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Formel 1: Modernes Videogame und Retro-Buch

18. Juli 2019
Formel 1 heute und damals

Formel 1 heute und damals

Mein Formel 1-Held war eindeutig Michael Schumacher. Der Held meiner Eltern war der unlängst verstorbene Nikki Lauda. Aber Formel 1 live anzusehen, ist nicht so mein Ding. Ich fahre die Rennboliden lieber selbst – virtuell selbstverständlich. Und da bietet es sich an, dass 2019 FIA FORMULA ONE WORLD CHAMPIONSHIP. F1 2019 auf der Playstation 4 und anderen Plattformen erschienen ist.
Das Spiel hat es in sich. Es enthält alle offiziellen Fahrer, Teams, Boliden und alle 21 Strecken der Saison 2019, sowie erstmals auch den Start in der F2. Die Veröffentlichung war noch vor der Sommerpause und vor dem Großen Preis von Österreich und Deutschland. Mir wurde das Spiel von der beauftragten Agentur zur Verfügung gestellt. Die echte Formel-1-Weltmeisterschaft 2019 ist die 70. Saison der Formel-1-Weltmeisterschaft. Sie begann am 17. März im australischen Melbourne und endet am 1. Dezember auf der Yas-Insel vor Abu Dhabi.

Dieses Mal legten die Entwickler beim Videospiel auf realistische Grafik und fetten authentischen Sound. Das Spiel lebt vom Realismus und macht dadurch einfach Spaß. Erstmals kann ich als Spieler meine Karriere in der F2 mit der kompletten Saison 2018 beginnen und die bestehenden Rivalitäten mit in die F1-Meisterschaft nehmen. So kann ich als Fahrer zum Beispiel Fahrern wie George Russel, Lando Norris und Alexander Albon wählen. Der F2-Content wird als kostenloses, digitales Update im Laufe der Saison verfügbar sein.
K1 und ich haben das Spiel genossen und Runde um Runde gedreht. Als Kontrastprogramm zur Grafikhammer auf PS4 gab es ab und zu Runden bei Pole Position auf dem Atari 2600. Als Retrogamer müssen wir uns immer wieder bewusst machen, wo wir herkommen. Auf jeden Fall ist für uns 2019 FIA FORMULA ONE WORLD CHAMPIONSHIP das aktuell beste Rennspiel – wenn noch eine VR-Update für die Sony VR kommen würde, wäre alles perfekt.

Tolle Aufnahmen aus vergangenen Zeiten in The Golden Age of Formula 1

Tolle Aufnahmen aus vergangenen Zeiten in The Golden Age of Formula 1

Ach ja Retro: Während K1 und ich abwechselnd 2019 FIA FORMULA ONE WORLD CHAMPIONSHIP spielen, blättern wir in einem unheimlich schönen Buch The Golden Age of Formula 1von Rainer W. Schlegelmilch. Schöne Fotos aus der alten Zeit, die so nie wieder kommt. Rainer W. Schlegelmilch ist seit 1962 Motorsportfotograf. Er hat sämtliche Größen des Renngeschäfts fotografiert und mit seinem unverwechselbaren Stil die ganze Dramatik des actionreichen Sports eingefangen. Das Vorwort schrieb Sir Jackie Stewart. Er ging dabei auf die veränderte Technik der Formel 1 und Fotografie ein. Beides hat sich dramatisch verbessert: Die Autos wurden besser (und sicherer), die Kameras leisteten mehr. Und so ist es für mich das Buch eine Zeitreise in eine Rennzeit, die ich nie erlebt habe. Gibt es eigentlich ein Videospiel, das das Goldene Zeitalter der Formel 1 abbildet.

Le Mans Klassiker: Porsche 917 am Nürburgring

23. August 2018

Am Ende meines letzten Tages am Nürburgring am 46. Oldtimer Grand Prix sah ich ihn nun: Den Klassikers des Rennwagens schlechthin: Den Porsche 917.

Der Porsche 917 - der Klassiker schlechthin.

Der Porsche 917 – der Klassiker schlechthin.

Mit dem 917 erreichte Porsche 1970 erstmals den Gesamtsieg beim 24-Stunden-Rennen von Le Mans. Am Nürburgring traf ich auf das Fahrzeug in der Gulf-Racing-Lackierung und es ist für mich der schönste Rennwagen überhaupt. Das liegt natürlich an einem Klassiker des Motorsportfilms Le Mans von 1971 mit dem King of Cool in der menschlichen Hauptrolle Steve McQueen. Der heimliche Hauptdarsteller war der Porsche 917. 

