Posts Tagged ‘Soundtrack’

Spielspaß total: Gameplay aufnehmen mit der Elgato GameCapture HD

6. Oktober 2012

Ich war immer schon ein Gamer, aber jetzt werden Videospiele erst richtig schön. Vor kurzem brachte UPS die Elgato Game Capture HD. Damit ist es möglich, das Gameplay von der PS3 oder XBox 360 mitzuschneiden und die Filme später anzusehen, hochzuladen oder zu teilen. Nachdem Elgato mich seit Jahren als Mac-User in Sachen Fernsehen begleitet, war ich an dieser Games-Lösung interessiert und bin bereits nach einem Tag Testlauf restlos begeistert. Das Teil ist super. Gaming gewinnt durch Elgato deutlich.

Im Grunde ist es ein sehr einfach zu bedienendes HDMI-Capture-Device. Damit kann ich mein PlayStation- und Xbox-Gameplay am Mac oder PC aufnehmen. Die Software dazu gibt es kostenlos bei Elgato zum Download, funktioniert freilich nur mit der Elgato-Hardware. Systemvoraussetzungen sind Mac OS X 10.7, 2.0 GHz Intel Core 2 Duo CPU. Das mitglieferte PlayStation-Kabel kommt in den MULTI AV OUT der Konsole und wird mit dem GameCapture HD verbunden. Ein mitgliefertes, etwas zu kurzes HDMI-Kabel führt von dem GameCapture HD zur TV-Gerät (Passthrough) und ein UBS-Kabel in den Rechner. Hier kommt die Capturing-Software zum Einsatz. Das kleine 142 Gramm leichte Gerät verträgt die Auflösungen in 480p, 576p, 720p, 1080i und 1080p – letztere bei bis zu 30 Mbit/s, das Teil lässt also keine Gamer-Wünsche offen. Die HD PVR von Haupauge ist auch ganz nett, aber natürlich nicht für uns Mac-User interessant.

Sehr interessant ist die so genannte Flashback-Funktion. Auch wenn der Capturing-Knopf nicht gedrückt wurde, zeichnet das Gerät auf. Der entscheidende Head-Shot bei Call of Duty geht also nicht verloren. Die Filme werden über H 2.64 kodiert und herunter gerechnet. Trimmen ist mit der Software möglich, den Feinschnitt erledigt ein separates Schnittprogramm wie iMovie, Final Cut oder Premiere Pro.

Als erstes Gameplay zeichnete ich eine Fahrt in MotorStorm 2 auf. Dabei ging es mir nicht um eine elegante Fahrweise, sondern ich wollte die Funktionsweise des Geräts testen. Ich habe anschließend meinen kleinen Film zu YouTube hochgeladen. Lief alles bestens.

Warum schneide ich eigentlich Videogames mit? Wenn ich Experte in einem Spiel bin, kann ich damit so richtig angegeben, also den dicken Maxe machen nach dem Motto: Schaut her, was ich drauf habe. Leider bin ich bis auf die Lego Star Wars-Serie nicht wirklich top in Videogames. Zu oft werde ich getroffen, abgemurkst, über den Haufen geschossen, geschlagen, abgehängt, auf die hinteren Plätze verwiesen. Also mit klassischer Angabe ist es nicht weit her.

Die kostenlose Capturing-Software von Elgato arbeitet nur mit Elgato-Hardware zusammen.

Die kostenlose Capturing-Software von Elgato arbeitet nur mit Elgato-Hardware zusammen.

Aber ich kann endlich verlustfrei Machinima-Filme drehen. Als Machinima bezeichnet man Filme, die mit Hilfe von Game-Engines produziert werden. Ich spiele mein Gameplay, gestalte meine Story und gestaltete anschließend einen eigenen Film. Machinima ist eine eigene Kunstform im Netz. Das gefällt mir und reizt meine Kreativität. Damit steht fest, die Elgato GameCapture HD ist die richtige Anschaffung und eine klare Kaufempfehlung von mir.

