Natürlich kann eine Band wie Kraftwerk nicht einfach ein Greatest Hits-Album auf den Markt bringen. Nein, es musste im Juni 1991 schon etwas Besonderes sein und so kam es zu The Mix. Die Songs des Albums wurden neu abgemischt, neu arrangiert oder gar neu aufgenommen. Im Oktober 2020 kam The Mix als farbiges 180 Gramm Vinyl in limitierter Auflage auf den Markt und ich musste zuschlagen.
Es gibt eine englische und eine deutsche Ausgabe, wobei ich dieses Mal zur englischsprachigen Vinylscheibe von The Mix gegriffen habe, weil ich die deutsche Ausgabe verpasst habe. Vielleicht habe ich noch die Gelegenheit zum Nachkaufen zum vernünftigen Preis. Zudem höre ich, dass bei der deutschen Ausgabe ein Pressfehler von Warner vorliegt – nach Roboter soll die Platte hängen.
Als Purist habe ich immer meine Probleme, wenn Musikalben remastered werden. Oftmals kommt eine Verschlimmbesserung heraus. Im Falle von The Mix ist es aber eine Verbesserung: Analog wird digital und bei Kraftwerk sprechen wir von elektronischer Musik, die auf digitalem Equipment einfacher fetter und voller klingt. Mein Musiktipp dieser Doppel-LP: Einfach alles.
Wenn von großen Künstlern verlorene Werke auftauchen, dann werde ich hellhörig. In der Musik sind manche Perlen darunter, auch als Zeichnungen von Van Gogh auftauchten, hatte ich spitze Ohren und nun tauchte ein verschollener Asterix-Schatz auf: Der Goldene Hinkelstein
Seit 21. Oktober 2020 gibt es nun diesen Schatz unter dem Titel „Der Goldene Hinkelstein“ zu erwerben und der Egmont-Verlag hat mir freundlicherweise ein Exemplar überlassen. Gleich vorweg: Für den normalen Asterix-Leser wird dieser Band eine Enttäuschung sein – für den fanatischen Asterix-Sammler ist der Hinkelstein eine Offenbarung. Jetzt müsst ihr nur noch entscheiden, zu welcher Kategorie ihr euch zählt. Der Grund für diese Spaltung ist einfach. Beim Goldenen Hinkelstein handelt es sich nicht um einen klassischen Comic, also eine Bildergeschichte samt Text. Es ist vielmehr ein illustriertes Drehbuch für ein Hörspiel. Und das war der Goldene Hinkelstein auch einmal.
Ich habe das 48seitige Heftchen gelesen und via Apple Music das Hörspiel gehört. Wer es ganz einfach haben will, der kann den QR-Code am Ende des Heftes nutzen. Er führt zu den entsprechenden Plattformen, also eine schöne Crossmedia-Idee, die aber leider nur in eine Richtung funktioniert. Leider gibt es keinen interaktiven Comic – also Bild-Geschichte und Hörspiel in einem. Der Verlag hat mir meine Recherchen bestätigt.
Ach ja, um was geht es? Troubadix hat beschlossen, am legendären Gesangswettbewerb für die Barden Gallien teilzunehmen – also eine Art Meistersinger von Nürnberg in Gallien. Der Gewinner wird traditionell mit dem goldenen Hinkelstein ausgezeichnet. Weil auch die Römer großes Interesse an diesem Wettbewerb haben, werden Asterix und Obelix beauftragt den Barden zu seinem Schutz zu begleiten. Also Hardcorefans müssen zuschlagen und kaufen. Wer nur mal ab und zu einen Asterix zur Hand nimmt, kann den Comic im Verkaufsregal liegen lassen und greift besser gleich zum Hörspiel.
Computerwelt war das achte Album von Kraftwerk und es ist aktueller denn je. Dabei spreche ich gar nicht von dem musikalischen Einfluss, den dieses Album auf die Musikgeschichte hatte. Obwohl es im Mai 1981 auf den Markt kam, sind die Texte noch immer aktuell. Zwar haben wir keine Rasterfahndung nach der RAF mehr, aber die digitale Überwachung durch Konzerne und Staaten ist dramatisch geworden. Ich denke, Edward Snowden hat seine Freunde mit Computerwelt, das ja auch auf Englisch, Französisch und Japanisch erschienen ist, wobei ich letztere Version noch nie gehört habe.