Als ich das erste Mal Le Mans im Kino im Rahmen einer Steve McQueen-Gedächtnisreihe anschaute, war ich verwirrt. Das war nicht das gewohnte Szenario eines Action-Films, wie bei den anderen McQueen-Filmen. Ich verstand den Film zunächst nicht, er war damals langweilig. Ich war klassische Hollywood-Kost gewohnt, suchte nach einer Action-Handlung und bekam nur Autos, die im Kreis fuhren. Nach einer halben Stunden gab es den ersten Dialog. Kopfschüttelnd verließ ich als Jugendlicher das Kino, doch Le Mans blieb in meinen Kopf. Immer wieder kamen mir die faszinierenden Bilder in den Kopf.

Später schaute ich mir den Film auf VHS, dann auf DVD und nun Blu ray an. Der Film ist für mich heute der Motorsportfilm schlechthin und Steve McQueen, der sich für den Film eingesetzt hatte, hat eine großartige Verbeugung gegenüber dem Rennsport geschaffen. Der Film ist ein Rausch: Menschen und Maschinen bis an die Grenze.

Obwohl eine zugegeben recht dünne Story vorhanden ist, zeigt der Film Le Mans etwas anderes: Er zeigt den Rennsport in seiner Anfangszeit als Rennboliden noch von Männern und nicht von Computern gefahren wurden. Der mir unbekannte US-Regisseur Lee H. Katzin, der nach den chaotischen Dreharbeiten eingesetzt wurde, brachte ein wenig Ordnung in den Film, der von Steve McQueen finanziert wurde. 

Der Film drückt dich in den Kinosessel. So dramatische Bilder, spektakuläre Szenen, drastische Schnitte in einem Motorsportfilm hatte man noch nie gesehen und wird man nie wieder sehen. Heute käme CGI zum Einsatz – nicht zuletzt aus Versicherungsgründen. Damals sind die Männer in den Rennmaschinen selbst gefahren und schufen auf Steve McQueens Betreiben ein eindrucksvolles Epos. Ich kann mich heute nicht mehr an den Bilder sattsehen, an dem Klang der Motoren satthören und im Grunde ist es eine atemberaubende Dokumentation geworden. Nach meinen Besuch am Nürburgring musste ich mir den Film einfach wieder ansehen, noch dazu als ich einen Porsche 917 live gesehen hatte. Ich bin gewiss kein klassischer Rennfan, aber der Faszination Le Mans bin ich erlegen. Wenn ist Luft habe, schaue ich mir die Übertragungen aus den Fahrzeugen heute live an – der Le Mans-Film war Auslöser dafür. Das Zitat von Steve McQueen passt: „Rennen ist Leben. Der Rest ist Warten“. Und wenn ich Lust habe, höre ich mir den Soundtrack zum Film von Michel Legrand an, den ich allerdings nicht zu seinen besten Werken zähle.

Beeindruckt vom Film konsumiere ich mir auch die Dokumentation Steve McQueen The Man – Le Mans von 2015 an, der in Netflix zur Verfügung steht. Diese Doku liefert über den Film gute Hintergrundinfos. Noch besser hat mir das Buch Unser Le Mans gefallen. Hier wird über die Freundschaft von Siegfried Rauch und Steve McQueen berichtet und zahlreiche Techniker kommen zu Wort. Ich ärgere mich, dass ich das Buch erst nach dem Tode von Siegfried Rauch gelesen habe. Meine Frau und ich haben einst in der Nähe von Rauch gewohnt und ihn öfters bei unserem Stammitaliener in Penzberg gesehen. Guiseppe hat uns immer einen Platz in der Nähe von Siegfried Rauch gegeben. Wir hatten freundlich genickt, er hat freundlich genickt und wir haben ihn aber in Ruhe seine Pizza essen lassen. Hätte ich das Le Mans-Buch zu seinen Lebzeiten gehabt, hätte ich ihn gestört und um ein Autogramm gebeten. Als Traumschiff-Kapitän oder Bergdoktor konnte ich nichts mit ihm anfangen, als Rennfahrer Erich Stahler fand ich ihn phänomenal. 

Eindrücke vom 46. AvD Oldtimer Grand Prix

22. August 2018
Blick ins Fahrerlager des 46. AvD Oldtimer Grand Prix.

Blick ins Fahrerlager des 46. AvD Oldtimer Grand Prix.

Der erste Eindruck vom 46. AvD Oldtimer Grand Prix am Nürburgring war die enorme Lautstärke. Obwohl es sich bei den Rennen nur um Oldtimer handelte, machten die Rennboliden der Vergangenheit einen ohrenbetäubenden Lärm. Es war wie Musik in meinen Ohren. 

