosophischen Aspekte des Films von 1982 wurden aufgenommen und fortgesetzt. Damit werden einige Kinozuschauer überfordert sein, so bescheinige ich dem Film keinen übermäßigen finanziellen Erfolg. Der Film hat es verdient angeschaut zu werden und genießen Sie die über zwei Stunden an visuellen, musikalischen und gedanklichen Eindrücken. Dank an die wahnsinnig intensive Kameraarbeit von Roger Deakins. Ich werde den Film mir noch zwei-, dreimal ansehen, um das gesamte Spektrum an Gedanken zu erfassen, so wie ich es mit Blade Runner 1982 auch gemacht habe.
Der Film wagt sich an ganz große Themen: Was ist Menschlichkeit? Wann sind wir Menschen? Was definiert uns als Mensch? Entsteht durch unsere Geburt, unsere Erinnerungen der wahre Mensch? Was passiert, wenn Replikanten Kinder bekommen können? Wo beginnt und wo endet die Menschlichkeit? Solche philosophischen Fragen werden in einen Hollywood-Film gepackt. Der Kinozuschauer wird mit dieser Zukunftsvision konfrontiert, unterhalten und in meinem Falle zum Nachdenken gebracht. Immer wieder tauchen Details auf, wie DNA mit vier Sequenzen und Binärcode mit Null und Eins, um dann zu diskutieren, was ist Leben. Nicht ohne Humor ist die Diskussion mit dem Hologramm als Begleiter – einfach gesagt: Kann ich mit Alexa eine Beziehung eingehen? Damit wird ganz elegant das Thema Künstliche Intelligenz eingeführt und das Anwachsen der Daten. Joi, dargestellt von einer wunderbaren Ana de Armas, lernt und sammelt. Beeindruckend, wie Joi eine Nutte benutzt, um Bewegungen zu sammeln. Und dann sagt das Hologramm ganz selbstverständlich: „Ich liebe dich.“
Und da ist im letzten Drittel des Films ein absolut göttlicher Harrison Ford als Rick Deckard. Die Frage, ob Deckard ein Replikant ist, wird wieder offen gelassen. Für mich ist die Antwort nein, denn Deckard altert und Replikanten altern nicht, basta. Ryan Gosling als Officer K ist eindeutig ein Replikant mit überraschender Geschichte.
Nach dem Film bin ich nicht aus meinen Kinosessel aufgesprungen und hab mir überlegt, was ich als nächstes mache. Ich blieb im Sessel sitzen, streifte die schreckliche 3D-Brille ab und war sprachlos. Ich musste die Eindrücke der gesehenen Bilder und der gesprochenen Worte verarbeiten, die in meinem Kopf herumschwirrten. Regisseur Denis Villeneuve gehört für mich ab jetzt zu den ganz großen Künstlern auf dem Regiestuhl und hat mit seinen 164minütigen Film die Ideen von Ridley Scott von 1982 aufgenommen und weitergeführt.

Ich liebe Atari.

Ich liebe Atari.

Und ich liebe die Details: Zuerst natürlich die Werbung: Ich habe 1982 bei Atari gelacht und 2017 wieder. Als Retrogamer liebe ich Atari. Coca Cola war wieder in beiden Filmen dabei – und Sony auch. Absolut daneben fand ich dagegen die Werbung von Johnny Walker Black Label. Deckard meinte großspurig, dass er in Las Vegas Tausende Flaschen von Whisky habe und er greift dann zu Johnny Walker. Ich würde zu vielen Whiskys greifen, aber sicherlich nicht zu Johnny Walker – oder der Gag war einfach gut.
Meine Helden Frank Sinatra und Elvis Presley haben ihre Auftritte und ich meine sogar bei der Galerie der Replikanten rechts vorne die Figur aus Prometheus gesehen zu haben. Vielleicht eine kleine Verbeugung vor dem ausführenden Produzenten Ridley Scott.

Sehe ich da rechts vorne Prometheus?

Sehe ich da rechts vorne Prometheus?

Ich sag es ungern: Die Filmmusik von Benjamin Wallfisch und Hans Zimmer ist gut, sehr gut. Ich mag Zimmer nicht, aber hier hat er eine wunderbare Arbeit abgeliefert. Leider ist der Score nur als Download bisher erschienen und nicht als Datenträger – mir völlig unverständlich. Aber natürlich ist Zimmer nicht Vangelis und reicht auch an dessen Klasse nicht heran – (diese Bemerkung musste als Zimmer-Hasser und Vangelis-Fan sein). Hat Denis Villeneuve eigentlich Vangelis gefragt, ob er den Soundtrack beisteuern will?

