Archive for the ‘Medien’ Category

Buchtipp: Art of Atari von Tim Lapetino

2. März 2017
Als 8-Bit Fan liebe ich Atari.

Als 8-Bit Fan liebe ich Atari.

Kennt ihr das auch noch? Als Jugendlicher lag ich auf meinem Sofa und hatte das Cover einer Langspielplatte in der Hand, während sich die Vinylscheibe auf meinem Dual-Plattenspieler drehte. Ich vertiefte mich in das Cover, las die Texte, studierte die Mitwirkenden und versank in meine Gedankenwelt. Ähnlich ging es mir als Kind, als mir meine Eltern das Videospielsystem VCS Atari 2600 kauften.
Wenn der heimische Grundig-Fernseher von meinen Eltern für eine TV-Sendung wie das laufende Band oder der blaue Bock besetzt war, saß ich auf dem Sofa und schaute mir die Verpackungen der Videospiele an. Spielen konnte ich ja nicht, weil der Fernseher von meinen Eltern blockiert war. Ein eigenes TV-Gerät hatte ich nicht, das bekam ich erst später von meiner Großmutter geschenkt. Ich versank also in meine Traumwelt und malte mir Abenteuer aus. Die Inspiration lieferten mir die Cover der Atari-Spiele. Ich spielte Tennis, sprang über Dschungelgruben, eroberte den Weltraum, schlug Schlachten mit meinen Raumschiff oder wehrte feindliche Aliens an. Ich liebte Videogames aus der 8-Bit Ära und ich liebe sie heute noch.
So war es für mich eine Selbstverständlichkeit als Retro-Gamer, dass ich mir sofort nach Erscheinen das Buch Art of Atari anschaffte. Es war wie eine Reise in meine Jugend, als ich auf dem Sofa das schwere Buch durchblätterte. Im Vorwort von Ernest Cline lese ich, dass das Spielecover sich mit dem digitalen Spiel verbinden und er hat recht. Gefiel mir das Cover nicht, gefiel mir das Spiel in der Regel auch nicht. Aber auch ein gutes Cover kann ein schlechtes Spiel nicht retten – ET sei als Beispiel genannt.
Die Geschichte von Atari wird in diesem Buche zum wiederholten Male erzählt. Die Geburt ist bekannt, wichtig waren mir die alten Bilder. Pong-Werbung in der Frühzeit, alte Arcademaschinen mit Knöpfchen, Bushsnell hier und Bushnell dort. Die beiden Steve bei Atari (leider ohne neuem Bildmaterial) sind auch bekannt. Wenn ich ehrlich bin, interessiere ich mich nur für das 2600-Gerät. Das 5200 Supersystem war mir zu teuer und das Atari 7800 Prosystem kam für mich zu spät. Ich war bereits auf den C64 umgestiegen und holte meinen Atari 2600 erst Jahre später wieder aus dem Keller. Atari XE kannte ich nicht, dafür liebte ich meinen Atari Lynx-Handheld (der einen enormen Batterienverbrauch hatte) und trotz 64 Bit kam mir Jaguar nie ins Haus.
Für mich interessanter war der Blick in die Designabteilung. George Opperman war beispielsweise einer meiner Helden, die ich nie mit Namen kannte. Aber ich kannte seine Kunst – ich kannte das legendäre Atari-Logo. Noch heute liebe den Schriftzug mit den drei Streifen.

Natürlich darf die Geschichte von ET nicht fehlen.

Natürlich darf die Geschichte von ET nicht fehlen.

Und dann kommen wir endlich zu den Spielen. Eines meiner ersten Games war Air-Sea-Battle. Das Cover war Action pur. Düsenjäger greifen Kriegsschiffe an – Krieg. Raketen steigen auf, ein U-Boot taucht ab. Extreme Dynamik in einem Bild vereinigt. Das Bild wurde von Cliff Spohn gezeichnet und prägte sich in mein Gedächtnis ein.

Air-Sea-Battle

Air-Sea-Battle

Eine Zeitlang mochte ich Autorennen ganz gerne. Es waren im Grunde Striche, die sich innerhalb anderer Striche bewegten. Als Sound gab es Brummen. Das ganze Spiel spielte sich auch im Kopf ab. Schumacher hab es noch nicht, Nikki Lauda war mein Held.

Star Ship

Star Ship

1977 kam Star Wars – Krieg der Sterne in die Kinos und ich brauchte unbedingt ein Weltraumspiel. Empire strikes back kam erst Jahre später auf das Atari 2600 und so blieb mir für Weltraumschlachten das Spiel Star Ship. Zwischen Planeten lieferten sich Raumgleiter schwere Kämpfe – genau meine Welt und wieder lieferte Cliff Spohn das Cover. Da war es an der Zeit, endlich was über Cliff Spohn zu lesen. Der Mann, der die visuelle Games meiner Kindheit geprägt hatte. Der Illustrator machte mir damals Lust auf die Spiele, wobei ich die klassischen Sportspiele nicht mochte. Basketball ist zwar schön gezeichnet, reizt mich aber noch immer nicht zu spielen.

Basketball

Basketball

Das Buch zeigt auch die Version von Superman. Der Film mit Brando kam 1978 in die Kinos und ich wollte unbedingt als Kind die erste lizensierte Videospielversion eines Films haben, hatte es aber damals in keinen meiner Spieleläden bekommen. Amazon und Online-Handel hab es noch nicht. Vielleicht erfülle ich mir heute noch den Wunsch, den Stählernden, wie er damals hieß, als Videogame zu kaufen. Das Spielprinzip habe ich allerdings auch heute nicht verstanden, aber das Cover war cool.

