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Eindrücke vom 46. AvD Oldtimer Grand Prix

22. August 2018
Blick ins Fahrerlager des 46. AvD Oldtimer Grand Prix.

Blick ins Fahrerlager des 46. AvD Oldtimer Grand Prix.

Der erste Eindruck vom 46. AvD Oldtimer Grand Prix am Nürburgring war die enorme Lautstärke. Obwohl es sich bei den Rennen nur um Oldtimer handelte, machten die Rennboliden der Vergangenheit einen ohrenbetäubenden Lärm. Es war wie Musik in meinen Ohren. 

Meine Frau und ich waren schwer angetan vom Autorennen.

Meine Frau und ich waren schwer angetan vom Autorennen.

Ich war noch nie auf einem Autorennen und meine Gattin und ich gewannen über die Handschuhfirma Roeckl zwei Eintrittskarten und traten die Selbstfinanzierung Reise in die Eifel an. Beide waren wir neugierig auf das Spektakel Autorennen. Ich muss zugeben, Formel 1 am Fernsehen schaue ich nicht. Das einzige Rennen was mich interessiert ist 24 Stunden von Le Mans. Aber wenn ich schon mal bei einem Gewinnspiel den Eintritt gewonnen habe, dann muss ich es mir schon ansehen. Zudem ist es eine tolle Gelegenheit über meine Eindrücke hier zu bloggen.

Es gab ein umfangreiches Programmheft mit den verschiedenen Rennen. Für mich als Greenhorn eine willkommene Lektüre. Aber was noch wichtiger war: Es gab eine spezielle App für iOS und Android mit Namen Fuelish. Hier wurden live News und Ergebnisse eingespielt. So muss es im 21. Jahrhundert sein und Gratulation den Verantwortlichen für diesen Schritt in Richtung Digitalisierung. 

Das Rennen von den Tribünen und der Jaguar-Lounge 

Meine Frau und ich spazierten über das Gelände und sammelten unsere Eindrücke. Da wir kein spezielles Rennen verfolgen mussten, ließen wir uns treiben und nahmen mal hier und mal dort Platz und sahen uns die vorbeirasenden Autos an. Die verschiedenen Tribünen boten unterschiedliche Sichtweisen auf die Rennstrecke und das Renngeschehen. Sehr schön war auf der Haupttribüne dass im Zieleinlauf die Fans ihre Mützen und Kappen geschwenkt haben und die Fahrer mit Winken antworteten. Hier passt das Verhältnis Sportler – Zuschauer. 

Sehr schön war die Lounge von Jaguar. Bei einem kühlen Getränk nahmen meine Frau und ich auf einer gepolsterten Sitzbank Platz und ließen die Flitzer vorbeifahren. Die Durchsagen über den Rennstand war super zu verstehen und die ganze Atmosphäre passte einfach. Die Lounge war überdacht und schützte uns vor der heißen Sonne und relativ nah an der Rennbahn. So lässt sich das Leben genießen.

Das Schicksal des Ford Shellby Mustang GT 450 beim 46. AvD Oldtimer Grand Prix

Persönlich bin ich ja ein Fan des Ford Mustangs, stoße aber nicht auf Gegenliebe meiner verehrten Gattin. Für mich symbolisiert der Mustang jedes Klischee an Freiheit und Unabhängigkeit und daher schlägt bei einem Oldtimerrennen mein Herz auf jeden Fall für den teilnehmenden Nick Sleep auf einem Ford Shellby Mustang GT 450.

Der Wagen mit der Nummer 27 nahm am Wettbewerb Gentleman Drivers – GT bis 1965 teil und ich fieberte ein wenig mit als der Mustang Runde um Runde an uns vorbeischoß. Er hatte eigentlich keine Chance gegen die Konkurrenz. Und dann brach es mir das Herz. Beim Mustang brach etwas an der Vorderachse. Der stolze Mustang kam zum Stehen und musste von einem Abschleppwagen angehoben und von der Rennpiste gezogen werden. Das hat mir als Mustangfan sehr weg als der Wagen an mir vorbeifuhr. Schade um den GT 450.

Beobachten und aufsaugen

Auf einer Tribüne genossen wir Pommes Schranke mit Curry Wurst, was ich ja sonst nicht esse. Wir genossen das Spektakel und hörten den Motorsportfans bei ihren Diskussionen zu. Einmal wurde ich angesprochen und gefragt, für welches Fahrzeug mein Herz schlagen würde: Das Blaue war meine Antwort und schon war die Diskussion mit mir vorbei. Macht nichts, mir haben sich die Eindrücke eingeprägt. Motoren, Fahrzeuge, angespannte Fahrer, hochkonzentrierte Teams und begeisterte Zuschauer haben bei mir eine Wirkung hinterlassen. Der Geruch von Benzin, von abgefahrenen Reifen, der fantastische Sound – alles findet zueinander. Zwei Tage waren wir auf dem Grand Prix und zwei Tage waren wir am beobachten und aufsaugen.