 

 

Brunch bei 100Wasser Berlin

15. Oktober 2017

Berlin bietet Hunderte von Kneipen und Lokale und spontan marschierte ich zum Frühstücken in das Café 100Wasser in Berliner Simon-Dach-Straße im Stadtteil Friedrichshain. Und mir begegnete eine Frage, die ich sonst von München kenne: „Haben Sie reserviert?“


Hatte ich nicht und hatte dennoch Glück einen kleinen Tisch auf der Empore zu bekommen. Dabei hatte ich Angst vor eben dieser zu fallen. In München wäre wohl die Gewerbeaufsicht tot umgefallen. Das Café war an einem Sonntag Vormittag rappelvoll voll und entpuppte sich als typisches Lokal nach dem Motto „wo kann man denn in Berlin brunchen?“ Entsprechend war das Gedränge am Buffet. Anstehen – bei so manchen Besucher war eine Gier zu erkennen. Scharenweise Senioren luden sich die Teller mit Speisen für Frühstück und Mittagessen auf. Tee gab es im Preis inklusive. 10,50 Euro kostet der Brunch – daher war entsprechend viel los. Dabei gab es genug, wirklich genug zu Essen. Weil es regnete, blieb ich und ertrug die Hektik, probierte hier und da etwas, trank ein, zwei Cappuccini und schaute mir das Treiben an. Das Café war nett eingerichtet, erinnerte mit seinen Wandmalereien freilich an Friedrich Hundertwasser. Das lenkte ein wenig von der Schlacht am Buffet ab.

Das Angebot der Speisen war günstig und üppig. Wer allerdings feine Küche erwartete, der wurde enttäuscht – satt wurde aber jeder und die sehr freundlichen Bedienungen füllten die Schalen immer wieder auf. Oftmals haben aufgrund des Gedränges die jungen Kellnerinnen nicht nach, die Bestellungen aufzunehmen. Draußen gab es auch Plätze, aber aufgrund des Regens und der Kälte blieben sie leer.
Die Gretchen-Frage: Würdest du das Café 100 Wasser empfehlen? Ja, für den schnellen, preiswerten Hunger als Tourist. Nein, als kulinarischer Genießer der empfindlich auf Hektik beim Frühstück reagiert.

Wildes Plakatieren in Berlin

13. Oktober 2017
Straßenbild am Berliner Ostbahnhof.

Straßenbild am Berliner Ostbahnhof.

Werbung muss sein, das dachte ich mir bei einem Kurztrip nach Berlin. Und in der Hauptstadt fand ich die traditionelle Außenwerbung an Plakatwände oder Litfaßsäulen. Sie warben für Konzerte, Ausstellungen, Events – also wie überall in Deutschland auch. Als ich an Straßenlaternen kam, sah ich, wie sehr die Straßenlaternen von Werbung vereinnahmt wurden. Ein ähnliches Schicksal traf ich bei Ampel, Bushalteschilder und Mülleimerständer an. Überall Plakate, Flyer, Aufkleber – und das in mehreren Schichten. Jeder klebte irgendwas darüber.

Wildes Plakatieren in Berlin.

Wildes Plakatieren in Berlin.

Und wenn die Witterung auf diese Plakate einwirkt, dann löst sich der ganze Papierwust langsam in mehreren Schichten ab. Irgendwie entsteht urbane Kunst aus Werbung. Leute, die an der Ampel stehen, zupfen und ziehen an den Plakaten und so sieht es zerfleddert aus.
Gefällt mir es? Ja und nein – der Informationsgehalt und auch die Werbewirkung gehen flöten und es entsteht eine eigenartige Art von Kunst. Ich habe so etwas in München nicht gesehen, in Berlin an allen Ecken. Parties, Konzerte, Bücher, Theater, Ausstellungen, Musicals, Comedy, Filme, Tanz und Sport – alles im Grunde eine Wildplakatierung, aber scheinbar interessiert es in Berlin niemanden. Es ist der Kampf um die besten Plätze und ich bin mir nicht sicher, ob überhaupt eine Werbewirkung erzielt wird. Agenturen werben direkt mit der illegalen Plakatierung, scheinbar ohne negative Konsequenzen: „Im Gegenteil zur klassischen Außenwerbung (Bahnhöfe, Liftfass, Busse, … ) sind wir durch Wildplakatierung nicht an die Grenzen der regulären Werbeflächen gebunden. Wir bringen Ihre Plakate in beliebiger Stückzahl direkt in ganze Stadteile, Szenekieze oder bestimme Straßen – und das zu einem Bruchteil der Kosten.“

Was denkt ihr? Tragen diese wilden Plakate zur Verbesserung des Berliner Stadtbildes bei? Stört es dich als Spießer? Oder darf Kunst alles?

Computerspiele als Kulturgut #KultBlick

11. Oktober 2017
Pac Man auf so einem Joystick - da bekommt das Wort eine interessante Bedeutung.

Pac Man auf so einem Joystick – da bekommt das Wort eine interessante Bedeutung.

