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Meine Vinyl des Monats: Bruce Springsteen, Kate Bush, John Lennon, The Yardbirds, Jean-Michel Jarre, Led Zeppelin, King Crimson, Howard Shore, Bernard Herrmann, Richard Wagner, Chuck Berry

29. Oktober 2025

Vinyl-Schallplatten üben bis heute eine besondere Faszination aus. Ihr warmer, voller Klang unterscheidet sich deutlich von der glatten Perfektion digitaler Formate und vermittelt ein Gefühl von Echtheit und Nähe zur Musik. Auch das haptische Erlebnis spielt eine große Rolle: Das Auflegen der Platte, das leise Knistern der Rille und das große, oft kunstvoll gestaltete Cover machen das Musikhören zu einem bewussten, beinahe rituellen Vorgang. Viele Liebhaber schätzen zudem den nostalgischen Charakter und die Handwerkskunst vergangener Jahrzehnte. In einer Zeit, in der Musik meist nur noch gestreamt wird, steht die Schallplatte für Entschleunigung, Wertschätzung und den besonderen Moment, wenn Musik wirklich greifbar wird. Und hier sind meine Anschaffungen im Monat Oktober.

Bruce Springsteen: Nebraska ’82 Expanded Edition
Über vierzig Jahre nach der Veröffentlichung seines wohl intimsten Albums gewährt uns Bruce Springsteen tiefe Einblicke in eine Schaffensphase, die längst Musikgeschichte geschrieben hat. Mit „Nebraska ’82: Expanded Edition“ und dem begleitenden Soundtrack zum Biopic „Deliver Me From Nowhere“ erscheinen gleich zwei Veröffentlichungen, die das Vermächtnis des 1982 entstandenen Kultalbums in neuem Licht zeigen. Und ich hatte das unglaubliche Glück, die Vinyl-Box in den Händen zu halten!
Als langjähriger Springsteen-Fan war der Moment, in dem das Paket ankam, schon etwas Besonderes. Nebraska war schon immer anders – rau, ehrlich, reduziert auf das Wesentliche. Während alle Welt den bombastischen Sound von „Born in the USA“ erwartete, lieferte Bruce damals diese kargen, auf einem Vierspur-Kassettendeck aufgenommenen Lieder ab. Geschichten von Menschen am Rand der Gesellschaft, erzählt mit einer Intensität, die einem unter die Haut geht.
Die Expanded Edition ist mehr als nur eine Neuauflage. Schon die Verpackung zeigt, mit wieviel Liebe zum Detail hier gearbeitet wurde. Das schwere Box-Set öffnet sich wie eine Schatztruhe, und drinnen wartet nicht nur das remastered Original-Album, sondern auch bisher unveröffentlichte Aufnahmen, alternative Versionen und Demos, die einen noch tieferen Blick in Bruces damalige Seelenlage gewähren. Die Liner Notes, vollgepackt mit Hintergrundinformationen und Fotografien aus jener Zeit, sind ein absolutes Highlight für jeden, der verstehen möchte, wie aus diesen einsamen Sessions in Bruces Schlafzimmer ein Meisterwerk entstand.
Das Vinyl selbst klingt fantastisch – warm, direkt, unmittelbar. Man hört jedes Knacken, jedes Atmen, jede Nuance von Bruces Stimme und seiner akustischen Gitarre. Genau so sollte Nebraska klingen. Die zusätzlichen Tracks offenbaren Songs, die es nicht aufs Original geschafft haben, aber genauso kraftvoll und berührend sind. Es ist, als würde man Bruce damals über die Schulter schauen, während er mit seinen Dämonen ringt und daraus Kunst erschafft.
Der Soundtrack zu „Deliver Me From Nowhere“ ergänzt das Erlebnis perfekt und macht die gesamte Ära noch greifbarer. Für mich als Fan ist diese Veröffentlichung ein Geschenk – eine Möglichkeit, ein Album, das ich schon hunderte Male gehört habe, noch einmal ganz neu zu entdecken. Nebraska war damals mutig, kompromisslos und seiner Zeit voraus. Heute, über vier Jahrzehnte später, hat es nichts von seiner Kraft verloren. Im Gegenteil: Es fühlt sich relevanter denn je an.

Kate Bush: The Kick Inide
Kate Bushs Debütalbum The Kick Inside, erschienen 1978, ist ein außergewöhnliches Werk voller künstlerischer Eigenwilligkeit und jugendlicher Genialität. Mit nur 19 Jahren schuf Bush ein Album, das sowohl lyrisch als auch musikalisch weit über das hinausging, was man damals von einer Newcomerin erwarten konnte. Ihre unverwechselbare Stimme, die zwischen ätherischer Zartheit und dramatischer Expressivität pendelt, prägt Songs wie Wuthering Heights, The Man with the Child in His Eyes oder Moving.

Stilistisch verbindet das Album Pop, Rock und Artrock-Elemente mit literarischen und mythologischen Anspielungen – ein Konzept, das Bush später zu einer der faszinierendsten Künstlerinnen der Popgeschichte machte. The Kick Inside wirkt auch heute noch frisch und originell – ein visionäres Debüt, das die Grenzen des Pop neu definierte.

John Lennon: Gimme Some Truth
Gimme Some Truth von John Lennon ist weniger ein klassisches Album als eine pointierte Werkschau seines Schaffens, die seine kompromisslose Haltung und sein Gespür für eingängige Melodien eindrucksvoll zusammenfasst.

Die Songs zeigen Lennon als politischen Idealisten, als scharfen Gesellschaftskritiker, aber auch als verletzlichen Menschen, der nach Wahrheit und Frieden sucht. Klassiker wie Imagine, Instant Karma! oder Working Class Hero stehen dabei exemplarisch für seine Mischung aus Aufrichtigkeit, Wut und Hoffnung. Gimme Some Truth ist damit nicht nur eine Zusammenstellung bekannter Stücke, sondern ein musikalisches Manifest für Authentizität und Menschlichkeit.

The Yardbirds: Roger the Engineer
Das Album „Roger the Engineer“ der britischen Band The Yardbirds erschien 1966 und gilt als ihr einziges Studioalbum mit komplett eigenem Songmaterial. Offiziell hieß es in Großbritannien Yardbirds, bekam aber aufgrund des Cover-Designs, das eine Karikatur des Tontechnikers Roger Cameron zeigt, schnell den Spitznamen „Roger the Engineer“.

Musikalisch markiert es eine Übergangsphase: Die Band entfernte sich von reinem Rhythm & Blues und experimentierte stärker mit Psychedelic-, Bluesrock- und Hardrock-Elementen. Mit Jeff Beck als Leadgitarrist enthält das Album einige wegweisende Riffs und Sounds, die später viele Musiker beeinflussten. Heute gilt es als ein Schlüsselwerk der 60er-Jahre-Rockmusik.

Jean-Michel Jarre: Zoolook
Jean-Michel Jarres Album Zoolook aus dem Jahr 1984 gilt als eines seiner experimentellsten Werke und markiert einen deutlichen Schritt weg von reiner Synthesizer-Musik hin zu einem stärker samplingsbasierten Klangbild. Charakteristisch ist der innovative Einsatz von Sprachaufnahmen aus rund 25 verschiedenen Sprachen, die verfremdet, rhythmisch eingebunden und so zu einem eigenständigen musikalischen Element werden. Dadurch entsteht eine außergewöhnliche Textur, die dem Album eine besondere Tiefe und Identität verleiht. Stücke wie Ethnicolor oder Diva erzeugen dichte, atmosphärische Klangräume, die teilweise fast beklemmend wirken, während andere Passagen mit spielerischen Fragmenten überraschen. Kritiker heben das Album häufig als wegweisend für die Verwendung von Sprachsamples im elektronischen Popkontext hervor.

