Kein Filmtipp: Zettl von Helmut Dietl

6. November 2017

 

Nein, Zettl ist kein guter Film und das ist schade.

Nein, Zettl ist kein guter Film und das ist schade.

Zeitweise habe ich mich geschämt, als ich mir Zettl angesehen habe. Der letzte Film von Helmut Dietl ist – Verzeihung – der letzte Mist. Entsetzt und voller Kopfschütteln habe ich mir endlich Zettl auf Blu ray angeschaut, weil ich den Dietl und seine Geschichten wirklich liebe. Bei Zettl kamen mir meine Zweifel, denn obwohl der Film zahlreiche sehr gute Ideen hat, sehr gute Einstellungen, sehr gute Darsteller, so war er doch ohne Liebe, ohne Herz.
Helmut Dietl ist für mich einer der ganz, ganz Großen des deutschen Films . Ich verehre den Monaco und Kir Royal, ich verehre seine Beobachtungsgabe und sein Interesse an Menschen, doch bei Zettl wirke alles leblos. Es kommt mir vor, dass Dietl seine Enttäuschung über Berlin filmisch verarbeiten musste.
Im Grunde ist Zettl eine Fortsetzung von Kir Royal in der Neuzeit. Aber lieber Herr Dietl: Ihre Zeit waren die 80er Jahre des vergangenes Jahrhunderts, die Zeit von Druckerpresse und Papierauflagen. Das Online-Zeitalter hat Dietl nicht verstanden und einen Film vor diesem Hintergrund zu drehen, ist einfach schwierig.
Bevor ich den Film gesehen habe, habe ich mir über Nacht das Drehbuch Zettl – unschlagbar charakterlos von Benjamin von Stuckrad-Barre reingezogen und immer wieder über die guten Einfälle gelacht. Von Stuckrad-Barre habe ich zuvor seine Autobiografie Panikherz gelesen und griff dann zu Zettl. So gut die Ideen in dem Drehbuch waren, so schlecht wurden sie filmisch umgesetzt. Und das tut mir weh dies zu schreiben, denn ich mag den Helmut Dietl. Seinen Tod habe ich betrauert und mir alles bis dahin angesehen, was er gedreht hatte. Bis auf Zettl – der hatte damals schlechte Kritiken bekommen. Immer wieder habe ich mir das Ansehen des Films erspart, vor mich hin geschoben, es gibt schließlich so viele Filme noch zu sehen. Tja und nun konnte ich nicht anders. Ich erwarb die Blu ray von Zettl und sah mir den Film an.
Michael „Bully“ Herbig spielt die Titelrolle eines bayerischen Chauffeurs Max Zettl, der um jeden Preis in Berlin Karriere als Chefredakteur eines Berliner New Yorkers „The New Berliner“ machen will. Die Berliner Gesellschaft aus TV- und Politik wird dabei gehörig durcheinander gewirbelt. Was den Charme bei Kir Royal ausmachte, ist in Berlin einfach nur noch langweilig. München passt nicht nach Berlin. Münchner Grant trifft Berliner Schnauze – das ging gehörig daneben. Und das tut mir wirklich leid. Gerne hätte ich Helmut Dietls letzten Film gelobt und empfohlen. Ich kann es beim besten Willen nicht. Es ist in Teilen ein toller Film geworden, als filmische Gesamtheit eine Katastrophe. Selten habe ich einen so leblosen Films eines Filmgenies gesehen. Schade, wirklich schade.

Helmut Dietl gab mir ein Autogramm auf mein iPad.

Helmut Dietl gab mir ein Autogramm auf mein iPad.

Was machen chinesische Vasen im Allgäu?

5. November 2017

Das Allgäu ist berühmt für seine Handwerkskunst und bei meinem jüngsten Aufenthalt im Hotel Prinz Luitpold Bad in Bad Hindelang entdeckte ich in einem zurückversetzten Teil des Salons eine Reihe von chinesischen Vasen. Große, kostbare Vasen mit feinen Verzierungen. Und sogleich stellt sich mir die Frage: Was machen chinesische Vasen im Allgäu?

Die Antwort gibt mir Hotelier Armin Gross. Seine Großmutter Maria Gross (geborene Zöttler) kaufte mit ihrem Mann Andreas Gross das Hotel Prinz Luitpold Bad im Jahre 1923. Sie liebte Antiquitäten und ersteigerte viele Gegenstände bei Auktionen in München. Ich muss sagen, die Dame hatte Geschmack. Unter den ersteigerten Exponaten waren auch zahlreiche chinesische Vasen.


Dann kam das Maleur. Der Großteil der Vasen sollte 1951 zu Lampen umfunktioniert werden und wurden dazu mit Gips ausgegossen. Das war ein Fehler. Die meisten Vasen zerbrachen beim Trocknen des Gipses.
Heute stehen die verbliebenen Vasen in einem Teil des Salon, der aus dem schottischen Lanrick Castle stammt und bilden eine wunderschöne Symbiose.