Als Retro-Fan liebe ich alte Rechner und alte Spielkonsolen. Alte Technik ist Kulturgeschichte und daher freue ich mich, bei der Blogparade des Archäologischen Museum Hamburg #KultBlick mitzumachen. Bei einem Besuch in Berlin habe ich mich auf eine Zeitreise begeben und das Computerspielemuseum besucht.

„Die Geschichte der Computerspiele wird hier lebendig“, hieß es in einem Flyer des Museums, das fünf Minuten vom Alexanderplatz entfernt liegt. 2017 hat das Museum den Sonderpreis der Jury des Deutschen Computerspielpreises erhalten, was mich noch mehr neugierig machte. Ziel des Deutschen Computerspielpreises ist die Förderung des Wirtschaftsstandorts Deutschland im Bereich der Entwicklung digitaler Spiele und interaktiver Unterhaltungssoftware. Naja, ob ein Museum den Wirtschaftsstandort fördert, müssen andere entscheiden. Ich war einfach interessiert daran und wollte meine Pixelhelden aus den alten Zeiten treffen. Hier der Rundgang als 360 Grad Video.

Ein Museum für Computerspiele – wie geil ist das denn?
Das Computerspielemuseum Berlin wurde im Jahr 1997 gegründet. In den Jahren von 1997 bis 2000 besaß es eine dauerhafte Ausstellung in Berlin. Danach trat es nur noch online auf. Seit dem 21. Januar 2011 ist das Museum mit einer neuen Ausstellung im ehemaligen Café Warschau in der Karl-Marx-Allee präsent. Ich war über den repräsentativen Bau erstaunt und begeistert. Voller Vorfreude betrat ich die Räume. Die Sammlung des Computerspielemuseums ist Eigentum des Fördervereins für Jugend und Sozialarbeit e.V., das neue Museum selbst wird von der Gameshouse GmbH betrieben.

Ich streifte durch die Ausstellung mit den zahlreichen Geräte hinter Glas. Als erstes stieß ich auf meine alten Gefährten: Commodore C64, Atari 2600, GameBoy oder Mac Classic. Auch ein Apple II mit Original Woz-Unterschrift war da. Zu jedem der Geräte könnte ich meine Geschichte erzählen, meine persönlichen Erinnerungen an das frühe Siliconzeitalter, als ich ein Fan der 8-Bit-Spiele war. Ich habe früher schon mal über meine Liebe zu den 8-Bit-Spielen geschrieben. Es ist enorm wichtig gewesen, dass ich mich für Computerspiele interessiert habe. Hier öffnete sich das Zeitalter der Digitalisierung. Als Teenager bekam ich von meinen Eltern meinen ersten HomeComputer geschenkt, es war ein Sinclair ZX 81. Ich schielte allerdings schon auf einen C64, weil meine Kumpels den Brotkasten auch hatten und ich mehr anstellen konnte als mit den ZX 81. Vor allem konnte ich Spiele zocken. In einem Einkaufszentrum entdeckten meine Eltern den C64, der zum Weihnachtsgeschäft 1985 reduziert wurde. Meine Eltern riefen mich über einen Fernsprecher zu Hause an und ich gab meine Weihnachtsbestellung auf. Aus Kostengründen bekam ich kein Diskettenlaufwerk, sondern eine Datasette.

Indizierte Kunst: River Raid
Spiele zockte ich auch auf dem Atari 2600 weiterhin – und im Computerspielemuseum stieß ich auf das schreckliche ET – der Außerirdische. Schlechtes, schlechtes Spiel, dessen Spielprinzip ich damals und heute nicht verstanden habe. Und ich entdeckte River Raid, das mir als Kind ziemlich Ärger einbrachte. Es ist Activision-Spiel, das 1984 von der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien indiziert wurde. Ich kaufte das Spiel normal im Handel (ohne 18 Jahre zu sein) und spielte es zu Hause. Mein Papa bekam mit, dass das Spiel als jugendgefährdend eingestuft war und stellte mich zur Rede. Am Ende zockten wir beide das Spiel vor dem heimischen Grundig-Fernseher und hatten unseren Spaß, mein Papa und ich. Im Computerspielemuseum hing die Begründung für die Indizierung aus. „Das Videospiel River Raid ist kriegsverherrlichend und -verharmlosend. Wie der Antragsteller zurecht hervorhebt, soll sich der Spieler in die Rolle eines kompromisslosen Kämpfers und Vernichters hineindenken. Das geht klar aus der Spielanleitung hervor. Scharfschützenqualitäten sind im Spiel gefordert. Der Abschuss eines gegnerischen Tankers, Hubschraubers, Treibstofflagers oder Jets bringen bis zu 100 Punkte, die Vernichtung einer gegnerischen Brücke 500. Die Anwendung kriegerischer Gewalt wird belohnt. Wer die meisten Ziele zerstört hat, bekommt die meisten Punkte.“ Selten so gelacht. Noch heute habe ich eine Originalverpackte Version von River Raid zu Hause und werde sie feierlich irgendwann entdecken.

