Posts Tagged ‘Soundtrack’

Kompletter Müll: Film und Soundtrack zu Murderrock

23. Juni 2014

murderrock

Ich bin ja als Fan vieles gewöhnt und hab auch für vieles Verständnis. Die Kombination Lucio Fulci und Keith Emerson hätte funktionieren können. Hätte, hätte, Fahrradkette – die Kombination ist absoluter Schrott, wie das Beispiel des Films und Soundtracks Murderrock zeigt.

Lucio Fulci ist ein großer Meister des italienischen Horrorfilms, eigentlich des Gorefilms oder dessen Italo-Version die Giallo. Jugendschützer hatten Schaum vor dem Mund, wenn man in den 80er Jahren des vergangenen Jahrhunderts seinen Namen nannte. Derb, billig und provokativ waren seine Filme und immer ein bisschen zu viel des Guten. Jetzt kam ich dazu, die restaurierte Fassung seines Films von 1984 anzusehen: Murderrock.

Ganz, ganz großer Mist ist der Film – im Original hieß der Streifen Uccide a passo di danza, in den USA hieß der Film Dancing Death, The Demon Is Loose oder Slashdance. Wobei Slashdance dem Thema am besten entsprach. Geprägt von dem Tanzfilm Flashdance wurde Lucio Fulci vom Produzenten eine Art Tanzfilm mit Gore-Elementen zu drehen. Das war einfach Mist.

Und für den Soundtrack eines Tanzfilms den großen Tastenzauberer Keith Emerson zu wählen, war eine vorhersehbare Fehlbesetzung. Emerson ist ein großes Talent und hat die Rockmusik mit ELP bewegt, doch Tanzmusik der 80er Jahre konnte und kann er einfach nicht. Aber Keith Emerson brauchte wohl Geld. Seine große Zeit war vorbei und er klimperte sich durch zahlreiche Soundtracks, die interessant oder absolut katastrophal waren. Murderock war einer der letzteren. Die Originalfassung des Soundtracks hatte ich noch mit 11 Tracks auf Langspielplatte und vor kurzem entdeckte ich eine erweiterte Version aus dem Jahre 1993. Das japanische Label SLC brachte die Fassung mit Archivmaterial aus dem Cinevox-Archiven heraus. Es handelt sich um Hintergrundmusik zu den Slasher-Szenen – ohne Gesang, sondern rein Keith Emerson. Wegen dieser vier Stücke mit einer Gesamtlänge von rund sieben Minuten hab ich mir das Album Murderock nochmal gekauft. Und – so ungern ich es als Fan sage: Es war ein Fehlkauf.

Hier der deutsche Trailer zum Film

Und hier ein Auftritt von Keith Emerson im italienischen Fernsehen

Musikitpp: The Man Who Would Be King von Maurice Jarre

17. Juni 2014

Foto 1

Schon vor Indiana Jones gab es Abenteuer auf der Kinoleinwand. Mein Vater nahm mich 1976 als Kind in den John Huston-Film Der Mann, der König sein wollte” ins Kino mit. Hier spielten Sean Connery und Michael Caine zwei britische Kolonialsoldaten, die auf der Suche nach einem Königreich Kafiristan (im heutigen Afghanistan) waren. Die Geschichte stammt von Rudyard Kipling und enthält viele Elemente der Freimauerei. Das Buch The Man Who Would Be King gibt es umsonst.

Mir hat der Film immer gefallen. Es war kein Actionmovie, sondern er war so wunderbar altmodisch. Wesentlich zum Gefallen hat mir vor allem der Soundtrack von Maurice Jarre beigetragen, die Musik geht mir heute noch immer durch den Kopf. Den Marsch, das Thema des Films, pfeife ich oftmals vor mich hin.

Komponiert wurde das Ganze von Maurice Jarre. Er ist der Vater des Synthesizier-Pioniers Jean-Michael Jarre und hat großartige Werke für David Lean komponiert: Lawrence von Arabien (1963), Doktor Schiwago (1966), und Reise nach Indien (1984). In diese Welt der epischen Filmmusik passt auch der Score zu der Mann der König sein wollte. Die Musik des Films wurde für den Golden Globe nominiert, bekommen hat er ihn allerdings nicht.

Foto 2

Der Soundtrack The Man Who Would Be King wurde unter der Leitung des Komponisten von   Maurice Jarre durch das National Philharmonic Orchestra eingespielt und auf Langspielplatte veröffentlicht. Heute liegen zwei Veröffentlichungen des Soundtracks vor, die schwer zu bekommen sind. Die erste Fassung wurde vom Label Bay Cities in den neunziger Jahren veröffentlicht und war 1993 ausverkauft. Bruce Kimmel, ehemaliger Chef von Bay Cities, nahm den Soundtrack zu seinem neuen Label Kritzerland mit. Dort wurde die Musik remastert und in einer Auflage von 1000 Kopien neu auf den Markt gebracht. Auch diese Version, die wirklich klarer klingt als die ursprüngliche Bay Cities-Version, ist ein gesuchtes Sammlerobjekt.

Das Thema des Soundtracks basiert auf dem Irish Lied  „The Minstrel Boy“. Und Gottesdienstbesucher erkennen Reginald Heber’s „The Son of God Goes Forth to War“, das von Connery/Caine gesungen wird. Nett übrigens, dass der Song in der Folge „London, May 1916“ von “The Young Indiana Jones Chronicles episode” eingesetzt wurde. So schließt sich der Kreis zu Abenteuerfilmen.