Ardbeg Twenty Something Committee Release liegt vor

3. November 2017

Soll ich oder soll nicht? Mein Lieblingswhisky-Hersteller hat ein neues Getränk aufgelegt und ich bin mit mir im Ringen. Es kommt ein 23jähriger Single Malt aus dunkler Zeit daher und eigentlich muss ich ihn haben: Der Ardbeg Twenty Something Committee Release.
Das Getränk, das seit gestern auf dem Markt ist, reizt mich absolut, zudem es zu Ehren des Ardbeg Committees abgefüllt wurde, bei dem ich mit dabei bin. Ich kämpfe also mit mir.

Der Ardbeg Twenty Something Committee Release.

Der Ardbeg Twenty Something Committee Release.

Die Farbe des Ardbeg Twenty Something ist Altbronze. Der Geruch – süßer Holzrauch vermischt sich mit Vanillecreme, Sherrynoten, Aromen von brennenden Tannenzapfen und Schokolade. Am Gaumen setzt sich die reichhaltige Schokolade mit Vanilleschoten, getrocknete Früchte und etwas Fenchel fort. Der Nachhall ist lang und endet mit einem Hauch von Schärfe. Lecker und ich bin sehr neugierig.
Die Geschichte des Ardbeg Twenty Something ist einfach wunderbares Storytelling. Destilliert in der Brennblase, die heute Besucher im Hof der Ardbeg Destillerie begrüßt, in einer Zeit, als Ardbeg für immer verloren schien. Eine Phase mit fast komplett versiegter Produktion und ungewisser Zukunft. Trotz kalter Brennblasen und großer Stille in der Destillerie reifte der Single Malt im Warehouse und überdauerte diese dunkle Zeit. Der Beharrlichkeit einer kleinen Gruppe einheimischer Whisky-Enthusiasten damals ist es zu verdanken, dass Ardbeg gerettet wurde und bis heute besteht. Unter ihnen war auch ein junger Mann namens Mickey Heads, heute Ardbegs Destillerie-Manager. Ich habe im Frühjahr Mickey Heads gesprochen. Ich muss sagen, ein faszinierender Mann mit Geschmack.
Mickey Heads, Destillerie-Manager und Vorsitzender meines Ardbeg Committees sagt: „Der Ardbeg Twenty Something ist ein Blick zurück auf Ardbegs turbulente Vergangenheit und bestätigt eindrucksvoll, dass diese Destillerie niemals verschwinden darf.“ Ehemalige amerikanische Bourbon-Fässer und spanische Oloroso-Sherryfässer, ausgewählt von Bill Lumsden, Director of Distilling, Whisky Creation & Whisky Stocks bei Ardbeg, liefern reiche und tiefe Geschmacksnoten mit einem unglaublich rauchig-seidigen Aroma.
Wisst ihr, weshalb ich dieses Mal nicht zuschlagen werde? Es ist der Preis. Die Flasche hat mit 480 Euro ihren Preis und so sehr es mich juckt. Dieses Mal bestelle ich nicht. Ich bleibe hart – oder vielleicht doch nicht …

Der Roboterhund Aibo kommt wieder und die Digitalisierung schreitet voran

2. November 2017
Ich mag meine beiden Roboterhunde Aibo von Sony.

Ich mag meine beiden Roboterhunde Aibo von Sony.

Ich habe ein sehr seltsames Hobby. Ich sammle Roboterspielzeug und einem ausgewählten Kreis von Besuchern zeige ich meine Schätze gerne. Ich gebe sogar ein- bis zweimal im Jahr Vorträge zum Thema Roboterspielzeug. Und als Sammler bekam ich gestern feuchte Augen: Sony will die Aibos wieder aufleben lassen. Hurra, die Aibos kommen wieder.
Aibos sind intelligente Roboterhunde, die Sony von 1999 bis 2006 im Programm hatte. Dann geriet Sony in die finanzielle Schieflage und stellte die Produktion der Aibos ein. Zurück blieb eine treue Fangemeinde mit ihren Roboterhunden. Darunter befinde ich mich auch. Ich besitze zwei voll funktionstüchtige Aibos der Generation Aibo ERS-210 in Silber und Gold. Alle Gelenke funktionieren einwandfrei, nur die Akkus meiner Hunde machen relativ schnell schlapp. Die Originalverpackungen und das Spielzeug sowie Software sind vorhanden.

Wuff Wuff - die Aibos zu Hause in Gold und Silber.

Wuff Wuff – die Aibos zu Hause in Gold und Silber.

Aibos kommen ab 2018
Warum jetzt meine Aufregung? Sony hat gestern mitgeteilt, dass man die Produktion der Aibos wieder aufnehmen will. Die Hunde sollen ab Januar 2018 verkauft werden. Das freut das Sammlerherz. Es ziehen aber auch dunkle Wolken auf. Sony will die Aibos nur in Japan verkaufen und verknüpft sie mit einem relativ kostspieligen Abo-Dienst. Der neue Aibo soll umgerechnet 1500 Euro kosten – nun ein Schnäppchen, wenn ich mir die Preise für alten Aibos ansehe. Die gehen locker bis 4000 Euro und mehr. Ärgerlich ist für mich der geplante Abo-Dienst, damit das Hündchen lernen kann. Dafür werden noch einmal umgerechnet 22 Euro im Monat fällig. Ein Servicevertrag kostet nochmals gut 150 Euro pro Jahr, um ggf. die Gelenke auszutauschen. Das Spielzeug bei meinen Aibos war ein rosa Plastikball. Nun soll es ein Plastikknochen für 22 Euro sein.