Asteroids

Asteroids

Und so gab es viele Covers und damit Spiele, die ich liebte: Asteroids war der Hammer. Stundenlang, tagelang spielte ich das Dreieck und zerstörte digitale Felsbrocken. Das Cover des Spiels mit dem einsamen Raumschiff inmitten von Asteroiden war super spannend. Ich stellte mir vor, wie ich der Captain dieses Schiffs war und mir mit Laserwaffen den Weg bahnte.

Missile Command

Missile Command

Und dann war da noch in der Hochphase des Kalten Krieges das Spiel Missile Command. Von einem versteckten Bunker feuerte ein Soldat der Zukunft Atomwaffen auf Städte ab. Eine Frau schaut ihn dabei über die Schulter. Brutaler und kaltblütiger geht es wohl nicht. Die Aufgabe war es, die anfliegenden Atomraketen abzufangen. Jahre später war mit dem Raketenabwehrsystem Roland und den Raketen von Saddam Hussein aus dem Spiel Wirklichkeit geworden. Als Kind faszinierte mich das Cover, das im Buch auf einer Doppelseite abgebildet ist. George Oppermann schuf wiederum das Bild.

Kompletter Schrott: ET

Kompletter Schrott: ET

Als Kind wusste ich nicht, welchen Klassiker ich mit Vanguard in der Hand hielt. Es war ein Raumschiff, dass durch ein Tunnelsystem flog und gegen Welle um Welle von Fieslingen kämpfen musste. Das Design des Covers stammte von Ralph McQuarrie. Ohne diesen Mann hätte es Star Wars, Unheimliche Begegnung oder ET nicht gegeben. Ein absoluter Klassiker des Spieledesigns wurde hier geschaffen. Mein Wunsch ist es, ein Originalcover zu ersteigern. Nun, dem Buch liegt zumindest ein schöner Druck einer Collage von Cliff Spohn bei – und es gibt von Steam 100 Atari Spiele zum Download, der Code liegt ebenso dem Buch bei.
Wer das Buch Art of Atari von Tim Lapetino noch bekommt, sollte unbedingt zugreifen.

Hier das Unboxing-Video:

Buchständer aus Acryl

1. März 2017
Große Bücher brauchen bei mir einen Buchständer, damit ich sie lesen kann.

Große Bücher brauchen bei mir einen Buchständer, damit ich sie lesen kann.

Ich liebe Bücher, aber was genau macht ein Buch aus? Wir haben bei uns zu Hause folgende Regel: Romane und Fachbücher kaufen wir als Amazon Kindle. Bücher nehmen mir zu viel Platz weg und Romane lese ich in der Regel nur einmal. Fachbücher in meinem Bereich veralten sehr schell. Also das Zeug kommt digital daher.
Foto-, Film- und vor allem Kunstbücher kommen als gedrucktes Werk ins Haus. In der Regel kaufe ich ein bis zwei dieser Wälzer pro Woche und bin begeistert. Ich liebe diese Art von Büchern, habe aber ein Problem, diese Bücher zu lesen. Grund: Sie sind zu groß und sie sind zu schwer. Ich kann nicht im Bett liegen oder auf dem Sofa herumlümmeln und so ein schweres Werk lesen. Das ist zu unhandlich und zu unbequem. Also kommen die Wälzer auf den Tisch und biegen dort auseinander. Das gefällt mir auch nicht. Also musste ein Buchständer her. Es gibt eine riesige Auswahl. In der Küche haben wir eine Buchständer aus Metall, die einen Hahn zeigt. Meine Frau sammelt Hähne und wir verwenden diese Buchstütze sehr oft beim Kochen.

Der Hahn hält das Kochbuch.

Der Hahn hält das Kochbuch.

Ich fand meine Buchständer bei meinem Lieblingsverlag Taschen. Taschen produziert einen Teil meiner hochwertigen Bücher und ist für mich ein regelrechtes Groschengrab. Die Bücher sind absolut wunderbar und – zugeben irrsinnig teuer. Taschen hat für uns Normalsterbliche einen Buchständer aus Acryl herausgebracht und seit Jahren im Angebot.

Nun habe ich endlich zugeschlagen und es nicht bereut. Zugeben, ich war zunächst zu doof den simplen Ständer aufzubauen, wie man in dem Unboxing-Video sieht. Aber nun steht das Ding auf dem Beistelltischen im Wohnzimmer und ich kann faul vom Sofa aus meine Bücher lesen und betrachten. Also klare Kaufempfehlung für den Buchständer – eben ein Firstworldproblem.

Buchtipp: Compendium von Michael von Hassel

28. Februar 2017

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Irgendwie gehören Zufälle zum Leben. Ich hatte einen Termin mit der Mutter und traf auf den Sohn, der mich enorm beeindruckte. Michael von Hassel ist einer der große Fotokünstler in Deutschland und sein Werk fasziniert mich enorm.
Ich hatte einen geschäftlichen Termin mit Anne-Marie von Hassel. Sie ist Verlegerin der Bayerischen Gemeindezeitung und zusammen mit ihren Töchtern wollten wir über ein Konzept sprechen. Ich fand bei dem Termin aber nicht gleich den richtigen Eingang zum Gebäude. Vor dem Haus parkte ein Lieferwagen und ein junger Mann wuchtete gut verpackte Bilder in das Fahrzeug. Wir kamen ins Gespräch, wen ich denn suchte und er stellte sich mir als Michael von Hassel vor. Prima, er zeigte mir den Weg zu seiner Mutter und seinen Schwestern und kamen kurz ins Gespräch. Er fotografiere ein bisschen, sagte er untertrieben. Ich schaute mir die Fotos an und war fasziniert. Es waren HDR-Bilder, die mich berührten. Gerne hätte ich mich mehr mit Michael von Hassel unterhalten, aber er bereitete eine Ausstellung von Wiesn-Bildern am Münchner Marienplatz vor. Zudem hatte ich ja einen Termin mit der Mutter wegen einer geschäftlichen Angelegenheit.
Wieder zu Hause bestellte ich mir sofort das Buch Compendium von Michael von Hassel und vielleicht habe ich ja mal die Gelegenheit zu einem Interview mit dem großartigen Künstler.