 

Ganz nah an den historischen Fahrzeuge beim 46. AvD Oldtimer Grand Prix

Faszinierend waren für mich das historische Fahrerlager und das aktuelle Fahrerlager. Zum Glück hatte ich meine Fujifilm X100F dabei und konnte mich ein wenig austoben. Die großen Optiken für die Nikon hatte ich zu Hause gelassen, ich wollte ja genießen und nicht arbeiten. Der Fujifilm schoss feine Reportagefotos ohne große Vorbereitung. Mit dem iPhone X drehte ich ein paar Filme – nichts großartiges, aber Erinnerungen an zwei wunderbare Tage.

Historische Fahrzeuge im Mittelpunkt

Im Mittelpunkt des Interesses waren natürlich die historischen Fahrzeuge. Die Besucher kamen ganz nah an die Maschinen heran, dass es eine wahre Freude war. Wenn die Fahrzeuge von der Rennpiste kamen wurden sie langsam durch das Fahrerlager geschoben – die ideale Möglichkeit zum Fotografieren. Ich habe im Grunde keine Ahnung, welche Fahrzeuge ich vor die Linse bekam, aber ich drückte einfach mal ab. Autofans werden sicher das eine oder andere Auto erkennen. Ich erfreute mich vor allem am Design und den lauten Motoren. Über den historischen Zusammenhang der Fahrzeuge kann ich wenig sagen. 

Eindrücke von den Verkaufsständen

Das offene Fahrerlager bot sehr viele Geschichten und die Stände sorgten für Umsatz. Die Gattin kaufte gleich eine Kopfbedeckung, beide kauften wir Handschuhe bei Roeckl, ich schaute ich mich in Rennbücher um und in den Stand mit Uhren bin ich bewusst nicht gegangen, denn ich spiele ja seit Jahren schon mit einer Heuer Le Mans Uhr. Die Lederjacken sahen prima aus, nur waren in meiner Größe nicht vorhanden und Gott sei Dank sammle ich keine Metallschilder, Aufkleber oder Modellautos, sonst wäre der Besuch ein weiteres Groschengrab für mich geworden. 

Die Boxengasse beim 46. AvD Oldtimer Grand Prix

Höchst interessant war die Boxengasse für mich. Wir konnten beobachten, wie die Rennwägen fit gemacht und eingestellt wurde. Ich bin kein Mechaniker, aber beim konzentrierten Arbeiten an den Rennmaschinen sah ich gerne zu. Das ist hervorragende Teamarbeit. Ich hörte zwei Mitarbeiter zu, die über das Motorengeräusch philosophierten. Mal wurde die Schraube gedreht, dann die andere und immer wieder hörte man zu, wie sich das Motorengeräusch veränderte. Ich gestehe, ich hörte keine wirkliche Veränderung, aber die beiden Experten wissen wohl, was sie getan haben. Ich hörte nur ein klares Brummen des Motors und ein Aufheulen, wenn das Mal mal durchgetreten wurde. Das Ganze zog mich in den Bann und gerne besuche ich mal ein historisches Rennen mit jemanden, der etwas davon versteht und mir mehr erklären kann. Meine Begeisterung ist auf jeden Fall geweckt. 

Wenn der Land Rover am Nürburgring zum Grill wird

16. August 2018
Jaguar mag ich einfach gerne - gesehen am Nürburgring.

Jaguar mag ich einfach gerne – gesehen am Nürburgring.

Ich mag ja die Briten. Trotz Brexit finde ich ihre Art sehr sympathisch – gut, ich liebe die Schotten und ich mag die Briten um ehrlich zu sein. Auf dem 46. Oldtimer Grand Prix am Nürburgring besuchte ich den Stand von Jaguar und ließ mich von den Fahrzeugen inspirieren. Auf der Rennpiste selbst hatte ich mich in einen metallblauen Jaguar verliebt. Später im Historischen Fahrerlager traf ich auf den Flitzer und zeugte meinen Respekt für das wunderschöne Fahrzeug. 

