Die Katze ist aus dem Sack: Der Start von TRON: Ares ist für den 9. Oktober vorgesehen. Als Fan von Tron bin ich gespannt. Disney hat den ersten Trailer ins Netz gestellt. Und schon rattern meine Gedanken: Wie wird Tron fortgesetzt? Klar wird beim Betrachten des Trailers, dass der dritte Teil der Tron-Reihe die Grenzen zwischen digitaler und realer Welt weiter ausloten wird.
Hier ein bisschen Stochern im Nebel: Im Mittelpunkt steht Ares, ein hochentwickeltes KI-Programm, das erstmals die digitale Welt (das Grid) verlässt und in die reale Welt eintritt. Jared Leto verkörpert diese Figur, die auf eine gefährliche Mission geschickt wird – deren Details sind noch unklar. Die Wahl des Namens „Ares“ (nach dem griechischen Kriegsgott) deutet darauf hin, dass der Film möglicherweise Themen wie Konflikte zwischen Menschen und Maschinen behandelt.
Im Trailer kracht es gewaltig – visuell beeindruckend, aber auf den ersten Blick nicht sonderlich anders als übliches Popcorn-Kino. Bei Tron erwarte ich mir ehrlich gesagt mehr Tiefe.
Der Film unter der Regie von Joachim Rønning setzt auf den Ereignissen von Tron: Legacy (2010) auf. Während dort Quorra, ein Programm, in die menschliche Welt übertrat, scheint Tron: Ares diese Idee weiterzuführen und zu vertiefen. Kevin Flynn (Jeff Bridges), der Schöpfer des Grids, kehrt zurück und spielt offenbar eine Schlüsselrolle. Eine Begegnung zwischen Flynn und Ares wird im Trailer angedeutet.
Es gibt Spekulationen über einen möglichen Krieg zwischen Menschen und KI-Wesen. Der Film könnte sich mit ethischen und existenziellen Fragen auseinandersetzen, die durch das Eindringen von KI in die reale Welt entstehen. Der Trailer zeigt eine düstere Atmosphäre mit industriellen Elementen – was auf einen ernsteren Ton hinweist. Wie bei den Vorgängern wird auch Tron: Ares für seine beeindruckenden visuellen Effekte bekannt werden. Der Stil bleibt futuristisch und neonlastig. Der Soundtrack stammt von Nine Inch Nails – das unterstreicht die düstere Stimmung des Films musikalisch. Nach Wendy Carlos und Daft Punk liegt die Messlatte allerdings ziemlich hoch.
Tron – ein Meilenstein Der Film Tron (1982) gilt als Meilenstein in der Filmgeschichte, insbesondere wegen seiner visionären Nutzung von Computertechnologie und seiner thematischen Auseinandersetzung mit der digitalen Welt. Tron war einer der ersten Filme, der umfangreich auf Computer Generated Imagery (CGI) setzte. Obwohl nur etwa 15 Minuten des Films tatsächlich CGI enthalten, war das für die damalige Zeit revolutionär.
Der Film kombinierte CGI mit traditionellen Animationstechniken und Live-Action-Aufnahmen – das Ergebnis war eine einzigartige visuelle Ästhetik, die bis heute unverwechselbar bleibt. Ich wollte als Kind die Effekte mit meinem Commodore 64 nachbauen – und bin gnadenlos gescheitert.
Die innovative Darstellung einer virtuellen Welt inspirierte zahlreiche nachfolgende Filme und legte den Grundstein für die Entwicklung moderner visueller Effekte. Tron zeigte, dass digitale Technologien neue kreative Möglichkeiten für das Filmemachen eröffnen können – auch wenn es damals noch technische Einschränkungen gab.
Obwohl der Film an den Kinokassen nur mäßigen Erfolg hatte, entwickelte er eine starke Kultanhängerschaft. Besonders in der Videospiel-Community wurde er gefeiert, da er thematisch eng mit der aufkommenden digitalen Kultur verbunden war. Disney ging damals neue Wege – mit Filmen wie Tron oder Das schwarze Loch, die an den Kinokassen floppten, aber heute eine treue Fanbase haben. Ich warte noch immer auf die Bluray zum schwarzen Loch.
Interessanterweise wurde Tron nicht für den Oscar in der Kategorie „Beste visuelle Effekte“ nominiert, da die Academy CGI als „zu einfach“ ansah – ein Urteil, das heute geradezu ironisch erscheint angesichts der Komplexität moderner digitaler Effekte.
Die Vision hinter Tron Regisseur Steven Lisberger wollte eine virtuelle Realität erschaffen, in der Computerprogramme als lebendige Entitäten dargestellt werden. Diese Idee war ihrer Zeit weit voraus und spiegelte die wachsende Bedeutung von Computern und Netzwerken wider. Ich war als Kind fasziniert von dieser Vorstellung – und bin es bis heute.