Wer den Soundtrack irgendwo sieht, sollte ihn sich kaufen. Ich hab ihn sehr lieb gewonnen.

Musiktipps: Godzilla-Soundtracks von Alexandre Desplat und Akira Ifukube

30. Mai 2014
Zweimal Godzilla aufs Ohr. Der Soundtrack von 1954 und von 2014.

Zweimal Godzilla aufs Ohr. Der Soundtrack von 1954 und von 2014.

Als Godzilla-Fan seit Jugend an, musste ich mir gleich den Soundtrack Godzilla zum neuen Monster-Film kaufen. Ich staunte nicht schlecht, als ich als Komponisten des Scores den Franzosen Alexandre Desplat entdeckte.

Desplat hatte mit den Soundtracks zu letzten beiden Harry Potter-Filmen sehr düstere Musik abgeliefert. Für mich stand Alexandre Desplat bisher eher für heitere Filmmusik wie The Queen oder Girl with a Pearl Earing und vor allem für kleinere, intelektuellere Filme. Aber durch die beiden Potter-Soundtracks wurde Alexandre Desplat wohl in die vordere Reihe der Komponisten katapultiert. Golden Globe- und Grammy-Gewinner Alexandre Desplat war bereits viermal für den Oscar nominiert, bekommen hat er den goldenen Kamerad noch nicht.

Mit Godzilla wagt sich Desplat in ein für ihn neues Genre vor und er löst es gekonnt, aber nicht mit Bravour. Natürlich gibt es ein wenig donnernden Tonzauber, aber wunderbar sind seine leisen Töne auf dem Godzilla-Soundtrack. Es ist ein klassischer Score und nicht so ein Rock-Gepolter wie bei Roland Emmerichs Godzilla-Version. Emmerichs Hofkomponist David Arnold lieferte damals Musikkost in bewährter Manier, wobei ich zugeben muss, dass ich die eigentlichen Score-Aufnahmen zum Emmerich-Film noch immer suche. Die bisherigen Ausgaben sind mir schlichtweg zu teuer. Die Hitmusik war schrecklich.

Der Godzilla-Score von Desplat nimmt sich in weiten Teilen sehr zurück, kommt meist leise daher ohne Effekthascherei und setzt sogar ein Piano ein. Und der Score bleibt düster und sorgt für eine dichte Atmosphäre. Dabei verfällt nicht in schwulstige Dramatik, wie es bei dem Thema Godzilla zu erwarten wäre. Desplat versteht sein Handwerk, soviel steht fest. Aber so richtig will bei mir der Funken nicht überspringen. Es ist en sehr solides Werk, aber für mich nicht die musikalische Offenbarung, die einem Godzilla-Film würdig wäre. Ich kenne die Hintergründe der Produktion nicht, aber manches Mal hört es sich an, dass Desplat zu wenig Zeit hatte.

Aber – und das ist ihm hoch anzurechnen – macht  Alexandre Desplat nicht den Fehler, den großartigen Godzilla-Soundtrack von 1954 von  Akira Ifukube zu kopieren oder interpretieren zu wollen. Akira Ifukube hat schlichtweg DEN Godzilla-Soundtrack geschaffen und alle Vergleiche mit diesem Meisterwerk müssen hinken. Die elektronischen Effekte, die das Schreien von Godzilla simulieren sollen, hatten mich damals in den Bann gezogen. Es kommen verschiedene Leitmotive und große Orchestrierung, Chor und Pathos zum Einsatz.

In Japan heißt Godzilla ja eigentlich Gojira (eine japanische Wortmischung aus Gorilla und Wal) und der Soundtrack erschien in verschiedenen Fassungen. Einmal als Mischung bei EMI zwischen Music und Effekte. Zum 50. Geburtstag erschien der Soundtrack restauriert und erweitert. Ich habe mir die Fassung von 2014 – also die 60. Geburtstag Edition – gekauft und lieb gewonnen. Jeder Godzilla-Fan sollte dieses wirklich gute Soundtrackwerk besitzen. Akira Ifukube Version von Godzilla ist und bleibt die beste.

 

Musiktipp: Soundtrack Gravity von Steven Price

24. März 2014

Gravity

Seit zwei Tagen bin ich von einer Sucht befallen: es ist der Soundtrack zu Gravity. Der Film war ja die diesjährige Oscar-Überraschung. Der Soundtrack ist es noch viel mehr für mich. Den Score von Gravity komponierte Steven Price. Der 1977 geborene Price fiel mir das erste Mal als Musiceditor zum Soundtrack von Herr der Ringe auf.

Für die Musik zu den Film Gravity erhielt Steven Price unter anderem einen Oscar. Und hier hat die Academy richtig entschieden. Der Score ist sehr ungewöhnlich. Er basiert vor allem auf elektronischen Effekten. Dem großen Brian Eno wird im Booklet gedankt. Der klassische symphonische Score tritt etwas in den Hintergrund, ist aber vorhanden.