Ist es eigentlich forma lrechtlich erlaubt, sein Gameplay bei YouTube hochzuladen? Ja, YouTube ist voll davon, doch ist es eigentlich legal? In den Nutzungsbedingungen von YouTube steht, dass keine Rechte Dritter verletzt werden dürfen. Nun, die Gameszenen sind sicherlich urheberrechtlich geschützt und mit Sicherheit der Soundtrack zum Game. Wenn ich also mein Gameplay bei YouTube hochlade, laufe ich dann Gefahr, Urheberrechte zu verletzen? Die Spieleindustrie ist zwar locker, aber ganz so locker dann doch nicht, oder?

Und was die Elgato Game Capture HD auch ermöglicht, ist das Rippen von Kopiergeschützen Blu rays. In der PlayStation 3 werden die Filme abgespielt und mit 1080p über die Elgato Game Capture HD auf der Festplatte verlustfrei aufgezeichnet. Ich habe es mit einer Blu ray getestet. Ja, auch diese Art von Privatkopie ist nicht gestattet, schließlich umgehe ich einen Kopierschutz.

Dracula im Film 3: Dracula 1979

11. Juni 2012

Dieser Dracula ist anders. Nach den Hammer-Produkten in Primärfarben war lange Zeit Ruhe um den Beißer aus Transsilvanien bis sich Star-Regisseur John Badham an den Stoff erinnerte und neu interpretiert in Szene setzte. Badham orientierte sich dabei mehr am Theaterstück von Hamilton Deane und John L. Balderston als an den Schauerroman von Bram Stoker. Das Wichtigste: Er interpretierte die Rolle des Grafen anders. Nicht die Bestie wie in den Hammer-Filmen stand im Mittelpunkt, sondern der verführerische, gnadenlose Graf.

Die Schauspieler waren perfekt: Der junge Frank Langella spielt den Grafen, schön, zielstrebig und ohne Gnade. Vor allem sein Spiel mit den Händen ist verführerisch. Zur Schauspielleistung von Sir Laurence Oliver braucht man nichts zu verlieren außer WUNDERBAR. Und dass obwohl die Zeit von Sir Laurence abgelaufen war und er sterbenskrank war. Auch dem Spiel des ewigen Dr. Loomis aus Halloween Donald Pleasence ist es ein Genuss anzusehen. Große Schauspielkunst der Truppe.

Trotz preiswerter Produktion ist die Ausstattung wunderbar. Hauptsächlich in Cornwall gedreht hat Dracula eindrucksvolle Locations: Die Irrenanstalt ist das Camelot Castle Hotel in Tintagel, Draculas Schloss ist St. Michael Berg, eine halbe Meile vor der Küste – es ist durch einen Damm verbunden – von Marazion an der Südwestspitze von Cornwall. Ungewöhnlich ist in einem Dracula-Film der Einsatz von Strom und sogar eines schnittigen Automobils. Hier bricht der Film wohltuend aus der Tradition der klassischen Filme aus, zeigt aber auch, dass Technik einen Grafen nicht zur Strecke bringen kann.

Die Innenausstattung orientiert sich derweil am Gothic Horror der alten Lugosi-Filme. Und auch wie bei Lugosi sieht der Zuschauer bei Langella keine Vampirzähne. Dennoch ist der Film keineswegs unblutig. Immer wieder schockieren den Zuschauer der Liebesgeschichte brutale Szenen, wie das Durchtrennen von Hälsen oder ein Genickbruch. Richtig angsteinflößend ist die lebende Tote Lucy. Hier hat später Francis Ford Coppola genau hingeschaut als er seine Dracula-Version drehte. Badhams Tote war nicht anmutig oder gar schön, sondern ihr zerfetztes Totenhemd mit zerfetzten bleichem Gesicht ist wahrlich erschreckend. Hier wurde die Maske von Linda Blair aus Exorzist von 1973 wieder aufgenommen. Der lebende Tote wird nicht romantisiert oder verkitscht, sondern es ist ein kalter, bleicher, muffiger Tod in nassen Gräbern. Der wahrhaftige Teufel ist in den Leib von Lucy gefahren – übrigens werden bei Badham die Rollen von Lucy und Mina vertauscht und auch die Familienverhältnisse geändert.