Thematisch behandelt Tron den Konflikt zwischen Individuen und mächtigen Konzernen, die den Zugang zu Informationen kontrollieren wollen. Diese Thematik bleibt auch heute hochaktuell und unterstreicht die visionäre Qualität des Films. Die visuelle Gestaltung von Tron – mit seinen leuchtenden Farben und geometrischen Formen – war stark von Videospielen inspiriert und schuf ein futuristisches Bild, das es bis dahin im Kino nicht gegeben hatte. Lisberger ließ sich dabei von Spielen wie Pong inspirieren.
Heute kommt Nosferatu von Robert Eggers als Bluray auf den deutschen Markt. Ich habe mir die 4K-Version als Steelbook bestellt, weil den Vampirfilm sehr schätze. Über den Film habe ich mich ja bereits ausführlich geäußert. Weil ich so ein Fan des Vampirs bin, hat mir mein Kollege Markus Elfert von Filmreport ein besonderes Geschenk gemacht: Einen Sarg, der speziell für Nosferatu in den USA auf den Markt kam.
Er stammt von Alamo Drafthouse Cinema. In Deutschland ist das Unternehmen eher den Insidern bekannt. Meine US-Freunde aus New York kannten sie allesamt. Alamo Drafthouse Cinema ist eine US-amerikanische Kinokette, die 1997 von Tim und Karrie League in Austin, Texas, gegründet wurde. Sie ist bekannt für ihr einzigartiges Konzept, bei dem Speisen und Getränke während der Filmvorführungen serviert werden, sowie für ihre strikte Einhaltung von Kinoregeln wie der Vermeidung von Störungen durch Zuschauer.
Ursprünglich als kleines Repertoirekino mit einem Saal gestartet, entwickelte sich Alamo Drafthouse zu einer der innovativsten Kinoketten in den USA. Die Kette betreibt heute 42 Standorte in den USA, darunter in Texas, New York und Kalifornien. Geplant sind weitere Eröffnungen. Neben der Gastronomie bietet Alamo Drafthouse thematische Filmabende, Retrospektiven und interaktive Events.
Im Juni 2024 wurde Alamo Drafthouse von Sony Pictures Entertainment übernommen. Die Kette bleibt eigenständig, wird jedoch Teil der neuen Abteilung „Sony Pictures Experiences“. Ziel ist es, das Kinoerlebnis weiterzuentwickeln und kulturell zu stärken. Ich hab eigentlich immer Angst, wenn eine Major-Kette einsteigt, aber im Moment scheint es noch gut zu gehen.
Alamo Drafthouse gilt als Vorreiter im Bereich „Dine-In-Kinos“ und hat eine treue Fangemeinde aufgebaut. Es ist die siebtgrößte Kinokette Nordamerikas und ein Symbol für Innovation in der Kinobranche.
Beim Kinostart von Nosferatu in den Alamo Drafthouse Kinos wurde ein spezieller “Popcorn-Sarg” angeboten. Dieser exklusive Eimer war als Sarg gestaltet, gefüllt mit einem Plüsch-Ratte und einem Überraschungs-Andenken, speziell für die Veranstaltung “Nosferatu Beyond the Grave Screening” entwickelt
Der Sarg als Popcorn-Eimer wurde als Teil eines Trends für virales Marketing eingeführt, um Filme mit außergewöhnlichen und auffälligen Sammlerstücken zu bewerben. Der Nosferatu-Sarg sollte die düstere und ikonische Atmosphäre des Films widerspiegeln und gleichzeitig Sammler und Fans ansprechen. Solche Popcorn-Eimer dienen als kreative Merchandising-Artikel, die Aufmerksamkeit erregen und den Kinobesuch zu einem besonderen Erlebnis machen.
Die Reaktionen der Zuschauer auf ungewöhnliche Popcorn-Eimer, wie sie bei Filmpremieren oder speziellen Events angeboten werden, sind meist positiv und begeistert. Viele Fans sehen sie als Sammlerstücke und kreative Ergänzung zum Kinoerlebnis. Designs, die sich auf Filme oder Charaktere beziehen, gehen oft viral, da sie sowohl Nostalgie als auch Exklusivität ansprechen. Einige Zuschauer empfinden jedoch den Hype als übertrieben oder verstehen nicht, warum Popcorn-Behälter so beliebt geworden sind. Ich hab ein paar solcher Becher von Star Wars und Wall E in meiner Sammlung.