River Raid - ein Hammerspiel

River Raid – ein Hammerspiel

Die Ausstellung im Computerspielemuseum ist interaktiv gestaltet – vom ersten Röhrenungetüm bis zur jüngsten Hightech-Konsole. Eindruck machte auf mich auch eine Spielhölle. Verschiedene Arcademaschinen standen herum und luden zum Zocken ein. Ich spielte mal wieder Frogger – oh Mann, was habe ich Frogger geliebt und viel Geld versenkt. Und dann war auch Asteroid. Schwarzweiß mit dröhnenderen Bass fasziniert mich das Spiel noch heute. Und ich habe noch immer Schwierigkeiten mit der Steuerung und rase mit Beschleunigung in einen Felsbrocken hinein. Game over.

Kommunikation mit dem Computer durch Joseph Weizenbaum
Als Jugendlicher beachtete ich Joseph Weizenbaum nicht und als heutiger Referent für IT-Themen war ich begeistert, in dem Berliner Museum auf Eliza von 1966 zu treffen. Eliza war Teil von Joseph Weizenbaums Forschung im Bereich Mensch-Maschine-Kommunikation. Seine Idee, den Computer ein Gespräch simulieren zu lassen, sorgte damals international für Aufsehend markiert einen wichtigen Wendepunkt im Verhältnis zu Computern. Heute sind Social Bots überall anzutreffen – Weizenbaum sah es 1966 mit Eliza voraus.

Eliza von Joseph Weizenbaum

Eliza von Joseph Weizenbaum

Künstler Chris Hülsbeck
Und dann immer wieder die Frage: Sind Spieleentwickler auch Künstler? Ohne Zweifel ja: Sie sind Künstler. So gibt es eine Ecke in Berlin in der Score für Computerspiele darstellt werden. Chris Hülsbeck mit seinem 1991 komponierten Turrican Soundtrack. Noch heute lebt Chris Hülsbeck von diesem Ruhm und ich werde ihn bald wieder treffen. Seine Turrican Anthology, eine komplette Neueinspielung, ist heute wegweisend. Turrican II war nicht nur ein zu seiner Zeit sehr erfolgreiches Spiel aus Deutschland, sondern auch eines der ersten, dessen Soundtrack schnell Kultstatus erreichte. Es ist Kultur pur. Entwickelt und komponiert hat ihn Chris Hülsbeck, der zusammen mit Jochen Hippel die sogenannte 7-Voice-Routine programmierte. So konnte der eigentlich nur vierstimmige Amiga-Computer siebenstimmig betrieben werden. Auch dem ursprünglichen nur dreistimmigen C64 entlockte Hülsbeck fünf Stimmen.

Digitalisierung – der Angst entgegenwirken

10. Oktober 2017

Wir müssen den Menschen die Angst vor der Digitalisierung nehmen. Immer wieder gebe ich Seminare rund um Big Data, IT-Sicherheit, Social Media oder Künstliche Intelligenz und ich stelle fest, viele Menschen haben Angst vor Veränderung. Angst ist aber immer ein schlechter Ratgeber. Daher ist Information angesagt. Nur Wissen und Information kann den Menschen die Angst nehmen und treibt sie nicht in die Arme von seltsamen Heilsversprechern. Natürlich gilt es die Digitalisierung zu hinterfragen und zu diskutieren. Aber dies kann man nur durch Information.
Mir begegnen als Referent immer wieder Menschen, die irre stolz sind, wenn sie ihren Mailaccount beim Smartphone einrichten können. Für diese Menschen ist dies bereits ein großer Schritt in Richtung Digitalisierung. Da sind manche meiner Vorträge nahezu Science Fiction, wenn ich über KI oder Sprachassistenten spreche. Für uns IT-Fuzzis ist dies schon normal. Wir diskutieren die Feinheiten zwischen Siri, Alexa und Google Assistent. Die biometrische Gesichtserkennung beim kommenden iPhone X grenzt für diese Seminarteilnehmer nahezu an ein Wunder und von autonomem Fahren haben die Leute nur am Rande etwas gehört.

Die MS Hololens ist für viele Science Fiction.

Die MS Hololens ist für viele Science Fiction.