Gleichzeitig ist Zoolook kein leicht konsumierbares Werk: Der Spannungsbogen wirkt stellenweise unausgeglichen, und wer Jarres melodischere Klassiker wie Oxygène oder Équinoxe bevorzugt, könnte den Zugang zu Zoolook als sperrig empfinden. Auch manche Produktionstechniken wirken aus heutiger Sicht etwas gealtert. Dennoch bleibt Zoolook ein ambitioniertes Album, das Mut zur Innovation beweist und als wichtiger Meilenstein in der Geschichte der elektronischen Musik gilt.

Led Zeppelin: III
Mit Led Zeppelin III schlug die Band 1970 neue Wege ein und überraschte Fans wie Kritiker gleichermaßen. Während die Vorgängeralben klar vom harten, elektrischen Bluesrock geprägt waren, zeigt sich hier ein deutlicher Fokus auf akustische Klänge und Folk-Einflüsse. Songs wie Gallows Pole oder Bron-Y-Aur Stomp schöpfen aus britischer und amerikanischer Folk-Tradition, während Stücke wie Immigrant Song oder Celebration Day die gewohnte Energie und Härte der Band transportieren.
Diese Mischung aus akustischer Intimität und elektrischer Wucht machte das Album zunächst zu einem Streitpunkt: Manche Hörer vermissten die durchgehende Wucht der ersten beiden Werke. Doch mit der Zeit setzte sich die Erkenntnis durch, dass Led Zeppelin III ein mutiger Entwicklungsschritt war, der die Band musikalisch breiter aufstellte und ihren Sound erheblich erweiterte.
Besonders hervorgehoben wird heute die Vielseitigkeit des Albums: von hymnischen Riffs über filigrane Gitarrenarrangements bis hin zu sensiblen Akustikpassagen. Kritiker sehen darin einen wichtigen Grundstein für Led Zeppelins Fähigkeit, Hardrock, Blues, Folk und psychedelische Elemente zu einem unverwechselbaren Stil zu verschmelzen.
Im Rückblick gilt Led Zeppelin III nicht als das eingängigste, wohl aber als eines der einflussreichsten und künstlerisch spannendsten Werke der Band – ein Album, das zeigt, dass sich Led Zeppelin nicht auf ihre Erfolgsformel beschränkten, sondern den Mut hatten, neue Klangwelten zu erschließen.

King Crimson: Beat
Beat ist das neunte Studioalbum von King Crimson und erschien am 18. Juni 1982. Es war das zweite Album der „’80er-Formation“ mit Robert Fripp, Adrian Belew, Tony Levin und Bill Bruford, und erstmals blieb die Besetzung gegenüber dem Vorgängeralbum Discipline unverändert. Unter dem Einfluss der Beat-Generation (z. B. Jack Kerouac, Allen Ginsberg) konzipierte Belew die Texte, angeregt durch Fripp, der ihm Lesestoff aus der Beat-Literatur nahelegte. Der Name Beat verweist also nicht auf Rhythmus allein, sondern auf die literarische Bewegung, deren Geist (“On the Road”, “Howl” etc.) im Album mitschwingt.

Da Discipline 1981 als Comeback-Album gefeiert wurde, lagen die Erwartungen für Beat hoch: Könnte King Crimson die musikalische Neuausrichtung stabilisieren und weiterentwickeln? Viele Fans und Kritiker hofften auf eine Weiterentwicklung statt auf Wiederholung. Eines der stärksten Merkmale von Beat liegt in seiner instrumentalen Qualität und der Präzision, mit der die Musiker – insbesondere Fripp, Bruford und Levin – ihre Parts ineinander verschachteln. Selbst wenn der Pop- und New-Wave-Einfluss deutlich herauszuhören ist, bleibt die progressive DNA present. Die Technik, das Zusammenspiel und die Dichte mancher Arrangements erinnern an die besten Momente von Discipline, auch wenn Beat insgesamt zugänglicher klingt. Beat ist ein Album, das in King Crimsons Diskografie zwischen Experiment und Zugänglichkeit steht. In den besten Momenten – etwa mit Sartori in Tangier und Requiem – erinnert es daran, dass die Band immer noch bereit war, Grenzen zu verschieben. In anderen Momenten wendet es sich bewusst dem Pop-Songwriting zu, was manche Fans als Kompromiss ansehen.
Wenn man Beat mit seinem Vorgänger Discipline vergleicht, liegt es rückblickend oft etwas darunter: wohltuend solide, aber nicht so kraftvoll und einflussreich wie das Comeback-Album. Dennoch besitzt Beat genug individuell starke Stücke, um es auch heute noch wertvoll zu hören – vor allem für jene, die den Chinesen des 80er-Crimson-Sounds nachspüren wollen.

Howard Shore: Lord of the Rings
Die Musik von Howard Shore zu Der Herr der Ringe zählt zu den bedeutendsten Filmmusikwerken überhaupt und ist weit mehr als eine bloße Begleitung der Bilder. Shore erschuf ein eigenständiges musikalisches Universum, das die Tiefe und Vielfalt von Tolkiens Welt hörbar macht. Zentral ist dabei die konsequente Verwendung der Leitmotivtechnik: Mehr als neunzig verschiedene Themen und Motive ziehen sich durch die Trilogie, die Völker, Orte, Gegenstände oder auch abstrakte Ideen verkörpern und sich im Verlauf der Handlung weiterentwickeln. So wird die Musik des Auenlands von warmen, volksliedhaften Klängen mit Geige, Flöte und Klarinette bestimmt, während Rohan durch die rauen Töne der Hardangerfiedel charakterisiert wird. Gondor klingt majestätisch und feierlich mit Blechbläsern und Chor, während Mordor und Isengard von schweren, dissonanten Klangmassen aus Blech und Schlagwerk geprägt sind.

Einen besonderen Reiz verleihen die groß angelegten Chorpassagen, die in Tolkiens Sprachen wie Sindarin, Quenya oder Khuzdul gesungen werden und der Musik eine archaische, mythische Aura verleihen. Shore gelingt es, sowohl intime, zarte Momente voller Geborgenheit als auch monumentale Schlachtszenen von überwältigender Wucht zu gestalten und so die emotionale Bandbreite der Filme auf einzigartige Weise zu verstärken. Trotz der Vielfalt an Themen und Stilen wirkt die Komposition als geschlossenes Ganzes, das wie eine Oper ohne Bühne funktioniert und die epische Dimension der Geschichte hörbar macht.

