Archive for the ‘Medien’ Category

Persönlicher Digitalisierungsschub durch Corona – und bei euch?

31. Mai 2022

Hat uns die Pandemie etwas Positives gebracht? Ich stimme der Bitkom zu, die behaupten, dass die Digitalisierung durch Corona vorangetrieben wurde. Daseist richtig, aber es gibt noch Luft nach oben. Das Voranschreiten von 1 und 0 gilt für Privatleute genauso wie für Unternehmen. Und ich sehe einen erhöhten Schulungsbedarf, damit analoge Mitmenschen durch die digitale Spaltung nicht abgehängt werden. Voraussetzung bei ihnen ist allerdings der Wille zur Veränderung.

Parsifal setzt auf Digitalisierung.

Die Bitkom wirft einen besonderen Blick auf die Unternehmen. Und nachdem ich ja auch ein kleiner Unternehmer bin, schaue ich da auch genau hin. Die Corona-Pandemie hat einen nachhaltigen Digitalisierungsschub in den deutschen Unternehmen ausgelöst. Rund jedes Zweite (49 Prozent) gibt an, dass Corona die Digitalisierung des eigenen Geschäftsmodells beschleunigt hat. Vor zwei Jahren, kurz nach Beginn der Pandemie, waren es erst 15 Prozent. In 44 Prozent der Unternehmen hat Corona die Digitalisierung der Geschäftsprozesse beschleunigt (2020: 18 Prozent). 6 von 10 Unternehmen (60 Prozent) sind überzeugt, dass digitale Technologien dabei geholfen haben, die Pandemie zu bewältigen. Eine knappe Mehrheit (53 Prozent) betont, dass Corona einen Innovationsschub im eigenen Unternehmen ausgelöst hat.
Ich mach das Mal bei mir fest: Mein Arbeitszimmer wurde um ein Videostudio ergänzt. Stand ich zu Beginn der Pandemie vor einer einfachen Webcam, ist es heute ein Studio mit mehreren Kameras, Mischer, Greenscreen und Licht. Von hier kann ich meine Online-Schulungen halten, wobei die Technik immer wieder neuen Bedürfnissen angepasst werden muss.

Hybride Veranstaltungen mit 360 Grad Kameras

Und 4 von 5 Unternehmen (83 Prozent) verfügen inzwischen über eine Digitalstrategie, vor zwei Jahren lag der Anteil erst bei 74 Prozent. Auch hier kann ich von meiner Seite berichten, dass ich mit meinem wöchentlichen Newsletter ein neues Kommunikationstool eingerichtet habe, um meine Seminare zu bewerben und um eine Community aufzubauen.

Das alles sind Ergebnisse einer repräsentativen Befragung von 1.102 Unternehmen ab 20 Beschäftigten aus allen Wirtschaftsbereichen im Auftrag des Digitalverbands Bitkom (ja ich bin Einzelkämpfer, wurde nicht gefragt, gebe aber dennoch meinen Senf dazu). Im laufenden Jahr werden die Investitionen in die Digitalisierung von Büro- und Verwaltungsprozessen voraussichtlich weiter zunehmen. 29 Prozent der Unternehmen wollen in diesem Jahr mehr investieren als 2021, nur 14 Prozent planen, ihre Investitionen zurückzufahren. Die Mehrheit (53 Prozent) lässt die Ausgaben unverändert.

Zum Standard der Unternehmenskommunikation gehören wie in der Vergangenheit E-Mail (100 Prozent) und Festnetz-Telefone (96 Prozent) – bei mir ist das Festnetz formal vorhanden, wird aber nicht genutzt. Smartphones nutzen 83 Prozent der Unternehmen sehr häufig oder häufig, vor zwei Jahren waren es 81 Prozent und 2018 erst 51 Prozent. Videokonferenzen gehören in 72 Prozent der Unternehmen zum Alltag, Zoom und Facetime möchte ich nicht missen, nicht im privaten, nicht im beruflichen. 2020 waren es noch 61 Prozent und 2018 nur 48 Prozent. Messenger nutzt die Hälfte der Unternehmen (51 Prozent), vor zwei Jahren waren es 50 Prozent. Kollaborationstools setzen 40 Prozent ein (2020: 36 Prozent). Und in jedem dritten Unternehmen (36 Prozent) wird inzwischen häufig über Social Media kommuniziert (2020: 29 Prozent, 2018: 25 Prozent). Zugleich werden klassische Kommunikationsmittel seltener verwendet. Erstmals nutzt weniger als die Hälfte der Unternehmen (48 Prozent) häufig oder sehr häufig die Briefpost (2020: 56 Prozent, 2018: 71 Prozent). Und nur noch 40 Prozent greifen häufig auf das Fax zurück. Vor zwei Jahren waren es noch 49 Prozent, 2018 sogar noch 62 Prozent.
Und die Zusammenarbeit über die Cloud hat deutlich zugenommen. Werkzeuge wie Google Drive, Doodle, MindMeister oder Trello gehören heute zu meinem digitalen Alltag.
Und wie ist es bei euch? Was hat Corona bei euch verändert?