Hier greifen meine Vorträge zur Digitalisierung, denn ich will diese Leute mitnehmen in eine spannende technische Zukunft, die kritisch hinterfragt werden muss. Wenn ich im Spiegel lese, dass viele Wirtschaftslenker in Deutschland von Digitalisierung keine Ahnung haben, macht es mir um unser Land und unsere Wirtschaft Angst. Hier setze ich mit meinen Seminaren an – und sehe dies als Beitrag zur Medienkompetenz. Aber dazu braucht es auch aufgeschlossene, interessierte Zuhörer.
Vielen Menschen geht die technische Veränderung zu schnell. Sie fühlen sich überfahren, oft allein gelassen und von den Entwicklungen überfordert. Das darf aber in einem Bildungsland wie Deutschland meiner Meinung nach nicht sein.

Technische Neuerungen setzen sich langsam durch.

Technische Neuerungen setzen sich langsam durch.

Technische Neuerungen hatten früher lange gedauert. Ich erinnere mich als Kind, wie der erste Farbfernseher von Grundig die Schwarzweißröhre abgelöst hat, und dann veränderte sich jahrelang nichts mehr im elterlichen Wohnzimmer. Als der Videorekorder kam, musste ich ihn bedienen, meine Eltern waren überfordert. Von der Wählscheibe zum Tastentelefon war es auch ein langer Weg. Die Einführung von technischen Neuerungen beschleunigte sich und meine Eltern waren neugierig, geschockt und verharrten in ihrer alten, oftmals analogen Welt. Jetzt will ich die Erfahrungen mit meinen Eltern nicht auf die Gesellschaft übertragen und dennoch merke ich bei vielen Leuten eine Angst vor etwas Neuem.

Der Computer war eine Revolution.

Der Computer war eine Revolution.

Und im Vordergrund stehen auch immer Sicherheitsbedenken. Smart Home wird verteufelt, weil in irgendeiner Reportage gesagt wurde, wie leicht man ausspioniert werden kann. Ich will mich nicht über die Bedenken lustig machen, sondern wir müssen die Angst ernst nehmen und die Leute informieren. Nicht Panikmache ist wichtig, sondern Information. Information über die Chancen und Risiken, so dass ich am Ende ein Urteil fällen kann und die Digitalisierung in das Leben einbeziehen kann. Wir stehen erst am Anfang der Digitalisierung. Die digitale Welle ist schon am Horizont zu sehen und die Vogel-Strauß-Taktik ist sicher der falsche Weg.

50. Todestag von Ernesto „Che“ Guevara – Buchtipps

9. Oktober 2017
Che im Amerika Haus Berlin für einen Euro.

Che im Amerika Haus Berlin für einen Euro.