Im Oktober 2020 wurde Computerwelt in der musikalischen Fassung von 2009 neu in farbigem Vinyl aufgelegt und als Fan musste ich mir das Album aus den Kling-Klang-Studios natürlich kaufen. Die Musik ist rund vierzig Jahre alt, aber wer Nummern hört, dem zuckt das Tanzbein. Ich erinnerte mich auch sofort an einen Live-Auftritt von Kraftwerk in der Lichtburg in Essen, als mich die Zahlen hinweggefegt haben. Taschenrechner war nett, aber mit Heimcomputer traf die Band meinen Nerv. Ich spielte ein paar Jahren später mit meinem ZX81 und Commodore C64 herum und machte meine ersten Schritte in eine digitale Werk. Was war Kraftwerk doch für eine wegweisende Kapelle gewesen.
Immer wieder stelle ich mir als Musikfan die Frage: Bei welchem Konzert hättest du dabei sein wollen? Es fallen einen spontan viele große Rockkonzerte ein: Elvis TV Special von 1968, Cream in der Royal Albert Hall vom 26. November 1968, California Jam am 6. April 1974 mit Deep Purple und ELP oder ganz gerne Bob Dylan in Newport am 25. Juli 1965, als der Meister die elektrische Gitarre anschloss. Aber bei einem Konzert wäre ich wirklich gerne dabei gewesen: The Last Waltz.
Das war das Abschiedskonzert von The Band. Das fünfstündige Konzert fand am 25. November 1976 (Thanksgiving) im Winterland in San Francisco statt und die Musikgrößen der damaligen Zeit verbeugten sich vor der kanadischen Band, die soviel zur US-amerikanische Musikgeschichte beigetragen hat. Jetzt erschien The last Waltz als limitierte Mediabook-Version mit Bluray, DVD und 28-seitiges Booklet von Christoph N. Kellerbach, den ich vor allem aus dem Horror-Genre kenne. Das Mediabook hat einen netten Goldeffekt, der an die CD-Auflage zum 40. Jubiläum des Konzerts erinnert. Die Bluray kommt in FullHD1080 daher und der Ton liegt als DTS-HD Master 5.1 vor – passend für ein Konzert von 1978. Danke an den Verleih, der mir das Mediabook The Last Waltz zur Verfügung stellte.
Das Konzert ist für mich ein Musst-have. Die erste Garde spielte auf, allen voran mein Meister Bob Dylan, der The Band 1974 als Begleitband buchte und hier mit dem Besuch der alten Dame Respekt zollt. Aus der Geschichte wissen wir, dass in der Postproduktion viel geschraubt wurde. Robbie Robertsons Soli verblassen gegen den großen Eric Clapton und Neil Young hat bei Helpless immer noch Kokain an der Nase hängen. Die Mitglieder von The Band empfanden die Show als Ego-Show für Robbie Robertson und sahen wenig Kohle. Was soll es: Für mich war es ein großartiges Konzert.
Ich war von dem Konzert so begeistert, dass ich mir als Jugendlicher das 3-fach LP-Album einfach holen musste. Das Cover war edel und ich liebte es. Gerne hätte ich damals ein Booklet gehabt, aber die LPs waren nur in sandfarbigen Hüllen. Späte erwarb ich dann die CDs, wobei ich am liebsten die Schuberbox mit Booklet hatte, weil sie das meiste Material enthielt. Das Ding The Last Waltz gibt es auch ohne Schuber aus dem Jahre 2013.
The Band war einfach eine wichtige Band und so entschloss ich mich einen Original Abzug samt Autogramm vom Fotografen Elliott Landy zu erwerben, der gerahmt im Gang zu meinen Arbeitszimmer hängt. Es zeigt die Mitglieder der Band zu Woodstock-Zeiten als man an Big Pig gearbeitet hat. Irgendwie sehen die Typen aus, als ob sie aus einem anderen Jahrhundert stammen.
Über die jüngst veröffentlichte Bluray freue ich mich sehr, obwohl es eigentlich kein neuer Content ist, dafür aber schärfer. Ich sah den Film von Martin Scorsese im Kino und war fasziniert. Kein hektisches Herumschneiden, sondern die Kamera von Michael Chapman hielt einfach drauf und fing die Aura der Musikanten ein. Ich musste mir einfach die Lobbycards gönnen, die auch mal bei mir gerahmt in meinem Jugendzimmer hingen. Das Kinoplakat liegt noch irgendwo in meinem Archiv.