Ich hatte den Dracula-Film einstmals im Fernsehen gesehen und war damals enttäuscht. Es war mir als Jugendlicher zuviel Gefühl, zuviel Tragik im Film. Ich wollte Action, wie ich sie aus den Hammer-Filmen kannte. Vor allem Frauen erliegen der Faszination des dunklen Fürsten. Der bissige Gentleman als Herzensbrecher, der aber nur seine Interessen durchsetzen will. Der alte gierige Mann sucht sich junge Frauen aus, die er verführen und beherrschen kann. Und sie verfallen dem Manipulator willenlos. Der Liebesakt in Rot bedient gängige Klischees. Heute kann ich die vermittelte Tragik mit dem Leid besser verstehen und die 2009 veröffentlichte DVD-Fassung unterstützt die traurige Stimmung des Films noch mehr. Durch geschicktes Color-Grading wurde die Farbe im Film reduziert, so dass Dracula dunkel, leblos wirkt. Der Blutverlust des Films wirkt sich auf das Bild aus. Aus dem Film entweicht die Farbe, das Leben, die Freude. Die Stimmung der Szenerien überträgt sich auf den Zuschauer durch eine eindrucksvolle Kameraleistung von Gilbert Taylor, der schon mit Regiegenie Stanley Kubrick Dr. Seltsam, mit Polanski Macbeth und mit Hitchcock Familiengrab gedreht hat.

Aber den absoluten Kick des Films bringt der Score von John Williams. Der Soundtrack Dracula wird zu Höchstpreisen unter Sammlern gehandelt und wer ihn gehört hat, der weiß warum. Williams liefert einen Höhepunkt seines Schaffens ab. Star Wars, Indiana Jones, Superman und Jaws sind großartig – Dracula reiht sich in dieses Werk ein.

Für mich ist Dracula ein reifer Film für gereifte Zuschauer. Wer Trashkino braucht, der greift zu Wes Craven. Wer aber schaudern will, der greift zu John Badhams Dracula.

Filmtipp: Buckaroo Banzai – Die 8. Dimension

1. Juni 2012

Wollen Sie mal richtiges Trash-Kino aus den 1980er Jahren sehen? Dann schauen Sie sich Buckaroo Banzai – Die 8. Dimension an. Ich habe diesen Film seinerzeit 1984 als Pressevorführung im Kino gesehen und jetzt beim Kelleraufräumen das Presseheft gefunden – damals waren die Pressematerialien noch aus Papier. In der Pressevorführung hüpfte ein Typ mit einem Raumanzug herum, was mich wohl nachhaltig beeindruckte, wenn ich mich rund 30 Jahre später immer noch daran erinnere.

Buckaroo Banzai – Die 8. Dimension war anders als klassische Science Fiction-Filme. Die Handlung war wirr, die Darsteller aber mega cool und Klamotten sowie Frisuren eine Augenweide im negativen Sinne. Ja, damals waren Schulterpolster der letzte Schrei. Buckaroo Banzai war Rockstar, Gehirnchirurg, Wissenschafter und Samuraii. Seine Band hieß übrigens the Hong Kong Cavaliers. Aber der Film hat etwas: Die Darsteller waren gut: Peter Weller, Jeff Goldblum und Christopher Lloyd sowie Ellen Barkin und ganz besonders irre John Lithgow. Und die Story war ungewöhnlich. Der Zuschauer wird in die Szenen hineinkatapultiert, nichts wird erklärt, die Story hat keinen so richtigen Faden und dennoch passt alles zusammen. Vielleicht liegt es an den Aussprüchen von Banzai: „Der einzige Grund für die Existenz von Zeit ist, weil nicht alles gleichzeitig passieren kann!“

Der Film war irgendwie Kult, so dass sich nachträglich ein Banzai-Institut gegründet hatte und eine Zeitlang im Netz aktiv war. Wer noch richtig bei Sinnen ist, sollte den Film meiden. Er ist nur etwas für Freaks – die Anspielungen aus der Welt der Science Fiction und der Philosophie sind wunderbar, aber nur mit viel Bier zu ertragen. Realisten werden diesen Film nie verstehen. Vielleicht muss ich das Buch von Earl MacRauch mal lesen, leider wurde ein offizieller Soundtrack nie realisiert.