Sony will 2018 den neuen Aibo verkaufen. Foto: Sony

Sony will 2018 den neuen Aibo verkaufen. Foto: Sony

Der Akku meiner Aibos halten rund 30 Minuten durch, dann machen meine Hunde schlapp. Die neuen Aibos sollen zwei Stunden durchhalten und müssen dann wieder drei Stunden Strom tanken.
Während frühere Aibos dank Steckkarten lernen konnten, sitzt jetzt die Künstliche Intelligenz im Hundehirn. Die Entwicklung bei KI ist enorm und bin ich gespannt, was der Aibo leisten kann.
Das Design des Hundes ist knuffiger geworden. Der 2,2 Kilogramm schwere Hund entspricht vom Aussehen jetzt eher einem echten Hund anstatt einem Robo-Hund wie damals. Das Kindchenschema wirkt sofort bei mir, als ich die ersten Bilder aus Japan sah. Die OLED-Augen sind nun rund und auch die Schnauze sieht putzig aus. Hinter den Augen sind zwei Kamera, die auf Wunsch Bilder schießen. Der ganze Körper, Schwanz, Ohren und Pfoten, sieht heute eher nach Hund aus. Und natürlich reagiert der neue Aibo auf Audiokommandos, denn die KI ist lernfähig, schließlich hat der Aibo auch LTE an Bord. Nochmal: Der Aibo lernt.

Roboter sorgen für Digitalisierung
Ob der neue Aibo nach Europa kommt, steht noch nicht fest. Aber ich sehe in der Aktion einen Test für Roboter im Haushalt. Ich bin davon überzeugt, dass Roboter und KI stärker durch die Digitalisierung in unsere Wohnungen kommen. Der Aibo ist dabei selbstverständlich ein Spielzeug und nur der Anfang. Japan scheint mir bei seiner Technikbegeisterung das richtige Land dafür zu sein. Ich höre jetzt schon wieder die Kritiker: Früher haben wir mit echten Hunden gespielt. Blabla, Blubblub.
In meinen Vorträgen diskutiere ich die Frage nach Pflegerobotern immer wieder. Ich habe mal gesehen, dass Robo-Robben in der Pflege von Demenzkranken eingesetzt werden. Selbstfahrernde Systeme unterstützen Altenpfeger bei der Versorgung von Senioren mit Trinkwasser. Die Post lässt einen Roboterboten hinter dem Postboten hinterher spazieren. Das Militär experimentiert mit der ehemaligen Google-Firma Boston Dynamics schon lange mit Roboters als Kriegs- und Unterstützungsgerät. Leute, es passiert etwas und die Zukunft wird spannend.

Retro-Gamer: Spiel und Spaß beim SNES

1. November 2017
Das SNES im heimischen Betrieb - nebenan andere Nintendo-Konsolen.

Das SNES im heimischen Betrieb – nebenan andere Nintendo-Konsolen.

Irgendwann in seinem Leben hat man Glück. Bei mir war es neulich der Fall, als ich am Erstveröffentlichungstag das SNES Mini Classic in den Händen hielt. Es geschehen noch Wunder.
Ich hatte die Retro-Konsole von Nintendo am ersten Tag bei Amazon gelistet gesehen und auf den Button Vorbestellen geklickt. Hurra, hurra und es hat geklappt. Ich war dabei und hielt im September mein SNES nun in den Händen. Inzwischen ist über einen Monat vergangen und das System macht noch immer Spaß.
Das Nintendo Classic Mini: Super Nintendo Entertainment System ist eine Replika der Nintendo Konsole von 1991/92. Und Nintendo machte den gleichen Fehler wie bei der Veröffentlichung des NES, sie produzierten einfach viel zu wenige Geräte. Hallo Nintendo, ihr seid nicht Apple, die durch Verknappung zum Kult wurden. Ihr seid ein Spielkonsolenhersteller, der einfach einen Markt verpennt. Aber was soll’s – ich hab ja mein SNES, was rege ich mich auf?

Also ausgepackt und über den HDMI-Port an die große Glotze angeschlossen. Dieses Mal hat Nintendo etwas längere Kabel für die beiden Controller mitgeliefert. Siehe da, das Unternehmen ist lernfähig. Weggelassen hat man das USB-Ladegerät, was mir nichts ausmacht, denn die Konsole hängt an einem USB-Hub bei dem auch das NES angeschlossen ist. Das hatte Nintendo auch schon so beim Vorgänger praktiziert.
Es sind dieses Mal 20 Spieleklassiker vorinstalliert. Und – das war einer der Gründe, weshalb ich das SNES haben musste: Es gibt eine bis dato unveröffentlichte Version von StarFox 2.

Die Spiele sind Contra III: The Alien Wars (wir kennen es noch als Super Probotector: Alien Rebels), Donkey Kong Country, EarthBound, Final Fantasy III, F-Zero, Kirby Super Star, Kirby’s Dream Course, The Legend of Zelda: A Link to the Past, Mega Man X, Secret of Mana, Star Fox, Street Fighter II′ Turbo: Hyper Fighting, Super Castlevania IV, Super Ghouls ’n Ghosts, Super Mario Kart, Super Mario RPG: Legend of the Seven Stars, Super Mario World, Super Mario World 2 Yoshi’s Island, Super Metroid und Super Punch-Out!!.

