Le Mans Klassiker: Porsche 917 am Nürburgring

Am Ende meines letzten Tages am Nürburgring am 46. Oldtimer Grand Prix sah ich ihn nun: Den Klassikers des Rennwagens schlechthin: Den Porsche 917.

Der Porsche 917 - der Klassiker schlechthin.

Der Porsche 917 – der Klassiker schlechthin.

Mit dem 917 erreichte Porsche 1970 erstmals den Gesamtsieg beim 24-Stunden-Rennen von Le Mans. Am Nürburgring traf ich auf das Fahrzeug in der Gulf-Racing-Lackierung und es ist für mich der schönste Rennwagen überhaupt. Das liegt natürlich an einem Klassiker des Motorsportfilms Le Mans von 1971 mit dem King of Cool in der menschlichen Hauptrolle Steve McQueen. Der heimliche Hauptdarsteller war der Porsche 917. 

Als ich das erste Mal Le Mans im Kino im Rahmen einer Steve McQueen-Gedächtnisreihe anschaute, war ich verwirrt. Das war nicht das gewohnte Szenario eines Action-Films, wie bei den anderen McQueen-Filmen. Ich verstand den Film zunächst nicht, er war damals langweilig. Ich war klassische Hollywood-Kost gewohnt, suchte nach einer Action-Handlung und bekam nur Autos, die im Kreis fuhren. Nach einer halben Stunden gab es den ersten Dialog. Kopfschüttelnd verließ ich als Jugendlicher das Kino, doch Le Mans blieb in meinen Kopf. Immer wieder kamen mir die faszinierenden Bilder in den Kopf.

Später schaute ich mir den Film auf VHS, dann auf DVD und nun Blu ray an. Der Film ist für mich heute der Motorsportfilm schlechthin und Steve McQueen, der sich für den Film eingesetzt hatte, hat eine großartige Verbeugung gegenüber dem Rennsport geschaffen. Der Film ist ein Rausch: Menschen und Maschinen bis an die Grenze.

Obwohl eine zugegeben recht dünne Story vorhanden ist, zeigt der Film Le Mans etwas anderes: Er zeigt den Rennsport in seiner Anfangszeit als Rennboliden noch von Männern und nicht von Computern gefahren wurden. Der mir unbekannte US-Regisseur Lee H. Katzin, der nach den chaotischen Dreharbeiten eingesetzt wurde, brachte ein wenig Ordnung in den Film, der von Steve McQueen finanziert wurde. 

Der Film drückt dich in den Kinosessel. So dramatische Bilder, spektakuläre Szenen, drastische Schnitte in einem Motorsportfilm hatte man noch nie gesehen und wird man nie wieder sehen. Heute käme CGI zum Einsatz – nicht zuletzt aus Versicherungsgründen. Damals sind die Männer in den Rennmaschinen selbst gefahren und schufen auf Steve McQueens Betreiben ein eindrucksvolles Epos. Ich kann mich heute nicht mehr an den Bilder sattsehen, an dem Klang der Motoren satthören und im Grunde ist es eine atemberaubende Dokumentation geworden. Nach meinen Besuch am Nürburgring musste ich mir den Film einfach wieder ansehen, noch dazu als ich einen Porsche 917 live gesehen hatte. Ich bin gewiss kein klassischer Rennfan, aber der Faszination Le Mans bin ich erlegen. Wenn ist Luft habe, schaue ich mir die Übertragungen aus den Fahrzeugen heute live an – der Le Mans-Film war Auslöser dafür. Das Zitat von Steve McQueen passt: „Rennen ist Leben. Der Rest ist Warten“. Und wenn ich Lust habe, höre ich mir den Soundtrack zum Film von Michel Legrand an, den ich allerdings nicht zu seinen besten Werken zähle.

Beeindruckt vom Film konsumiere ich mir auch die Dokumentation Steve McQueen The Man – Le Mans von 2015 an, der in Netflix zur Verfügung steht. Diese Doku liefert über den Film gute Hintergrundinfos. Noch besser hat mir das Buch Unser Le Mans gefallen. Hier wird über die Freundschaft von Siegfried Rauch und Steve McQueen berichtet und zahlreiche Techniker kommen zu Wort. Ich ärgere mich, dass ich das Buch erst nach dem Tode von Siegfried Rauch gelesen habe. Meine Frau und ich haben einst in der Nähe von Rauch gewohnt und ihn öfters bei unserem Stammitaliener in Penzberg gesehen. Guiseppe hat uns immer einen Platz in der Nähe von Siegfried Rauch gegeben. Wir hatten freundlich genickt, er hat freundlich genickt und wir haben ihn aber in Ruhe seine Pizza essen lassen. Hätte ich das Le Mans-Buch zu seinen Lebzeiten gehabt, hätte ich ihn gestört und um ein Autogramm gebeten. Als Traumschiff-Kapitän oder Bergdoktor konnte ich nichts mit ihm anfangen, als Rennfahrer Erich Stahler fand ich ihn phänomenal. 

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