Die optische Kraft seiner Fotos ist gewaltig. Und damit beginnt schon die Diskussion. Sind es überhaupt Fotos, oder sind es vielmehr Bilder? Gibt es überhaupt einen Unterschied? Nun jedes Foto ist ein Bild, aber nicht jedes Bild ein Foto. Egal – auf jeden Fall schweigt sich Michael von Hassel über seine spezielle Fototechnik aus. Fest steht, es sind HDR-Bilder – High Dynamik Range. Dadurch erhalten die Aufnahmen einen gewissen Drama-Faktor. Farben und Kontraste werden extrem betont, wenn nicht gar überbetont. Die Fotos werden wuchtiger, kraftvoller – und ja, auch wenig kitischiger. Es ist von allem ein wenig zuviel und in der Kombination miteinander im Adobe Lightroom oder Adobe Photoshop ist gelungen. Michael von Hassel nennt seine Art zu fotografieren hyperrealistisch. Der gelernte Banker und studierte BWLer begann ganz klassisch in Schwarzweiß, wechselte aber schnell zur Farbe und ist dabei geblieben. Für seine Arbeiten bekam er allerhand Preise – und dies zurecht.


Die Bilder sind durch die HDR-Technik extrem kontrastreich. Das vorhandene Licht wird verstärkt, die Farben betont – ein Meer von Licht und Farbe hätte es Juliane Werding genannt. Durch diesen Hyperrealismus kommen die Details verstärkt zum Vorschein. Die Bilder fesseln, der Zuschauer entdeckt beim Betrachten immer wieder etwas Neues.
Ich bin Michael von Hassel sehr dankbar. Zum einen natürlich für seine Bilder, die mich faszinieren. Zum anderen danke ich ihn für seine Inspiration. Aufgrund seines Buches Compendium habe ich wieder zu fotografieren begonnen. Dafür recht herzlichen Dank.

Storytelling mit StoryCubes

24. Februar 2017

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Bei meiner Vorstellung in Seminaren erzähle ich manchmal, dass ich Geschichtenerzähler sei. Neudeutsch heißt die Sache Storytelling und es wird heute ein großes Brimborium herum gemacht. Als Journalist habe ich gelernt, Geschichten zu erzählen und als Blogger liebe ich es noch immer, Geschichten zu sammeln.
Für mich ist es entscheidend, mit Menschen ins Gespräch zu kommen. Gute Reportagen haben immer etwas mit Menschen und ihren Geschichten zu tun. Dazu gehören auch Fotos: Für mich muss ein gutes Foto auch eine Geschichte erzählen. Ein Foto ist nicht nur Illustration, sondern sollte ein eigenständiges Werk sein. Deshalb sammle ich mit Begeisterung auch Bücher von guten Fotojournalisten.
Um die grauen Zellen zu trainieren und Kreativität zu fördern, sitze ich gerne im Straßencafe und denke mir Geschichten über vorbeiziehende Leute aus. Das fordert den Geist. Die Menschen flanieren an einem vorbei und ich betrachte sie und denke mir eine Geschichte aus, die vielleicht zu ihnen passt. Die ganze Sache macht Spaß.
Um Storytelling, Verzeihung Geschichten erzählen, zu erlernen, hab ich ein neues Spielzeug. Zu Weihnachten bekam ich über das Weihnachtstwicheln in Twitter von @greencray ein schönes Geschenk. Es sind StoryCubes. Eine kleine Schachtel enthält neun Würfel. Die haben auf jeder Seite unterschiedliche gezeichnete Bilder. Nach dem Würfeln beginnen die grauen Zellen zu arbeiten. Die Aufgabe ist, die Bilder in einer Bildergeschichte zu ordnen und dazu eine Geschichte zu erzählen. Es hat unserer Familie einen riesigen Spaß gemacht und K1/2 hat es geholfen, mit Sprache umzugehen und sicherer in Formulierungen zu werden.
Immer wieder spiele ich mit den StoryCubes auch alleine. Ich erfinde Geschichten für mich allein. Da ich viel auf Reisen bin und an Bahnhöfen oder Zügen meine Zeit totschlagen muss, spiele ich mit den StoryCubes am iPhone und iPad auf der entsprechenden App. Wenn mir die Geschichte gut gefällt, mache ich einen Screenshot und sende ihn meinen Kindern. Zusätzlich gibt es die Geschichte als Audiofile.
Vielleicht mache ich aus den Geschichten einen kleinen Blog. Meine Frage: Besteht daran Interesse? Bestehen an diesen Geschichten Interesse?
Hier das Beispiel vom Storytelling heute morgen. Jede Geschichte beginnt natürlich mit: Es war einmal …

Hier eine Geschichte
Also: Es war einmal ein altes Gemäuer. Über den Bauten thronte ein Turm, ein hoher, alter Turm. In diesem Turm wohnte ein einsamer, alter Mann. Vielleicht war es ein Zauberer, vielleicht war es ein Eremit – keiner weiß es mehr. Dieser Mann lebte im Einklang mit der Natur. Er war umgeben mit Pflanzen und Insekten. Seine Blumen zogen die Bienen der Umgebung an. Irgendwann wollte es der Mann bequemer haben und er machte sich auf die Suche nach einer neuen Bleibe. Es war einfach zu mühsam, dass Wasser in den Turm zu schleppen. Er suchte und suchte und er fand ein modernes Hochhaus. Er zog in den obersten Stock, hatte eine moderne Wohnung mit fließendem Wasser und allerlei Bequemlichkeiten. Die Wohnung war schön geschnitten, alles war gerade und nicht so schief wie in seinem alten Turm. Es gab sogar elektrisches Licht. Der Mann war zufrieden. Doch als er so lebte, überlegte er, dass ihm etwas fehlt. Seine Bienen, seine Natur, die ihn immer umgeben hatte. Ihm kamen die Zweifel, ob der Umzug das Richtige gewesen war.

Die Würfel sind gefallen und ich erfinde eine Geschichte.

Die Würfel sind gefallen und ich erfinde eine Geschichte.

Soweit die Geschichte anhand der StoryClubes. Vielleicht fällt euch ja eine andere Geschichte ein. Vielleicht probiert ihr das Spiel einmal selbst aus. Mir macht es Spaß und es trainiert die grauen Zellen. In der App-Version lassen sich noch Erweiterungen dazu kaufen und somit andere Geschichten erzählen.
Für mich aber die Frage: Ist jemand an einem Blog mit solchen Geschichten interessiert?

Digitales Erbe – hast du es eigentlich schon geregelt?

20. Februar 2017
Wer trauert, denkt nicht unbedingt an den digitalen Nachlass.

Wer trauert, denkt nicht unbedingt an den digitalen Nachlass.

Digitales Erbe – klingt komisch, ist aber heute enorm wichtig. Wir kennen das klassische Erbe wie Haus, Hof, Auto, Geld, aber was ist nun digitales Erbe? Von über 2.000 Befragten haben fast 1.960 Personen ihren digitalen Nachlass nicht geregelt. Das zeigt eine repräsentative Umfrage von YouGov im Auftrag der DEVK Versicherungen. Ich beschäftige mich jetzt schon eine Zeitlang mit diesem Thema und halte immer wieder Seminare und Vorträge zu diesem Thema. Ich halte dieses Thema für einen wichtigen Beitrag zum Verbraucherschutz. Morgen halte ich dazu ein mit 50 Gästen ausgebuchtes Seminar, aber weitere werden folgen. Wer Interesse hat, sollte sich bei mir melden.

Was passiert mit meinen digitalen Daten?

Was passiert eigentlich mit meinen digitalen Daten wie Facebook, Twitter oder der Zugang zu diesem Blog. Meine Frau und K1/2 erben zwar diese Daten, aber haben sie auch die Zugänge zu meinem digitalen Nachlass? Leider sehe ich immer wieder auf Facebook, dass Verstorbenen zum Geburtstag gratuliert wird. Das ist ein echtes Problem und schmerzt die Hinterbliebenen. Woher wissen meine Erben, welche Daten wo liegen? Haben sie den Zugang zu den verschiedenen Cloud-Diensten, Konten, Aktiendepots?
Die DEVK-Umfrage zeigt, wie die Situation in Deutschland ist. Dabei ist das Onlinebanking mit 70 Prozent die größte Sorge der Deutschen.
Die Passwörter auf einen Zettel zu schreiben ist jetzt nicht gerade der richtige Weg.
Als „digitales Erbe“ oder „digitalen Nachlass“ bezeichnet man elektronische Daten, die nach dem Tod des Benutzers weiter existieren – wie Zugänge zu Onlinebanking, E-Mail-Konten oder sozialen Netzwerken. Die Rechte gehen an die Erben über. Den Begriff „digitales Erbe“ haben der DEVK-Umfrage zufolge 37 Prozent der Deutschen schon mal gehört. Aber die große Mehrheit (rund 97 Prozent) hat sich noch gar nicht mit ihrem digitalen Erbe beschäftigt; das haben von 2.014 Befragten bisher gerade mal 57 getan.

Hier das Grab des großen Regisseurs Stanley Kubrick und seiner Tochter.

Hier das Grab des großen Regisseurs Stanley Kubrick und seiner Tochter.

Es geht um Geld und Erinnerungen

Wenn es um Geld geht, ist es besonders wichtig, den digitalen Nachlass zu regeln. Gefragt nach den wichtigsten Bereichen des „digitalen Erbes“ sagen 35 Prozent, dass ihnen alle genannten Gebiete gleich wichtig seien. 34 Prozent legen ihre Priorität auf Bereiche, in denen es um Geld geht, z. B. Onlinebanking und kostenpflichtige Dienste. Deutlich weniger Wert legen die Deutschen auf Komplexe, die sich mit geistigem Eigentum befassen (7 Prozent) oder sozialen Netzwerken (6 Prozent). 11 Prozent sagen, dass ihnen keiner dieser Bereiche etwas bedeutet.
Die Sorge um Onlinezugänge zu Vermögenswerten spiegeln auch die Antworten auf eine andere Frage wider: Was würden Sie vordringlich regeln wollen? Das Ergebnis ist eindeutig: 70 Prozent der Befragten ist beim digitalen Erbe das Onlinebanking am allerwichtigsten, weitere 17 Prozent nennen es an zweiter Stelle. Mit insgesamt 87 Prozent Zustimmung liegt Onlinebanking damit deutlich vor Themen wie E-Mail-Konten (56 Prozent), Online-Zugangsdaten zu Versicherungsportalen (38 Prozent), Blogs (36 Prozent) und eigenen Internetseiten (31 Prozent).
Bei meinen Recherchen bin ich auf das Münchner Unternehmen Digitales Erbe Fimberger gestoßen, die mit Bestattern und Versicherungen in ganz Deutschland zusammenarbeiten. Ich habe sie eingeladen zu einer Podiumsdiskussion, um das Thema im größeren Rahmen zu diskutieren. Das Video zeigt das Vorgespräch, das ich mit den beiden Geschäftsinhabern geführt habe.


Interessant ist, dass wir jetzt schon als Lebende vorsorgen können. Ich kann bei den sozialen Netzwerken Facebook und Google einen digitalen Nachlassverwalter im Vorfeld bestimmen. Ich werde über die einzelnen Schritte separat bloggen. Dieser Nachlassverwalter kann dann die Facebook-Seite als Gedenkseite umwandeln oder löschen. Dann passieren keine schlimmen Geburtstagsgratulationen an Verstorbene mehr.

Fujifilm X100F in Silber oder Schwarz?

18. Februar 2017

Silber oder Schwarz? Das ist die Frage, die ich mir im Moment stelle. Soll meine nächste Fujifilm Kamera die Farbe Silber oder schwarz haben?


Der Entschluss ist gefallen, dass ich mir die Fujifilm Kompaktkamera X100F zulegen werde. Ich bin mir nur in der Farbe unsicher. Die Fujifilm X100F wird in den nächsten Tagen erscheinen und mein Finger schwebt über den Bestellbutton. Die technischen Daten der Kamera überzeugen.
Ich habe bereits das Vorvorgängermodell die X100S. Das Modell T habe ich ausgelassen und werde bei der X100F einsteigen, weil es doch im Vergleich zu meiner X100S ein paar Features hat, die deutlich verbessert wurden. Die X100S habe ich in Silber und ich liebe die Reaktionen auf diese Kompaktkamera. Sie hat ein gewisses Retro-Design durch den schwarz-silbernen Body. Ab und zu passiert es mir, dass ich von Leute angesprochen werde, die diese hochmoderne Digitalkamera mit der Kamera ihrer Großväter/Mütter verwechseln. Es kommen dann so Sprüche wie: „Schau mal, hier fotografiert noch einer mit Film mit einer Kamera von damals.“ Ich muss die Herrschaften dann enttäuschen und zeige ihnen dann ein Hightech-Teil aus Japan. Aber wir kommen immer wieder ins Gespräch und das ist toll. Mit Menschen zu sprechen ist immer wieder wichtig und macht mir auch Spaß.

Minolta und dann Nikon
Ich war in meiner Jugend ein Minolta-Fotograf. Aber durch mein Augenleiden, entschied ich mich auf Nikon umzusteigen und hatte eine ganze Reihe von Nikons im Einsatz. F3, F4, dann 801s und später die digitalen Boliden D1x und aktuell die D3x. Der Ausflug von Nikon ins 360 Grad-Lager mit der Keymission 360 war für mich ein absoluter Fehlschlag. Nikon hat die Zeit verschlafen. Im Moment reicht mir die D3x für die großen Einsätze wie Konzertaufnahmen u.a., wo es noch auf eine Materialschlacht ankommt.

Fujifilm X100S war ein Hobby
Die Fujifilm X100S war immer ein Hobby gewesen, das ich nebenbei pflegte. Ich bin fasziniert durch das geringe Gewicht, die Qualität und die Kamera mit der festen 35mm Optik führte mich zurück zur klassischen Fotografie der ersten großen Fotoreporter. Ich bin ein begeisterter Robert Capa-Anhänger, der mit den Magnum-Fotografen großartige Bilder geschossen hat. Die Fujifilm X100S führte mich in diese Zeit zurück, die ich freilich nie erlebt habe. Ich kaufte mir die Kamera im April 2013.


Mit dieser Kamera verbinde ich einige Abenteuer. Da wären Urlaube mit der Familie, aber da wäre auch ein Besuch bei der Familie von Stanley Kubrick. Ich war auf den Landsitz der Kubricks eingeladen und hatte meine Fujifilm X100S dabei. Christiane Kubrick und Jan Harlan interessierten sich für die Kamera und ich konnte ein paar wunderschöne Aufnahmen machen. Tief bewegt fotografierte ich das Grab des legendären Stanley Kubricks auf den Anwesen der Familie. Kubrick und seine Tochter liegen hier im Garten begraben und ich durfte die Grabstätte besuchen. Für mich ein sehr emotionaler Moment.

Am Grab von Stanley Kubrick mit der Kamera um den Hals.

Am Grab von Stanley Kubrick mit der Kamera um den Hals.

Bei meiner jüngsten Reise nach New York habe ich die Fujifilm zu Hause gelassen und nur das iPhone 7Plus verwendet. Ich bin von der Smartphone-Fotografie begeistert. In New York sind mir tolle Bilder mit dem iPhone gelungen und ich gebe beim Bloggerclub einen Vortrag über Smartphone-Fotografie. Wer teilnehmen will, bitte anmelden.
Aber dennoch will ich die klassische Fotografie aufrecht erhalten. April 2013 kaufte ich mir die Fujifilm X100S. Im März 2017 soll es nun die Fujifilm X100F werden. Aber in welchem Design? Das bisherige Silber mit dem ich wunderbare Erlebnisse hat oder vielleicht das traditionelle Schwarz? Was meint ihr? Ich möchte von meinen Lesern dieses Blogs eine Meinung und bitte euch um eure Stimme. Zu gewinnen gibt es nichts. Ich werde Fotos posten, die ich mit der Kamera gemacht habe – das ist klar. Also: Silber oder Schwarz?

Ich habe Gabriele wiedergefunden

10. Februar 2017
Alte und neue Arbeitsmittel : Gabriele und MacBook

Alte und neue Arbeitsmittel : Gabriele und MacBook

Oh Gott, ich habe meine journalistischen Anfänge in einem Schrank gefunden. Auf der Suche nach einem Stift öffnete ich in einem Seminar die Türen eines Schrankes und entdeckte schwarze Koffer. Neugierig wie ich nunmal bin, musste ich den ersten Koffer öffnen und entdeckte Gabriele., genauer Gabriele 10.


Die Gabriele 10 war eine Reiseschreibmaschine von Triumph und damit habe ich meine ersten journalistischen Schritte Mitte der achtziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts unternommen. Ich hatte diese Schreibmaschine in ihrem Koffer immer dabei. Wenn ich auf Reisen ging, wenn ich mit Mama und Papa in den Urlaub fuhr, dann war meine Gabriele immer dabei. Eigentlich wollte ich eine Tippa haben. Das war die offizielle kleine Reisemaschine für Journalisten, aber meine Eltern waren nicht so überzeugt von meinem Berufswunsch. Die Tippa bliebt immer ein Traum, aber ich hatte ja Gabriele. Der Name stammte übrigens von der Enkelin von Max Grundig, der Triumph damals gekauft hatte.


Junge Journalisten können sich in meinen Seminaren gar nicht vorstellen, unter welchen technischen Bedingungen gearbeitet wurde. Und bitte: Es ist nicht 100 Jahre her, sondern war bei mir Mitte der achtziger Jahre. Dann kam der C64 bei mir und alles änderte sich. Die digitale Revolution hatte dann auch für mich begonnen.
Als ich die Maschine entdeckte, kam mir ein alter Jerry Lewis Film in den Kopf. Der Bürotrottel hieß der Film, der von Lewis inszeniert wurde. Dort gab es die legendäre Schreibmaschinen-Szene in der Lewis auf einer unsichtbaren Schreibmaschine tippte. Slapstick pur, was hab ich als Kind gelacht.

Kritik: Video Games Music in Concert

9. Februar 2017

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Was hatte ich mich gefreut auf einen interessanten Abend. Seit Wochen fiebere ich dem Auftritt des Münchner Rundfunkorchesters entgegen und habe meine Familie, meine Freunde und Bekannte im Internet ganz wepsig gemacht: Alle sollten die Aufführung von Video Games Music in Concert im Münchner Prinzregententheater erleben. Und am Ende konnte ich aus familiären Gründen nicht. Ich habe mich ziemlich geärgert.
Aber ich wurde ein wenig entschädigt. Der Bayerische Rundfunk übertrug das Konzert live als Video- und Audiostream. Und so konnte ich die Musik von Videospielen zumindest am digitalen Endgerät verfolgen. Am iPad Pro verfolgte ich den Videostream und ließ den Sound über die Anlage laufen. Und der Sound hatte es in sich. Großes Lob an die Technik vom BR. Der Stream war tadellos, selbst bei meinem Landei-Internet ging es ohne Ruckeln und Aussetzer – selbst bei HD. Dafür zahle ich gerne meine Rundfunkgebühren.


Als die Kamera mal vom Eckehard Stier weg und ins Publikum schwenkte, hatte ich ein wenig meine Zweifel. Der Großteil der Zuhörer war brav konservativ gekleidet. Hey, wo sind die Gamer im Publikum geblieben? Ich sah kaum T-Shirts, Hoodies oder Caps – also die klassische Gamer-Bekleidung. Da fragte ich mich: Für wen wurde dieses Konzert eigentlich aufgeführt?
In erster Line dachte ich an die Zocker, an die Gamer, an die Konsolenfreaks. Als Retrogamer lehnte ich mich in meinen Wohnzimmersessel zurück als die fabelhafte Musik von Chris Huelsbeck ertönte. Natürlich war es Turrican II, das Spiel hatte ich ewig gezockt und die verschiedenen Audio-Fassungen hab ich auf meinem Server. In Kürze kommt die Klassik-Version von Turrican II heraus, die in Bochum aufgenommen wurde. Ich genoss die Klänge und verfolgte gleichzeitig die Facebook-Posts der Huelsbeck-Fans, die mit dem Meister live diskutierten. Chris Huelsbeck machte mit der Great Giana Sisters – Suite auch den Abschluss des Konzerts.
Großes Lob an das Orchester und Eckehard Stier. Die Qualität der Musik war einzigartig. Meine Frau, keine große Gamerin aber Klassik-Fan, hörte zu und genoss es, als sich die musikalischen Spannungsbögen aufbauten. Und das sollte wohl auch ein Ziel des Konzerts sein: Klassik-Fans für Video Game Musik zu interessieren. Und dieses Ziel ist voll und ganz gelungen.


Video Spiele sind ein Kulturgut und Video Game Music ist ebenso ein Kulturgut und es gilt, breitere Kreise für diese Musik zu begeistern. Bei mir war es zunächst die klassische 8-Musik und im Laufe der Jahre wurde es mehr, mehr. Als Fan von Filmscores und -soundtracks habe ich großes Interesse an Game Music. Viele Filmkomponisten schreiben nun Musik für Spiele und anders herum. Hier wachsen Welten zusammen und Kultur verbindet. Das ist genial.
Der BR Klassik hat online ein ganzes Webspecial zusammengestellt. Für den Gamer sind keine großen Überraschungen dabei, für den Klassik-Hörer des BR allemal. Sehr verdienstvoll ist die Präsentation des legendären Nobuo Uematsu. Nobuo Uematsu schuf die musikalische Welt von Final Fantasy. In Japan ist Nobuo Uematsu eine absolute Berühmtheit und das Konzert des Münchner Rundfunkorchesters leistete einen Beitrag dazu, den Meister einem neuen Publikum bekannt zu machen. Bei uns hatte es zu Folge, dass ich mir die Musik von Final Fantasy vom Server holte und laufen lief. Gerne hätte ich das Konzert vom BR als Audio-Aufnahme.
Insgesamt brachte das Münchner Rundfunkorchester folgende Werke zur Aufführung:
Jonne Valtonen – Fanfare for the Common 8-bit Hero
Chris Huelsbeck – Turrican II: Concerto for Laser and Enemies
Nobuo Uematsu – Blue Dragon: Waterside
Ari Pulkkinen – Angry Birds – Medley
Nobuo Uematsu – Final Fantasy VI – Symphonic Poem
Jonne Valtonen – Albion Online – Medley
Ari Pulkkinen – Super Stardust – Medley
Martin Schiøler – Clash of Clans
Chris Huelsbeck – Great Giana Sisters – Suite
Die Moderation hatte Nino Kerl inne. Er ist den Anime-Fans u.a. von seinem YouTube-Kanal bekannt. Ich hätte mir für das anwesende Klassik-Publikum mehr Show und Emotion gewünscht. Nino Kerl, den ich sehr schätze, war mir ein wenig zu zahm, zu wenig frech. Ich kenne aus YouTube einen provokanteren Nino Kerl. Aber wahrscheinlich war das BR-Klassik-Publikum zufrieden mit der Performance.

Alles in allen eine super Sache und ich ärgere mich, dass ich nicht live dabei sein konnte. Danke an den BR für die Übertragung.

Film- und Musiktipp: Eight Days A Week von The Beatles

29. Januar 2017

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„Papa, warum schreien die so laut?“ – das war die erste Reaktion von K1 als wir als Familie die fabelhafte Beatles Dokumentation The Beatles: Eight Days A Week – The Touring Years ansahen. Der Film beschreibt den Tour irrsinn der Beatles der sechziger Jahre bis zum letzten Konzert im Candlestick Park in San Francisco 1966. Die Plizköpfe spielten sich die Seele aus dem Leib und wurden regelrecht verbrannt. Die DVD wurde mir freundlicherweise vom Verleih zur Verfügung gestellt und ich habe sie mir gerne angesehen. Die Jungs haben den Stress durchgehalten und mit ihrem Beat die Musikwelt revolutioniert. Beatlemania nannte man das Phänomen und gerne wäre ich dabei gewesen. Ich kenne diese Beatlemania nur aus Erzählungen und vom Fernsehen und eben jetzt von dieser Doku.
Aufmerksam, sehr aufmerksam schaute ich die Dokumentation von Ron Howards an und bekam viele neue Eindrücke. Es ist ein Wahnsinn, welche enorme Wirkung die Beatles hatten, welche Kraft sie auf ihren Konzerten entwickelten. Mit einfachen Songs entzündeten sie einen Sturm bei den zumeist weiblichen Fans. Das Geschrei bei den Konzerten war ohrenbetäubend. Bei den mickrigen Verstärkern auf der Bühne und ohne Monitorboxen ging Gesang und Musik komplett unter. John Lennon und George Harrison hassten die Touren, was beim Betrachten der Dokumentation durchaus verständlich ist. Was wie ein Traum begann, endete im Albtraum. John, Paul, George und Ringo wirkten gehetzt, genervt, ausgebrannt – es ist ein Wunder, dass sie sich gefangen hatten und anschließend die Musik mit ihren Studioalben nochmals auf den Kopf stellten. Die Doku zeigt, unter welchen Bedingungen damals der Rock´n Roll-Zirkus stattfand. Keiner der heutigen Stars kann sich wohl vorstellen, was diese musikalischen Genies durchmachen mussten und auch wie gefährlich es war, auf die Bühne zu gehen und wieder lebendig von dieser herunterzukommen. Es gab keine Privatjets oder Hotelsuiten, keine Bodyguards oder großen Service.

Beatles at the Hollywood Bowl
Als wir als Familie vor kurzem in New York waren, fand ich im Hard Rock Café am Time Square viel Material von den Beatles. Ich habe über meine Eindrücke in dem Restaurant ausführlich unter dem Titel Beatles in New York – Meine Reiseimpressionen Teil 7 gebloggt.

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Nach dem Film war auch ich wieder im Beatles-Fieber. Ich musste das Album Live At The Hollywood Bowl haben. Als Jugendlicher hatte ich eine Bootleg-Aufnahme auf einer Audiokassette. Der Sound war schlecht, aber die Aufnahme machte Laune. Im Laufe der Jahre verlor ich die Kassette und war froh darüber, dass nun das Album offiziell erschien. Die Toningenieure um Giles Martin, der Sohn von George Martin, schufen Beachtliches. Sie holten aus den alten Bänder viel heraus. Es gelang ihnen eine Atmosphäre zu schaffen, die das Konzert wirklich gut konservierte. Geschrei und Musik gingen wunderbar ineinander über. Als Zuhörer kann man verstehen, warum die Musiker keine Lust mehr hatten, live zu spielen. John Lennon machte die Ansagen und sein Humor kommt sehr gut an. Zitat von Lennon: „The next song, we’re gonna sing is an oldie. Some of the older people might remember. It’s from last year ! And it’s called: She loves you !“ Ich glaube, die damaligen Zuschauer hatten davon nichts mitbekommen.

Werbung zur Beatles-Doku in der U-Bahn.

Werbung zur Beatles-Doku in der U-Bahn.

Die Shows waren relativ kurz. Es waren 14 Songs – auf der CD gibt es noch zusätzlich drei Bonustracks. Ingesamt sind die Beatles dreimal in der Hollywood Bowl aufgetreten, am 23. August 1964 und dann am 29. und am 30. August 1965.

New York Reiseführer – Meine Reiseimpressionen Teil 16

25. Januar 2017

Die Entscheidung nach New York zu fahren lag an K2. Im vergangenen September hatte ich groß getönt, wenn der Donald Trump die US-Präsidentschaftswahlen gewinnt, dann fährt die Familie Silvester nach New York. Die große Klappe konnte ich mir leisten, da damals Hillary Clinton ganz weit vorne lag. Am Wahltag schaute ich doof aus der Wäsche und K2 erinnerte mich an mein Versprechen. So wurden Flug und Hotel gebucht, denn Versprechen gilt es einzuhalten.


Mit dem Zeitpunkt begann ich auch, meine New York-Reiseführer aus meinen Archiv herauszuholen. Was wollten wir alles besichtigen? Ich habe rund zehn Bücher über New York, klassische Führer mit so genannten Insider-Tipps. Wenn ich ehrlich bin: Ich habe keinen einzigen angeschaut. Ich habe mich komplett im Internet in der Blogosphäre umgesehen, habe ein paar Freunde vom Bloggerclub gefragt und bei meinen New York-Bekannten angeklopft. Irgendwie hatte ich keine Lust, klassische Reiseführer zu wälzen. Aber zwei Ausnahmen gab es dennoch: Ich habe ausführlich zwei Fotobücher genossen: New York von Jeff Chien-Hsing Liao und New York von Serge Ramelli. Das eine Buch ist in Farbe, das andere Buch in Schwarzweiß – beide Bücher bieten einen aktuellen Blick auf Big Apple, auf die Stadt die niemals schläft.


Ich liebe Fotobücher, sehr zum Leidwesen meiner Frau. Fotobücher sind teuer und nehmen viel Platz weg, aber gute Fotobücher erzählen Geschichten. Sie bilden nicht nur die Wirklichkeit ab, sondern wenn sie gut gemacht sind, dann geben sie Inspiration und Motivation. Sie erzählen Geschichten aus einer fremden Welt, von bekannten und unbekannten Orten. So ging es mir mit diesen beiden New Yorker-Fotobüchern. Wenn ich ehrlich bin, dann schaute ich auch noch in ein drittes Buch: Humans of New York. Über diesen Klassiker der Street-Fotografie habe ich ja früher bereits gebloggt. Aber da ich dieses Mal mit Familie unterwegs war, rutschte das Thema Street-Fotos etwas in den Hintergrund und ich will meinen Focus auf die klassischen Bildbände mit Motiven der Stadt legen. Dennoch klarer Buchtipp für Humans of New York.

Jeff Chien-Hsing Liao: New York
Jeff Chien-Hsing Liao zeigt uns großformatige Bilder und bewegt sich auch abseits der touristischen Routen der Stadt. Freilich, Schmelztigel wie Time Square dürfen nicht fehlen, aber Jeff Chien-Hsing Liao wirft auch einen anderen Blick auf seine Stadt New York. Seine Bilder sind extrem detailliert, aufgenommen mit einer Großformatkamera und anschließend nachbearbeitet.

Als Betrachter hatte ich das Gefühl, in die Szenerie der Fotos einzutauchen und die Atmosphäre aufzusaugen. Es ist anders wie bei klassischen Bildbänden. Ich bin wirklich an den Ort teleportiert und blicke nicht wie ein Betrachter von außen auf das Motiv. Hier zeigt sich das geniale Talent von Jeff Chien-Hsing Liao.

Serge Ramelli: New York
Den Namen Serge Ramelli kannte ich vor allem von Photoshop- und Lightroom-Tutorials aus dem Netz. Er ist ein großer Magier der Adobe-Software. Der Franzose hat ein gewaltiges Fotobuch über seine Heimatstadt Paris auf den Markt gebracht.

Atemberaubende Schwarzweiß-Fotos von der Stadt der Liebe. Nicht ganz so perfekt ist sein Fotobuch über New York geworden, aber dennoch ist es eine Inspiration für mich gewesen. Das ging sogar soweit, dass ich einen kleinen Fotoblog mit Schwarzweiß-Bilder eingerichtet habe, in dem ich unregelmäßig Bilder poste. Ramelli ist der klassische HDR-Fotograf, der am Rechner seine Bilder nachbearbeitet. Ich bin nicht von allen Motiven begeistert, die er von New York geschossen hat. Manche Aufnahmen sind großartig, manche sind langweilig und die Luftbilder aus dem Heli sind etwas unscharf. Er besucht vor allem die touristischen Plätze und zeigt uns ein New York in Schwarzweiß – für mich eine Liebeserklärung an die Stadt wie Woody Allens Manhatten.

Vielen Dank
Mit diesem Beitrag beende ich meine New York-Serie und freue mich über die große Resonanz. Vielen Dank für die zahlreichen Kommentare und Klicks. Mal sehen, wohin mich meine nächsten Reiseimpressionen mich führen. Ich kehre damit wieder zu meinen gewohnten Beiträgen zurück.