Diese Zeiten sind vorbei.

Playstation 5 – ich hab sie endlich – und jetzt?

28. Mai 2022

Ich habe nicht mehr daran geglaubt, dass ich in absehbarer Zeit noch eine Sony PlayStation 5 mein eigen nennen würde. Aber es geschehen noch Zeichen und Wunder und siehe da: UPS brachte die lang ersehnte Konsole. Ich war sprachlos. Nachdem ich mich gar nicht mehr damit gerechnet habe, stehe ich nun vor der Herausforderung, welche Spiele ich erwerben soll. Alles Firstworldproblems, aber dennoch eine Herausforderung.

Nachdem ich mir zum Start der Playstation 5 schon gleich Zubehör wie zweiten Controller, Kamera und Fernbedienung zugelegt hatte, lag dieses Equipment unbeachtet im Schrank, weil das Herzstück – eben die Konsole – fehlte. Sony hatte den Markt überreizt und konnte nicht liefern. Anders als Apple, die mit Marktverknappung seit Jahren arbeiten und eigene Liefernetze aufgebaut haben, ist Sony brutal auf die Schnauze gefallen. Sony konnte und kann nicht liefern. Im November 2020 habe ich der Community mein Leid geklagt und ich bin auch nicht bereit, überhöhte und gar unverschämte Preise für eine Spielkonsole zu bezahlen, die mir auf Marketplace oder eBay angeboten werden. Ich wollte meine PS 5 mit Laufwerk für den Standpreis von 499 Euro, was schon teuer genug ist.

Über die Sony Website gelang es schließlich. Username und Passwort des PS-Netzwerkes eingeben und warten. Vielleicht lag es an meinen hohen Punktestand den K1 erspielt hat, vielleicht lag es an etwas anderem – auf jeden Fall bekam ich nach zwei Wochen eine Sony-Mail, ich könnte zu einem bestimmten Datum und Zeitfenster die PS5 erwerben. Hab ich gemacht, mich eingeloggt und mich in die virtuelle Warteschlange gestellt.

Sony erklärte aber auch gleich, dass man nicht unbedingt eine Konsole erwerben könne, denn das Kontingent sei begrenzt. Die Wartezeit reduzierte sich von einer Stunde auf eine Minute und zack, ich konnte bestellen: Playstation 5 mit Laufwerk.

In drei Tagen wurde sie von UPS geliefert. Und ich konnte es noch immer nicht glauben. Jetzt wurde sie zusammen mit K1 aufgebaut und in Betrieb genommen – dann Updates bis zum Umfallen laden. Und ich muss prüfen, an welchem HDMI-Port ich das Ding hänge ohne den Familienfrieden zu stören, denn es hängen zu viele Gerätschaften am Verstärker und den zahlreichen HDMI-Hubs.

Aber eine PS5 nützt nichts, wenn keine Spiele vorhanden sind. Ich muss zugeben, ich habe den Markt nicht mehr richtig verfolgt und fragte meine Community. Danke für die zahlreichen Antworten.
Ich habe bisher gekauft: Aliens Fireteam Elite (weil ich Alien liebe), Death Stranding (weil ich die Story interessant finde), Horizon Forebitten West (weil mir es jeder – buchstäblich jeder empfohlen hat) sowie A Plague Tale: Innocence (weil ich den Score liebe). Ratchet & Clank: Rift Apart kam heute aufgrund eines Amazon-Angebots. Auf der Wunschliste stehen noch Ghost of Tsushima und LEGO Star Wars: Die Skywalker Saga. Ich hätte noch gerne einen Shooter im Stile von CoD, bin aber noch nicht sicher, was es hier für mich gibt. Also bitte liebe Community, was brauche ich unbedingt für die PS5?
Und ich hoffe, dass Sony mit dem neuen VR Headset in die Gänge kommt. VR auf der PS4 war schon toll, mit der PS5 erwarte ich mich noch mehr. Gibt es hier verlässliche Daten und Fakten?
Also liebe Community, ich zähle auf euch.