K1 und ich mussten als erstes natürlich Star Fox 2 spielen. Um das bisher unveröffentlichte Spiel zocken zu können, mussten wir die ersten Level von Star Fox 1 über uns ergehen lassen. Pixelwelle um Pixelwelle wurde niedergekämpft, um dann endlich Star Fox 2 spielen zu können. Nintendo war gut beraten, das Spiel damals nicht zu veröffentlichen. Gegen die Mitbewerber hätte es keine Chance gehabt. Heute macht es dagegen Spaß und sorgte bei unserer Familie für kurzweilige Unterhaltung. Nur bei so manchen Spielen war die Bildschirmauflösung eine regelrechte Zumutung am HD-Fernseher – am Schlimmsten war Donkey Kong Country, eine reine Pixelwüste.

 

Ich will spielen und nicht basteln 
Wer damals die Spiele mochte, wird sie auch heute mögen. Als Retrogamer erfreue ich mich und höre gleich schon wieder Kritik von wegen überteuertes Teil, das man über andere Emulatoren viel billiger mit ein bisschen basteln selbst machen kann. Wisst ich was? Es interessiert mich nicht, ob ihr mit Lötkolben und Schraubenzieher eure Konsole selbst klöppelt. Ich habe daran kein Interesse. Ich will spielen und nicht basteln. Wenn ich basteln will, nehme ich die Mindstorms von Lego und bin glücklich.
Ich habe auch gelesen, dass Atari auch wieder in den Markt einsteigt. Allerdings setzt man wohl nicht auf Retro. Im kommenden Jahr soll eine neue Atari-Konsole erscheinen mit Ausrichtung auf neuen Indie-Games. Mal sehen, was daran der Wahrheit entspricht. Und dann soll noch ein C64 veröffentlicht werden, als wirkliche Retro-Konsole. Nun, das Original steht bei mir noch im Keller. Mal sehen, ob ich bei der Neuauflage zuschlagen werde – langsam werden die HDMI-Ports knapp.
Aber heute widme ich mich wieder dem SNES und hab meinen Spaß daran.

Reformationstag – Was mir Martin Luther bedeutet

31. Oktober 2017

500 Jahre Reformation – 500 Jahre Martin Luther und was bedeutet dies für mich? Ich bin nicht der Typ für theologische Abhandlungen, doch die Feierlichkeiten im Luther-Jahr 2017 machten mir zwei Dinge bewusst: Reflexion und Würde.

Reflexion durch Martin Luther
Der richtige Fachausdruck bei Luther hieß wohl Bußfertigkeit, für mich passt Reflexion besser. Für ich bedeutet dies, sich selbst mal zurücknehmen über sein Tun und Handeln nachdenken. Jetzt habe ich einen Beruf in dem ich zeitweise eine Art Rampensau bin und meine Kunden schnell eine Lösung für ihre Probleme haben wollen. Dennoch ist mir im Luther-Jahr bewusst geworden, nicht alles sofort zu entscheiden, sondern über manches Wirken nachzudenken. Das soll nicht mit Zaudern falschverstanden werden, sondern ich reflektiere mich und meine Umwelt. Dazu habe ich Sparringspartner wie meine Frau oder meinen guten Freund Thomas Gerlach. Danke Martin, dass du mir dies bewusst gemacht hast. Und natürlich kommt die Aussage von Luther in meinen Präsentationsseminaren immer gut an: Tritt fest auf, mach’s Maul auf, hör bald auf.

Würde durch Martin Luther
Martin Luthers Gedanken sind urchristlich und ich mache mir in der heutigen Zeit Gedanken über die Würde des Menschen. Durch die Bundestagswahl und die nächstes Jahr anstehende Landtagswahl habe ich schreckliche Strömungen in unserem Land wahrgenommen. Das Fischen am rechten Rand um Wählerstimmen, die Leichtfertigkeit in der Menschen katalogisiert und eingeordnet werden, das verbale und aktive Hetzen, das Ausgrenzen und Diffamieren, das Zündeln, aber auch der ungeheuere Leistungsdruck in Schule und Gesellschaft. Vieles davon zerstört die Würde des Menschen und das will ich nicht. Als einzelner stelle ich mich hier dagegen und handele, mal mehr – mal weniger. Ich bin in einem Verein bei uns im Dorf eingetreten und arbeite aktiv mit – die Aktion PiT Togohilfe Maisach, weil es einfach wichtig ist.

Personenkult Martin Luther
Im Jahr der 95 Thesen ist die Person Martin Luther in den Mittelpunkt gerückt. So mancher Kritiker bezeichnet dies als Personenkult. Sie hätte eher eine andere Herangehensweise.  Als Marketing-Fuzzi muss ich sagen: Es gab mit Luther ein geiles Produkt zu verkaufen und das Produkt Transport die Botschaft. Der Mönch war der Katalysator für die Botschaft der Reformation. Vielleicht wäre Luther mit seinen Thesen heute ein Blogger und wir könnten ihn im Bloggerclub begrüßen. Er nutze die Kommunikationsmittel seiner Zeit.