Musiktipp: Princess Mononoke von Joe Hisaishi

29. Mai 2012

Als Bewunderer von Hayao Miyazaki schaute ich mir vor kurzem mal wieder Prinzessin Mononoke auf DVD an. Der Film – inzwischen ein Klassiker des Animie-Kinos – haute mich wie jedes Mal vom Hocker. Dieses Mal achtete ich aber mehr auf die Musik als auf die eindrucksvollen Bilder. Und der Soundtrack Prinzessin Mononoke steht dem Film um nichts nach. Was mich verwunderte, er orientiert sich mehr an Hollywood als an seinen japanischen Wurzeln. Klar, ein Joe Hisaishi steht im Schatten eines John Williams oder Jerry Goldsmith, aber dieser Mann versteht sein Handwerk, das hörbar von Philip Glass beeinflusst wurde. Die Soundtracks von Joe Hisaishi haben nie den Erfolg gehabt, den sie eigentlich haben sollten. Dies liegt wohl daran, dass er Insidern bekannt ist, aber durch seine Kompositionen für andere Animie-Filme dem breiten Publikum unbekannt bleibt. Ein Hans Zimmer wird er nicht und das ist gut so.

Hisaishis Musik hat Atmosphäre und ihren Reiz. Das musikalische Thema des Soundtracks „The Legend of Ashitaka“ hat Größe, ist eingängig und wird facettenreich variiert. Der Wechsel zwischen opulenter Kraft und musikalischer Leichtigkeit ist wunderbar. Großes Orchester und einzelne Instrumente sowie drei Vocal-Stücke – alles wird eine solide Einheit.

Der Soundtrack berührt, genauso wie der Film und wenn wie bei „Tatara Women Work Song“ dann doch die japanische Kultur durchbricht, dann ist das ein absoluter Gewinn für den Soundtrack. Das Flair der asiatischen Kultureinflüsse ist auch für westliche Ohren eine Bereicherung und reicht Gott sei Dank über die Weichspülmusik in asiatischen Restaurant hinaus. Ich bring es mal auf den Punkt: Wer die Filme von Hayao Miyazaki mag, der wird auch die Musik von Joe Hisaishi mögen und den Soundtrack zu Prinzessin Mononoke im Besonderen.

Die Alien-Soundtracks

20. Mai 2012

Im Moment freue ich mich auf den Kinosommer, wenn endlich Prometheus von Ridley Scott in die Kinos kommt. Es ist das Prequel zu Alien und die Bilder machen Lust auf großes Vfx-Kino. 1979 hieß es so schön: „Im Weltraum hört dich niemand schreien!“ Ich bin sehr gespannt, was uns erwartet. Ich habe schon hier darüber geschrieben und mir auch die Blu rays näher angeschaut.

Und ich bin auf den Soundtrack von Marc Streitenfeld gespannt. Die Soundtracks zu Alien waren unterschiedlich, wie die Filme. Jerry Goldsmith leistete mit der Musik zum ersten Teil ganze Arbeit. 2007 ist eine Doppel-CD Alien erschienen, die keine Wünsch offen lässt. Leider haben sich Goldsmith und Scott verkracht, so dass das orchestrale Werk in seiner Gesamtheit erst spät erschien und nicht komplett im Film verwendet wurde. Wie bekannt, verstarb Goldsmith im Jahre 2004 und seine Erben können nun profitieren. Meine erste Aufnahme von Alien war nur rund 35 Minuten lang und eindeutig zu kurz. Die Doppel-CD  Alien bringt das gesamte veröffentlichte und unveröffentlichte Material zu Tage. Für mich steht Goldsmith in der Liga wie John Williams.