Ich habe den Score Gravity erstmals in voller Lautstärke über Kopfhörer gehört. Und die experimentelle Kraft des Scores mich hinweggefegt. Klangfetzen, Stimmungen, Druck, Schwingungen – dies alles hat der Zuhörer in den ersten Minuten zu verkraften oder besser einzuordnen. Meine erste Reaktion: So klingt wahre Musik aus dem Weltraum. Als Kind gab es immer nette Synthie-Spielereien, die als Space Musik bezeichnet wurde. Alles Quatsch. Steven Price hat die Musik für einen Aufenthalt im Weltenraum komponiert: Dicht und komplex ist die Soundkollage, die das Gefühl des absoluten akustischen Vakuum mehr als deutlich machen. Musik für die Space Opera des 21. Jahrhunderts.

Während sich die großen Kollegen aus Hollywood, wie der verehrte John Williams oder Howard Shore, der Motivtechnik eines Richard Wagners bedienen, verzichtet Steven Price bei Gravity fast gänzlich auf Leitmotive. Taucht ab und zu eine Motivstruktur auf, wird sie relativ schnell von den experimentellen Toneskapaden aus dem Weltraum überdeckt. Einzelne Stücke enden erprubt. Der Hörer schreckt auf.

Dieser Soundtrack ist eher was für die einsamen Momente. Ich empfehle unbedingt diesen Score laut, sehr laut zu hören. Für mich steht fest: ich werde die Karriere von Steven Price weiterhin im Auge oder besser im Ohr haben. Ich bin gespannt auf seine nächsten Werke. Auf jeden Fall eine klare Kaufempfehlung für den Soundtrack von Gravity.

Ein musikalischer Genuss: Score zu Spartacus

15. Februar 2014

Für mich ist Alex North einer der ganz, ganz großen Filmkomponisten. Im Anfang war Alex North, dann kamen seine Jünger wie John Williams oder Jerry Goldsmith, die ich beide auch sehr verehre. Dem breiten Publikum wurde North durch seine Komposition Unchained Melody bekannt. Wir erinnern uns an die Righteous Brothers und ihren Titelsong zu den 1990 erschienen Film Ghost – Nachricht von Sam. Schmalz pur.

North, der bei auch Aaron Coland studierte, brachte musikalische Klasse nach Hollywood. Er war für mich der erste amerikanische Filmkomponist. Davor gab es tolle Emigranten aus Europa wie Erich Wolfgang Korngold oder Max Steiner. Etliche Filme vertonte Alex North, 14 mal war er für den Oscar nominiert, bekommen hat er ihn nie. Im Jahr 1986 fiel ein Ehrenoscar für sein Lebenswerk ab – peinlich für die Academy. Alx North war der Sergej Prokoffief der Filmmusik. Mir bleibt Alex North vor allem für zwei Werke in Erinnerung: Spartacus und 2001. Zu 2001 – Odyssee im Weltraum schrieb er die Musik, die von Kubrick verworfen von North und erst Jahrzehnte später veröffentlicht wurde. Aber diese Geschichte werde ich ein anderes Mal bloggen.

Sparta

Zum 100. Geburtstag des Komponisten erschien eine ultimative Special Editiom vom Spartacus-Soundtrack. Sechs CDs und eine Interview-DVD sind der Hammer. Sie wurden produziert von Robert Townson. Dazu gibt es ein 168seitiges Booklet. Die Box erschien in einer Auflage von 5000 Stück beim renommierten Soundtrack Label Varese Sarabande Records. Da musste ich einfach zugreifen.

Schauen wir uns die ganze Sache mal etwas genauer an: Das Booklet ist endlich mal aus Sicht eines Komponisten geschrieben. Über Kubricks Spartacus ist bereits einiges veröffentlicht worden. Jetzt liegt endliche eine musikalische Würdigung vor. Ergänzt wird das Buch durch zahlreiche Bilder, wobei die meisten schon bekannt sind. Es gibt aber auch Fotografien neueren Datums mit einem alten Alex North sowie eine Biografie und Überblick über das Werk. Es trotzt vor großen und kleinen, witzigen und tragischen Geschichten. Bei der Arbeit an Spartacus wählte Orchestrierer Maurice de Packh den Freitod. Sein Nachfolger wurde Henry Brant.

CD 1 enthält den Soundtrack in Stereo inklusive aller Titel des Orginal Soundtrack Albums – in der Reihenfolge, wie sie im Film vorkommen.

CD 2, 3 und 4 umfasst in Mono den längeren Soundtrack sowie Proben und Alternativersionen

CD 5 und 6 gibt es Interpretationen zum SPARTACUS LOVE THEME – 22 zum Teil neue Aufnahmen Bill Evans, Yusef Lateef, Carlos Santana, Lalo Schifrin, Dave Grusin, Mark Isham, Alexandre Desplat.

Die 96minütige DVD besteht aus drei Interviews zahlreicher Filmkomponisten.

Ich kann die Spartacus-Box jedem Fan von Filmmusik ans Herz legen. Diese Edition hat Klasse und würdigt einen großen, großen Komponisten.

Hier die Titel der einzelnen CDs.