„The Rocky Horror Picture Show“ ist ein kultiger Film, der sich keiner bestimmten Kategorie zuordnen lässt. Mit einer einzigartigen Mischung aus Musical, Komödie und Science-Fiction erobert er die Herzen der Zuschauer seit Jahrzehnten. Am Sonntag, 18. Juni, um 10:35 Uhr darf ich im Scala Fürstenfeldbruck eine Matinee durchführen – Vortrag und Film. Die Karten gibt es hier.
Ich freu mich sehr auf diesen Film, der vielen bekannt sein dürfte. Der Film erzählt die Geschichte des jungen und unschuldigen Paares Brad und Janet, die in das schrullige Schloss des transsexuellen Wissenschaftlers Dr. Frank-N-Furter geraten. Von dem Moment an, in dem sie die Türschwelle überschreiten, werden sie in ein verrücktes und sexuell aufgeladenes Abenteuer voller verrückter Charaktere und mitreißender Musik gezogen.
Unberechenbar Die Stärke von „The Rocky Horror Picture Show“ liegt in seiner Unberechenbarkeit. Der Film bricht mit Konventionen und Normen und fordert die Zuschauer heraus, alle Grenzen zu überschreiten. Er ist ein Fest für die Sinne, von den bunten Kostümen über die eingängigen Songs bis hin zu den provokativen Dialogen. Die schauspielerischen Leistungen sind durchweg beeindruckend, wobei Tim Curry in der Rolle des Dr. Frank-N-Furter besonders hervorsticht. Seine Darstellung ist voller Energie und Charisma und macht ihn zu einem unvergesslichen Charakter.
Keine oberflächliche Unterhaltung „The Rocky Horror Picture Show“ ist jedoch nicht nur oberflächliche Unterhaltung. Unter seiner exzentrischen Oberfläche behandelt der Film Themen wie Sexualität, Identität und Akzeptanz. Er regt zum Nachdenken an und feiert die Individualität und Freiheit, sich selbst zu sein. Trotz seiner Zeitlosigkeit ist der Film ein Produkt seiner Zeit, der die sexuelle Revolution der 70er Jahre widerspiegelt.
Treue Fangemeinde Der Film hat eine treue Fangemeinde, die regelmäßig zusammenkommt, um ihn als interaktives Erlebnis zu feiern. Die Zuschauer singen und tanzen mit, werfen Requisiten und nehmen aktiv am Geschehen teil. Diese interaktive Atmosphäre macht „The Rocky Horror Picture Show“ zu einer einzigartigen Erfahrung, die man am besten mit Gleichgesinnten teilt. Insgesamt ist „The Rocky Horror Picture Show“ ein wahrhaft unkonventioneller Film, der die Konventionen des Mainstream-Kinos herausfordert. Er ist ein Fest der Exzentrik und der sexuellen Freiheit, das bis heute nachhallt. Wenn du nach einem außergewöhnlichen und unterhaltsamen Filmerlebnis suchst, das dich zum Lachen bringt und zum Nachdenken anregt, dann solltest du unbedingt „The Rocky Horror Picture Show“ eine Chance geben.
Für mich ist David Cronenberg jemand, der sich selbst über die Jahrzehnte seines Schaffens treu geblieben ist. Jeder der Filme des heute 70jährigen Kanadiers spiegelt die Kreativität und den Erzähldrang des Regisseurs wider, der sich nicht einem Massengeschmack anbiedert. Im Mittelpunkt von vielen seiner Filme war ein Subgenre des fantastischen Films, der Body Horror.
Es war schwer aus dem Werk einen Film von Cronenberg für meine monatliche Matinee im Scala Kino Fürstenfeldbruck einen Film zu wählen. Ich entschied mich für Videodroome aus dem Jahre 1983.
Ich entschied mich für Videodroome aus dem Jahre 1983. Der Film war nach dem Publikumserfolg von Scanners die konsequente Weiterentwicklung des Body Horrors im aufkommenden VHS-Zeitalter. Videodrome gilt zudem als einer der bedeutendsten und einflussreichsten Filme der Cyberpunk-Bewegung. Der Film stellt die Frage, ob Technologie und Medien uns wirklich befreien oder ob sie uns in eine Art mentale Sklaverei führen.
Hier der Vortrag meiner Matinee im Scala Fürstenfeldbruck. Die nächste Matinee ist am Sonntag, 18. Juni um 10:45 Uhr. Ich bespreche und zeige den Kultfilm „The Rocky Horror Picture Show.“ Karten gibt es hier.
Zum 80. Geburtstag des kanadischen Regisseurs David Cronenberg zeige ich in der Matinee des Scala Kinos Fürstenfeldbruck am Sonntag, 21. Mai den Film Videodrome. Karten gibt es hier.