Jaguar hatte am Nürburgring einen eigenen Stand und stellte mehrere Fahrzeuge aus. Im Zentrum stand der Jaguar I-Pace eTrophy, der mich eigentlich gar nicht so interessierte. Mich zog es eher hin zu den Klassikern. Begeistert erblickte ich einen Jaguar XJ 12 der Serie 1. Es war der Wagen von Queen Mum und trug am Kühler noch die entsprechenden Symbole. Ein schönes, würdevolles Auto der Königin Mutter und fest steht: Jaguar baute eindrucksvolle Fahrzeuge. 

Interessant war für mich, dass die Klassiker das Fotomotiv für die Besucher waren. Sie postierten sich vor den historischen Modellen und ließen sich ablichten. Die neue Jaguar-Modelle sind deutlich leistungsfähiger und längst nicht so anfällig, aber das Herz der Besucher schlug eindeutig auf Seiten der Klassiker – mein Herz übrigens auch. 

Die Jaguar Klassiker waren DIE Fotomotive.

Die Jaguar Klassiker waren DIE Fotomotive.

Im hinteren Bereich des Geländes stand das legendäre Concept Car Range Stormer über den ich bereits gebloggt hatte. Und nachdem ein früherer Chef von mir den legendären Range Rover Defender fuhr, trat ich auch einen ersten Land Rover näher heran. Als Filmfan kamen mir sofort die Abenteuerfilme aus den Steppen Afrikas in den Sinn, als ich den grünen historischen Oldtimer entdeckte. 

Irgendwie musste ich an Daktari denken.

Irgendwie musste ich an Daktari denken.

Sagte ich schon, dass ich die Briten mag? Und bei Jaguar wusste ich auch gleich warum. Ich mag das Skurrile der Herrschaften. Am Ende des Standes stand ein Land Rover mit eingebauten Grill. Der Kofferraum des Rovers wurde aufgeklappt und ein komplettes Grillset samt Arbeitsplatten wurde herausgezogen. Zunächst dachte ich, dass der Food-Wagon nur zur Show ausgestellt war – denkste: Im Laufe des Tages wurde der Grill angeschmissen und geladene Besucher wurden verköstigt. Ich gehörte übrigens nicht dazu, ich hab nur zugeschaut. Nette Idee zudem: In Fensterholm sind die Gewürzdosen untergebracht. Also ich mag die Briten. 

Filmtipp: James Bond 007 Skyfall

1. Januar 2013

Bond

James Bond wird alt und spielt damit. So mein Fazit nach dem Betrachten von Skyfall. Als Bond-Fan bin ich mit hohen Erwartungen ins Kino gegangen und wurde nicht enttäuscht. Nach Ein Quantum Trost hatte Bond für mich keine Zukunft mehr, aber Skyfall gibt der ganzen Reihe einen neuen Drive.

Ich muss zugeben: Ich bin kein Fan von Daniel Craig. Er ist zwar ein guter Schauspieler, aber verkörpert für mich nicht den Gentleman James Bond, den ich sehen will. Es ist kein Unterschied zwischen Bond, Jack Bauer aus 24 oder Jason Bourne aus der Bourne Identität. Es fehlt den dargestellten Personen einfach die Klasse. Bauer bleibt einfach Bauer, hat hilft auch ein feiner Zwirn nicht. Craig passt einfach nicht an den Roulette-Tisch in der Sonderverwaltungszone Macao. Er setzt eine Zahl, schaut aber erst gar nicht, ob er gewinnt. Ein Connery hätte gewonnen. Aber so ändern sich die Zeiten.

Erst als ich mich mit Craig abgefunden hatte, konnte ich Skyfall genießen. Realistische Action pur, keinerlei Superwaffen mehr. Toll, die Motorradjagd auf den Dächern des türkischen Bazars. Nach dem misslungenen finalen Rettungsschuss und anschließenden Himmelssturz (Skyfall), begann einer der intimsten Bond-Filme aller Zeiten. Ein Mann ringt mit sich selbst und seiner Geschichte. Das erinnert an den dunklen Rächer Batman, der uns im Sommer im letzten Teil der Batman-Trilogie heimsuchte. Während Batman auf ganzer Linie versagte, schaffte Bond den Spagat zwischen Actionspektakel und glaubwürdigen Zweifel. Das ist sicher das Verdienst von Sam Mendes, der uns schon in American Beauty das Zeitgeist-Psychogeschwätz näher brachte. Die Zeit von Macho-Bond ist wohl vorbei. Das Weltbild gerät ins Wanken, als Silva und Bond bi-sexuelle Anwandlungen haben. Zweitdeutig Bonds Antwort: „Wie kommst du darauf, dass das mein erstes Mal ist?“

Vielleicht ist Bond sogar zu einer Art Muttersöhnen verkommen. Wir haben die Übermutter M und werden sogar ans Grab von James Bonds Eltern Andrew Bond und Monique Delacroix auf denen schottischen Landgut Skyfall geführt.