Im zweiten Teil Aliens durfte James Horner ans Dirigentenpult. 2001 erschien eine Aliens (The Deluxe Edition) von Colosseum. Regie führte damals James Cameron, der später auch Horner zu dem Soundtrack zu Titanic engagierte. In der Soundtrack-Version von 2001 können wir endlich nichtveröffentlichte Tracks hören. Horner zeigt hier, was er wirklich kann. Im ursprünglichen Soundtrack kam dieses Schaffen zu kurz. Nach dem mehrmaligen Anhören der 2001-Fassung muss ich sagen: Horner, du bist ein guter Mann und verstehst deinen Job. In der alten kurzen Fassung war mir die Musik zu oberflächlich. Jetzt geht sie in die Tiefe und schafft ein facettenreiches Kopfkino. Es ist komplett neue Musik zu hören, die es in sich hat.

Die Musik des umstrittenen dritten Alien-Teils stammt aus der Feder von Elliot Goldenthal und Alien III bedarf eines mehrmaligen intensiven Hören. Bei den ersten paar Mal anhören überzeugte mich die Musik nicht und die CD wanderte ins Archiv. Doch wie der Film bei mir reifen musste, musste auch die Musik reifen. Jetzt habe ich einen perfekten Horror-Soundtrack in meinen Kopfhörern. Gänsehaut ist garantiert, die Atmosphäre des Films gibt die Musik perfekt wider. Die Mischung aus Angst, Beklemmung, religiösen Fanatismus und nackter Terror wirken.

Den Teil IV Alien Resurrection und die Musik Alien Resurrection will ich vergessen. Film ist schauderhaft und die Musik ist es auch. Es ist der lauter Score für einen belanglosen Actionfilm und John Frizzel hat kein Glanzstück abgegeben. Mir hat das Teil überhaupt nicht gefallen.

Und nun? Im Sommer startet Prometheus. Die Musik in den Trailern klingt gut. Der Soundtrack Prometheus stammt aus der Feder von Marc Streitenfeld. Der Deutsche arbeitet bereits mehrmals mit Ridley Scott und kennt die Arbeitsweise des Meisters. Was mich nervös macht, ist die Tatsache, dass Streifenfeld aus der Schule von Hans Zimmer kommt. Zimmer ist erfolgreich, aber meine Musik ist es nicht. An Zimmer scheiden sich die Geister und ich hoffe bei Prometheus auf eine hervorragende musikalische Arbeit des Münchners Marc Streitenfeld. Am 3. August halte ich den Soundtrack in den Händen und bin gespannt.

Die Prophezeiung/Prophecy (1979): Film, Buch und Soundtrack

26. April 2012
Ganz unterschiedlich: Film, Buch, Soundtrack

Ganz unterschiedlich: Film, Buch, Soundtrack

Im Keller habe ich Paket zum Film Die Prophezeiung wieder entdeckt. Es war ein Öko-Thriller aus dem Jahre 1979. Ich fand den Film von John Frankenheimer, den Soundtrack von Leonard Rosenmann und den Roman von David Seltzer. Der Film ist naja, der Roman eine Enttäuschung, aber die Musik ist hervorragend.

Fangen wir mit dem Film an. Irgendwie war die Zeit für Öko-Thriller Ende der siebziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts einfach vorbei. Hitchcock schaffte mit den Vögeln im Jahr 1963 den ultimativen Tier-Thriller. Mir hatte sogar Frogs – Killer aus dem Sumpf von 1972 noch ein wenig Spaß gemacht. Aber die Prophezeiung war einfach öde. Der Film wusste nicht, was er sein sollte: Ein Drama? Ein Horrorfilm? Ein Thriller? Keine Ahnung – es geht um ein Monster, dass aus Umweltverschmutzung entstand. Das Monster war eine Art mutierter Bär, der vorhersehbar aus dem Unterholz hervorbricht und die Leute killt. Arrg und zack – am Ende wird er durch einen Pfeil erledigt – Symbol für das unterdrückte Indianervolk. Das Öko-Motiv und den warnenden Zeigefinger kennen wir schon von früher, zum Beispiel aus Godzilla und da war es besser. Am Ende stirbt der Monsterbär, doch böse neue Babdybären sind schon unterwegs. Bei Godzilla gab es wenigstens Godzillas Baby. Statt Atomenergie war es bei der Prophezeiung nun das Bleichmittel Methylquecksilber einer Papierfabrik. Regisseur John Frankenheimer ist eigentlich ein Profi, aber er konnte aus dem schwachen Stoff nicht viel herausholen. Ok, die Kameraarbeit ist prima, aber das ganze Teil ist dennoch lahm.