Bernard Herrmann: Vertigo
Der Soundtrack zu Alfred Hitchcocks Vertigo (1958), komponiert von Bernard Herrmann, gilt als eines der eindrucksvollsten Beispiele für die enge Verbindung von Film und Musik. Herrmanns Komposition ist von einer hypnotischen, fast unheimlichen Qualität geprägt und spiegelt die psychologische Tiefe des Films ebenso wider wie dessen traumartige Atmosphäre. Zentral sind die schwebenden, kreisenden Motive, die musikalisch das titelgebende Schwindelgefühl nachzeichnen. Durch die geschickte Verwendung von sich aufbauenden und wiederholenden Figuren, schraubenartigen Tonbewegungen und dichten Orchesterfarben entsteht ein Klangbild, das sowohl Spannung als auch Obsession vermittelt.
Die Partitur arbeitet intensiv mit Streichern, die oft in breiten, wogenden Klangflächen eingesetzt werden und ein Gefühl von Sehnsucht, aber auch von Beklemmung erzeugen. Über diesen Teppichen legen sich unheilvolle Bläserakzente, die die Bedrohung und die innere Zerrissenheit der Hauptfigur unterstreichen. Besonders hervorzuheben ist das berühmte Liebesthema, das zugleich romantisch und beunruhigend wirkt – es steigert sich immer wieder in leidenschaftliche Höhepunkte, die jedoch abrupt abbrechen oder in Dissonanzen münden, was die unerfüllte, obsessive Natur der Liebe im Film reflektiert.
Herrmanns Musik für Vertigo ist weniger auf klassische Hollywood-Melodien ausgelegt, sondern auf eine durchgängige Klangdramaturgie, die den Zuschauer unweigerlich in die psychologische Abwärtsspirale der Figuren hineinzieht. Sie ist zugleich lyrisch und bedrohlich, schön und verstörend, und verstärkt so die traumwandlerische, beklemmende Stimmung des Films auf unverwechselbare Weise.

Richard Wagner: Lohengrin
Die Bayreuther Festspiele 1982 präsentierten mit Richard Wagners „Lohengrin“ eine Aufführung, die sowohl musikalisch als auch szenisch nachhaltigen Eindruck hinterließ. Im Zentrum stand der Tenor Peter Hofmann, der zu dieser Zeit bereits als charismatischer und moderner Wagner-Sänger galt. Seine Interpretation der Titelpartie zeichnete sich weniger durch ein heroisch stählernes Timbre aus, als vielmehr durch eine lyrische, fast schlanke Stimmführung, die dem geheimnisvollen Charakter des Schwanenritters eine besondere Verletzlichkeit und Menschlichkeit verlieh. Hofmanns heller Tenor, geprägt von klarem Höhenstrahl und nuancenreicher Phrasierung, traf den Ton eines „modernen Lohengrin“, der sich von den kraftvollen, manchmal schwergewichtigen Bayreuth-Traditionen unterschied. Kritiker bemerkten zwar eine gewisse vokale Fragilität in den dramatischeren Passagen, doch gerade die „Gralserzählung“ gewann durch seine fast introvertierte Gestaltung eine intime Intensität, die im Festspielhaus große Wirkung entfalten konnte.

An der Seite Hofmanns überzeugte die Sopranistin Katalin Komlósi (Elsa) mit lyrischer Innigkeit, auch wenn ihre Stimme nicht immer das durchschlagende Volumen für den großen Saal besaß. Die Gegenspieler, insbesondere Ortrud und Telramund, lieferten hingegen kraftvoll-dramatische Kontraste, die der Aufführung die nötige Spannung gaben. Dirigent Woldemar Nelsson entschied sich für ein transparentes, fließendes Klangbild, das weniger den monumentalen Wagner-Klang kultivierte, sondern eine fein austarierte Balance zwischen Orchester und Bühne herstellte. Die Bayreuther Akustik trug dazu bei, dass selbst die zarten Passagen Hofmanns klar verständlich blieben.

Auch die 1982 veröffentlichte Aufnahme dieser Produktion dokumentiert diese besondere Ära Bayreuths. Auf Schallplatte und später CD festgehalten, vermittelt das Album die Atmosphäre eines Ensembles, das nicht allein auf stimmliche Wucht setzte, sondern auf psychologische Zeichnung und klangliche Durchsichtigkeit. Hofmanns Lohengrin wirkt hier fast wie ein Gegenentwurf zum traditionellen „Helden“ – ein sensibler, geheimnisvoller Ritter, der in seiner Menschlichkeit greifbarer wird. Während manche Puristen den fehlenden „stahlblauen Heldentenor“ kritisierten, schätzten andere gerade den frischen Zugang, der Wagner näher an eine neue Generation von Opernfreunden brachte.

In der Rückschau lässt sich die Bayreuther „Lohengrin“-Produktion von 1982 als ein wichtiger Moment in der Rezeption des Werkes werten. Sie markierte eine Phase, in der die Festspiele begannen, sich von schwerfälligen Wagner-Klischees zu lösen und neue stimmliche und szenische Wege zu beschreiten. Das Album mit Peter Hofmann bleibt bis heute ein Dokument dieses Aufbruchs, das seine Hörer mit einer Mischung aus Spannung, Kontroverse und Faszination zurücklässt.

Chuck Berry: Ultimative Collection
Chuck Berry gilt als einer der entscheidenden Wegbereiter des Rock ’n’ Roll. Mit Songs wie Johnny B. Goode oder Roll Over Beethoven verband er treibende Rhythmik, eingängige Gitarrenriffs und jugendnahe Texte zu einer bis dahin unbekannten Mischung, die Generationen von Musikern beeinflusste. Berry prägte nicht nur den Sound, sondern auch die Bühnenästhetik des Rock: Seine energiegelbe Performance, der berühmte „Duckwalk“ und seine unverwechselbare Gitarrentechnik machten ihn zu einem Idol für Bands wie die Beatles, die Rolling Stones oder später auch Bruce Springsteen.

Er brachte das Lebensgefühl einer neuen, selbstbewussten Jugendkultur auf den Punkt und gilt bis heute als „Vater des Rock ’n’ Roll“, dessen musikalisches Erbe den Grundstein für nahezu alle späteren Spielarten der Rockmusik legte.

These Kids were allright – The Who Bandgeschichte

16. Januar 2023

Sie galten einst als eine der lautesten Bands der Rockmusik und am 15. Januar 1965 hatten die Band mit „I Can’t Explain“ ihre erste Single und auch den ersten Nummer 1 Hit in Großbritannien. Gemein sind natürlich The Who.

Ich mag diese Art von rauer Arbeitermusik als Vorläufer von Punk und hab mal wieder zur offiziellen Bandgeschichte 50 Jahre the Who als Buch gegriffen, das 2015 erschien. Ich habe mir die deutsche Fassung gekauft, die bei Prestel erschienen ist. Reich bebildert und mit viel Anekdoten macht das Coffee-table Buch richtig Spaß. Pete Townshend und Roger Daltery steuerten Geschichten bei. Dabei erinnere ich mich, dass ich mal einen Who-Aufnäher auf meiner Jeansjacke (Kutte) hatte, den ich stolz getragen habe. Die Jeansjacke habe ich heute mit dem Tweedjacket getauscht, die Musikvorliebe bleibt aber. Es waren schon schlimme Jungs die Herren Pete Townshend, Roger Daltery, John Entwistle und vor allem Keith Moon, aber These Kids were allright, wie ein Album- und Filmtitel hieß.