CD1  – Stereo (72:40)

1. OVERTURE (4:00)

2 . MAIN TITLE* (3:17)

3. THE MINES (3:01)

4. CARAVAN (1:15)

5. FIRST PAIR (3:44)

6. GLADIATORS FIGHT TO THE DEATH* (2:20)

7. BROODING (2:20)

8. ON TO VESUVIUS* (4:52)

(a) FORWARD, GLADIATORS

(b) FOREST MEETING

9. OYSTERS AND SNAILS (Film Version) (3:07)

10. HOPEFUL PREPARATIONS / VESUVIUS CAMP* (1:59)

11. VESUVIUS MONTAGE (1:19)

12. BLUE SHADOWS AND PURPLE HILLS* (3:11)

13. HEADED FOR FREEDOM* (3:15)

14. HOMEWARD BOUND* (6:27)

(a) ON TO THE SEA

(b) BESIDE THE POOL

15. METAPONTUM TRIUMPH (1:35)

16. FESTIVAL (3:21)

17. EXPECTANT PARENTS (3:07)

18. PRELUDE TO BATTLE* (5:11)

(a) QUIET INTERLUDE

(b) THE FINAL CONFLICT

19. FORMATIONS (1:35)

20. GOODBYE, MY LIFE, MY LOVE — END TITLE* (4:16)

21. SPARTACUS LOVE THEME* (2:50)

Bonus Tracks sind:

22. ON TO THE SEA / INFANT BURIAL (3:03)

23. OYSTERS AND SNAILS / FESTIVAL* (Album Version) (3:24)

* vom Original Decca soundtrack album

CD 2 – Mono (70:40)

1. OVERTURE (3:59)

2. MAIN TITLE (3:41)

3. THE MINES (3:00)

4. CARAVAN (1:17)

5. VARINIA’S THEME (3:15)

6. TRAINING THE GLADIATORS (1:29)

7. PAINTING (1:26)

8. SPARTACUS‘ CELL (1:37)

9. KITCHEN (1:36)

10. TRAINING THE GLADIATORS #2 (:37)

11. KITCHEN #2 (:48)

12. CRASSUS (:51)

13. SOURCE MUSIC #2 (2:36)

14. SOURCE MUSIC #1 (3:30)

15. FIRST PAIR (3:38)

16. DRABA FIGHT (2:49)

17. KILL (1:12)

18. BROODING (2:18)

19. REVOLT (1:16)

20. THE BREAKOUT (2:08)

21. SLAVES ESCAPE (:47)

22. CRASSUS HOME (:37)

23. DESERTED SCHOOL (1:55)

24. FOREST MEETING (4:50)

25. OYSTERS AND SNAILS (3:03)

26. VESUVIUS CAMP (1:59)

27. NEW RECRUITS (1:51)

28. GLABRUS MARCH (:24)

29. VESUVIUS MONTAGE (1:19)

30. POEM (1:27)

31. LOVE SEQUENCE (3:10)

32. GLABRUS DEFEATED (3:40)

33. GLABRUS DISGRACED (1:44)

CD 3 – Mono (65:29)

1. ENTR’ACTE (2:21)

2. ON TO THE SEA (3:07)

3. LUCERIA CAMP (:42)

4. BESIDE THE POOL (2:28)

5. DUSTY MARCH (:31)

6. METAPONTUM TRIUMPH (1:33)

7. ROMAN BATHS (1:46)

8. ARRIVAL AT THE BEACH (:59)

9. FESTIVAL (3:20)

10. SOUND THE TRUMPET (:31)

11. CRASSUS LEGIONS (:41)

12. BACK FROM THE SEA (:30)

13. CRASSUS‘ CAMP (:48)

14. CAMP AT NIGHT (2:19)

15. EXPECTANT PARENTS (3:10)

16. MANEUVERS (3:14)

17. FORMATIONS (1:30)

18. THE BATTLE (4:09)

19. DESOLATION ELEGY (2:05)

20. I AM SPARTACUS (3:14)

21. RECOGNITION AND CRUCIFIXION MARCH (2:46)

22. NIGHT CRUCIFIXION (:35)

23. VARINIA AND CRASSUS (4:59)

24. FEAR OF DEATH (3:22)

25. SPARTACUS DEFIES CRASSUS (2:17)

26. THE LAST FIGHT (4:47)

27. FINAL FAREWELL AND END TITLE (4:17)

28. EXIT MUSIC (2:48)

CD 4 – Mono (43:17)

Alternate und nicht verwendete Aufnahmen

1. OVERTURE (Unused) (4:02)

2. MAIN TITLE (Alternate) (3:33)

3. GLADIATOR SELECTION (Unused) (2:31)

4. KITCHEN #1 (Alternate) (1:55)

5. ON TO THE SEA (Alternate) (2:58)

6. INFANT BURIAL (Alternate) (:47)

7. END OF ACT I (Alternate) (1:06)

8. FESTIVAL (Alternate) (1:50)

9. SOUND THE TRUMPET (Alternate) (:23)

10. SPARTACUS MARCH (:34)

11. SPARTACUS MARCH (Alternate Ending) (:18)

12. SPARTACUS FANFARE (:13)

13. FEAR OF DEATH (Alternate) (3:26)

Vorbereitende Einsätze/Proben

14. TRAINING THE GLADIATORS / PAINTING (Preliminary) (2:45)

15. TRAINING THE GLADIATORS (Preliminary) (2:37)

16. TRAINING THE GLADIATORS #2 (Preliminary) (:37)

17. BROODING (Preliminary) (3:06)

18. REVOLT (Preliminary) (:28)

19. FESTIVAL (Preliminary) (:51)

20. SPARTACUS LOVE THEME (Preliminary) (3:05)

21. DESOLATION ELEGY (Preliminary) (3:29)

22. CRUCIFIXION MARCH (Preliminary) (2:05)

CD 5 – Stereo (60:07) Spartacus: Love Theme and Variations

Spartacus Love Theme interpretiert von

1. Bill Evans (5:09)

2. Yusef Lateef (4:11)

3. Mark Isham (11:09)

4. Dave Grusin (2:53)

5. Nathan Barr und Lisbeth Scott (5:08)

6. Carlos Santana (6:48)

7. Terry Callier (4:28)

8. Patrick Doyle (5:01)

9. Joel McNeely (2:27)

10. Lalo Schifrin (5:17)

11. The Ramsey Lewis Trio (7:12)

CD 6 – Stereo (50:16)