Die letzten Fotos aus dem Stahlwerk Mariupol

24. Mai 2022

Die Schlacht um das Stahlwerk von Mariupol scheint erst einmal entschieden. Die 2439 ukrainischen Soldaten ergaben sich den russischen Aggressoren und gingen in Kriegsgefangenschaft. Unter ihnen der Soldat und Fotograf Dimitriy Kozatskiy. Er schoß eindringliche Bilder von den Verteidigern des Stahlwerks und verbreitete sie auf Twitter.

Seine letzten Worte sind verbunden mit einem Wunsch: „Nun, das ist alles. Danke aus der Zuflucht von Azovstal – dem Ort meines Todes und meines Lebens.“ Er postete einen Link zu seinen Fotos, zum Download „während ich in Gefangenschaft bin“. Seine Bitte: „Schickt sie an alle journalistischen Preisverleihungen und Fotowettbewerbe, wenn ich etwas gewinne, wird das nach der Freilassung sehr schön sein.“

Ich habe die Fotos von Dimitriy Kozatskiy aus Google Drive geladen, heruntergerechnet und hier veröffentlicht. Ich habe zwar keinen Fotowettbewerb, möchte mich aber an der Verbreitung dieser sensationellen Bilder via Social Media und meinem Blog beteiligen, um Gehör zu finden. Auf jeden Fall werde ich die Bilder in mein nächstes Fotoseminar für politische Fotografie einbauen.

So dramatisch die Lage für die Verteidiger des Stahlwerkes ist, so hervorragend sind die Fotos von Dimitriy Kozatskiy. Sie zeigen Menschen in Ausnahmesituationen, die sich ihre Menschlichkeit bewahrt haben.

Ringlicht für unterwegs

17. Mai 2022

Wenn ich im Heimstudio arbeite, dann habe ich die optimale Beleuchtung bei meinen Online-Seminaren. Nun kommt es aber auch vor, dass ich von unterwegs Webinare halten darf und dazu brauche ich mobiles Licht.

Meine Voraussetzungen für die Beleuchtung: Es sollte ein wenig steuerbar sein, es darf nicht allzu schwer sein für die Reise und auch das Finanzbudget sollte nicht so strapaziert werden, wie es bei meinen mobilen Video- und Foto-LED-Leuchten der Fall ist. Im Moment habe ich mich für ein mobiles Ringlicht des chinesischen Herstellers Ruyilam entschieden, das ich auf das MacBook Pro klemmen kann. Es ist kein Markenprodukt, aber für den beschriebenen Zweck reicht es allemal.
Das 200 Gramm leichte Ringlicht präsentiert drei Farben und elf Helligkeitsstufen für unterwegs. Ich nehme meist die weiche warme Beleuchtung. Es gibt zwei verschiedene reinweiß (kaltes Licht) und ein gelbliches-weiß (warmes Licht). Und dann lässt sich das Licht jeweils über elf Helligkeitsstufen individuell anpassen.

Die Stromversorgung läuft über ein fast zwei Meter langes USB-A-Kabel. Es ist kein USB-C-Anschluss für den Mac vorhanden, weshalb ich an das Licht eine Powerbank hänge und die Lampe damit betreibe. So bin ich auch steckdosenunabhängig, wenn ich im Sommer draußen unterwegs bin. Die Klemme zum Befestigen am Monitor ist ideal für das Display am MacBook Pro, passt aber auch an die neuen M1-iMacs mit den dünnen Bildschirmen. Zu meiner Freude lag noch ein kleines dreibeiniges Stativ bei, um gegebenenfalls das Licht anders zu setzen, damit man in der Konferenz oder Online-Seminar nicht direkt ins Licht schauen muss. Der Durchmesser des Lichts beträgt 4 Zoll, also rund 10 Zentimeter. Damit lässt sich das Gesicht und der Oberkörper gut ausleuchten. Für Ganzkörpervideos für TikTok und Co reicht das Licht von Ruyilam nicht aus.