Zu Beginn waren die Who eine Hitparaden-Single-Band aus England. Sie klangen ein wenig nach den lauten Kinks, waren modisch nach Mods-Mode gekleidet und brachten einige erfolgreiche 3 Minuten Songs: I Can’t Explain, My Generation, Supstiude. Aber die Who waren mehr, vor allem eine Live-Band. Ich muss immer grinsen, wenn ich ihre Auftritte bei den Hippies beim Monterey Pop Festival oder bei Woodstock sah. Für mich hatten diese Musiker mit ihrer rauen, gewalttätigen Musik wenig gemeinsam mit dem Flower-Power-Movement der Blumenkinder. Sehr eindrucksvoll, war der Auftritt in Monterey 1967 als die Who die Bühne verwüsteten und Hendrix danach noch einen draufsetze und seine Gitarre anzündete. Who verloren gegen Hendrix wer als letzter auftreten durfte und setzen auf das Prinzip verbrannte Erde, um Hendrix keine Chance zu bieten – so kann man sich täuschen.

Was viele vergessen: The Who gehörten auch zur British Invasion, waren aber deutlich härter und lauter als Beatles oder Rolling Stones. Live waren und sind The Who immer eine Show. I Can’t Explain meist als Opener. Was sicherlich Eindruck machte, war das Zusammenspiel der Musiker. Der ruhige Part war Bassspieler John Entwistle. Aber Pete Townshend malträtierte windmühlenartig seine Gitarre und zerschlug oft sein Instrument. Roger Daltrey wirbelte sein Mikro wie ein Lasso durch die Gegend und Keith Moon war das Vorbild für die Bestie aus der Muppet Show hinter seinem Schlagzeug. Daher auch Moon The Loon (der Lümmel).

Es gibt die absoluten genialen Alben wie Leeds oder Hyde Park als Beispiel. Aus der Single-Band wurde eine erstzunehmende Konzeptband. Pete Townshend drücke der Musikgeschichte die Alben Tommy und Quadrophenia auf. Und natürlich war dann der spektakuläre Tod von Keith Moon 1978, der alles ausprobieren musste und über die Strenge schlug. 2002 folgte dann John Entwistle mit Herzversagen mit zuviel Kokain im Blut.
Townshend und Daltrey machten weiter. Der Name The Who war einfach zu wertvoll, um einfach ausschließlich solo weiterzumachen.

Aber zurück zum wunderbaren Buch 50 Jahre the Who. Es gibt viele kleine und große Episoden, eingeordnet in die Entwicklung der Rockmusik. Diese Geschichte zeigt den Stellenwert der Band und das Ganze ist garniert mit schmucken Fotos aus den Privatarchiven der Musiker.

Sixty 2022 – Rolling Stones in München

6. Juni 2022

„Servus Minga“ – zwei Worte genügten, damit war alles gesagt. Die Rolling Stones rockten München und ich war dabei. Dabei sah es am Abend nicht so aus: Gewitter und Wolkenbrüche über dem Olympiastadion, so dass das Konzert um eine Stunde verschoben werden musste.
Aber als Mick Jagger, Keith Richards und Ronnie Wood samt Band die Bühne betraten, kam die Sonne heraus und es wurde zu einem kraftvollen Konzertabend. Die Briten feierten das 70. Thronjubiläum der Queen, die Münchner feierten das 60. Bandjubiläum der Rolling Stones.

Jagger gilt als München Fan. Er postete in Instagram tags zuvor Fotos vom Chinesischen Turm, vom Englischen Garten und aus Schwabing und Friedensengel. 116 Mal waren die Stones in Deutschland, ein paar Mal war ich mit dabei und es immer noch eine Freude, die Herren auf der Bühne zu sehen. Vorfreude kam auf, als schwarze Vans mit dunklen Scheiben ins Stadion einfuhren. Die Helden des Abends entstiegen den Fahrzeugen und machten sich bereit für einen Abend voller Rock‘n Roll.

Natürlich ist Jagger mit seinen fast 79 Jahren etwas ruhiger geworden, etwas, aber nicht viel. Seine Bühnenpräsenz ist nach wie vor einzigartig. Richards mit blauer Wollmütze spielte Riff um Riff, während Wood für konstante Gitarrenklänge sorgte. Alles wie gehabt. Alles? – Nein natürlich nicht. Charlie Watts fehlte – ich habe die Stones noch nie ohne Charlie Watts gesehen, aber der Schlagzeuger verstarb im August 2021. Die Stones beschlossen dennoch weiterzumachen. Aber die Erinnerung an den ruhigen Mann hinter den Drums war zu spüren. Vor dem Startschuss des Konzerts erinnerte ein Film an Charlie Watts.

Mick Jagger würdigte seinen verstorbenen Bandkollegen. Watts Nachfolger Steve Jordan machte seine Sache hervorragend, blieb aber im Hintergrund.
Die Europa-Tour startete in Madrid und der zweite Termin war nun München. Die Songs der beiden Europakonzerte variierten ein wenig. München bekam Ruby Thuesday statt Beast of Bruden. Genügend Material haben die Steine ja im Laufe der sechs Jahrzehnte angehäuft. Richards dufte auch zwei Songs anbringen: Happy Connection und Slipping Away – Zeit für Mick ein wenig durchzuschnaufen.

Der Konzertstart war der klassische Street Fighting Man und es folgten die klassischen Hits, ein bisschen Best of ohne Überraschungen. Zum ersten Mal live hörte ich Living in a Ghost Town von 2020, die zweite Nummer 1 der Stones in Deutschland nach Jumpin’ Jack Flash, der auch in München gespielt wurde. Jagger sagte auch etwas, dass der Song nach Madrid zum zweiten Mal gespielt werde.

Persönlich empfand ich meine beiden Klassiker Sympathy for the Devil, You Can’t always … sowie Start me up als Höhepunkte. Die Zugaben waren Gimme Shelter und natürlich (I Can’t Get No) Satisfaction zum Abschluss. Während die Stones spielten leuchtete der Olympiaturm in den Farben der Ukraine – eben gibt uns Schutz – ein großes Symbol.

Das meist ältere Publikum war zufrieden, sehr sogar und ich auch. Das Olympiastadion war ausverkauft, die Kasse für die Stones stimmte. Und auch das Wetter spielte mit, also alles prima. Nachdem ich bereits zahlreiche Abschiedstouren der Stones gesehen habe, war Sixty im Hinblick auf das hohe Alter der Herrschaften vielleicht wirklich die letzte. Ich hab sie genossen.

Konzertkritik: G-Dragon in Berlin

18. Oktober 2017

G-Dragon in Berlin.

G-Dragon in Berlin.

Kennen Sie KPop? Nein, macht nichts, kannte ich auch nicht. Aber es ist eine Bildungslücke, wie ich zugeben muss. KPop ist (süd-)koreanische Popmusik und zudem extrem populär. Zum Beispiel bei K2 bei uns zuhause. K2 beschallt die Hütte mit Musik von Bands, die ich noch nie zuvor gehört habe. Allen voran BTS. Und weil diese KPop-Bands wohl nicht so gerne Asien verlassen, ist es eine Rarität, dass sich G-Dragon  herablässt und auf seiner Act III: M.O.T.T.E World Tour auch in Berlin Station gemacht hat. Für alle, die es genau wissen wollen: Act III: M.O.T.T.E bedeutet Act III: M.O.T.T.E ‚Moment of Truth The End‘ World Tour. Hätten wir das auch geklärt. Berlin war das einzige Konzert des Millionen-Sellers in Deutschland, der über 20 Millionen Alben verkauft hat. Hier meine Fotoeindrücke als Film.