Für die einen ist er ein Freiheitskämpfer gewesen, für die anderen ist er ein Terrorist. Manch einer sah in ihm ein Idol, andere wiederum verteufelten ihn. Eines ist aber ganz gewiss: Che ist ein eine Kulturikone des 20. Jahrhunderts geworden. Heute jährt sich sein 50. Todestag.
In den Studentenbuden der sechziger und siebziger Jahre hing sein Poster an den Wänden. Beim RAF-Terroristen Andreas Baader hing ein Bild in seiner Zelle. Im kommunistischen Kuba hängt sein Abbild an jeder Ecke. Mal sehen, wer den Todestag von Ernesto Rafael Guevara de la Serna, genannt Che Guevara, begeht. Die Gazetten sind voll von Che. Vor kurzem wurde die Landshut zurück nach Deutschland transportiert. Im Deutschlands heißem Herbst trug einer Landshut Entführerin ein T-Shirt von Che – von wegen Freiheitskampf und so.
Ches berühmtestes Foto stammt von Alberto Korda aus dem Jahre 1960. Es wurde beschnitten und ein wenig nachbearbeitet. Das Resultat schlug ein, wie eine Bombe und wurde immer wieder reproduziert. Es gehört sicherlich zu den meist verbreitesten Motiven in der Fotografie, hat aber seinem Fotografen kein Geld eingebracht. Für manche gilt der argentinische Kämpfer als Synonym für Widerstand, Emanzipation und Rebellion. Ich habe neulich im Amerika-Haus Berlin (!) eine Postkarte von Che gesehen. So kommt Kapitalismus und Kommunismus zusammen. Die Postkarte kostete einen Euro.
Ich selbst habe ein paar Porträtbilder von Che aus Kuba mitgenommen. Und eine rote Fahne mit dem Antlitz von Che Guevara hab ich mir in Kuba gekauft und seitdem nicht ausgepackt. So eine große Rolle spielt Che in meinem Leben dann doch nicht. Ich persönlich fand das Porträt von Andy Warhol am besten und werde mir mal einen Druck besorgen.
Irgendwann hatte sich Che bei der Revolution verzettelt. Er gab seinen Job als Minister in Kuba auf und machte wieder ein bisschen Revolution und wollte die Welt befreien. Er wollte den Volksaufstand in Bolivien vorantreiben. In Bolivien wurde er 1967 von bolivianischen Regierungssoldaten gefangengenommen und heute vor 50. Jahren erschossen.
Irgendwie seltsam, dass bolivianische Politiker die Idee hatten, den Todestag von Che zu feiern. Die Militär des lateinamerikanischen Staates schüttelten den Kopf und die Feierlichkeiten für den Terroristen Che wurden abgeblasen. Und die Kommunisten in Kuba stilisierten Che nach seinem Tod zum Märtyrer und Idol. Nach seinem Tod wuchs der Ruhm von Che weiter an. Und das Interesse an diesen Berufsrevolutionär geht bis ins 21. Jahrhundert. Daher ist es kein Wunder, dass zum 50. Todestag das interessante Buch Che Guevara von Matthias Rüb bei Reclam erschienen ist. Matthias Rüb ist Lateinamerika-Korrespondent der FAZ, also einer Zeitung, die traditionell dem linken Gedankengut eher skeptisch gegenüber steht. Er widmet sich in seinem Buch nicht nur dem Revolutionär, sondern auch dem Menschen Ernesto „Che“ Guevara. Reclam stellte mir das Buch für meinen Blog kostenlos als Rezensionsexemplar zur Verfügung und ich möchte nach der ausführlichen Lektüre es empfehlen.
Rüb ist ein gelernter Journalist, daher lesen sich die 100 Seiten des Büchleins sehr flüssig. Ich hatte schon sein Buch über den Kosovo-Krieg gelesen. Natürlich lässt sich das Leben und Wirken von Che bei Wikipedia auch nachlesen, doch Matthias Rüb Schreibstil ist einfach besser.
Als Jugendlicher schmökerte ich einstmals in Ches Bolivianisches Tagebuch und sah mir 2004 auch den verklärten Kinofilm Die Reise des jungen Che an, in dem Che mit dem Motorrad durch Südamerika bretterte. Matthias Rüb räumt mit diesem verklärendem Mythos schnell auf.
Dann habe ich ein wenig in meinem Archiv gekramt und ein interessantes Fotobuch gefunden. Fidel’s Cubastammt von 1998 und zeigt die Revolution in Bildern. Im Mittelpunkt der Fotografien von Osvaldo und Roberto Salas steht natürlich der Maximunm Leader Fidel, aber auch von Che Guevara sind einige interessante und stimmungsvolle Aufnahmen zu finden. Wer es noch im Antiquariat findet, sollte zuschlagen. Text auf Englisch und Bilder in Schwarzweiß lohnen sich.
Also, Ernesto „Che“ Guevara – Ruhe in Frieden: Dein Ausruf „zwei, drei, viele Vietnams“ zu schaffen hat nicht immer so geklappt und die Parole „Auf immer bis zum Sieg – Hasta la Victoria siempre“ wird immerfort von der politischen Linken gerufen.

Deutsche Einheit: Als DDR-Bürger in Hof eintrafen

6. Oktober 2017

Ein paar Tage nach dem 3. Oktober kommt mein persönlicher Tag der Deutschen Einheit. Bei meinen Seminareisen komme ich viel in Deutschland herum und machte auch im oberfränkischen Hof Station. Dort am Hofer Hauptbahnhof ist ein besonderer Platz der Überwindung der deutschen Teilung.

Ein Denkmal am Hofer Hauptbahnhof.

Ein Denkmal am Hofer Hauptbahnhof.

Immer wenn ich das Video aus der Deutschen Botschaft in Prag sehe, läuft mir ein Schauer über den Rücken. Der damalige Außenminister Hans-Dietrich Genscher verkündete im Oktober 1989 den DDR-Flüchtlingen in der bundesdeutschen Botschaft ihre Ausreise und die Stimme von Genschman geht im Jubel der Flüchtlinge unter. Mit dem Zug reisten die Botschaftsflüchtlinge über Hof aus. Dazu wurde als Erinnerung ein Denkmal aufgestellt. „Der Mut und das Durchhaltevermögen der Menschen dort war ein Meilenstein zur Überwindung der Deutschen Teilung“, heißt es zur Begründung. Der Entwurf für dieses Denkmal stammt von der Staatlichen Fachschule für Produktdesign Selb von Florian Rotbauer.


Das Denkmal besteht aus drei Steinstehlen mit eingelassenen Schrifttafeln. Dort steht nochmal die Geschichte der Ausreise beschrieben. 4500 DDR-Bürger flohen in die bundesdeutsche Botschaft nach Prag. Das diplomatische Ringen begann. Genscher kam am 30. September 1989 und gab um 18:58 Uhr vom Balkon der Botschaft bekannt:

„Liebe Landsleute,
wir sind zu Ihnen gekommen,
Um Ihnen mitzuteilen,
Dass heute Ihre Ausreise“
Schreie, Jubel
„… in die Bundesrepublik Deutschland möglich geworden ist.“

 

Am 30. September 1989 verlassen sechs überfüllte Züge Prag. Die Ausreisegenehmigung verknüpfen die SED-Diktatoren mit der Bedingung, dass die Zufahrt demonstrativ noch einmal über das staatliche Territorium der DDR führen müsste. Grund der Genossen: Die Botschaftsflüchtlinge können nur vom Boden der DDR aus der ostdeutschen Staatsbürgerschaft entlassen werden. Also ging die Zugfahrt über Dresden und Plauen, bevor sie an in Hof die Bundesrepublik erreichten. Die Bilder von damals hab ich noch immer im Hof. Am 1. Oktober 1989 um 6:14 Uhr trifft der erste Zug mit 1210 Flüchtlingen in Hof ein.

