Eindrücke vom 46. AvD Oldtimer Grand Prix

Blick ins Fahrerlager des 46. AvD Oldtimer Grand Prix.

Blick ins Fahrerlager des 46. AvD Oldtimer Grand Prix.

Der erste Eindruck vom 46. AvD Oldtimer Grand Prix am Nürburgring war die enorme Lautstärke. Obwohl es sich bei den Rennen nur um Oldtimer handelte, machten die Rennboliden der Vergangenheit einen ohrenbetäubenden Lärm. Es war wie Musik in meinen Ohren. 

Meine Frau und ich waren schwer angetan vom Autorennen.

Meine Frau und ich waren schwer angetan vom Autorennen.

Ich war noch nie auf einem Autorennen und meine Gattin und ich gewannen über die Handschuhfirma Roeckl zwei Eintrittskarten und traten die Selbstfinanzierung Reise in die Eifel an. Beide waren wir neugierig auf das Spektakel Autorennen. Ich muss zugeben, Formel 1 am Fernsehen schaue ich nicht. Das einzige Rennen was mich interessiert ist 24 Stunden von Le Mans. Aber wenn ich schon mal bei einem Gewinnspiel den Eintritt gewonnen habe, dann muss ich es mir schon ansehen. Zudem ist es eine tolle Gelegenheit über meine Eindrücke hier zu bloggen.

Es gab ein umfangreiches Programmheft mit den verschiedenen Rennen. Für mich als Greenhorn eine willkommene Lektüre. Aber was noch wichtiger war: Es gab eine spezielle App für iOS und Android mit Namen Fuelish. Hier wurden live News und Ergebnisse eingespielt. So muss es im 21. Jahrhundert sein und Gratulation den Verantwortlichen für diesen Schritt in Richtung Digitalisierung. 

Das Rennen von den Tribünen und der Jaguar-Lounge 

Meine Frau und ich spazierten über das Gelände und sammelten unsere Eindrücke. Da wir kein spezielles Rennen verfolgen mussten, ließen wir uns treiben und nahmen mal hier und mal dort Platz und sahen uns die vorbeirasenden Autos an. Die verschiedenen Tribünen boten unterschiedliche Sichtweisen auf die Rennstrecke und das Renngeschehen. Sehr schön war auf der Haupttribüne dass im Zieleinlauf die Fans ihre Mützen und Kappen geschwenkt haben und die Fahrer mit Winken antworteten. Hier passt das Verhältnis Sportler – Zuschauer. 

Sehr schön war die Lounge von Jaguar. Bei einem kühlen Getränk nahmen meine Frau und ich auf einer gepolsterten Sitzbank Platz und ließen die Flitzer vorbeifahren. Die Durchsagen über den Rennstand war super zu verstehen und die ganze Atmosphäre passte einfach. Die Lounge war überdacht und schützte uns vor der heißen Sonne und relativ nah an der Rennbahn. So lässt sich das Leben genießen.

Das Schicksal des Ford Shellby Mustang GT 450 beim 46. AvD Oldtimer Grand Prix

Persönlich bin ich ja ein Fan des Ford Mustangs, stoße aber nicht auf Gegenliebe meiner verehrten Gattin. Für mich symbolisiert der Mustang jedes Klischee an Freiheit und Unabhängigkeit und daher schlägt bei einem Oldtimerrennen mein Herz auf jeden Fall für den teilnehmenden Nick Sleep auf einem Ford Shellby Mustang GT 450.

Der Wagen mit der Nummer 27 nahm am Wettbewerb Gentleman Drivers – GT bis 1965 teil und ich fieberte ein wenig mit als der Mustang Runde um Runde an uns vorbeischoß. Er hatte eigentlich keine Chance gegen die Konkurrenz. Und dann brach es mir das Herz. Beim Mustang brach etwas an der Vorderachse. Der stolze Mustang kam zum Stehen und musste von einem Abschleppwagen angehoben und von der Rennpiste gezogen werden. Das hat mir als Mustangfan sehr weg als der Wagen an mir vorbeifuhr. Schade um den GT 450.