Nun G-Dragon lud in die Mercedes Benz Arena in Berlin und die Karten waren wie im Nuh ausverkauft. Als guter Papa eines KPop-Fans setzte ich Himmel und Hölle in Bewegung und bekam auch zwei Sitzplätze für K2 und mich. Über den Preis will ich den Mantel des Schweigens ausbreiten – nur so: Die Rolling Stones sind gegen G-Dragon eine Schnäppchen-Band. Also per Zug in die Hauptstadt, Hotelzimmer in Berlin bezogen und ab zum Ort des Geschehens. Schlagartig kam ich mir alt vor, richtig alt. Die Mehrzahl des Publikums waren Mädchen und junge Frauen, viele Asiatinnen darunter und viele in einem bestimmten Asia-Look gekleidet, den ich von Manga- und Anime-Conventions kenne. Die Stimmung in der Mercedes Benz Arena war gut. Die älteren Herrschaften in den Reihen waren ebenso wie ich Papas, die ihre Töchter begleiteten, die allerlei Schildchen mit asiatischen Schriftzeichen dabei hatten. Übersetzt hießen die Worte Middle Fingers Up – so sagte man es mir wenigstens. Nun ja.

Der Merch-Stand war ausverkauft.

Der Merch-Stand war ausverkauft.

Nach Sicherheitskontrollen, die heute unvermeidbar aber absolut notwendig sind, wollten wir Merch erwerben. Merch oder wie ich sagen würde Merchandising ist teuerer Plunder der Band, der an Konzerten verkauft werden. Ich brauch nichts sagen, bei King Crimson in Stuttgart hab ich zugeschlagen also muss K2 bei G-Dragon zuschlagen. Aber es gab lange Gesichter bei K2 und anderen: Der Merch-Stand war fast komplett ausverkauft. Wir konnten nur noch ein Lichtchen in Form einer Krone erwerben – 20 Euro für Plastik. Die gewünschten T-Shirts für 45 Euro waren schon weg und das Gedränge dennoch groß. Auf dem Weg zu unseren Sitzplätzen bestellte ich bei eBay in China das T-Shirt für 7 Euro inklusive Versand – das nenne ich mal eine Gewinnspanne.
Platz genommen und Atomsphäre genossen. Um uns herum hatten viele G-Dragon Fans ihre Lichter zum Schwenken dabei. Sie hatten alle das Aussehen einer Krone. Ich hatte im Vorfeld zwei Leuchtstäbe mitgenommen und kam mir eher vor, wie ein Fluglotse auf dem Rollfeld – aber ich habe die blinkenden Dinger trotzdem angemacht. Meine Entschuldigung: Ich bin alt und weiß es nicht besser. K2 ist auch etwas von mir abgerückt. Der Vater kann schon manches Mal peinlich sein. In ganze Konzerthalle tauchte in ein Lichtermeer und es sah wirklich eindrucksvoll aus. Ich muss zugeben, KPopper machen Stimmung.

Dann mit einem Bang ging das Konzert los. Es startete mit einem fulminanten Videoclip mit Licht und Feuer. Der Song „Heartbreaker“ schlug bei den Fans ein. Die Arena verwandelte sich in ein Meer von Lichtern. Fans freuten sich, laute Freundenschreie gab es zu hören. Die Stimmung war perfekt von der ersten Minute an. Ich muss zugeben, KPop-Fans verstehen zu feiern. Das ging Song um Song so weiter.

Bei den etwas leiseren Liedern wurde lautstark mitgesungen.
Kwon Ji-yong, so heißt G-Dragon als Originalname, ist in seiner Heimat eine Nummer. Er gibt den Stil in Korea an und das verdient Respekt. Der junge Mann ist Popmusiker, Songwriter, Produzent, Model und Modedesigner und er ist Leader und Rapper der Boyband Big Bang. Für seine Fans scheint er eine Art modernes Multitalent zu sein. Und er beherrscht sein Metier. Seine zumeist weiblichen Fans folgen ihm. Sie reagieren auf jeden Blick, auf jede Geste, auf jedes Wort. Er prägt seinen Style, wie sein blonder Haarschnitt, der ihn auf die Vogue brachte. Im Konzert sah ich auch viele dreieckige Tücher, die der Musiker oft trug. K2 erklärte mir, dass es sich um ein Big Bang Halstuch handle. Ich beobachte die Fans genauer. Viele trugen die Modemarke Peaceminusone, die dem Künstler gehört.

G-Dragon heizte seine Show weiter an. Interessant für mich waren die Videoeinspielungen seiner Bandkollegen, seiner Familie, seines Managements. Es wird gelobt und gehuldigt, welche cooler Typ dieser Kwon Ji-yong ist. Die Fans bejubeln die Aussagen, klatschen und freuen sich – das ist wahrer Fankult.

Endlich kommen auch die Schilder mit dem Aufdruck Middle Fingers Up zum Einsatz. Der dazugehörige Song heißt natürlich Middle Fingers Up. Vor dem Konzert wurden diese Schilder kostenlos verteilt – K2 und ich haben keines abgekommen, was K2 sichtlich ärgerte. Um des Familienfriedens hab ich nach dem Konzert ein Schild besorgt, das jetzt stolz im Zimmer von K2 an der Wand hängt. Ja, der Papa wird es schon richten, so damals ein Peter Alexander-Song.
Sehr, sehr emotional wurde es, als G-Dragon eine Rede an seine Fans richtete. Mir persönlich war es zuviel Selbstmitleid, zuviel Show, zuviel Gehabe. Aber den Fans hat es gefallen und sie lauschten jedem Wort des Künstlers.

 

Noch schlimmer für mich wurde es dann bei einer fast zehnminütigen Ansprache an seine Fans, eine Art Seelenstrip. Im zweiten Teil des Konzerts gab es weniger Musik, als viel mehr weise und erhabene Worte. Das ist mir zuviel der Selbstdarstellung und Selbstvermarktung, aber es gehört wohl zum Ritual des Künstlers. Mir ging es auf den Keks, die Probleme und Selbstzweifel des Herrn anzuhören. Aber wie gesagt, den Fans hat es gefallen.

Nachdem der Meister von der Bühne gegangen ist, baten die Fans um Zugaben. Und die gab es auch wieder mit Lightshow, Feuer, MotionDesign und den ganzen Zauber. Den Abschluss machten die Songs Crooked und Untitled, 2014. Dazu bewegte sich G-Dragon von der Bühne und begab sich ins Publikum für Körperkontakt. Das VIP-Ticket vor der Bühne muss sich schließlich bezahlt machen. Es gab Händeschütteln, Abklatschen und Lächeln für das Smartphone.

Die Kamera war immer dabei, um die Fanreaktionen auf die großen Konzertleinwände zu bringen.
Zu einem wahren KPop-Fan werde ich wohl nicht, aber die Show hat bis auf das Selbstmitleid absolut Spaß gemacht. K2 war rundum begeistert und hält schon nach den nächsten KPop-Konzerten Ausschau. Der größte Wunsch wäre es wohl, wenn BTS nach Europa kommen würde und Papa wieder in die Tasche greift. Hier die kompletten Fotos des Abends als Film.