Wenn Tanz der Teufel auf der Konsole stattfindet: Evil Dead: The Game

16. Mai 2022

Zu dem Film Tanz der Teufel aus dem Jahre habe ich ein schwieriges Verhältnis. Als ich ihn als junger Mensch damals 1982 im Kino sah, war ich doppelt entsetzt: Einmal von der Brutalität und einmal von der billigen Darbietung. Im Laufe des Alters bin ich darüber hinweg. Nachdem der Film verboten, beschlagnahmt, umgeschnitten, verstümmelt und rehabilitiert wurde, sah ich mir unlängst die 4K Fassung von Evil Dead an. Mit dem Film hatte ich meinen Frieden gemacht, die Fortsetzungen fand ich dagegen weiter entsetzlich.
Aber wie es sich für einen erfolgreichen Film gehört, gibt es auch die Versoftung als Videospiel. Ich hatte mal die unterhaltsame Version für die PS2, von der es mehrere Fortsetzungen gab. Grafik auf PS 2-Niveau, aber durchaus unterhaltsam.

Und jetzt kam der Koop-PvPvE-Multiplayer-Titel Evil Dead: The Game für Konsolen (PS4, PS5 und Xbox One) und PC auf dem Markt. Da musste ich aufgrund der Härte des Trailers schon schlucken und erinnerte mich daran, wie ich als Schüler einen Screener auf VHS von der damaligen Klassenschönheit kopiert bekam – samt Muttertag. Das war schon harter Stoff, was ich damals auf VHS und heute Videospiel zu sehen bekam. Basierend auf der Trilogie von Regisseur Sam Raimi und der Serie Ash vs Evil Dead, schlüpfen Spieler darin in die Rolle der Protagonisten des Evil-Dead-Franchises und stellen sich in Mehrspieler-Matches den bösartigen Deadites. Oder sie werden selbst zum kandarischen Dämon und machen sich seine Kräfte zu Nutze, um die Helden zu stoppen und ihre Seelen zu verschlingen. Sie verstehen nichts, macht nichts: Es geht ums Töten und das sehr blutrünstig mit unterschiedlichen Waffen und Werkzeugen.

Der Launch-Trailer von Evil Dead: The Game zeigt die gruselige und gewaltige Spielwelt und das intensive Spielerlebnis beim Kampf gegen den kandarischen Dämon. Der Trailer ist vollgepackt mit Referenzen an Szenen und dem erweiterten Evil-Dead-Kosmos und wird untermalt durch den Song „Come Get Some“. Die groovige Hommage an das Evil Dead-Franchise wurde vom Künstler und Hardcore-Evil-Dead-Fan Method Man und dem Hip-Hop-Produzenten Statik Selektah geschrieben. Mit der Brutalität des Games kann ich leben, aber nicht mit der Hip-Hop-Musik, vor der es mir wirklich graust.

Inspiriert vom Horror, dem eigenwilligen Humor und der Action der Evil Dead-Reihe, bringt Evil Dead: The Game die bekanntesten Gesichter der Serie in einem Kampf gegen die Mächte der Finsternis zusammen. Spieler agieren in einem vierköpfigen Team, um den Deadites in den Hintern zu treten und den abscheulichen kandarischen Dämon zu verbannen. Oder sie werden selbst zum Dämon und machen sich seine Kräfte zu Nutze, um die Helden zu stoppen und ihre Seelen zu verschlingen!
Evil Dead: The Game bietet ein ziemlich heftiges Evil Dead-Action-Erlebnis. Aus einem Pool an Fan-Lieblingen aus allen Epochen der Serie, darunter Ash, Kelly Maxwell, Pablo Simon Bolivar, Annie Knowby, Scotty und Lord Arthur wählen Spieler ihren Favoriten. Ihnen stehen dabei 25 mächtige Waffen zur Auswahl, darunter die gute alte Kettensäge und der Boomstick, mit denen sie sich in die Schlacht stürzen können. Um die Nacht zu überleben, können Spieler aus einer Vielzahl an Charakterklassen diejenige auswählen, die am besten zu ihrem Spielstil passt.