Beobachten und aufsaugen

Auf einer Tribüne genossen wir Pommes Schranke mit Curry Wurst, was ich ja sonst nicht esse. Wir genossen das Spektakel und hörten den Motorsportfans bei ihren Diskussionen zu. Einmal wurde ich angesprochen und gefragt, für welches Fahrzeug mein Herz schlagen würde: Das Blaue war meine Antwort und schon war die Diskussion mit mir vorbei. Macht nichts, mir haben sich die Eindrücke eingeprägt. Motoren, Fahrzeuge, angespannte Fahrer, hochkonzentrierte Teams und begeisterte Zuschauer haben bei mir eine Wirkung hinterlassen. Der Geruch von Benzin, von abgefahrenen Reifen, der fantastische Sound – alles findet zueinander. Zwei Tage waren wir auf dem Grand Prix und zwei Tage waren wir am beobachten und aufsaugen.

 

Ganz nah an den historischen Fahrzeuge beim 46. AvD Oldtimer Grand Prix

Faszinierend waren für mich das historische Fahrerlager und das aktuelle Fahrerlager. Zum Glück hatte ich meine Fujifilm X100F dabei und konnte mich ein wenig austoben. Die großen Optiken für die Nikon hatte ich zu Hause gelassen, ich wollte ja genießen und nicht arbeiten. Der Fujifilm schoss feine Reportagefotos ohne große Vorbereitung. Mit dem iPhone X drehte ich ein paar Filme – nichts großartiges, aber Erinnerungen an zwei wunderbare Tage.

Historische Fahrzeuge im Mittelpunkt

Im Mittelpunkt des Interesses waren natürlich die historischen Fahrzeuge. Die Besucher kamen ganz nah an die Maschinen heran, dass es eine wahre Freude war. Wenn die Fahrzeuge von der Rennpiste kamen wurden sie langsam durch das Fahrerlager geschoben – die ideale Möglichkeit zum Fotografieren. Ich habe im Grunde keine Ahnung, welche Fahrzeuge ich vor die Linse bekam, aber ich drückte einfach mal ab. Autofans werden sicher das eine oder andere Auto erkennen. Ich erfreute mich vor allem am Design und den lauten Motoren. Über den historischen Zusammenhang der Fahrzeuge kann ich wenig sagen. 

Eindrücke von den Verkaufsständen

Das offene Fahrerlager bot sehr viele Geschichten und die Stände sorgten für Umsatz. Die Gattin kaufte gleich eine Kopfbedeckung, beide kauften wir Handschuhe bei Roeckl, ich schaute ich mich in Rennbücher um und in den Stand mit Uhren bin ich bewusst nicht gegangen, denn ich spiele ja seit Jahren schon mit einer Heuer Le Mans Uhr. Die Lederjacken sahen prima aus, nur waren in meiner Größe nicht vorhanden und Gott sei Dank sammle ich keine Metallschilder, Aufkleber oder Modellautos, sonst wäre der Besuch ein weiteres Groschengrab für mich geworden. 

Die Boxengasse beim 46. AvD Oldtimer Grand Prix

Höchst interessant war die Boxengasse für mich. Wir konnten beobachten, wie die Rennwägen fit gemacht und eingestellt wurde. Ich bin kein Mechaniker, aber beim konzentrierten Arbeiten an den Rennmaschinen sah ich gerne zu. Das ist hervorragende Teamarbeit. Ich hörte zwei Mitarbeiter zu, die über das Motorengeräusch philosophierten. Mal wurde die Schraube gedreht, dann die andere und immer wieder hörte man zu, wie sich das Motorengeräusch veränderte. Ich gestehe, ich hörte keine wirkliche Veränderung, aber die beiden Experten wissen wohl, was sie getan haben. Ich hörte nur ein klares Brummen des Motors und ein Aufheulen, wenn das Mal mal durchgetreten wurde. Das Ganze zog mich in den Bann und gerne besuche ich mal ein historisches Rennen mit jemanden, der etwas davon versteht und mir mehr erklären kann. Meine Begeisterung ist auf jeden Fall geweckt. 

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