In den Folgetagen kamen 8000 ehemalige DDR-Bürger in Hof an und die Bevölkerung und Stadt Hof nahm die Menschen mit beispielhafter Gastfreundschaft auf. Daran sollten wir uns bei der anhaltenden Flüchtlingsdebatte immer wieder erinnern.
Der Bahnhof Hof selbst ist eine Augenweide. In meinem 360 Grad Video mache ich einen Rundgang durch den Bahnhof und erzähle die Geschichte des tollen Baus.

 

Dracula im Film 6: Dracula jagt Minimädchen (1972)

4. Oktober 2017
Trash pur - Dracula jagt Minimädchen.

Trash pur – Dracula jagt Minimädchen.

Ein saublöder Titel, aber dennoch ist dieser Dracula einer meiner liebsten mit Christopher Lee als blutsaugender Graf. Der Grund ist wohl, dass der Film in einer Zeit spielt in der ich sozialisiert wurde – in den Siebziger Jahren. Kein verstaubtes viktorianisches Zeitalter mehr wie in den anderen Dracula-Filmen aus den Hammer-Studios, sondern Dracula in der Neuzeit. Die Röcke waren kürzer, die Musik wilder, das Blut spritze heftiger und alles war irgendwie cooler – und doch waren die Gegenspieler Christopher Lee und Peter Cushing die alten – endlich trafen sie nach 1958 wieder zusammen in einem Dracula-Film. Irgendwie waren sie trotz Beatmusik in ihrer alten Zeit stehen geblieben. Der eine mit seinem schwarzrotem Cape und spitzen Zahn, der andere im hochgeschlossenen Gehrock mit Silberdoch und Weihwasser.

Der Originaltitel hieß Dracula A.D. ’72 und zeigt, worum es geht: Dracula in der Neuzeit. Die deutsche Übersetzung des Titels ist peinlich und sexistisch: Dracula jagt Minimädchen – also Mädchen im Minirock oder kleine Mädchen? Was hat sich der Verleih damals gedacht? Wahrscheinlich war es der Minirock, der es dem Verleih angetan hat.

Trotz des Zeitensprungs hatte der Film mit seinen langen Haaren, schlimmen Drogen, großen Brüsten, schnellen Autos einiges an Atmosphäre zu bieten. Aber natürlich ist es alles Trash, aber ich mag diese Art von Hammer-Trash. Hammer hatte mit seinen Dracula-Filmen finanzielle Schwierigkeiten bekommen- der Graf lockte immer weniger Zuschauer ins Kino und daher war ein Zeitensprung und Neuanfang wichtig. Ich mag das theatralische Gerede von Dracula und stellte mir die Frage, wann Dracula eigentlich vom Auto überfahren wird. Lorimar Van Helsing – der Nachfahre des heldenhaften Professor Van Helsing – ergeht sich in okkulten Andeutungen und dieses Mal ist der hilfslose Kommissar von New Scotland Yard wenigstens schnell zu überzeugen. Kleiner Gag am Rande: Der Jünger von Dracula heißt Johnny Alucard (ein Anagramm von Dracula). Er wird gespielt von Christopher Neame, der auf den ersten Blick dem Alex aus dem wichtigen Uhrwerk Orange von Stanley Kubrick ähnlich sieht. Das war wohl der Grund für seine Rolle und nicht sein Schauspieltalent. Und mein Jungenschwarm der Siebziger Jahre Caroline Munro spielt eine freizühige Laura, die vom Grafen verspeist wird. Als Teenager habe ich für diese Frau geschmachtet und sogar den schrecklichen Film Sterne im Duell angesehen. Regie bei den Minimädchen führte ein gewissen Alan Gibson, der 1970 den Hammer-Film Crescendo – die Handschrift des Satans gedreht hat. Ich persönlich mag Dracula jagt Minimädchen und empfehle sie gerne den Vampirfilm-Fans.

Persönlicher Nachruf auf Tom Petty

3. Oktober 2017
Meine einzige Picture Disc von Tom Petty.

Meine einzige Picture Disc von Tom Petty.