Ich musste mich auch daran gewöhnen, dass es kein richtiges Bond-Girl in dem Film gibt. Vielleicht lässt sich M als Bond-Girl heranziehen. Die meiste Zeit verbringt Bond in dem Film mit seiner Vorgesetzten M. Ihr wird vorgeworfen, ein Relikt der alten Schule zu sein. Sie komme mit der neuen Zeit nicht klar. Aber Moment: Wurde Bond nicht mit ähnlichen Worten von M in GoldenEye begrüßt, als kalter Krieger. Es hieß damals „a sexist, misogynist dinosaur, a relic of the Cold War“. Noch ein Seitenhieb auf GoldenEye gibt es: Man denke nur an den Kugelschreiber. Ja, so ändern sich die Zeiten.

Im ganzen Film wird mit den Zeitenwechsel gespielt. Ja, ja, die gute alte Zeit. So stirbt der Bösewicht mit einem Messer im Rücken, einer Waffe der alten Zeit des alten väterlichen Freundes Kincaid.

Sicherlich am Eindruchsvollsten ist der Auftritt von Q. Bond hockt in der National Gallery und wartet auf seinen Quartiermeister Q. (Anmerkung: Craig nimmt man es niemals ab, dass er als Bond in eine Galerie geht). Dabei betrachten sie das Abwracken des Segelschiffes HMS Temeraire nach der Schlacht von Trafalgar. Der einst stolze Segler wird von einem Dampfschiff gezogen. Bond ist ein Auslaufmodell, der auch mit der Computertechnik nicht mehr klarkommt. Das wäre Connery oder Moore nicht passiert.

Für mich eine Wohltat war der Titelsong von Adele. Sie erinnerte an goldene Zeiten von Shirley Bassey. Endlich mal wieder ein guter James Bond-Song nach all den Pop-Songs der vergangenen Filme. Adele bringt es, aber leider ist der Score Skyfall von Thomas Newman schrecklich. Ich finde den Score langweilig und uninspiriert, meilenweit entfernt von John Barry. Diesen Soundtrack muss ich nicht haben, zumal – Novum – der Titelsong Skyfall von Adele gar nicht auf der CD enthalten ist.

Nett auch die Anspielungen auf die alten Zeiten, wenn Bond und M in das berühmteste Bond-Auto aller Zeiten steigen, einen Aston Martin DB5. M stößt sich an der Luxuskarosse gleich den Kopf. Das Automobil sei unbequem. Der DB5 leistete treue Dienste in den alten Filmen Goldfinger und in Feuerball, als Bond noch ein ganzer Kerl war. Eigentlich ein schönes Zeitparadox: Der DB 5 erinnert an Filme, die eigentlich noch vor Skyfall spielen. Am Ende des Films bekommt Miss Eve Moneypenny ihren Job als Vorzimmerdame des neuen M. Der übrigens war nicht bei der Marine, wie der M von Connery, sondern kämpfte in einer Spezialeinheit in Nordirland gegen die IRA. So ändern sich auch die Zeiten. Schön die letzte Szene, die auch wieder an die Vergangenheit erinnert. M gibt Bond eine neuen Mappe mit den Worten „Es gibt viel zu tun.“ Auf der Mappe steht Spectre geschrieben und Bond-Fans wissen, es handelt sich um die Geheimorganisation von Ernst Stravo Blofeld, die mit Dr. No begann und sich durch mehrere Bond-Filme zog. Der eigentliche Tod von Spectre war Diamantenfieber, dennoch lebte Blofeld in tödlicher Mission nochmals kurz auf. Vielleicht ist es ein Hinweis auf den nächsten Bond.

Dabei tat sich dieser Bond extrem schwer mit seiner Entstehung. Das MGM-Studio ging pleite. Bond musste aber aufgrund der zahlreichen Product Placement-Verträge unbedingt ins Kino gebracht werden. Schließlich haben Omega, CAT, Jaguar, Heineken oder Provocateur viel Geld hingeblättert, um im Bond präsent zu sein. Vielleicht ist dieses Product Placement die einzige Konstante in den Bond-Filmen, wenn es schon keine Bond-Girls mehr gibt. Alles Gute zum 50. Kinojubiläum Mr. Bond. Nachdem ich schon die umfangreiche Blu ray Box zu Hause habe, warte ich nun auf den 1. März 2013, wenn James Bond 007 – Skyfall auf Blu ray erscheint.