Und das liegt an dem uninspirierten Drehbuch von David Seltzer. Seltzer schaffte es mit Omen einen riesigen Wurf. Alles was danach kam, war schwach. Ich habe wieder in den Roman aus dem Goldmann reingelesen und weiß nicht, was mir 1979 daran gefallen hat. Schlechter Stil und absolut keine Spannung. Ich lagere den Roman wieder im Keller ein, vielleicht muss er noch ein paar Jahrzehnte reifen.

Aber die Musik von Leonard Rosenmann ist ein Genuss. Ich bin ein Fan von John Williams, doch Rosenmann holt immer mehr auf. Seine Musik zu Prophecy ist wunderbar, nicht ein Geplätscher, sondern ein symphonisches Werk – ein wahrer Score. Intensiver Klang, intensive Stimmung, intensive Atmosphäre – so muss es sein. Klare Kaufempfehlung für Prophecy.

Taxi Driver: Redest du mit mir?

3. März 2012
Robert de Niro als Taxi Driver.

Robert de Niro als Taxi Driver.

„Redest du mit mir? Du laberst mich an? – Na, welcher Film ist das? „You talkin‘ to me?” Klar, es ist Martin Scorseses Meisterwerk Taxi Driver als dem Jahre 1976. Hier spielt ein genialer Robert de Niro einen kontaktarmen Taxifahrer, der sich in seine Psychosen hineinsteigert, bis er schließlich bewaffnet ausrastet. Hervorragend auch die Leistung der Neuentdeckung Jodie Foster, die damals erst 13 Jahr alt war und eine Nutte spielt.

Der Film ist weltberühmt und erhielt zahlreiche Preise. Ein Grund war die Kritik Scorseses an der amerikanischen Gesellschaft Mitte der siebziger Jahre. Es war nicht die Glitzerwelt von Abba, sondern die Verarbeitung ein trostloser Blick auf die US-Nation. Hier will ein verstörter Geist den Abschaum von der Straße waschen, wie es in Taxi Driver heißt. Der Vietnamkrieg war verloren und wurde zum Trauma, das Vertrauen in politische Institutionen war nach Watergate zerstört und die Wirtschaftskrise breitete sich aus. Entstanden ist ein gewalttätiger Film, der den Zuschauer verstört zurücklässt. Er zeigt eine verrückte, aus den Fugen geratene Welt: Der Killer wird am Ende als Held gefeiert, weil er die Nutte auf den Weg der Tugend zurückbringt.

Ich habe immer wieder die Bilder des Films in Erinnerung. Die Standfotos stammten von Steve Schapiro. Aber Schapiro hat noch viel viel bessere Bilder gemacht, als die paar Standfotos, die veröffentlicht wurden. Er hat am Set Hunderte von Bilder geschossen, vor und hinter den Kulissen. Zwei Bücher mit seinen Werken hat er bislang publiziert, „American Edge“ und „Schapiro’s Heroes“. In Hollywood hat er an mehr als 200 Filmen mitgearbeitet; zu seinen berühmtesten Filmplakaten zählen die zu Asphalt Cowboy, Taxi Driver, Eine Wahnsinnsfamilie und Der Pate III. Bei Taschen ist zu Taxi Driver vor längerem ein hervorragendes Buch mit den Bildern erschienen. Das Werk Taxi Driver ist auf 1000 Exemplare limitiert und wenn ich mir wieder etwas Besonderes gönne, dann ist es dieses Buch. Beim Durchblättern hat es die triste Stimmung des Filmes hervorragend eingefangen.

Limitiert auf 1000 Exemplare bei Taschen.

Limitiert auf 1000 Exemplare bei Taschen.