Der fanatische Film aus dem Jahr 1983 ist noch ein Vertreter des Body Horrors von Cronenberg und beschreibt den zunehmenden Realitätsverlust von Max Renn, Betreiber eines privaten TV-Kanals, nachdem er wiederholt den gewaltpornografischen Ausstrahlungen eines Piratensenders ausgesetzt war.
„Videodrome“ ist ein Kultfilm des kanadischen Regisseurs David Cronenberg, der 1983 veröffentlicht wurde. Der Film wurde von der Kritik hoch gelobt und gilt als einer der bedeutendsten und einflussreichsten Filme der Cyberpunk-Bewegung. „Videodrome“ ist ein kühner und düsterer Film, der auf beunruhigende Weise den Zusammenhang zwischen Technologie, Medien, Macht und Körper thematisiert.
Die Handlung des Films dreht sich um den Besitzer eines TV-Senders namens Max Renn (dargestellt von James Woods), der verzweifelt nach neuen Inhalten sucht, um sein Programm zu verbessern. Eines Tages stößt er auf eine illegale Satellitenübertragung namens „Videodrome“, die Gewalt und Pornographie zeigt. Renn wird immer mehr von dieser Übertragung besessen, bis er selbst Teil des Programms wird und schließlich in eine surreale Welt voller Schmerz und Halluzinationen gerät.
Body-Horror Cronenberg thematisiert in „Videodrome“ die Auswirkungen von Technologie und Medien auf die menschliche Psyche und Körper. Er zeigt, wie Fernsehen und andere Medien uns beeinflussen und verändern können. Der Film stellt die Frage, ob Technologie und Medien uns wirklich befreien oder ob sie uns in eine Art mentale Sklaverei führen.
Cronenberg verbindet diese Themen geschickt mit dem Körperhorror-Genre, das er in Filmen wie 1981 „Scanners“ und später mit „The Fly“ 1986 aufgegriffen hat. In „Videodrome“ zeigt er uns verstörende Bilder von menschlichem Fleisch und Technologie, die miteinander verschmelzen und eine neue Form der Existenz schaffen. Der Körper des Protagonisten Max Renn wird zum Schauplatz für diese Verschmelzung und er selbst wird zu einem Werkzeug in den Händen einer mysteriösen Gruppe, die versucht, ihn für ihre Zwecke zu missbrauchen.
Die visuelle Ästhetik des Films ist ebenfalls bemerkenswert. Cronenberg arbeitet mit dunklen Farben und surrealen Bildern, um eine düstere Atmosphäre zu erzeugen. Die Special Effects sind für die damalige Zeit beeindruckend und tragen dazu bei, dass die verstörenden Bilder noch lange nach dem Ende des Films im Gedächtnis bleiben.
Ich freue mich, wenn Sie am Sonntag, 21. Mai im Scala Fürstenfeldbruck bei meiner Matinee dabei sind. Karten gibt es hier.
Die 7 Pranken des Satans – oder englisch The Return of Count Yorga hatte ich bisher nur auf Super 8 gehabt und zu schätzen gelernt. Die längere Bluray-Fassung hat mich dagegen enttäuscht. Zu großen Teilen langweilte mich diese Dracula-Variante.
Es ist die Fortsetzung von Junges Blut für Dracula, den ich hier schon besprochen habe. Obwohl der Graf im ersten Teil das Zeitliche segnete, war er in den Die 7 Pranken des Satans frisch, frei, fröhlich, fromm wieder da. Dieses Mal spielt die Geschichte in San Francisco und Yorga wird wieder von Robert Quarry gespielt. Er macht seine Rolle gut, besonders seine Angriffe sind gut inszeniert und dennoch bliebt der Film bis auf die letzten 15 Minuten blutleer und spannungsarm. Der Zuschauer kann sich zumindest an ein paar Aufnahmen des alten San Francisco erfreuen, in Wohnzimmerinrichtungen der siebziger Jahre schwelgen und die eine oder andere nette optische Kameraeinstellung genießen.
Zur dünnen Handlung: Graf Yorga (Robert Quarry) ist wider Erwarten doch nicht tot, stattdessen hat er sich und seine vampirischen Gespielinnen in einem Palast neben einem großen Waisenhaus eingemietet und nutzt dessen Spendenveranstaltung, um sich Zugang zu einer Reihe Leckerbissen zu verschaffen. Doch während die Vampire angreifen, verliebt er sich in Cynthia (Mariette Hartley) und entführt sie, statt sie zu beißen. Doch ihrem Freund Dr. Baldwin kommt der Verdacht, dass ein Vampir am Werk ist, und so stellt er ein Grüppchen von Vampirjägern zusammen, das Cynthia retten soll.