Spartacus: Love Theme and Variations

Spartacus Love Theme interpretiert von

1. Bill Evans und Jeremy Steig (5:00)

2. Alexandre Desplat (2:36)

3. Regina Carter (6:21)

4. Diego Navarro (3:54)

5. Gábor Szabó (3:13)

6. John Debney (4:45)

7. Brian Tyler (7:08)

8. Randy Edelman (3:49)

9. Richard Stoltzman (4:49)

10. John Neufeld and Marty Krystall (4:01)

11. Eric Stern, London Symphony Orchestra (4:14)

Die CDs 5 und 6 haben zudem ein 20seitigen Booklet auf PDF.

Blade Runner – immernoch ein Meisterwerk

15. Januar 2014

Der wichtigste Science Fiction Film der achtziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts war für mich wohl Blade Runner. Die Verfilmung des Romans Träumen Androiden von elektrischen Schafen? von Philip K. Dick durch den genialen Ridley Scott hat fasziniert und tut es immer noch. Er spricht so viele Themen an und berührt emotional sowie intellektuell.

Inzwischen habe ich viele Veröffentlichungen des Werkes auf Video, DVD und Blu ray. Wer seine Heimanlage ausreizen will, besorgt sich Blade Runner als Referenzfilm und genießt ein geniales Zusammenspiel von Bild und Ton. Entweder man mag den Film oder findet ihn sterbens langweilig. In den sozialen Netzwerken wird der Film geliebt, schließlich lieben Twitterer ja Einhörner – aber dies nur am Rande.

Twitterer lieben diesen Film. Warum nur?

Twitterer lieben diesen Film. Warum nur?

Hier hatte einfach alles gepasst: Darsteller – allen voran Harrison Ford als Rick Deckard, Rutger Hauer als Roy Batty und Daryl Hannah als Pris. Die Musik von Vangelis trifft die Stimmung des Films voll. Der Soundtrack liegt inzwischen in verschiedenen Versionen vor. Ich empfehle hier ausdrücklich die Blade Runner Trilogy, die zum 25. Geburtstag des Films mit weiterer Musik auf den Markt kam. Es enthält den alten Soundtrack und von Blade Runner inspirierte Musik. Leider hat die SACD hat nur Stereoton und ich hoffe endlich einmal auf einen Mehrkanalton. Früher gab es ausgezeichnete Bootlegs vom Soundtrack, wie die Esper Edition oder die Deckard Edition. Einfach mal googlen für die Perlen.

Der Film selbst liegt in verschiedenen Fassungen vor, die sich in Länge und Dramaturgie unterschieden. Mal gibt es die Stimme von Deckard aus dem Off im Stil des Film Noir, mal gibt es sie nicht. Der Film hatte ja seit seinem Kinostart 1982 eine gewaltige Entwicklung durchgemacht. Insgesamt gibt es von dem Film fünf verschiedene Fassungen: Workprint, US-Kinofassung, internationale Kinofassung, 1992er Director’s Cut und 2007er Final Cut.

Auto

Als Sammler habe ich mir viele Fassungen bei jeweiligen Erscheinen besorgt und kann auf jeden Fall die Version zum 30. Geburtstag empfehlen. Sie heißt: Blade Runner – 30th Anniversary Collector’s Edition Sie enthält alle Fassungen sowie Unterlagen und ein Modell des Spinner-Fahrzeugs. Sehr nett ist auch die DVD-Sonderedition von Warner mit Drehbuch des 1992er Director’s Cuts.

Das PC-Spiel kam auf 4 CDs daher.

Das PC-Spiel kam auf 4 CDs daher.

Es gab für Windows 95 ein sehr schönes Computerspiel zum Film. Grafik war fein, aber noch feiner war der nicht lineare Spielverlauf mit unterschiedlichen Enden. Je nachdem welchen Weg der Spieler einschlägt, entwickelte sich das Spiel anders. Und es war mit 4 CDs damals sehr umfangreich. Das war schon eine Besonderheit von den Westwood Studios. Die Tricks aus dem Film stammten von Douglas Trumbull. Auf der FMX in Stuttgart sprach er lange über das Making of – leider durfte man die Sachen nicht mitdrehen. Ich traf dafür in der Schweiz den Conceptdesigner Syd Mead und konnte lange mit ihm über seine Ideen sprechen. Dazu folgt ein eigener Blogbeitrag.

Der Film als Aquarell.

Der Film als Aquarell.

Jetzt habe ich durch meine US-Kollegin Jennifer Wolfe eine neue Variante von Blade Runner entdeckt. Die Aquarell Edition. Es gibt 35 Minuten des Films als Aquarell. Der amerikanische Künstler Anders Ramsell malte 12,597 Aquarelle und fügte sie zu einem Film zusammen. Krank, aber genial. Er hat die Story zwar etwas verändert, aber das ist künstlerische Freiheit.