Ich habe kein Problem mit dem Personenkult um Luther, denn eine Marke, ein Symbol braucht man in der Mediengesellschaft. Es gab viele Aktionen, wie beispielsweise eine wunderbare bayerische Landesausstellung in der Veste Coburg. Über 220000 Besucher waren bereits dort.
Bei mir auf dem Schreibtisch steht ein kleiner Martin Luther von Playmobil. Das kleine Plastik-Vorbild ist der Renner: Schwarzer Talar und ein Federkiel in der Hand, der Mini-Martin Luther ist 7,5 Zentimeter groß und ist ein echter Hit.Im Juni ist die millionste Figur des mit Federkiel und aufgeschlagener Bibel dargestellten Reformators ausgeliefert worden, teilte der Spielwarenhersteller Geobra Brandstätter in Zirndorf (Landkreis Fürth) mit. Der in schwarzem Talar dargestellte Luther sei damit die erfolgreichste Playmobil-Einzelfigur in der Geschichte des Unternehmens. Da die Startauflage von 34.000 rasch vergriffen war, musste die kleine Luther-Figur mehrfach nachproduziert werden.

Diesen Luther MUSS ich haben.

Diesen Luther MUSS ich haben.

Von dem zum Reformationsjubiläum herausgebrachten Playmobil-Luther gibt es inzwischen eine Million Exemplare. Die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) hatte sich vor gut zwei Jahren entschieden, den 7,5 Zentimeter großen Mini-Luther als „Reformationsbotschafter“ einzusetzen. Der große Bruder von Martin Luther steht im Romantik Hotel Goldene Traube in Coburg und kann dort angetroffen werden.

Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm bei Besuch im Romantik Hotel Goldene Traube mit Familie Glauben.

Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm bei Besuch im Romantik Hotel Goldene Traube mit Familie Glauben.

Aufgrund der Landesausstellung in der Veste Coburg hat sich das Hotel entschlossen, einen rund 1,5 Meter großen Martin Luther von Playmobil anzuschaffen, der immer wieder im Romantik Hotel Goldene Traube und in der Sterneküche Gourmet Restaurant Esszimmer und Restaurant Victoria Grill auftaucht und die Gäste erfreut. Ich arbeite ab und zu für dieses Hotel und habe Einblick, wie gut dieser Luther bei den Gästen ankommt.
Zum Start des Reformationsjahres packte Hotelbesitzerin Barbara Glauben ihren Luther aus und jetzt zum Ende des Reformationsjahr, wird er wieder eingepackt. Die beiden Videos zeigen es.

 

iPhone X – meine Panik beim Bestellvorgang

27. Oktober 2017
Ich starre auf den Platzhalter beim Apple Store. Ich will doch bestellen.

Ich starre auf den Platzhalter beim Apple Store. Ich will doch bestellen.

Ich hab es geschafft – ich bin wohl bei einer der ersten Auslieferungswellen des Apple iPhone X mit dabei. Dabei habe ich gezittert und gefiebert – und ich muss zugeben, es war ein schönes Kribbeln.
Als Apple Fan-Boy hatte ich die Wahl zwischen dem iPhone 8 und dem iPhone X. Einen Tag zuvor habe ich mir im Apple Store in München und im daneben liegenden Telekom-Laden die beiden Versionen von iPhone 8 angeschaut, mich aber dagegen entschieden. Ich will den großen Schritt nach vorne machen und das iPhone X haben. Face ID kann ich hervorragend in meinen Seminaren einsetzen. Freilich muss es die 256 GByte-Version sein, nur mit der Farbe war ich mir unsicher: Silber oder Schwarz? Nachdem das iPhone eine Hülle bekommt, ist die Farbe eigentlich egal. In der Vergangenheit war die schwarze Variante bei den Fans beliebter, also wähle ich die silberne, um das Device schneller zu bekommen. Ja, ja, nennt mich einen Taktiker. Ich bin eigentlich ein Fan der goldenen Version, aber das iPhone X erschien zum Start nicht in Gold, leider.
Dann kam heute der große Tag. Ich stellte mir den Wecker auf 8:50 Uhr. Gestern legte ich mir in der Apple Store-App das Wunschgerät mit entsprechender Konfiguration als Favorit an, damit es schneller geht. Punkt 9:01 Uhr sollte der Store von Apple freigeschaltet sein, um die Vorbestellungen aufzunehmen.
Mit iPad und iPhone 7 Plus hatte ich die Store App offen und starrte wie hypnotisiert auf das Logo „We‘ll be back“. Immer wieder aktualisierte ich die App.

So sieht der Platzhalter in verschiedenen Sprachen aus.

So sieht der Platzhalter in verschiedenen Sprachen aus.