Boss Team Games hat den Titel offiziell von Renaissance Pictures, STUDIOCANAL, Metro Goldwyn Mayer (MGM) und dem Inhaltsanbieter Lionsgate lizenziert, um das erste Multiplattform-Konsolen- und PC-Spiel zu herauszubringen, das auf den Filmen „The Evil Dead“, „Evil Dead II: Dead by Dawn“ und „Army of Darkness“ sowie der STARZ-Fernsehserie „Ash vs Evil Dead“ basiert. Entwickelt und veröffentlicht wird das Spiel von Saber Interactive und Boss Team Games.
Spieler mit NVIDIA-Grafikkarten können Evil Dead: The Game durch KI-beschleunigtes NVIDIA DLSS bei maximaler Leistung in bestmöglicher Bildqualität erleben. Der Titel ist auch über GeForce NOW, NVIDIAs Cloud Gaming Service, spielbar.

Starfotograf Manfred Baumann: ein Treffen zur Buchvorstellung

10. Mai 2022

Fotografie ist eine meiner Leidenschaften. Und es freut mich immer sehr, wenn ich einen meiner Fotografen-Helden live erleben kann. So unlängst als ich den Österreicher Manfred Baumann mit seiner bezaubernden Frau Nelly im Leica Store München traf. Baumann stellte sein neues Buch Face to Face vor. Ich nütze die Gelegenheit, um mir den Store bei den Fünf Höfen anzuschauen, mir das neue Baumann-Buch zu kaufen, ein wenig zu quatschen und auch ein kleines Interview zu mit dem Meisterfotografen zu führen.

Manfred Baumann und der Autor dieser Zeilen im Leica Store München. Foto: Nelly Baumann

Zum ersten Mal traf ich auf Manfred Baumann als ich Textchef der ComputerFoto war, einer der ersten Zeitschriften über digitale Fotografie. Eigentlich sollte ich mich hier nur um die Textqualität der Redaktion kümmern, aber der damalige Chefredakteur Richard Joerges meinte, dass ich zudem auch die Akt-Strecken des Heftes betreuen sollte. Hab ich gerne gemacht und so traf ich auf Baumann, der gerade sein Buch Fine Nute Art veröffentlicht hatte. Das Buch beinhaltete nicht nur schöne Aufnahmen schöner Frauen, sondern war auch als kleines Lehrbuch über das Lichtsetzen bei Shootings geeignet.

Jahre vergingen und Baumann wurde von Jahr zu Jahr berühmter, sammelte Preise für seine Fotos und pendelt zwischen Wien und LA. en Schritt in die Promi-Fotografie machte er durch ein Foto von Roger Moore. Das Foto war so gut, dass der Schauspieler das Bild kaufte und so Baumann die Tür zur Hollywood-Prominenz öffnete. Können und Glück fielen für Manfred Baumann hier zusammen.

Einige der Stars aus Face to Face kenne ich, einige sind mir unbekannt, aber die fotografische Handschrift Baumanns tragen sie alle. Sie sind nicht so inszeniert wie die Fotos seiner großen Kollegin Annie Leibovitz, erinnern mich eher an Paul Ripke. Ich kaufte das Buch und ließ es mir mit dem alten Fotografen-Spruch signieren: „Einmal hoch, einmal quer, was will man mehr.“

die Widmung für mein Buch.

Auch ein Porträt von Wilhelm Shatner ist in dem Buch enthalten. Captain Kirk gilt als schwieriger Zeitgenosse und Baumann traf ihn auf der Shatner-Ranch zum Fototermin. Shatner komplett verschwitzt vom Ausritt stellte sich mürrisch zum Shooting auf und war so begeistert vom Ergebnis, dass er Baumann alle Rechte von dem Bild abkaufte und das Bild überall einsetzte. Wenn das kein Erfolg ist.

ePUB-Format für den Kindle und Zukunftsaussichten

2. Mai 2022

Ich bin ein Bücherwurm, getreu meiner Lieblingskinderserie Lemmi und die Schmöker. Aber ein Buch muss nicht nur ein gebundenes Werk zwischen zwei Buchdeckel sein, sondern ein Buch ist für mich auch ein eBook. Soeben habe ich mir die neueste Ausgabe des Kindle Paperwhite (11. Generation) angeschafft, nachdem mein alter Paperwhite ein bisschen langsam wurde.
Das neue Gerät ist etwas größer mit 6,8-Zoll-Display (17,3 cm) und hat eine verstellbare Farbtemperatur, finde ich ganz angenehm. Das Lesen in der prallen Sonne im Garten klappt weiter problemlos. Danke an Mani aus Österreich für die Tipp.