Musiktipp: Lincoln von John Williams

21. Februar 2013

Immer wenn Steven Spielberg einen neuen Film ins Kino bringt, dann ist John Williams nicht weit. So auch bei dem neuen Spielberg-Streifen Lincoln. Der Haus- und Hofkomponist Williams legt seinen Soundtrack vor und er ist für Fans eine Offenbarung. Eingespielt von Chicago Symphony Orchestra ist dieser Score mit 17 Stücken ein Sinnbild für symphonische Filmmusik.

Lincoln

Allerdings wird Williams auch nicht jünger. Vorbei sind die Zeiten der großen Paukenschläge, wie Star Wars, Superman, weißer Hai, Jurassic Park oder Indiana Jones. Ein Soundtrack dieser Lautstärke ist Lincoln nicht. Aber das muss nicht schlecht sein, auf keinen Fall. Williams ist ruhiger geworden, aber keinesfalls schlechter. Was sich beim vorangegangenen Soundtrack von War Horse angekündigt hat, wurde von Williams bei Lincoln optimiert. Es ist ein wunderbarer Score.

Williams ist mit seinen 81 Jahren reifer geworden (er hatte am 8. Februar Geburtstag), so wie Spielberg mit dem er seit rund 40 Jahren seit 1974 Sugerland Express zusammenarbeitet. Interessant ist, dass Williams in den vergangenen Jahren nur noch Soundtracks für Spielberg geschrieben hat und auch der nächste Soundtrack wird wieder für Spielberg sein. Als ich das erste Mal Lincoln anhörte, erkannte ich Klänge von Duell am Missouri von 1976 wieder. Mein Gott, wie habe ich die Musik zu diesem Spätwestern von Arthur Penn damals geliebt, obwohl er im Kino gefloppt ist. Brando und Nicholson spielten zur Musik von Williams. Und bei Lincoln hatte ich dieses ähnliche Gefühl. Das soll aber nicht heißen, dass sich der Meister selbst kopiert. Williams spielt mit den Themen des Westens, setzt auf traditionelle Formen wie Südstaatenbluegrass. Auch ein zünftiger Marsch ist darunter. Klarinetten und Holzbläser geben dem Soundtrack eine wunderbare Wärme. Aber vor allem das Piano-Finale With Malice toward none hat es in sich. Obwohl Lincoln ein patriotischer Film ist, hat der Soundtrack keinen Pathos. Freunde von John Williams werden sich dieses Spätwerk sowieso kaufen, was spätestens seit der Oscar- Nominierung von Lincoln klar sein sollte.

Rolf Wilhelm ist tot – Ich trauere

19. Januar 2013
Gleich gibt es Kloppe für die Nibelungen. Den Soundtrack lieferte Rolf Wilhelm.

Gleich gibt es Kloppe für die Nibelungen. Den Soundtrack lieferte Rolf Wilhelm.

Für die Freunde der deutschen Filmmusik ist es ein Trauertag. Am Donnerstag, 17. Januar 2013 verstarb Rolf Wilhelm in seinem Haus in München Grünwald. Er wurde 85 Jahre alt und hinterließ uns über 65 Filmmusiken.

Sein musikalisches Schaffen ist eng mit dem deutschen Film verbunden. Er lieferte die Musik für zahlreiche deutsche Filmklassiker. Das erste Mal bewusst kam ich mit Rolf Wilhelm in Berührung als ich mich näher mit Fritz Lang beschäftigte. Langs Mabuse interessierte mich und auch die Neuverfilmungen der sechziger Jahre hatten es mir angetan, darunter auch Scotland Yard jagt Dr. Mabuse aus dem Jahre 1963. Der Film war schlecht, aber die Musik  von Rolf Wilhelm gefiel mir. Ich stellte fest, dass er auch die Musik zu einem der Lieblingsfilme meiner Mutter, Und ewig singen die Wälder, geschrieben hatte.

Fritz Lang Klassiker Nibelungen hat mir immer gefallen, Da interessierte mich auch die Neuverfilmung. Und da stieß ich wieder auf Rolf Wilhelm. Für mich sein wichtigstes Werk war aber die Musik zur Neuverfilmung der Die Nibelungen. Zum Zweiteiler, der 1966/67 gedreht wurde, lieferte Rolf Wilhelm sein Meisterwerk ab. Über die beiden Filme lässt sich trefflich streiten, über die Musik nicht. Cobra Records brachte einst eine Doppel-CD heraus, wie es immer wieder auf Sammlerbörsen noch gibt. Ich hatte einstmals noch die 1966 veröffentlichte Single, die vom Film-, Funk-, Bühne-Orchester Berlin eingespielt wurde. Bei der 2001 veröffentlichte Doppel-CD, 35 Jahre nach Erscheinen des Films, liegt das Gesamtwerk nun vor. Der Sound auf den CDs ist gemischt: Teil 1 der Nibelungen Siegfried war in Stereo, Teil 2 Kriemhilds Rache leider nur in Mono – dennoch ist das Gesamtwerk Die Nibelungen sehr hörenswert.

wilhelm

Die sorgsam editierte CD erschien 2001 und Wilhelm verfasste das lesenswerte Booklet. Wilhelm schreibt zurecht, dass der Film einer groß angelegten sinfonischen Musik verlangte. Hollywood ließ grüßen. Doch leider stand nicht das Geld wie in Hollywood bereit. Teil 1 wurde an zwei Tagen mit 75 Musikern eingespielt und der Etat war nahezu verbraucht. Daraufhin kam es zu einem genialen Einfall von Wilhelm. Er ließ für Teil 2 die Streicher (42 Musiker) weg und der Soundtrack wurde mit Bläsern und Schlagwerk eingespielt. Das sorgte für einen martialisch, metallischen Klang.