Die Idee der hungrigen weiblichen Vampirschar ist gut, allerdings wirken sie wie wankende Zombies und haben nichts mit der Eleganz weiblicher Bluttrinker gemeinsam. Für mich ist der Versuch von American International Pictures eine Art Kontrapunkt zu Hammer aus England zu setzen, der in diesem Fall allerdings scheiterte. Im Netz kann ich Stimmen lesen, die den 7 Pranken des Satans Kultstatus attestieren, wobei ist den Begriff Kultfilm für inflationär benutzt sehe. Dankbar bin ich aber Wicked-Vision Media, dass sie diesen Film auf Bluray herausgebracht haben, um der Nachwelt zu erhalten. Dennoch: Die Super 8 Version, die auf der Bluray enthalten ist, ist völlig ausreichend für den Film. Am Ende stirbt Graf Yorga und dennoch lässt sich der Regisseur Bob Kelljan alle Türe offen, aber zu einem dritten Akt von Graf Yorga kam es aufgrund des finanziellen Misserfolgs dann doch nicht. Das Drehbuch war schon da.
Zum spanischen Horrorfilm „Die Nacht der reitenden Leichen“ habe ich eine gespaltene Meinung. Zum einen finde ich die Idee und das Thema faszinierend innovativ und absolut grandios, zum anderen finde ich die Umsetzung absolut stümperhaft, das ich mich jedes Mal ärgere, wenn ich mir den Film aus dem Jahre 1971 anschaue.
Unter Freunden des Genres genießt der Film einen seltsamen Kultstatus. Diese Einschätzung kann und mag ich nicht teilen. Ein wenig talentierter Regisseur Amando de Ossorio, ein konfuses Drehbuch und Laienschauspieler sorgen dafür, dass ich regelmäßig Puls über die Umsetzung des überaus interessanten Stoffs habe. Der Film zog mehrere Teile nach sich, die aber eine ähnlich schlechte filmische Qualität haben, wie der erste Teil der Reihe. Amando de Ossorio blieb dem Horrorgenre treu, konnte aber keine wertvollen Beiträge zum Genre beisteuern. Ich bin ja wirklich kein Freund von Neuverfilmungen und bevorzuge im Grunde immer das Original, besonderes wenn es um Horror geht. Das war bei Omen, Carrie, Texas Chainsaw Massacre oder King Kong so, aber nicht bei der Nacht der reitenden Leichen. Dieses Vampirthema verdient eine gute Neuverfilmung.
Ich sah den Film vor Jahren auf einem Retro-Festvial und sah in den blutgierigen Templer eine interessante Vampir-Interpretation. Die Idee gefiel mir so gut, dass ich mir sogar ein Aushangfoto kaufte und aufging. Aber es war schon dahin mit der Logik, denn die geblendeten Templer sind nur noch als Skelette vorhanden, können aber seltsamerweise das Blut ihrer Opfer riechen. Der Film heißt im Original auch die Nacht des blinden Schreckens, also nix mit reitenden Leichen. Obwohl diese Szene mit den reitenden Templer sicherlich zu den eindrucksvollsten Szenen des Films gehört.
Mir wurde eine DVD-Box mit den vier Teilen geschenkt, die unglaublich geschnitten war, also Finger weg. Erst später kaufte ich mir in Österreich die ungeschnittene blutige Version auf DVD. Inzwischen ist der Film ja auch auf Bluray herausgekommen und ich warte auf ein entsprechendes Angebot, denn obwohl ich den Film nicht mag, werde ich mir die Bluray irgendwann kaufen.
Bis es soweit ist, habe ich mir die Comic-Ausgabe des Film gekauft. Die Auflage aus dem Hause Weissblech zeigt mir, dass das Thema und der Film weiterhin populär ist und seine Freunde hat. Ich mag den Comic, was vor allem daran liegt, dass ich hier nicht die Laienschauspieler unter einer durchschnittlichen Regie ertragen muss. Und es handelt sich um eine Adaption der spanischen Schnittfassung, die sich in einigen Szenen von der deutschen Filmversion unterscheidet.
Als John Carpenter sich Stanley Kubricks 2001: Odyssee im Weltraum ansah, hatte er sich so geärgert, dass er seinen Film Dark Star drehen musste. Dark Star wurde Kult. Ähnlich muss es Werner Possardt ergangen sein, als er sich die Steven Spielberg-Filme E.T. Der Außerirdische und Unheimliche Begegnung der Dritten Art angesehen hatte. Er drehte seinen Film Xaver und sein außerirdischer Freund, der in Bayerisch-Schwaben zum Kultfilm avancierte.