Immer wieder schaute ich mir den Film an. Hier passt einfach alles: Regie, Schauspieler, Set, Licht und die Musik – ja vor allem die Musik. Es war die unvergleichliche Musik von Bernard Herrmann, die zur Stimmung beiträgt. Und die Geschichte dahinter ist tragisch. Wenige Stunden nach dem Abschluss der Musikaufnahmen verstarb Herrmann am 24. Dezember 1975 im Schlaf. Taxi Driver bleibt sein letztes Meisterwerk, nachdem er viel Schrott für das Fernsehen aufnahm. Vor kurzem ist der Soundtrack in einer remasterten Neuauflage mit der Musik von Taxi Driver erschienen, die um vier Stücke länger ist als die 30 minütige alte Fassung. Und der Soundtrack war es, der den Film den letzten Schliff gab. Wir kennen alle das Werk von Herrmann in „Der Mann, der zuviel wusste“ oder natürlich „Psycho“ und anderen Hitchcock-Filmen. Der Duschmord in „Psycho“ wäre ohne die Suite von Herrmann längst nicht so durchschlagend gewesen. In Taxi Driver erinnert sich der Komponist an seine Leistungen von früher, spielte einen genialen Score ein und verstarb kurz nach der Aufnahme. Sicher wusste er, dass er etwas Großes geschaffen hatte und konnte so dieses Welt mit der Gewissheit verlassen, dass er es uns allen nocheinmal bewiesen hat. Es ist ein klassischer, dennoch verstörender Score mit Orchester, nicht so groß wie sonst, sondern eher bescheiden, gefühlvoller, jazziger. Herrmann bricht bei Taxi Driver mit seiner Tradition von opulenten Orchesterwerken und setzt auf Stimmung und Gefühl, unterbrochen von schrillen Klängen aus längst vergangenen Hitchcock-Zeiten. Saxophonist Tom Scotts wunderbar satte Interpretation des Titelthemas zeigt, zu welcher Leistung Herrmann noch am Ende imstande war. Der Film ist drückend, die Musik ist es noch viel mehr. Der Film wurde dem Andenken Bernard Herrmanns gewidmet. Mehr brauche ich eigentlich nicht zu sagen, außer: Genießt Taxi Driver.

Neu erschienen und überarbeitet: Der Soundtrack von Bernard Herrmann.

Neu erschienen und überarbeitet: Der Soundtrack von Bernard Herrmann.

Elvis im Regal

27. November 2008

regal

Im Keller unseres Hauses finden sich immer wieder interessante Sachen ein. So zum Beispiel eine Kiste mit Wackel-Elvis. Sie stammen aus der Konkursmasse eines Verlages und waren da Werbegeschenke für Neuabonnenten. Ich bekam damals die Kiste mit dem zuckenden Elvis, bekannt aus der Audi-Werbung, geschenkt und die Kiste verschwand im Keller.

Als ich sie nun wiederfand, kam mir die Idee einer Kollegin im Büro gerade recht. Sie hat gesehen, dass Mitarbeiter von Messen immer wieder kleine Werbegeschenke mitbringen, aber dann nicht wissen, wohin mit den kleinen Aufmerksamkeiten. Da kam ihr die Idee in der Betriebsküche ein Regal aufzustellen. Ich finde die Idee super, denn sie stärkt den Zusammenhalt in einem Unternehmen, die Leute sprechen miteinander und vor allem wird man sein Zeug los. Hier kann jeder Mitarbeiter Sachen hineinlegen und andere nehmen sich diese Sachen mit. Und man glaubt gar nicht, was da alles geht. Ich habe beispielsweise Soundtrack-CDs abgestaubt, wie keiner haben wollte (außer ich). Gleichzeitig habe ich viele Gläschen und Behälter, Bücher und Software in den Schrank gestellt. Am nächsten Tag waren sie weg. Ein Mitarbeiter hat sie mitgenommen und erfreut sich nun an Bücher zu Excel 2007 oder Access 2007.

Unverständlich für mich, warum zum Beispiel jemand Kristalle mitnimmt, aber als eine Kollegin die Heilsteine hinlegte, fanden sie null komma nix im Besitz einer anderen Mitarbeiterin. Egal.  Aber der Renner wird mein Wackel-Elvis werden. Wohldosiert werde ich die Kiste auf den Markt bringen, bis jeder Mitarbeiter in dem Unternehmen einen zuckenden Elvis hat.