Lieber Rof Wilhelm: Vielen Dank für Ihre Musik. Sie haben etwas zeitloses geschaffen und bleiben uns Filmfans damit immer in Erinnerung. Auch ihre Werke wie Doktor Faustus, Tonio Kröger, die Loriot-Klassiker Ödipussi und Pappa Ante Portas, Via Mala, die Heiden von Kummerow gehören zu den Klassikern der deutschen Filmmusik.

Spielspaß total: Gameplay aufnehmen mit der Elgato GameCapture HD

6. Oktober 2012

Ich war immer schon ein Gamer, aber jetzt werden Videospiele erst richtig schön. Vor kurzem brachte UPS die Elgato Game Capture HD. Damit ist es möglich, das Gameplay von der PS3 oder XBox 360 mitzuschneiden und die Filme später anzusehen, hochzuladen oder zu teilen. Nachdem Elgato mich seit Jahren als Mac-User in Sachen Fernsehen begleitet, war ich an dieser Games-Lösung interessiert und bin bereits nach einem Tag Testlauf restlos begeistert. Das Teil ist super. Gaming gewinnt durch Elgato deutlich.

Im Grunde ist es ein sehr einfach zu bedienendes HDMI-Capture-Device. Damit kann ich mein PlayStation- und Xbox-Gameplay am Mac oder PC aufnehmen. Die Software dazu gibt es kostenlos bei Elgato zum Download, funktioniert freilich nur mit der Elgato-Hardware. Systemvoraussetzungen sind Mac OS X 10.7, 2.0 GHz Intel Core 2 Duo CPU. Das mitglieferte PlayStation-Kabel kommt in den MULTI AV OUT der Konsole und wird mit dem GameCapture HD verbunden. Ein mitgliefertes, etwas zu kurzes HDMI-Kabel führt von dem GameCapture HD zur TV-Gerät (Passthrough) und ein UBS-Kabel in den Rechner. Hier kommt die Capturing-Software zum Einsatz. Das kleine 142 Gramm leichte Gerät verträgt die Auflösungen in 480p, 576p, 720p, 1080i und 1080p – letztere bei bis zu 30 Mbit/s, das Teil lässt also keine Gamer-Wünsche offen. Die HD PVR von Haupauge ist auch ganz nett, aber natürlich nicht für uns Mac-User interessant.

Sehr interessant ist die so genannte Flashback-Funktion. Auch wenn der Capturing-Knopf nicht gedrückt wurde, zeichnet das Gerät auf. Der entscheidende Head-Shot bei Call of Duty geht also nicht verloren. Die Filme werden über H 2.64 kodiert und herunter gerechnet. Trimmen ist mit der Software möglich, den Feinschnitt erledigt ein separates Schnittprogramm wie iMovie, Final Cut oder Premiere Pro.

Als erstes Gameplay zeichnete ich eine Fahrt in MotorStorm 2 auf. Dabei ging es mir nicht um eine elegante Fahrweise, sondern ich wollte die Funktionsweise des Geräts testen. Ich habe anschließend meinen kleinen Film zu YouTube hochgeladen. Lief alles bestens.

Warum schneide ich eigentlich Videogames mit? Wenn ich Experte in einem Spiel bin, kann ich damit so richtig angegeben, also den dicken Maxe machen nach dem Motto: Schaut her, was ich drauf habe. Leider bin ich bis auf die Lego Star Wars-Serie nicht wirklich top in Videogames. Zu oft werde ich getroffen, abgemurkst, über den Haufen geschossen, geschlagen, abgehängt, auf die hinteren Plätze verwiesen. Also mit klassischer Angabe ist es nicht weit her.

Die kostenlose Capturing-Software von Elgato arbeitet nur mit Elgato-Hardware zusammen.

Die kostenlose Capturing-Software von Elgato arbeitet nur mit Elgato-Hardware zusammen.

Aber ich kann endlich verlustfrei Machinima-Filme drehen. Als Machinima bezeichnet man Filme, die mit Hilfe von Game-Engines produziert werden. Ich spiele mein Gameplay, gestalte meine Story und gestaltete anschließend einen eigenen Film. Machinima ist eine eigene Kunstform im Netz. Das gefällt mir und reizt meine Kreativität. Damit steht fest, die Elgato GameCapture HD ist die richtige Anschaffung und eine klare Kaufempfehlung von mir.

Ist es eigentlich forma lrechtlich erlaubt, sein Gameplay bei YouTube hochzuladen? Ja, YouTube ist voll davon, doch ist es eigentlich legal? In den Nutzungsbedingungen von YouTube steht, dass keine Rechte Dritter verletzt werden dürfen. Nun, die Gameszenen sind sicherlich urheberrechtlich geschützt und mit Sicherheit der Soundtrack zum Game. Wenn ich also mein Gameplay bei YouTube hochlade, laufe ich dann Gefahr, Urheberrechte zu verletzen? Die Spieleindustrie ist zwar locker, aber ganz so locker dann doch nicht, oder?