Meine Frau und ich waren schwer angetan vom Autorennen.

Meine Frau und ich waren schwer angetan vom Autorennen.

Ich war noch nie auf einem Autorennen und meine Gattin und ich gewannen über die Handschuhfirma Roeckl zwei Eintrittskarten und traten die Selbstfinanzierung Reise in die Eifel an. Beide waren wir neugierig auf das Spektakel Autorennen. Ich muss zugeben, Formel 1 am Fernsehen schaue ich nicht. Das einzige Rennen was mich interessiert ist 24 Stunden von Le Mans. Aber wenn ich schon mal bei einem Gewinnspiel den Eintritt gewonnen habe, dann muss ich es mir schon ansehen. Zudem ist es eine tolle Gelegenheit über meine Eindrücke hier zu bloggen.

Es gab ein umfangreiches Programmheft mit den verschiedenen Rennen. Für mich als Greenhorn eine willkommene Lektüre. Aber was noch wichtiger war: Es gab eine spezielle App für iOS und Android mit Namen Fuelish. Hier wurden live News und Ergebnisse eingespielt. So muss es im 21. Jahrhundert sein und Gratulation den Verantwortlichen für diesen Schritt in Richtung Digitalisierung. 

Das Rennen von den Tribünen und der Jaguar-Lounge 

Meine Frau und ich spazierten über das Gelände und sammelten unsere Eindrücke. Da wir kein spezielles Rennen verfolgen mussten, ließen wir uns treiben und nahmen mal hier und mal dort Platz und sahen uns die vorbeirasenden Autos an. Die verschiedenen Tribünen boten unterschiedliche Sichtweisen auf die Rennstrecke und das Renngeschehen. Sehr schön war auf der Haupttribüne dass im Zieleinlauf die Fans ihre Mützen und Kappen geschwenkt haben und die Fahrer mit Winken antworteten. Hier passt das Verhältnis Sportler – Zuschauer. 

Sehr schön war die Lounge von Jaguar. Bei einem kühlen Getränk nahmen meine Frau und ich auf einer gepolsterten Sitzbank Platz und ließen die Flitzer vorbeifahren. Die Durchsagen über den Rennstand war super zu verstehen und die ganze Atmosphäre passte einfach. Die Lounge war überdacht und schützte uns vor der heißen Sonne und relativ nah an der Rennbahn. So lässt sich das Leben genießen.

Das Schicksal des Ford Shellby Mustang GT 450 beim 46. AvD Oldtimer Grand Prix

Persönlich bin ich ja ein Fan des Ford Mustangs, stoße aber nicht auf Gegenliebe meiner verehrten Gattin. Für mich symbolisiert der Mustang jedes Klischee an Freiheit und Unabhängigkeit und daher schlägt bei einem Oldtimerrennen mein Herz auf jeden Fall für den teilnehmenden Nick Sleep auf einem Ford Shellby Mustang GT 450.

Der Wagen mit der Nummer 27 nahm am Wettbewerb Gentleman Drivers – GT bis 1965 teil und ich fieberte ein wenig mit als der Mustang Runde um Runde an uns vorbeischoß. Er hatte eigentlich keine Chance gegen die Konkurrenz. Und dann brach es mir das Herz. Beim Mustang brach etwas an der Vorderachse. Der stolze Mustang kam zum Stehen und musste von einem Abschleppwagen angehoben und von der Rennpiste gezogen werden. Das hat mir als Mustangfan sehr weg als der Wagen an mir vorbeifuhr. Schade um den GT 450.

Beobachten und aufsaugen

Auf einer Tribüne genossen wir Pommes Schranke mit Curry Wurst, was ich ja sonst nicht esse. Wir genossen das Spektakel und hörten den Motorsportfans bei ihren Diskussionen zu. Einmal wurde ich angesprochen und gefragt, für welches Fahrzeug mein Herz schlagen würde: Das Blaue war meine Antwort und schon war die Diskussion mit mir vorbei. Macht nichts, mir haben sich die Eindrücke eingeprägt. Motoren, Fahrzeuge, angespannte Fahrer, hochkonzentrierte Teams und begeisterte Zuschauer haben bei mir eine Wirkung hinterlassen. Der Geruch von Benzin, von abgefahrenen Reifen, der fantastische Sound – alles findet zueinander. Zwei Tage waren wir auf dem Grand Prix und zwei Tage waren wir am beobachten und aufsaugen.

