Kompletter Müll: Film und Soundtrack zu Murderrock

murderrock

Ich bin ja als Fan vieles gewöhnt und hab auch für vieles Verständnis. Die Kombination Lucio Fulci und Keith Emerson hätte funktionieren können. Hätte, hätte, Fahrradkette – die Kombination ist absoluter Schrott, wie das Beispiel des Films und Soundtracks Murderrock zeigt.

Lucio Fulci ist ein großer Meister des italienischen Horrorfilms, eigentlich des Gorefilms oder dessen Italo-Version die Giallo. Jugendschützer hatten Schaum vor dem Mund, wenn man in den 80er Jahren des vergangenen Jahrhunderts seinen Namen nannte. Derb, billig und provokativ waren seine Filme und immer ein bisschen zu viel des Guten. Jetzt kam ich dazu, die restaurierte Fassung seines Films von 1984 anzusehen: Murderrock.

Ganz, ganz großer Mist ist der Film – im Original hieß der Streifen Uccide a passo di danza, in den USA hieß der Film Dancing Death, The Demon Is Loose oder Slashdance. Wobei Slashdance dem Thema am besten entsprach. Geprägt von dem Tanzfilm Flashdance wurde Lucio Fulci vom Produzenten eine Art Tanzfilm mit Gore-Elementen zu drehen. Das war einfach Mist.

Und für den Soundtrack eines Tanzfilms den großen Tastenzauberer Keith Emerson zu wählen, war eine vorhersehbare Fehlbesetzung. Emerson ist ein großes Talent und hat die Rockmusik mit ELP bewegt, doch Tanzmusik der 80er Jahre konnte und kann er einfach nicht. Aber Keith Emerson brauchte wohl Geld. Seine große Zeit war vorbei und er klimperte sich durch zahlreiche Soundtracks, die interessant oder absolut katastrophal waren. Murderock war einer der letzteren. Die Originalfassung des Soundtracks hatte ich noch mit 11 Tracks auf Langspielplatte und vor kurzem entdeckte ich eine erweiterte Version aus dem Jahre 1993. Das japanische Label SLC brachte die Fassung mit Archivmaterial aus dem Cinevox-Archiven heraus. Es handelt sich um Hintergrundmusik zu den Slasher-Szenen – ohne Gesang, sondern rein Keith Emerson. Wegen dieser vier Stücke mit einer Gesamtlänge von rund sieben Minuten hab ich mir das Album Murderock nochmal gekauft. Und – so ungern ich es als Fan sage: Es war ein Fehlkauf.

Hier der deutsche Trailer zum Film

Und hier ein Auftritt von Keith Emerson im italienischen Fernsehen

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