Es wurde 9:01 Uhr Starttermin für die Vorbestellungen. Und nichts passierte. Die App zeigte weiterhin das bekannte Logo – in allen Sprachen.
9:02 Uhr – was ist jetzt los? Ich wurde nervöser. Warum schaltet der dumme Store nicht um? Apple, warum willst du mein Geld nicht?
9:03 Uhr – Herzklopfen. Mache ich etwas falsch? Ich weiß doch, dass die erste Produktion des iPhone X limitiert ist und ich habe keine Lust, drei, vier Monate auf das Gerät zu warten.
9:04 Uhr – Schweiß. Was stimmt nicht? Immer noch das Logo in der App. Ich schreie vorsorglich das iPhone und das iPad an – nutzlos.
9:05 Uhr – Panikattacke – nein, so schlimm war es nicht. Via Twitter sehe ich, dass Kollegen die Vorbestellungen abgeschlossen haben und ich sitze noch immer vor dem „We‘ll be back“-Schild. Apple, ich geb euch gleich „We‘ll be back“.
9:06 Uhr – Konzentration – In der App tut sich noch nichts, aber ich rufe jetzt die Apple-Website auf, erreiche den Store, rufe meine Favoriten auf und kann meine Bestellung abschließen. Kurze Panik nochmal, wie lautete der Code meiner Kreditkarte? Aber alles liegt bereit. Eingegeben und zack bestätigt.
Ich bin dabei: Innerhalb von Sekunden bestätigte Apple mir die Vorbestellung. Ich bin wohl am 21. November dabei. Das bedeutet, ich bin nicht in der ersten Runde ab 2. November vorgesehen, sondern drei Wochen später. Nun, damit kann ich leben.
Ärgerlich für mich ist die Apple Store App. Nach meiner Vorbestellung kann ich den Store via App erreichen, wäre aber nicht in der frühen Bestellung mit dabei gewesen.

Digitalisierung und Medienkompetenz hängen zusammen

25. Oktober 2017

Vor kurzem habe ich über die Angst vor der Digitalisierung gebloggt und jetzt ist es mir wieder passiert: Fehlende Medienkompetenz gemischt mit Angst vor Digitalisierung.
Was ist passiert? Ich führte ein Schülerzeitungsseminar durch und wir erstellten eine Seminarzeitung zum Thema Social Media. Meine Schülerinnen und Schüler machten unter anderem eine Umfrage unter anderen Gästen des Bildungszentrums. Auf die Frage: „Was ist Ihre Meinung zu sozialen Netzwerken?“ wurden auch zwei Erwachsene befragt, deren Angst vor Social Media anzumerken war und aufgrund fehlendes Wissens in die WhatsApp-Falle liefen. „Ich lehne Facebook ab. Soziale Medien behindern die Privatsphäre und sie sind sehr gefährlich für die Jugend“, meine eine erwachsene Interview-Partnerin. Alles klar, mit dieser Meinung kann ich leben. Dann kommt aber am Ende des Interviews: „WhatsApp als Möglichkeit für schnelle Kommunikation dagegen empfinde ich als nützlich.“
Wie bitte? Facebook ablehnen und die Datenkrake WhatsApp als nützlich empfinden? Ein Netzwerk, dass die privatesten Daten – das Adressbuch ausliest, auf US-Server überspielt und für Big Data verwendet – als „nützlich“ zu empfinden, zeugt von fehlender Medienkompetenz. Bitte versteht mich richtig. Ich habe nichts gegen die Dame, aber ich habe etwas gegen die fehlende Medienkompetenz.
Auf der gedruckten Seite der Seminarzeitung kam auch noch ein kritischer Herr zu Wort: „Das ständige zur Schaustellen des eigenen Lebens finde ich gar nicht gut.“ Klare Aussage, die ich unterschreiben kann. Aber dann: „Als Vorteile sehe ich aber, dass man per WhatsApp schnell und großflächig Nachrichten verbreiten kann. Wir haben zum Beispiel eine Familiengruppe, die oft sehr nützlich ist.“ Auch hier wieder das Thema WhatsApp und damit fehlende Medienkompetenz.
Und hier bin ich wieder bei meinem Thema Digitalisierung. Nicht alles was digital daherkommt ist automatisch gut. Digitalisierung kann die Welt voranbringen, aber nur wenn sie mit Medienkompetenz verbunden ist. Für mich ist diese Medienkompetenz eines der Schlüsselqualifikationen des 21. Jahrhunderts. Dabei meine ich nicht die Fähigkeit des Wissens, welches Knöpfchen für was nützlich ist. Ich meine die Fähigkeit zu wissen, was und warum etwas so passiert. Die Wirtschaft im 21. Jahrhundert besteht schließlich auch aus Daten.

Stammtischparolen entgegenwirken durch Infos über Togo

20. Oktober 2017

Wie die Leser dieses Blogs wissen, engagierte ich mich ehrenamtlich für die Aktion PiT – Togohilfe Maisach, weil ich es für eine gute Sache halte. Es ist wichtig, den Menschen in Afrika eine Chance auf ein Leben in ihrem Land zu geben. Dazu trägt die Maisacher Togohilfe seit über 35 Jahren bei.
Eine besonders sinnvolle Art der Lobbyarbeit macht dabei die Vorsitzende des Verbandes Margret Kopp. Um das Thema Togo und Afrika immer wieder ins Gespräch zu bringen, diskutierte sie vor kurzem auf dem 48. Andechser Europatag der Paneuropa-Union. Sie zeigte den Anwesenden Hintergründe über das afrikanische Land auf.

Die Vorsitzende der Togohilfe berichtet auf dem 48. Andechser Europatag der Paneuropa-Union über Togo.

Die Vorsitzende der Togohilfe berichtet auf dem 48. Andechser Europatag der Paneuropa-Union über Togo.