Das erste Mal, dass ich auf Tom Petty stieß war genau am 30. September 1987. Ich besuchte ein Bob Dylan Konzert im Rahmen seiner Temples in Flame-Tour in München und seine Begleitband war ein gewisser Tom Petty and the Heartbreakers. Trotz meiner Begeisterung für Dylan empfand ich diesen Typen mit seinem breiten Südstaatenaktzent für den besseren Stimmungsmacher. Dylan und Petty spielten abwechselnd und zusammen. Ich wurde zum Fan von Tom Petty und meine erste Schallplatte von ihm war Let Me Up (I’ve Had Enough).
Ich mochte seine Alben, besonders die frühen Alben wie
Southern Accents, Long After Dark, Pack Up The Plantation und vor allem Damn the Torpedos. Sein American Girl summte ich bei meinem ersten USA-Besuch. Tom Petty war für mich der geborene Rock‘n Roller in der Tradition der sechziger Jahre Bands. Und jetzt hörte ich, dass Charlie T. Jnr. und der spätere Muddy Wilbury verstarb. Beide Namen waren sein Pseudonym in den legendären Traveling Wilburys. Die Supergroup bestand aus George Harrison, Jeff Lynne, Roy Orbison, Tom Petty und Bob Dylan. Heute leben nur noch Lynne und Dylan von dieser Band. Die beiden Alben der imaginären Wilbury-Brüder sind absolute Klassiker und laufen bei mir immer wieder.
Die späteren Alben von Tom Petty waren finanziell erfolgreicher, aber mir persönlich von Jeff Lynne überproduziert: Full Moon Fever und Into the Great Wide Open. Ich kaufte noch ein paar Solo-Alben von Tom Petty, aber langsam verlor sich mein Interesse an dem Musiker. Mein musikalischer Geschmack hatte sich verändert, aber die alten Scheiben legte ich dann und wann noch auf.
Dann horchte ich wieder auf. Tom Petty kam schlagartig in mein musikalisches Bewusstsein zurück als er zusammen mit Teilen der Heartbreakers Aufnahmen mit Johnny Cash machten. Cash hat für mich einen ähnlichen Stellenwert wie Bob Dylan und die American Recordings-Aufnahmen gehören für mich zum musikalischen Erbe von America. Nach dem Tod von Cash wurde die fantastische Sammlung Unearthed auf den Markt gebracht, bei den Tom Petty und seine Kumpels mitgemischt haben. Cash singt sogar einige der Petty Songs.
Und was bleibt nach dem Tod von Tom Petty? Zum einen die Erkenntnis, dass 66 Jahre kein Alter ist, zum anderen, dass die Welt um einen grandiosen Musiker ärmer geworden ist.

Hier eine Auswahl meiner Tom Petty-Singles:

Berlin hat Mülleimer mit frechen Sprüchen

2. Oktober 2017

Sie haben so nette Aufdrucke wie „Kippendiener“, „Häufchenhelfer“ oder „Würstchenbude“. Gemeint sind die Berliner Mülleimer. In Knallorange zieren sie die Straßen von Berlin und zaubern mir ein Lächeln auf die Lippen, wenn ich daran vorbeigehe.

Ähnliche Mülleimer habe ich bereits in Hamburg gesehen und ausführlich darüber gebloggt. Jetzt sind mir diese Mülleimer in der Hauptstadt Berlin aufgefallen. Wer die Idee eher hatte, weiß ich nicht, aber Spaß macht sie allemal.In meiner Heimatstadt München sind sie eher grau trist.
Orange ist eine frische Farbe und die orangen Müllereimer, die an Straßenlaternen angebracht sind, fallen auf. Und das sollen sie auch, denn in einer Touristenstadt wie Berlin fällt viel Müll an. Und bevor Schmutzfinken den Müll einfach auf den Boden werfen, kommt er in die Tonnen rein. Die Berliner Stadtreinigung BSR hat einiges zu tun, die vollen Tonnen zu leeren.
Mehr als 130.000 Euro hat die Berliner Stadtreinigung (BSR) im Jahr 2014 für den Ersatz oder die Reparatur von alten, kaputten oder zerstörten Papierkörben und Mülleimern ausgegeben. Deppen gibt es überall, die Mülleimer zerstören und damit Kosten für den Steuerzahler produzieren.

Berlin wäre nicht Berlin, wenn diese Mülleimer nicht gleich von irgendwelchen mitteilungsbedürftigen Menschen verziert oder beschmiert werden: Sprüche, Aufkleber, Farbe, Graffiti – alles ist zu finden in den orangen Mülleimern mit den freundlichen Aufschriften. „Danke für die Hot Dogs“, „Gib Gummi“, „Gib‘s mir!“, „Für die Zigarette danach“, „Flotte Charlotte“ – diese Sprüche habe ich bei einem eintägigen Berlinaufenthalt gefunden.