Mit der neuen Hülle gab es ein Problem mit der Lieferung durch DPD, mal verloren, mal gefunden – der Laden nervt einfach. Nun lese ich, dass Amazon zum Jahresende das ePUB-Format unterstützen wird. Das ist fein, dann muss ich meine Dateien nicht immer mit Calibre hin- und herformatieren. Calibre ist übrigens auch in einer neuen Version erschienen und jeder der eBooks nutzt, der sollte auch Calibre nutzen – das Schweizer Taschenmesser für eBooks. Allerdings wird MOBI als Format nicht mehr unterstützt.

Wer seine eigenen PDF- und Co-Dateien auf den Kindle schicken will, der kann dies weiterhin ganz einfach tun. In den Einstellungen eines jeden Kindle findet man die persönliche Adresse des Gerätes. Inhalte, die an diese Adresse geschickt werden, werden auf dem Kindle lesbar. Unterstützt werden die Formate Microsoft Word (.doc, .docx), PDF (.pdf), Text (.TXT), Bilder (.JPG, .JPEG, .PNG, .BMP, .GIF), RTF (.rtf) und HTML (.html, .htm).

Und ich lese mit Begeisterung in den Diensten, dass E Ink, die die Technik auf den eBooks liefern, nun neues elektronisches Papier in Farbe anbieten wollen. Ich habe das vor Jahren als Prototyp auf der Siggraph gesehen, nun scheint die Technik marktreif zu sein. Die neueste Version des digitalen Papiers von E Ink soll auch in E-Readern deutlich mehr Farben anzeigen können, schneller die Anzeige wechseln und sogar zusammenfaltbar sein. So kommen wir der Haptik einer digitalen Zeitung näher, wie wir sie vom Papier kennen. Ich hoffe mal, dass Amazon die Technik lizensiert und ich damit farbig Comics auf dem Kindle lesen kann. Im Moment sind es nur Mangas in Schwarzweiß.

Für mich auch interessant, ist eine Ankündigung des chinesischen Herstellers Huawei. Mit dem eBook-Reader MatePad Paper soll das Schreiben mit einem Stift realistisch möglich sein. Ausgestattet ist das neue Huawei MatePad mit einem 10,3 Zoll großen E-Ink-Display. Darauf lassen sich PDF-Dateien und E-Books anzeigen, auch Hörbücher werden unterstützt. Die Auflösung des Displays liegt bei 1.872 x 1.404 Pixeln (227 PPI), rechts und links sind Lautsprecher eingebaut. Das Gewicht des MatePad liegt bei 360 Gramm, die Dicke beträgt knapp 7 Millimeter. Allerdings hat Huawei noch keinen Veröffentlichungstermin für das 500 Euro teure Gerät bekannt gegeben. Im Moment bietet der reMarkable 2 diese Technik, hat sich bei mir in der Praxis als zu langsam erwiesen. Vielleicht machen es die Chinesen besser und vielleicht bringt Amazon ebenso ein Gerät auf den Markt.

Buchtipp: Einfach erklärt – Social Media – Cybermobbing – Deine Daten im Web von Manfred Theisen

20. April 2022

Grundsätzlich bin ich ja in Sachen Medienkompetenz an deutschen Schulen unterwegs, aber ich denke, die Vorträge werden aufgrund von Corona erst zum Schuljahresende und hoffentlich zum neuen Schuljahr wieder beginnen. Daher nutze ich die Zeit, um mich ein wenig auf den Literaturmarkt umzusehen und bin aufgrund eines Tipps des Twitterkollegen Astrozwerge auf das lesenswerte Buch Einfach erklärt – Social Media – Cybermobbing – Deine Daten im Web von Manfred Theisen gestoßen.