Zusammen mit meiner Frau gewann ich bei Radio Schwaben in einer Facebook-Verlosung Karten eben für diesen Xaver und sein außerirdischer Freund, der im Rahmen des Messeflimmern im Autokino an der Messe Augsburg lief. Da meine Frau aus den Stauden in Bayerisch-Schwaben stammt und der Film u.a. in Mittelneufnach gedreht wurde, wollte sie die alte Heimat auf großer Leinwand sehen. Und ich gehe mit meiner Frau überall hin, sogar zu Xaver.
Nun, der Film macht es einem nicht leicht. Es ist eine Art bayerischer Heimatfilm auf unterem Trash-Niveau, gefördert von der Filmförderung Nordrhein-Westfalen. Aber ich kann dennoch verstehen, dass dieser Klamauk um einen Außerirdischen sein Publikum findet. Besser wäre es, wenn man alkoholische Getränke vor dem Filmbesuch reichlich konsumiert, um das Gesehene besser verarbeiten zu können. Aber Alkohol im Autokino geht gar nicht und so ertrug ich den Film bei Mineralwasser.
Die Handlung von Xaver ist schnell erzählt. Ein Außerirdischer macht eine Bruchlandung in Oberbayern und wird vom Dorftrottel Xaver aufgelesen, der ihm gleich den Namen Alois verpasst. Xaver wird unschuldig verdächtig, eine Diskothek in Brand gesetzt zu haben und wird im Laufe des Films vom White-Trash des Dorfes verfolgt. Mit Hilfe der Dorfschönheit Anni mischen Xaver und Alois das Dorf, ein Feuerwehrfest und das dazugehörige Bierzelt auf, vor allem nachdem Alois seine Liebe zum bayerischen Bier entdeckte. Alois lernt während der Verfolgungsjagd die wesentlichen Kraftausdrücke der bayerischen Sprache. Am Ende wird das Raumschiff repariert, die wirklichen Feuerteufel landen im Knast. Xaver und Anni besteigen das außerirdische Raumschiff wie einst Roy Neary in Unheimliche Begegnung. Wie bei E.T. hebt das Raumschiff zu den Sternen ab, nicht ohne ausführlich Spielberg zu zitieren. Auf dem Heimatplaneten von Alois wird dann zünftig weitergezecht.
Natürlich konnte Werner Possardt nicht mit den VFX von Spielberg konkurrieren und so improvisierte er wie einst Carpenter. Das Raumschiff wurde aus einer BMW Isetta gebaut. Seit Ende der 1980er Jahre steht es auf dem Dach des Gasthofs Kreuz in Pfaffenhausen.
Isetta als Raumschiff.
Obwohl die Geschichte in Oberbayern spielt, wurde in den Stauden in Bayerisch-Schwaben gedreht. Das Bierzelt stand in Mittelneufnach und sogar der damals amtierende Ortsbürgermeister darf eine Rolle spielen. Die (abgebrannte) Diskothek war das Weiße Rössl in Untermeitingen. In der Lehmgrube in Forsthofen wurde die Schlussszene auf Alois Heimatplaneten gedreht und der Biergarten in Kloster Oberschönenfeld kam auch vor.
Xaver und sein außerirdischer Freund
Xaver-Festspiele
Den Science-Fiction-Film von 1986 als Randerscheinung abzutun, damit tut man Werner Possardt unrecht. Possardt, der beim Tsunami in Thailand 2004 verstarb, kannte sich im Filmgeschäft aus und war ein Profi. Xaver war bewusst als Heimatfilm konzipiert und der Film hat sein Publikum. Aufgrund des Filmerfolgs wurden 2001 in Gessertshausen und 2005 in Mittelneufnach die sogenannten „Xaver-Feste“ durchgeführt – wahrscheinlich wurde auch das eine oder andere Bier dabei konsumiert. Es gibt sogar eine Fan-Seite im Netz zu Xaver.
Interessant ist aber die Sprache in dem Film. Das Bayerisch wird vereinfacht. Mit wenigen (Kraft-)Ausdrücken kommt man auch als Außerirdischer in Bayern durchs Leben. Alois gewinnt sogar einen Biertrinkwettwerb beim Feuerwehrfest. Und der Regisseur hat immer wieder kleine Bonbons in Xaver eingestreut. So wurde gleich zu Beginn Russ Meyer zitiert, als Xaver an den „Dingern“ der Dorfschönheit Maria (Ayse Ercyn) herumfingern durfte. Die Verfolgungsjagd mit Enduro-Bikes erinnert stark an George Miller. Und als gegen Ende noch James Whale ins Spiel kommt, als die Bürgerwehr den Wald durchkämmt, habe ich in meinem Auto gelacht. Und danke dafür, dass Haindling die Musik machen durfte.
