Musiktipp: Bad Magic von Motörhead

Bad_Magic

Wahrscheinlich würde ein Typ wie Lemmy Kilmister mir sofort eine reinhauen, wenn ich Spießer sage, dass mir das neue Motörhead-Album gefällt. Wahrscheinlich würde Lemmy zu mir kommen, sich meine gut bürgerlichen Verhältnisse mit Doppelhaushälfte und Hybridauto, Gemüsegarten und gekehrten Bürgersteig kurz ansehen, ausspucken und dann einfach zuschlagen. Aber ich geb es ja zu: Bad Magic gefällt mir.
In meiner Jugend gehörte Motörhead zum lautesten, was es in der Musikwelt so gab. Lautstärke hin oder her, aber Lemmy mit seinen fast 70 Jahren und unsteten Lebenswandel lebt den Rock’n Roll, er fühlt den Rock’n Roll und er schert sich nur bedingt um meine bürgerliche Konventionen. Sicher, der Herr Lemmy Kilmister gehört nicht gerade zu intellektuellen Musikszene Großbritanniens und seine Wohneinrichtung, die auch NS-Symbole enthält, verachte ich – und dennoch: Lemmy Kilmister ist sich treu geblieben. Er ist seiner Musik treu geblieben und lebt den Geist von Elvis, Beatles und im Falle von Bad Magic den Geist der Rolling Stones. Auf Bad Magic covered Motörhead den Stones-Klassiker Sympathy For The Devil.
Die 13 Songs des 22. Studio Albums sind genau so wie Lemmy-Fans sich Songs von Motörhead vorstellen: Vor allem geradlinig und sofort zum Thema kommend. Stimmlich ist Lemmy nach gesundheitlichen Problemem gut drauf. Statt Jackie gibt es jetzt eben nur noch Wodka.
Kompromisslose Songs wie Victory Or Die oder fast zärtlich wie Till The End der alte Mann beherrscht sein Genre zu 100 Prozent.
Ich könnte viel über die Power der Songs schreiben, über die Weiterführung des Rock’n Roll philosophieren, aber Lemmy-Fans brauchen nur wissen: Bad Magic lohnt sich, kauft das Album und ihr werdet viel Freude haben. Lemmy ist am Leben und er macht Musik, auch live. Gerne hätte ich den Mann im November live in München gesehen, aber ich muss an den Konzerttagen arbeiten, Spießer eben. Und ich sage es, wie vor jeder Tour: Mensch, das wird wohl die letzte Tour von Lemmy sein. Warten wirs ab und nun setz ich meine Spießer-Kopfhörer von Shure auf und geh zum Rasenmähen mit Lemmy in den Ohren. Eben meine Art von Rock’n Roll.

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Eine Antwort to “Musiktipp: Bad Magic von Motörhead”

  1. Roman Leuthner Says:

    Gefällt mir, Matthias J. Eine gradlinige Rezension, ebenso wie der gradlinige Lemmy! Ich hör da mal rein…

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