Zunächst dachte ich, dass es sich wieder um so ein hyperpädagogisches Werk mit mahnenden Zeigefinger handelt, wie es von vielen analogen Vertretern herausgegeben wird, um die Angst bei analogen Eltern zu schüren. Ich habe mich geirrt.
Das Buch ist wirklich gut. Es ist für Kinder ab zehn Jahre geschrieben und zwar gut geschrieben. Natürlich ist die Sprache einfach, aber der Inhalt ist technisch richtig und sehr gut aufbereitet. Das wichtige Thema Daten im Netz wird gut erklärt. Der gewaltige Bogen reicht von der Nachrichtenpyramide und Nachrichtenschwelle über die richtige Suche mit Suchmaschinen und Verschwörungsmythen bis hin zu verschiedenen sozialen Netzwerken und Messengern. Die Themen Geldverdienen und Influencer sowie Persönlichkeitsrechte kommen ebenso vor wie Cybermobbing und Online Games.

Und vielleicht ist der enorme Spagat das einzige Problem des Buches. Der inhaltliche Umfang ist sehr groß und würde bei meinen Vorträgen ein gesamtes Wochenseminar ausmachen. Manfred Theisen erklärt jeden Themenkomplex, reißt ihn an und kann natürlich nicht in die Tiefe der Materie eintauchen, obwohl er mit jeder gedruckten Zeile genau weiß, was er da veröffentlicht. Vielleicht kann der Bindlacher Verlag Loewe sich einen Ruck geben und diese Medienkompetenz-Reihe erweitern bzw. aufbauen und vertiefen. Sehr gut sind auch die Illustrationen von Ole Häntzschel, der eigentlich ein Spezialist für Infografiken ist und daher die richtige Wahl für die unterhaltsame und faktenvermittelnde Illustration ist.
Ich empfehle das Buch Familien zu Hause und der Schulfamilie, die sich einen schnellen Überblick verschaffen wollen. Mit rund 13 Euro ist das Buch Einfach erklärt – Social Media – Cybermobbing – Deine Daten im Web von Manfred Theisen auf jeden Fall einen Blick wert und wenn ich meine Vorträge an Grundschulen wieder halte, dann weise ich auf jeden Fall auf diesen Buch hin.

Buchtipp: Das Auge des Dritten Reiches

11. April 2022

Es gibt sie, die Faszination des Bösen. Diese ist mir begegnet als ich das Buch Das Auge des Dritten Reiches in die Hand nahm. Es handelt von Hitlers Kameramann und Fotograf Walter Frentz. Populärer sind sicherlich der Leibfotograf Heinrich Hoffmann oder die Propagandistin Leni Riefenstahl gewesen, während Walter Frentz eher im Hintergrund des Monsters agierte.

Als ich die Seiten durchblätterte und mir die vielen Fotos von Hitler ansah, dachte ich mir: Braucht es wirklich ein Fotobuch über Adolf Hitler? Wird dieser größenwahnsinnige Menschenfeind nicht dadurch vermenschlicht? Die Aufnahmen sind zum Teil Schnappschüsse, aber auch inszeniertes Propagandawerk. Viele der Bilder hatte ich früher schon gesehen – im Stern oder im Spiegel, aber der Mann hinter der Kamera war mir meist verborgen geblieben. Hitler bezeichnete ihn mal als „sein Auge“. Ich hatte von Walter Frentz mal gehört als er als Laufbursche von Leni Riefenstahl im Einsatz war. Aber er hat große Verdienste im Sinne der nationalsozialistischen Propaganda. Er diente der Riefenstahl als verlängerter Arm und Kameramann. Nach dem Kriege waren sich beide freilich ihrer politischen Arbeit nicht bewusst und stritten alles ab.

Beim Betrachten der Fotos wird mir klar, dass ein Fotograf unter Hitler immer ein politischer Fotograf und Filmer war und sein musste – und für seine Taten die Verantwortung trägt. Ein Herausreden, nach dem Motto ich kann ja nichts ändern, geht hier nicht.
Karrierist Walter Frentz hat durch seine Arbeit die Diktatur auf seine Weise verlängert. Er war Teil der Propagandawaffe und leistete als „Auge des Dritten Reiches“ ganze Arbeit. Nach dem Krieg verdiente er seine Brötchen durch Vorträge. 2004 starb der Fotograf und sein Sohn machte sich an die Aufarbeitung.
Ich hatte Angst, dass der Deutsche Kunstverlag unreflektiert an die Sache einer Buchveröffentlichung geht, aber ich habe mich getäuscht. Kritisch und ausgezeichnet dokumentiert und kuratiert sind die Fotos in dem Buch. Ich habe die Auflage, die durch den Weltbild-Verlag herausgegeben wurde.