Russ Meyer lässt grüßen.
Werner Possardt wurde in Schwabmünchen geboren und hat dem Volk aufs Maul geschaut. Erschreckend ist aber das Menschenbild, das im Film vermittelt wird. Die Frauen des Dorfes werden von ihren Vätern gezüchtigt. Gewalt als herrschendes Mittel in der Familie und Erziehungsmethode. Wenn die Frau aufbegehrt, dann muss sie geschlagen werden – so einfach ist das. Wenn es aber Sonntag ist, dann laufen alle brav in die Kirche, um bigott zu beten und zu singen. Die Feuerteufel wenden zur Einschüchterung den Schwedentrunk mit Gülle an, um Xaver zum Schweigen zu bringen. Brutalität, Starrköpfigkeit und Engstirnigkeit auf dem Land – widerlich.
Vielleicht ist das alles zu viel Theorie. Vielleicht ist Xaver und sein außerirdischer Freund auch nur ein niveauloser Film, den es wirklich nicht braucht.
Bitte eine Autokino-App im 21. Jahrhundert
Ich war seit der Deutschland-Premiere von Cars nicht mehr in einem Autokino. Dank Radio Schwaben und Corona kam ich mal wieder in den Genuss. Danke an den Radiosender für die Karten. Das Hygienekonzept war vorhanden. Der Ton des Films wurde via UKW ins Auto übertragen. Leider konnte ich den Sound nicht via Handy-Radio-App abgreifen und auf meine mitgebrachten Wonderboom von Ultimate Ears per Bluetooth übertragen. Ich musste den Ton via Autoradio einfangen, was die Autobatterie angreift. Unser Hybrid-Lexus startete nach einer Stunde seinen Motor, um die Batterie zu schonen. Wenn Corona weitergeht (so sieht es auf jeden Fall aus) und Autokinos wieder in Mode kommen sollten, dann brauchen Autokinos ganz dringend eine App-Lösung fürs Smartphone.
Digitalministerium Judith Gerlach, das wäre doch mal eine Idee. Und ich will nicht erneut über 20 Jahre warten, damit ich wieder ein Autokino besuchen kann. Digitalisierung wäre auch hier dringend an der Tagesordnung.
Update: Radio Schwaben hat mir zu meiner Anregung wegen der Autokino-App folgendes geschrieben: Zur App: aufgrund der Latenz ist diese Lösung im Moment technisch nicht machbar. Leider haben Geräte unterschiedliche Latenzen und deshalb lässt sich das Bild auch leider nicht verzögern.
Vor 77 Jahren erschien der größte Liebesfilm überhaupt: Casablanca
Vor 77 Jahren kam ein Film in die Kinos, der sich für mich zu einem wahren Kultfilm entwickelt hat: Casablanca. Es war die Paraderolle für Humphrey Bogart und Ingrid Bergman – und es ist für mich einer der größten Liebesfilme überhaupt – neben meinem geliebten Frühstück für Tiffany.
„Louis, ich glaube, dies ist der Beginn einer wunderbaren Freundschaft.“ – dieser Satz am Ende des Films ist in meinen privaten Sprachgebrauch übergegangen, so wie manche andere Filmzitate: „Ohh, ist doch nur ne Fleischwunde!“ oder „Yes, you did. You invaded Poland.“ und viele mehr.
Doch Casablanca hat viele unglaubliche Filmzitate zu bieten: „Aber zu der Erkenntins, dass die Probleme dreier Menschen in dieser verückten Welt völlig ohne Belang sind, gehört nicht viel …“ oder
„Du hast es für sie gespielt, also kannst du es auch für mich spielen.“ oder
„Ich halte für niemanden den Kopf hin!“ oder
„Ich seh´Dir in die Augen Kleines.“ oder
„Küss mich! Küss mich, als wär“s das letzte Mal.“ oder
„Von allen Spelunken dieser Welt muss sie ausgerechnet in meine kommen!“ oder ganz groß:
„Welche Nationalität haben sie? – Ich bin Trinker.“ und natürlich der Spruch für uns alle Liebenden:
„Und was wird aus uns?“ – „Uns bleibt immer noch Paris.“
Ist es Ihnen auch so gegangen? Konnten Sie auch die Zitate aufsagen? Dann sind Sie auch Casablanca genauso verfallen wie ich. Ich habe den Streifen auf VHS, auf LaserDisc, auf DVD und auf Bluray – es ist immer der gleiche Film, aber er hat mich auf verschiedenen Medien durch meine Filmzeit begleitet.