Die ehemals deutsche, dann französische Kolonie vereinige auf einem Gebiet, das kleiner als Bayern sei, über 40 Stämme – „echte Völker mit unterschiedlichen Sprachen, Traditionen, Lebensgewohnheiten und Jahresabläufen“. Die zufällig gezogene Linealgrenze trenne die meisten von ihnen von ihrem Stamm im jeweiligen Nachbarland; mit dem Staat Togo könnten sie sich schwer identifizieren. „Auf diese Situation lassen sich europäische Demokratievorstellungen nicht übertragen“, so Margret Kopp. Sie rief daher die Politikwissenschaftler auf, eine dem angepasste Demokratieform zu entwickeln. Ähnlich vielfältig sei die Religionslandschaft, von Katholiken, Protestanten und Sekten über den Islam und Naturreligionen bis zum Vodoo-Kult. Das gestalte das Zusammenleben schwierig, schaffe aber auch Modelle dafür, „wie man miteinander auskommen kann.“
Togo sei sehr arm, es fehle an Bodenschätzen und Wertschöpfung. 80 Prozent der Bevölkerung lebten von ihren Feldern, für Handel gebe es weder Kaufkraft noch Infrastruktur. Ein großes Potential sei jedoch der Kinderreichtum – „50 Prozent sind unter 18! Und wollen was lernen und was machen.“ Eine kleine Schicht von gut ausgebildeten Leuten sei ebenfalls zum Handeln bereit, etwa in Europa perfekt ausgebildete Ärzte, die mit etwas Unterstützung daran arbeiten, auch am Land, wo es keine medizinische Versorgung gibt, Grundvoraussetzungen für ein Gesundheitssystem zu schaffen.
Durch solche Aktionen und Hintergrundgespräche schaffen wir Bewusstsein, wie es in anderen Teilen der Welt zugeht. Ich finde dieses Engagement sehr wichtig, denn durch Information wird Klarheit geschaffen und ich freue mich, dass ich mich in so einem Verein ehrenamtlich engagieren kann, um den Stammtischparolen entgegen zu wirken.

Konzertkritik: G-Dragon in Berlin

18. Oktober 2017

G-Dragon in Berlin.

G-Dragon in Berlin.

Kennen Sie KPop? Nein, macht nichts, kannte ich auch nicht. Aber es ist eine Bildungslücke, wie ich zugeben muss. KPop ist (süd-)koreanische Popmusik und zudem extrem populär. Zum Beispiel bei K2 bei uns zuhause. K2 beschallt die Hütte mit Musik von Bands, die ich noch nie zuvor gehört habe. Allen voran BTS. Und weil diese KPop-Bands wohl nicht so gerne Asien verlassen, ist es eine Rarität, dass sich G-Dragon  herablässt und auf seiner Act III: M.O.T.T.E World Tour auch in Berlin Station gemacht hat. Für alle, die es genau wissen wollen: Act III: M.O.T.T.E bedeutet Act III: M.O.T.T.E ‚Moment of Truth The End‘ World Tour. Hätten wir das auch geklärt. Berlin war das einzige Konzert des Millionen-Sellers in Deutschland, der über 20 Millionen Alben verkauft hat. Hier meine Fotoeindrücke als Film.

Nun G-Dragon lud in die Mercedes Benz Arena in Berlin und die Karten waren wie im Nuh ausverkauft. Als guter Papa eines KPop-Fans setzte ich Himmel und Hölle in Bewegung und bekam auch zwei Sitzplätze für K2 und mich. Über den Preis will ich den Mantel des Schweigens ausbreiten – nur so: Die Rolling Stones sind gegen G-Dragon eine Schnäppchen-Band. Also per Zug in die Hauptstadt, Hotelzimmer in Berlin bezogen und ab zum Ort des Geschehens. Schlagartig kam ich mir alt vor, richtig alt. Die Mehrzahl des Publikums waren Mädchen und junge Frauen, viele Asiatinnen darunter und viele in einem bestimmten Asia-Look gekleidet, den ich von Manga- und Anime-Conventions kenne. Die Stimmung in der Mercedes Benz Arena war gut. Die älteren Herrschaften in den Reihen waren ebenso wie ich Papas, die ihre Töchter begleiteten, die allerlei Schildchen mit asiatischen Schriftzeichen dabei hatten. Übersetzt hießen die Worte Middle Fingers Up – so sagte man es mir wenigstens. Nun ja.

Der Merch-Stand war ausverkauft.

Der Merch-Stand war ausverkauft.