Und was die Elgato Game Capture HD auch ermöglicht, ist das Rippen von Kopiergeschützen Blu rays. In der PlayStation 3 werden die Filme abgespielt und mit 1080p über die Elgato Game Capture HD auf der Festplatte verlustfrei aufgezeichnet. Ich habe es mit einer Blu ray getestet. Ja, auch diese Art von Privatkopie ist nicht gestattet, schließlich umgehe ich einen Kopierschutz.

Dracula im Film 3: Dracula 1979

11. Juni 2012

Dieser Dracula ist anders. Nach den Hammer-Produkten in Primärfarben war lange Zeit Ruhe um den Beißer aus Transsilvanien bis sich Star-Regisseur John Badham an den Stoff erinnerte und neu interpretiert in Szene setzte. Badham orientierte sich dabei mehr am Theaterstück von Hamilton Deane und John L. Balderston als an den Schauerroman von Bram Stoker. Das Wichtigste: Er interpretierte die Rolle des Grafen anders. Nicht die Bestie wie in den Hammer-Filmen stand im Mittelpunkt, sondern der verführerische, gnadenlose Graf.

Die Schauspieler waren perfekt: Der junge Frank Langella spielt den Grafen, schön, zielstrebig und ohne Gnade. Vor allem sein Spiel mit den Händen ist verführerisch. Zur Schauspielleistung von Sir Laurence Oliver braucht man nichts zu verlieren außer WUNDERBAR. Und dass obwohl die Zeit von Sir Laurence abgelaufen war und er sterbenskrank war. Auch dem Spiel des ewigen Dr. Loomis aus Halloween Donald Pleasence ist es ein Genuss anzusehen. Große Schauspielkunst der Truppe.

Trotz preiswerter Produktion ist die Ausstattung wunderbar. Hauptsächlich in Cornwall gedreht hat Dracula eindrucksvolle Locations: Die Irrenanstalt ist das Camelot Castle Hotel in Tintagel, Draculas Schloss ist St. Michael Berg, eine halbe Meile vor der Küste – es ist durch einen Damm verbunden – von Marazion an der Südwestspitze von Cornwall. Ungewöhnlich ist in einem Dracula-Film der Einsatz von Strom und sogar eines schnittigen Automobils. Hier bricht der Film wohltuend aus der Tradition der klassischen Filme aus, zeigt aber auch, dass Technik einen Grafen nicht zur Strecke bringen kann.

Die Innenausstattung orientiert sich derweil am Gothic Horror der alten Lugosi-Filme. Und auch wie bei Lugosi sieht der Zuschauer bei Langella keine Vampirzähne. Dennoch ist der Film keineswegs unblutig. Immer wieder schockieren den Zuschauer der Liebesgeschichte brutale Szenen, wie das Durchtrennen von Hälsen oder ein Genickbruch. Richtig angsteinflößend ist die lebende Tote Lucy. Hier hat später Francis Ford Coppola genau hingeschaut als er seine Dracula-Version drehte. Badhams Tote war nicht anmutig oder gar schön, sondern ihr zerfetztes Totenhemd mit zerfetzten bleichem Gesicht ist wahrlich erschreckend. Hier wurde die Maske von Linda Blair aus Exorzist von 1973 wieder aufgenommen. Der lebende Tote wird nicht romantisiert oder verkitscht, sondern es ist ein kalter, bleicher, muffiger Tod in nassen Gräbern. Der wahrhaftige Teufel ist in den Leib von Lucy gefahren – übrigens werden bei Badham die Rollen von Lucy und Mina vertauscht und auch die Familienverhältnisse geändert.

Ich hatte den Dracula-Film einstmals im Fernsehen gesehen und war damals enttäuscht. Es war mir als Jugendlicher zuviel Gefühl, zuviel Tragik im Film. Ich wollte Action, wie ich sie aus den Hammer-Filmen kannte. Vor allem Frauen erliegen der Faszination des dunklen Fürsten. Der bissige Gentleman als Herzensbrecher, der aber nur seine Interessen durchsetzen will. Der alte gierige Mann sucht sich junge Frauen aus, die er verführen und beherrschen kann. Und sie verfallen dem Manipulator willenlos. Der Liebesakt in Rot bedient gängige Klischees. Heute kann ich die vermittelte Tragik mit dem Leid besser verstehen und die 2009 veröffentlichte DVD-Fassung unterstützt die traurige Stimmung des Films noch mehr. Durch geschicktes Color-Grading wurde die Farbe im Film reduziert, so dass Dracula dunkel, leblos wirkt. Der Blutverlust des Films wirkt sich auf das Bild aus. Aus dem Film entweicht die Farbe, das Leben, die Freude. Die Stimmung der Szenerien überträgt sich auf den Zuschauer durch eine eindrucksvolle Kameraleistung von Gilbert Taylor, der schon mit Regiegenie Stanley Kubrick Dr. Seltsam, mit Polanski Macbeth und mit Hitchcock Familiengrab gedreht hat.

Aber den absoluten Kick des Films bringt der Score von John Williams. Der Soundtrack Dracula wird zu Höchstpreisen unter Sammlern gehandelt und wer ihn gehört hat, der weiß warum. Williams liefert einen Höhepunkt seines Schaffens ab. Star Wars, Indiana Jones, Superman und Jaws sind großartig – Dracula reiht sich in dieses Werk ein.

Für mich ist Dracula ein reifer Film für gereifte Zuschauer. Wer Trashkino braucht, der greift zu Wes Craven. Wer aber schaudern will, der greift zu John Badhams Dracula.