Der Fotograf und Filmemacher war von September 1939 bis März 1945 an der Seite Hitlers, arbeitete für die Deutsche Wochenschau und zudem dokumentierte er den Atlantikwalls und die V-Waffen-Produktion im KZ Mittelbau-Dora. Anders als sein Kollege Heinrich Hoffmann waren die Fotos von Walter Frentz weniger für die Öffentlichkeit bestimmt. Der begeisterte Kajakfahrer war auch einer der ersten Trümmerfotografen.

Das vorliegende Buch versteht sich daher als kritische Annäherung an einen fotografischen Nachlass. Es gibt einen Überblick über das filmische und fotografische Schaffen von Walter Frentz. Selbst sprach Frentz über sich als „Filmgestalter“ und hatte einen großen Einfluss auf die bewegten Bilder über den faschistischen Diktator Hitler.

Kickstarter: 3D-Drucker M5 3D Printer von AnkerMake

7. April 2022

Vor Jahren war 3D Druck ein Hype-Thema, das es sogar bis in die Pubklikumszeitschriften schaffte. Dann war die Luft raus und zurück blieb eine bastelfreudige, starke Maker-Community. Jetzt hat das Thema wieder frischen Aufwind bekommen, nachdem der chinesische Hersteller Anker das Thema für sich entdeckte und eine Kickstarter-Kampagne startete, um den Markt für den neuen 3D-Drucker M5 3D Printer auszutesten.

Ich hatte in der Vergangenheit mehrere Versionen des MakerBots genutzt, war fasziniert, doch noch zu kompliziert und teuer. Der neue 3D-Drucker M5 3D Printer von AnkerMake ist sicherlich nicht so highendig, aber für meine Ansprüche wird er reichen. Wenn die Kickstarter-Kampagne einschlägt, wovon ich ausgehe, soll der neue Drucker in der zweiten Jahreshälfte 2022 ausgeliefert werden.

Der Druck soll nach Herstellerangaben deutlich schneller ablaufen als bei Konkurrenzprodukten. In einem „Effizienz“-Modus sogar bis zu 70 Prozent schneller, allerdings in einer verringerten Auflösung. Standardmäßig druckt der Filamentdrucker M5 3D Printer Geschwindigkeiten von bis zu 250 Millimetern pro Sekunde – bei vollem Detailgrad auf einer Druckfläche von 235 x 235 x 250 Millimeter.

Mich erinnert der neue Drucker an den Referenzdrucker Prusa i3, der aber preislich deutlich höher liegt. In der Early Bird Phase kostet der Drucker wohl 450 Euro und wird dann teuerer. Eine integrierte HD-Kamera ermögliche Zeitrafferaufnahmen und prüfe außerdem laut dem Hersteller jeden laufenden Druck auf Unregelmäßigkeiten, um bei Fehlern direkt einzugreifen und Kosten zu sparen. Es gibt ein Touch-Bedienfeld und ich kann das Teil per Amazon Echo steuern, was ich wohl aber nicht brauchen werde (erstmal).
Ich denke, der Drucker ist ideal für meine Bedürfnisse. Das Aluminium-Gehäuse wird 502 x 438 x 470 mm messen bei einem Gewicht 12,4 kg. Damit steht das Teil beim Druck stabil. Ich stelle mir vor, dass ich kleine Plastikteile produzieren möchte. Und das Gerät soll Einsteigerfreundlich sein mit 7×7-Auto-Leveling und einer Pausenfunktion. Es gibt auch eine RGB-Statusanzeige und Benachrichtigungen via App.
Ich habe in der Vergangenheit einige Produkte von Anker und Tochterfirmen erworben. AnkerMake ist nach Anker, Eufy, Nebula und Soundcore die fünfte Marke des Unternehmens.

Bereits im Februar 2022 machte ich mir in meinen Video Gedanken dazu.