Nach Sicherheitskontrollen, die heute unvermeidbar aber absolut notwendig sind, wollten wir Merch erwerben. Merch oder wie ich sagen würde Merchandising ist teuerer Plunder der Band, der an Konzerten verkauft werden. Ich brauch nichts sagen, bei King Crimson in Stuttgart hab ich zugeschlagen also muss K2 bei G-Dragon zuschlagen. Aber es gab lange Gesichter bei K2 und anderen: Der Merch-Stand war fast komplett ausverkauft. Wir konnten nur noch ein Lichtchen in Form einer Krone erwerben – 20 Euro für Plastik. Die gewünschten T-Shirts für 45 Euro waren schon weg und das Gedränge dennoch groß. Auf dem Weg zu unseren Sitzplätzen bestellte ich bei eBay in China das T-Shirt für 7 Euro inklusive Versand – das nenne ich mal eine Gewinnspanne.
Platz genommen und Atomsphäre genossen. Um uns herum hatten viele G-Dragon Fans ihre Lichter zum Schwenken dabei. Sie hatten alle das Aussehen einer Krone. Ich hatte im Vorfeld zwei Leuchtstäbe mitgenommen und kam mir eher vor, wie ein Fluglotse auf dem Rollfeld – aber ich habe die blinkenden Dinger trotzdem angemacht. Meine Entschuldigung: Ich bin alt und weiß es nicht besser. K2 ist auch etwas von mir abgerückt. Der Vater kann schon manches Mal peinlich sein. In ganze Konzerthalle tauchte in ein Lichtermeer und es sah wirklich eindrucksvoll aus. Ich muss zugeben, KPopper machen Stimmung.

Dann mit einem Bang ging das Konzert los. Es startete mit einem fulminanten Videoclip mit Licht und Feuer. Der Song „Heartbreaker“ schlug bei den Fans ein. Die Arena verwandelte sich in ein Meer von Lichtern. Fans freuten sich, laute Freundenschreie gab es zu hören. Die Stimmung war perfekt von der ersten Minute an. Ich muss zugeben, KPop-Fans verstehen zu feiern. Das ging Song um Song so weiter.

Bei den etwas leiseren Liedern wurde lautstark mitgesungen.
Kwon Ji-yong, so heißt G-Dragon als Originalname, ist in seiner Heimat eine Nummer. Er gibt den Stil in Korea an und das verdient Respekt. Der junge Mann ist Popmusiker, Songwriter, Produzent, Model und Modedesigner und er ist Leader und Rapper der Boyband Big Bang. Für seine Fans scheint er eine Art modernes Multitalent zu sein. Und er beherrscht sein Metier. Seine zumeist weiblichen Fans folgen ihm. Sie reagieren auf jeden Blick, auf jede Geste, auf jedes Wort. Er prägt seinen Style, wie sein blonder Haarschnitt, der ihn auf die Vogue brachte. Im Konzert sah ich auch viele dreieckige Tücher, die der Musiker oft trug. K2 erklärte mir, dass es sich um ein Big Bang Halstuch handle. Ich beobachte die Fans genauer. Viele trugen die Modemarke Peaceminusone, die dem Künstler gehört.

G-Dragon heizte seine Show weiter an. Interessant für mich waren die Videoeinspielungen seiner Bandkollegen, seiner Familie, seines Managements. Es wird gelobt und gehuldigt, welche cooler Typ dieser Kwon Ji-yong ist. Die Fans bejubeln die Aussagen, klatschen und freuen sich – das ist wahrer Fankult.

Endlich kommen auch die Schilder mit dem Aufdruck Middle Fingers Up zum Einsatz. Der dazugehörige Song heißt natürlich Middle Fingers Up. Vor dem Konzert wurden diese Schilder kostenlos verteilt – K2 und ich haben keines abgekommen, was K2 sichtlich ärgerte. Um des Familienfriedens hab ich nach dem Konzert ein Schild besorgt, das jetzt stolz im Zimmer von K2 an der Wand hängt. Ja, der Papa wird es schon richten, so damals ein Peter Alexander-Song.
Sehr, sehr emotional wurde es, als G-Dragon eine Rede an seine Fans richtete. Mir persönlich war es zuviel Selbstmitleid, zuviel Show, zuviel Gehabe. Aber den Fans hat es gefallen und sie lauschten jedem Wort des Künstlers.

 

Noch schlimmer für mich wurde es dann bei einer fast zehnminütigen Ansprache an seine Fans, eine Art Seelenstrip. Im zweiten Teil des Konzerts gab es weniger Musik, als viel mehr weise und erhabene Worte. Das ist mir zuviel der Selbstdarstellung und Selbstvermarktung, aber es gehört wohl zum Ritual des Künstlers. Mir ging es auf den Keks, die Probleme und Selbstzweifel des Herrn anzuhören. Aber wie gesagt, den Fans hat es gefallen.

Nachdem der Meister von der Bühne gegangen ist, baten die Fans um Zugaben. Und die gab es auch wieder mit Lightshow, Feuer, MotionDesign und den ganzen Zauber. Den Abschluss machten die Songs Crooked und Untitled, 2014. Dazu bewegte sich G-Dragon von der Bühne und begab sich ins Publikum für Körperkontakt. Das VIP-Ticket vor der Bühne muss sich schließlich bezahlt machen. Es gab Händeschütteln, Abklatschen und Lächeln für das Smartphone.

Die Kamera war immer dabei, um die Fanreaktionen auf die großen Konzertleinwände zu bringen.
Zu einem wahren KPop-Fan werde ich wohl nicht, aber die Show hat bis auf das Selbstmitleid absolut Spaß gemacht. K2 war rundum begeistert und hält schon nach den nächsten KPop-Konzerten Ausschau. Der größte Wunsch wäre es wohl, wenn BTS nach Europa kommen würde und Papa wieder in die Tasche greift. Hier die kompletten Fotos des Abends als Film.

Hier noch eine Auswahl an Konzertfotos: