Maisacher Kirchenkonzert – drei Chöre zeigen, was Europa bedeutet

3. September 2018
Die drei Dirigenten der drei Chöre in der Pfarrkirche Maisach.

Die drei Dirigenten der drei Chöre in der Pfarrkirche Maisach.

Es sind kleine Mosaiksteine, die ein friedliches und vereintes Europa formen. Und so ein kleiner Mosaikstein wurde vor kurzem in meiner Gemeinde Maisach gelegt, als drei Chöre zu einem gemeinsamen Kirchenkonzert in die Pfarrkirche St. Vitus in Maisach im bayerischen Landkreis Fürstenfeldbruck einluden. Und die Chöre konnten unterschiedlicher nicht sein – haben aber ein gemeinsames Anliegen: Miteinander musizieren, miteinander feiern, miteinander leben. Die Chöre waren der Männergesangverein MGV 1912 aus Neuenkirchen im Münsterland, der Bergchor Coro Peralba aus den Dolomiten und der Gemischte Chor des Gesangverein Maisach. 

Männergesangverein MGV 1912 aus Neuenkirchen im Münsterland

Männergesangverein MGV 1912 aus Neuenkirchen im Münsterland

Gemischte Chor des Gesangverein Maisach

Gemischte Chor des Gesangverein Maisach

Bergchor Coro Peralba aus den Dolomiten

Bergchor Coro Peralba aus den Dolomiten

Jeder der Chöre hatte ein rund 20 minütiges Soloprogramm, anschließend sangen je zwei Chöre gemeinsam in der katholischen Pfarrkirche St. Vitus. Wenn Südtiroler da sind, da wird natürlich das Lied La Montanara (Das Lied der Berge) gesungen.

Und den Abschluss sangen alle drei Chöre und die Besucher gemeinsam die Europahymne „Freude schöner Götterfunken“. Sehr schön, dass der Chor aus Italien ihren Landsmann Alberto auf die Bühne gebeten haben, der in der Gemeinde Maisach seit Jahren erfolgreiche eine Eisdiele führt und seinen Chor nach Maisach geladen hatte. Auch ihm bedeutete die Europahymne sehr viel. 

Gerade das Lied von Beethoven mit dem Schlusschor seiner neunten Sinfonie ließ mich erschaudern und es lief mir vor Begeisterung kalt den Rücken herunter. Wie wichtig ist ein gemeinsames Europa ohne Hass und Zweitracht gerade in der heutigen Zeit. Heute wird er europäische Gedanke von Faschisten, Nazis, Nationalisten und AfD-Propagandisten bedroht. Ich will mir meine Heimat und mein Europa aber durch diese brauen Unmenschen nicht kaputtmachen lassen, daher fand ich diesen Appell der Chöre für ein gemeinsames, friedliches Europa in unserer Pfarrkirche so wunderbar.  

1972 wurde das Hauptthema des letzten Satzes vom Europarat zu seiner Hymne erklärt und 1985 von der Europäischen Gemeinschaft als offizielle Europahymne angenommen. In der Begründung heißt es, „sie versinnbildliche die Werte, die alle teilen, sowie die Einheit in der Vielfalt“. Richtig so. 

Die drei Chöre singen zusammen die Europahymne - ein wunderbares Zeichen.

Die drei Chöre singen zusammen die Europahymne – ein wunderbares Zeichen.

„An die Freude“ ist eines der berühmtesten Gedichte Friedrich Schillers. Es entstand im Sommer 1785 und wurde unter anderem von Ludwig van Beethoven im 4. Satz seiner 9. Sinfonie vertont. Vielen Dank für diesen schönen und wichtigen Abend bei uns in Maisach.

Filmtipp: Grüner wird’s nicht, sagte der Gärtner und flog davon

2. September 2018
Grüner wird’s nicht - samt Filmgespräch mit Regisseur Florian Gallenberger und Darstellerin Monika Baumgartner (r) sowie Marketingsdame Andrea Hailer (l.)

Grüner wird’s nicht – samt Filmgespräch mit Regisseur Florian Gallenberger und Darstellerin Monika Baumgartner (r) sowie Marketingsdame Andrea Hailer (l.)

Oscar-Prominenz bei uns in der Region. Zu einem Kinogespräch zum neuen Film von Florian Gallenberger kam es in meinem Lieblingskino Scala in bayerischen Fürstenfeldbruck. Ich habe über ein Facebook-Gewinnspiel zwei Eintrittskarten gewonnen. So besuchten meine Frau und ich die Vorstellung des Films mit anschließendem Kinogespräch mit Regisseur Florian Gallenberger und Hauptdarstellerin Monika Baumgartner, die beide aus der Region stammen. 

Vielen Dank für die Autogramme - Danke Florian Gallenberger und Monika Baumgartner.

Vielen Dank für die Autogramme – Danke Florian Gallenberger und Monika Baumgartner.

Schön zu sehen, dass der große Saal des Scala Kinos fast komplett gefüllt war. Das Interesse an dem Film und dem anschließenden Gespräch samt Autogramm und/oder Selfie war groß. Und es war auch eine ältere Generation, die nach langer Zeit mal wieder ins Kino ging, wie eine Zuschauerin berichtete. Und diesen Zuspruch braucht Grüner wird’s nicht auch, denn er kann es nicht mit dem Marketing der Blockbuster aufnehmen. Hier haben es die Betreiber das Scala Kino richtig gemacht und setzen auf Mundpropaganda und soziale Netzwerke. „Sagt es weiter, dass euch der Film gefallen hat“, beschwor auch Andrea Hailer von der Marketingagentur Soulkino die Zuschauerinnen und Zuschauer. 

Grüner wird’s nicht, sagte der Gärtner und flog davon ist für mich eine Art fliegendes Roadmovie, der die Geschichte des mürrischen Gärtners Schorsch (Elmar Wepper) schön erzählt. Er steht an einem Scheideweg im Beruf und Ehe und macht sich rücksichtslos auf den Weg, sich selbst zu finden. Also eine klassische Geschichte eines Roadmovies, wie es Regisseur Florian Gallenberger mir gegenüber im Gespräch bestätigte. Wunderschöne Luftaufnahmen mit einem roten Doppeldecker – nicht wie beim Roten Baron von Pixomondo als VFX entstanden, sondern als Realfilm, zum Teil natürlich auf einer Studiobühne. Der kauzige Elmar Wepper saß selbst in der Maschine, flog freilich nicht. Mit allerlei Studiotricks sah es in dem Greenscreen-Studio so aus, als ob sich das Flugzeug bewegt und sich der Sonnenstand ändert. 

Apropos Elmar Wepper: Er heute in Planegg lebende 74jährige TV-Star spielt sich in die Herzen seiner bayerischen Zuschauer. Ich muss zugeben, dass ich Elmar Wepper als erstes immer mit Pabel Chekov identifiziere, dessen Synchronrolle er in Star Trek sprach. Im gesetzten Alter löste sich Wepper von den TV-Rollen und kann ernsthafte Schauspieler zur Schau stellen: Kirschblüten von Doris Dörries war für mich der Beweis, ebenso Grüner wird’s nicht. Der Film ist auf Wepper aufgebaut und er macht seine Rolle hervorragend. Nicht so perfekt klappte übrigens das Baggerfahren, wie der Regisseur in dem Filmgespräch verriet. Schöne Geschichte, die im Video erzählt wird. 

Gärtners Schorsch, eben gespielt von Elmar Wepper, ist ein autoritärer Patriarch, der an seinen Träumen vorbeilebt. Ehe kaputt, entfremdet von Tochter und Frau, Betrieb ruiniert – und er lässt seine Frau mit den Schulden sitzen und macht sich auf der Suche nach seinen Träumen. Zurückgelassen vom egoistischen Ehemann steht Monika, wunderbar gespielt von Monika Baumgartner, ihre Frau und ordnet die Verhältnisse zu Hause, während Schorsch sein Leben sucht. Naja, aber Monika hat es auch faustdick hinter den Ohren. Kind vom fremden Mann und eine Affäre mit dem Golfplatzbetreiber, der den Familienbetrieb ruiniert hat. Nach Herzschmerz und vielen skurrilen Personen, die zu einem Roadmovie dazugehören, findet jeder seinen Weg. Die Familie bricht auseinander und jeder verwirklicht sich selbst. Schorsch allerdings, so hatte ich den Eindruck, zockt seine Familie gegen Ende nocheinmal ab und bleibt ein Egoist. 

Handwerklich ist der Film sehr schön gemacht. Und die Zielgruppe ist auch ein älteres Publikum, das vielleicht selbst in die Midlife-Crisis geraten war und sich durch Kalendersprüche wie Lebe deinen Traum identifizieren kann. Dazu passt die Machart des Film: Lange Einstellungen, langsamer Schnittrhythmus, großes Schauspielkino – mal dachte ich an das Bayerische Fernsehen. Drei Bundesländer haben den Film übrigens durch ihre Filmförderung finanziert. Und es ist ein unterhaltsamer Film geworden, der zu gefallen weiß. Oscarpreisträger Florian Gallenberger versteht sein Geschäft. Der Planegger ist Professor an der HFF und kann in jungen Jahren schon auf allerhand Kinoerfahrung zurückblicken. Bisher hat mich immer John Rabe von 2009 von ihm fasziniert. Ich freue mich, dass es Leute wie Florian Gallenberger auf dem Regiestuhl gibt. Bitte weiter so – und Scala bitte weiter solche Abende.

Fotoreporter Günter Reger von der örtlichen SZ war auch da und bringt den Abend in die klassischen Massenmedien.

Fotoreporter Günter Reger von der örtlichen SZ war auch da und bringt den Abend in die klassischen Massenmedien.

Buchtipp: Auf dem roten Teppich von Loki Schmidt

1. September 2018

„Helmut Schmidt war der beste Kanzler, den die CDU je hatte“, so lautete in meiner Jugend ein politischer Ausspruch, der provozieren sollte. Ganz so ist es natürlich nicht, aber Schmidt war sicherlich kein SPD-Linker. Ich wollte mehr wissen, wie es so ist mit einem Bundeskanzler zu leben, wie es ist im Raumschiff Bonn zu wohnen und allgemein interessierte mich ein Blick hinter die Kulissen des politischen Geschehens in der Bonner Republik. Daher las ich an einem Nachmittag das unterhaltsame und aufschlussreiche Buch von Loki Schmidt, Ehefrau des SPD-Kanzlers mit dem interessanten Titel Auf dem roten Teppich und fest auf der Erde


Es war eine höchst unterhaltsame Lektüre, die natürlich keine großen Geheimnisse verriet oder gar politischen Sprengstoff enthält. Es ist die Sicht der gestandenen Hanseatin Loki Schmidt, die ihre Sicht auf die Welt verriet. Ich war an Klatsch und Tratsch interessiert und bekam ein wenig davon zu lesen. Wen die Loki mochte und wen nicht so – aber alles aus einer hanseatischen Distanz. Sie erzählt schöne Geschichten, wie beengt es im Kanzler Bungalow zuging und wie das Treffen mit den Staatsoberhäuptern dieser Welt war. Hier für mich interessant, die Gespräche mit Leonid Iljitsch Breschnew oder der Queen. Dabei bringt sie immer wieder das Thema Natur- und Tierschutz zur Sprache. Die Begeisterung kommt in der nüchternen Frau hoch, wenn es um ihre Mission geht. Da taut sie richtig auf und lässt auch Nähe zu. Loki Schmidt ist natürlich ein Profi und lässt sich bei politischen Aussagen nicht aufs Glatteis führen, wobei sie der Interviewer Dieter Buhl (die Zeit) immer wieder in einer Richtung mit seinen Fragen drängt. Loki ist Profi und gibt höfliche, aber unkorrekte Antworten. Der Klatschjournalist in mir ist enttäuscht, der politische Journalist in mir schaut genau hin.
Alles in allen ein sehr unterhaltsames Buch ist Auf dem roten Teppich und fest auf der Erde für einen Nachmittag mit vielen privaten Geschichten. Eine Art Geschichtsbuch über eine sehr bedeutsame Zeit der Bundesrepublik und über einen bedeutsamen Bundeskanzler. Lesenswert für Menschen, die sich in dieser Zeit für Politik interessierten und denen Namen wie Gerald Ford, Egon Bahr, Hans-Jürgen Wischnewski oder Horst Ehmke noch etwas sagen.

Fans halten Chris Hülsbecks Musik die Treue

28. August 2018

„Es ist ein Hammer, was hier jedes Jahr im Retrogaming-Bereich aufgebaut wird.“ Mit diesen Worten lobt Komponist Chris Hülsbeck die Retrogaming-Area auf der weltgrößten Spielemesse gamescom in Köln. 

Der Komponist und sein Fan: Chris Hülsbeck (r.) und Matthias J. Lange

Der Komponist und sein Fan: Chris Hülsbeck (r.) und Matthias J. Lange

Für einen Tag ist Hülsbeck aus den USA auf der gamescom zu Gast, um alte Freunde zu treffen, neue Kontakte zu schließen und vor allem mit seinen Fans ins Gespräch zu kommen. Und da komme ich ins Rennen. Ich bin ein großer Fan des Komponisten und hatte ihn in der Vergangenheit immer wieder verpasst. Aber dieses Mal sollte ich ihn treffen. Chris Hülsbeck ist der deutsche Komponist für Videospielsoundtracks. Er komponierte zahlreiche Klassiker, sein Meisterwerk ist die Musik zur Videospielreihe Turrican. Die Musik wurde in zahlreichen Versionen veröffentlicht, unlängst als opulente Orchesterversion mit klassischen Sinfonieorchester. Also traf ich ihn auf der gamescom, ließ mir ein paar Autogramme geben und machte ein Videointerview mit ihm. 

Deutschland hat eine starke Heimcomputerszene

In den USA gibt es auch eine große Spielegemeinde, aber so Hülsbeck in meinem Interview, aber die Amerikaner seien mehr Konsolenspieler. Das Besondere in Deutschland sei die Begeisterung für die Heimcomputer der 80er und 90er Jahre des vergangenen Jahrhunderts. Chris Hülsbeck arbeitet im Moment an einem Bonus-Amiga-Album für Turrican. Hier wird mit alten Amiga-Tools und Rechner neuer Sound für ein imaginäres Turrican 4-Spiel erzeugt. 

Fans halten Chris Hülsbeck die Treue

„Ich bin super dankbar, dass mir die Fans die Treue halten und diese Projekte möglich machen“, gibt Hülsbeck zu. Und er verrät einen Traum: Chris Hülsbeck würde gerne einen klassischen Filmscore für einen Spielfilm komponieren. Er klopft schon in Hollywood an und hat inzwischen auch eine US-Agentin. Bisher noch ohne Ergebnisse, aber Chris Hülsbeck arbeitet weiter an seinem Traum. Große Vorbilder gibt es schon: Michael Giacchino oder Jesper „Jakobson“ Kyd arbeiten für beide Welten – Kino und Videogames. 

Hülsbeck als Wegbereiter 

Musik im Film und im Spiel sei extrem wichtig, so Hülsbeck weiter. Wenn man bei einem audiovisuelles Medium die Musik abschaltet, dann fehlt auf jeden Fall etwas. Hülsbeck hat inzwischen sein 36. Album veröffentlicht und ist seine eigene Plattenfirma. Er war damit ein Wegbereiter in der Musikproduktion. Während andere Musiker große Musikstudios buchen mussten, produzierte Hülsbeck in den eigenen vier Wänden. Er sah damit den Tod der großen Studios voraus. Heute wohnt und fährt er mit seinem Wohnmobil durch die USA und arbeitet von unterwegs – ein musikalischer Nomade. 

Chris Hülsbeck dankt den Fans.

Chris Hülsbeck dankt den Fans.

Die Kampagnen in Kickstarter sind für Hülsbeck sehr wichtig. Einerseits ist es eine Art Wasserstandsmelder, um zu prüfen, ob seine Kunst noch nachgefragt wird. Andererseits könnte er große Projekte wie die Orchestermusik nicht aufziehen, ohne die Unterstützung der Fans zu haben. „Die Liveaufführung zu erleben, war der totale Wahnsinn“, so Hülsbeck weiter. „Ich wünschte, meine Großmutter hätte das erleben können.“ Sie war immer diejenige, die Chris ermutigte, seine Musik zu machen. „Meine Großmutter wäre total aus dem Häuschen gewesen, wenn sie das erlebt hätte.“ 

Beim Thema Wertschätzung der Soundtrackmusik hat Chris Hülsbeck einen Vorschlag: So könnte eine Kategorie „der beste Soundtrack“ beim Deutschen Computerspielpreis aufgenommen werden. 

 

Hinweis: Dieser Text entstand ursprünglich im Rahmen eines Bloggerseminars für das Arbeitnehmer-Zentrum Königswinter (AZK) in Königswinter.

Spieleklassiker Turrican soll fortgesetzt werden

27. August 2018
Im Interview mit Matthias J. Lange deutete Chris Hülsbeck eine Überraschung an.

Im Interview mit Matthias J. Lange deutete Chris Hülsbeck eine Überraschung an.

In Sachen Turrican wird wohl etwas passieren. Genaueres ließ Komponist Chris Hülsbeck auf der gamescom 2018 in Köln nicht verlauten, aber das Gamerherz in mir schlägt höher bei dieser Nachricht. Turrican ist einer der Videospielklassiker. Mit Turrican auf dem C64 nahm die Spielreihe 1990 ihren Anfang. Es folgten Portierungen auf CPC, Amiga, Atari ST, CDTV, Mega Drive, GameBoy, PC Engine und Sinclair ZX Spectrum. Jetzt sollen weitere Portierungen erfolgen, so deutete es Hülsbeck mir gegenüber an. Chris Hülsbeck schrieb die Musik zu der erfolgreichen Serie. 

Auf der gamescom gab es einen Schaukasten von Factor 5 dem Schöpfer von Turrican. Dort waren alle verschiedene Versionen des Spiels und die Arbeiten von Factor 5 ausgestellt, wie zahlreiche Star Wars-Games. Fans wie ich standen begeistert vor der Vitrine und entdeckten etwas ungewöhnliches: Turrican 4 für die Nintendo Switch. 

Der gelungene Aprilscherz Turrican 4 für die Nintendo Switch war ausgestellt. Es soll aber nicht beim Scherz bleiben.

Der gelungene Aprilscherz Turrican 4 für die Nintendo Switch war ausgestellt. Es soll aber nicht beim Scherz bleiben.

Sollte Factor 5 still und heimlich den Klassiker bereits jetzt schon auf eine Next Gen-Konsole postiert haben? Und das ohne den üblichen PR-Lärm? Nein, natürlich nicht. Was die Besucher der gamescom zu sehen bekamen, war der Aprilscherz von IGI Switch Team, der Firmengründer Julian Eggebrecht so gut gefallen hat, dass sie ihn auf der gamescom ausstellten. . Damals zum 1. April brachte IGI Switch Team  die Fake-Verpackung in Umlauf und Fans überschlugen sich vor Begeisterung. 

Doch der ganze Spaß könnte jetzt Wirklichkeit werden. Factor 5 wurde im Jahr 2017 wiedergegründet, nachdem das Unternehmen von 1987 bis 2010 in Köln gearbeitet hat. Inzwischen hat Factor 5 die Rechte von Turrican von Rainbow Arts und Softgold zurückgekauft. Es scheint also alles auf eine Wiederbelebung von Turrican hinzuweisen. Und ich weiß jetzt schon, das ich mir Turrican 4 kaufen werde. 

Hinweis: Dieser Text entstand ursprünglich im Rahmen eines Bloggerseminars für das Arbeitnehmer-Zentrum Königswinter (AZK) in Königswinter.

Blick ins historische Fahrerlager am Nürburgring

24. August 2018

„Rennen – Kämpfen – Siegen“ so lautet das Schild über dem Ausgang des historischen Fahrerlagers am Nürburgring. Beim 46. AvD Oldtimer Grand Prix war das Lager für die Allgemeinheit geöffnet und konnte besichtigt werden. Da war ich freilich mit von der Partie und musste mir so einen wahrlich historischen Ort des Rennsports in Ruhe ansehen. 

Ich war überrascht, wie klein die Garagen sind. Die Fahrzeuge von damals wurden in den engen Räumen auf das Rennen am Nürburgring vorbereitet. Seit 1927 besteht die berühmte Rennstrecke in der Eifel. Das genaue Eröffnungsdatum war der 18./19. Juni 1927. In den Boxen 1 bis 54 gaben sich historische Renngrößen mit ihren Teams ein Stelldichein. Das erste Autorennen gewann übrigens ein gewisser Rudolf Caracciola. Ihm zu Ehren hängt eine Tafel am Eingang des Lagers. Das Fahrerlager am Nürburgring ist das älteste noch erhaltene Boxengeviert weltweit. Es wurde in seinen Ursprungszustand zurückversetzt.

Dabei wurden die 54 Boxen wieder zurückgebaut, Emaillelampen nach alten Unterlagen gefertigt und wieder in den restaurierten Boxen aufgehangen, mit den alten Farbmischungen die Boxenwände gestrichen und Metallschilder zur Kennzeichnung der Boxen angebracht. Das 4600 Quadratmeter große Gelände lässt sich für 2000 Euro am Tag mieten, die Box kostet dabei 90 Euro. 

Oldtimer en masse

Beim 46. AvD Oldtimer Grand Prix war das ganze Lager vermietet. In den Boxen waren historische Fahrzeuge ausgestellt. Interessierte Besucher konnten fachsimpeln und sich die Autos und Motoren erklären lassen. Ich war nur klassischer Zuschauer, weil ich von Autos nichts verstehe. Ich genoss nur das Design der Fahrzeuge und malte mir in meiner Fantasie aus, wie es bei historischen Rennen zuging. 

Verkauf in den Boxen

Einige Boxen waren zu regelrechten Verkaufsständen hergerichtet. Ich schaute mir einige dieser Boxen und die ausgestellte Waren an. Wir hatten sogar einige der ausgestellten historischen Blechdosen zu Hause. Am meisten interessierte meine Frau ein historischer Flipper und mich als alter Zeitungsmann sah alte Schreibmaschinen. Während man den Flipper noch brauchen könnte, ist für mich das Zeitalter der Schreibmaschinen vorbei. Meine Sammlung verstaubt im Keller, oh Gabriele. 

Le Mans Klassiker: Porsche 917 am Nürburgring

23. August 2018

Am Ende meines letzten Tages am Nürburgring am 46. Oldtimer Grand Prix sah ich ihn nun: Den Klassikers des Rennwagens schlechthin: Den Porsche 917.

Der Porsche 917 - der Klassiker schlechthin.

Der Porsche 917 – der Klassiker schlechthin.

Mit dem 917 erreichte Porsche 1970 erstmals den Gesamtsieg beim 24-Stunden-Rennen von Le Mans. Am Nürburgring traf ich auf das Fahrzeug in der Gulf-Racing-Lackierung und es ist für mich der schönste Rennwagen überhaupt. Das liegt natürlich an einem Klassiker des Motorsportfilms Le Mans von 1971 mit dem King of Cool in der menschlichen Hauptrolle Steve McQueen. Der heimliche Hauptdarsteller war der Porsche 917. 

Als ich das erste Mal Le Mans im Kino im Rahmen einer Steve McQueen-Gedächtnisreihe anschaute, war ich verwirrt. Das war nicht das gewohnte Szenario eines Action-Films, wie bei den anderen McQueen-Filmen. Ich verstand den Film zunächst nicht, er war damals langweilig. Ich war klassische Hollywood-Kost gewohnt, suchte nach einer Action-Handlung und bekam nur Autos, die im Kreis fuhren. Nach einer halben Stunden gab es den ersten Dialog. Kopfschüttelnd verließ ich als Jugendlicher das Kino, doch Le Mans blieb in meinen Kopf. Immer wieder kamen mir die faszinierenden Bilder in den Kopf.

Später schaute ich mir den Film auf VHS, dann auf DVD und nun Blu ray an. Der Film ist für mich heute der Motorsportfilm schlechthin und Steve McQueen, der sich für den Film eingesetzt hatte, hat eine großartige Verbeugung gegenüber dem Rennsport geschaffen. Der Film ist ein Rausch: Menschen und Maschinen bis an die Grenze.

Obwohl eine zugegeben recht dünne Story vorhanden ist, zeigt der Film Le Mans etwas anderes: Er zeigt den Rennsport in seiner Anfangszeit als Rennboliden noch von Männern und nicht von Computern gefahren wurden. Der mir unbekannte US-Regisseur Lee H. Katzin, der nach den chaotischen Dreharbeiten eingesetzt wurde, brachte ein wenig Ordnung in den Film, der von Steve McQueen finanziert wurde. 

Der Film drückt dich in den Kinosessel. So dramatische Bilder, spektakuläre Szenen, drastische Schnitte in einem Motorsportfilm hatte man noch nie gesehen und wird man nie wieder sehen. Heute käme CGI zum Einsatz – nicht zuletzt aus Versicherungsgründen. Damals sind die Männer in den Rennmaschinen selbst gefahren und schufen auf Steve McQueens Betreiben ein eindrucksvolles Epos. Ich kann mich heute nicht mehr an den Bilder sattsehen, an dem Klang der Motoren satthören und im Grunde ist es eine atemberaubende Dokumentation geworden. Nach meinen Besuch am Nürburgring musste ich mir den Film einfach wieder ansehen, noch dazu als ich einen Porsche 917 live gesehen hatte. Ich bin gewiss kein klassischer Rennfan, aber der Faszination Le Mans bin ich erlegen. Wenn ist Luft habe, schaue ich mir die Übertragungen aus den Fahrzeugen heute live an – der Le Mans-Film war Auslöser dafür. Das Zitat von Steve McQueen passt: „Rennen ist Leben. Der Rest ist Warten“. Und wenn ich Lust habe, höre ich mir den Soundtrack zum Film von Michel Legrand an, den ich allerdings nicht zu seinen besten Werken zähle.

Beeindruckt vom Film konsumiere ich mir auch die Dokumentation Steve McQueen The Man – Le Mans von 2015 an, der in Netflix zur Verfügung steht. Diese Doku liefert über den Film gute Hintergrundinfos. Noch besser hat mir das Buch Unser Le Mans gefallen. Hier wird über die Freundschaft von Siegfried Rauch und Steve McQueen berichtet und zahlreiche Techniker kommen zu Wort. Ich ärgere mich, dass ich das Buch erst nach dem Tode von Siegfried Rauch gelesen habe. Meine Frau und ich haben einst in der Nähe von Rauch gewohnt und ihn öfters bei unserem Stammitaliener in Penzberg gesehen. Guiseppe hat uns immer einen Platz in der Nähe von Siegfried Rauch gegeben. Wir hatten freundlich genickt, er hat freundlich genickt und wir haben ihn aber in Ruhe seine Pizza essen lassen. Hätte ich das Le Mans-Buch zu seinen Lebzeiten gehabt, hätte ich ihn gestört und um ein Autogramm gebeten. Als Traumschiff-Kapitän oder Bergdoktor konnte ich nichts mit ihm anfangen, als Rennfahrer Erich Stahler fand ich ihn phänomenal. 

Eindrücke vom 46. AvD Oldtimer Grand Prix

22. August 2018
Blick ins Fahrerlager des 46. AvD Oldtimer Grand Prix.

Blick ins Fahrerlager des 46. AvD Oldtimer Grand Prix.

Der erste Eindruck vom 46. AvD Oldtimer Grand Prix am Nürburgring war die enorme Lautstärke. Obwohl es sich bei den Rennen nur um Oldtimer handelte, machten die Rennboliden der Vergangenheit einen ohrenbetäubenden Lärm. Es war wie Musik in meinen Ohren. 

Meine Frau und ich waren schwer angetan vom Autorennen.

Meine Frau und ich waren schwer angetan vom Autorennen.

Ich war noch nie auf einem Autorennen und meine Gattin und ich gewannen über die Handschuhfirma Roeckl zwei Eintrittskarten und traten die Selbstfinanzierung Reise in die Eifel an. Beide waren wir neugierig auf das Spektakel Autorennen. Ich muss zugeben, Formel 1 am Fernsehen schaue ich nicht. Das einzige Rennen was mich interessiert ist 24 Stunden von Le Mans. Aber wenn ich schon mal bei einem Gewinnspiel den Eintritt gewonnen habe, dann muss ich es mir schon ansehen. Zudem ist es eine tolle Gelegenheit über meine Eindrücke hier zu bloggen.

Es gab ein umfangreiches Programmheft mit den verschiedenen Rennen. Für mich als Greenhorn eine willkommene Lektüre. Aber was noch wichtiger war: Es gab eine spezielle App für iOS und Android mit Namen Fuelish. Hier wurden live News und Ergebnisse eingespielt. So muss es im 21. Jahrhundert sein und Gratulation den Verantwortlichen für diesen Schritt in Richtung Digitalisierung. 

Das Rennen von den Tribünen und der Jaguar-Lounge 

Meine Frau und ich spazierten über das Gelände und sammelten unsere Eindrücke. Da wir kein spezielles Rennen verfolgen mussten, ließen wir uns treiben und nahmen mal hier und mal dort Platz und sahen uns die vorbeirasenden Autos an. Die verschiedenen Tribünen boten unterschiedliche Sichtweisen auf die Rennstrecke und das Renngeschehen. Sehr schön war auf der Haupttribüne dass im Zieleinlauf die Fans ihre Mützen und Kappen geschwenkt haben und die Fahrer mit Winken antworteten. Hier passt das Verhältnis Sportler – Zuschauer. 

Sehr schön war die Lounge von Jaguar. Bei einem kühlen Getränk nahmen meine Frau und ich auf einer gepolsterten Sitzbank Platz und ließen die Flitzer vorbeifahren. Die Durchsagen über den Rennstand war super zu verstehen und die ganze Atmosphäre passte einfach. Die Lounge war überdacht und schützte uns vor der heißen Sonne und relativ nah an der Rennbahn. So lässt sich das Leben genießen.

Das Schicksal des Ford Shellby Mustang GT 450 beim 46. AvD Oldtimer Grand Prix

Persönlich bin ich ja ein Fan des Ford Mustangs, stoße aber nicht auf Gegenliebe meiner verehrten Gattin. Für mich symbolisiert der Mustang jedes Klischee an Freiheit und Unabhängigkeit und daher schlägt bei einem Oldtimerrennen mein Herz auf jeden Fall für den teilnehmenden Nick Sleep auf einem Ford Shellby Mustang GT 450.

Der Wagen mit der Nummer 27 nahm am Wettbewerb Gentleman Drivers – GT bis 1965 teil und ich fieberte ein wenig mit als der Mustang Runde um Runde an uns vorbeischoß. Er hatte eigentlich keine Chance gegen die Konkurrenz. Und dann brach es mir das Herz. Beim Mustang brach etwas an der Vorderachse. Der stolze Mustang kam zum Stehen und musste von einem Abschleppwagen angehoben und von der Rennpiste gezogen werden. Das hat mir als Mustangfan sehr weg als der Wagen an mir vorbeifuhr. Schade um den GT 450.

Beobachten und aufsaugen

Auf einer Tribüne genossen wir Pommes Schranke mit Curry Wurst, was ich ja sonst nicht esse. Wir genossen das Spektakel und hörten den Motorsportfans bei ihren Diskussionen zu. Einmal wurde ich angesprochen und gefragt, für welches Fahrzeug mein Herz schlagen würde: Das Blaue war meine Antwort und schon war die Diskussion mit mir vorbei. Macht nichts, mir haben sich die Eindrücke eingeprägt. Motoren, Fahrzeuge, angespannte Fahrer, hochkonzentrierte Teams und begeisterte Zuschauer haben bei mir eine Wirkung hinterlassen. Der Geruch von Benzin, von abgefahrenen Reifen, der fantastische Sound – alles findet zueinander. Zwei Tage waren wir auf dem Grand Prix und zwei Tage waren wir am beobachten und aufsaugen.

 

Ganz nah an den historischen Fahrzeuge beim 46. AvD Oldtimer Grand Prix

Faszinierend waren für mich das historische Fahrerlager und das aktuelle Fahrerlager. Zum Glück hatte ich meine Fujifilm X100F dabei und konnte mich ein wenig austoben. Die großen Optiken für die Nikon hatte ich zu Hause gelassen, ich wollte ja genießen und nicht arbeiten. Der Fujifilm schoss feine Reportagefotos ohne große Vorbereitung. Mit dem iPhone X drehte ich ein paar Filme – nichts großartiges, aber Erinnerungen an zwei wunderbare Tage.

Historische Fahrzeuge im Mittelpunkt

Im Mittelpunkt des Interesses waren natürlich die historischen Fahrzeuge. Die Besucher kamen ganz nah an die Maschinen heran, dass es eine wahre Freude war. Wenn die Fahrzeuge von der Rennpiste kamen wurden sie langsam durch das Fahrerlager geschoben – die ideale Möglichkeit zum Fotografieren. Ich habe im Grunde keine Ahnung, welche Fahrzeuge ich vor die Linse bekam, aber ich drückte einfach mal ab. Autofans werden sicher das eine oder andere Auto erkennen. Ich erfreute mich vor allem am Design und den lauten Motoren. Über den historischen Zusammenhang der Fahrzeuge kann ich wenig sagen. 

Eindrücke von den Verkaufsständen

Das offene Fahrerlager bot sehr viele Geschichten und die Stände sorgten für Umsatz. Die Gattin kaufte gleich eine Kopfbedeckung, beide kauften wir Handschuhe bei Roeckl, ich schaute ich mich in Rennbücher um und in den Stand mit Uhren bin ich bewusst nicht gegangen, denn ich spiele ja seit Jahren schon mit einer Heuer Le Mans Uhr. Die Lederjacken sahen prima aus, nur waren in meiner Größe nicht vorhanden und Gott sei Dank sammle ich keine Metallschilder, Aufkleber oder Modellautos, sonst wäre der Besuch ein weiteres Groschengrab für mich geworden. 

Die Boxengasse beim 46. AvD Oldtimer Grand Prix

Höchst interessant war die Boxengasse für mich. Wir konnten beobachten, wie die Rennwägen fit gemacht und eingestellt wurde. Ich bin kein Mechaniker, aber beim konzentrierten Arbeiten an den Rennmaschinen sah ich gerne zu. Das ist hervorragende Teamarbeit. Ich hörte zwei Mitarbeiter zu, die über das Motorengeräusch philosophierten. Mal wurde die Schraube gedreht, dann die andere und immer wieder hörte man zu, wie sich das Motorengeräusch veränderte. Ich gestehe, ich hörte keine wirkliche Veränderung, aber die beiden Experten wissen wohl, was sie getan haben. Ich hörte nur ein klares Brummen des Motors und ein Aufheulen, wenn das Mal mal durchgetreten wurde. Das Ganze zog mich in den Bann und gerne besuche ich mal ein historisches Rennen mit jemanden, der etwas davon versteht und mir mehr erklären kann. Meine Begeisterung ist auf jeden Fall geweckt. 

Porsche-Rennsimulator auf dem Nürburgring

21. August 2018

Die beliebtesten Videospiele bei uns zu Hause sind Rennspiele. Es begann beim legendären PitStop für das Atari 2600, ging über auf Nintendos Mario Kart und PS3 Gran Tourismo und ist im Moment bei Need for Speed, VR Driveclub und für mich der absolute Hammer Wipeout in VR für die PS4. Auf einem Porsche-Stand auf dem Nürburgring am 46. AvD Oldtimer Grand Prix sah ich aber einen Traum einer Rennsimulation. 

Videospiele - hier ein VR-Spiel - sind Teil meiner Freizeitbeschäftigung.

Videospiele – hier ein VR-Spiel – sind Teil meiner Freizeitbeschäftigung.

Ich sah eine große Traube von Menschen und nährte mich interessiert. Aber das Interesse der Besucher galt keinen Automobil, sondern einer Rennsimulation. sim4race hatte einen Rennsimulator aufgebaut, der es in sich hatte. Drei große Bildschirme zeigen ein realistisches Bild einer ausgewählten Rennstrecke. Hier war es freilich der Nürburgring.

Der Fahrer nimmt auf einem hydraulischen Sitz Platz und muss Pedale und Schaltung wie in der Realität bewegen. Zudem bewegt sich der Sitz, er senkt und hebt sich, kippt zur Seite und in Verbindung mit dem Ton ist das Realismus pur. Als ich an den Stand kam, fuhr ein Mitarbeiter von sim4race ein Rennen, ärgerte sich aber, dass eine seine Bestzeit nicht übertroffen hatte. Leider erlebte ich nur den Schluss mit.

Anschließend kam ein zahlender Kunde an die Reihe. Er stieß in den Simulationssitz. Man wählte einen Porsche – was anderes geht natürlich am Porsche-Stand nicht. Allerdings sind realistische Fahrzeuge fast aller Hersteller im System eingespeist. Und los ging es schon. Zu Beginn war der Fahrer noch etwas unsicher, dann kam er mehr und mehr in Fahrt – er hat die Sache meiner Meinung nach hervorragend im Griff. Interessant war für mich, dass an einem gewissen Punkt der Fahrer sich zu sicher war und Leichtsinnsfehler machte. Vielleicht ließ auch die Konzentration bei dem virtuellen Rennen nach. Es war sichtlich anstrengend den Rennwagen auf der Rennpiste zu halten. 

Auf jeden Fall schaute ich einige Minuten zu. So ein System macht Spaß und ist auch ein realistisches Training ohne gleich ein zigtausend Euro teueres Auto zu Schrott zu fahren. 

Sieht spannend aus, dieser Rennsimulator.

Sieht spannend aus, dieser Rennsimulator.

Nürburgring: Blick hinter die Kulissen des Porsche-Lagers

20. August 2018
Zahlreiche Porsche-Modelle nahmen am 46. Oldtimer Grand Prix teil.

Zahlreiche Porsche-Modelle nahmen am 46. Oldtimer Grand Prix teil.

Für mich war es eine tolle Entdeckungsreise als ich das Fahrerlager auf der 46. AvD Grand Prix am Nürburgring durchstreifte. Zusammen mit meiner Frau schlenderte ich durch die Gassen von Lkws, die das Porsche-Team aufgebaut hatten und ließ mich inspirieren.

Bisher kannte ich die Arbeit der Rennteams nur aus Filmen. Einmal live dabei zu sein, wenn die Rennwägen in Schuss gebracht werden, war für mich eine absolute Bereicherung. Da ich kein ausgesprochener Autofan bin, war das Ganze für mich sehr neu und interessant. 

Auf dem Nürburgring fuhren zahlreiche Porsche-Modelle in verschiedenen Klassen. Ich mag die Form von Porsche und auch nachdem ein guter Freund von mir einen Porsche 928 fährt, dessen Vorbesitzer der legendäre Walter Röhrl war, habe ich eine emotionale Bindung zu Porsche. Auf jeden Fall gingen zahlreiche Porsche-Flitzer an den Start. 

So wird also ein Rennboilde transportiert.

So wird also ein Rennboilde transportiert.

Nach dem Rennen wurden die Fahrzeuge überprüft, gewartet und in Lkws verladen. Die Rennboilden wurden nicht in klassische Autotransporter verladen, sondern hatten spezielle Anhänger. 

Der Eingang zum Porsche Lager. Eine junge Dame begrüßte die Gäste.

Der Eingang zum Porsche Lager. Eine junge Dame begrüßte die Gäste.

Am Eingang des Porsche-Lagers gab es ein Zelt. Hier begrüßte uns eine junge freundliche Dame. Neben mir wurde eine Mutter mit zwei Kindern im Kinderwagen begrüßt. Die Porsche-Mitarbeiterin setzten den Kindern je eine Kappe mit Porsche-Logo auf. Die Kinder waren stolz und zogen sofort die Blicke der anderen Besucher an. An ihren Augen sah man, dass sie überlegten, ob sie auch nach einer Kappe fragen sollten. Gut, dass ich keine Kappen trage – bis auf eine ARRI-Kappe, die ich aus Hollywood von einem Kameramann geschenkt bekam. 

Ich ging weiter zu den verschiedenen Rennteams mit dem Porsche an den Start ging. Bei einem Porsche wurde per Laptop irgendwelche Daten ausgelesen. USB-Kabel angesteckt und Daten gezogen – so einfach ist das also heute. Der Fahrer war inzwischen schon woanders und die Techniker checkten den Wagen. 

Etwas verwundert schaute ich mir den Reifenwechsel beim BWT-Team an. Sie hatten Porsche in Rosa. Ich stelle fest, dass ein rosa Porsche zwar absolut auffällt, aber absolut nicht mein Fall ist. Kollegen sagten mir, dass die rosa Farbe sehr gut bei den Fans ankommt. Naja, mein Geschmack ist anders, aber wie heißt es bei uns: Leben und leben lassen. Also zog ich weiter.

Ich schaute mir die Datenanalyse bei anderen Porsches an, die aufgebockt in ihren Zelten standen. Mechaniker diskutierten irgendein technisches Problem, von dem ich sowieso nichts verstand. Sie verstummten, als sie mich mit meiner Kamera bemerkten. Ich beruhigte sie als ich sagte, ich sei mit meiner Kamera auf der Suche nach Bildern und nicht nach Informationen. Also ging die Diskussion weiter. 

Ein Reifenwechsel im Rennen muss schnell und präzise erfolgen und ich schaute mir die zahlreichen Reifen auf ihren Reifenständern an. Manche Profile waren runtergerockt. Die Regenreifen waren noch unberührt. Es hatte in den vergangenen Tagen keinen Tropfen geregnet. Aber die Teams waren auf alle Wetterbedingungen vorbereitet. 

Auch Rennkleidung muss getrocknet werden.

Auch Rennkleidung muss getrocknet werden.

Als ich eine Abkürzung durch die Lkw-Gassen nahm, konnte ich einen Blick hinter die Kulissen werfen. Ich wusste nicht, ob ich mich einfach durch die Lkw-Reihen schlängeln durfte, ich hab es einfach getan. So stand ich bei einem Masseur, der einen Fahrer durchknete. Ich nickte freundlich zu, verzichtete aber auf Fotos, das war mir zu sehr der Privatbereich der Fahrer. Nett fand ich allerdings, als ein Mitarbeiter dass durchschwitzte Renndress und -Anzüge zum Trocken einem Kühler eines Lkw aufhängte. 

Wie klein heute die Kameras sind, die den Wägen befestigt sind, entdeckte ich am Ende. Ich weiß nicht, ob die Kameras das Rennen für interne Zwecke aufzeichnen, oder ob das Bild für eine Übertragung für die Öffentlichkeit gedacht ist. Sowohl an den der Front als auch am Heck befinden sich kleine Videokameras, die das Renngeschehen aufzeichnen. Technik, die begeistert. 

Wertstoffe werden aussortiert.

Wertstoffe werden aussortiert.

Also für mich war dieser Rundgang durch das Porsche-Lager eine absolute Bereicherung. Als Blogger hatte ich wunderbare Geschichten gefunden. In den nächsten Tagen kommen noch weitere Eindrücke. Was bleibt bei mir hängen? Motorsport ist eine Teamleistung. Der Zuschauer sieht in erster Linie nur Fahrer und Auto, doch nur wenn das Team eines Herstellers gelingt, dann kommt es zu sportlichen Höchstleistungen. Ich hatte zudem den Eindruck, dass eine positive Stimmung im Lager herrscht. Das Team arbeitet Hand in Hand und jeder wird auf seine Art gebraucht. Und toll finde ich, dass Motorsport keine reine Männersache mehr ist. Ich habe viele Frauen als Mechanikerin oder Technikerin gesehen – und das gefällt mir sehr gut.