Hier noch eine Auswahl an Konzertfotos:

No Filters: The Rolling Stones in München

14. September 2017

Zum neuen Mal in München: The Rolling Stones

Zum neuen Mal in München: The Rolling Stones

It’s only Rock’n’Roll but I like it – Die Rolling Stones in München und ich war mitten drin. Zum wiederholten Male habe ich die britischen Rocker gehört und zum wiederholten Male habe ich ein Vermögen für die Karten ausgegeben – und zum wiederholten Male hat es mir sehr gut gefallen. No Filters heißt ihre Tour und wenn man das Alter der Stones anschaut, dürfte es sich um ihre letzte Tour handeln. Und dennoch sind sie fit: Mick Jagger springt mit seinen 74 Jahren besser herum als ich es je konnte. Keith Richards bringt es auf 73 Jahren – hier hat der Lebenswandel seine Spuren hinterlassen, aber seine Riffs kann er noch. Charlie Watts sah schon immer alt aus und mit seinen gesegneten 76 Jahren ist er es auch. Ron Wood, ist dem Krebs entkommen, kommt als Jungspund auf 70 Jahre und hält die Stones am Laufen.

Von 9. September bis 25. Oktober läuft in Europa die No Filters Tour und die Konzerte sind fast ausverkauft. Hamburg war ein grandioser Auftakt und München wurde von den Stones hinweggerockt. Zum neunten Mal waren die Stones in München und Mich Jagger postete am Nachmittag ein Foto eines Spaziergangs im Englischen Garten. So etwas gefällt den Münchner natürlich.

Mick Jagger flaniert durch den englischen Garten in München.

Mick Jagger flaniert durch den englischen Garten in München.

Die Show im Olympiastadion war großartig, wie man es von den Herren gewohnt war und doch war es dieses Mal anders als die Jahre zuvor. Die Band spielte ruppiger als früher. Die Songs klangen nicht so einstudiert, wie in den früheren Jahren. Es rumpelte mehr, die Musik hatte mehr Ecken und Kanten als in früheren Shows, die mir fast zu perfekt und zu glatt waren. Natürlich sind die Abläufe bei einer Band dieser Größe geplant, aber es kam mir vor, als ob nicht alles gescript war wie in den früheren Jahren. Und ich habe den Verdacht, dass Keith Richards gar nicht Gitarre spielen kann und das meine ich mit dem höchsten Respekt. Gebeugt steht der Darsteller aus Flucht der Karibik auf der Bühne und schlägt ein Riff nach dem anderen an. Das klassische Gtarrenspiel überlässt Herr Richards den jüngeren Kollegen Ronnie Wood, der die Arbeit machen muss. Es ist ein Genuss dieses Zusammenspiel anzuschauen.
Sorgen mache ich mir immer wieder um Charlie Watts hinter der Schießbude. Der Mann zieht sein Ding durch, obwohl ich ab und zu denke, schafft er es noch, ein zweieinhalb ständiges Konzert durchzuspielen. Er schafft es und es ist prima – aber ein Showman wird Charlie Watts in seinem Alter nicht werden.
Showman pur dagegen ist natürlich Mick Jagger. Er springt, zappelt, hüpft, rockt die meiste Zeit auf der Bühne umher – es ist eine Wohltat ihm zuzusehen. Was allerdings der dauernde Klamottenwechsel soll, weiß ich nicht. Humor bewies der Sänger mit seinem letzten Outfit. Dort stand auf dem Shirt ganz groß Stones – damit auch jeder weiß, wo er ist. Jagger ist nicht Laga Gaga und muss keine Teenager mit seinem Outfit begeistern. Apropos Outfit: Die silbernen Glitzerturnschuhe von Ronnie Wood waren der Hammer.
Die Setlist von München unterschied sich nur wenig von der in Hamburg. Positiv finde ich bei den Stones, dass sie immernoch den Blues huldigen, auch wenn er nicht hitparadentauglich ist. Ein bisschen mehr Mut würde ich mir von den Herren wünschen – also nicht nur die Hits spielen, sondern mehr Experimente bitte. Aber die Stones geben das, was die meisten Fans hören wollen: Hits am laufenden Band. Dabei startete es nicht ideal: Sympathy for the Devil war der etwas wacklige Einstand, der sofort wieder wett gemacht wurde durch ein fabelhaftes It’s Only Rock ’n’ Roll (But I Like It). Das Publikum wählte Beast of Burben und wenn man ehrlich ist, war es eine eher unglückliche Wahl, ebenso Dancing with Mr. D.

Die Publikumswahl fand ich nicht perfekt dargebracht.

Die Publikumswahl fand ich nicht perfekt dargebracht.

So richtig fand die Band hier nicht den Zugang. Wenn dann auch noch Keith Richards zum Mikro greift, ist es in der Regel für mich die Zeit Biernachschub zu holen. Und meiner Meinung nach ging Happy gerade noch, während Slipping Away einfach daneben war. Anschließend übernahm Jagger wieder das Mikrofon und die Band trumpfte im letzten Teil der Show nochmals auf und alle durften mitsingen. Ein Feuerwerk musikalisch und optisch noch am Ende und fein war es. Sehr nett fand ich am Konzertende den Hinweis „Bis bald“. Sollte es doch nicht die letzte Tour der Rolling Stones gewesen sein?

Bis bald - doch nicht die letzte Tour?

Bis bald – doch nicht die letzte Tour?

Ein Wort noch zur Sicherheit: Der Zugang zum Olympiastadion war mit hohen Sicherheitsauflagen versehen. Das finde ich gut, sehr gut. Keine Rucksäcke und Taschen oder Regenschirme (es regnete allerdings zeitweise heftig) waren erlaubt. In meiner Reihe wurde scharf kontrolliert, Abtasten und Metalldetektor. Einige Besucher in der Schlange fanden das nervig, aber ich halte es für zeitgemäß. Lob also an die Sicherheitsleute und die Polizei, die zudem noch ein Spiel des FC Bayern bewachen musste.

Die Setlist von München, soweit ich es mitbekommen habe:
Sympathy for the Devil
It’s Only Rock ’n’ Roll (But I Like It)
Tumbling Dice
Out of Control
Just Your Fool
Ride ’Em on Down
Dancing with Mr. D
You Can’t Always Get What You Want
Beast of Burben
Paint It Black
Honky Tonk Women
Vorstellung
Happy keith mit Zigarette
Slipping Away Keith
Midnight Rambler
Miss You
Street Fighting Man
Start Me Up
Brown Sugar
(I Can’t Get No) Satisfaction
Gimme Shelter
Jumpin’ Jack Flash

Rolling Stones – ich komme

12. Juni 2017

Ankündigung der NoFilter-Tour der Stones.

Ankündigung der NoFilter-Tour der Stones.

Ich werde von meiner Frau verwöhnt. Die Rolling Stones gehen auf Tour und die Ehefrau hat mich nach München ins Olympiastadion eingeladen, wenn die Band aufspielt. Es heißt, es soll die letzte Tour der alten Herren sein. Nun, dies hieß es schon bei der Tour davor und auch bei der vorvorherigen Tour. Aber dieses Mal soll es wirklich die letzte Welttour sein – die Stones werden auch nicht jünger, obwohl Mick Jagger mit heute 73. Jahren fitter ist, als ich es je war. Keith Richards sieht mit seinen 73. Jahren so, wie er wohl immer aussehen wollte. Für mich steht fest: Ich geh zu den Stones – hurra.
Ich habe sie schon mehrmals gesehen. Bei der Voodoo Lounge Tour 1994/95, bei der Bridges to Babylon Tour 1997/98, bei der A Bigger Bang-Tour 2007 und nun bei der NoFilter Tour 2017. Ich glaube wirklich, dass es nun die letzte Tour ist. Die drei Konzerte in Deutschland in Hamburg, München und Düsseldorf sind ausverkauft. 180000 Tickets gingen über den Ladentisch. Und meine Frau muss mich wirklich lieben, denn die Ticketpreise sind abartig hoch. Sie war eine der ersten, die sich online um Karten für uns bemüht hat – dafür vielen lieben Dank. Ich hing in der U-Bahn in Hannover herum mit Edge und hätte nie die Chance auf Karten gehabt.
Für mich heißt es nun, Rolling Stones-Aufnahmen anhören und zwar konzentriert. Es liegen viele Live-Alben der Stones hier herum. Als erstes nehme ich mir das Album Havana Moon vor. Hier haben die Stones Geschichte geschrieben. Durch die Annäherung USA/Kuba durften die Rock’n Roll-Millionäre das erste Mal auf der kommunistischen Insel im März 2016 spielen. Und sie haben schön gespielt, obwohl ich skeptisch war. Können die Stones ihr Hyde Park-Konzert noch steigern? Nun, sagen wir es mal so: Es ist mindestens genauso gut.


Die üblichen Titel live, ein wenig Blues, viele Klassiker vor den 1,2 Millionen kubanischen Zuschauern. Und der Sound ist astrein. Die Stones brachten im Grunde nicht nur ihre Musik nach Kuba, sondern den ganzen Rock’n Roll Zirkus bis hin zum Aufnahmegerät. Hier wird nichts dem Zufall überlassen. Die Songs in Kuba machen noch immer Spaß, vieles sind Klassiker. Und wenn die Stones vom Kuba nach München im September kommen, dann will ich die Songs ebenso genießen. Ich freu mich sehr.

Musiktipp: Bad Magic von Motörhead

1. September 2015

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Wahrscheinlich würde ein Typ wie Lemmy Kilmister mir sofort eine reinhauen, wenn ich Spießer sage, dass mir das neue Motörhead-Album gefällt. Wahrscheinlich würde Lemmy zu mir kommen, sich meine gut bürgerlichen Verhältnisse mit Doppelhaushälfte und Hybridauto, Gemüsegarten und gekehrten Bürgersteig kurz ansehen, ausspucken und dann einfach zuschlagen. Aber ich geb es ja zu: Bad Magic gefällt mir.
In meiner Jugend gehörte Motörhead zum lautesten, was es in der Musikwelt so gab. Lautstärke hin oder her, aber Lemmy mit seinen fast 70 Jahren und unsteten Lebenswandel lebt den Rock’n Roll, er fühlt den Rock’n Roll und er schert sich nur bedingt um meine bürgerliche Konventionen. Sicher, der Herr Lemmy Kilmister gehört nicht gerade zu intellektuellen Musikszene Großbritanniens und seine Wohneinrichtung, die auch NS-Symbole enthält, verachte ich – und dennoch: Lemmy Kilmister ist sich treu geblieben. Er ist seiner Musik treu geblieben und lebt den Geist von Elvis, Beatles und im Falle von Bad Magic den Geist der Rolling Stones. Auf Bad Magic covered Motörhead den Stones-Klassiker Sympathy For The Devil.
Die 13 Songs des 22. Studio Albums sind genau so wie Lemmy-Fans sich Songs von Motörhead vorstellen: Vor allem geradlinig und sofort zum Thema kommend. Stimmlich ist Lemmy nach gesundheitlichen Problemem gut drauf. Statt Jackie gibt es jetzt eben nur noch Wodka.
Kompromisslose Songs wie Victory Or Die oder fast zärtlich wie Till The End der alte Mann beherrscht sein Genre zu 100 Prozent.
Ich könnte viel über die Power der Songs schreiben, über die Weiterführung des Rock’n Roll philosophieren, aber Lemmy-Fans brauchen nur wissen: Bad Magic lohnt sich, kauft das Album und ihr werdet viel Freude haben. Lemmy ist am Leben und er macht Musik, auch live. Gerne hätte ich den Mann im November live in München gesehen, aber ich muss an den Konzerttagen arbeiten, Spießer eben. Und ich sage es, wie vor jeder Tour: Mensch, das wird wohl die letzte Tour von Lemmy sein. Warten wirs ab und nun setz ich meine Spießer-Kopfhörer von Shure auf und geh zum Rasenmähen mit Lemmy in den Ohren. Eben meine Art von Rock’n Roll.

Musiktipp: The Anthology 1964-1971 von The Kinks

27. Mai 2015

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Wie ich die britische Rockmusik mag: Beatles und Stones und in deren Windschatten immer wieder die genialen Kinks. Die Band um die Gebrüder Davies hatte zwar nie den weltweiten Erfolg von Beatles und Stones, aber für meine musikalische Entwicklung waren die Kinks ebenso wichtig wie andere britische Bands wie beispielsweise The Who. Ich liebe die Hits der Kinks wie You Really Got Me, Stop Your Sobbing, All Day And All of the Night, Till The End of The Day, A Well Respected Man, Sunny Afternoon, Dead End Street, Waterloo Sunset, David Watts, Autumn Almanac, Days, Picture Book und The Village Green Preservation Society. Letzterer stammt von dem gleichnamigen unterschätzen Album, das in einer Sonderedition wieder aufgelegt wurde. The Village Green Preservation Society trat damals gegen das weiße Album der Beatles und Beggars Banquet der Stones an und zog den Kürzeren.


Meine Frau kennt meine musikalischen Vorlieben und schenkte mir vor kurzem das Box-Set The Anthology 1964-1971. Nach dem ersten paar Mal durchhören kann ich sagen: Es sogar noch besser als die The Ultimate Collection von 2008 und dem Picture Book von 2008. Die Anthology-Box umfasst fünf CDs und wirklich die wichtigen über 100 Stücke der kreativen Pye-Jahre. Die Songs wurden sorgfältig neu poliert, remixed und remastered. Und auch der Stereo-Klang hat den Songs gut getan, obwohl ich im Grunde meines Herzens ein Mono-Fan bin. Zudem dabei sind Interviews und für den Sammler wichtig: Es sind sogar 25 bisher noch nie veröffentlichte Songs, Demos und Outtakes dabei. Für die Vinyl-Fraktion gibt es noch eine Single von You Really Got Me. Liebevoll ist das Booklet gestaltet und lädt zum Schmökern ein.

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Ich muss trotz aller Begeisterung über das Box-Set The Anthology 1964-1971 sagen, dass ich die CDs nur einmal gehört habe. Ich habe sie gleich gerippt und auf meinem Musikserver geladen. Grund ist die Verpackung des Box-Sets. Die CDs wurden in Pappschlitze gezwängt, die bei unvorsichtigem Aufreißen sofort kaputt gehen. So eine Verpackung haben die Kinks wirklich nicht verdient.