 

Ganz nah an den historischen Fahrzeuge beim 46. AvD Oldtimer Grand Prix

Faszinierend waren für mich das historische Fahrerlager und das aktuelle Fahrerlager. Zum Glück hatte ich meine Fujifilm X100F dabei und konnte mich ein wenig austoben. Die großen Optiken für die Nikon hatte ich zu Hause gelassen, ich wollte ja genießen und nicht arbeiten. Der Fujifilm schoss feine Reportagefotos ohne große Vorbereitung. Mit dem iPhone X drehte ich ein paar Filme – nichts großartiges, aber Erinnerungen an zwei wunderbare Tage.

Historische Fahrzeuge im Mittelpunkt

Im Mittelpunkt des Interesses waren natürlich die historischen Fahrzeuge. Die Besucher kamen ganz nah an die Maschinen heran, dass es eine wahre Freude war. Wenn die Fahrzeuge von der Rennpiste kamen wurden sie langsam durch das Fahrerlager geschoben – die ideale Möglichkeit zum Fotografieren. Ich habe im Grunde keine Ahnung, welche Fahrzeuge ich vor die Linse bekam, aber ich drückte einfach mal ab. Autofans werden sicher das eine oder andere Auto erkennen. Ich erfreute mich vor allem am Design und den lauten Motoren. Über den historischen Zusammenhang der Fahrzeuge kann ich wenig sagen. 

Eindrücke von den Verkaufsständen

Das offene Fahrerlager bot sehr viele Geschichten und die Stände sorgten für Umsatz. Die Gattin kaufte gleich eine Kopfbedeckung, beide kauften wir Handschuhe bei Roeckl, ich schaute ich mich in Rennbücher um und in den Stand mit Uhren bin ich bewusst nicht gegangen, denn ich spiele ja seit Jahren schon mit einer Heuer Le Mans Uhr. Die Lederjacken sahen prima aus, nur waren in meiner Größe nicht vorhanden und Gott sei Dank sammle ich keine Metallschilder, Aufkleber oder Modellautos, sonst wäre der Besuch ein weiteres Groschengrab für mich geworden. 

Die Boxengasse beim 46. AvD Oldtimer Grand Prix

Höchst interessant war die Boxengasse für mich. Wir konnten beobachten, wie die Rennwägen fit gemacht und eingestellt wurde. Ich bin kein Mechaniker, aber beim konzentrierten Arbeiten an den Rennmaschinen sah ich gerne zu. Das ist hervorragende Teamarbeit. Ich hörte zwei Mitarbeiter zu, die über das Motorengeräusch philosophierten. Mal wurde die Schraube gedreht, dann die andere und immer wieder hörte man zu, wie sich das Motorengeräusch veränderte. Ich gestehe, ich hörte keine wirkliche Veränderung, aber die beiden Experten wissen wohl, was sie getan haben. Ich hörte nur ein klares Brummen des Motors und ein Aufheulen, wenn das Mal mal durchgetreten wurde. Das Ganze zog mich in den Bann und gerne besuche ich mal ein historisches Rennen mit jemanden, der etwas davon versteht und mir mehr erklären kann. Meine Begeisterung ist auf jeden Fall geweckt. 

Nürburgring: Blick hinter die Kulissen des Porsche-Lagers

20. August 2018
Zahlreiche Porsche-Modelle nahmen am 46. Oldtimer Grand Prix teil.

Zahlreiche Porsche-Modelle nahmen am 46. Oldtimer Grand Prix teil.

Für mich war es eine tolle Entdeckungsreise als ich das Fahrerlager auf der 46. AvD Grand Prix am Nürburgring durchstreifte. Zusammen mit meiner Frau schlenderte ich durch die Gassen von Lkws, die das Porsche-Team aufgebaut hatten und ließ mich inspirieren.

Bisher kannte ich die Arbeit der Rennteams nur aus Filmen. Einmal live dabei zu sein, wenn die Rennwägen in Schuss gebracht werden, war für mich eine absolute Bereicherung. Da ich kein ausgesprochener Autofan bin, war das Ganze für mich sehr neu und interessant. 

Auf dem Nürburgring fuhren zahlreiche Porsche-Modelle in verschiedenen Klassen. Ich mag die Form von Porsche und auch nachdem ein guter Freund von mir einen Porsche 928 fährt, dessen Vorbesitzer der legendäre Walter Röhrl war, habe ich eine emotionale Bindung zu Porsche. Auf jeden Fall gingen zahlreiche Porsche-Flitzer an den Start. 

So wird also ein Rennboilde transportiert.

So wird also ein Rennboilde transportiert.

Nach dem Rennen wurden die Fahrzeuge überprüft, gewartet und in Lkws verladen. Die Rennboilden wurden nicht in klassische Autotransporter verladen, sondern hatten spezielle Anhänger. 