Die VHS-Kassette besaß ich nicht, wohl aber die deutlich schärfere Laserdisk-Version. Später kam noch die DVD The Last Waltz mit schrägen Cover aber achtseitigem Booklet von Robbie Robertson hinzu – und eine Postkarte lag auch bei. Aber jetzt genieße ich erst einmal das Mediabook The Last Waltz.
Das 25. Abenteuer von meinem Lieblingsagenten James Bond scheint unter keinen guten Stern zu stehen. Die Dreharbeiten dauerten länger als erwartet, dann wurde der Kinostart wieder und wieder verschoben. Zeit sich also positiveren Dingen zu widmen. Der Musik in James Bond-Filmen.
Der neueste James Bond-Titelsong von Billie Ellish No Time to die
Die Titelmelodien zu Bond-Filmen sind eine Klasse für sich. Viele Ohrwürmer wurden produziert. Zeit also, eine Liste meiner Lieblingstitelstücke zu erstellen, was absolut schwer ist. Rein subjektiv hier meine persönliche Top Ten:
Shirley Bassey: Goldfinger Sheena Easton: For your Eyes only Louis Armstrong: We have all the Time in the World (obwohl es kein Titelsong ist) Shirley Bassey: Diamonds are forever Nancy Sinatra: You only live twice Tom Jones: Thunderball Carly Simon: Nobody does it better Paul McCartney: Live and Let die Adele: Skyfall Billie Ellish: No Time to die
Kritiker werden bemängeln, dass hauptsächlich frühe Bond-Titelmelodien in meiner Aufzählung zu finden sind. Ausnahme sind die Songs von Adele und Billie Ellish. Zwar sind Madonna, Tina Turner, Sherly Crow oder Duran Duran große Stars, aber die Lieder haben mich nicht gepackt. Und wenn ich ganz ehrlich bin, dann hätte ich Shirley Bassey mit Moonraker auch in meine Top-Ten statt Adele oder Billie Ellish geholt, aber dann hätte mich ganz als alten Mann entpuppt. Billie Ellish ist also die neueste Interpretin und zunächst mochte ich ihr No Time to die überhaupt nicht. Ihre Art des Gesangs und der Interpretation gefiel mir nicht, aber ich habe mich reingehört. Wer den gälischen Namen von Elisabeth trägt, den höre ich gerne zweimal, dreimal zu. An ihren Soprangesang musste ich mich erst einmal gewöhnen – vor allem wenn man so stimmgewaltige Sängerinnen wie Shirley Bassey bei Bond-Lieder mag. So wandelt sich eben die Zeit. Ich mag die Klasse von Sean Connery und finde Daniel Craig einen schlechten Bond-Darsteller, aber ich habe mich an seine rüpelhafte Bond-Interpretation gewöhnt. Ebenso geht es mir mit Billie Ellish und ihrem Flüstergesang. Aber der jüngsten Sängerin eines Bond-Liedes will ich eine Chance geben, aber was mich wirklich aufregt ist, dass Hans Zimmer für das orchestrale Arrangement zuständig war. Und nein, ich mag Hans Zimmer überhaupt nicht und halte ihn für vollkommen überschätzt als Soundtrackproduzenten. Als Geldverdiener hat er meinen Respekt, also Lieberhaber von Scores sicher nicht.
Nun, ich habe mir die Amazon-Sonderedition der Single No Time To Die in durchsichtigen, eisfarbenen Vinyl gekauft, die dann auch ins Archiv zu den anderen Bond-Singles wandert. Und dann beginnt das lange Warten auf den 25. James Bond Film.
Kann elektronische Musik Ohrwürmer hervorbringen? Ja, sie kann es, wie sich wunderbar am Album Techno Pop von Kraftwerk aus dem Jahre 1986 zeigen lässt. Kaum höre ich die ersten Klänge der Songs der ersten Seite Boing Boom Tschak – Techno Pop und Musique Non-Stop so ist es um mich geschehen.
Ich bekomme die Musik von Techno Pop nicht mehr aus dem Kopf. Das lag sicherlich daran, dass Musique Non-Stop ein computeranimiertes Video hatte, das bei MTV damals rauf und runter gespielt wurde und sich in meinem Kopf einnistete. Vielleicht begann damals auch mein Interesse für Computeranimation, das mich später zu einem Beruf führte.
Daher war es eine Selbstverständlichkeit, dass ich mir dieses Ohrwurm-Album Techno Pop auf Vinyl zulegen musste, nachdem eine Sonderausgabe der Kraftwerk-Alben in farbigen Vinyl im Oktober 2020 erschien. Techno Pop kommt in weißem Vinyl daher.
Diesen Sommer war ich viel mit dem Fahrrad unterwegs. Und wenn ich meine Runden drehte, hatte ich Kraftwerk im Ohr. Das Album Tour de France.
Die erste Disk ist in Blau, die zweite in Rot.
Einst hieß das Album noch Tour de France Soundtracks, jetzt ist es unter Tour de France erhältlich – und es gibt eine Neuauflage der 180 Gramm-Vinyl-Ausgabe in Blau und Rot und natürlich limitiert, um den Preis nach oben zu treiben. Als Fan der deutschen Musikrevolutionäre musste ich mir die limitierte Ausgabe Tour de France natürlich gleich besorgen. Es handelt sich um die musikalischen Ausgabe des Jahres 2009. Ralf Hütter hat lediglich das Booklet überarbeitet.
Tour der France war das letzte offizielle Studioalbum und stammt aus dem Jahr 2003. Fans wissen, dass bereits 1983 eine Single zu Tour de France veröffentlicht wurde. Kraftwerk-Guru Ralf Hütter und das damalige Mitglied Karl Bartos waren ja große Radfahrer vor dem Herrn.
Dies ist ein Gastbeitrag von meinem Freund Walter Killi, der selbst Bahnexperte ist und über 30 Jahre an der Hochschule München lehrte:
Prof. Dipl.-Ing. Karl-Dieter Bodack, der Verfasser dieser lesenswerten Autobiographie ist in Eisenbahnerkreisen und weit darüber hinaus kein Unbekannter: Er ist u.a Autor des inzwischen vergriffenen Werks „InterRegio. Die abenteuerliche Geschichte eines beliebten Zugsystems“ und Verfasser von zahlreichen Aufsätzen, erschienen in allen namhaften Fachzeitschriften des Eisenbahnwesens als auch in populärwissenschaftlichen Zeitschriften, die sich mit Bahn- und Verkehrswesen befassen. Das Layout dieser Autobiographie Ein Leben mit Spuren: Als Anthroposoph bei der Deutschen Bahn ist ungewöhnlich: In schwarzer Schrift beschreibt sie in 66 Kapiteln die zahlreichen Stationen des beruflichen und privaten Werdegangs des Autors und seines Wirkens. Es erstaunt: wie vielfältig und unterschiedlich sind doch die Begabungen dieses Autors! Die einzelnen Kapitel können unabhängig voneinander gelesen werden. In blauer Schrift schließen sich an jedes Kapitel in der Regel Erkenntnisse und Schlussfolgerungen an, die Allgemeingültigkeit besitzen. Er erläutert dort näher seine Lebensphilosophie, die Grundlage seiner Überlegungen und Handlungen darstellt. Eine zentrale Rolle im Denken von Prof. Bodack nimmt ein Hauptwerk Rudolf Steiners – des Begründers der Anthroposophie – ein, nämlich „Die Dreigliederung des Sozialen Organismus“. Die Abschnitte in blauer Schrift sind darüber hinaus eine Art Handreichung, wie Erkenntnisse der Anthroposophie in der dienstlichen Arbeitspraxis, in der Unternehmensführung, aber auch in der persönlichen Lebensgestaltung gewinnbringend umgesetzt werden können.
Prof. Bodack war Zeit seines Lebens ein begeisterter Eisenbahner, hat es dem Unternehmen DB AG aber nicht immer leicht gemacht, mit ihm auszukommen! So sparte er nicht mit Kritik, wenn er der Meinung war, daß die Bahn durch die Politik ihres eigenen Vorstands Schaden erleidet. Von Anfang an war er ein engagierter Gegner von Stuttgart 21, ein unermüdlicher Streiter gegen die nach seinen Ermittlungen zu weit gehenden Streckenstilllegungen, die im Rahmen des Projekts „betriebswirtschaftlich optimales Netz“ umgesetzt wurden.
In den Jahren von Dr.-Ing. Reiner Maria Gohlke als Vorsitzenden des Vorstands der DB fand Prof. Bodack einen einflußreichen Fürsprecher, von dem er oft als Berater für den Personenverkehr gehört wurde.
Prof. Bodack hat zahlreiche Spuren im Gedächtnis und Erscheinungsbild der DB hinterlassen. Es ist unmöglich, hier auch nur die wichtigsten aufzuzählen! Wo es seiner Überzeugung entsprach, hat er die Bahnverwaltung massiv kritisiert, so bei den Streckenstilllegungen und bei Stuttgart 21. Eine Persönlichkeit wie er hat der Bahn gut getan, da er mitzuhelfen versucht hat, ihre meist verkrusteten und unbeweglichen Verwaltungsstrukturen aufzubrechen. So verkörperte er schon früh das Erscheinungsbild eines zeitgemäßen Beamtentums, wie es sich nun allmählich durchzusetzen beginnt!
Die Autobiographie Ein Leben mit Spuren: Als Anthroposoph bei der Deutschen Bahn zeichnet das Bild einer interessanten und eigenwilligen Persönlichkeit, die sich schwer in ein Schema einordnen läßt. Die Hauptmerkmale seiner Persönlichkeit sind: seine Vielseitigkeit, begründet in seinen verschiedenen und ganz unterschiedlichen Begabungen, die Ausrichtung seiner beruflichen und privaten Tätigkeiten an Erkenntnissen der Anthroposophie, die für unsere Gegenwart interpretiert wird und als überzeugter „Eisenbahner“ besonders sein bedingungsloser, mutiger Einsatz für die Bahn der Zukunft, wie er sie sich zusammen mit anderen Visionären vorstellt; nicht zuletzt seine Menschlichkeit, die Achtung seiner Mitmenschen!
Was wird unvergesslich bleiben vom beruflichen Wirken Prof. Bodacks bei der DB AG? Sein Engagement bei der Entwicklung des sehr erfolgreichen InterRegio-Zugsystems, dessen Erscheinungsbild er maßgeblich mit gestaltet hat, sein mutiger Einsatz gegen die seiner Meinung nach zu weitgehenden Strecken-Stilllegungs-Pläne des Vorstands der DB und seine Protest gegen das Projekt „Stuttgart 21“, das nicht nur er für eine Fehlentscheidung hielt und hält. Für die Fertigung der InterRegio Wagen wurde mit der PFA-Weiden ein neuer Typ eines DB-Ausbesserungswerks geschaffen, das sogar international Beachtung fand. Die erfolgreiche Durchführung der Arbeiten in sogenannten Meisterfamilien geht auf seine Ideen zurück.
Die Anthroposophische Gesellschaft in Deutschland hat ihm die Gründung und weitgehend auch die Gestaltung der Waldorfschule in Gröbenzell im bayerischen Landkreis Fürstenfeldbruck zu verdanken.
In einem eigenen, besonders lesenswerten Kapitel beschreibt Prof. Bodack Planung und Bau des Wohnhauses für seine eigene Familie in Gröbenzell. Losgelöst vom üblichen einfallslosen Schema moderner Architekturen entwarf er einen im wahrsten Sinn organischen Bau, der sich harmonisch seiner natürlichen Umgebung anpasst und die Fassaden an die unterschiedlichen Bedingungen der vier Himmelsrichtungen ausrichtet. Jeder Raum erhielt eine individuelle Gestalt, die den Bedürfnissen der jeweiligen Bewohner entsprechen. Entstanden ist das Meisterwerk eines Einfamilienhauses mit Einliegerwohnung, das zweifelsfrei neue Maßstäbe für zeitgemäßes Wohnen setzt. Ein Wunsch- und Traumhaus jeder Familie!
Diese Autobiografie Ein Leben mit Spuren: Als Anthroposoph bei der Deutschen Bahn vermittelt das Bild einer Persönlichkeit, die es verstanden hat, ein selbstbestimmtes Leben zu führen und im Berufsleben unerschrockene Zivilcourage bei der Durchsetzung seiner Einsichten zu zeigen. Die Lektüre dieses Werkes verspricht ein unterhaltsames und zugleich belehrendes Lesevergnügen, das ich nicht nur Eisenbahnern als Leser uneingeschränkt empfehlen kann. Walter Killi
Info: 2019 Info3-Verlagsgesellschaft Brüll & Heisterkamp KG, Frankfurt am Main, ISBN 978-3-95779-103-0
Wir schreiben das Jahr 1978 und meine musikalische Welt hat sich schlagartig verändert. Ich hörte zum ersten Mal als Jugendlicher mit zehn Jahren das Lied Die Roboter und war ein Fan von Kraftwerk. Über die Band wusste ich damals nichts. Ich hatte mir die Single gekauft und spielte diesen neuartigen elektronischen Sound auf meiner Universum-Kompaktanlage rauf und runter. Das Album Mensch-Maschine wurde am 19. Mai 1978 veröffentlicht.
Kraftwerk in Rot
Im Laufe der Jahre eröffnete mir Kraftwerk einen komplett neuen Sound und einen anderen Zugang zum Musikverständnis. Durch die Roboter bin ich Kraftwerk-Fan geworden und bis es bis heute geblieben. So war es für mich eine Selbstverständlichkeit die wiederaufgelegte Vinyl-Serie der Kraftwerk-Alben zu erwerben. Den Start machte ich mich Die Mensch-Maschine, quasi als Verbeugung an meinen Start meiner Liebe zu dieser deutschen Kapelle.
Die 2020 aufgelegte Version entspricht musikalisch der Abmischung von 2009, die als CD in meinem Besitz ist. Neu an der Version ist das rote 180 Gramm Vinyl und sie ist Teil einer Serie: Es gibt insgesamt die sechs deutschen LPs und die acht UK-LPs als limitierte Sonderauflage – wie hoch die Aufgabe ist, weiß ich allerdings nicht. Die Gestaltung der Kraftwerk Alben wurde von Ralf Hütter konzipiert und produziert. Zudem hat das Album ein illustrierten Booklet – die Bilder sind freilich alle bekannt. Über die Mensch-Maschine zu schreiben ist wie Eulen nach Athen zu tragen. Wer bis heute nichts von Kraftwerk mitbekommen hat, dem ist musikalisch auch nicht mehr zu helfen. Inhaltlich beschäftigt sich das Konzeptalbum mit der Zukunft. Fritz Lang lässt per Metropolis grüßen. Spacelab ist der geniale Live-Titel von Stuttgart samt Alexander Gerst. Die sechs Titel des Albums, darunter auch „meine“ zweite Kraftwerk-Single das Model sind Klassiker.
Im Moment beschränke ich mich auf den Kauf der deutschen Alben – die englischen Alben waren nie meine erste Wahl. Zug um Zug werde ich meine farbigen Kraftwerk-Einkäufe vorstellen. Also hier: Die Mensch-Maschine (German Version)(Colored Vinyl)
Was war das für ein Erlebnis, als ich Toy Story zum ersten Mal 1996 im Kino sah! Der erste voll computeranimierte Spielfilm, zudem mit einer genialen Story. Meine Leidenschaft für Pixar war geboren und sie hält bis heute an. Kreativ wurde der Film von John Lasseter gestaltet, den ich mehrmals treffen durfte. Aber zustande kam der Film, weil Steve Jobs an die Vision der Pixar-Kreativen glaubte. Am 5. Oktober 2011, also vor neun Jahren verstarb Steve Jobs. Er ebene den Weg für Pixar zu Disney und veränderte wieder einmal die Welt.
Jobs kaufte Pixar aus der Special-Effects-Schmiede ILM von George Lucas für billig Geld heraus, weil Star Wars George gerade eine Scheidung finanzieren musste. Jobs griff zu und ließ die Kreativen auf ihren 117 Sun SpaceStations 20 rendern. Heraus kam der erste abendfüllende computeranimierte Film, der mir die Sprache verschlug. Jobs sah die Zukunft des Animationsfilms voraus und wurde zum vielfachen Millionär. Das Sterben des klassischen Zeichentrickfilms war damit eingeläutet. Als ich den wegweisenden Film im Kino sah amüsierte ich mich köstlich über die zahlreichen Anspielungen. Toy Story war so voller Ideen, so erfrischend und zeigte, was eine gute Story leisten kann. Meine Lieblingsanspielungen sind freilich der Teppich in Kubricks Shining-Muster und der Utah Teapot, das Wahrzeichen der Animationsbranche. Zum neunten Todestag von Steve Jobs werde ich mir Toy Story wieder ansehen und wie am ersten Tag genießen.