Musiktipp: In the Court of the Crimson King von King Crimson

16. April 2015

Für mich eines der besten Alben der Prog Rock-Ära

Für mich eines der besten Alben der Prog Rock-Ära

Es gibt Alben, über die ist eigentlich alles geschrieben worden – aber eben nur noch nicht von mir. Eines der wichtigen Alben der Prog Rock-Ära ist ohne Zweifel das Album In The Court of The Crimson King von King Crimson.
Ich kam zu dem Album durch meine Vorliebe für Emerson, Lake & Palmer. Die Band, bei der Greg Lake zuvor den Bass zupfte und trällerte, war eben diese Band King Crimson, gegründet von Mastermind Robert Fripp. Ich kaufte mir damals die Langspielplatte. Das Album war ganz nach meinem Geschmack, anspruchsvoll, auf hohem Niveau und voller Musikalität. Eine Mischung aus Rock und Jazz, Texte von Pete Sinfield – also alles, was mir gefällt.

Die Box zum 40. Geburtstag.

Die Box zum 40. Geburtstag.

Über die Jahre hinweg habe ich mich nie an In the Court of the Crimson King satthören können. Es gab immer wieder etwas neues zu entdecken und so freute ich mich auf die Jubiläumsbox In The Court of The Crimson Kingzum 40. Geburtstag. Sie enthält fünf CDs und eine DVD und sie ist jeden Cent wert.


Robert Fripp betreibt für Fans eine hervorragende Veröffentlichungspolitik und immer wieder kommen Sammlerboxen von wichtigen Alben heraus. Ich habe immer wieder dazu gebloggt, wie beispielsweise zur Veröffentlichung von Red. Dabei legt Fripp großen Wert auf die Soundqualität. So auch bei der Jubiläumsbox zum 40. Geburtstag, die bereits 2010 erschienen ist.
Fans wissen die Geschichte des Albums schon lange: In zehn Tagen aufgenommen, veränderte In the Court of the Crimson King die Rockgeschichte. Ursprünglich wollte es der Produzent in Richtung Moody Blues aufnehmen – und Gott sei Dank setzte sich Robert Fripp durch und schuf etwas komplett neues.

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Die Box im LP-Format enthält ein dickes Booklet mit zahlreichen Bildern und noch wichtiger zahlreichen Geschichten um die Aufnahmen. Sehr schön ist auch der Nachdruck des Originalcovers von Barry Godber. Für mich ist das Bild des schreienden Gesichts eines der eindringlichsten Plattencover aller Zeiten. Hier hätte ich gerne eine Lithographie. Zudem liegen zwei Promo-Fotos der damaligen Zeit bei, die für mich eher nebensächlich sind. Als Beigabe gibt es das Cover noch in Form von zwei Buttons, für die Jeansjacke – naja, wer es braucht.
Das Wichtigste ist aber die Musik und die CDs und die DVD von In The Court of The Crimson King haben es wirklich in sich. Die Aufnahmen wurden nochmals überarbeitet und sollten unbedingt mit dem Kopfhörer laut genossen werden. Die Unterschiede zur 2004-Version, die bereits schon mal überarbeitet wurde, sind hörbar. Das Ganze hört sich noch eindringlicher, noch emotionaler an – hervorragende Arbeit der Toningenieure. Prog Rock-Ikone Steve Wilson hat hier ganze Arbeit geleistet und dafür gehört ihm unser Respekt.

Ein schönes Booklet gibt es auch.

Ein schönes Booklet gibt es auch.

Was genau ist zu hören?
CD 1: Das Album im 2009er Mix, zusätzliche Bonustracks wie die Full Version von Moonchild, I Talk To The Wind als Duo gespielt und als Alternate Mix, Epitah als Backingtrack
CD 2: Das Album im 2004er Mix, zusätzliche Bonustracks der BBC und der Vinylsingle des Titeltracks.
CD 3: Das Album in einer Alternative Version des Albums, zusätzlich die Kopie der originalen UK-LP aus dem Archiv von Fripp.
CD 4: Liveaufnahmen aus der Zeit der Originalbesetzung, u.a. das Hydepark Konzert im Vorprogramm der Rolling Stones
CD 5: Das Album in der Original US-LP Version und den edited MonoMix des Titelstückes.
DVD: Sie enthält neben den 2009er Mix in 5.1 Digitalsound den 2009, die 2004er und das Alternate-Album in PCM Stereo 2.0 sowie eine gekürztes Video des 21 St Century Schizoid Man

Sumo-Buch zu den Rolling Stones samt Autogramm

14. November 2014

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Kann man eigentlich Beatles- und Stones-Fan zur gleichen Zeit sein? Ja, man kann – das sehe ich an meiner Person. Wahrscheinlich war diese Streitfrage richtg heftig, als beide Bands auf ihrem Höhepunkt in den sechziger Jahren waren und sich um Hitparadenplätze stritten.
Heute sind die überlebenden Fans versöhnlicher und so kann ich als Beatles-Fan gerne auch die neueste Veröffentlichung über die Stones genießen. Und einer solchen Megaveröffentlichung bin ich gerade begegnet.
Der renommierte Taschen-Verlag hat für Fans und Sammler ein spezielles Buch über die rollenden Steine veröffentlicht. Ein fetter Bildband über die Geschichte der Stones in einer Auflage von 1600 Exemplaren – dazu wurden die Bücher signiert von Mick Jagger, Keith Richards, Charlie Watts und Ronnie Wood. Jetzt lassen sich die Bücher ordner und im Dezember werden sie rechtzeitig zum Fest geliefert. Bildgewalig, gut recherchiert und lektoriert sowie großartig produziert sind die Bücher auf jeden Fall. Nur einen (finanziellen) Pferdefuß haben sie: Der Grundpreis liegt bei 4000 Euro. Es gibt aber Editionen mit wunderbaren Fine Art-Abzügen wie von dem einmaligen David Bailey, da kostet das Werk schon 15000 Euro. Diese Ausgabe ist übrigens schon ausverkauft, hier haben Sammler investiert, die wissen was Buch und Foto wert sind. Ingesamt gibt es sechs Art Editions, auf jeweils 75 Exemplare limitiert, mit je einem Fine Art Print.

Das Vorwort von Clinton.

Das Vorwort von Clinton.

Das Vorwort zu dem Buch hat der ehemalige US-Präsident Bill Clinton und ich wäre schon neugierig, was Bill (I never had sex with this women) Clinton über die Rolling Stones sagt. Aber noch wichtiger sind die über 500 Seiten mit Fotos von David Bailey, Cecil Beaton, Anton Corbijn, Annie Leibovitz, Helmut Newton, Norman Parkinson, Albert Watson und weiteren 60 Fotografen. Bildbände über die Stones gibt es viele, aber in dieser Form dürfte die Buchveröffentlichung einmalig sein. Zum ersten Mal konnte auch auf die privaten Archive der Rolling Stones in New York und London zugegriffen werden, die manche Überraschung zu bieten haben.

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Gewaltig ist aber nicht nur der Inhalt, sondern auch das Erscheinungsbild. Das Buch wird bei Taschen als Sumo-Buch geführt und das ist es auch: Im Format 50 auf 50 Zentimeter wird das 518seitige Buch erscheinen. Es wird geliefert in einer Schlagkassette sowie Ausklappern und Siebdruck-Kapitelopenern.

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Naja und wer jetzt Blut geleckt hat, der kann sich auch die Volksausgabe des Buches für rund 100 Euro kaufen. Da gibt es das Buch als Hardcover im Format 33 x 33 cm mit 522 Seiten, natürlich ohne Autogramme und Art Prints, aber zumindest die Bilder sind im Buch Rolling Stones die gleichen.

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