Ich erinnere mich noch als die Woody Allen Komödie „Mach’s noch einmal Sam“, als Woody unter einem großen Casablanca-Plakat sein Bett hatte. Das hatte mich als Jugendlicher beeindruckt, so dass ich mal ein (nachgedrucktes) Casablanca-Kinoplakat in meinem Zimmer aufgehängt hatte. Ich glaube, es war das Filmplakat zur VHS-Veröffentlichung aus den Jahre 1992.
Naja, Casablanca ist für mich der Film vom großen Abschied, wobei ich mich frage, wer vom wem hier eigentlich Abschied nimmt? Der Film ist enorm vielschichtig. Vielleicht ist der ganze Film ein langer Abschied, der in der Flugplatz-Szene seinen Höhepunkt findet. Und ist es ist ein Film über Pflicht, die höher steht als die Leidenschaft, die Ehe ist wichtiger als das Verlangen – starke Themen und hervorragend von Michael Curtiz in Szene gesetzt. Und dazu kommt noch die Musik von Altmeister Max Steiner. Wer kennt das traurigste aller traurigen Lieder „As Times Gomes by“ nicht?, das Sam auf dem Klavier spielt?
Aber natürlich ist Casablanca der Film für den Zyniker Humphrey Bogart, der damals auf dem Höhepunkt seines Schaffens war. Ursprünglich sollte die Rolle des Café-Besitzers Rick von Ronald Reagan gespielt werden – was für ein Glück der Filmgeschichte, dass die Wahl dann doch auf Bogart fiel. Er interpretiert die Rolle schlichtweg genial, Ingrid Bergman tut ihr übriges. Ach, ich gerate wieder ins Schwärmen.
Wisst ihr was? Ich schau mir Casablanca gleich nochmal an und schwelge in schönen Kinozeiten mit dem besten Liebesfilm aller Zeiten.
Es ist schon komisch nach all den Jahren Star Wars wieder zu sehen. Ich habe alle Filme bei Erscheinen im Kino gesehen, immer wieder – es war wie eine Sucht. Dann auf Super 8, dann Video und DVD. Jetzt kommen die sechs Teile Mitte September auf Blu ray heraus. Zu einem exklusiven Preview lud mich Fox ins Münchner Nobel Hotel Bayerischer Hof ein. Ich nutzte die Gelegenheit die alten Bekannten Luke, Vader, Joda, Leia zu treffen und mich mit ihnen an glorreiche Kinozeiten zu erinnern.
Ich bekam Erstaunliches bei der Preview zu sehen. Die Bildqualität der Star Wars -Filme ist hervorragend. Die Lucas-Crew hat sich richtig Mühe gegeben. Vor allem aus den alten Filmen wurde viel herausgeholt. Bei den neuen Filmen ist’s nicht verwunderlich, liegt doch bereis digitalisiertes Material vor. Die alten Sachen wie der Rasende Falke, die Wolkenstadt oder die Todessterne sind richtig fett geworden. Natürlich sahen wir nicht alle sechs Filme, sondern nur ausgewählte Szenen. Zudem gibt es schönes Bonusmaterial, das sich anzuschauen lohnt. Nette Interviews mit Regiemeister Kershner, wie er den Auftrag zu Imperium bekam. Nett auch George Lucas in Holzfällerhemden, wie er von den Story-Problemen von Imperium erzählt, weil nur der eine Satz wirklich wichtig war: Luke, ich bin dein Vater. Ausschließlich für uns Fans ist der Rundgang durch die Archive mit alten Modellen, Masken, Kostümen usw. gedacht. Und wer wusste schon, dass der Rasende Falke ursprünglich wie ein Raumschiff aus Mondbasis Alpha 1 aussah.
Und ich? Ich saß in dem Kinosaal und konnte jede Zeile, jeden Dialog mitsprechen. Eine Einschränkung allerdings: jede Zeile der Filme IV bis VI. Es wurde mir bewusst, wie sehr diese Filme zu Kulturgut geworden sind. Die Dialoge und Szenen haben sich in das kollektive Gedächtnis meiner ganzen Generation eingebrannt. Damit haben die Filme Kultstatus. Das ist nicht neues, aber sollte einmal wieder gesagt sein.
Dennoch so richtig überzeugt bin ich nicht bei allen Sachen. Es wird nur die digital überarbeitete Version auf Blu ray angeboten. Ich hätte gerne die Version gesehen, wie sich Han Solo in der Hafenkneipe als Killer herausstellt oder wie am Ende von Jedi-Ritter der Original Anakin Skywalker über dem Feuer schwebt. Und auch das Lispeln in der deutschen Sychron von Obi Wan Alec Guiness störte mich nicht so. Egal: Lucas hat entschieden, wie er seine Filme haben will. Ich kann notfalls auf meine VHS Sammlung zurückgreifen.