Der Eingang zum Porsche Lager. Eine junge Dame begrüßte die Gäste.

Der Eingang zum Porsche Lager. Eine junge Dame begrüßte die Gäste.

Am Eingang des Porsche-Lagers gab es ein Zelt. Hier begrüßte uns eine junge freundliche Dame. Neben mir wurde eine Mutter mit zwei Kindern im Kinderwagen begrüßt. Die Porsche-Mitarbeiterin setzten den Kindern je eine Kappe mit Porsche-Logo auf. Die Kinder waren stolz und zogen sofort die Blicke der anderen Besucher an. An ihren Augen sah man, dass sie überlegten, ob sie auch nach einer Kappe fragen sollten. Gut, dass ich keine Kappen trage – bis auf eine ARRI-Kappe, die ich aus Hollywood von einem Kameramann geschenkt bekam. 

Ich ging weiter zu den verschiedenen Rennteams mit dem Porsche an den Start ging. Bei einem Porsche wurde per Laptop irgendwelche Daten ausgelesen. USB-Kabel angesteckt und Daten gezogen – so einfach ist das also heute. Der Fahrer war inzwischen schon woanders und die Techniker checkten den Wagen. 

Etwas verwundert schaute ich mir den Reifenwechsel beim BWT-Team an. Sie hatten Porsche in Rosa. Ich stelle fest, dass ein rosa Porsche zwar absolut auffällt, aber absolut nicht mein Fall ist. Kollegen sagten mir, dass die rosa Farbe sehr gut bei den Fans ankommt. Naja, mein Geschmack ist anders, aber wie heißt es bei uns: Leben und leben lassen. Also zog ich weiter.

Ich schaute mir die Datenanalyse bei anderen Porsches an, die aufgebockt in ihren Zelten standen. Mechaniker diskutierten irgendein technisches Problem, von dem ich sowieso nichts verstand. Sie verstummten, als sie mich mit meiner Kamera bemerkten. Ich beruhigte sie als ich sagte, ich sei mit meiner Kamera auf der Suche nach Bildern und nicht nach Informationen. Also ging die Diskussion weiter. 

Ein Reifenwechsel im Rennen muss schnell und präzise erfolgen und ich schaute mir die zahlreichen Reifen auf ihren Reifenständern an. Manche Profile waren runtergerockt. Die Regenreifen waren noch unberührt. Es hatte in den vergangenen Tagen keinen Tropfen geregnet. Aber die Teams waren auf alle Wetterbedingungen vorbereitet. 

Auch Rennkleidung muss getrocknet werden.

Auch Rennkleidung muss getrocknet werden.

Als ich eine Abkürzung durch die Lkw-Gassen nahm, konnte ich einen Blick hinter die Kulissen werfen. Ich wusste nicht, ob ich mich einfach durch die Lkw-Reihen schlängeln durfte, ich hab es einfach getan. So stand ich bei einem Masseur, der einen Fahrer durchknete. Ich nickte freundlich zu, verzichtete aber auf Fotos, das war mir zu sehr der Privatbereich der Fahrer. Nett fand ich allerdings, als ein Mitarbeiter dass durchschwitzte Renndress und -Anzüge zum Trocken einem Kühler eines Lkw aufhängte. 

Wie klein heute die Kameras sind, die den Wägen befestigt sind, entdeckte ich am Ende. Ich weiß nicht, ob die Kameras das Rennen für interne Zwecke aufzeichnen, oder ob das Bild für eine Übertragung für die Öffentlichkeit gedacht ist. Sowohl an den der Front als auch am Heck befinden sich kleine Videokameras, die das Renngeschehen aufzeichnen. Technik, die begeistert. 

Wertstoffe werden aussortiert.

Wertstoffe werden aussortiert.

Also für mich war dieser Rundgang durch das Porsche-Lager eine absolute Bereicherung. Als Blogger hatte ich wunderbare Geschichten gefunden. In den nächsten Tagen kommen noch weitere Eindrücke. Was bleibt bei mir hängen? Motorsport ist eine Teamleistung. Der Zuschauer sieht in erster Linie nur Fahrer und Auto, doch nur wenn das Team eines Herstellers gelingt, dann kommt es zu sportlichen Höchstleistungen. Ich hatte zudem den Eindruck, dass eine positive Stimmung im Lager herrscht. Das Team arbeitet Hand in Hand und jeder wird auf seine Art gebraucht. Und toll finde ich, dass Motorsport keine reine Männersache mehr ist. Ich habe viele Frauen als Mechanikerin oder Technikerin gesehen – und das gefällt mir sehr gut.